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Wenn der Clown geht… - Jerry Lewis (*1926 - †2017) - Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit

Jerry LewisWenn der Clown geht…
Jerry Lewis (*1926 - †2017)
 (Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)

Francois Truffaut (1932 -1984) nannte ihn den »König der Verrückten« – und manch einer sah in ihm durchaus einen, bis dato unerreichten, Comedy-Genius. Jetzt hat Joseph Levitch (1926 – 2017) den Filmfreunde wohl besser als Jerry Lewis kannten, am 20.08.2017 Einzug ins ›Comedy-Wallhalla‹ gehalten. Lewis war seit 1983, in zweiter Ehe, mit der Tänzerin SandDee Pitnick verheiratet und hatte mit dieser Frau eine Adoptivtochter….

Jerry Lewis & Dean MartinNachdem der Sohn eines Künstlerpaares der High Shool vorzeitig goodbye sagte, schlug er sich unter anderem als Platzanweiser im Theater durch.

Zusammen mit Dean Martin (Dino Crocetti, 1917 -1995) wurde Lewis dann in den 1950ern zum erfolgreichsten Tandem der Show Biz Geschichte. Freilich war das nur dem Umstand zu verdanken, dass er 1946, den , neun Jahre älteren, italo amerikanischen Schnulzensänger als Ersatz für einen anderen  vorschlug.

Lewis und Martin avancierten in den Nachtclubs (und im Radio) schnell zur Sensation, und beherrschten dann mit Ihren „luftigen“ Komödien (u.a. »Seemann pass auf« (Sailor Beware, 1952)) auch baldigst die Kinos. Wie einst die Großväter der überdrehten Klamotte, Stan Laurel (1890 – 1965) und Oliver Hardy (1892 -1957), spielten sie dabei immer wieder die gleiche Formel durch: Lewis gab den zu groß geratenen Achtjährigen, auf den Martin mit ›leicht‹ überzogener Männlichkeit reagieren musste.

Der hatte schließlich die Nase voll, weil er doch nur im Schatten seines Partners stand, deshalb ging das zerstrittene Duo nach einem letzten, gemeinsamen Nachtclubauftritt, (25.06.1956) getrennte Wege. Für dahin bleib Lewis der ›naiven Masche‹ solo treu (u.a. in »Der Regimentstrottel« (The Sad Sack, 1957)).

The Nutty ProfessorIn „Aschenblödel“(Cinderfella, 1960) bot er dem Publikum eine schräge Umkehrung der „Cinderellastory“ und entdeckte für den Streifen »Hallo Page« (The Bellboy, 1960) erstmals das Regiefach; schlussendlich war es allerdings die Jekyll/Hyde-Variante »Der verrückte Professor« (The Nutty Professor,1963), mit der sich sein Ruf festigen sollte.

Paramounts großes Multitalent (Hauptdarsteller, Drehbuch, Regie) genoss allerlei künstlerische Freiheiten; aber Mitte der 1960er sackte der Erfolg an der Kinokasse drastisch ab, weil dem Publikum dieser ewige, hyperaktive Trottel irgendwann zuviel wurde.

Des weiteren konnte sein ambitioniertes KZ-Drama »The Day the Clown Cried« (1972), offensichtlich aufgrund fehlender Rechte (am Script der Autorin Joan O’ Brien), nicht aufgeführt werden – ein Umstand, der sehr viel später in der ARD-Doku »Der Clown« (2016) , durch Lewis und andere Beteiligte, näher ›erklärt‹ wurde; derart darüber frustriert zog er sich  aus dem ›Geschäft‹ zurück.

Acht Jahre später kam ein Comeback mit dem Slapstick Movie »Alles in Handarbeit« (Hardley Working,1980) zustande, das von den Kritikern jedoch mit totaler Verachtung gestraft wurde.

Dem cineastischen Totalschrott »Slapstick« (1982) von Steven Paul (auch »Ghost in the Shell« 2017) - mit Mr.Lewis und Madeleine Kahn (u.a. »Nixon«, 1995 ) als hyperintelligentes Zwillingspaar- sollte eine dramatischere Rolle folgen(»The King of Comdedy«, 1982): für den Part als Talkmaster, der von einem obsessiven Fan (Robert de Niro) gekidnappt wird, gab es endlich echtes Lob; kein Zweifel, Mr. Lewis war wieder da und konnte bis zum Jahre 2016 zahlreiche, weitere Auftritte in Kino (u.a.»Arizona Dreams«, 1993) und TV (u.a. »Kampf gegen die Mafia« (Wiseguy, 1988-89) hinlegen.

1995 sah man Jerry Lewis als Debutant am Broadway – aber der Mann wollte nicht nur als Schauspieler gefallen. Bereits als fünfjähriger tat er sich als Sänger hervor, und obwohl seine Stimmlage auch später später nicht unbedingt berauschend rüber kam, nahm er mehrere Platten auf; sein Lied 'Rock-a-Bye Your Baby' (1956) verkaufte tatsächlich fast 4Mio Single-Tonträger.

Dem ›rastlosen‹ Entertaintment folgten diverse Auszeichnungen (u.a. Regie Preise…Oscars..), vehementes, soziales Engagement (u.a. für die Muscular Dystrophy Association.) – aber leider auch ein Leben mit harten, gesundheitlichen Beschränkungen.

Jerry LewisDie Folgen eines Wirbelbruchs, den sich der komische ›Hektiker‹ 1965 in der Show des Sängers Andy Williams (1927 -2012) zuzog, führten zur Schmerzmittelabhängigkeit (Percodan); aber im Laufe der Jahre kamen noch mehr Probleme (u.a. 1983 Herz OP , 1992 Prostatakrebs)..) hinzu. Aufgrund einer chronischen Lungenkrankheit musste er Cortison einnehmen und mit den Folgen (heftige Wassereinlagerungen) fertig werden.

Während einer Spendengala, im Jahre 1976, überraschte Kollege Frank Sinatra (1915 – 1998)  den Gastgeber (Lewis) und brachte Dean Martin für ein kurzes Wiedersehen auf die Bühne; für ein paar Minuten war das alte Zerwürfnis vergessen….,

...und ich könnte mir denken, dass die beiden jetzt dort oben  auf einer Wolke sitzen  und -wie in den alten Tagen - an einer neuen Nummer arbeiten

Vielleicht leisten Ihnen sogar Laurel und Hardy Gesellschaft..

Kommentare  

#1 Cartwing 2017-08-26 15:34
Zitat:
Sieben Jahre später kam ein Comeback mit dem Slapstick Movie »Alles in Handarbeit« (Hardley Working,1980) zustande, das von den Kritikern jedoch mit totaler Verachtung gestraft wurde.
Der einzige Film von ihm, den ich im Kino gesehen habe. Ich weiß noch, wie ich mich darauf gefreut habe, und wie enttäuscht ich dann war.

Vor kurzem habe ich wieder den "King of Comedy" gesehen. Genialer Film. Lewis konnte da zeigen, dass er mehr kann als man von ihm erwartet hätte, obwohl de Niro da natürlich alles und jeden an die Wand gespielt hat...

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