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DUNKLE TRÄNEN - Unheimlicher Thriller

LeseprobeDunkle Tränen
Unheimlicher Thriller (Leseprobe)

Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen ist purer Zufall und war nicht beabsichtigt.

Aber das Filstal sowie die erwähnten Städte gibt es wirklich. Und der Blick von der erwähnten Südmauer dessen, was auf dem Hohenstaufen noch von der einstigen Stammburg der Staufer steht, ist wirklich wunderschön.


Manchmal ging ich durch die Straßen und empfand Mitleid mit den Menschen, denen ich begegnete.
Es mag absurd klingen, aber sie taten mir Leid, weil sie nur ein einziges Leben hatten.

– Juan Carlos Onetti –

Dunkle TränenZUM LETZTEN MAL KEINE ANGST
„He, wie guckst du denn?“, fuhr sie ihn an.

  „Und? Wie guck ich?“

  Andrea schnippte die Zigarette weg, bevor ihr endgültig kotzübel werden konnte. „Na, irgendwie total abgedreht. Deine Augen waren ganz glasig, da war nichts mehr von dir drin, nur noch Leere.“

Er zuckte mit den Schultern, seine Lippen pressten sich zusammen. Ein paar Sekunden lang schien er noch schmäler zu werden als er ohnehin schon war in seinen schwarzen Klamotten. Und natürlich schwieg er. Zoran, genannt Web, gehörte nicht zu den Jungen, die viel reden. Nur ein einziges Mal hatte er ihr etwas über seine Kindheit im jugoslawischen Kroatien erzählt, nämlich, dass er dort bereits mit sechs Jahren aktiv dabei gewesen sei in der Verbrecherorganisation seiner Brüder Anton und Goran, und einen Kater namens Robs hatte. Und dass er eigentlich lieber Tom heißen würde.

  Bevor die Stille unangenehm werden konnte, beugten sie sich plötzlich gleichzeitig vor, lehnten die Stirn gegen das Brückengeländer, vor dem sie saßen, und schauten hinab auf ihre nackten Zehen. Bleich wie Alien-Würmer schimmerten sie über dem grün-schwarzen Wasser der Krumm.

  „Vielleicht“, sagte Web schließlich doch noch - leise, mit einer ganz eigenartigen, widerstrebenden Stimme, als wolle er in Wirklichkeit eigentlich lieber nichts sagen, „hab ich ja darüber nachgedacht, wie das ist, wenn man jemanden umbringt vor lauter Hass.“

Ein Intercity brauste hinter ihnen vorbei, keine Armlänge entfernt. Die Stahlkonstruktion der Brücke vibrierte, kurz roch es intensiv nach glühend heißem Rost. Presswind traf sie beide wie ein Schlag im Genick, er riss Webs Worte, den Duft von Sonnenwärme und Gras mit sich fort. Andrea wusste nicht, was sie darauf sagen sollte, vielleicht, weil sie genau wusste, auf wen er anspielte. Frau Kleska und die anderen Lehrer, die ihm das Leben zur Hölle machten. Die ihn einen Dealer nannten, einen Verbrecher. Und die bis dahin doch immer ihre Lieblingslehrer gewesen waren.

Plötzlich wurde ihr kalt. Sie zappelte nicht mehr länger mit ihren Zehen, sondern starrte auf die Brennnesseln und das Gestrüpp tief unten, am Ufer, auf das große, gesplitterte Abflussrohr, in das sie vor ein paar Jahren aus purer Neugier hineingekrochen war und aus dem nun eine schwarzgrüne ölige Brühe sickerte; sie starrte auf die grünen Algen, die sich in der Strömung der Krumm schlängelten, erinnerte sich daran, wie sie beide vor zwei Jahren noch, sie gerade acht, er gerade zehn geworden, dort unten im seichten, schattigen Wasser am Ufer entlang gestakst waren wie Störche, und sich als Entdecker fühlten. Hundertfünfzig Meter hinter sich die Insel voller Brennnesseln und himmelhoher Kastanienbäume, um die sich die Krumm teilte, dreihundert Meter vor sich, der Krumm folgend, die Fils, der östliche Nebenfluss des Neckars. Und im Kopf tausend Warnungen der Eltern, bloß nicht dorthin zu gehen und dort zu spielen. Und dabei möglicherweise zu ertrinken.

Web und sie waren Freunde, solange sie denken konnte. Und seit ein paar Tagen hatte sie begriffen, dass er für sie noch mehr war; so viel mehr.

  Sie warf ihm einen raschen Seitenblick zu und er vermied es, ihn zu erwidern; er spähte geradeaus in südliche Richtung. Dort, von der Brücke an gerechnet, keine sechzig Meter entfernt, hinter tiefhängenden Astwedeln unsichtbar, ergoss sich die Krumm durch eine Betonröhre aus ihrem an vielen Stellen geborstenen uralten, moosbewachsenen Betonkanalbett in die Fils.

  Kraftvoll stieß sich ein Reiher aus der Strömung hoch und schwebte als grauer Schemen lautlos übers niedrige Wasser ins Dämmrige davon.

  „Ich geh dann mal“, sagte Andrea, zog aber nur die Beine hoch, umschlang sie mit beiden Armen und blieb doch sitzen.

Web räuspert sich und redete weiter, als habe er nicht minutenlang geschwiegen: „… oder wie das ist, wenn man selber tot ist. Jede Menge Blut, verspritzte Gedärme und Sendeschluss. Du pinkelst dich nochmal an und bist einfach weg, Sendeschluss, aus, fertig.“

Bevor Andrea jedoch Angst um ihn bekommen konnte, schob er sich die langen, schwarzen Haare hinters Ohr und lächelte sie an, so offen und unverschämt wie immer, wenn er sie zum Lachen bringen wollte. Wie immer, wenn er wollte, dass sie alle ihre Sorgen und Probleme vergaß, sogar ihren Talisman, die Rasierklinge.

Hey, alles nur Spaß, signalisierte dieses Lächeln.

Und möglicherweise stimmte das ja tatsächlich.

Möglicherweise aber auch nicht.

Bei Web konnte man das nie wissen. Dass man sich zum ersten Mal ausgerechnet in so einen verknallt, dachte sie ganz unvermittelt. Ich meine, hallo, wie krass ist das denn?

Alle hatten sie genau davor gewarnt: Pass bloß auf! Nicht einer in Webs Familie tickt normal, das sind alles Kriminelle und Außenseiter, und ihn hassen die Lehrer ganz besonders. Weil er vor nichts und niemand Angst hat. Oder jedenfalls so tut.

Später, viel später, wird sie oft an sein Lächeln denken. An diesen einen magischen, unheimlichen Moment auf der Brücke, in dem sie noch ganz jäh wahnsinnige Angst um jemanden empfinden konnte.

***

Dass sie schon länger von wechselnden Personen – zwei Männern, einer Frau - beobachtet wurden, dass in diesem Moment längst schon ein ungeheuerlicher Plan ausgeheckt, dass alles sorgfältig vorbereitet worden war … Dass sie eigentlich um sich selbst wahnsinnige Angst hätten empfinden müssen – niemals wäre ihnen das in den Sinn gekommen. Keinem von ihnen wäre das in den Sinn gekommen.

Wie denn auch? Sie waren doch noch Kinder. Und verliebt. Und mit einer nach ihrem Empfinden bestenfalls seltsamen Umwelt und jeder Menge verrücktspielender Hormone beschäftigt.

Trotzdem … Wie lange hatte sie sich und ihm genau das nicht verzeihen können? Die Unachtamkeit. Ihr hättet die Nähe dieser beiden Männer und der Frau doch spüren müssen, ihr hättet aufmerksamer sein müssen! Wie lange hatte sie sich das anhören müssen? Von einer Kinderstimme, die direkt aus der feuchten Dunkelheit heraus entstand. Einer Kinderstimme, die ihr fremd vorkam und doch so vertraut war … und so böse. So verdammt zornig.

Diese Stimme raunte und raunte, bis Andrea eines Tages aufgewacht war und Web gehasst hatte. Bis sie das Gefühl hatte, schwarze Tränen zu weinen. Bis es ihr gleichgültig war, ob die Männer und die Frau das Versteck noch einmal aufsuchten und ihre Spielchen mit ihr spielten, oder sie einfach vergaßen und verdursten und erhungern ließen.

FURIE
Drei Jahre später
In den letzten paar Minuten, bevor sie zum ersten Mal in ihrem Leben erschossen wurde, war sie noch eisern entschlossen gewesen, sich nicht provozieren zu lassen.

Runterzukommen. In der Pause vorhin hatte sie mit ein paar Freundinnen zwar aus purer Langeweile in der Mädchentoilette draußen ein bisschen Gras geraucht, und ihr war schwindelig, aber so abseitig drauf war sie auf gar keinen Fall, dass sie nicht mehr hätte denken können. Dachte sie zumindest. Andrea schwitzte, obwohl ihr kalt war. Leicht schwankend stand sie vorn bei Frau Kleska an der Tafel, und das definitiv nicht freiwillig. Früher mal, vor Web, war Frau Kleska ihre Lieblingslehrerin gewesen. Aber dann musste sie irgendwo Web mit ihr gesehen haben, und dass er sie umarmt hatte. Am nächsten Tag war sie von ihr zur Rede gestellt worden.

In der Mädchentoilette. Hysterisch. Als wäre sie irgendwie nicht mehr ganz sie selbst, oder … sogar eifersüchtig. Und danach hatte sich alles verändert. War feindselig und scheißunglaublich pervers geworden. Alles.

Auch jetzt stand Frau Kleska kurz davor, völlig auszurasten. Sie hielt sie mit beiden Händen grob an den Schultern gepackt, schüttelte sie und schrie ihr dabei ins Gesicht – laut und schnell und verletzend wie eine Maschinenpistole. Überhaupt nicht mehr vornehm ausformuliert, wie sonst.

„Du kleine stinkende Schlampe, dass du es wagst, mir in meiner Klasse so unter die Augen zu treten! Mit diesen engen Drogenklamotten und den Ketten und mit diesen Totenkopfringen … wie eine Drogensüchtige! Und wie du stinkst! Pfui Teufel! Du hast auf der Toilette geraucht! Gib`s zu! Ja? Nein! Und dieses Piercing in der Nase! Warum kein größerer Ring, damit man dich wie einen Ochsen auf dem Viehmarkt rumführen kann? Muuuh! Dreizehn bist du, gerade mal dreizehn, Herrgott! Gefällt das deiner Polizistenmutti, wenn du so rumläufst? Mit so einem lächerlichen Ochsenring in der Nase und den roten Haaren -!“

„Äh … Meine Mam ist kein kastriertes männliches Rind …“

„Was?“

„Ochsenring … Sie haben Ochsenring gesagt. Ein Ochse ist ein kastriertes männliches Rind. Meine Mam ist zwar bei den Bullen, aber sie ist eine Frau. Verstehen Sie?“, vergewisserte sie sich ganz langsam und betont, weil ihr das deutliche Reden noch ein bisschen schwerfiel. Sie fand, es klang richtig, so, wie sie es sagte. Verschwörerisch. Nicht unfreundlich.

Unfreundlich wäre nicht gut gewesen.

Unfreundlich wäre eher gefährlich gewesen, solange Frau Kleska in diesem Zustand war.

„Ach, tatsächlich!“, flüsterte Frau Kleska. „Und du meinst, deine Mam kennt diesen Unterschied? Und ich? Ich kenne den nicht? Ich kenne ihn nicht, den Unterschied zwischen Ochs` und Kuh, oder dass du ein kleines Mädchen bist, das gerade seine Zukunft, seine Intelligenz und alles, auf den Müll wirft, oder was?“

„Sie hat auch ein Piercing, meine Mam“, flüsterte Andrea zurück. „Auch einen kleinen Ring, bloß eben nicht im Nasenflügel sondern in der linken Brustwarze. Man nennt es Mode.“

„Mode! Ein Ring in der Brustwarze! Ja? Dass ich nicht lache!“ Frau Kleska lachte hysterisch auf. „Und wer nennt das Mode? Dein Yugo-Gigolo-Typ? Dein persönlicher Dealer? Dieser langhaarige Schmuddelkerl in seinem verlausten SS-Ledermantel, den Zivilpolizisten ständig vom Schulhof wegschleifen – weil er euch kleinen Hosenscheißern wieder mal schöne Augen macht und Joints und ein bisschen Heroin verticken will? So nennt man es doch? Ja? Nein! Verticken? Glaubst du, ich bin blöd? Oder dass ich nicht mehr richtig ticke? Los! Streck deine Arme aus, ich will sie sehen!“

Aber so genau Frau Kleska die Armbeugen auch inspizierte, Wundmale gab es dort nicht zu entdecken. Jedenfalls keine, die von Spritzen herrühren.

Trotzdem prallte die durchgeknallte Frau Kleska geschockt zurück und stöhnte auf: „Huh?“ Sie stierte die beiden neuesten Schnitte an. Den gelblichroten Wundschorf, der sich über Nacht darauf gebildet hatte.

Ihre Wimpern flatterten verdutzt. Wieder stieß sie ein Lachen aus: „Wer war das? Wer hat dich geschnitten? Du selber? Aber halt, interessiert mich das heute noch? Ja? Nein! Kindchen, es ist Freitag, drauf geschissen auf dich und alle Klugscheißer dieser Welt! Du und deine Mutti, ihr findet Gossen-Typen und Gossen-Dreckszeug in den Brustwarzen gut? Ja? Kein Problem, ich sorge dafür, dass du auf jeden Fall in der Gosse landest! Dass du verhäckselt wirst vom Leben!“

Verhäckselt, dachte Andrea, immer noch ein bisschen langsam und irgendwie fassungslos. Was für ein Wort. Dabei hatte sie insgesamt eigentlich gar nicht richtig zugehört.

Sie konnte das, auch ohne Gras. Sich wegzappen.

Erst recht, wenn sie spürte, am liebsten würde ihr Gegenüber ihr nicht nur Wörter entgegen schleudern, sondern im Takt dazu auch noch auf sie einschlagen, überallhin, aber vor allem ins Gesicht, blindwütig. Und, hallo, genau das wollte Frau Kleska, ihre Ex-Lieblingslehrerin, mehr als alles andere, sie strahlte es geradezu aus, dass sie das wollte. In ihren weit aufgerissenen Augen flackerte es, die Botschaft war klar. Na los! Gib mir nur noch einen einzigen, allerletzten Anlass!

Zwei Aliens, ein Kommunikations-Super-GAU.

***

Dummerweise, nein: gefährlicherweise fingen hinter Andrea jetzt die ersten an zu kichern und zu tuscheln. Hey, cool, unsere gute, abgedrehte Frau Kleska und der Klassen-Punk! Der Rest der Stunde – geschenkt.

Keiner allerdings dachte an was Böses, warum auch? Die schmale, kindhafte, armselige Lehrerin Frau Kleska, das Nervenbündel, die wandelnde menschliche Apotheke. Mit der sind solche abgedrehten Schwafelorgien doch Alltag, vor allem freitags.

Irgendwann warf irgendjemand eine Hand voll Papierkügelchen nach vorn. Es sah plötzlich aus als würde es schneien.

Eins der Kügelchen traf Frau Kleska im Gesicht und …

Plötzlich ist Schluss mit Alltag. Mitten im Wort verstummt die gute Frau Kleska empört, nach Atem ringend. Dann passiert alles gleichzeitig und wie in eine einzige Mikrosekunde komprimiert.

Frau Kleska schlägt zu.

Scheißunglaublich, aber sie schlägt wirklich zu! Die Wangen ihres hektisch geröteten Gesichts blähen sich dabei zuckend auf; es sieht aus, als würden direkt unter der Haut Sprengladungen zünden, eine nach der anderen.

Ihre Lippen formen noch immer Worte, aber zu hören ist nur ein tierhaftes Heulen. Ihr Atem stinkt grässlich nach halb verdauten Tabletten und Kölnisch Wasser. Ihre schmale, knochige Hand ist ganz schattenhafte Bewegung, eine tollwütige, blitzschnell zuckende Klaue.

Die Andrea die Nase zertrümmert.

Und ihr, irgendwie, auch noch den kleinen silbernen Piercing-Ring aus dem linken Nasenflügel fetzt.

Haut und Fleisch reißen mit einem fürchterlichen Geräusch.

Blut spritzt in einem weiten Halbkreis durch die Luft; ein länglicher Spritzer landet auf der weißen Rüschenbluse der Lehrerin. Was diese noch wütender macht. Andrea kann nicht mehr denken, in ihrem Kopf ist, ausgehend von ihrer Nase, nur noch eine Druckwelle aus purem Schmerz - und weißes Lodern, Taumeln, Alarm. Sie ist immer noch benommen, trotzdem will sie nichts wie weg von dieser Furie. Aber das geht nicht, schlimmer noch: Frau Kleska zerrt sie mit einer Kraft, die ihr niemand jemals zugetraut hätte, herum und zurück, presst sie an sich, als wolle sie sie superdramatisch auf den Mund küssen und zischelt ihr hasserfüllt ins Ohr. „Schau mich an, wenn ich mit dir rede, duuu!“

Ein Luftzug, hinter Andrea. Eisig. Ein Hauch, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Unheimlich behutsam wird die Tür des Klassenzimmers geöffnet. Jemand kommt herein, Andrea spürt es. Spürt es mit jeder Faser.

„Hallo Leute, hey Frau Kleska – na, fleißig beim Erziehen?“

Webs Stimme. Unter Hunderten hätte Andrea sie erkannt.

Allerdings - was er sagt, klingt nur vordergründig gemütlich. Hört man genauer hin, bemerkt man den seltsamen Unterton. Fast so etwas wie Trauer.

Aber Zeit, genauer hinzuhören, bleibt eigentlich niemand mehr in der Klasse. Ist auch nicht nötig. Alle haben kapiert, dass sie heute tatsächlich etwas für`s Leben lernen werden, nämlich, grob zusammengefasst: Mach kaputt, was dich kaputt macht. Versuch es wenigstens.

Staunen, Begreifen, erste Schreie voller Angst. „Aufpassen, der hat eine …“ Was? Das Wort vergeht im Tumult zurückgestoßener Stühle, eines umstürzenden Tisches. Tausend Bewegungen gleichzeitig. Hastige Schritte, Gedränge, Stoßen, Schubsen, hektisches Atmen.

Andrea wehrt sich, sie zappelt und windet sich in Frau Kleskas Griff. Aneinander gepresst schwenken sie herum, erwachsene Frau und Mädchen, zwei Körper, ein zuckendes Albtraumwesen. Andrea sieht ein Mäppchen mit Buntstiften scheinbar schwerelos in der Luft hängen, wie festgefroren. Dann fällt es doch noch runter.

Jetzt kann Andrea Web sehen, wie doppelt belichtet, ein Geist mit rübenroten Haaren, der zügig auf sie und Frau Kleska zu schwebt, wie durch Hitze über einer in der Sonne brütenden Straße, mit einem klobigen schwarzen Ding in der Hand.

Es ist zum Durchdrehen, aber Andrea will und will im Moment einfach nicht einfallen, wie das Scheißding heißt oder wozu es gut sein soll.

***

Sie fühlt sich wie weggezappt. Auf den Hohenstaufen. Dort oben, auf dem vulkanartig aussehenden Hausberg der Göppinger, fast 700 Meter hoch, wäre sie jetzt wirklich gern; im Schneidersitz auf der meterdicken Südmauer der Burgruine sitzen, eine Flasche eiskaltes Cola in der Hand, Sonnenwärme im Gesicht.

Sie kann das, sie kann sich wegträumen, sie kann an unwichtigen Kram denken und darüber dann schlagartig das Wichtige wissen. Das, was möglicherweise über Leben oder Tod entscheidet. Vor tausend Jahren war die Stammburg der Staufer erbaut worden, und seit der Zerstörung 1525 im Bauernkrieg fast so kaputt wie sie sich fühlt, eine Ansammlung trutziger Mauerteile, mehr nicht.

Andrea kann die uralten, meterbreiten Steinquader unter sich riechen und die Grillen zirpen hören, das Rauschen des Windes in den uralten Bäumen. Es ist ein verwunschener Ort, zumindest wochentags.

Der Himmel ist zum Greifen nah und das Filstal, vor ihr, tief unten, im Dunst, trotz aller Industriewucherungen wunderschön. Die Fils, die Bahnlinie Stuttgart-Ulm, das Aderwerk der Straßen, die großen Städte Göppingen und Eislingen und, darum gruppiert, wie Planeten, die auf ihren Umlaufbahnen verharren, die kleineren Ortschaften, viel Wald, ein Fleckenteppich aus Wiesen und Feldern. Rund fünfundzwanzig Kilometer weit entfernt, im Osten, in die dunkel bewaldeten Klippen des Albaufstiegs eingebettet: Geislingen an der Steige. Weit hinter Göppingen im Süden - die verschieden hohen, blaugraugrün abgestuften Kammlinien des Vorlands der Schwäbischen Alb. Im Westen, fünfzig Kilometer Luftlinie entfernt vom Hohenstaufen, die wabernde, abends tiefrote und orangefarbene Smog-Aura über dem Stuttgarter Kessel. Davor, in südwestlicher Richtung, beherrschend, der wuchtige graue Betonklotz des Göppinger Alb-Fils-Klinikums. Eine stete Warnung, dass das Leben nicht endlos ist, allerdings eine, die von der Schönheit des Landes sofort wieder vergessen gemacht wird. Ab und zu ein Flugzeug im Landeanflug auf den Manfred Rommel-Flughafen der Landeshauptstadt.

Alles ist ganz winzig und still, wenn man auf dieser Burgmauer sitzt. Im Spätsommer der Heuduft, der Rauch von Kartoffelfeuern in der Luft, abends das Läuten ferner Kirchenglocken. Andrea liebt diese Gegend, es tut ihr gut, wenn sie sich als Teil dieser kleinen Welt sieht.

***

Und dann denkt sie plötzlich: Web, du verrückter Kerl. Rübenrote Haare, wie ein Clown.

Und dann weiß sie plötzlich das Wichtige wieder.

Revolver.

Deshalb haben alle Angst vor Web, deshalb stürzen alle in wilder Flucht hierhin und dorthin.

Deshalb lacht keiner mehr.

Revolver. Andrea starrt Web entgegen, vielleicht schreit auch sie, als endlich auch sie zu ahnen beginnt, was genau er da in der Hand hält. „Aufpassen, der hat eine Waffe …!“

Genau. Das hatte Emmy vorhin geschrien, und damit sind Andreas Gedanken endgültig zurück vom Hohenstaufen, zurück aus der Sonne.

Zurück im November und in der Schule.

Und im Terror.

Mit einem verzweifelten Ruck reißt sie sich los und lässt sich einfach zu Boden fallen.

Darauf hat Web nur gewartet, Web, der statt Zoran so gerne Tom heißen würde. Ihr will er nichts tun, ihr doch nicht. Vielleicht nenne ich ihn in Zukunft so. Tom. Denkt sie noch.

Dass er schießt, bekommt Andrea aus den Augenwinkeln mit, aufgefächert, wie in zwei Blitzlichtaufnahmen. Eine für jeden Schuss, den er abfeuert. Auf Frau Kleska abfeuert, die linke Hand vorgereckt, wie auf dem Schießstand, weil das hier eigentlich nur Frau Kleska und ihn betrifft. Eigentlich. Genau so, wie er das schon damals, auf der Brücke über der Krumm angedeutet hatte.

Außer Gefahr ist Andrea trotzdem nicht – denn leider hat sie sich eben nicht losreißen können.

Das war nur panisches Wunschdenken.

Und jetzt, schlagartig, ist ihr Kopf klar, ganz klar, als hätte jemand die Benommenheit und alles abgeschaltet, einfach so.

Frau Kleska hält sie eisern an sich gepresst und benutzt sie als Schutzschild – hysterisch keuchend. „Du kleine Rotzgöre, du Fotze, wenn du glaubst, der könnte mir Angst einja-“

Ein entsetzlich harter Schlag, oben, an Andreas Stirn/Haaransatz.

Ihr Kopf wird nach hinten geschmettert, mitten in der Überlegung, dass Web noch nie so wie Frau Kleska mit ihr geredet hat. Niemals. Ihr Hinterkopf kracht in Frau Kleskas Gesicht - deren rechtes Auge zerplatzt unter der Wucht des Aufpralls zu blutigem Schleim; das weiß Andrea, weiß sie einfach, sehen oder hören kann sie es nicht.

Im nächsten Moment ist alles weg, einfach weg.

Es gibt keinen Tumult mehr, überhaupt kein Geräusch mehr, keine Gedanken, auch keine Farben. Es gibt nicht einmal mehr eine Abwesenheit von Farbe.

„ICH WEIß, WO DU WOHNST“
Sie hatten ihn noch nicht erwischt, noch nicht. Hatten ihn nicht als Amokläufer erschossen und schon gar nicht einkassiert. Er war aus der Schule rausgekommen, noch bevor die ersten Bullen eintrafen und wie die Irren mit ihren Megafonen herumbrüllten.

In greller Panik war Web auf dem Hosenboden den Abhang zur Krumm runtergerutscht, die sich von Nordosten nach Südwesten durch Eislingen-Nord schlängelte. Aber erst, als er unten durch die dünne Eisfläche brach, die sich entlang der Ufer wie Schorf auf einer Wunde bildete, und im kalten Wasser landete, begann er zu ahnen, was genau passiert war in der letzten halben Stunde.

Andrea. Die Blutspritzer um ihren Schädel, wie ein krasser Heiligenschein. Er hatte kotzen müssen, bis er das Gefühl hatte, dass es ihn gar nicht mehr gab, genau so, wie es nun wohl auch Andrea nicht mehr gab. Schreiend und fluchend hatte er sich die karottenrote Perücke vom Kopf gerissen, sie unter sein Kapuzenshirt gestopft und zugesehen, wie das Wasser vor ihm, unter ihm, bleiche Scherben aus Eis mit sich riss.

Und sein Leben.

Zitternd und fiebrig zugleich hatte er das Skateboard aus dem Versteck in dem hohlen Baum geholt … und ständig Polizeisirenen zu hören geglaubt. Den Revolver, den er seinem Verbrecher-Bruder Goran gestohlen hatte, schob er in den hölzernen, mit Plastik ausgekleideten Kasten, den er unter das Board montiert hatte. Andreas Board. Sie hatte es ihm geschenkt. Damals, nachdem sie ihn im Bus Zeckensammler genannt und mit ihm geflohen war. Und er kapiert hatte, dass sie, anders als er, vor gar nichts und niemandem Angst hatte.

Später wusste er nicht mehr, wie lange er dort im Wasser gestanden war, vornüber gekrümmt. Voller Erinnerungen und Tränen, die noch nicht rauswollten aus ihm. Aber irgendwann begriff er, dass man sein Schreien und Fluchen gehört haben könnte und ihn aus den kastenartigen Häusern oben am Ufer möglicherweise schon beobachtete und so hatte er, als er wieder einen Gedanken fassen konnte, sich in Bewegung gesetzt, erst langsam, dann immer schneller. Bis er wie von Sinnen rannte – immer im Wasser, falls die Bullen Hunde bei sich führten. Er war gerannt wie damals, in Kroatien. Nachdem die Serben seinen ältesten Bruder Anton abgeknallt hatten, weil die Bandenchefs, ein Kroate, ein Serbe und ein Albaner, meinten, es sei ohnehin nur noch eine Frage der Zeit, bis der richtige Bürgerkrieg ausbrach in diesem Scheiß Vielvölkerstaat.

Ein paar hundert Meter vor der Haltestelle Göppinger Straße/In den Weingärten hatte er das Gefühl, sämtliche eingebildeten oder möglichen Verfolger abgehängt zu haben. Wer achtet schon auf einen schmächtigen Fünfzehnjährigen mit einem Skateboard unterm Arm? Antwort: jeder, der genau genug hinschaut und bemerkt, dass dieser Typ klatschnass ist. Und das bei diesem Scheißwetter, Anfang November.

Schwer atmend stand er unter der Brücke im Wasser, horchte noch ein paar Minuten lang und erwartete, jeden Moment am steinigen Grund festzufrieren. Tränen in den Augen. Wann hatte er das letzte Mal geweint? Über sich hörte er das Brausen des Verkehrs. Alles ganz normal. Keine Autokolonne der Bereitschaftspolizei, die in die kurze, geschotterte Krummstraße abbog, obwohl die eine Einbahnstraße ist. Keine Wagentüren, die aufgeschoben werden. Niemand, der ausstieg und nach ihm suchte. Keine hechelnden Suchhunde. Oder?

Das Gefühl der Bedrohung zersetzte sich nicht, im Gegenteil, es verdichtete sich noch. Aber er wollte nicht mehr daran denken, was heute in den frühen Morgenstunden geschehen war, jedenfalls nicht jetzt, weil es keine guten Gedanken waren und er ungute Gedanken momentan nicht denken durfte. Weil er sonst vermutlich für immer erstarrte.

Frierend kämpfte er sich, seiner nassen Sohlen wegen immer wieder abrutschend und fluchend, die Uferböschung mit dem raschelnden Wintergras hoch.

Keine Polizei, wirklich nicht! Oben angekommen, nahm er Anlauf und sprang auf das Board auf. Kurz das Gefühl, frei durchatmen, allem davonfahren, allem entkommen zu können. Aber das war nichts Echtes, er wusste es.

Das Skateboard unter sich, zischte er im einsetzenden, waagrecht heran wirbelnden Regen nach Göppingen, trieb sich im alten Friedhof bei der Oberhofenkirche herum, deren Grundstein schon 1436 gelegt worden war, damals noch außerhalb der Stadtmauern, schüttelte den Kopf über sich selbst, weil er sich Andreas verpeilte Art, sich abzulenken zu eigen machte und lauter Kram dachte, der unwichtig war – zumindest in der momentanen Situation.

Weiter, hier kannst du nicht bleiben, trieb er sich an, mit einer schrillen Stimme, die er noch nie in seinem Kopf gehört hatte. Er fuhr hoch, zum Barbarossa-See an der Nördlichen Ringstraße und war froh, keiner Menschenseele zu begegnen.

Anders als die Krumm war der kleine See zugefroren; einige jämmerliche Schilfhalme ragten aus dem Eis – wie Zuckerwatte an zu dicken Stängeln. Es war kalt, in Web drin war es sogar noch kälter als um ihn herum. Noch immer konnte er keinen richtig klaren Gedanken fassen. Doch er hatte seinen Bewegungsrhythmus gefunden und fuhr weiterhin viel zu schnell. Jetzt den langen, miserabel geteerten Weg durch die geisterhaft bleichen, erstarrten Felder hoch zum Stadtwald.

Atemlos. Nur einen einzigen Gedanken an Andrea im Kopf, in der Seele: Es tut mir Leid. Und eine Milliarde Gedanken an die Lehrerin Frau Kleska, die gute, durchgeknallte Frau Kleska:

Ich kenne die Zukunft, weil ich weiß, wo du wohnst. Wohin du zurückkommst, wenn Du verarztet und vernommen worden bist. Ich weiß, wo du dich verbarrikadieren wirst. Ich kenne dein Haus in Hohenstaufen, dort oben am Berghang. Dem Himmel so nah. Oder der Hölle … sobald ich in dein Haus reinkomme.

Und er würde in ihr Haus reinkommen.

Es tat gut, einen Plan zu haben, einem inneren Wegweiser folgen zu können in all der Panik und dem Grauen, die in ihm herrschten. Inmitten dieser frostigen Kälte.

Bisher hatte er sich wie ein Kieselstein gefühlt, den ein Kind über eine Wasserfläche geworfen hatte; der ein paar Mal weitergesprungen war und dann endlos in eisigen dunklen Tiefen versank.

Später
Seine rechte Hand hatte sich irgendwo oberhalb seines Kopfes, außerhalb seines Gesichtsfeldes, am Boden verhakt. Sie hing fest, und je energischer er versuchte, sie frei zu bekommen, desto lauter schrie er, nein: KREISCHTE er vor Schmerzen … und wusste erst danach, dass er es war, der dieses Kreischen ausstieß.

Dann das nächste Detail:

Seine Kehle war eine einzige brennende Wunde, als hätte man ihm Chips mit Kloreiniger eingeflößt. Die Innenseiten seiner Wangen waren blutig gebissen. Er konnte nicht mehr richtig atmen. Wie damals, in Jugoslawien, als ihm von den Serben zur Strafe die Rippen gebrochen worden waren, weil er nach Antons Tod begonnen hatte, die falschen Fragen zu stellen.

Schlagartig fror er trotz der Hitze in der Wohnung so sehr, dass er am ganzen Körper zitterte. Trotzdem versuchte Web wieder, sich aufzurichten. Behutsamer diesmal. Die Luft angehalten. Immer wieder innehaltend. Lauschend.

Er meinte ein zweites Atmen zu hören. Hinter sich.

Seine rechte Hand hing immer noch am Boden fest.

Seine rechte Hand tat so unglaublich wahnsinnig weh, dass er am liebsten sofort wieder losgeschrien hätte. Aber er schrie nicht wieder los.

Weil er instinktiv ahnte, dass er damit jemandem mitteilen würde, dass er wieder aufgewacht … nein: wieder zu sich gekommen war. Jemandem, dessen Namen er kannte. Aber nicht einmal in Gedanken aussprechen wollte, vor Angst.

***

In diesen Momenten – in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort als Andrea - lernte Web sie kennen, die wirkliche Hölle. Schlagartig wusste er, auch wenn er den Namen, ihren Namen nicht einmal in Gedanken auszusprechen gewagt hatte - die Drecksperson ist schon da.

Geduldig hatte sie gewartet, bis er aufwachte. Bereit.

Web spürte es im gleichen Moment; er wusste: dieses zweite Atmen hinter mir, das war keine Einbildung. Verrückterweise musste er gleichzeitig an fettiges, aber köstliches mexikanisches Essen denken. Sein Gehirn flippte aus. Aber erst in diesem Zustand nahm er wahr, ganz sachlich: Es ist nicht dunkel in der Wohnung.

Eine altmodische Kerosin-Laterne stand etwa fünf Meter entfernt am Boden und verschleuderte violett geränderte Lichtzungen über den Boden, die Wände, die Decke; Lichtzungen, die sich schließlich zwischen den altmodischen 70er Jahre-Wohnzimmermöbeln, die er von hier aus sehen konnte, dem Müll, den Kartons und den prall gefüllten und nach Verwesung stinkenden Müllsäcken in den Schatten in den ferneren Teilen der Wohnung verloren.

Nicht weit von seinen angewinkelten Beinen entfernt lag das Skateboard. Andreas Board. Mit dem Revolver. Gorans Revolver.

Mit dieser Entdeckung kamen noch mehr Angst und Aufregung.

Plötzlich schmerzte auch sein Herz, als werde es mit Gewalt am Weiterschlagen gehindert. Aber dieser Schmerz erreichte ihn nur wie durch Watte. Weil sich da plötzlich auch mit einem wilden Ruck jähe Hoffnung regte. Wirklich nicht weit entfernt.

Noch während Web dies dachte und alles registrierte, nässte er sich ein. Die Schmerzen, diese Wahnsinnsschmerzen in seiner rechten Hand! Warum? Muss es wissen! Keuchend wälzte er sich halb herum, verdrehte sich auf normalerweise unmögliche Art und Weise, verrenkte sich fast das Genick … starrte hin, schaffte es endlich mit ungeheurer Willensanstrengung, in Richtung seiner rechten Hand zu spähen.

Ganz bewusst hinzusehen.

Denn sein Verstand weigerte sich, nicht zum ersten Mal, zu verarbeiten, was die Augen längst wahrnahmen.

Blutmatsch.

Zerschmettertes Fleisch.

Knochensplitter.

Tausend Gedanken und Erinnerungsfetzen wimmelten durch Webs Kopf, nichts stimmte mehr.

Seine rechte Hand … Das, was von seiner rechten Hand noch übrig war - hatte jemand mit einem sehr, sehr langen Zimmermannsnagel am Boden festgenagelt.

Martin BareschMartin Baresch ...
....schreibt Thriller (auch Drehbücher) und unheimlich-phantastische Romane für Erwachsene und Jugendliche. Unter seinem Geburtsnamen Martin Eisele veröffentlichte er die Bestseller-Fantasyserie „Camelon“ sowie alle Bücher zu den frühen Kinoerfolgen von Roland Emmerich; außerdem war er an der Entwicklung des Kinofilms „Nekropol“ beteiligt – der später unter dem Titel „Stargate“ zum Welterfolg wurde. Ab 1999 wurden seine Tatort-Bücher „Bluthunde“ und „Lena Odenthal – die Neue“ (unter dem Pseudonym Emma Haug) große Erfolge. Von 1978 bis 2010 war Baresch/Eisele auch als Buchübersetzer tätig, u.a. für dtv, Luchterhand, Goldmann, Moewig und Bastei-Lübbe übertrug er rund 100 Romane ins Deutsche, darunter Bestsellerautoren wie Eric Van Lustbader, James Herbert, Marion Zimmer-Bradley, Jo Clayton, Karl Edward Wagner. Der von ihm betreute Nancy Farmer-Roman „Das Skorpionenhaus“, im Hardcover bei Loewe, als Taschenbuch bei Fischer, wurde mit dem Literaturpreis „Buxtehuder Bulle“ ausgezeichnet.

"Nebenberuflich" veröffentlicht er bei red.sign-media.de und thrillkult-media.de E-Books


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thrillkult-media veröffentlicht eine E-Book-Edition, die Martin Bareschs besten Print-Spannungsromane sowie original fürs E-Book geschriebene neue Romane und Novellen versammelt.
Dunkle Tränen ist ein solches E-Book-Original – berührend, verstörend, perfide, spannend. Ein Höllenlabyrinth aus Worten. Die genau richtige Dosis „Thrill to go!”, wie ein guter, starker Espresso.
   

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Copyright © 2015 Martin Baresch
E-Book-Original.
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Kommentare  

#1 Torsten 2015-11-07 23:19
Das ist die erste Leseprobe, die mich nicht nur so faszinierte, das ich sie bis zum Ende gelesen habe, sondern die mich auch dazu brachte, mir das Buch im Anschluss zu kaufen. Und ich bin nicht enttäuscht worden!
Es schwer zu diesem Roman etwas zu sagen ohne zu spoilern. Mich hat selten eine so vordergründig einfache (wenn auch nicht unbedingt linear erzählte Geschichte) so sehr zum Überlegen gebracht.
Martin Baresch hat bei mir etwas geschafft hat, das ich leider nur selten erlebe: Zuerst liest man eine nette Geschichte, die dann plötzlich zu etwas wird, das einen auch nach dem Ende des Buches nicht mehr loslässt. Tatsächlich habe ich das Buch nach dem Ende ein zweites Mal quer gelesen. Das haben bei mir bisher erst sehr viel längere Bücher geschafft. Vordergründig wird ein Thriller erzählt, aber wenn man die verwendeten, sprachlichen Stilmittel wirken lässt, kommt einem plötzlich der Gedanke, das der Autor das Prinzip des "unreliable narrators" verwendet. Und dann fängt man an jedes Wort zu analysieren, um weitere Hinweise zu finden,,,
Es ist herrlich einen Autor zu entdecken, den man nicht kennt und der schon länger im Geschäft ist. Ich habe jetzt mir "Die Stille vor dem Sterben" gekauft und freue mich jetzt schon auf die darin enthaltenen Geschichten...

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