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SAGA 5: Fritz Leiber - Zwei Halunken im Nirgendwann

S.A.G.A.S.A.G.A. Folge 5:
Fritz Leiber - Zwei Halunken im Nirgendwann

Die amerikanischen Fantasy-Autoren Lin Carter, L. Sprague de Camp und John Jakes gründeten in den 1960er Jahren eine lockere Autorenvereinigung unter dem Namen „Swordsmen and Sorcerers' Guild of America“ (SAGA). Als weitere Mitglieder kamen bald Poul Anderson, Fritz Leiber, Michael Moorcock, Andre Norton und Jack Vance dazu. Die auf Deutsch erschienenen Fantasywerke dieser Autorengruppe werden in der vorliegenden Artikelserie vorgestellt.

S.A.G.A.Fritz Leiber (1910- 1992) war ohne Zweifel eine der schillerndsten Figuren der amerikanischen SF- und Fantasy-Szene in seiner Zeit und ist auch eines der literarischen Schwergewichte der vorliegenden Artikelserie. Er wurde als Sohn von zwei Shakespeare-Schauspielern geboren und war in seiner Jugend selbst als Schauspieler aktiv. Er studierte Psychologie und erreichte den Doktorgrad. Sein schriftstellerisches Werken umfasst eine große Anzahl von phantastischen Texten aller Schattierungen, wobei ihm die kurze Form mehr lag als romanlange Texte. Aber auch Leibers Romane wurden von der Kritik und vom Publikum so geschätzt, dass er für seine SF-Romane Eine tolle Zeit und Wanderer im Universum mit dem Hugo Award und für Herrin der Dunkelheit mit dem World Fantasy Award ausgezeichnt wurde. Die Liste seiner Auszeichnungen ist aber viel länger. Liest man in seine Werke hinein, so ist in vielen Details unverkennbar, welch blitzgescheiter, umfassend gebildeter Mann der Autor war. Das eine oder andere Mal gehen die intellektuell ausgefeilten Dialoge, wenn sie zu lang werden, allerdings auf Kosten der Spannung. So ist es kein Wunder, dass der größte Erfolg Leibers eine eher kommerziell orientierte Fantasy-Serie wurde. Bereits in jungen Jahren konzipierte er zusammen mit seinem Freund Harry Otto Fischer die Welt Nehwon, in der die beiden liebenswerten Schurken Fafhrd und Grauer Mausling in der Schwerter-Serie ihr Unwesen treiben. Unschwer zu erkennen, dass Nehwon ein Anagramm für Nowhen ist, also Nirgendwann.

Der Klappentext der ersten deutschen Ausgabe beschreibt, abgeleitet von Leibers eigener Einführung, diese Welt folgendermaßen:

Durch Zeit und fremde Dimensionen von uns getrennt, träumt die alte Welt Nehwon vor sich hin – Nehwon mit seinen Meeren, Gebirgen, Eisöden, Steppen, Wüsten, Wäldern, Marschen, Kornfeldern, Ruinen, Burgen, Zitadellen und bewehrten Städten.

Nehwon – eine Welt von kühnen Piraten, wilden Reitern, frechen Dieben, düsteren Zauberen, glatzköpfigen Kultpriestern und beleibten Händlern – ist auch die Welt, in der der junge Krieger Fafhrd und der Graue Mausling, der Lehrling der Weißen Magie, leben.

Zitiert aus: Klappentext zu: Fritz Leiber: Schwerter und Teufelei. München 1972, Heyne SF 3307

In dieser Kurzbeschreibung kommt deutlich heraus, dass die Geschichten nicht ganz so ernst daherkommen wie jene Serie, die einige Jahre vorher das Thema Schwert und Magie populär gemacht und den Lesehunger nach weiteren Geschichten ähnlicher Machart geweckt hatte – Conan der Barbar von Robert E. Howard. Leiber war als Jahrgang 1910 fast ein Zeitgenosse Howards, der 1906 geboren war. Two Sought Adventure, die erste professionell veröffentlichte Schwerter-Geschichte, erschien 1939 in Unknown. Howards Red Nails war im Juli 1936 kurz nach seinem Selbstmord in Weird Tales herausgekommen. Wie Conan ist auch Fafhrd ein Barbar, der aus dem eisigen Norden in den verlockenden Süden zieht. Im Unterschied zum weiteren Kollegen Brak, dessen Weg in Richtung des Goldenen Khurdisans wir in Folge 3 beobachtet haben, kommt Fafhrd an seinem Wunschziel, der Stadt Lankhmar, an und wir können seine weiteren Abenteuer in vielen Geschichten verfolgen, während sich nur die einleitende Erzählung mit seinem Weg dorthin befasst. Die Schwerter-Geschichten haben zweifellos für andere Fantasy-Welten das Vorbild abgegeben. So wäre z. B. Terry Pratchetts Scheibenwelt ohne Nehwon unvorstellbar, ein Beispiel dafür, dass der literarische Nachfahre eine Berühmtheit erreicht hat, welche die des ebenfalls berühmten Vorbildes sogar noch übersteigt.

Zwischen der ersten veröffentlichten Geschichte aus der Schwerter-Serie und Der Mausling versinkt, der letzten, liegt ein Zeitraum von fast 50 Jahren, eine beachtliche Leistung, die für die Popularität der Serie spricht. Nachdem sie drei Dutzend Erzählungen von Kurzgeschichten bis zu romanlangen Texten umfasst, würde es zu weit gehen, alle hier einzeln vorzustellen, zumal auch einige Kürzestgeschichten darunter sind, die eher wie ein Exposè wirken oder nur als Überleitung zum nächsten größeren Abenteuer dienen. Aber ein Streifzug durch die interessanteren davon darf es schon sein.

S.A.G.A.Die Schneefrauen sind in Aufruhr, als die Mingolhändler mit ihrer Theatershow in den Schneewinkel am südlichen Rand der Eis-Einöde kommen, und ihren Männern das Geld aus der Tasche ziehen. Mehr noch, die Männer machen den schmutzigen Mädchen der Theatergruppe auch noch schöne Augen, gefolgt von weiteren Annäherungsversuchen. Fafhrd, der junge sieben Fuß große Barbar aus dem Schnee-Clan, rettet die junge Vlana vor den Nachstellungen der eifersüchtigen Frauen, darunter seiner eigenen Mutter. Nachdem der Leiter der Truppe Vlana auch noch an einen der Clanmänner verkaufen will, wird Fafhrd ein weiteres Mal zu ihrem Retter und haut mit ihr zusammen endgültig ab, denn er hatte schon lang von der Unterdrückung zuhause die Nase voll und will sich den Verlockungen des Südens hingeben.

Die Geschichte Der unheilige Gral stellt Fafhrs späteren Kompagnon und unzertrennlichen Freund vor. Maus ist ein kleiner Mann von nur gut fünf Fuß Körperlänge, der aber sowohl einen außerordentlich flinken Verstand hat als auch die Klinge schnell zu führen versteht. Er ist ein Lehrling der Weißen Magie des Zaubermeisters Glavas Rho. Nach einer langen Reise kommt er zurück und entdeckt das Haus seines Meisters abgebrannt und den Meister ermordet. Maus schwört Rache, denn hinter dem heimtückischen Mord kann nur der zauberhassende Herzog Janarrl stecken, dessen Tochter sich auch für Magie interessiert. Janarrl hat dem Zauberer nachgestellt, weil Gerüchte sagen, dass seine verstorbene Frau ein Verhältnis mit dem Zauberer hatte und die Tochter Ivrian gar nicht seine Tochter ist. Für die Rache am Herzog verwendet Maus Schwarze Magie, und so wird aus ihm der Graue Mausling, der zwischen Weißer und Schwarzer Magie hin- und hergerissen ist. Zusammen mit Ivrian macht er sich nach dem grausamen Tod des Herzogs aus dem Staub.

Zwei Mitglieder der Diebeszunft sind nach erfolgreichem Abschluss ihrer nächtlichen Arbeit in der Stadt Lankhmar auf dem Weg zurück in Das Haus der Diebe, als sie von zwei Räubern überfallen werden. Diese beiden sind Fafhrd und der Mausling, welche den Überfall unabhängig voneinander geplant hatten und sich bei dieser Aktion anfreunden. Sie haben sich damit aber die tödliche Feindschaft der mächtigen Diebesgilde zugezögen. Die Gefahr wird noch größer, als Fafhrd von Vlana ansgestachelt wird, endlich die versprochene Rache an den Dieben zu vollenden und ihrem König Krovas die Kehle durchzuschneiden. Die Diebe hatten einst Ivrians Gefährtin ermordet, weil Vlana und ihre Freundin ohne Lizenz diesem Gewerbe nachgingen. Die Freunde kundschaften das Diebeshaus aus, aber als sie in ihr Quartier zurückkommen, finden sie ihre Gefährtinnen ermordet und von Ratten angefressen vor. Sie können sich zwar am Zauberer Hristomilo rächen, der im Auftrag der Gilde für den Mord verantwortlich war, sind aber am Boden zerstört und verlassen Lankhmar mit dem Wunsch, niemals zurückzukehren. Die ersten drei Erzählungen unterscheiden sich von den späteren insoweit, als Gewalt und Tod eine große Rolle spielen und die feine Ironie und der Humor der späteren Serie hier deswegen nur ansatzweise zu spüren sind.

S.A.G.A.Die beiden Freunde treiben sich jahrelang in verschiedensten Gegenden Nehwons herum, denn Der Fluch, den sie ausgesprochen haben, lässt sie vorerst nicht zurückkehren. Sie haben aber Begegnungen mit Sheelba, der Augenlosen und mit Ningauble dem Siebenäugigen, zwei unheimlichen Gestalten, die später immer wieder als Mentoren in das Leben der Helden eingreifen werden. Schließlich entscheiden sie sich nach dem Rat der beiden Zauberer doch dafür, ihren Eid zu brechen, nach Lankhmar zurückzukehren und die Stadt, welche die wichtigste Stadt Nehwons ist, zum Ausgangspunkt ihrer weiteren Abenteuer zu machen. Bei Sheelba bin ich mir bis heute nicht klar darüber, ob dieses Zauberer männlich oder weiblich ist, denn es wird manchmal mit „der“ Augenlose übersetzt, aber auch mit „die“, und außerdem ist unter seiner Kapuze absolut gar nichts zu sehen.

Der Schatz im Walde ist in mehrfacher Hinsicht erste Geschichte der Serie, denn hier geht es richtig los. Die vorherigen Erzählungen waren nur Vorspiel bzw. wurden wesentlich später geschrieben, um die frühe Lebensgeschichte der beiden Helden samt ihrem Zusammentreffen zu erhellen. Außerdem war die Geschichte unter dem Titel Two Sought Adventure auch die erste professionell veröffentliche der Serie. Die beiden Freunde sind als Schatzsucher unterwegs, denn eine seltsame Inschrift hat sie in eine abgelegene Gegend geführt. Sie finden einen eigenartigen Turm. Als sie bis zum Schlussstein des Gewölbes vordringen und vor sich den Schatz sehen, bekommen sie es mit dem Gebäude selbst zu tun, denn der Turm ist ein Ungeheuer und die Edelsteine sind sein Gehirn. Es gelingt den beiden Schatzräubern zwar, dem zusammenbrechenden Turm zu entkommen, aber ein ungutes Gefühl vor Erdbeben bleibt.

S.A.G.A.Das Haus der Diebe, das den Freunden mit dem Tod ihrer Gefährtinnen die bitterste Erfahrung ihres Lebens beschert hatte, wird für die beiden zum Schauplatz eines unheimlichen Erlebnisses. Denn Krovas, den Herrn der Diebe, gelüstet es nach dem Schädel Omphal, welchen er für sein Haus zurückgewinnen will. Nachdem seine eigenen Diebe zu feige sind, den Schädel aus der Krypta des Tempels des Gottes Votishal zu stehlen, lässt er Fafhrd und den Mausling anheuern, mit denen die Diebe eigentlich verfeindet sind, und ihnen versprechen, die Beute zu teilen. Denn der Schädel ist mit Edelsteinen geschmückt und Rubine leuchten in seinen Augenhöhlen. Der Diebstahl gelingt, aber Krovas bezahlt mit dem Leben, denn er wird von hinten erwürgt. Sein Nachfolger Slevyas glaubt nicht, dass die Geister der verstorbenen Meisterdiebe Lankhmars hinter dem Mord stehen, und verdächtigt die beiden Freunde. Um dem Aberglauben ein Ende zu bereiten, zerhackt er den Schädel. Das hätte er besser nicht tun sollen, denn tief unter dem Haus der Diebe ist Die Stätte der Schädel, und Omphals Brüder kommen herauf und holen sich auch Slevyas, um den Mord am Schädel ihres Bruders zu rächen.

In den folgenden Jahren gab es nach allgemeiner Beobachtung weniger Diebe in Lankhmar. Und es gingen Gerüchte, daß die Diebeszunft bei Vollmond seltsame Riten vollzog, daß die Diebe in den Keller zogen und und dort irgendwelchen alten Göttern huldigten. Und man vermutete sogar, daß sie diesen Göttern, wer auch immer sie sein möchten, ein Drittel ihrer ganzen Beute gaben.

Zitiert aus: Fritz Leiber: Schwerter gegen den Tod. München 1972, Heyne SF 3315

Als der Bazar des falschen Zaubers in Lankhmar seine Tore öffnet und den Leuten das Geld für sein Blendwerk aus der Tasche zieht, wird Fafhrd von den Zauberen Sheelba und Ningauble beauftragt, dem Spiel ein Ende zu machen. Denn auch der Graue Mausling ist mittlerweile den Illusionen zum Opfer gefallen, die von den Gierigen erzeugt werden, den fortgeschrittensten Händlern im Universum. Ausgestattet mit dem Mantel der Unsichtbarkeit und der Binde aller Realität, welche ihm die beiden Zauberer zur Verfügung gestellt haben, betritt Fafhrd den Laden, macht dem Spuk ein Ende und befreit den Mausling, der gerade dabei war, eine riesige Giftspinne zu küssen, die er durch den Illusionszauber als schöne Frau betrachtet hatte.

S.A.G.A.Es ist kaum zu glauben, dass sich Fafhrd und der Graue Mausling einmal trennen können. Aber aus irgendeinem Grund erkaltet die Freundschaft. Der Mausling wird Assistent von Pulg, einem Erpresser von kleinen Religionsgemeinschaften, der immer wieder einen Teil der Kollekte nach den Gottesdiensten abstaubt. Damit kommt er in Konflikt mit Fafhrd, für den Harte Zeiten in Lankhmar angebrochen sind, denn dieser hat beschlossen, sein Leben komplett zu ändern. Er ist ein Jünger des senilen Priesters Bwadres geworden, welcher versucht, den Kult um den Gott Issek vom Krug zu beleben. Durch die Unterstützung des sangesbegabten Fafhrd wird der Kult immer populärer, und auch Pulg wird sein Anhänger. Der Höhepunkt ist erreicht, als der betrunkene Fafhrd sogar für eine Inkarnation des Gottes gehalten wird. Aber letzten Endes finden die Freunde wieder zueinander und nehmen ihr „normales“ Leben wieder auf, denn Fafhrd möchte nicht mehr Priestergehilfe sein, weil er sogar ein Gott war, und des Mauslings Herr Pulg fällt den Göttern von Lankhmar zum Opfer, die keine unliebsame Konkurrenz durch die Götter in Lankhmar dulden.

Die Abenteuer der beiden Helden sind Legion. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass sie nicht nur durch die Welt Nehwon mit dem großen lankhmarischen Reich gezogen sind, sondern auch durch andere Welten, Zeiten und Dimensionen, denn in den Höhlen des siebenäugigen Ningauble soll sich ein Tor zu einer anderen Welt befinden. Es heißt sogar, dass die Freunde sogar einige Zeit in der seltsamsten aller Welten zugebracht hätten, die Gaia, Midgard, Terra und Erde genannt wird.

Auf der Erde schlagen sich die beiden Abenteurer recht ordentlich durch, und die Erinnerung an Nehwon verblasst. Statt in Lankhmarisch, Mingol oder in der Waldstraße unterhalten sie sich in Phönikisch, Aramäisch oder Griechisch, und die größte Stadt ist nicht mehr Lankhmar, sondern Alexandria. Doch Unheil dräut, denn ein Zauber wird über sie gelegt. Wenn sie sich einer Frau intim nähern, wird sie bei Fafhrd in ein Schwein und beim Mausling in eine Schnecke verwandet. Sehr unangenehm und lustfeindlich, das Ganze. Die beiden müssen Das Spiel des Adepten mitspielen und eine Reihe magischer Artefakte besorgen, bis sie – auch mit der etwas eigentümlichen Hilfe Ningaubles – den Bann des Adepten brechen können und zu guter Letzt durch das Weltentor wieder Nehwon erreichen.

Auf der Suche nach einem verlockenden Schatz ziehen die beiden Abenteurer in den hohen Norden, wo am Rand der Eisöde die Sternhöh steht, der riesige schneebedeckte Berg, auf dessen Gipfel sich der Schatz befinden soll. Nach einem lebensgefährlichen Aufstieg erreichen die unerschrockenen Bergsteiger tatsächlich das Ziel, wo sie überraschenderweise von Hirriwi und Keyaira, den unsichtbaren Töchtern des Schneekönigs, freundlich empfangen werden. Die Edelsteine, welche sie am Berggipfel finden, haben aber einen Haken: Sie sind ebenfalls unsichtbar, was es ziemlich schwierig macht, sie weiterzuverkaufen.

S.A.G.A.Nachdem Fafhrd und der Mausling von zwei gewitzten Diebinnen, welche den beiden beweisen, dass in Wirklichkeit sie Die besten Diebe von Lankhmar sind, um ihren Juwelenschatz gebracht worden sind, lassen sie sich durch Die Herren von Quarmall als Schwertkämpfer und Zauberer für die eigene Verteidigung anheuern, ohne jeweils von den Absichten des Anderen zu erfahren. Die beiden Prinzen Hasjarl und Gwaay sind einander spinnefeind und warten nur auf den Tod ihres Vaters, des Lords Quarmal, um die ganze Herrschaft anzutreten und ihren verhassten Bruder zu ermorden. Als verkündet wird, dass der König tot ist, kommt es zum Showdown, bei dem Fafhrd und der Mausling überraschenderweise feststellen müssen, dass der Freund auch anwesend ist und sie sogar miteinander die Klingen kreuzen müssen. Wer dann der nächste Herrscher von Quarmall wird, das wird eine von niemand vermutete Überraschung.

S.A.G.A.Die Schwerter von Lankhmar ist einer von zwei romanlangen Texten der gesamten Serie und der einzige, der selbständig als Buch und nicht nur als Teil eines Sammelbandes herauskam. Der Roman ist eine Erweiterung der Story Scylla's Daughter, welche vorher im Magazin Fantastic publiziert wurde. Die beiden Schurken kehren nach langer Abwesenheit nach Lankhmar zurück und werden bereits am Stadttor von einer Reihe ihrer Gläubiger erwartet, die ihnen eins überbraten wollen. Rettung kommt in Gestalt des Oberhofmeisters des Herrn von Lankhmar, der sie als Begleitung einer Schiffsflotte anheuert, welche dem verbündeten Movarl von den Acht Städten Korn liefern soll. Außerdem ist ein besonderes Geschenk für Movarl dabei: die Demoiselle Hisvet mit ihren zwölf dressierten weißen Ratten. Auf der Fahrt begegnet ihnen eine zweiköpfige Seeschlange, die aber harmlos ist, denn sie wird von Karl Treuherz von Hagenbeck geritten, der die Seeleute auf Deutsch anspricht und mit seiner Zeit-Raum-Maschine exotische Tiere für Hagenbecks Zeit-Tiergarten einfängt. Die Ratten stellen sich als intelligent heraus und überfallen mit Verstärkung durch schwarzbeflaggte Schiffe den Geleitzug. Hisvet verdreht den beiden Freunden den Kopf, bis ihnen aufgeht, dass sie finstere Ränke spinnt. Die Flotte erreicht ihr Ziel nur, weil ihnen Hagenbeck mit seinem Drachen, der sich vorzugsweise von Ratten ernährt, zu Hilfe kommt. Als die beiden Freunde nach Lankhmar zurückkommen, müssen sie erkennen, dass die Ratten unter der Führung von Hismet und ihrem Vater Hisvin dabei sind, die Herrschaft über die Stadt zu übernehmen. Glipkerio Kistomerces, der Oberherr Lankhmars, wirkt hilflos, und glaubt außerdem in Umdrehung der Tatsachen, dass der Kornhändler und Zauberer Hisvin die Ratten vertreiben wird. Der Mausling wird durch einen Zaubertrank Sheelbas auf Rattengröße verkleinert, was Vorteile hat, denn damit kann er sich besser anschleichen und die Pläne der tückischen Nager auskundschaften. Der Sieg der Ratten wäre aber gewiss, wenn nicht zu guter Letzt die Götter von Lankhmar und die Kriegskatzen, die alten Feinde der Ratten, einschreiten würden, was das Ende für die Herrschaftsträume des Rattenvolkes bedeutet. Fafhrd und der Mausling gewinnen mit der Geisterfrau Kreeshka, von der man nur das Skelett sehen kann, und Reetha, die sich vorzugsweise nur nackt kleidet, zwei attraktive und aparte Freundinnen.

Lin CarterDie beiden Freunde müssen sich im Lauf ihrer Karriere auch als Kämpfer wider den Tod bewähren, denn als dieser seine Bücher kontrolliert, sieht er, dass er innerhalb der nächsten zwanzig Herzschläge zweihundert Leuten das Licht ausblasen muss, darunter zwei Helden. Da kommen ihm Fafhrd und der Graue Mausling gerade recht. Aber nachdem diese sich mit allen Kräften wehren und die Zeit immer knapper wird, muss sich der Nehmer des Lebens mit zwei dem ewigen Zölibat verpflichteten keuschen Brüdern zufriedengeben. Dann erwartet die Freunde eine riesige Herausforderung. Sie erhalten von zwei geheimnisvollen Schönen den Auftrag, die im hohen Norden liegende Reifinsel gegen die Mingols unter ihrem bösen Zauberer Khahkht, dessen Name ein gefrorenes Husten ist, zu verteidigen. Denn wenn die Reifinsel fällt, sind die zentralen Gebiete Nehwons auf das Äußerste bedroht. Das Verteidigungsunternehmen gelingt durch die Hilfe der nordischen Götter Odin und Loki, die am Rande des Todes gestanden hatten, denn auf der Erde waren ihnen die letzten Gläubigen abhanden gekommen. In Nehwon mit seiner vielfältiger Götterwelt haben sie es wieder leichter, Anhänger zu gewinnen. Fafhrd verliert bei den kriegerischen Aktionen eine Hand an Odin.

S.A.G.A.Der Mausling versinkt ist der zweite romanlange Text der Serie und der Abschluss nach fast 50 Jahren immer wieder neuer Geschichten um die beiden liebenswerten Schurken. Der Gott Loki, der bei den Aktionen auf der Reifinsel vertrieben wurde, will Fafhrd und den Mausling endgültig loswerden und befiehlt dem Tod, zumindest einen von den zwei ein für allemal ins Schattenland zu holen. Die Gefährten auf der Reifinsel, allen voran Fafhrd, sind entsetzt, als der Mausling plötzlich versinkt und in der Erde verschwindet. Die Freunde ahnen, dass ein Zauber dahintersteckt und fangen verzweifelt zu graben an, um die winzige Chance wahrzunehmen, ihn zurückzuholen. Der gewitzte Mausling versteht es aber auch, sich in der Unterwelt trotz der Angriffe von Schmerz, der Schwester von Tod, zurechtzufinden. Es ist deutlich zu erkennen, dass es sich bei dieser Geschichte um ein Alterswerk handelt. Denn zum einen gibt es immer wieder Reflexionsphasen der beiden Helden, die man in den früheren Abenteuern so nicht kannte. Zum anderen hat der Autor bedauerlicherweise Spanner-Sadomaso-Sexszenen eingebaut, bei denen man den Eindruck gewinnt, dass ein alter Lüstling, bei dem nichts mehr geht, sich auf diese Art seine Obsessionen von der Seele schreibt. Das passt nicht zur übrigen Serie, auch wenn es in dieser durchaus freizügig zugeht und die beiden Helden keinesfalls als zölibatäre Asketen dargestellt werden.

S.A.G.A.Im amerikanischen Original wurden die Erzählungen um die beiden Helden zuerst in einer Reihe von Magazinen veröffentlicht, worunter Unknown, Fantastic und The Magazine of Fantasy and Fiction die bekanntesten sind. Schwerter und Teufelei war 1972 nach Conan von den Inseln das zweite Fantasy-Taschenbuch, das ich las und bei mir die Begeisterung für dieses Schwestergenre der SF weckte, welche ich schon einige Jahre vorher entdeckt hatte. Insoweit ist die Beschäftigung mit diesem Thema und das Schreiben dieses Artikels für mich Nostalgie pur. Im Unterschied zum chronologisch letzten Abenteuer des Cimmeriers war das Buch Leibers der erste Band zur Schwerter-Serie und somit der richtige Einstieg in die Welt Nehwon. Heyne brachte die fünfbändige amerikanische Gesamtausgabe aufgrund der damals auch bei den Taschenbuchreihen dieses Verlags noch üblichen Umfangsbeschränkungen verteilt auf sechs Bände. In diesen fehlten allerdings mehrere Geschichten, von denen zwei vorher bereits in Anthologien erschienen waren. Eine davon, Das Haus der Diebe, erschien bei Heyne in einem Auswahlband von The Magazine of Fantasy and Science Fiction (Nr. 3305) praktisch gleichzeitig mit Schwerter und Teufelei (Nr. 3307). Verständlich, dass man die Erzählung nicht in beiden Bänden abdruckte. Weniger intelligent war es allerdings von der Redaktion, keinen Blick auf die Übersetzungen zu werfen, die von unterschiedlichen Personen gemacht wurden, und sie abzugleichen. So wurde „Gray Mouser“ in der Gesamtausgabe als „Grauer Mausling“ übersetzt, was ok ist, in der Anthologie allerdings mit „Grauer Mauser“, was eher verwirrt, denn es handelt sich ja nicht um einen in der Mauser befindlichen Vogel. Bemerkenswert bei diesen deutschen Erstausgaben ist auch, dass sie teilweise mit Titelbildern des Illustrators Bob Haberfield geschmückt waren, die ursprünglich einige englische Ausgaben von Michael Moorcocks Romanen um den Ewigen Helden zierten. Die Motive, die Assoziationen an die Hindu-Mythologie wecken, passen tatsächlich wesentlich besser zu Moorcocks Götterwelt. Dessen verschiedene Inkarnationen des Ewigen Helden nehmen wir in den nächsten Folgen dieser Artikelserie unter die Lupe.

S.A.G.A.Weitere Geschichten des Schwerter-Zyklus, die Leiber nach dieser Gesamtausgabe verfasste, erschienen unter anderem in Lin Carters Flashing Swords- und The Best Fantasy of the Year-Anthologien und wurden auch auf Deutsch übersetzt, bevor sie in den Sammelband Schwerter und Eiszauber aufgenommen wurden. Dieser zeigte endlich einmal die beiden Helden auf dem Titelbild, von Michael Whelan eindrucksvoll grafisch umgesetzt. Heyne brachte dann eine Sammlung aller bis dahin herausgekommenen Geschichten in zwei Bänden, in denen sie erstmals handlungschronologisch zusammengestellt waren. Den Abschluss der Serie bildete dann der Sammelband Ritter und Knappe des Schwertes, auf Deutsch erst nach dem Tod des Autors erschienen.

S.A.G.A.Die ultimative Gesamtausgabe auf Deutsch brachte Joachim Körber 2005/06 in seiner Edition Phantasia in vier Bänden als schön gestaltete Paperbacks mit Klappenbroschur heraus. Die Texte wurden von ihm selbst neu übersetzt, chronologisch angeordnet und mit Begleittexten wie den Vorwörtern der Originalausgaben sowie einer Komplettbibliografie ergänzt. Ein weiterer Beweis dafür, dass Kleinverlage oft weit bessere Bücher herausbringen als die auf schnelle Massenproduktion ausgerichteten Konzernfirmen.

Ich schrieb vorhin „das zweite Fantasy-Taschenbuch, das ich las“. Das verdient insoweit eine Ergänzung, als ich mit dem Genre schon einige Jahre vorher im Kindesalter in Berührung gekommen war. Denn vergleichbar wie Poul Anderson, der sich der Mythen und Sagen seiner nordischen Vorfahren annahm und sie in Fantasy-Romane umsetzte, brachte die österreichische Autorin Auguste Lechner ab den fünfziger Jahren eine Reihe von Romanen für Jugendliche heraus, welche die Stoffe der Ilias und Odyssee sowie der mittel- und westeuropäischen Sagenkreise wie der Nibelungen- und die Artussage neu erzählen. Gern erinnere ich mich z. B. an Das Licht auf Monsalvat, die Umsetzung des Parzifal-Themas.

SAGAAbgesehen vom SF-Werk Leibers, in dem der preisgekrönte Roman Wanderer im Universum heraussticht, und womit wir uns in diesem Artikel nicht weiter beschäftigen, hat der Autor einige phantastische Romane geschrieben, die in Richtung unheimliche Phantastik gehen. Horror wäre für das subtile Grauen, welches Leiber beschrieb, eine unangemessene Bezeichnung. Der Universitätsprofessor Norman Saylor hat eine Hexe zur Frau. Norman ist außer sich, als er draufkommt, dass Tansy seine Karriere mit Glücks- und Schutzzaubern fördert und im Haus eine Menge von Talismanen herumhängen. So ein Unfug geht für einen streng wissenschaftlich denkendem Menschen schon überhaupt nicht, deswegen verbietet Norman Tansy strengstens, mit diesem Blödsinn weiterzumachen. Damit beginnt aber eine Zeit des Grauens, denn plötzlich scheint sich die ganze Welt gegen Norman zu verschwören, und nicht nur seine Karriere, sondern sein ganzes Leben gerät in Gefahr. Er ist zum Spielball der Hexen geworden. Norman muss sich schließlich der Erkenntnis stellten, dass Hexerei kein Hirngespinst ist, sondern ein Wissenschaftsgebiet, dessen Gesetze auch mit mathematischen Formeln erklärt werden können, und dass sehr, sehr viele Frauen (alle?) hexen können. Auf Deutsch erschien der Roman erstmals 1976 in einer gekürzten Fassung als Vampir-Taschenbuch und in einer neuen werkgetreuen Übersetzung 2008 wie die Schwerter-Geschichten in der Edition Phantasia unter dem Titel Hexenvolk. Der Roman wurde dreimal verfilmt.

S.A.G.A.Herrin der Dunkelheit ist ein hochgelobtes Werk Leibers und wurde mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet. Dass die deutsche Ausgabe in der Heyne SF und Fantasy-Reihe als Fantasy-Roman bezeichnet wurde, ist ein Beweis dafür, dass sich das englische und das deutsche Verständnis dieses Begriffes unterscheiden. Was wir im Deutschen als Fantasy empfinden, sind eher die märchenhaften und heroischen Zweige der Phantastik, während im Englischen das Muttergenre Phantastik an sich (abzüglich ihrer Tochter SF) gemeint ist. Den Roman sollte man im Deutschen am besten als unheimlich-phantastisch bezeichnen. Leiber selbst hatte zum Thema Kategorisierung phantastischer Literatur folgende Meinung:

„Ich sollte hier wohl einfügen, dass nur zweit- oder drittrangige Autoren SF, Horror, Schwert und Magie etc. als eigenständige Genres ansehen – Wortspielereien, die man in müßigen Augenblicken mit gebremster Kreativität und ebensolcher Sorgfalt anstellt.“

Zitiert aus: Nachwort zu: Fritz Leiber: Herrin der Dunkelheit. München 1980, Heyne SF 3775

Der Roman ist stark autobiografisch gefärbt und von der Psychologie Carl Gustav Jungs beeinflusst. Der Schriftsteller Franz Westen, der seit kurzer Zeit verwitwet ist und sich aus den Klauen des Alkoholismus befreit hat, ist zweifellos ein Alter Ego Leibers. Deutlich kommt heraus, dass auch die Schilderungen der Sucht und ihrer Folgen autobiografisch sind, denn Leiber hatte lange Jahre seines Lebens selbst damit zu kämpfen. Westen wohnt in einem Appartement in San Francisco (welches zur Zeit der Abfassung des Romans auch die Adresse Leibers war) und schaut mit dem Fernglas in Richtung der Corona Heights, eines Bergrückens inmitten der Stadt. Er entdeckt eine verschwommene Gestalt in einem fahlbraunen Kapuzenmantel, die sich wie tanzend im Kreis bewegt. Neugierig geworden beschließt Franz, einen Ausflug zum Hügel zu machen. Auf dem Gipfel angekommen, versucht er, das siebenstöckige Wohnhaus zu finden, in dem er wohnt und holt sein Fernglas heraus. Er findet auch tatsächlich seine Wohnung, aber seine Hände fangen zu zittern an, als er entdeckt, dass ihm aus seinem Wohnungsfenster erneut die gleiche fahlbraune Gestalt mit einem nasenlosen, totenkopfartigen Gesicht zuwinkt, die er am Morgen von seiner Wohnung aus gesehen hatte! Liegt die Ursache des Grauens in dem geheimnisvollen Buch Megapolisamancy, das sich im Besitz Westons befindet und dessen Autor de Castries vor seinem Tod jahrelang verzweifelt vesucht hatte, die letzten noch im Umlauf befindlichen Exemplare aufzuspüren und zu vernichten?

S.A.G.A.Die Sündhaften ist einer der frühen Romane Leibers und erhielt eher durchwachsene Kritiken. Der Protagonist Carr Mackay lernt eine nervöse junge Frau kennen, die ihn zu einer erschreckenden Erkenntnis führt: Das Universum ist ein riesiger Uhrwerk-Mechanismus, und fast jedermann ist eine Art Roboter, der sich in seiner vorhersagbaren Routine und Leblosigkeit dahinfrettet. Carr fällt aus dieser Maschinerie heraus und gewinnt damit eine neue existentielle Freiheit. Er kann sich unsichtbar für die anderen bewegen. Aber er leidet an furchtbarer Einsamkeit, außer es gelingt ihm, Kontakt mit anderen freien Geistern aufzunehmen. Das furchtsame Mädchen Jane ist auch eine davon. Warum aber ist sie so ängstlich, gibt es andere Unsichtbare, die einem das Leben zur Hölle machen können? Der Roman wurde auf Deutsch wenig beachtet in der SF-Reihe des Hohenheim Verlages publiziert, einer der vielen erfolglosen Versuche, SF in einer deutschen Hardcoverreihe dauerhaft erfolgreich zu vermarkten.

Das Licht der Finsternis ist zweifellos ein SF-Roman. Warum er hier Erwähnung findet, hat den Grund, dass es auf den ersten Blick so aussieht, als habe man es hier mit übernatürlichen Phänomenen zu tun. Es geht um eine theokratische Diktatur, wo die Kirche im Namen Gottes scheinbar übernatürliche Bestrafungen aussprechen kann. Die Revolutionsbewegung nennt sich Zauberkraft und gibt vor, Diener des Teufels zu sein. Die Flugzeuge der Priesterschaft schauen wie Engel aus, während die der Opposition Fledermausflügel und Hörner besitzen.

S.A.G.A.Genau wie seine längeren Texte sind die Kurzgeschichten Leibers genremäßig oft schwer einordenbar (wie wir mittlerweise wissen, hielt er von einer Kategorisierung auch nichts). So wurde die Sammlung Die Spiegelwelt (im Original Night Monsters) in der Goldmann SF-Reihe veröffentlicht, obwohl es sich größtenteils um phantastische Geschichten mit einem gewissen Horror-Touch handelt, ähnlich wie in Herrin der Dunkelheit. Herausragend darunter sind für mich die gleichnamige Titelgeschichte sowie Auf der Suche nach Jeff, Begegnung mit der Schattenwelt und die Erzählung mit dem großartigen Titel Der schwarze Gondoliere, welche allerdings im amerikanischen Venice spielt. Man weiß bei diesen Geschichten oft nicht, ob die Nachtmonster Wirklichkeit sind oder ob sich das Grauen nur in den Köpfen der Menschen abspielt. Einen guten Überblick über Leibers Schaffen gibt auch der Band Die besten Stories von Fritz Leiber, in dem allerdings keine Schwerter-Geschichten enthalten sind. Besonders bemerkenswert in dieser Geschichtensammlung ist Ich muss mal wieder würfeln. In dieser Erzählung bekommt es ein Würfelspieler mit dem Leibhaftigen als Gegner zu tun. Am Schluss nimmt er die Herausforderung an, um sein Leben und seine Seele zu würfeln. Das sollte man besser nicht, denn der Teufel spielt falsch:

Die Würfel landeten nicht auf dem Filz. Sie sausten nach unten, dann nach oben, flogen in einer verrückten Kurve über das Tischende hinweg, kehrten dann zurück wie zwei winzige, rotglitzernde Meteoriten, rasten auf das Gesicht des großen Spielers zu, wo sie in den schwarzen Augenhöhlen steckenblieben und und mit jeweils einem einzigen strahlenden Rubinpunkt hervorstarrten.

Und während ihn die Würfelaugen spöttisch anblickten, verkündete die Flüsterstimme. „Sie haben verloren, Joe Slattermill.“

Zitiert aus: Die besten Stories von Fritz Leiber. München 1980, Playboy SF 6709

Die Geschichte wurde mit dem Hugo- und dem Nebula-Award ausgezeichnet.

ausgewählte BibliografieSternträumers Tops & Flops

Übersicht aller Artikel:

14.09.2017: Lin Carter: Fantasy für Erwachsene?!
28.09.2017: L. Sprague de Camp: Mit spitzer Feder und Klinge
12.10.2017: John Jakes: Auf der Suche nach Khurdisan
26.10.2017: Poul Anderson: Der letzte Wikinger
30.11.2017: Michael Moorcock (II): Runenstab und Silberhand
23.11.2017: Michael Moorcock (I): Der bleiche Prinz und das Schwarze Schwert
30.11.2017: Michael Moorcock (II): Runenstab und Silberhand
07.12.2017: Michael Moorcock (III): Ewige Helden, Marskrieger und Albions Königin
21.12.2017: Andre Norton: Herrin der Hexenwelt
04.01.2018: Jack Vance: Sterbende Erde und ältere Inseln
18.01.2018: Roger Zelazny: Der Verdammte zieht den Joker

 

 

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-11-09 15:42
Herrin der Dunkelheit gehört auch in meine Top Ten. Grandioser Roman, in dem eigentlich nicht viel passiert. Aber man wird sofort in das San Francisco der Zeit versetzt.

Beim Mausling tue ich mich schwer. Die frühen Geschichten gefallen mir sehr, die späteren finde ich schwer zugänglich und oft sogar langweilig. Kürzlich habe ich nochmal "Die Herren von Quarmall" gelesen und fand es immer noch genial. Aber bei "Die Schneefrauen" habe ich auch diesmal aufgegeben. Ich fand es nur öde, wie so oft bei diesen Jahre später geschriebenen Originstorys. Aber das dürfte Geschmackfrage sein. Mir haben auch die Comic-Adaptionen nicht gefallen, obwohl ich ein großer Mignola-Fan bin.
#2 AARN MUNRO 2017-11-10 10:33
Obwohl ich immer noch ein großer Fan von Leibers F-Texten um Mouser und Fafhrd bin, muss man sagen, dass es sich bei einigen Geschichten richtig zieht und man viel Geduld beim Lesen braucht. Gerade in "Schwerter und Eiszauber" war das so. Dafür sind andere Stories wiederum richtig erfrischend geschrieben ... insbesondere der romanlange Text um die Beiden hatte mir sehr gefallen ... und tut es immer noch. Übrigens gibt es bei Jack Chalkers Seckseckwelt Anspielungen auf die Beiden. Sinngemäß:"Ich betrat die Taverne. In der Ecke saßen ein großer und ein kleiner Kerl. Mürrisch sagte der Große: "Sheelba und Ningauble, Sheelba und NIngauble!" "
#3 Heiko Langhans 2017-11-10 11:12
Aarn, steht die Stelle nicht in "Fünf Zaubersteine, zu binden fünf verschied'ne Welten" (And the Devil Will Drag You Under)?
#4 AARN MUNRO 2017-11-14 10:45
Ja, Heiko, Du hast recht ... dort ist es drin! Also nicht im Seckseck-Zyklus. Da hatte mein schlechtes Zitaten- Gedächtnis mal wieder die verschiedenen Bände miteinander verschmolzen. Soll ich das jetzt im Text oben ändern?
#5 Larandil 2017-11-14 11:53
zitiere AARN MUNRO:
Übrigens gibt es bei Jack Chalkers Seckseckwelt Anspielungen auf die Beiden. Sinngemäß:"Ich betrat die Taverne. In der Ecke saßen ein großer und ein kleiner Kerl. Mürrisch sagte der Große: "Sheelba und Ningauble, Sheelba und NIngauble!" "

Nicht nur da. In Terry Pratchetts erstem Scheibenweltroman treffen Rincewind und Zweiblume, als sie sich aus dem Großen Brand von Ankh-Morpork retten, auf einer Anhöhe vor der Stadt auf zwei Abenteurer, die Fafhrd und dem Mausling nachempfunden sind und Wetten abschließen, welche Gebäude da gerade besonders spektakulär in Flammen aufgehen.

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