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Dan Shocker's Larry Brent - Der Blutstein-Zyklus: Die Blut-Träne von Palma (Teil 4)

StoryDie Blut-Träne von Palma
Teil 4

Iwan Kunaritschew und Mike Wolf hatten sich auf die Herrentoilette verzogen, vor der Ron Kelly schmiere stand.

"Wir können sprechen, Sir!" antworte X-RAY-13 nun endlich dem immer drängen werden Summen des Ringes.

"Ist X-RAY-7 bei Ihnen?"

"Ich höre mit!" bestätigte Iwan in einem Flüsterton, dem man ihm auf den ersten Blick nicht zugetraut hätte.


Das Summen des Ringes, den Kunaritschew trug verstummte augenblicklich.

"Wie es scheint, ist unser spezieller 'Freund' schon tätig!" begann David Gallun seinen Bericht. "Einer unsere Nachrichten-Agenten hat vor wenigen Minuten zwei Tote, eine Frau und einen Mann, am Strand untersucht. Man hatte sie im Morgengrauen an einer abgelegenen Stelle des Strandes, zwischen den Klippen entdeckt, und sofort die Polizei gerufen. Die beiden Toten waren blutleer! Mehr brauche ich wohl nicht zu sagen, X-RAY-13!"

 Mike Wolf schluckte. "Nein, Sir. Hatte Sie X-RAY-7 schon über die Vorfälle in Mailand aufgeklärt?"

"Dazu war keine Zeit. Ich schlage vor, Sie klären ihn und diesen Ron Kelly auf dem Weg ins Leichenschauhaus des Hospital Universitari son Espases kurz über die Vorkommnisse auf. Wer weiß, ob das sich hier nicht erneut wiederholt! X-RAY-1, Ende!"

"Bolschoe schwinstwo!" fluchte der Russe laut. Als der Ring von X-RAY-13 verstummte. "Was hat er nur vor?"

Mike Wolf öffnete die die Tür, vor der Ron Kelly noch immer Wache hielt. "So wie ich eins und eins zusammengezählt habe, steckte der Dämonensohn auch hinter den Ereignissen in Mailand. Gnade uns Gott, wenn er das Gleiche hier abzieht!"

Wolf schüttelte den Kopf als er Ron Kellys und Kunaritschews fragende Blicke sah. "Das erzähle ich euch unterwegs!"

*

Dr. Enrico Alvares hatte die Untersuchung der beiden Toten vom Strand noch nicht beendet, als man ihm eine neue Leiche hereinbrachte.

Es war eine junge Frau, mit rotem Haar, die der Pathologe auf zirka 20 Jahre einschätzte.

Auf den ersten Blick sah er die unnatürliche Blässe der Toten. Er wusste sofort, auch ihr würde jeder Tropfen Blut im Körper fehlen, so wie es bei den beiden Anderen war.

Und noch etwas war bei ihr gleich: das von unsäglichem Grauen gezeichnete Gesicht!

"Legt sie auf den Tisch neben der anderen Frau!" wies Alvaerz die beiden Männer an, die den Zinksarg gebracht, und nach dem Eintreffen schon geöffnet hatten.

Schneller als sonst, so als hätte die Beiden Angst, das es sich um eine unbekannte Seuchen handeln könnte, lag die tote Frau auf dem metallischen Obduktionstisch, und die Herren waren ebenso schnell verschwunden.

Dr. Enrico Alvares hatte in seinen vielen Dienstjahren schon einige verrückte Fälle untersucht hatte, kam sich vor, als würde er in einem dieser surrealen Horrorfilme die Hauptrollen des Pathologen spielen, der von den Leichen, die er gerade untersucht in ihre untote Reihen einverleibt wird.

Wer oder was auch immer den Menschen das Blut raubte konnte nicht von dieser Welt stammen.

Die Männer, die man ihm aus der PSA-Zentrale angekündigt hatten, würden nun drei Toten zum Preis von Zwei bekommen.

Ob sie darüber glücklich waren bezweifelte er aber.

Er schüttelte seine Gedanken ab, und wandte sich wieder seiner Arbeit zu. Schließlich musste er auch Ergebnisse vorweisen, wenn der Besuch vor ihm stand.

Er konnte nicht ahnen, dass dies nicht die letzte Leiche war, die ihm heute einen 'Besuch' abstatten würde.

*

Zur gleichen Zeit herrschte im Univeritätskrankenhaus Palma de Mallorca, dem Hospital Universitari son Espases, hektisches Treiben.

Immer mehr Menschen, Einheimische, sowie auch Touristen und Geschäftsreisen, wurden mit Schwindelanfällen, Ohmachtanfällen und Blackouts eingeliefert.

Doch nicht nur hier.

Sämltliche Krankenhäuser, die sich innerhalb Palmas befanden, berichteten von sich häufenden Fällen gleicher Art. So das der verantwortliche Oberchefarzt der Universitätsklink alles Patienten in sein Klinikum überführen ließ.

Er wollte sicher gehen, dass es sich nicht um eine noch unbekannte Seuche handelte. Und falls dies der Fall wäre, diese sich nicht über die ganze Insel verbreiten konnte.

In diesem Drunter und Drüber bemerkte niemand, das eine der Putzfrauen sich aus der Reinigungskolonne absonderte und in einem der leeren, schon gereinigten Zimmern verschwand.

Schnell streifte sie die Handschuhe ab und zog ein Mobiltelefon aus der Hosentasche.

Eilig wählte sie eine Telefonnummer. Nach einigen Sekunden ging am anderen Ende der Leitung eine Frau an den Apparat, die trotz des mehrstündigen Zeitunterschied hell wach klang.

Schnell berichtet die etwa fünfzigjährige Reinigungsfrau, die ihre Gesprächspartnerin nicht mit Namen kannte, von den Vorfällen, in den Krankenhäuser, die sie auf den Gängen des Hospital Universitari son Espases aufgeschnappt hatte.

Dann legte sie auf, und beeilte sich zur Putzkolonne aufzuschließen, die schon die nächsten Zimmer fertig hatte.

Rosita de la Cruz war, wie auch Dr. Enrico Alvares, eine der vielen Nachrichten-Agenten der PSA.

Und auch sie ahnte nicht im Geringsten, was sie mit ihre Meldung ausgelöst hatte.

Die junge Frau am Anderen Ende, war nur eine synthetische Stimme gewesen, die von den beiden Hauptrechner der PSA, 'Big Wilma' und 'The clever Sofie, generiert worden war.

Nur wenige Sekunden später hatte David Gallun, der Leiter und Gründer der PSA, den Bericht auf dem Tisch.

*

"… und das war nur die Kurzfassung!" X-RAY-13 hatte seinen Bericht über die Geschehnisse in Mailand beendet.

"Dieser Dämonensohn steckt als deiner Meinung nach auch hinter diesen Geschehnissen?" hakte Ron Kelly nach.

Damals, als er das erste Mal mit Iwan Kunaritschew zusammengetroffen war (*Larry Brent - Mördergrube des Grünen Inka) hatte er zwar gespürt, dass dieser Mann kein gewöhnlicher Mensch war, aber all das, war er letzten Stunden erfahren hatte, wirbelten in seinem Kopf herum.

"Ja, Ron. Die Auswertung unsere Computer bestätigte diese Annahme. Und so wie es aussieht, geht es hier weiter. Die Frage ist nur: warum?"

"Ja, Towarischtsch", übernahm X-RAY-7 das Wort, "und Big Wilma und The clever Sofie haben sich noch nie geirrt."

Kunaritschew zog aus seiner Hosentasche ein silbernes Zigarettenetui, öffnete es und nahm eine Selbstgedrehte heraus.

"Irgendwo hier steckt dieser Mistkerl. Durch seine Fähigkeit Anderen zu kopieren, nein zu dieser Person mit alle ihren Erinnerungen zu werden, ist er für uns unauffindbar."

Iwan steckte sich die Zigarette in den Mund.

"Äh, Iwan!" Mike Wolfs Augen hatten sich an die Zigarette geheftet, die der Russe gerade mit einem silbernen Feuerzeug anzünden wollte. "Du willst doch nicht etwas jetzt rauchen?"

Ron Kelly wunderte sich, warum der Deutsche plötzlich in Schweiß ausbrach, obwohl die Klimaanlage des Autos auf vollen Touren lief.

"Oh, wie unhöflich von mir!" X-RAY-7 nahm die Selbstgedrehte aus dem Mund.

Er klappte das Etui erneut auf, und Mike Wolfs Schweißausbruch war urplötzlich verschwunden. Doch das sollte nicht von Dauer sein, denn der Russe hielt ihm einladen das Silberetui vor die Nase.

"Hier, Towarischtsch, nimm dir ruhig auch Eine!"

In diesem Augenblick war sich Ron Kelly, den seine engsten Freunde auch den 'Panther' nannten, sicher, dass er noch nie in seinem Leben einen Menschen so in Angstschweiß ausbrechen gesehen hatte, wie Mike Wolf.

Wie sollte er auch ahnen, wie berüchtigt diese selbstgedrehten Zigaretten Iwan Kunaritschews in der PSA waren.

Um nicht sogar zu sagen - gefürchtet!

Diese 'Vampirkiller' wie sie auch unter vorgehaltener Hand hießen, waren aus eine speziellen Machorka-Tabak-Mischung, mit einer ebenso geheimen Zutat, die nur der Russe, und sein Lieferant in Russland, kannte.

Ein Zug aus dieser Zigarette, brachte jeden noch so starken Raucher dazu ein gewisses 'Stilles Örtchen' aufzusuchen. Dagegen waren selbst die Gauloises Caporale, oder die noch stärkeren Gitane Mais, fast schon 'gesunde' Ultralight-Zigaretten, die der russische PSA-Agent auch nur im äußersten Notfall zur Überbrückung geraucht hätte.

Das Summen der PSA-Ringe rette Wolf vor eine Antwort.

"X-RAY-7", meldete sich der Russe, da der Deutsche ja den Mietwagen steuerte.

"Sind Sie schon im Krankenaus gewesen, X-RAY-7?" David Galluns Stimme drang leise aus dem Miniaturlautsprecher des Ringes.

"Nein, Sir. Aber in zehn Minuten sind wir da!" Kunaritschew steckte seine Zigarette wieder in das Etui, das er in seiner Hosentasche verschwinden ließ.

"Dann ist ja genug Zeit, sie alle auf den neusten Wissensstand zu bringen!" Die väterliche Stimmer David Galluns klang wie immer neutral, so als ging es ums Wetter und nicht um Leben und Tod – oder mehr!

Wenige Minuten später hatte X-RAY-1 die beiden PSA-Agenten und Ron Kelly, der alles aufmerksam mitgehört hatte, über die letzten, seltsamen Vorfälle informiert, die durch die verschiedenen Nachrichtenagenten ihm zugetragen worden waren.

"Im Augenblick sind die Patienten stabilisiert. Ihnen wurden Bluttransfusionen verabreicht." fuhr Gallun in seinen Bericht fort. "Aber wenn es noch mehrere Vorfälle dieser Art gibt, dann gehen der Insel die Blutkonserven aus. Sie müssen dem Ganzen ein Ende setzten. X-RAY-1 Ende!"

"Wir sind da!" Mike Wolf hielt den Wagen an.

Sie hatten den Parkplatz des Hospital Universitari son Espases erreicht.

Gerade als sie aussteigen wollte, raste ein Rettungswagen an ihnen vorbei zu Notaufnahme.

Die drei Männer betraten das Krankenhaus, in dem hektisches Treiben herrschte.

"Wir trennen uns besser. Kelly und ich schauen mal bei Dr. Alvares im Keller vorbei. Du schaust dich mal bei den eingelieferten Spezialfällen um."

X-RAY-13 nickte stumm. Er hatte auch im Augenblick genug von Leichen, auch wenn sie sich nicht bewegten.

Wenig später hatte er den zuständigen Arzt der Abteilung gefunden, einen gewissen Pablo Montoja, der schon kurz vor der Rente stand.

"Und Sie sind gewiss nicht von der Regenbogenpresse?" Misstrauen schwang in Dr. Montojas Stimme, und er musterte Wolf von oben bis unten.

"Gott behüte!" der Deutsche winkte mit beiden Händen ab.

Er zog einen Ausweis aus der Tasche, und gab ihm dem Arzt. Dieser warf einen kurzen Blick darauf, und gab das Papier Mike Wolf zurück.

"Eine der Patienten ist schon wieder soweit auf den Beinen, so dass sie morgen entlassen werden kann. Sie hat, im Gegensatz zu den Anderen, nur wenig Blut verloren.
Kommen Sie, ich bringe Sie zu ihr."

*

Iwan Kunaritschew und Ron Kelly fuhren mit dem Fahrstuhl nach unten. Das Leichenschauhaus, sowie die Kühlkammern, waren in Kellergeschoss.

Dr. Enrico Alvares, der sie persönlich abgeholt hatte, schwieg die Abwärtsfahrt, bis der Fahrstuhl stoppte und die Tür sich öffnet.

"Folgen Sie mir, meine Herren. Ich bin vor wenigen Minuten mit der Obduktion erst fertig geworden, und konnte nicht aufräumen. Ich hoffen, sie haben einen robusten Magen!"

Wenige Minuten später hatten sie die Pathologie errecht. Dr. Alvares zeigte ihnen die Toten, die nebeneinander auf den Tischen lagen.

"Alle haben die gleichen Symptome - vollkommene Blutleere. Bis auf die Zellulare Ebene sogar. Darüber hinaus, keine gemeinsame Merkmale. Es sind Einheimische, sowie Touristen darunter. Und selbst die Fundorte, liegen über die ganze Stadt und den angrenzenden Stränden verteilt. Die Polizei kann sich keinen Reim darauf machen!"

"Haben Sie sonst noch etwas entdeckt, Dr. Alvares? Etwas mit roten Edelsteinen, so wie Schmuck, Anhänger oder Ähnlichem?"

"No, Senor Kunaritschew", der Arzt schüttelte den Kopf, "keiner der Toten hatte so etwas!"

Ron Kelly hatte sich inzwischen eine Tote näher angeschaut. Das Gesicht der jungen Frau, die er auf etwa einundzwanzig Jahre schätzte, war vor entsetzen verzerrt, so als hätte sie in ihren letzten Momenten der Grauen ins Auge geblickt.

Der Abenteuer wusste nicht, wie nah er der Wahrheit gekommen war.

"Gut", riss ihn die Stimme des Russen aus seinen Gedanken. "das war es dann erst einmal, Dr.Alvares. Wenn ihnen noch etwas einfallen sollte, oder sie etwas entdecken..."

"...melde ich mich bei Ihnen!" Der Spanier nickte. "Ich bringe sie dann wieder nach oben!"

*

Dr. Pablo Montoja hatte das Zimmer wieder verlassen. X-RAY-13 befand sich nun mit der Patientin alleine im Zimmer.

Doch es war keine gewöhnliche Patientin, wie der Deutsche mit Erstaunen festgestellt hatte.

"Sie sind also Nonne, Schwester Maria Rosa?"

"Si, Senor."

Die junge Frau, die Mike Wolf auf höchsten vierundzwanzig Jahre schätze, trug Zivilkleidung und keinen Habit, wie es sonst bei Ordensfrauen üblich war.

"Sie sind also eine Schwester des Congregatio Jesu, landläufig auch als 'Englische Fräulein' bekannt." X-RAY-13 ging langsam vor. "Ich wusste gar nicht, dass es auf Palma de Mallorca einen Ordenssitz gibt!"

Die Junge Frau lächelte kurz. "Ich bin aus dem Colegio Mary Ward aus der Stadt San Sebastian."

"Und was führte Sie in die Cathedral Le Seu?" Eigentlich konnte sich Wolf die Antwort schon denken.

"Die Reliquie des Heilige Sebastian, der ja auch der Schutzheilige der Stadt ist, in der mein Kloster steht."

Der vierzigjährig Deutsche nickte verständnisvoll. "Sie hatten als vor dem Reliquienschrein gebetet."

"Ja, und ich war in Gedanken versunken, so dass ich nicht bemerkte, dass ich nur noch alleine in der Kathedrale war. Selbst der Priester, der die Spenden und Eintrittsgelder der Touristen eingesammelt hatte, war schon gegangen.

Der Eingang des Gotteshauses, war für Besucher gesperrt, da man für die heutige abendliche Messe noch alles säubern wollte."

"Wenn ich mich recht erinnere, was es vor fast vierhundertfünfizig Jahren, das der Heilige zum Schutzpatron Palmas wurde."

Schwester Maria Rosa warf einen kurzen Blick auf Wolf. Dann starrte sie wieder aus dem Fenster.

"Sie interessieren sich für Geschichte!"

"Unter anderem auch dafür. Stimmt die Legende eigentlich, das sofort nach der Ankunft der Reliquien St. Sebastians in der Stadt die Pest wie durch ein Wunder aufhörte?"

"So erzählt es die Legende, Senor Wolf. Und in jeder Legende steckt ein wahrer Kern." Die junge Frau schwieg kurz. "Hier in Palma aber erzählen sie die alten Leute, dass das Schiff des griechischen Mönches, der die Rippe des Heiligen und eine der Pfeilspitzen, die noch in seinem Körper gesteckt hatte als er zu Tode gepeitscht wurde, bei sich hatte, diese eigentlich nicht nach Mallorca bringen wollte.

Doch er hatte keine Wahl.

Sturm und gigantischen Wellen drängten sein Schiff immer wieder in den Hafen zurück. Darin sah der Mönch dann den Fingerzeig Gottes und ließ die Reliquien hier."

X-RAY-7 nickte. Er kannte diese Geschichte auch.

"Doch es geht noch weiter!" fuhr Schwester Maria Rosa erneut fort. "Eine sehr alte Frau mit langem, grauen schütterem Haar aber erzählte mir, dass der Mönch noch etwas zurückließ. Einen blutroten Edelstein, der wie eine Träne geformt war. Er nannte sie die 'Träne St. Sebastian'!"

"Die 'Träne des St. Sebastian'?" Mike Wolf wurde hellhörig. "Davon habe ich noch nie gehört, geschweige denn darüber gelesen."

"So erging es mir auch. Doch als ich die alte Frau, ihren Namen habe ich seltsamerweise vergessen, fragte, woher sie das wüsste, sah sie mich nur lächelnd an. Ihre Familie habe dieses Wissen schon seit ewigen Zeiten, war Ihre Antwort, bevor sich sich umwandte und ging. Ich habe sie seit dieser Zeit nicht mehr gesehen, obwohl diese Frau in ihrem seltsamen grauen und altertümlich wirkenden, langen, über den Boden schleifenden Gewand über all auffallen würde.

Es ist, als hätte sie der Boden verschluckt!"

"Seltsam. Und dieses Edelstein gibt es wirklich?"

"Ja, Senor!" die Vierunzwanzigjährige sah ihm nun direkt in die Augen. "Ich habe die 'Träne' selbst gesehen!"

"Wann?" Mike Wolfs Sinne schlugen plötzlich Alarm.

"Kurz bevor ich das Bewusstsein verlor, sah ich eine Gestalt vor dem Schrein. Durch das Blut, dass mir über die Augen lief, konnte ich alles nur verschwommen wahrnehmen. Doch ich sah, wie dieser Mann etwas aus dem Schrein nahm, und triumphierend in die Höhe hielt.

Einen roten Edelstein, der einer großen, blutigen Träne glich.

Aber das Entsetzlich daran war, das diese 'Träne' in einem unheimlichen Licht glühte, dass wie ein Herzschlag pulsierte.

Meinem Herzschlag!"

Mike Wolf sprang auf.

"Sie sind sich hundert Prozent sicher! Er hat die 'Träne des St. Sebastian' an sich genommen!"

"Si!" Maria Rosa sah X-RAY-13 entsetzt an. "Was haben Sie, Senor?"

"Haben Sie es schon sonst jemanden gesagt. Einem Priester, dem Bischof?" Der Vierzigjährige überging die Frage.

"Nein, außer Ihnen, hat mich noch niemand besucht, als ich wieder zu Bewusstsein kam. Warum?"

"Wenn es das ist was ich befürchte, dann sollten Sie anfangen für uns alle zu beten. Für uns, und die ganze Welt."

Gleich drauf hatte sich der Deutsche wieder im Griff.

"Gracias, Schwester Maria Rosa. Ich muss jetzt wieder gehen. Ich danke Ihnen für das Gespräch. Leben Sie wohl!"

"Ich wünsche Ihnen Gottes Segen auf allen Wegen!" antwortete die Ordensfrau zum Abschied.

"Den werden wir alle sehr nötig haben!" Wolf lächelte grimmig, dann verließ er das Zimmer.

Daher konnte er auch nicht sehen, wie sich die Gestalt der jungen Zwanzigjährigen Frau langsam verwandelte.

Nur wenige Wimpernschläge später stand eine alte Frau, mit langem, schütterem Haar und einem bodenlangen grauen Gewandt im Raum.

"Die Fäden sind gesponnen, und beginnen sich zu verweben. Es wird kommen die Zeit, in dem die Kämpfer des Lichts sich vereinen gegen die Dämonen der Finsternis. Doch wer obsiegt, das liegt selbst für mich im Dunkeln!"

Dann löste sich die alte Frau wie Nebel in der Sonne in Nichts auf.

Nur einige Minuten später öffnete sich die Tür des Krankenzimmers erneut.

Eine junge, etwa zwanzig Jahre alte Frau betrat den Raum. Man hatte ihr die Entlassungspapiere gegeben.

Schwester Maria Rosa konnte nun endlich wieder nach Hause.

Ende Teil 4

 

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