Dietmar Kuegerl: Pueblo Indianer, ein Vortrag am 30. November 2017

Dietmar KueglerNovember ist in den USA der NATIONAL NATIVE AMERICAN HERITAGE MONTH. Zu dessen Abschluss halte ich am 30. November um 19 Uhr in der  LANDESBIBLIOTHEK SCHLESWIG-HOLSTEIN, Wall 47, 24103 Kiel einen Vortrag: DIE PUEBLO-INDIANER

Ab etwa 1530 vernahmen die spanischen Eroberer in Südamerika Nachrichten über wohlhabende Völker nördlich von Mexiko. Diese Gerüchte befeuerten Abenteuerlust, nackte Gier und christlichen Missionierungsdrang.

Die Rede war von „7 Goldenen Städten“.

1539 begann eine „Entrada“ spanischer Konquistadores unter Vasquez de Coronado in den heutigen Südwesten der USA. Sie fanden keine „goldenen Städte“. Sie trafen auf wehrhafte Dorfindianer, die sie „Pueblos“ nannten. Diese Bezeichnung ist geblieben, obwohl sie völkerkundlich nicht korrekt ist. Sie waren die ersten Völker im Inneren Nordamerikas, die intensiven Kontakt mit Europäern hatten.

Ausgrabungen zufolge, erreichten frühe nomadische Jägergruppen diese Region vor gut 12.000 Jahren. Sesshafte, Landwirtschaft treibende Siedler, die Mais, Kürbis und Bohnen kultivierten, scheint es schon vor mindestens 2.000 Jahren gegeben zu haben. Archäologische Analysen belegen eine ausgefeilte soziale Organisation, reichen Zeremonialismus, umfangreiche Handwerkskunst und architektonische Höchstleistungen.

Die Dorf-Indianer erreichten um das Jahr 1.000 n. Chr. einen kulturellen Höhepunkt. Allerdings wurden sie immer wieder von nomadischen Kriegervölkern gezwungen, ihre Siedlungsplätze aufzugeben und befestigte Dörfer zu errichten.

Diese früher als „Anasazi“ bezeichneten Gesellschaften, heute korrekt „Ancient Pueblos“ genannt, errichteten auf bewaldeten Hochebenen festungsähnliche Behausungen unter schwer zugänglichen Klippen und in schroffen Felshöhlen. Sie markieren den eigentlichen Beginn der heutigen Pueblo-Völker. Warum die Vorfahren der Pueblos ihre Klippensiedlungen zwischen 1200 und 1400 n. Chr. aufgaben, um in die Täler des Rio Grande zu ziehen, ist noch immer spekulativ. Vermutlich war die Hauptursache eine extreme Trockenperiode.

Gegen Kriegervölker wie die Comanchen und Apachen vermochten sich die Pueblos zu wehren, die europäischen Eindringlinge aber ließen sich nicht aufhalten. Mit unglaublicher Brutalität und missionarischem Eifer unterwarfen die spanischen Eroberer die Pueblo-Kulturen. Ab 1598 zog Juan de Onate mit Feuer, Kreuz und Schwert durch das Land der Pueblos und hinterließ eine Spur der Vernichtung, die bis heute nicht vergessen ist. Mord, Brandschatzung, grausamste körperliche Züchtigungen und Verschleppung in die Sklaverei kennzeichneten diese Jahrzehnte, bis sich die Pueblo 1680 zu einem gemeinsamen Aufstand erhoben und die Spanier vertrieben. Als diese etwa 12 Jahre später zurückkehrten, entspannte sich das Verhältnis, blieb aber stets belastet. Die Pueblos begrüßten daher zunächst die amerikanische Invasion des Südwestens 1848, aber der Kampf um ihre Kultur und ihr Land ging weiter.

Heute gibt es von ursprünglich 90 Pueblos noch 19 in New Mexico im Tal des Rio Grande und das Pueblo der Hopi in Arizona. Sie sehen sich nicht als „Stämme“; jedes Pueblo ist eine eigene, völkerrechtlich anerkannte Nation. Von allen Indianervölkern Nordamerikas haben sie die stärkste traditionelle und kulturelle Bindung an ihre Geschichte. Die Verwurzelung mit ihrem Land, ihrer Sprache und ihrer religiösen Überlieferung macht sie zu direkten Erben der frühesten Besiedelung Nordamerikas.

Im Laufe von etwa 40 Jahren habe ich fast alle Pueblos New Mexicos, sowie viele archäologische Plätze der Ancient-Pueblovölker besucht und immer wieder über deren Geschichte und Kultur geschrieben und veröffentlicht. In meinem Vortrag skizziere ich einen ausführlichen Überblick über die Geschichte dieser Indianer und gebe Einblicke in ihre Kultur und ihre Lebensweise bis heute.

Wer sich am 30. November in der Nähe von Kiel aufhält, ist herzlich willkommen. Der Eintritt in die LANDESBIBLIOTHEK kostet 5,-- Euro.

Veranstalter ist die AMERIKA-GESELLSCHAFT Schleswig-Holstein, Kennedy-Infozentrum, Olshausenstr. 10, 24118 Kiel

Bild: Dietmar Kuegler, Foto: Bettina Meister

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