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Das richtige Star Trek im Falschen: Star Trek Discovery versus The Orville

Star Trek Discovery versus The OrvilleDas richtige Star Trek im Falschen:
Star Trek Discovery versus The Orville

»Star Trek Discovery« spaltet die Trek-Fans wie - nun - wenn ich ehrlich sein will, dann spaltet »Star Trek Discovery« die Fans genau so wie jede neue Star-Trek-Serie. Während heute »The Next Generation« von den Fans geliebt wird, »Deep Space Nine« manchen Ehrenplatz im Fanherzen hat, »Voyager« und selbst »Enterprise« - nach der umstrittenen dritten Staffel - allmählich eine gute Reputation erhält - während all diese Serien heute also fast unfehlbar sind, waren diese zu Beginn ihrer Laufzeit stets umstritten.

Der mehr als mäßige Pilotfilm von „The Next Generation“, plus die ersten zwei Staffeln, ist auch im nostalgischen Rückblick nicht als Höhepunkt der Serie zu bezeichnen. „Deep Space Nine“ hatte lange unter dem Dogma Rhodenberrys zu leiden, der keine Konflikte innerhalb der Trek-Crew wollte, was dazu führt, dass bis zum Krieg mit dem Dominion „Deep Space Nine“ unentschlossen hin- und hereiert. Einige Themen werden eingeführt, aber nicht konsequent weitergedacht, erst als das Dominion ins Spiel kommt wird „Deep Space Nine“ richtig gut. Die erste Staffel von „Voyager“ mit dem immerkehrenden Feinden - wie hießen diese Betonköpfe gleich noch? - nervte, erst mit Seven of Nine gewann die Serie Kontur. Und „Enterprise“? Da waren die ersten zwei Staffeln so einigermaßen okay, bevor die dritte Staffel das Schiff versenkte - und erst mit der vierten, in der man sich wieder wirklich der Föderationsgeschichte an sich widmete wurde es wieder gut. Vor allem, weil „Enterprise“ dann auch mehr in Richtung Mehrteiler ging als vorher. Was für eine Geschichte eigentlich immer gut ist: Die Autoren haben mehr Zeit und können mehr auf Details achten und müssen nicht innerhalb von 45 Minuten Plot A und Subplot B - eventuell noch Subplot C, was aber bei Star Trek selten vorkommt bis gar nicht - unter einen Hut und zum Abschluss bringen.

Nun macht „Star Trek Discovery“ im Jahre 2017 - nachdem wir „Breaking Bad“, „House of Cards“, „Game of Thrones“, „Stranger Things“, „Better Call Saul“ und nicht zu vergessen „The Sopranos“ im TV gesehen haben - nun also macht „Star Trek Discovery“ alles anders. Alles ist neu. Sozusagen, denn schließlich spielt die Serie ja nur 10 Jahre vor den Abenteuern von Kirk, Spock und Co. Und alles ist anders, denn „Star Trek Discovery“ bricht mit der Tradition von Star Trek zu Beginn der Serie das Schiff, die Crew und überhaupt erstmal eine Handlung in Aktion zu bringen, in der alle Charaktere irgendwie mal auftauchen, irgendwas tun und dann am Ende erleichtert in die frohe Zukunft blicken können. Genau das macht „Star Trek Discovery“ nicht. Und damit teilt sie das Fandom. Nun sind Science-Fiction-Fans leider zumeist konservativer als es das Genre vertragen kann. Denn nach dem Pilotfilm wurden rasch die Aufschreie laut. Dies sei nicht Star Trek! Das Design passe nicht in die normale Zeitlinie! Das ist alles so dunkel! Der Hauptcharakter ist so unnahbar! Die Klingonen - OMG, DIE KLINGONEN!!!

Dagegen ist bei „The Orville“, der Serie von Seth McFarlane auf FOX, ja, da ist alles anders! Die ist so schön bunt! So hell! Da gehts auch um ein Raumschiff und eine Crew, die Abenteuer in einer Art - nun - „Föderation“ erleben. Da gehts um die Frage, ob es gerechtfertigt ist, wenn Menschen Tiere in einen Zoo einsperren oder die Umwandlung des Geschlechtes eines Aliens. Und Humor ist auch noch mit dabei! Und ein Roboter! Ein Alien, das irgendwie an einen Klingonen erinnert, aber superstark ist und weiblich! Und ein Roboter, der genau immer die Fragen stellt, warum Menschen so reagieren - wie - sie… Hmm. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Richtig. Dass „The Orville“ eine Hommage an Star Trek ist, dass verleugnen die Macher nun nicht. Vom Vorspann, der ebenso an TNG wie an Voyager erinnert - Raumschiff fliegt durch den Weltraum vor irgendwelchen Planeten - über die Musik - teilweise ist die so an TNG-mahnend, dass man jede Sekunde die bekannten Fanfaren erwartet - über die Besatzung, die haargenau von TNG „übernommen“ wurde. Hüstel, nein, natürlich nur „inspiriert“, hüstel. Ist in den ersten Folgen zumindest noch etwas „Family Guy“-Humor zu spüren, so verläuft sich dieser dann rasch und reduziert sich auf einzelne Dialoge. Zudem ist es, als hätten die Produzenten irgendwo im Archiv alte nicht-verfilmte TNG-Drehbücher gefunden und würden die jetzt nachdrehen. Von Design der Planeten her bis auf fast exakt dieselben Kameraeinstellungen ist es so vertraut und so - altmodisch vertraut.

Kein Wunder also, dass momentan ein Krieg der Kommentare im Internet tobt und wenn man sich die Wertungen der beiden Serien auf Portalen wie RottenTomatoes etwa anschaut könnten die unterschiedlicher nicht sein. „Star Trek Discovery“ lieben die Medien-Kritiker, die Zuschauer sind eher so verhalten. „The Orville“ wird von den Medien-Kritikern dagegen als läppisch abgetan, aber die Zuschauer lieben die Serie. Die derbe Sprachklinge, die im Netz ja gerne gezogen wird, verurteilt „Discovery“, weil diese eine Zukunft - oder vergangene Zukunft - zeigt, die halt nicht dem entsprechen würde, was „Star Trek“ auszeichne. Dahingegen würden die wirklich wichtigen Probleme bei „The Orville“ verhandelt, die Themen, die typisch „Star Trek“ sind und außerdem seien die Charaktere ja viel besser. Gut, das Budget von FOX ist ein wenig unter dem der aktuellen Doctor-Who-Serie. Aber egal, Design ist überbewertet. Die Frage, ob es richtig ist zwei Serien zu vergleichen, die gerade mal über fünf bzw. vier Folgen verfügen und deren Potential man noch nicht so richtig abschätzen kann - wen schert diese Frage schon. Es wird halt gemacht und das Fandom liebt ja nichts so sehr wie unnötige Grabenkämpfe.

Allerdings hat „The Orville“ durchaus ein Problem - ich persönlich könnte noch mit der Tatsache leben, dass es eine Parodie auf „Star Trek“ sein soll, die ersten Trailer sahen auch eher danach aus. Meinetwegen kann man mit „The Orville“ durchaus auch selig werden und eventuell wird die Serie noch besser. Und ja: Natürlich sind die Fragen, die „The Orville“ verhandelt durchaus Fragen, die bei „Star Trek“ gestellt wurden. Das könnte man durchaus spannend und interessant inszenieren, das könnte man in der heutigen Zeit durchaus auch fesselnd erzählen. Allein: Die Drehbücher tun das nicht. Und die Charaktere sind bereist so festgelegt und festgefahren, dass da kaum Luft nach oben für eine Entwicklung ist. Wie geschrieben: Ich würde mich ja durchaus freuen, wenn ich mich irre, aber ich wette, die Entwicklung des nervigen Roboters verläuft genauso wie bei TNG mit Data. Zurück aber zu den Drehbüchern: Wenn in der einen Folge die unerfahrene Security-Chefin das Kommando hat, dann kann ich direkt ahnen wie die Folge verlaufen wird. Und richtig: Die Chefin versagt natürlich erstmal, dann kommt die weise Schiffsärztin, die ein paar richtig tolle Weisheiten von sich gibt und dann wird am Ende auch wieder alles gut - und warum die Security-Chefin nicht von der „Föderation“ einen auf den Deckel bekommt, weil sie einen Befehl des Oberkommandos missachtete, sondern noch einen Orden - das verstehe nun wirklich wer will. Bei „The Orville“ hat nichts irgendwelche Konsequenzen. Selbst, wenn es so scheint als ob - etwa bei dem Ei-Ausbrütenden-Alien - ist in der nächsten Folge der Konflikt nach 45 Minuten beseitigt.

„Star Trek Discovery“ unterscheidet sich da, weil „Star Trek Discovery“ nicht auf Einzelfolgen setzt sondern - wie wir das im Jahr 2017 vielleicht auch gewohnt sind von Serien - auf eine große Erzählung. Und diese beginnt in einer Zeit, in der die Klingonen wieder von sich reden machen. Es ist keine heile und helle Welt in der die Discovery eintaucht, sondern eine, die von einem Krieg der Föderation gegen die Klingonen geprägt ist. Und es ist die Geschichte von Michael Burnham, der Ersten, die gezielt gemeutert hat. Dass am Ende der ersten 90 Minuten daher nicht alles gut und alles hell ist, das kann man angesichts des Szenarios nun wirklich nicht erwarten. Dass „Discovery“ mit allen Regeln bricht, die man bisher von „Star Trek“ kennt ist in dieser anderen Art des Erzählens begründet. Die Autoren lassen sich Zeit. Sie stellen nicht direkt die „Discovery“ vor, sondern sie erzählen die Hintergrundgeschichte von Michael. Sie entfalten erstmal den Hintergrund in den 90 Minuten, bevor wir dann in den nächsten beiden Folgen mehr über die Besatzung der „Discovery“ erfahren und mehr über die Welt der Klingonen. Und ja: Diese Charaktere sind für den Zuschauer eine Zumutung. Denn anders als „The Orville“ sind diese Charaktere nicht komplett eindimensional angelegt. Sondern sie haben Ecken, Kanten, sie sind durch eine Backstory motiviert. Bei „The Orville“ reicht es, wenn der Captain in der Pilotfolge mit einem Datenträger in der Hand die Charaktere abhakt: Alien, check. Roboter, check. Kurze Hintergrundinfos - fertig. Alles, was wir über die Charaktere bei „The Orville“ erfahren ist, dass der Captain und der erste Offizier vor einem Jahr geschieden wurden. (Amüsement darf dann sich natürlich daraus entwicklen, aber bitte nicht zu viel.) Ja, es mag sein, dass sich nach und nach dort noch etwas wie ein Hintergrund für die einzelnen Rassen aufbaut - das war ja bei den Klingonen nun auch nicht anders, deren Traditionen haben wir auch erst später nach und nach erforscht. Dennoch: Der Vorwurf, „Discovery“ sei nicht „Star Trek“ ist nach Folge Vier allerdings vom Tisch zu wischen. Diese Folge, in der der neue Antrieb des Schiffs erstmals zu sehen ist, behandelt genau das, was „Star Trek“ ausmacht: Während Lorca nur darauf sinnt, aus dem Alien eine Kriegswaffe zu machen, ist Michael gegen eine Vorverurteilung und setzt auf das Verstehen und das Erforschen der anderen Rasse. Das ist gute alte Star-Trek-Tradition. Und ja, Captain Lorca ist nicht der gute, weise Patriarch, zu dem man mit seinen Problemen kommt, sondern jemand, der sich unversehens in einen Krieg befindet. Die Reibungsfläche, die „Star Trek“ hier bietet - in dem der Captain eben nicht hehr, hold und gut ist - mag mancher eher traditionelle Fan vielleicht nicht ertragen. Allerdings: Schaut man mal in die originale Serie, so sind diese Captains-Figuren nun auch nicht sonderlich neu.

Der wesentliche Punkt jedoch ist: Warum mögen die Zuschauer eher „The Orville“ als „Star Trek Discovery“? Zum Einen, weil „The Orville“ sich wie „The Next Generation“ anfühlt. Die Serie nutzt ein Muster, dass sich bei „Star Trek“ nun einmal etabliert hat: Ein Raumschiff forscht und entdeckt, ein mutiger Captain führt forsch seine Truppe bei Expeditionen an, Laser werden abgefeuert, Probleme nach 45 Minuten erledigt. Bei „The Orville“ fehlt auch nicht die Klingonen-Rasse - „The Krill“ - als Gegner und es werden all die vorhandenen Klischees bedient, die man von TNG kennt. Es gibt sogar schon in einer der ersten Folgen eine Gerichtsverhandlungs-Szene.  Zum Anderen: Wir leben momentan in einer Nostalgie-Gesellschaft. Wir sehnen uns angesichts der von Konflikten geprägten Welt, angesichts der irrwitzigen politischen Dinge um uns herum nach einer Zeit zurück, in der alles etwas einfacher war. Eine Zeit, in der eine hoffnungsvolle Zukunft dargestellt wurde, ein Utopia, in dem man gerne leben wollen würde. Eine Zeit, in der einfach - nun - „alles besser war als heute!“

Das Sehnen nach der Vergangenheit ist durchaus verständlich. Aber „Star Trek“ hat - wie eigentlich Science-Fiction im Allgemeinen - auch immer auf die Probleme der Zeit reagiert, in dem die Serie die Probleme der Gegenwart als Parabeln der Zukunft verhandelte und mögliche Lösungsansätze bot. Das tut „The Orville“ zwar auch - siehe Gender-Thematik-Folge - aber es gibt einen Unterschied. „The Orville“ erzählt nichts darüber, wie wir mit der aktuellen Gegenwart umgehen sollen. Sie kaut nur das wieder, was wir in 7 Staffeln „The Next Generation“ schon hatten. Wie verhalten wir uns angesichts einer Zukunft, in der ein Krieg zwischen den USA und Nord Korea nun nicht so unwahrscheinlich ist? Wenn wir zwischen Freundschaften und Pflichtbewusstsein wählen müssten - wie würden wir uns entscheiden? „The Orville“ schweigt dazu, weil der Rückgriff in die Vergangenheit nur die Lösungen für vergangene Probleme hervorbringen kann. Sicherlich hat „The Next Generation“ auch heute immer noch einen Wert. Die Fragen und Probleme, die dort verhandelt werden - was ist Identität bei „I am Hugh“ etwa oder was ist eigentlich real bei „The Ship in the Bottle“ - sind auch heute noch von Gewicht. Keine Frage. Aber wenn dem so ist, warum braucht man dann „The Orville“, wenn die Serie genau diese Fragen nochmal hervorholt und nochmal abhandelt. Und dabei keine neuen Aspekte zeigen kann oder möchte?

„Star Trek Discovery“ verhandelt dagegen die aktuellen Fragen der Gegenwart. Michael Burnham hat sich gegen die Pflicht entschieden, um ihre Freunde zu retten - und ist am Ende trotz allem Bemühen gescheitert. Wie würden wir uns in einer ähnlichen Lage entscheiden? Für oder gegen das System? Und wie würden die Konsequenzen aussehen? Verhalten wir uns heutzutage wirklich anders als die Klingonen, die einen Albino ohne Haus - „son of none“ im Original - als Torchbearer vor die Nase gesetzt bekommen? Und den dann abservieren, sobald man das Schiff mit der Tarnvorrichtung in die Hände bekommen hat? Klingt das nicht nach der jetzt üblichen Vorgehensweise in einem - sagen wir mal - dezent cremefarbenen Haus? Sind wir wie Lorca bereit in einer schwierigen Zeit den Zweck die Mittel heiligen zu lassen? Hauptsache, man gewinnt den Krieg - egal auf welche Kosten? Notfalls opfert man das Leben eines Aliens?
Ja, das sind unangenehme Fragen. Ja, natürlich möchte auch ich gerne wieder zurück zu einer Zeit, in der Teppichböden die Raumschiffe bedeckten und in der alle Konflikte mit einem „Machen Sie es so“ geregelt wurden. Im Jahr 2017 hätten wir auch wirklich eine optimistischen Blick auf die Zukunft nötig. Aber keinen Blick zurück in die Nostalgie. Sondern einen realistischen Blick nach vorne, der mit einkalkuliert, dass die Zeiten sich geändert haben und ein Blick, der neben der Dunkelheit und der Action bei „Discovery“ auch den eigentlichen Kern von „Star Trek“ zeigt. Dass es neben der Dunkelheit in diesen Zeiten immer noch Menschen gibt, die nicht von der Dunkelheit überwältigt werden sondern menschlich denken und handeln.
Und ja, es mag sein, dass die Serie sich nach den aktuellen Folgen nicht gut weiterentwickelt und schlechter wird. Aber dann hat sie wenigstens was gewagt und uns Zuschauer gefordert. Und was den Look der Klingonen betrifft - meine Güte, wie lange haben wir denn auf die Aufklärung gewartet, warum die Klingonen nach TOS auf einmal anders aussehen? Und - haben wir das überlebt? Natürlich haben wir das…

Kommentare  

#1 Laurin 2017-10-14 11:25
Nun ja, bisher habe ich hiervon nur den einen oder anderen Trailer gesehen, wobei ich bei THE OVILLE eher den Verdacht hatte, hier eine Mischung aus STAR TREK: THE NEXT GENERATION und der SF-Komödie GALAXY QUEST vorgesetzt zu bekommen. Da müsste ich also mal ein paar Folgen sehen, wie das ganze sich wirklich entwickelt. Es wäre zumindest etwas schade, wenn man sich hier nicht wirklich irgendwann mal etwas von TNG löst, um wirklich mal als eigenständige Serie wahrgenommen zu werden.

Was bei STAR TREK DISCOVERY die Fans vielleicht stört, ist ein gewisser Realismus, angelehnt an die reale Gegenwart. Die früheren Serien mögen hier mit vielen humanen Weisheiten die Wellen geglättet haben und vielleicht nicht alles, aber vieles wurde am Ende wieder gut, doch so funktionierte die reale Welt eigentlich noch nie, wenn man auch hier hinter die Kulissen sah. Da mag gerade den Fans von STAR TREK etwas die heile Welt fehlen, in der die Wogen dann immer irgendwo geglättet wurden, egal wie schlimm es auch am Anfang aussah.

Generell sollte man aber (glaube ich mal) beiden Serien erst einmal eine gewisse Zeit der Entwicklung gönnen, bevor man über sie herfällt, oder direkt in den Himmel lobt. Das ganze darf man vielleicht auch im Rückblick ansehen wie ein Rennpferd. TNG z.B. wurde damals nach einem holprigen Start wie schönes Pferd und man darf sich gerne ihrer immer wieder im Rückblick erfreuen, doch alte Serien kehren wie alte Pferde bekanntlich nicht wieder auf die Rennbahn zurück.
#2 Andreas Decker 2017-10-14 12:47
Ich habe von The Orville nichts gesehen, beim neuen Star Trek habe ich nur den Pilot gesehen. Was mir erst mal gereicht hat.

Ich fand das größtenteils nur "Style over Substance". Es sah atemberaubend gut aus, aber das kam alles dermaßen betont ernsthaft und verkrampft daher, dass es an Selbstparodie grenzte. Das hier ist kein Star Trek mit Aliens mit Höckern auf dem Kopf, das hier hat Gehalt und Tiefe, schien jede Szene verkünden zu wollen. Gähn.

Natürlich kann man nicht mehr das Design des alten Star Treks benutzen, aber 10 Jahre vor Kirk? Das glaubt doch kein Schwein.

Nun fand ich schon "Enterprise" unsäglich, die erste ST-Serie, die ich auch bei den allgegenwärtigen Wiederholungen nie komplett gesehen habe. Insofern interessiert mich das Setting von "Discovery" eher wenig. Klingonen fand ich schon bei TNG nervig und völlig implausibel als Gesellschaftskonzept, da ist eine ganze Staffel damit eher abschreckend. :-) Und das xte Neudesign der Klingonen empfand ich auch als völlig überflüssig und eher störend.

Die einzige SF-Serie zurzeit, die tatsächlich mal versucht, Science Fiction zu sein, ist ohnehin "The Expanse". Da braucht man weder "The Orville", "Killjoys" oder "Dark Matter". Oder ST:Discovery" :-)
#3 Zakum 2017-10-14 21:49
Eine ganz banale (als Kontrast zum Artikel) Frage:
Warum nennt man eine Frau eigentlich "Michael"?
#4 Larandil 2017-10-15 10:19
zitiere Zakum:
Eine ganz banale (als Kontrast zum Artikel) Frage:
Warum nennt man eine Frau eigentlich "Michael"?

Wenn "Olivia Walton"/Michael Learneds Eltern noch am Leben wären, könnte man sie das fragen. www.imdb.com/name/nm0495229/?ref_=nv_sr_1
#5 Hydroxide 2017-10-17 18:44
"Realistisch" ist an Discovery präzise gar nichts. Es werden schlichtweg Negativ-Klischees bedient, die Fans von Grimdark super finden mögen, aber allein die Tatsache, dass man schreibt, dass Deep Space Nine "so richtig gut wurde", als es in die gleiche Kerbe schlug (und damit nur eine "Krieg im Weltall"-Serie von vielen wurde), sollte einem zeigen, dass darin nichts Neues ist. Das wurde mittlerweile zigmal durchexerziert, insbesondere mit dem Battlestar Galactica-Reboot. Daran ist nichts "gewagt", ausser die Identität der Franchise über Bord zu werden und sie in ihr genaues Gegenteil zu verkehren. Dass ein Publikum für so etwas existiert, ist bekannt. Für's Massenpublikum hat spätestens Game of Thrones das Thema erschlossen.
Im Übrigen ist auch der Kommentar, DS9 habe unter Roddenberrys Dogma gelitten kurios - Roddenberry war bereits tot, als DS9 anlief.

Der Punkt von Star Trek war, dass die Menschheit ihr Denken grundlegend ändern muss, wenn sie eine Zukunft haben soll. Und mit dieser Ansicht stand Roddenberry keinesfalls allein - die hatte auch weitaus Berufenere sogar ein paar Jahre vor ihm. Und genau deswegen sind die Fragen, die Discovery angeblich aufwirft, schlichtweg pure Show. Denn indem es sie in dieser Art und Weise aufwirft, suggeriert es, dass "Der Zweck heiligt die Mittel" vollkommen ok ist - es hat uns bis dahin nicht umgebracht, also wird es auch munter weiter bis in alle Ewigkeit funktionieren.

Discovery wirft keineswegs die im Artikel genannten Fragen auf, denn es nimmt die Antwort vorweg: Lasst uns weiter asozial sein, die Konsequenzen werden immer beherrschbar bleiben!
#6 Hydroxide 2017-10-17 19:31
zitiere Laurin:

Was bei STAR TREK DISCOVERY die Fans vielleicht stört, ist ein gewisser Realismus, angelehnt an die reale Gegenwart. Die früheren Serien mögen hier mit vielen humanen Weisheiten die Wellen geglättet haben und vielleicht nicht alles, aber vieles wurde am Ende wieder gut, doch so funktionierte die reale Welt eigentlich noch nie, wenn man auch hier hinter die Kulissen sah. Da mag gerade den Fans von STAR TREK etwas die heile Welt fehlen, in der die Wogen dann immer irgendwo geglättet wurden, egal wie schlimm es auch am Anfang aussah.


"So funktionierte die reale Welt noch nie" - und was hat uns das gebracht? Zwei Weltkriege und regelmäßige Genozide. Und genau deswegen ist Discovery nicht realistisch. Denn mittlerweile haben wir die Technologie, uns mit Leichtigkeit auszurotten. Und genau deswegen hat Roddenberry postuliert - und damit war er weder der Einzige noch der Erste noch der Bekannteste - dass ein grundsätzliches Umdenken notwendig ist, wenn die Menschheit eine Zukunft haben soll.
#7 Des Romero 2017-10-17 20:07
Ich kenne nur diverse Trailer von "Discovery" – und die haben gereicht, mir klarzumachen, dass ich es mir niemals anzuschauen brauche. Hydroxide hat es gut beschrieben; ich kann mich seinen Aussagen nur anschließen.
Humanismus und Militär haben rein gar nichts miteinander zu tun! Die Seele von Star Trek, die sogar in den "Classics" und noch besser in TNG transportiert wurde, scheint martialischem Gebaren zu weichen. Das kann und darf nicht unsere Zukunft sein! Und es ist mit Sicherheit nicht die Zukunft, die Roddenberry angestrebt hat.
Vielleicht ist "The Orville" ja eine gute Alternative, aber ich schaue mir die Serie trotzdem nicht an. Der Trailer wirkt wie eine Persiflage! Und wenn der mich nicht packen kann, wozu mit der Serie Zeit verschwenden?
#8 Laurin 2017-10-17 21:05
zitiere Hydroxide:
zitiere Laurin:

Was bei STAR TREK DISCOVERY die Fans vielleicht stört, ist ein gewisser Realismus, angelehnt an die reale Gegenwart. Die früheren Serien mögen hier mit vielen humanen Weisheiten die Wellen geglättet haben und vielleicht nicht alles, aber vieles wurde am Ende wieder gut, doch so funktionierte die reale Welt eigentlich noch nie, wenn man auch hier hinter die Kulissen sah. Da mag gerade den Fans von STAR TREK etwas die heile Welt fehlen, in der die Wogen dann immer irgendwo geglättet wurden, egal wie schlimm es auch am Anfang aussah.


"So funktionierte die reale Welt noch nie" - und was hat uns das gebracht? Zwei Weltkriege und regelmäßige Genozide. Und genau deswegen ist Discovery nicht realistisch. Denn mittlerweile haben wir die Technologie, uns mit Leichtigkeit auszurotten. Und genau deswegen hat Roddenberry postuliert - und damit war er weder der Einzige noch der Erste noch der Bekannteste - dass ein grundsätzliches Umdenken notwendig ist, wenn die Menschheit eine Zukunft haben soll.


Da gebe ich Roddenberry bzw. Dir ja auch vollkommen Recht, Hydroxide. Nur sieh dich mal um, bzw. schau mal die täglichen Nachrichten. Ich jedenfalls habe langsam den Verdacht, das die Menschheit eigentlich aus den Fehlern zumindest des letzten Jahrhunderts absolut nicht gelernt hat und gerade dabei ist, alles (auf schlimmerem Niveau) nochmals zu wiederholen. Und das spiegelt sich leider dann auch in Serien wie STAR TREK DISCOVERY wieder. Eben einen Realismus, den wir uns real eigentlich nicht mehr leisten können.
#9 Hydroxide 2017-10-17 21:56
zitiere Laurin:

Da gebe ich Roddenberry bzw. Dir ja auch vollkommen Recht, Hydroxide. Nur sieh dich mal um, bzw. schau mal die täglichen Nachrichten. Ich jedenfalls habe langsam den Verdacht, das die Menschheit eigentlich aus den Fehlern zumindest des letzten Jahrhunderts absolut nicht gelernt hat und gerade dabei ist, alles (auf schlimmerem Niveau) nochmals zu wiederholen. Und das spiegelt sich leider dann auch in Serien wie STAR TREK DISCOVERY wieder. Eben einen Realismus, den wir uns real eigentlich nicht mehr leisten können.


Der Punkt ist eben gerade, das wir es niemals bis dahin schaffen werden. wenn sich nichts ändert. Roddenberry hatte damals die Postatomare Schreckenszeit als Art "heilendes Trauma" postuliert, nach dem die Menschheit endlich umgeschwenkt hat. Der fand angeblich 2053 statt. Wir sind auf dem besten Weg dahin. Die Frage ist, ob es nicht die "postatomare Schreckenszeit" ist, die unrealistisch optimistisch ist. Denn das hieße, dass wir nochmal eine Chance bekommen...

"Many persons have inquired concerning a recent message of mine that "a new type of thinking is essential if mankind is to survive and move to higher levels."
Often in evolutionary processes a species must adapt to new conditions in order to survive. Today the atomic bomb has altered profoundly the nature of the world as we knew it, and the human race consequently finds itself in a new habitat to which it must adapt its thinking.
In the light of new knowledge, a world authority and an eventual world state are not just desirable in the name of brotherhood, they are necessary for survival. In previous ages a nation's life and culture could be protected to some extent by the growth of armies in national competition. Today we must abandon competition and secure cooperation. This must be the central fact in all our considerations of international affairs; otherwise we face certain disaster. Past thinking and methods did not prevent world wars. Future thinking must prevent wars."

Das Zitat ist nicht von Roddenberry. Es ist von Albert Einstein. Geschrieben 1946.
#10 Christian Spließ 2017-10-18 23:17
zitiere Laurin:

Generell sollte man aber (glaube ich mal) beiden Serien erst einmal eine gewisse Zeit der Entwicklung gönnen, bevor man über sie herfällt, oder direkt in den Himmel lobt. Das ganze darf man vielleicht auch im Rückblick ansehen wie ein Rennpferd. TNG z.B. wurde damals nach einem holprigen Start wie schönes Pferd und man darf sich gerne ihrer immer wieder im Rückblick erfreuen, doch alte Serien kehren wie alte Pferde bekanntlich nicht wieder auf die Rennbahn zurück.


Wofür ich eigentlich auch plädiere, falls das jetzt im Artikel nicht so durchkam, aber kaum waren die ersten Folgen draußen von beiden Serien wurden ja schon die Vergleiche gezogen... Wobei die fünfte Folge von Discovery ja gerade auch zeigt, dass der Kern immer noch da ist. Es ist nur eine andere Herangehensweise...
#11 Christian Spließ 2017-10-18 23:31
zitiere Laurin:

Was bei STAR TREK DISCOVERY die Fans vielleicht stört, ist ein gewisser Realismus, angelehnt an die reale Gegenwart. Die früheren Serien mögen hier mit vielen humanen Weisheiten die Wellen geglättet haben und vielleicht nicht alles, aber vieles wurde am Ende wieder gut, doch so funktionierte die reale Welt eigentlich noch nie, wenn man auch hier hinter die Kulissen sah. Da mag gerade den Fans von STAR TREK etwas die heile Welt fehlen, in der die Wogen dann immer irgendwo geglättet wurden, egal wie schlimm es auch am Anfang aussah.


Sicherlich spielt das auch eine Rolle. Was mich aber wundert: Sehen Fans von Star Trek eigentlich keine anderen modernen Serien? Oder nur sowas wie "Elementary", "Lie to me", "Big Bang Theory"? Kein "Game of Thrones", kein "House of Cards" und kein "Dead Like Me" - um mal eine obskurere Serie zu nennen. Sicherlich sind die alten Serien so konzipiert, dass sie notfalls auch dann funktionieren, wenn man die Folgen nicht der Reihenfolge nach anschaut - was dann dazu führt, dass man momentan dazu neigt, die guten Folgen sich rauszupicken und die schlechten eher zu übersehen, wenn man Netflix hat und das Angebot auf alle Star-Trek-Serien hat.
Dass Discovery nicht nur gute Folgen hat - Folge Vier etwa leidet etwas an dem Hin und Her zwischen Klingonenpolitik und Bärentierchen - ist mir durchaus bewußt. Genauso wie "The Orville" zumindest gute Ideen hat, aber sie leider in retro ausführt. (Kein Wunder, offenbar sind hier auch Macher der alten Star-Trek-Serien mit an Bord, was die gleichen Kameraeinstellungen und Setähnlichkeiten erklären würde, abgesehen davon, dass McFarlane auch bekennender Star-Trek-Fan ist.)
Discovery hat halt einen längeren Story-Arc, der allerdings in Bezug auf das Bärentierchen sich schon ausgezahlt hat - was man hier in einer Folge vermutlich pressiert abgehandelt hätte, wird mit allen moralischen Fragen und Folgen halt über eine gewisse Länge abgehandelt. Es ist eine andere Erzählweise, es ist eine andere Star-Trek-Serie, es sind halt Charaktere, die nicht unbedingt sofort ins Herz geschlossen werden können. Und: Sie haben halt Ecken und Kanten. Das vermisse ich "The Orville" und wenn man sich dann noch die alten Folgen anschaut, dann wird der Gegensatz zwischen den lieben und netten Charakteren von TNG und denen der Discovery nun auch deutlich sichtbar. Das mag nicht jeder. Ist ja in Ordnung. Keine Frage, wer "The Orville" mag, der soll damit glücklich werden. Aber warum ich damit nicht glücklich werden kann - selbst nach dem Anschauen der aktuelleren Folgen - das steht halt weiter oben. In noch länger. :-)
#12 Christian Spließ 2017-10-19 00:03
zitiere Hydroxide:
"Realistisch" ist an Discovery präzise gar nichts. Es werden schlichtweg Negativ-Klischees bedient, die Fans von Grimdark super finden mögen, aber allein die Tatsache, dass man schreibt, dass Deep Space Nine "so richtig gut wurde", als es in die gleiche Kerbe schlug (und damit nur eine "Krieg im Weltall"-Serie von vielen wurde), sollte einem zeigen, dass darin nichts Neues ist. Das wurde mittlerweile zigmal durchexerziert, insbesondere mit dem Battlestar Galactica-Reboot. Daran ist nichts "gewagt", ausser die Identität der Franchise über Bord zu werden und sie in ihr genaues Gegenteil zu verkehren. Dass ein Publikum für so etwas existiert, ist bekannt. Für's Massenpublikum hat spätestens Game of Thrones das Thema erschlossen.
Im Übrigen ist auch der Kommentar, DS9 habe unter Roddenberrys Dogma gelitten kurios - Roddenberry war bereits tot, als DS9 anlief.!


Richtig - Roddenberry hat wohl die ersten Drehbücher noch zu Gesicht bekommen und skeptisch gefragt, ob eine Serie auf einer Raumstation funktioniert. Aber die Geisteshaltung von Roddenberry, das Optimistische Grundprinzip sozusagen, das ist durchaus in den ersten Staffeln von DSN noch spürbar. Insofern mag mein Kommentar nicht richtig in dem Sinne gewesen sein, aber das Flair von Rhoddenberrys Vision etwa, das verflüchtigt sich später dann schon bei DSN. (Man kann auch überlegen, warum eigentlich Quark als Figur eingeführt wird, der ja außerhalb der "netten" Besatzung steht....)

Dass zudem Krieg und Konflikte in Star-Trek nichts Neues sind - natürlich nicht. Generell ist eine Geschichte ohne Konflikt sehr langweilig und wir wären beim Hund, der einen roten Ball nachrennt. :-)

Nur: Wo genau sind die Fragen, die Star Trek Discovery aufwirft nun nur "Show"? Sehe ich nicht so: Darf man ein Wesen leiden lassen zum Wohl der Anderen? Ist die Frage nach dem Nationalismus etwa nicht relevant momentan? Star Trek Discovery stellt keine Fragen um der "Show" willen, auch wenn die Serie enorm gut produziert ist. Zudem zeigt Discovery auch den Konflikt zwischen dem Erforschen und Erkunden und dem kriegerischen Agieren-Müssen - siehe Folge 3, Bärentierchen-Debatte oder Folge 5, wo die Frage nochmal geklärt wird. Insofern: Fragen nur zur "Show" zu stellen? Sehe ich nicht.

Und ja, Star Trek Discovery ist düster. Die Föderation befindet sich im Krieg mit den Klingonen, was halt dazu führt, dass alles düsterer und dunkler ist. Das kann man der Serie durchaus vorwerfen, dass sie nicht zimperlich ist Charaktere sterben zu lassen - aber das passiert im Krieg halt. Bisher hält sich die Rate gegenüber "Game of Thrones" aber noch sehr in Grenzen. Was die Crew anbelangt.

Insofern: Discovery erzählt mit Charakteren, die man nicht sofort mag - was ich aber realistischer finde als dass man gleich alle in sein Herz schließt - von Situationen des Krieges. Mit den ganzen Fragen, die sich da stellen. Was daran "Show" ist - gute Frage. Unterhalten möchte die Serie ja, aber Unterhaltung gepaart mit einigen nachdenklicheren Untertönen finde ich durchaus passend für unsere Zeit.
#13 Christian Spließ 2017-10-19 00:06
zitiere Zakum:
Eine ganz banale (als Kontrast zum Artikel) Frage:
Warum nennt man eine Frau eigentlich "Michael"?


Weil der Produzent Bryan Fuller das gerne mit seinen Hauptfiguren so macht. Siehe Georgia "George" Lass in Dead Like Me etwa. Andererseits wird gemunkelt, Michael könnte auch eine Transgenderfigur sein... Bisher hat sich das nicht bestätigt.
#14 Hydroxide 2017-10-19 01:45
zitiere Christian Spließ:

Nur: Wo genau sind die Fragen, die Star Trek Discovery aufwirft nun nur "Show"? Sehe ich nicht so: Darf man ein Wesen leiden lassen zum Wohl der Anderen? Ist die Frage nach dem Nationalismus etwa nicht relevant momentan?


Genau das ist der Punkt - momentan. Wenn sie zum Zeitpunkt der Serie immer noch relevant ist, dann haben wir ein Problem. Und die Serie trägt dazu bei, dass dem so ist, denn indem sie diese Probleme als zeitgenössisch schildert, sagt sie aus, dass wir auch mit unserer alten Denke so lange durchhalten werden.

Zitat:
Insofern: Discovery erzählt mit Charakteren, die man nicht sofort mag - was ich aber realistischer finde als dass man gleich alle in sein Herz schließt - von Situationen des Krieges. Mit den ganzen Fragen, die sich da stellen. Was daran "Show" ist - gute Frage. Unterhalten möchte die Serie ja, aber Unterhaltung gepaart mit einigen nachdenklicheren Untertönen finde ich durchaus passend für unsere Zeit.
Warum soll man drüber nachdenken? Ist ja alles halb so wild. Wird schon kein Nuklearkrieg ausgelöst werden, wenn wir unsere Hormone nicht in den Griff kriegen und weiterhin glauben, dass der Zweck die Mittel heiligt. Genau das ist es, was die Serie aussagt. Wo die alten Serien gesagt haben, dass wir uns ändern müssen, wenn wir eine Zukunft haben wollen, sagt diese Serie "Einstein war ein geistiger Dünnbrettbohrer, der keinerlei Ahnung hatte". Siehe mein Zitat oben.

Ich fürchte, die Schreiber der Serie überschätzen sich maßlos.
#15 Andreas Decker 2017-10-19 12:01
zitiere Christian Spließ:
Was mich aber wundert: Sehen Fans von Star Trek eigentlich keine anderen modernen Serien? Oder nur sowas wie "Elementary", "Lie to me", "Big Bang Theory"? Kein "Game of Thrones", kein "House of Cards" und kein "Dead Like Me"


Bestimmt sehen sie sie. Aber dieses ständige Grim'N'Gritty mit seiner oft schwerfälligen "Relevanz", bei dem man kein Kapitel verpassen darf, hängt einem mittlerweile zum Hals raus. Dazu kommt noch das fast schon groteske Überangebot. Manchmal ist man schon wieder froh, wenn sich alles nicht so ernst nimmt.

Und mal ehrlich, man kann den Mythos Roddenberry auch zu ernst nehmen. Für jede Episode von ST, die wenigstens ein bisschen über den Tellerrand geschaut hat mit ihrer humanistischen Botschaft, gibt es andere, die das genaue Gegenteil vertreten und den damaligen amerikanischen Zeitgeist zementieren.

zitiere Hydroxide:

Ich fürchte, die Schreiber der Serie überschätzen sich maßlos.


Klar tun sie das. Wenn man relevant sein will, ist man es nie. So etwas lässt sich nicht im Reagenzglas zusammenbrauen.

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