Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Dan Shocker's Larry Brent - Der Blutstein-Zyklus: Die Blut-Träne von Palma (Teil 1)

StoryDie Blut-Träne von Palma
Teil 1

Vergangenheit:
Der Sturm peitschte das Meer gegen die Steilküste Nordirlands. Regen fiel in Strömen vom Himmel, und nur selten zerrissen die dunklen Wolken am Nachthimmel, so dass das fahle Licht des Vollmonds auf die Ebene fiel, auf der die kleine Siedlung stand.

Es schien, als sei das Ende der Welt hereingebrochen. Xiwinir stand auf dem Plateau der Steilklippe und starrte in die wütenden Wogen.


Personen der Handlung

X-RAY-1: David Gallun ist der Leiter der PSA, Amerikaner, blind und empathisch veranlagt.

X-RAY-13: Mike Wolf. Der 40jährige Deutsche ist das Greenhorn in der PSA. Hat braune Augen, dunkelblondes Haar und ist eher der unscheinbare Typ. Benimmt sich öfters wie ein großer Junge, aber das ist mehr Schein als Sein, denn er ist ein eher nachdenklicher Typ.

X-RAY-7: Iwan Kunaritschew. Der 36jährige Russe auf der Jagd nach dem Sohn des Dr.Satanas

Ron Kelly: Der 'Panther' verfolgt weiterhin die Spur der Blutsteine

Johnny 'Crash' Berry: trifft auf eine seltsame Frau

Der Dämonensohn: Der Sohn des Dr. Satanas verfolgt einen satanischen Plan.


Hier in einer kleinen Siedlung im Norden Irlands, ganz in der Nähe, hatte SIE ihr neuestes Opfer umgarnt. Heute Nacht sollte die Hochzeitsnacht vollzogen werden.

Diese Gelegenheit würde Mandurugo, die ihre Opfer wie eine Art Succubus verführte, nutzen, um den Ahnungslosen das Blut aus dem Leib zu pressen.

Seit ewigen Zeiten war Xiwinirs Familie ihr auf der Spur, hatte den unzähligen Seelen ihrer Opfern den ewigen Frieden gebracht. Königreiche und Zivilisationen waren entstanden und wieder vergangen, aber die Dämonin war ihnen immer wieder entkommen. Hier in Irland würde enden, was vor längst vergessenen Zeiten begonnen hatte und woran sich nur die erinnerten, deren Blut rein geblieben war.

Heute Nacht würden er und seine Begleiter dem Ganzen ein Ende bereiten.

Langsam drehte sich der alte Mann herum und blickte dem jungen Mann entgegen, der mit einigen Schritten den Hang empor kam.

Es war soweit!

Wie auch Xiwinir trug der junge Mann ein weißes Gewand, auf dessen Oberteil das heilige Symbol ihrer Gemeinschaft, eingewoben war, ein schwarzer Vogel mit sieben Augen. Ein Symbol einer verschwundenen Zivilisation, die in längst vergessenen Zeiten vom Meer verschlungen worden war.

Doch für die Menschen hier waren sie Priester der Götter, die durch das Land wanderten, Mensch und Vieh von Krankheiten heilten, den Segen bei Vermählungen sprachen und sie vor den Mächten der Dunkelheil beschützten.

"Es ist soweit," die Stimme des Jüngling war ein Flüstern, dennoch durchdrang sie das Brüllen des Sturmes, der immer heftiger wurde. "Die Zeit ist gekommen!"

Xiwinir nickte ihm zu. "Du hast recht, Nekahal. Sind die anderen bereit?"

Nekahal nickte stumm.

"Gut. Dann lasse es uns vollenden!"

*

Muhreh ließ langsam das Gewand herabgleiten. Ihr wohlproportionierten Körper und die üppigen Brüste waren ein Versprechen unendlicher Lust und Leidenschaft. Ihr langes rotes Haar, das bis zu ihren Hüften fiel, umschmeichelte ihre Rundungen und ließ diese noch mehr zur Geltung kommen.

Chattan konnte seinen Blick nicht von ihr abwenden. All dies würde ab heute ihm gehören, denn Muhreh hatte nun endlich sein Werben erhört und war sein Weib geworden. Eine nie gekannte Erregung überkam ihn. Ein fiebriges Verlangen der Lust.

Mit wiegenden Hüften kam die junge Frau auf ihn zu. Jede Bewegung ihres Körpers war ein Versprechen, dass diese Nacht unvergesslich werden würde.

Chattan ahnte nicht, dass sich die kalte Hand des Todes schon nach ihm ausstreckte.

Muhreh drückte den jungen Mann zärtlich auf das Lager. Langsam begann sie seine Körper mit Küssen zu bedecken. Ein leises Stöhnen entrang sich seinen Lippen, als ihre Küsse nach unten wanderten.

Mit einem lauten Knall flog die hölzerne Tür auf.

Sieben weißgekleidete Gestalten stürzten in den Raum, zerrten die junge Frau vom Körper des Mannes.

So sehr sich die Frau auch wehrte, sie konnte der Umklammerung der Eindringlinge nicht entkommen.

Chattan sprang auf. Wie konnten sie es wagen?

"Seas", erklang dunkel die Stimme eine alten Frau unter der weißen Kapuze hervor.

Plötzlich erstarrte sein Körper, als wenn er zu Stein geworden wäre. Er konnte keinen Finger mehr rühren. Dieses "Halt" war kein Befehl gewesen. Nein, es musste ein Zauberbann dahinter stehen. Aber wie hatte es die Frau gemacht. Chattan hatte keine Handbewegung gesehen.

Eine der Gestalten schlug die Kapuze zurück. Das Gesicht eines uralten Mannes kam zum Vorschein.

Xiwinir, der Druide.

"Tha mi duilich." seine Stimme hatte einen Klang von Traurigkeit. "Doch es ist unumgänglich!"

Chattan verstand nicht. Was tat dem Uralten leid. Und was hatte seine Frau Muhreh damit zu tun?

Muhreh hatte inzwischen den Widerstand aufgegeben. Doch als sie das Gesicht Xiwinirs entdeckte entfuhr ihr ein "Bas mallaichte!" [Fußnote: Verdammt nochmal, bei allen Dämonen!]

"Ich freue mich auch, dich endlich zu treffen, Mandurugo!" Die Stimme des Alten hatte den Klang von brechendem Eis in der Frühlingssonne.

"Pòg mo thòn!" [Fußnote:Leck mich am Arsch!] zischte die Stimme der jungen Frau.

Xiwinir schüttelte den Kopf. Mit einem Wink bedeutete er, die Frau nach draußen zu bringen.

"Du wirst dich bald wieder bewegen können!" Er warf Chattan einen bedauernden Blick zu. "Beannachd nan Diathan ort!" [Fußnote:Der Segen der Götter mit dir!]

*

Der Regen war stärker geworden. Das Heulen des Sturmes klang wie die Seelen der Verloren, denen der Weg ins Totenreich verwehrt wurde.

Nekahal und Aidschard warteten auf die anderen Gefährten, die in die steinerne Hütte gegangen waren.

Alles war vorbereitet. Der große Steinquader, den sdie beiden Männer im Schutz der Dunkelheit vor das Haus gezogen hatten, war vorbereitet und die nötigen Bannformeln gesprochen.

Heute würde die Dämonin für immer das Angesicht dieser Welt verlassen. Heute würden endlich auch die letzten Seelen ihren Frieden finden und in das Totenreich einkehren können, um wiedergeboren zu werden, wenn ER kommen würde, und das alte Reich sich aus den Fluten des Meeres erheben würde, in die es die Dämonen versenkt hatten.

"Sie kommen!" flüsterte der älteren der Beiden leise.

"Ja, Aidscard," Nekahal nickte. "Es war weise die Frauen mit in die Hütte zu nehmen. Denn nur Frauen können Mandurugo halten und in Bande schlagen. Gegen sie wirkt der Zauber der blutsaugenden Dämonin nicht!"

Wie aus dem Nichts standen die anderen vor ihnen. Und mit ihnen eine blutjunge, nackte Frau, deren Körper das Begehren jeden Manns erweckte.

Mandurugo.

Mit schnellen Bewegungen warfen die sechs Begleiter Xivinirs die Frau auf den kalten, vom Regen nassen Stein.

"Ihr Narren!" stieß die rothaarige Frau laut aus, "ihr könnt mich nicht vernichten. Keine Waffe dieser Welt kann mich töten. Und die Eine, die es hätte können, ist vor unzähligen Zeitaltern vom Angesicht dieser Welt verschwunden!"

Ein höhnische Lachen kam über ihre Lippen, das jedoch abrupt verstummte, als Xivinir einen unterarmlangen Dolch aus den Tiefen seines Gewandes hervorzog.

"Ich sehe, er ist dir wohl bekannt!" Der alte Mann verzog keine Miene. "Geschmiedet aus Sternenmetall in den Feuern Kh'or Shans und gehärtet im Wasser aus den magischen Gärten des Hestus."

Er legte eine kurze Pause ein, bevor er weiterfuhr. "Nicht so mächtig wie das Schwert, das du erwähntest, aber mächtig genug um dich zu vernichten!"

Nach diesen Worten stieß er den Dolch in Mandurugos Brust.

Mit einem lauten Schrei bäumte sich die Dämonin auf. Unerträglich waren die Schmerzen die der Dolch des Hestus ihr bereitete.

Mit einem gekonnten Schnitt öffnete Xiwinir ihre Brust und riss mit einem Ruck das pochende Herz heraus.

Voll Abscheu warf er es weit von sich und es verschwand irgendwo in der Dunkelheit im Geröll, zwischen dem spärlich Gras wuchs. Der alte Mann konnte nicht ahnen, dass er einen Fehler begangen hatte, der erst Jahrhunderte später Folgen zeigen würde.

"Ihr Narren", flüsterte Mandurugo mit ersterbender Stimme, "heute mögt ihr obsiegt haben, doch die Zeit wird kommen da mich die große dunkle Mutter auferstehen lässt."

Die Dämonin hustete, und Blut tropfte auf den Boden, wo es sich in rote, in der Dunkelheit leuchtende Edelsteine verwandelte.

"RHA-TA-N'MY kann niemand widerstehen. Dann werde ich die Welt für sie erneut bereiten..."

Plötzlich überkam Mandurugo ein krampfartiges Zucken, dann verzog sich ihr Gesicht zu einer höhnisch grinsenden Grimasse des Triumphes.

Ein letztes Mal stieß Xiwinir mit dem Dolch des Hestus zu und beendete die Existenz der Dämonin endgültig.

Langsam zerfiel der Frauenkörper, der so viele Männer Leib und Seele gekostet hatte, zu Staub.

Zurück blieben die zu Edelsteinen gewordenen Blutstropfen, die Xivinir und seine Gefährten in einem dämonischen, blutroten Licht anzufunkeln schienen.

*

Neun in weiße Kutten gehüllte Gestalten gingen langsam durch das Dunkel der Nacht.

Ihr Ziel war der große Hügel, der in der Nähe der kleine Siedlung lag und mit Hilfe ihrer Bewohner in monatelanger Arbeit errichtet worden war. Doch niemand dort würde sich daran erinnern können, denn sie hatten den Zauber des Ewigen Vergessens über die Bewohner und ihre Nachkommen bis ins letzte Glied verhängt.

Dieser gewaltige Grabhügel war nur ein kleiner Teil dessen, was er verbarg. Tief unter der Erde zog sich ein langer Gang, gewunden wie eine Schlange, immer weiter nach unten, bis er an einem großen steinernen Tor endete, hinter dem sich eine großen Kammer befand.

Jallasatsch, die älteste der Frauen, presste ihre Hand auf eine Stelle Felsen, die im Gegensatz zu dem Rest des Hügel frei von Gras und Moos war. Lautlos glitt dieser zur Seite und gab den Blick in eine unheimliche Schwärze frei.

Urplötzlich, wie durch Geisterhand, erschienen Flammen in den Schalen, die in Abständen von fünf Schritten an der Wand eingelassen waren, und erhellten die Finsternis.

Schweigend schritten sie den gewundenen Gang in die Tiefe, bis sie an das Tor kamen, das mit einer uralten Bildschrift - der Schrift ihrer Ahnen – versehen worden war.

Den Abschluss bildete das Bild eines seltsam anmutenden schwarzen Vogels mit sieben Augen.

Kriiahstahl, einer älterer Mann, der als Einziger neben Xiwinir noch die alte Schrift beherrschte, begann in einer Art Sprechgesang den Text vorzulesen.

"Du der du Eintritt erbittest
sei gewarnt.
Tod wirst du finden
nicht was du begehrst.
Flieh
der Schatten Mandurugo
über diesem Ort er liegt.
Flieh
oder lasse dein Leben.
Bleibe
und bewache
das Böse soll nicht erblicken
das Licht der Welt."
 
"Cuimhnichibh na suinn nach maireann. Mairidh an cliu beo gu brath!" [Fußnote: Im Gedenken an die Helden, die nicht mehr sind. Möge Ihr Ruhm ewig bestehen!] antworteten die Anderen.

Nur Xiwinir antwortete in der alten Sprache. Dann schritt er als Erster durch das offene Tor in die Grabkammer.

In der Mitte der Kammer stand ein kleiner Steinsarkophag, dessen Deckel an der Außenwand angelehnt war.

Wortlos holte Xiwinir einen grob gewebten Beutel unter seinem Gewand hervor und legte ihn in den Steinsarg. Schweigend taten es die anderen ihm nach, bis neun Beutel in dem Sarkophag lagen. Neun Beutel, die den vielfachen Tod in sich beherbergten.

Gemeinsam hoben sie den schweren Steindeckel auf den Sarkophag. Nun waren die Blutsteine der Mandurugo, wie sie die Edelsteine getauft hatten, für immer vor den Blicken und dem Zugriff der Menschen verborgen.

Doch dies alleine würde nicht ausreichen. Zur groß war die Gefahr, das diese Stätte durch Zufall entdeckt und geplündert wurde.

Würde dies geschehen, und die Blutsteine unter die Menschen gelangen, würden sie ihre dämonische Wirkung entfalten. Wie ihre Schöpferin würden sie den Menschen das Blut entziehen, und die Unglücklichen zur seelenlosen Marionetten des Bösen machen.

Xiwinir nickte den Anderen zu.

"Nun ist es an der Zeit, das Versprechen zu erfüllen, dass wir unseren Ahnen gaben. Nehmt eure Plätze ein!"

Neun Nischen waren in den massiven Fels der Kammer gehauen.

Neun Nischen, die die Größe eines Menschen hatten.

Eine Nische für jeden von ihnen.

Xiwinir legte sich in die mittlere Nische, die genau gegenüber des Eingangs war. Die anderen nahmen die restlichen Nischen. Die Männer links, die Frauen rechts.

"Cuimhnich gaisge agus treuntas ar sinnsear!" [Fußnote:Erinnere Dich des Heldenmutes und der tapferen Taten unserer Ahnen!] zitierte Xiwinir in der Sprache des Volkes, unter dem sie all die Jahre gelebt hatten.[Fußnote:Erinnere Dich des Heldenmutes und der tapferen Taten unserer Ahnen!]

"Anns a' bheatha seo, agus a' bheatha ri teachd." [Fußnote: In diesem Leben, und in dem was noch kommen wird.] erklang es wie eine Stimme aus dem Mund der anderen.

"Ich danke euch Kaulin, Kriiahstahl, Aidschard, Nekahal, Jallasatsch, Girahschahl, Dschillihan und Ilysa!", die Stimme Xiwinirs war leise und dennoch kräftig. Dann murmelte er einige Worte in der alten Sprache.

Mit einem lauten Knall fiel das Steinportal zu, so dass kein Weg mehr aus der Kammer heraus führte.

Die neun Menschen kümmerte das nicht mehr. Leblos lagen ihre Körper in den Nischen.
 
*
Die Winterstürme waren vorüber. Die ersten Sonnenstrahlen hatten Eis und Schnee an einigen Stellen aufgetaut, so dass sich langsam die ersten Pflanzen aus der kargen Erde hervor trauten.

Es wurde Frühling.

Chattan war schon vor Sonnenaufgang aufgestanden. Von einer seltsamen Unruhe getrieben ging er neben das Haus, in Richtung des Gerölls, zwischen dem spärlich Gras wuchs. Es war ihm, als würde eine unsichtbare Stimme ihm den Weg weisen.

Plötzlich glitzerte etwas im Licht der aufgehenden Sonne.

Chattan kniete sich nieder. Ein blutroter Stein, der wie ein Tropfen geformt war, lag vor ihm.

Der junge Mann fragte sich gar nicht, warum dieser seltsame Stein hier lag, auch nicht warum ihn noch niemand gefunden hatte. Es war ihm egal.

Schnell verbarg er ihn in seinen Kleidern. Keiner sollte von seinem Fund wissen, denn nur er alleine durfte dieses Kleinod besitzen. Nur er allein!

Ohne es zu ahnen hatte Chattan das Herz der Mandurugo an sich genommen und damit einen Prozess in Gang gesetzt, der erst Jahrhunderte später sein dämonisches Erbe offenbaren würde.
 
*
 
Gegenwart:

X-RAY-13 fiel.

Immer schneller fiel er der Erde entgegen. Rasend schnell kam der Boden auf ihn zu.

Der Höhenmesser zeigt vierhundertundfünfzig Meter an, als er die Reißleine zog. Ein Ruck an den Gurten bewies ihm, dass der Fallschirm sich geöffnet hatte.

Er peilte den Strand nahe Palma de Mallorca an, da er nicht unbedingt im Wasser landen wollte.

Es konnte um diese Jahreszeit in den Nächten zwar mit bis zu minus drei Grad noch empfindlich kalt werden, doch der Wetterbericht hatte heute eine milde, fast frühlingshafte Februarnacht angekündigt.

Dennoch wollte Wolf auf Nummer Sicher gehen.

Den Strand konnte er heute auf keinen Fall verfehlen. Die Nacht war hell erleuchtet, denn am gesamten Küstenstreifen loderten viele Feuer auf, die zu Ehren des Heiligen Sebastian entzündet worden waren.

Natürlich würde seine Landung nicht unbemerkt bleiben. Aber auch daran hatte X-RAY-1 gedacht.

Einer der Nachrichten-Agenten der PSA, von denen es unzählige auf der ganzen Welt gab, hatte schon das Gerücht verbreitet, dass ein 'verrückter' Deutscher auf die Insel kam, der über die Legende von San Sebastian ein Buch schreiben wollte. So würde es auch keinen Verdacht erregen, wenn er mit den Menschen sprach und Fragen stellte, die etwas aus dem Rahmen fielen.

Seine Gedanken wurden unterbrochen, als er sich automatisch auf dem Sand des Strandes abrollte. Mit wenigen Griffen warf er den Fallschirm ab und ließ ihn liegen.

Oben am Ende des Strandes, dort wo die Straße begann, blinkte zweimal das Licht eines Autoscheinwerfers auf. Dann leuchtete das Wort 'TAXI' auf dem Dach des Autos.

Der Vierzigjährige musste grinsen. X-RAY-1 hatte wirklich an alles gedacht.

Mit schnellen Schritten ging er die leichte Steigung zu Straße nach oben, dem Taxi entgegen.
*
"Ja, Baby. Genau so. Geile Pose!" Das Klicken der Kamera ging in den Kommentaren des Fotografen unter, der pausenlos vor sich hin brabbelte.

Die Feuer, die den Strand erhellten, gaben eine perfekte Hintergrundkulisse ab, und auch die sternenklare Nacht war wie für ein Fotoshooting gemacht.

Trotzdem konnte Rodriges Gonzales Vega sein Glück nicht fassen, dass diese Wahnsinnsbraut ihm abgenommen hatte, dass er für ein bekanntes Männermagazin Probefotos der Strandschönheiten machen sollte.

"Sweetheart, ich werde so langsam müde!" riss ihn die wohlklingende Stimme der wohlgeformten Zwanzigjährigen aus seinen Gedanken.

"Lass uns doch irgendwo hingehen, wo es gemütlich ist. Und vor allem ruhig!" Die junge Frau stoppte ihre lasziven Posen.

Ihr Blick war ein einziges Versprechen, und nur zu gerne folgte der Spanier der schlanken, gutgebauten Brünetten, deren Schritte sich hin zu den Klippen wandte. Dorthin, wo man von den neugierigen Blicken Anderer sicher war.

Vega ahnte nicht, dass die eiskalte Hand des Todes schon die Würfel des Schicksals geworfen hatte und ihre knochigen Klauen nach ihm ausstreckte.

Nach wenigen Schritten stoppte die junge Frau hinter einigen Felsklippen, die einen natürlichen Sichtschutz zu restlichen Strand bildeten.

Wie von Geisterhand fiel ihr Bikini auf den Sandstrand.

Mit flinken Finger riss sie sein T-Shirt herunter. Ihre Hände bewegten sanft sich über seine Brust, dennoch fordernd, hinab zu seinem Gürtel.

"Ich will dich!" hauchte sie zwischen zwei Küssen, während sie ihren Körper an den Rodriges Gonzales Vegas presste, so dass er ihre großen, wohlgeformten Brüste auf seiner nackten Haut spüren konnte.

Wie in Zeitlupe sanken sie eng umschlungen auf den weichen Sand. Es war der Augenblick, in dem sich der Gürtel löste und seine Leinenhose, unter der er nur Haut trug, langsam nach unten glitt.

Eine Sekunde später fiel auch der Mini-Tanga der Frau, deren Name Rodriges noch immer nicht kannte, auf den Boden.

"Ich will dich!" Die Stimme der Brünetten hatte diesen Unterton, der jedem Mann einen heiß-kalten Schauer der Vorfreude über die Haut laufen ließ.

Vega ging es da nicht anders.

Ihre Hände schlangen sich um seinen Hals. Ihr warmer samtweicher Körper presste sich gegen seinen. Zarte Lippen berührten fordernd seinen Mund.

Rodriges spürte, dass seine Erregung wie auch die ihrige immer mehr zunahm.

Sanft, aber keinen Widerspruch duldend drückte sie ihn in den weichen Sand. Dabei bewegten sich ihre Hände weiter zärtlich über seine Haut, ihre warmen Lippen erforschten liebkosend jede Stelle seines Körpers, bis sich die ihren wieder mit seinen Lippen trafen.

Es war ein Kuss, der Vega erahnen ließ, was noch auf ihn zukommen würde.

Er stöhnte leise, als sich ihre Körper vereinten.

Der Atem der gutgebauten jungen Frau wurde schneller. Sie stieß leise Geräusche aus, die dem Gurren einer Taube nicht unähnlich waren. Langsam, dann schneller, fordernder wurden ihre Bewegungen.

Urplötzlich entrang sich ein heiserer Aufschrei der Kehle der Zwanzigjährigen, und ihre Bewegungen glichen einem ekstatischen Zucken.

Doch es war nicht die Vollendung der Lust, die die junge Frau dazu trieb, sondern purer, nicht enden wollender Schmerz.

Die junge Frau blutete aus allen Poren ihres Körpers. Es hörte nicht auf zu bluten, so als würde eine unheimliche Macht all ihr Blut aus ihrem Körper pressen.

Verzweifelt versuchte sie sich vom Körper des Spaniers zu lösen, der noch immer nicht verstand, was gerade geschah.

In ihrem Kopf begann sich alles zu drehen. Eine nie gekannte Mattheit und Schwäche machte sich in ihr breit, und durch den blutigen Schleier vor ihren Augen registrierte sie, ohne dass es noch recht in ihr Bewusstheit drang, wie sich Vegas Gesicht zu einer Fratze des Entsetzens verzerrte.

Ihr Blut sickerte aus jeder einzelnen Pore, tropfte herab auf sein Gesicht. Lief über der Körper des Spaniers hinab auf den von ihren Körper erwärmten Sand.

Doch es sickerte nicht ein, sondern bewegte sich wie eine unheimliche Schlange den Strand entlang. Hinter den Klippen, die den Strand vom Meer abgrenzten, verschwand die 'Blutschlange' im Nichts.

Ein letzter, kaum hörbarer Seufzer kam von den Lippen der brünetten Zwanzigjährigen. Dann verlor sie das Bewusstsein und beschritt den Pfad, von dem es kein Zurück mehr gab.

Ohne einen Laut fiel der blutleere Frauenkörper auf den Strand.

Doch das bekam Rodriges Gonzales Vega schon gar nicht mehr mit. Wie eine Marionette, deren Fäden man durchgeschnitten hatte, saß er da und starrte auf den endlosen Horizont, der vor ihm lag.

 
Ende Teil 1


 

Kommentare  

#1 Mikail_the_Bard 2014-05-08 07:55
Falls jemand Lust hat. :-* Hier mikailderbarde.wordpress.com/2014/05/08/dan-shockers-larry-brent-der-blutstein-zyklus-die-blut-trane-von-palma-teil-1/ habe ich eine Umfrage zu dem Zyklus hinterlegt. Würde mich natürlich interessieren ob's überhaupt jemand gefällt.(Falls ich nochmal so etwas ähnliches schreiben sollte.)
#2 Alfred Wallon 2014-05-08 09:14
Es ist doch bestimmt möglich, dass man Texte . bevor sie veröffentlicht werden - wenigstens mal auf Rechtschreibfehler korrigiert.
#3 Larandil 2014-05-08 09:14
zitiere Mikail_the_Bard:
Falls jemand Lust hat. :-* Hier habe ich eine Umfrage zu dem Zyklus hinterlegt. Würde mich natürlich interessieren ob's überhaupt jemand gefällt.

Die Umfrage wird nicht recht in die Gänge kommen, so lange der Link nirgendwohin führt. :-*
#4 Mikail_the_Bard 2014-05-08 22:38
zitiere Larandil:
Die Umfrage wird nicht recht in die Gänge kommen, so lange der Link nirgendwohin führt. :-*


Der Link müsste jetzt gehen.
#5 Andreas Decker 2014-05-09 13:37
Mikail,

du hast Post.
#6 Mikail_the_Bard 2014-05-09 19:51
zitiere Andreas Decker:
Mikail,

du hast Post.


Danke, ich habe dir geantwortet. :-)

Gäste sind momentan nicht mehr berechtigt Kommentare zu schreiben, da täglich bis zu 200 Spamkommentare gelöscht werden mussten.

Bitte registriert Euch beim Zauberspiegel. Wir suchen nach einer Lösung.

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles