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Ein phantastischer Filmklassiker - Liebe, Zombies und ein übler Kampfstoff

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 114
Liebe, Zombies und ein übler Kampfstoff

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. So ganz geistlos müssen Zombies ja nicht sofort sein.


Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)
Eingangs sollte man hier vielleicht eine Warnung an alle Filmfreunde des Genres und bei Fans der Zombies im allgemeinen loslassen, die sich vielleicht noch mit dem Gedanken tragen, sich diesen hier nun vorgestellten Film noch zuzulegen.

Hier gibt es durchweg einige Mogelpackungen auf dem Markt, auf die man verdammt schnell hereinfallen kann. So gibt es den Film mit einem sehr schönen Cover und mit dem netten roten Button mit der FSK-Freigabe ab 18 Jahren ja locker (z.B. über Amazon) als DVD bzw. BD im Handel. Nun solltet ihr, bevor ihr nun diese Version des Films RETURN OF THE LIVING DEAD III "in den Einkaufswagen" legt oder am PC klickt, lieber nochmals genau neben der Info zur Altersfreigabe oder Sprache und Erscheinungsdatum auch die Spieldauer ansehen. Ist dort die Laufzeit des Films nämlich mit 75 Minuten angegeben, dann bitte Finger weg von diesem Film.

Warum? Nun, es gibt wohl einige Fassungen auf dem Markt, die ziemlich geschnitten sind. Aber diese durchaus optisch recht ansprechend aufgemachte Version (wenn man von dem hässlichen FSK-18-Logo mal absieht), ist eine - wie das Landvolk sagen würde - absolute Mogelpackung. Es handelt sich hier nämlich um eine FSK-16er-Fassung bei der man ziemlich frech nur das FSK-Logo ausgetauscht hat. Oder anders gesagt: Diese Version des Films mit der 18er Freigabe ist absolut Kindergarten tauglich und befindet sich bereits seit Oktober 2012 auf dem deutschen Markt.

Das man sich hier also mitunter auch nicht einmal mehr auf die (ungeliebte) FSK-Freigabe verlassen kann, weil scheinbar jede Vertriebsfirma auch lustig eine höhere Altersempfehlung aufdrucken darf, ist schon irgendwie der Gipfel der Unverschämtheit. Der unbedarfte Kunde geht hier nämlich unter Umständen davon aus, dass er hier die Version für Erwachsene käuft und erhält aber tatsächlich eine völlig verstümmelte 16er Fassung untergejubelt. Entsprechend konnte ich in manchen Foren im Internet die zum Teil recht enttäuschten bis wütenden Kommentare hierzu im Vorfeld lesen, worauf ich dann mal selbst nachgesehen habe und auch fündig geworden bin.

Wer also eine wirkliche Unrated-Fassung sein Eigen in der Filmsammlung nennen möchte, der sollte am besten gleich im angrenzenden Ausland nachsehen oder bei NSM Records vorbei schauen. In Sachen RETURN OF THE LIVING DEAD III liegt mir nämlich eine Version von NSM Records mit zwei DVDs vor. Dabei handelt es sich zum einen um eine R-Rated-Version und einmal um die Unrated-Fassung samt einem schönen Booklet, in dem man sich auf den betreffenden Seiten auch gleich samt Bilder inhaltlich dem Schnitt- und Szenenvergleich annimmt. Die Gesamtspielzeit beträgt bei beiden Versionen von NSM Records daher auch nicht um die 75 Minuten (bei der Mogelversion bei DVD und BD gleich), sondern um jeweils satte 93 Minuten Spielzeit, was einen Unterschied von lockeren 18 Minuten Spielzeit ausmacht. Also vor dem Kauf bitte Augen auf, wenn es nachträglich keine Tränen geben soll.

Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)Eine Romanze, die sogar noch passt:
Damals waren Zombies ja bei mir und in meinem Freundeskreis noch ein Garant dafür, uns an den Wochenenden in die Nachbarstadt nach Opladen/Leverkusen ins Kino zu locken. Zwar sahen wir uns auch andere Filme an, aber wenn es um Zombies ging, dann lagen uns die Namen George Romero und Lucio Fulci natürlich direkt auf den Lippen.

Man ging also gleich in die erste Vorstellung, was damals noch garantierte, dass der Jugendschutz seine Schere hierzu noch nicht ausgepackt hatte. Spätestens als die Filme dann auf VHS das Licht der Welt erblickten, sind sie recht schnell der Indizierung anheim gefallen oder wurden unsäglich verstümmelt in die Auslage gestellt. Trotzdem ist uns der erste und danach auch der zweite Film aus der Reihe RETURN OF THE LIVING DEAD irgendwie durch die Lappen gegangen. Mag allerdings sein, dass wir damals schon den deutschen Titel VERDAMMT, DIE ZOMBIES KOMMEN gehört hatten, der sich irgendwie recht neben der Spur anhörte. Und es mag sogar sein, dass hierbei auch der Hinweis auf eine Zombie-Komödie gefallen sein dürfte, was uns dann ein weiteres mal abgeschreckt haben könnte. So genau kann ich dies nach all den Jahren nun nicht mehr nachvollziehen. Aber beides, der dümmliche deutsche Titel in Verbindung mit dem Hinweis auf eine Komödie konnten uns damals von einem Film des Genre durchaus Abstand nehmen lassen. Ähnlich verhält es sich bei der Fortsetzung von RETURN OF THE LIVING DEAD. Welcher Fan von blutigen Horrorfilmen geht denn bitte in einen Zombiefilm, der einen solchen verhunzten deutschen Titel trägt wie  TOLL TREIBEN ES DIE WILDEN ZOMBIES (1989)? Ehrlich, da hätte man doch mit der Dachlatte reinhauen sollen bei solchen (Verzeihung für meine nun kommende Ausdrucksweise) absolut dämlich eingedeutschten Filmtiteln.

Bei RETURN OF THE LIVING DEAD III kam dann allerdings mein Freund und Besitzer der Videothek in unserer Straße ins Spiel. Denn der hielt mir eines Tages die VHS-Kasette dieses dritten Ablegers unter die Nase. Der Film war natürlich noch in der originalen Kinofassung, wenn der also nicht mehr in der Auslage präsentiert werden durfte( z.B. wegen allgemeiner Beschlagnahmung), dann hielt mein Freund zumindest für spezielle Kunden, denen er vertrauen konnte, den einen oder anderen Film des Genre auch unter der Ladentheke bereit. Also wurde nicht lange gemeckert, sondern der besagte Film mit nach Hause genommen und damals zur Freude von mir und meiner Mutter angesehen.

Das der Film auch eine etwas intensivere Romanze unter zwei Teenagern beinhaltete, machte mich zwar etwas stutzig, aber als ich so zwei bis dreimal gestutzt hatte, musste ich ehrlich gesagt zugeben, dass diese Lovestory sich durchaus recht angenehm und glaubwürdig in die Gesamthandlung einpasste. Ja, eigentlich hätte der Film so auch ohne diese Romanze nicht einmal wirklich funktioniert. Das man - nun als Zombie wieder von den Toten auferstanden - noch über eine hohe Menge an Intelligenz und Bewußtsein verfügte, war mir in dieser Form allerdings damals noch recht neu. Doch man gewöhnt sich ja ziemlich schnell an noch unbekannte Ideen und so abwegig erschien es dann nun auch nicht wirklich. Ganz im Gegenteil sogar, denn es war durchaus schon interessant mitzuverfolgen, wie eben diese Intelligenz und das Bewußtsein über die Zeit, als man noch Mensch war, langsam aber sicher zu Staub zerfällt, während die animalische und geistlose Gier nach Menschenfleisch (oder hier für Feinschmecker auch das Gehirn) stetig dieses mehr und mehr ersetzte.

Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)Aber auch die Hintergrund-Story wusste zu gefallen. Denn die lebenden Toten standen nun nicht einfach mehr aus den Gräbern auf, wobei niemand wusste, warum oder wieso sie es gerade jetzt taten, sondern hier stand das Militär und seine kriegerische Forschung dahinter. Das Zauberwort hieß TRIOXIN, ein Kampfstoff, der die Lebensfunktionen der Toten einfach reanimierte und diese dann zu mörderischen Fressmaschinen umwandelte. Hier aber lag dann auch die nachvollziehbare innere Logik, denn das Militär hatte einige Probleme, wenn sie die Zombies im Krieg als Waffe einsetzen wollten. Zum einen waren diese Bestien nicht einfach mehr tot zu kriegen und zum anderen konnte man sie auch bisher nicht kontrollieren. Zum Verständnis sei hier angemerkt, dass man diese Zombies auch in den Kopf schießen konnte und die Monster standen trotzdem wieder auf, was sie in Filmen von Romero und Fulci ja bekanntlich nicht mehr taten. So setzten die einen vom Militär (gleichsam innerhalb der Handlung der Vater des männlichen Hauptdarstellers) auf eine neuartige Waffe mit sogenannten Acid Projectiles (also Säureprojektile) um die Zombies ein für allemal außer Gefecht zu setzen, während eine karrieresüchtige weibliche Militärangehörige mit Namen Lt. Col. Sinclair die Zombies gleich in ein steuerbares Exoskelett stecken will, welches wohl auch aus Kostengründen nicht gerade an erster Stelle bei den Generälen stand. Die sich nun daraus ergebene Rivalität untereinander sorgt für weitere gefährliche Momente, zumal die besagten speziellen Projektile einmal abgefeuert und ins Ziel gebracht, auch nicht den gewünschten Langzeiteffekt bei den Zombies aufweisen.

Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)Dabei gibt es innerhalb der Handlung durchaus den einen oder anderen Moment, wo man dann als Zuschauer doch mal ein wenig schmunzeln kann. Das ist dem Gesamtfilm und seiner Handlung allerdings nicht wirklich abträglich, sondern lockert die Handlung an sich sogar etwas auf, ohne dabei nun völlig in Richtung einer Komödie abdriften zu wollen, die schnell einen gewissen Hauch von Albernheit hinter sich herziehen könnte. Wirklich düster und beängstigend wie etwa bei den Zombiefilmen von Fulci oder Romero ist RETURN OF THE LIVING DEAD III allerdings auch nicht durchgehend. Er besitzt zwar auch so manche düsteren Elemente und ebenso nette Schreckmomente, doch an sich punktet er, wenn man es mal so ausdrücken will, eher durch nicht wenige absurde und schrille Momente. Denn hier gibt es Zombies in Dosen (oder besser gesagt, eingemacht in Fässern), andere Zombies, weil körperlich mittlerweile verwachsen, reißen sich die letzten Reste an Haut selbst ungewollt von den Knochen oder einem weiteren wird die Wirbelsäule so weit aus dem Oberkörper gezerrt, dass er nun mit dem Kopf wie eine Giraffe mit langem Hals wirkt. Zu nennen wäre dann auch noch die Hauptfigur der jungen und etwas verrückten Julie Walker, die schon zu Beginn des Films ein wahres Leckerchen (zumeist) für das männliche Auge darstellt und dann innerhalb ihrer fortschreitenden Entwicklung zum Zombie per Make-up und Kostümelemente die Herzen aller Sadomaso-Fans höher schlagen lässt. Laut Ausgabe des US-Magazins "Fangoria" (Ausgabe 127 aus dem Jahr 1993) bestand dieser Sadomaso-Zombie-Look aus über 100 Teilen, wobei man hierfür satte 9 Stunden benötigte, um diese alle fachgerecht an der Schauspielerin Melinda Clarke anzubringen. Da der eigentliche Drehplan allerdings (nur) rund 24 Tage mit zwei Kamerateams betragen sollte, reduzierte man dann die Maske bei ihr auf 6 Stunden, wobei man z.B. ohne Glamour-Make-up arbeitete. Das man für den Film auch einiges an Gewicht am Körper mitzuschleppen hatte, davon konnte dann der Darsteller Basil Wallace hier als "Riverman" ein Lied von singen. Denn das von Tim Raldton entworfene Metall-Exoskelett brachte locker mal 75 Pfund auf die Waage.

Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)Kleine interessante Dinge:

  • Regisseur und Produzent Brian Yuzna war etwas von seiner weiblichen Monsterkreation aus dem Film BRIDE OF RE-ANIMATOR (1989) enttäuscht gewesen. In dieser Horror-Komödie nach einer Geschichte von H.P. Lovecraft, die als blutigster Film des Genres galt, jedoch nur eine schwache Parodie auf FRAKENSTEINS BRAUT darstellte, hatte für ihn zum Schluss eben für seine weibliche Monsterkreation einfach noch zu wenig Leinwandpräsenz. Um diesen Fehler nicht nochmals zu wiederholen, setzte er bei RETURN OF THE LIVING DEAD III direkt darauf, dass der Figur der Julie Walker eine größere Präsenz in der Filmhandlung zukam. Yuzna hatte im übrigen schon seit langem versucht, selbst eine Fortsetzung von RETURN OF THE LIVING DEAD zu machen, weshalb er dann auch für Part 3 die erste Wahl gewesen ist.

  • Anthony Hickox, seines Zeichens Regisseur von Horrorfilmen wie WAXWORK (1988) und HELLRAISER III (1992) spielte hier in RETURN OF THE LIVING DEAD III einen der Regierungswissenschaftler auf dem abgesicherten Militärstützpunkt, der allerdings von einem der Zombies, die hier zu Testzwecken gehalten werden, frühzeitig ins Jenseits befördert wird.

  • Neben der Unrated-Version damals auf Kasette, wurde der Film auch in einer R-Rated-Version in den USA veröffentlicht. Um hier allerdings die gewünschte R-Bewertung zu erhalten, musste der Film um 50 bis 60 kleinere Szenen "getrimmt", also wohl geschnitten werden.

Nun sollten wir uns aber von den kleineren, wenn auch interessanten Informationen mal wieder trennen, denn der Abgabetermin tritt mir mit den Knien schon in den Nacken und der Artikel soll ja auch keine extreme Überlänge erhalten (irgendwann müsst ihr ja alle mal ins Bett). Kommen wir hier also mit recht flotten Schritten zur eigentlichen Handlung von RETURN OF THE LIVING DEAD III und schreiten auch hier mit gleichem, schnellen Schritt mal hindurch. Wer da also die Handlung/den Film noch nicht kennt, dem sei der Genauigkeit wegen angeraten, sich diesen in der Unrated-Fassung zuzulegen.

Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)"Tote sollte man nicht wecken":
Der junge Curt Reynolds kann ein Lied davon singen, was es heißt, der Sohn eines hohen Militaristen zu sein. Zu oft musste er schon in neuen Städten und Schulen wieder Fuß fassen und gefundene Freunde verlassen. Je nachdem eben, wo sein Vater, Col. John Reynolds gerade wieder versetzt wurde. Doch nun hat sich Curt verliebt in die hübsche wie etwas verrückte Julie Walker. Und Julie ist ganz heiß darauf zu sehen, was in dieser gut abgeschirmten Militärbasis abgeht. Gerüchte gibt es ja schließlich genug. Also klaut Curt seinem Dad kurzerhand den elektronischen Sicherheitsausweis und dringt mit Julie in der Nacht heimlich ein.

Was sie dann jedoch beobachten, schockiert sie zuerst ziemlich, wobei es Julie ist, die sich eher wieder fängt und das ganze irgendwie als "abgefahren" empfindet. Denn mithilfe des Kampfstoffes Trioxin lassen die Militärs dort Tote wieder zu blutrünstigen Bestien ins Leben erwecken. Ziel dieser Forschungseinrichtung ist es, hier unzerstörbare Bio-Einheiten für den Kriegseinsatz zu schaffen. Und der bisherige Projektleiter ist niemand anders als Curts Dad. Gerade experimentiert man daran, mithilfe des speziellen Gases Trioxin eine Leiche wieder ins Leben zurück zu holen. Doch der Versuch, diesen in einen sicheren Zustand zurück zu versetzen, ist bei dem Zombie nur von recht kurzer Dauer und es kommt in dem abgeschirmten Raum zur blutigen Katastrophe. Selbst die nun direkt auf den Kopf des Zombies abgefeuerten Acid-Spezialprojektile können dieses Monster nur eine begrenzte Zeit lahmlegen. Geschockt flüchten indessen Curt und Julie wieder aus der Militäreinrichtung, in der sich indessen Lt. Col. Sinclair die hände reibt. Wenn Col. Reynolds nämlich mit seinen Tests versagt, hat sie mit ihrem Projekt eines steuerbaren Exoskelett für die Zombies wieder Oberwasser.

Daheim kommt es späterhin dann zum Streit zwischen Curt und seinem Vater, der wieder einmal wegen der nun gescheiterten Versuchsreihe an einen anderen Standort versetzt werden soll. Curt weigert sich, Julie und die Stadt wieder wegen seines Vaters verlassen zu müssen und reißt kurzerhand mit Julie auf dem Rücksitz seines Motorades aus. Dabei kommt es jedoch zu einem folgenschweren Unfall, bei dem Julie stirbt. Verzweifelt sieht Curt keinen anderen Ausweg, als mit ihrer Leiche sich zurück zum Militärstützpunkt zu schleichen und sie dort dem Gas auszusetzen, um das Mädchen das er liebt, wieder ins Leben zurück holen zu können. Schließlich befindet sich ja immer noch Daddys Sicherheitsausweis in seinem Besitz.

Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)Die Reanimation von Julies Leiche gelingt und beide machen sich wieder auf zur Flucht. Doch Julie selbst stellt schnell einige seltsame Veränderungen an sich fest, auch wenn sie scheinbar immer noch Herr ihrer Sinne und Gedanken ist. Auch das Curt sie aus Liebe wieder von den Toten zurück geholt hat, behagt ihr nun nicht mehr wirklich, denn sie spürt nun einen gewaltigen Hunger, der ihr recht seltsam vorkommt. In einem nahe gelegenen Supermarkt macht sich Julie also über alles Essbare her, doch dies stillt weder ihren Hunger noch scheinen ihr die Nahrungsmittel wirklich zu bekommen. Als es dann durch eine vierköpfige Latino-Gang zum Streit mit dem Ladenbsitzer kommt, der darauf auch angeschosesen wird, geraten auch Curt und Julie in diese Auseinandersetzung mit hinein. Dabei beißt Julie einem der Gang-Mitgleider ein Stück Fleisch aus der Hand. Da sich alles geradezu überschlägt und auch das Militär mittlerweile unter dem Kommando von Lt. Col. Sinclair anrückt, entschließt man sich zur Flucht, wobei die Mitglieder der Gang Curt und Julie tödliche Rache schwören.

Das Militär weiß inzwischen um Julies Zustand und Lt. Col. Sinclair, eine karrieresüchtige Frau und kaltherzige Militaristin, würde nicht davor zurück schrecken, auch Curt bei der Flucht zu erschießen. Daher macht sich Curts Vater mit einigen wenigen loyalen Männern auf eigene Faust auf, Curt und Julie aufzuspüren.

Zwischen Julie und Curt kommt es indessen zu einem Streit, zumal Julie auf der Flucht den schwer verletzten Ladenbesitzer das Gehirn weggefressen hat um ihren Hunger zu stillen, was ihr jedoch auch jetzt kaum gelingen will. Denn das verspeisen von menschlichem Hirn kann ihren gewaltigen Hunger nach mehr nur für sehr kurze Zeit lindern. Da ihre Flucht sie nun auch durch die Kanalisation führt und Julie dieses neue Leben zutiefst verabscheut, stürzt sie sich von oben herab in einen künstlich angelegten Flusslauf der Kanalisation. Auch Curt ist schockiert von ihrer kannibalistischen Sucht, will aber andererseits nicht ohne sie leben und macht sich erneut auf die Suche nach ihr. Hierbei trifft er auf den Obdachlosen Riverman, der ihre Leiche im Wasser abtreiben gesehen hatte. Beide finden Julie, die auch diesen Suizidversuch ohne weiteres überstanden hat. Um die nicht enden wollende Sucht nach lebendem Menschenfleisch jedoch zu unterdrücken, ist sie dazu übergegangen, sich selbst empfindliche Schmerzen zuzufügen.

Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)Riverman hilft den beiden jungen Leuten sich zu verstecken, doch recht bald ist ihnen die Latino-Gang wieder auf den Fersen. Es kommt zur Katastrophe, zumal die Bestie in Julie immer mehr die Oberhand gewinnt und ihre Menschlichkeit verdrängt. Statt jedoch den Tod zu finden, werden nun auch die Gangmitglieder und Riverman zu blutgierigen Zombies. Weinend fleht sie Curt um Hilfe an, während das Militär anrückt und es Curts Vater gelingt, alle anwesenden Zombies, einschließlich Julie außer Gefecht zu setzen und so seinen Sohn zu retten.

Da Curt sich später auf dem Militärstützpunkt kooperativ verhält, bleibt das bisher Geschehene für ihn und seinen Vater folgenlos. Doch als Curt nachfragt, was mit Julie passieren wird, die er trotz allem immer noch liebt, weicht man seinen Fragen aus. Also macht er sich heimlich im Stützpunkt auf die Suche nach ihr, wobei er sieht, wie die untoten Kreaturen in menschenunwürdiger Weise zerstückelt werden. Auch Julie findet er bald weinend und angekettet vor, da man sie ebenfalls zu einer dieser "Wunderwaffen" des Militärs machen will. Erneut eilt Curt daher Julie zu Hilfe, befreit sie und löst dabei in der Forschungseinrichtung des Militärs unweigerlich eine Katastrophe aus, bei der die meisten Soldaten und Wissenschaftler von den nun über sie herfallenden Zombies gebissen werden. Zwar will Col. John Reynolds seinen Sohn auch jetzt nicht diesem Schicksal überlassen, doch Curt, der trotz der Hilfe durch den im Exoskelett steckenden Riverman nun selbst von einem Zombie gebissen wurde, macht seinem Vater klar, dass es für ihn kein Zurück in die Normalität mehr gibt. Sein Vater muss nun alleine fliehen, bevor die Basis wegen der Gefahr durch die befreiten Zombies hermetisch verriegelt wird. Curt und Julie wählen innerhalb der Basis indessen gemeinsam den Freitod in den Flammen des Krematoriums der Basis.

Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)Meine Filmkritik:
Ja, da muss man nun nicht lange reden, dieser Zombiefilm ist kein wirklich beängstigender Horror wie man ihn seitens George Romero oder Lucio Fulci kennt. Hierfür ist er etwas zu schrill und beizeiten weist er auch den einen oder anderen komödiantischen Ausreißer auf um wirklich in voller Breite beängstigend zu sein.

Das macht den Film RETURN OF THE LIVING DEAD III aber nun nicht unbedingt zu einem schlechteren Beitrag in Sachen Zombies und Horror im allgemeinen. Der Film weiß durch so manche mitunter bizarre Idee durchaus zu punkten und auch die in der Handlung eingebettete Romanze zwischen zwei Teenagern wirkt sich hier absolut nicht störend oder gar unnötig aus.

Die Besetzung ist hier auch durchweg als gelungen zu betrachten und J. Trevor Edmond als Curt Reynolds als auch Melinda "Mindy" Clarke als Zombiebraut Julie Walker können hier durch die Bank weg durchaus überzeugen. Besonders Melinda Clarke gelingt es hier sehr gut, dass Beste aus ihrer "After-Death-Angst" heraus zu holen, wie es der Autor Arnold T. Blumberg es etwas später so treffend formulierte.

Der Versuch, hier einmal einen jungen, weiblichen Zombie-Charakter zu schaffen, der auch für den unbedarften Zuschauer, wie auch den Fan von Zombiefilmen tatsächlich bis zum bitteren Ende attraktiv bleiben würde, kann man hier, vielleicht auch oder gerade wegen der netten Fetischeinlage nur als gelungen betrachten. RETURN OF THE LIVING DEAD III ist eben ein etwas anderes Kaliber von Zombiefilm an das man sich gegebenenfalls nach den Klassikern des Genre seitens Romero und Fulci, erst gewöhnen musste bzw. muss. Streckenweise wirkt er sogar nicht einmal wirklich so blutig bzw. eklig wie die Klassiker der erwähnten Zombiefilm-Päpste, denn mitunter wirken manche Szenen so überzogen, dass man sich ein Augenzwinkern und ein leichtes Lächeln nun wirklich nicht verkneifen kann.

Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)Auch bei so manchen Kritikern von damals konnte dieser dritte Film der insgesamt fünfteiligen Filmreihe durchaus eine beträchtliche Menge an Lob heraus kitzeln. Und auch mir bleibt hier eigentlich nur noch zu bestätigen, dass dieser etwas flippige Zombie-Schocker mich durchweg immer gut zu unterhalten wusste (sofern man eben keine verstümmelte 16er-Version vor Augen hat), weshalb ich ihm hier auch gerne die vollen fünf von insgesamt fünf Gehirne für den Speiseplan serviere.

Ausblick:
Wenn am nächsten Samstag DER FILMKLASSIKER wieder ansteht, dann wird es am darauf folgenden Sonntag ziemlich Weihnachtlich. Vorausgesetzt, ihr seit fitt und fangt nicht an, auch noch den fünften Advent zu begehen, denn dann habt ihr mit Sicherheit Weihnachten verpennt.

Und weil das so ist und es auch gerade so fein bei meiner persönlichen Filmsammlung passt, bekommt ihr an diesem Samstag vor der Bescherung nochmals ein paar Leichen zum Festtag serviert. Ja, auch zum Fest der Feste darf lustig weiter gestorben werden. Dabei handelt es sich nicht um einen Krimi oder Thriller und auch nicht um einen Beitrag, der eventuell besser in den Bereich des Phantastischen passen würde. Schließlich gibt es ja auch einige Filme im Bereich des Horrors, die Weihnachten ziemlich blutig ausgestalten oder wo gar der Nikolaus fröhlich die Axt unterhalb der Kinnlade sausen lässt.

Übrigens, der Nikolaus in seinem blutroten Gewand ist in den USA so ziemlich das, was man hier langläufig bei den Kinderchen als das Christkind bezeichnet, nur eben mit einer ordentlichen Geschlechtsumwandlung samt Bartwuchs. In den USA nennt man den Nikolaus ja Santa Claus, was sich nicht herleitet vom Ausruf "Santos klaut", wie böse Zungen vielleicht behaupten.

Der Film den ich euch allerdings an besagtem Samstag vor Weihnachten servieren werde, kommt völlig ohne den Transgender-Heiligen im roten Schlafanzug und mit Gute-Nacht-Mütze samt Gesichtsurwald aus. Auch spielt der Film nicht gerade in einer Gegend, in der Schnee eine bekannte Größe in Sachen Wetterbericht sein dürfte. Dafür spielt die Handlung des Films in der frühen, sehr besinnlichen Zeit von 1895, kurz vor Heiligabend.

Was darf ich euch denn nun noch verraten? Ihr wollt ja mal ein schweres Rätsel von mir. Nun, es gibt schon mal zwei miese Vögel aus der Verwandtschaft. Ein verliebtes Töchterlein, dass sich jedoch völlig in den flaschen Lümmel verliebt hat und zwei Mörder. Na ja, eigentlich sind es ja drei Mörder, aber der eine ist etwas arg klein geraten. Ist also die Frage, ob man ihn hier in einem Atemzug gleich mitnennen kann.

Der Weihnachtsbaum wird aus dem Garten einer hochgestellten Persönlichkeit geklaut (wobei auch hier die schönen Blumen entwendet werden). Und zur Bescherung gibt es eben zwei Leichen die sich allerdings angesichts der Festlichkeiten sehr diskret verhalten und am Abend gehen dann alle wieder freudig ins Bett oder eben dahin, was sie die letzten Jahre schon als eine Art Heimat angesehen haben und alle sind glücklich und zufrieden. Gut, bei den Leichen bin ich mir da jetzt nicht so sicher.

Das müsste doch eigentlich für des Rätsels Lösung genügen ... oder? Nein? Ach so, ich hatte ja ganz den berufsmäßigen Gauner vergessen, der in dem gemüdlichen Treiben auch noch eine gewichtige Rolle spielt. Doch damit lasse ich es jetzt hier einmal bewenden, sonst wird es doch wieder zu einfach für euch und so wünsche ich euch von dieser Stelle mal ein fröhliches Tschüss ... Servus ... und Grüß (mir) die Oma. Ach ja, und viel Spaß beim Raten, um welchen FILMKLASSIKER es sich handelt.
Return of the Living Dead III (Return of the Living Dead 3)
Return of the Living Dead III
(Return of the Living Dead 3)
mit Melinda Clarke, J. Trevor Edmund, Kent McCord, Sarah Douglas, James T. Callahan, Abigail Lenz, Basil Wallace, Jill Andreas, Billy Kane, Mike Moroff, Pia Reyes, Dana Lee, Fabio Urena, Sal Lopez, Anthony Hickox, Michael Deak u.a.
Regie: Brian Yuzna
Drehbuch: John Penney
Produktion: Brian Yuzna, Gary Schmoeller
Genre: Horror
Laufzeit: 93 Minuten
Anzahl: 2 DVDs (Unrated & R-Rated-Version)
Extras: Booklet mit Schnitt- und Szenenvergleiche
Vertrieb: NSM Records
Version: Limited Uncut Edition
DVD/FSK: Keine Jugendfreigabe
USA 1993

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Kommentare  

#1 Friedhelm 2017-12-16 14:00
Wie bereits letzte Woche schon erwähnt, habe ich nur den ersten Teil gesehen. So kann ich zum 3. Teil also gar nichts beisteuern.

zum Ausblick: Wenn ich (auch diesmal) nicht irre, dann sind Humphrey und Peter dabei - und "der kleine, dritte im Bunde dürfte dann "Mr. Snake" ( nenne ich einfach mal so - hat eigentlich einen anderen Namen. ) sein.

Der Film wurde schon seeeehr lange nicht mehr im Deutschen TV gezeigt. Früher, in den Siebzigern habe ich ihn dann -logischer Weise- in der ARD, am Heiligen Abend gesehen

Es gab dazu auch ein recht lausiges Remake..

Diesmal hast du dir ja wirklich Mühe gegeben, aber der "angerissene Plot" kam mir dann doch zu bekannt vor.
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#2 Laurin 2017-12-16 14:44
@ Friedhelm:
Ja, der Film wurde leider bisher recht stiefmütterlich von den zwei größeren Sendern ARD und ZDF behandelt. Welcher von denen damals mal den Film gebracht hatte, weiß ich jetzt so aus dem Ärmel geschüttelt, nicht direkt. Zwischendurch lief er aber auch mal auf einem der dritten Programme (daher dürfte auch die ARD von dir genannt, richtig sein). ;-)

Das US-Remake kenne ich allerdings nicht, bin aber auch nicht wirklich wild darauf, da dieses Original wohl kaum zu toppen sein dürfte. Das Remake basiert übrigens auf dem Bühnenstück. Es gibt da nämlich sogar noch eine weitere Verfilmung, allerdings nicht aus den USA.
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#3 Erlkönig 2017-12-17 20:21
Return of the living dead 3

Der Film wurde zu Video-Tape-Zeiten auch als
Uncut-Version unter dem etwas geänderten Titel "Die Rückkehr der liebenden Toten" von einigen Mail-Order-Vertrieben angeboten.

Ich stelle mir gerade vor, der Film würde zur Weihnachtszeit spielen. Ob Mindy C. dann wohl die aus ihr ragenden Haken und Ösen mit bunten Kugeln und Lametta behangen hätte? Sie wäre dann der 1. Weihnachtsbaum-Zombie gewesen. :-)


Ausblick

Gut besetzter Film. Etwas sentimental. Ich würde dem Film 2 von insgesamt 5 möglichen Heiligenscheinen geben, wenn nicht die Aussage des Filmtitels einer Heiligenschein-Vergabe im Wege stehen würde. :-) Nun aber genug von Weihnachtsfilmen. Jetzt werde ich mir die "Bloodwood Canibals" reinziehen.
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#4 Laurin 2017-12-18 13:49
Zitat Erlkönig:
"Ich stelle mir gerade vor, der Film würde zur Weihnachtszeit spielen. Ob Mindy C. dann wohl die aus ihr ragenden Haken und Ösen mit bunten Kugeln und Lametta behangen hätte? Sie wäre dann der 1. Weihnachtsbaum-Zombie gewesen. :-) "

Nun ja, ob das nicht etwas der düsteren Erotik abträglich gewesen wäre? Aber für die jetzige Zeit wäre ein solch geschmücktes Zombie-Mädel natürlich der absolute Gag. :lol:

Ach ja, die Heiligenscheine. Nur zwei? Dabei bekamen den am Ende des Films doch gleich alle verpasst. ;-)
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