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Valerian oder ein ganzes Universum im Rausch der Sinne

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Valerian and the City of a Thousand Planets)Valerian
... oder ein ganzes Universum im Rausch der Sinne

Schon im Kino und nun eben auch per DVD usw. haut uns Luc Besson nun ein Science Fiction Abenteuer um die Ohren, dass bereits hinsichtlich der Farbenpracht, des Ideenreichtums und der mitunter schrägnen Elemente andere Filme wie STAR WARS nach der Idee von George Lucas (nun allerdings seitens Disney und J.J. Abrams) oder AVATAR von James Cameron mitunter etwas blass aussehen lassen.

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Valerian and the City of a Thousand Planets)Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Valerian and the City of a Thousand Planets)
Blicken wr mal kurz zurück, so waren die Comics von VALERIAN ET LAURELINE (in Deutschland bekannt als VALERIAN UND VERONIQUE) schon damals für George Lucas mit eine Inspiration für seine erste STAR WARS-Trilogie gewesen. Nicht umsonst hat Luc Besson (LEON - DER PROFI) innerhalb der reichhaltigen Zitate und Andeutungen anderer SF-Filme gewildert (man achte nur auf die Szene, in der Laureline mit der Hand den Gruß der Vulkanier aus STAR TREK imitiert) und greift hier auch mit einem Augenzwinkern in Richtung George Lucas die Müllschlucker-Sequenz aus STAR WARS IV - EINE NEUE HOFFNUNG auf (lief damals in Deutschland als KRIEG DER STERNE in den Kinos).

Das Luc Besson sich mit VALERIAN - DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN einen filmischen Herzenswunsch erfüllte, steht hierbei hinlänglich außer Frage. Schließlich lies er sich ja schon 1997 in seinem kultigen SF-Film DAS FÜNFTE ELEMENT vom inhaltlichen Look der 22 Bändigen SF-Comic-Reihe inspirieren. Um VALERIAN jedoch umsetzen zu können, fehlte es für ihn schlicht noch an der nötigen Technik, um seine Visionen perfekt umsetzen zu können. Hier kam dann auch James Cameron mit seinem Film AVATAR ins Spiel. Denn ab da war für den umtriebigen Franzosen die Zeit reif, um VALERIAN umsetzen zu können. Also ließ er 2010 bereits die ersten Konzeptzeichnungen in Auftrag geben.

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Valerian and the City of a Thousand Planets)Das sich Luc Besson hier wirklich Zeit nahm, erstaunte dabei durchaus etwas, denn er gilt eigentlich als ein Macher, der, wenn er eine Filmidee ausgebrütet hat, auch gleich mit seiner Produktionsgesellschaft EuropaCorp ans Eingemachte geht. Das kannte man bereits, wenn er Filmreihen schuf wie TAKEN (in Deutschland bekannt als 96 HOURS mit Liam Neeson in der Hauptrolle), TAXI oder TRANSPORTER, die sich alle in den Bereich des Actionfilm einreihen. Quasi als Hebamme für VALERIAN fungierte  der SF-Action-Überraschungserfolg LUCY von Besson aus dem Jahre 2014 mit Scarlett Johannson und Morgan Freeman in den Hauptrollen. LUCY spielte nämlich bei einem recht minimalem Budget von rund 40 Millionen US-Dollar bis 2016 insgesamt 463,4 Millionen US-Dollar wieder ein. Dies reichte als Visitenkarte völlig aus, um für VALERIAN satte 180 Millionen US-Dollar einsammeln zu können und gleichsam in den eigenen kreativen Freiheiten nicht durch die Geldgeber eventuell beschnitten zu werden.

Luc Bessons SF-Traumprojekt VALERIAN besitzt natürlich einen nicht gerade geringen Spaßfaktor, den man bereits damals aus seinem SF-Film DAS FÜNFTE ELEMENT mit Milla Jovovich und Bruce Willis her kennen dürfte, der ja irgendwie auch als eine Art Testversion zu VALERIAN - DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN gilt. Denn bereits hier war ja schon zu erkennen, dass Besson sich durch die Comics um VALERIAN ET LAURELINE inspirieren gelassen hatte. Man kann hierzu durchaus aber auch feststellen, dass VALERIAN hier und da seine erzählerischen Schwächen besitzt, die jedoch das Gesamtwerk nicht wirklich schmälern können. Denn der Film ist schlicht eine abgedrehte und perfekt umgesetzte Verbeugung vor dem SF-Genre überhaupt und lässt selbst Filme wie STAR WARS: DAS ERWACHEN DER MACHT oder STAR WARS: DIE LETZTEN JEDI mitunter eher blass aussehen. Wildern diese doch selbst ersichtlich viel zu sehr bei der ersten STAR WARS-Trilogie von George Lucas herum und servieren so eigentlich den fasst gleichen "König" nur eben in etwas neu geschneiderten Kleidern.

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Valerian and the City of a Thousand Planets)Man lässt sich Zeit für Valerian und Laureline:
Luc Besson macht hier nicht den Fehler, die Zuschauer gleich mit den Hauptfiguren förmlich ins kalte Wasser zu stoßen, sondern er baut die Geschichte in Zeitsprüngen auf, bevor VALERIAN und LAURELINE in ihren Einsatz gehen und den Zuschauer dann in einer spacigen Achterbahnfahrt mitreißen. Dies beginnt mit einer Raumstation im Jahre 2020 in der Umlaufbahn der Erde, die stetig wächst, je mehr Staaten ihre Raumfahrer nach oben schicken, die schön zu den Klängen von David Bowies legendärem Song SPACE ODDITY sich bei ihrer Ankunft die Hände schütteln. Und dieser Faden reißt nicht etwa ab, sondern erweitert sich munter weiter, als auch die ersten Aliens sich nach und nach auf ihr einfinden und die Raumstation so immer weiter vergrößern, bis sie schließlich eine kritische Masse erreicht, die das Kraftfeld der Erde empfindlich beeinflusst. Also entschließt man sich dazu, die Schubtriebwerke zu zünden, die die gewaltige Raumstation und ihre angedockten Raumschiffe in Richtung der Magellan-Wolke schickt. Doch auch jetzt wächst diese gewaltige Raumstation weiter und weiter und nimmt ungeahnte Ausmaße an mit einer vielzahl von Menschen und anderen galaktischen Spezies.

Ein anderer Zeitsprung von rund 400 Jahren führt den Zuschauer dann allerdings erst einmal auf den friedlichen Planeten Mül. Einem Planeten mit weitreichenden Ozeanen und Sandstränden, auf denen die friedliebenden und offensichtlich alterslosen humanoiden Namens Pearls im Einklang mit ihrer Umwelt leben. Bei den nun betreffenden Szenen kommen einem durchaus manche Erinnerung zu Cammerons Film AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA in den Sinn.  Die Pearls wiederum leben in einer Art Symbiose auch mit kleineren Tieren, die, wenn man sie mit einer Perle füttert, diese in hoher Zahl reproduzieren können. Diese Perlen wiederum sind für die Pearls sehr wichtig, steckt doch in jeder von ihnen die benötigte Energie von nicht weniger als 20 Megatonnen. Doch dieses himmlich wirkende Idylle wird plötzlich empfindlich gestört, denn über dem Planeten Mül tobt eine Weltraumschlacht und als die fremden Raumschiffe auf Mül stürzen, vernichten sie mit einer gewaltigen Feuerwalze die Oberfäche des gesamten Planeten. Nur wenigen Pearls gelingt die Rettung in eines der abgestürzten Raumschiffe. Dabei müssen sie jedoch hilflos miterleben, wie die Prinzessin dieses Volkes dem brennenden Inferno zum Opfer fällt. Aber halt - die Pearls sterben nicht so einfach, wie es vielleicht Menschen in dieser Situation tun würden. Dies wird dem Zuschauer im Verlauf der weiteren Handlung des Films ebenfalls recht interessant näher gebracht.

Erst jetzt, während dem Zuschauer aufgrund der faszinierend schönen Bilder noch die Münder aufstehen, leitet Besson in seinem Film den nächsten  und für die Handlung finalen Schwenk ein und prompt findet sich der Zuschauer wieder an einem paradisischen Strand. Nur eben ohne die Pearls und ihrer phantastischen Umwelt. Dafür lümmelt der Spezialagent Major VALERIAN (gespielt von Dane DeHaan) hier in Badehose einsam auf einer Liege herum, während seine hübsche Partnerin Sergeant LAURELINE (gespielt von Cara Delevingne) sich ihm in einem süßen, knappen Pikini nähert. Hier erhält der Zuschauer dann auch erst einmal einen gewissen Einblick in das Verhältnis der Beiden untereinander. Schließlich  fühlt sich VALERIAN zu LAURELINE hingezogen, die ihm allerdings eine festere Beziehung nicht zutraut. Spaßig hierbei sind die durchaus gut herübergebrachten, neckischen Sprüche und Wortduelle der beiden, die sich auch über die weitere Handlung des Films spaßig fortsetzen.
Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Valerian and the City of a Thousand Planets)
Aber auch hier bleibt eine Verbeugung vor den vielen SF - Kinofilmen und Fernsehserien nicht aus, denn der Zuschauer fühlt sich recht bald an viele Serienfolgen (bzw. den Kinofilmen) von STAR TREK: THE NEXT GENERATION erinnert, die sich um und mit dem phantastichen Holodeck beschäftigten. Der weite Strand an dem sich VALERIAN und LAURELINE befinden ist in Wirklichkeit nämlich eine holografische Projektion auf dem "Holodeck" ihres Raumschiffes INTRUDER, dass so nebenbei nicht nur durch die unendlichen Weiten des Weltraums, sondern auch durch die Zeit fliegen kann. Und der erste holprige Einsatz führt unser dynamisches Duo auch gleich zum eher kargen Planeten Kyrion, wo sie einen Transmutator (das sind die perlenschluckenden süßen Tierchen) vom Planeten Mül  in Sicherheit bringen sollen, zumal dieses das letzte seiner Art sein dürfte. Das Luc Besson hier den Zuschauer auch gleich in weitere, phantastische Szenen stößt, sollte nicht wirklich überraschen. Schließlich ist von dem gigantischen Basar auf diesem Wüstenplaneten erst einmal nicht viel zu erkennen, denn dieser spielt sich für den Unkundigen in einer parallelen Dimension ab, für die unser Held VALERIAN wiederum eine Spezialausrüstung benötigt, um das dort geschäftige Treiben überhaupt wahrnehmen zu können. Das ganze läuft recht rasant und reich an Action ab, denn in dem Labyrinth der tausend Ebenen hat VALERIAN nicht nur den Hehler der "Ware" bald am Hals, sondern es mischen recht bald auch zwei Pearls mit, die sich ihrerseits um dieses heikle Geschäft betrogen sehen.

Doch bevor ich nun auf einige weitere Details zu den Darstellern des Films eingehe, will ich euch hier einen (der Länge des Artikels geschuldeten) kurzen Abriss der Handlung von VALERIAN - DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN liefern.

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Valerian and the City of a Thousand Planets)Willkommen im 28. Jahrhundert:
In einer weit entfernten Zukunft. Die Spezialagenten der irdischen Regierung, VALERIAN und LAURELINE befinden sich auf einer höchst gefährlichen Mission um den letzten lebenden Transmutator (eine Art Zwischending zwischen kleinem Gürteltier und Hamster)  auf einem gewaltigen Basar vom vor Jahren völlig zerstörten Planeten Mül sicherzustellen. Doch kaum haben sie dieses seltsame Tierchen unter Einsatz ihres Lebens in ihren Besitz gebracht, ereilt sie gleich ein weiterer Einsatz durch den Kommandanten Arun Filitt, der sie geradewegs zur gigantischen Raumstation Alpha führt, die sich in Richtung der Magelanischen Wolke bewegt und von unzähligen Menschen wie außerirdischen Geschöpfen bewohnt wird.

Diese Raumstation nennt man daher auch die "Stadt der tausend Planeten". Hier leben trotz ihrer oftmals völlig verschiedenen Eigenarten alle Spezies friedlich nebeneinander.  Doch innerhalb dieser Raumstation breitet sich nun eine tödliche Zone aus wie ein Virus. Die Mega-Raumstation läuft nunmehr Gefahr, von diesem "Virus" von innen heraus völlig vereinnahmt zu werden, ohne das man bisher weiß, um welche Gefahr es sich hierbei wirklich handeln könnte und wie man diese wirkungsvoll bekämpft.

VALERIAN und LAURELINE haben daher die gefährliche Aufgabe, zu versuchen, in das innere der seltsamen Ausdehnung zu gelangen , um diesen Prozess zu stoppen und die Gefahr gegebenenfalls sogar zu beseitigen. Doch zuerst muss dieser "Virus" erst einmal genauer untersucht werden.

Hals über Kopf stürzt sich VALERIAN in dieses Abenteuer, kommt aber leider bald an seine Grenzen. LAURELINE versucht indessen auf eigene Faust ihrem Partner  zu Hilfe zu eilen, gerät aber dabei in die Fänge einer seltsamen Spezies, dessen Oberhaupt es nicht nur auf ihr hübsches Gesicht abgesehen hat. Vielmehr landet ihr Gehirn hierbei auf dessen Speiseplan.

Nach jeder Menge haarsträubender Kämpfe, bei denen VALERIAN auch an einen intergalakischen Zuhälter und an dessen hübsche Muse im Variete gerät, die sich allerdings als Formwandlerin mit Namen "Bubble" herausstellt, heißt es nun auch LAURELINE vor der gefährlichen Spezies zu retten, die sich allerdings nicht gerade als überaus intelligent herausstellen.

Und dann stellt sich heraus, dass hinter allem die letzten Überlebenden der Pearls stecken, die die Apokalypse  auf ihrem Heimatplaneten Mül überlebt haben. Die wollen ebenfalls den letzten Transmutator und die von VALERIAN gleichfalls sichergestellte Perle in ihren Besitz bekommen, denn nur mit ihm würde es ihnen gelingen, ihren Planeten zu rekonstruieren und ihr eigenes Überleben zu sichern. Dabei ahnte VALERIAN nicht einmal, dass er längst von dem Geist der damals verstorbenen Prinzessin der Pearls für ihre Rettung auserwählt wurde, die sich mit ihm heimlich geistig verbunden hatte.

Doch die Gefahr ist noch nicht wirklich gebändigt, denn der Kommandant der Megastation Alpha verfolgt seine eigenen Ziele und die bestehen darin, alles zu vertuschen, was die damalige Vernichtung von Mül betrifft, an der er maßgeblich durch einen grausamen Befehl beteiligt gewesen ist. Da müssen VALERIAN und LAURELINE nochmals in die Vollen gehen um den Pearls ihre Zukunft zu sichern.

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Valerian and the City of a Thousand Planets)Die Darsteller in einem farbenprächtigen Weltraumabenteuer:
Nicht wirklich glücklich dürfte hier wohl Clive Owen gewesen sein, dessen Rolle eigentlich ziemlich knapp bemessen ist, auch wenn er sich am Ende als Kommander Arun Filitt als der größte Übeltäter herausstellt. Owen kennt man ja eigentlich schon aus Filmen wie KING ARTHUR aus dem Jahre 2004 oder als Dwight McCarthy in SIN CITY aus dem Jahre 2005.

Auch eher eine kleine Rolle bekam Ethan Hawke als intergalaktischer Zuhälter. Doch schließlich handelt es sich hier eigentlich nur um einen Gastauftritt im Film VALERIAN - DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN. Da kann man schon mal über eine etwas kleinere Rolle hinwegsehen. Hawke dürfte geraden Freunden des phantastischen Films bekannt sein durch Filme wie  den SF-Film GATTACA (1997), der Neuverfilmung von MOBY DICK (2010) oder TOTAL RECALL (2012) oder aus dem Bereich Horror und Thriller mit den Filmen THE PURGE - DIE SÄUBERUNG (2013) oder SINISTER aus dem Jahre 2012.

Ebenfalls einen Gastauftritt legte auch die Sängerin  und  R'n'B-Queen Rihanna hin, die sich allerdings irgendwie gleich auch ziemlich in die Köpfe der Zuschauer spielen konnte als Formwandlerin "Bubble". Das lag schlicht an dem Umstand, dass sie sich gleich in den ersten Szenen erst einmal ziemlich sexy in Szene setzte. Aber sie hat auch durchaus einige wenige Filmerfahrungen vorher sammeln können, auch wenn es sich auch hier eher nur um Gastauftritte handelte. So sah man sie bereits in dem Film BATTLESHIP, einem SF-Film aus dem Jahre 2012 , aber auch in der Serie BATES MOTEL (2017) konnte man sie in zwei Episoden bewundern. Auch wenn ihre Rolle bei VALERIAN ebenfalls eher knapp bemessen ist und sie auch nach einer Weile leider in ihrer eigentlichen Alien-Gestalt als Formwandlerin das zeitliche segnen muss, kommt man als Zuschauer nicht umhin, ihr ein gewisses schauspielerisches Talent zu bescheinigen. Aber ein gewisses schauspielerische Talent benötigt man seit langem ja wohl auch schon im Musikgeschäft selbst, wenn man an der Spitze bleiben will. Das Auge isst schließlich auch bei der Musik mit, seit es zu den Songs die passenden Videoclips gibt.

Rutger Hauer, den man aus Filmen wie BLADE RUNNER (1982) als Replikanten kennt, und  in BLINDE WUT (1989) als erblindeter Vietnamveteran den Bösen Buben das fürchten lehrte, braucht man eigentlich bei den Fans gerade der Actionfilme nicht wirklich mehr vorzustellen. Unvergessen auch seine Rolle als Vampir Kurt Barlow in der Neuverfilmung von Stephen Kings Roman SALEM'S LOT - BRENNEN MUSS SALEM aus dem Jahre 2004. Mit Vampiren hatte er es aber auch an anderen Stellen wie dem Film WES CRAVEN PRÄSENTIERT DRACULA 3: LEGACY (2005) oder 1992 in BUFFY - THE VAMPIR-KILLER. Zu einem kannibalistisch orientierten Kirchenoberhaupt schaffte er es in einer Gastrolle von SIN CITY (2005) und im gleichen Jahr (2005) gab er den Mr. Earle in BATMAN BEGINS. In VALERIAN reichte es indessen für diesen großen Schauspieler nur für einen recht minimalen Auftritt als Präsident. Schade eigentlich.

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Valerian and the City of a Thousand Planets)Dane DeHaan, der hier als VALERIAN eigentlich dem Film auch den Namen gibt, machte seine Sache recht gut und konnte bei mir durchaus punkten. Nur bin ich hier ehrlich, er wirkt mitunter etwas zu glatt und beginnt recht schnell gegenüber einer anderen Darstellerin auch etwas blass zu wirken. DeHaan hatte seine Filmkarriere übrigens in einer Episode der Serie LAW & ORDER: SPECIAL VICTIMS UNIT im Jahre 2008 begonnen. In der Vampir-Serie TRUE BLOOD glänzte er 2011 in drei Episoden. In dem Film LAWLESS - DIE GESETZLOSEN spielt er neben Gary Oldman und Shia LaBeouf (2012) und in dem SF/Fantasy-Film CHRONICLE - Wozu bist du fähig, spielt er einen von drei Jugendlichen, die durch einen besonderen Umstand zu Mutanten mit Superkräften mutieren. Die Rolle des jungen Mutanten Andrew Detmer war ihm damals (2012) besser auf den Leib geschrieben, denn hier konnte er als Übermensch, der langsam aber sicher jegliche Kontrolle verliert und zu einer unberechenbaren Gefahr wird,  richtig glaubwürdig punkten. Aber auch in THE AMAZING SPIDER-MAN 2: RISE OF ELECTRO gab er als Harry Osborne dem üblen Green Goblin ein recht kaltblütiges Gesicht. Nur leider belegte er hier als Erzschurke von SPIDER-MAN im Film von 2014 nur eine eher untergeordnete Nebenrolle.

Ja, neben Carla Delevingne wirkte Dane DeHaan mitunter wirklich etwas sehr blass, denn sie konnte in dem Film VALERIAN - DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN in jeder Szene voll punkten und galt schnell als die heimliche Hauptdarstellerin. Bereits in dem Film SUICIDE SQUAD (2016) hatte sie als böse Hexe Enchantres eine etwas tragende, aber undankbare Rolle. Denn leider gab das Drehbuch für ihre Rolle als Dr. June Moone/Enchantres nicht wirklich viel her, weshalb sie ihr schauspielerisches Talent hier auch nicht wirklich ausspielen konnte. Dies brachte ihr dann auch nicht unbedingt viele positive Kritiken ein, was durchaus ihr gegenüber etwas ungerecht erscheint, denn leider konnte sie hier nicht wirklich mehr aus der Rolle herausholen als das, was eben das Drehbuch für diesen DC-Superschurkenfilm für sie hergab. In VALERIAN jedoch konnte sie ihre ganze Palette an schauspielerischem wie auch komödiantischem Talent richtig ausspielen und schaffte es dabei auch noch, jederzeit wirklich sexy herüber zu kommen. VALERIAN sollte allerdings 2017 nicht das einzige Filmprojekt bleiben, in dem Carla Delevingne und Dane DeHaan gemeinsam in einem Kinofilm zusammen spielten. Mit TULPENFIEBER, einem Historienfilm übernahmen Dane DeHaan die Rolle als Jan van Loos und Carla Delevingne die Rolle als Annetje neben Christoph Waltz als Cornelis Sandvoort. Dieser Historienfilm, der laut einigen Kritiken "zu dick aufträgt" und immer wieder mit SHAKESPEARE IN LOVE (1998) verglichen wird, schaffte indessen in Deutschland bis Mitte September 2017 nicht mehr als rund 145.050 Zuschauer in die Kinos zu locken. Man sollte sich eben die Drehbücher recht genau durchlesen und nicht gleich auf jeden Zug aufspringen.

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Valerian and the City of a Thousand Planets)Meine Filmkritik:
Ja, VALERIAN - DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN konnte mich wahrhaft begeistern. Der Film ist wie eine "Bonbonniere" bei der man die Finger eben nicht von den gebotenen Süßigkeiten lassen kann, wie selbst Andreas Borcholte es ähnlich in SPIEGEL-ONLINE ausdrückte und brachte mich dazu, ihn gleich noch zweimal kurz hintereinander anzusehen, weil dieser wilde Bilderrausch einfach viel zu viel hergibt, was man nicht alles auf einmal verarbeiten kann. Hatte Bessons SF-Film DAS FÜNFTE ELEMENT noch mit rund 188 Spezialeffekten auskommen müssen, so schafft es VALERIAN hier auf sage und schreibe 2700 Spezialeffekte. Schon anhand dieser Zahlen kann man in etwa abschätzen, was ich oben meinte.

Hatte es bisher der letzte STAR WARS es nicht geschafft, mich zu einem DVD/BD-Kauf durchringen zu lassen (und auch der aktuelle STAR WARS-Teil, DIE LETZTEN JEDI reizt mich nicht wirklich, ihn unbedingt zeitnah sehen zu müssen), so kitzelte mir die filmische Umsetzung des SF-Comics VALERIAN AT LAURELINE bereits früh in den Fingern, was dazu führte, dass ich Luc Bessons filmisches SF-Opus schon in dem Moment als BD vorbestellen musste, als er gerade mal angekündigt wurde. Und diesen Kauf habe ich absolut nicht bereut, denn dieser SF-Film ist die Wertung von vollen fünf von insgesamt fünf Punkte wert.

Auch in Sachen Aliens wusste mich der Film sichtlich zu erstaunen, wobei ich hier mal den Interessierten die drei kleinen Aliens ans Herz legen möchte, die irgendwie im Film das Zeug zu einem witzigen Kultstatus besitzen. Wie gesagt, man kann sich an diesem Feuerwerk von Bildern, abgefahrenen Ideen und phantastischen Einfällen einfach nicht satt sehen. Und will man wirklich alles auf sich wirken lassen, dann kommt man nicht umhin, sich diesen Film in kurzer Zeit gleich nochmals anzusehen. Das man dabei immer noch neues entdecken kann, ist bei diesem opulenten SF-Film also kaum verwunderlich.

Mag der Film an sich also auch die eine oder andere erzählerische Schwäche aufweisen, so verzeiht man dies dem Gesamtwerk nur zu gerne, denn der Film ist wie ein farbenfroher visueller Rausch, in dem die Mischung aus Spannung, faszinierenden Ideen und komödiantischen Einlagen perfekt in der Waage liegen. VALERIAN - DIE STADT DER TAUSEND PLANETEN ist für mich jedenfalls ein filmisches Highlight des Jahres 2017 und als SF-Film ein eindeutiger Höhepunkt des Genre. Dagegen habe ich mich bei den letzten STAR WARS-Filmen nun eher dazu entschlossen, zu warten bis das diese im Fernsehen ihre Premiere erhalten, denn irgendwie konnten mich die Trailer zu DAS ERWACHEN DER MACHT und DIE LETZTEN JEDI bisher nicht wirklich nochmals hinter dem Ofen herlocken.
Valerian - Die Stadt der tausend Planeten (Valerian and the City of a Thousand Planets)
Valerian - Die Stadt der tausend Planeten
(Valerian and the City of a Thousand Planets)
mit Dane DeHaan, Carla Delevingne, Rihanna, Clive Owen, Kris Wu, Diva Cam, Ethan Hawke, Sam Spruell, Herbie Hancock, Alaine Chabat, Rutger Hauer, Pauline Hoarau, Stefan Konarske, Aymeline Valade, Sasha Luss, Eric Lampaert, John Goodman, Elizabeth Debicki, Sand van Roy, Emilie Livingston u.a.
Regie/Drehbuch/Produktion: Luc Besson
Genre: Science Fiction/Abenteuer
Laufzeit: 137 Minuten (BD)
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Universum Film GmbH
Frankreich 2017

Kommentare  

#1 Feldese 2017-12-13 13:23
Absolute Zustimmung! Für mich DER Film des Jahres 2017!
(Ich hatte zudem das Glück ihn in einem Kino mit optimaler Projektion und Ton auf einem ebenso optimalen Sitzplatz in 3D zu sehen. Obwohl ich nicht zu den 3D-Enthusiasten gehöre: hier ein Genuss!)

Auch an die abweichende Optik von Valerian selbst zu seinem Aussehen im Comic-Original hatte ich mich schnell gewöhnt. Die beiden - DeHaan und Delevingne - spielen einfach grandios cool.

Sehr schade, dass der mangelnde Erfolg dieses grandiosen - und teuersten - europäischen Films die Studios von Luc Besson in finanzielle Schwierigkeiten gebracht hat - und deshalb wohl mit keiner weiteren "Valerian"-Verfilmung zu rechnen ist. Wirklich sehr schade!

Aber man darf natürlich nicht vergessen, dass auch "Das fünfte Element" zunächst floppte - und dann zum Kultfilm wurde.
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#2 Sarkana 2017-12-13 17:11
Nya, das fünfte Element lief weitaus besser - das hat im Amiland immerhin gut 2/3 seines Budgets eingespielt - Valerian nicht mal ein Viertel. Und ehrlich gesagt fand ich den Film auch jetzt nicht so überwältigend. Was ein netter Kinoabend, aber bleibt nicht so wirklich im Gedächtnis. Für das Budget etwas dürftig jedenfalls.
BTW: Ist schon mal wem aufgefallen, das es mindestens einen Trailer gibt, dessen Szene im fertig geschnittenen Film nicht vorkommt?
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#3 Postman 2017-12-13 17:47
Ich habe, so glaube ich, wohl einen anderen Film gesehen :-x

Schon die ersten Minuten fragt man sich, was das soll und ob es noch peinlicher kommt?
Eine merkwürdige Alienwelt mit Kugeln scheißenden Viechern wird angegriffen und wohl eliminiert.
Ok, schauen wir mal was noch kommt.

Als dann der Valerian Darsteller zum ersten Mal auftaucht, war dies für mich der große erste Dämpfer.
Wenn so in der Zukunft ein Agentenheld aussieht und eine Frau von diesen dümlichen Dialogen beindruckt sein sollte, dann Gnade uns Gott.

Die nachfolgenden Szenen des Einkaufmarktes, der sich in einer Paralleldimension befindet und von strunzdummen Toursten besucht wird, langweilt einen schon zu Tode da die Besucher wie Zombies in der Echtwelt einer Wüste herumstapfen ohne einen Hitzeschlag zu bekommen.
Valerians und Veroniques Aktionen inkl. Begleittruppe schläfern einen danach dermassen ein, dass man die nachfolgenden ersten Actionszenen, die aber austauschbar und meist langweilig in die Länge gezogen wurden, fast verpasst.

Man erfährt danach erst, dass die geschießenen Kugeln der Viecher eine der größten Energiequellen des Universums sind.
Hätte man dies von Anfang an gewusst, wäre der Aufwand und die ersten 30 Minuten vielleicht besser nachvollziehbar gewesen.

Als dann bei irgendeiner bekloppten Ratssitzung alle zugeschleimt werden, und nur das Wunderkind Valerian sich befreien kann, rennt er mit seinem unzerstörbaren Turboanzug durch Funk gesteuert wie der größte Volldepp durch die ganze fliegende Stadt, anstatt erst mal alle Ratsmitglieder aus den Konkons zu befreien, von denen man nicht weiß ob sie mangels Luft nun eingehen oder nicht.

Was "Das Fünfte Element" von der Idee wirklich toll machte, und man als Zuschauer bei der Handlung noch folgen konnte, ist der noch quitschigere neue Besson Film nur noch kindlich zugeschnitten, unglaubwürdig und nervig und vor allem sehr sehr zäh.
Der Hauptdarsteller wirkt auf mich eher wie eine zugedröhnter Hermaphrodit im Kampfanzug als ein Held bei dem die Hormone eindeutig dem weiblichen Geschlecht zugetan sind.

Besson kann meiner Meinung nach überhaupt keine glaubwürdigen Aliens darstellen, da alles eher als Satire als wirklich ernsthaft wirkt.
Das Ziel war es wohl eine möglichst niedrige Freigabe zu bekommen, dass auch Kinder und Jugendliche ihren Spaß daran haben, denn das Dialoglevel bewegt durchgehend sich auf diesem Niveau.

Einer der ärgerlichsten Filme 2017 bislang, denn selten wurde so ein Budget dermassen in den Sand gesetzt.
Die meisten Reviews im Internet sind übrigens auch eher mässig begeistert.
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#4 Friedhelm 2017-12-13 17:56
Zu diesem Film habe ich ja hier eine Kritik hinterlassen. Und da war ja ich ja eigentlich "nicht wirklich amused.." (Liegt aber vielleicht auch daran, dass mich diese neuzeitlichen FX-Orgien eh nur sehr schwer "befriedigen" können..)

Ich kann mich ja noch daran erinnern, dass "Valerian" in den frühen Siebzigern im legendären Comic-Magazin "Zack" erschien.
Ganz sicher hat sich George Lucas für den "Millenium Falcon" des ollen Han Solo auch bei den Comics orientiert. Ähnlichkeiten mit der "Intruder" sind garantiert nicht zufällig..
Ich fand die Geschichte damals schon "wunderbar" schräg -aber was Bessons Film betrifft, da stimme ich "Postman" schon irgendwie zu,
Ohne Zweifel hat der Monsieur Besson nicht mit Eycatcher-FX gespart, aber dafür seinen Helden sträflich vernachlässigt.

Der viel zu blasse Dane deHaan kommt als Valerian einfach deplaziert rüber , während Carla Delevigne als Laureline recht brauchbar ist.

Eine Fortsetzung dazu muss ich eigentlich nicht haben...
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#5 Schnabel 2017-12-13 20:27
Mir hat der Film gefallen, auch wenn es eine Comic-Verfilmung ist.
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#6 Laurin 2017-12-13 22:46
@ Feldese:
Ja, finde ich auch etwas schade das es von VALERIAN keine weitere Verfilmung geben wird. In dieser Hinsicht hätten sie aber auch die beiden Hauptdarsteller beibehalten müssen, was gegebenenfalls ja auch noch nicht sicher gewesen wäre.

@ Postman:
Schade das der Film dir nicht zugesagt hat. Ging mir genauso bei dem STAR WARS 7, den ich vor kurzem bei einem Bekannten (ganz großer STAR WARS-Fan) gesehen hatte. Wobei, wenn ich an den ersten STAR WARS denke, dann fallen mir da auch in dieser Wüstenbar einige Aliens ein, die alles, nur eben nicht glaubwürdig waren. Ich denke da nur an diesen komischen Elefanten-Alien in dieser Musikband, der aussah wie ein Plüschtier aus dem Spielzeugladen für Dreijährige. :sigh:
Bessons Film fand ich jedenfalls erfrischender als das, was man gerade als STAR WARS wieder neu verwurstet. :zzz

@ Schnabel:
Kommt wohl auch hier immer darauf an, welches Comic als Vorlage diente. ;-)
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#7 Feldese 2017-12-13 23:47
@Sarkana
Man muss aber berücksichtigen, dass ein Film rund das Dreifache seines Budgets an der Kinokasse einspielen muss, um für den Produzenten erfolgreich zu sein.
(Denn auch die Kinobetreiber und Verleiher wollen leben und ziehen einen Großteil der Einnahmen ab.)
Heutzutage wird natürlich später einiges durch das DVD- und Streaming-Geschäft egalisiert.

Immer wieder witzig, wie extrem unterschiedlich die Geschmäcker sind. Bisher hatte ich (abgesehen von Ami-Kritikern) nur Positives von Leuten gehört, die den Film im Kino gesehen haben - und tatsächlich genossen haben. (Darunter "sogar" eine eingefleischte "Star Wars"-Fanin...)

Es haben nur zuwenige Leute (bisher) den Film gesehen, wie ja auch die Comics nie zum Mainstream hierzulande gehörten.

@Postman
Mochtest Du denn die Comics bzw. zumindest eins der über 20 Comic-Alben?
(Und mochtest Du einige der "Star Wars"-Filme und etwas von "Star Trek?
Zum Verständnis: Du hast dich schon am Anfang gefragt, ob es noch peinlicher werden kann, aber der erste große Dämpfer kam trotzdem erst später???)

Ich z.B. mag die "Valerian"-Comics UND den Film!
Siehe auch:
www.bastei.de/forum/thread.html?bwthreadid=339&bwpage=15
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#9 Des Romero 2017-12-14 01:14
Vielleicht hat man es als Comic-Fan leichter, sich mit dem Film anzufreunden. Mir hat er trotz Plotschwäche und lange vorhersehbarem Ende gut gefallen. Die Hauptdarsteller fand ich ebenfalls gut gewählt, die Aliens schön schräg (sind ja auch teilweise aus den Comics bekannt). Wobei die Mondoshawans aus "Das 5. Element" einfach nicht zu toppen sind! Und Gary "Zorg" Oldman als Gegner sowieso nicht.
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#10 Feldese 2017-12-14 09:41
Wahrscheinlich!
(Speziell wenn man nicht "nur" allgemein Comic-Fan, sondern von denen von Mezieres und Christin ist.)
Und es fällt einem wohl auch leichter, sich mit dem Film anzufreunden, wenn man erstmal OFFEN ins Kino geht, offen für das nun Gebotene (und nicht schon nach zwei Minuten mault "Watt soll datt denn" ), und einen Sinn sowohl für Poesie wie auch für Schräges und Ironie hat.
(In einem Forum wurde schon sofort von Leuten ausgiebig gemäkelt, bevor diese auch nur eine Szene des Films gesehen hatten!)
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#11 Andreas Decker 2017-12-14 11:09
zitiere Laurin:
Wobei, wenn ich an den ersten STAR WARS denke, dann fallen mir da auch in dieser Wüstenbar einige Aliens ein, die alles, nur eben nicht glaubwürdig waren. Ich denke da nur an diesen komischen Elefanten-Alien in dieser Musikband, der aussah wie ein Plüschtier aus dem Spielzeugladen für Dreijährige.


:D Das war auch mein erster Gedanke. Ich sage nur Ewoks. (Obwohl SW da schon mehr Merchandising-Maschine als Film war.)

Ich werde mir Valerian ansehen, wenn er im Pay-TV läuft. Mal sehen, ob er wirklich so "kompliziert" ist. Bei Star Wars habe ich mich nicht mal für den ersten aufraffen können, der gammelt jetzt seit Monaten auf meiner Festplatte vor sich hin.

Ich habe gestern gelesen, dass man bei Justice League in den Nachdrehszenen Cavills Schnurrbart digital entfernen musste,, weil man nicht dran rumschnibbeln durfte wegen einem anderen Vertrag. Gibt es etwas Absurderes? Obwohl, der Film hat über 300 Millionen gekostet. Das ist nicht nur absurd, das ist schon obszön. Derart viel Geld für irgendwelchen Superheldenquatsch rauszuwerfen ist maßlos. Das gilt auch für Valerian, auch wenn es 120 Millionen weniger waren.
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#12 Feldese 2017-12-14 11:40
Was heißt "rausgeworfen"? Es wird ja nicht geschreddert, sondern schafft eine Menge Arbeitsplätze und landet in den Lohntüten unendlich vieler Mitarbeiter.
Und in Sachen von Bessons Studio auch im Budget vieler Lehrveranstaltungen.
(Und manchmal wird es ja auch wieder eingespielt...)

Klar könnten die Finanziers die Kohle auch auf ihrem Konto bunkern oder z.B. Siemens-Aktionäre werden (deren Wohl ja heute wichtiger ist als der Mitarbeiter). Waffenhändler werden oder einen Fussballclub finanzieren...

Irgendwann hat das Schielen auf das Budget eines Films ja eine seltsame Bedeutung bekommen. (Natürlich da auch damit geworben wird.)
Mir ist es aber solange egal, solange sich der Preis der Kinonokarte nicht nach dem "verballerten" Budget richtet.

Ob 40 Mios für "Lucy" oder 180 für "Valerian", mich interessiert als Zuschauer das Resultat. Die Refinanzierung ist das Problem des Produzenten, nicht des Kinogängers.

Aber Recht hast Du natürlich: Was muss da für Kohle hinterstehen, dass man Bärte digital entfernt, statt an anderer Stelle anklebt.
(Wieso hat die andere Produktion das nun so verbrauchte Kapital nicht mit Kusshand genommen und dafür halt mal zum falschen Bart gegriffen? Ist das denen nicht angeboten worden - oder ist die entsprechende digitale Bearbeitung villeicht gar nicht so teuer und aufwendig wie behauptet - und als Werbegimmick benutzt - da eh jedes Bild digital nachbearbeitet wird?)
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#13 Laurin 2017-12-14 17:57
Zitat Feldese:
Was heißt "rausgeworfen"? Es wird ja nicht geschreddert, sondern schafft eine Menge Arbeitsplätze und landet in den Lohntüten unendlich vieler Mitarbeiter.
Da gebe ich dir uneingeschränkt recht. Die richtige Sichtweise macht es.

Klar könnten die Finanziers die Kohle auch auf ihrem Konto bunkern oder z.B. Siemens-Aktionäre werden (deren Wohl ja heute wichtiger ist als der Mitarbeiter). Waffenhändler werden oder einen Fussballclub finanzieren...
Auch hier volle Zustimmung.

Was die Ami-Kritiker angeht muss man leider sagen, dass sie eh ihre Probleme mit Filmen haben, die nicht von ihnen stammen. Deshalb verhunzten sie ja schon genug Filme aus Europa, als sie die gleich nochmals für den US-Kinogänger schamlos, aber eben nicht gut kopiert haben. ;-)

Zitat Andreas Decker:
Ich habe gestern gelesen, dass man bei Justice League in den Nachdrehszenen Cavills Schnurrbart digital entfernen musste,, weil man nicht dran rumschnibbeln durfte wegen einem anderen Vertrag. Gibt es etwas Absurderes? Obwohl, der Film hat über 300 Millionen gekostet. Das ist nicht nur absurd, das ist schon obszön. Derart viel Geld für irgendwelchen Superheldenquatsch rauszuwerfen ist maßlos. Das gilt auch für Valerian, auch wenn es 120 Millionen weniger waren.

Das mit dem Schnautzbart ist allgemein der Lacher wenn es um den Film JUSTICE LEACUE geht. Das kann nur von den Amis kommen. :lol: Und dann machen die das auch noch so offensichtlich für alle Zuschauer im Kino ersichtlich. :P

Mir ist es in dem Sinne aber lieber, die Amis stecken hunderte von Millionen in einen Film (siehe hierzu auch oben die Antwort von Feldese zum Budget), anstatt sie es in ihrem Rüstungswahnsinn förmlich verbrennen, was ich wesentlich obszöner finde. :-*
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#14 Andreas Decker 2017-12-14 18:27
zitiere Feldese:
mich interessiert als Zuschauer das Resultat. Die Refinanzierung ist das Problem des Produzenten, nicht des Kinogängers.


Da hast du natürlich recht. Das kann dem Konsumenten egal sein (zumindest bis zum nächsten Bankencrash, wenn diese Kredite mal wieder platzen).

Trotzdem, für ein Unterhaltungsprodukt wie Justice League , das letztlich völlig beliebig ist, weder die Kultur bereichert noch irgendeine Aussage hat - ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass der Film in 30 Jahren den Einfluss von, sagen wir, Star Wars hatte - ist das eine unfassbare Summe. Nur aus Jux eine Zahl zum Vergleich. Die Stadt Köln hat im Haushaltsplanentwurf von 2017 für Kultur und Wissenschaft Ausgaben von ca 228 Millionen Euro veranschlagt gehabt, wenn ich den Plan richtig gelesen habe. Das sind alles nur Zahlenspiele, Der Vergleich hinkt fürchterlich, das ist mir klar. Und trotzdem kommt man da ins Grübeln, finde ich.
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#15 Laurin 2017-12-14 21:24
@ Andreas Decker:

Na ja, im Grunde gebe ich dir da völlig recht und 300 Millionen US-Dollar ist JUSTICE LEAGUE nun wirklich als Film nicht wert, auch wenn er die Summe verschlungen hat. Aber seien wir ehrlich, hätte man da gesagt, macht den Film für die Hälfte und spendet die andere Hälfte für gute Zwecke, hätten die Geldgeber vor Lachen auf dem Bauch gelegen.
Wir können es also drehen wie wir wollen, nicht mal die Hälfte davon wäre an Stellen gelandet, wo das Geld vielleicht besser angelegt gewesen wäre. In dem Sinne ist es müßig, sich darüber großartige Gedanken zu machen.
Aber für den Fall der Fälle, wenn da in Hollywood jemand zu viel Geld hat kann er gerne meine Kontonummer haben. :-)
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