Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

13 mal Gänsehaut - Hammer House of Horror (Teil 3 von 4)

Hammer House of HorrorHammer House of Horror (Teil 3 von 4)
13 mal Gänsehaut

Seien wir mal ehrlich. Auch wenn wir heute eher etwas differenziert die alten Filme der Hammer Studios betrachten, so lässt sich nicht leugnen, dass wir die Filme damals als junge Menschen mit geradezu leuchtenden Augen mitverfolgt hatten.

Eine Hammer-Produktion war zumeist eine Garantie für Gänsehaut und beste Gruselstimmung gewesen.

Hammer House of HorrorWas mögliche Kürzungen von Episoden für das deutsche Fernsehen angeht, so kam die Serie HAMMER HOUSE OF HORROR durchaus recht glimpflich davon. Wirklich richtig aufgefallen sind mir bei dieser DVD-Serien-Box nur drei Episoden, in denen Passagen plötzlich im englischen Originalton daher kamen.

Und selbst aus heutiger Sicht kann man mittlerweile durchaus sagen, dass es sich hier um Passagen handelt, über die man heute locker mit einem milden Lächeln urteilen kann. Von diesem Standort aus betrachtet, kann man sagen, dass sogenannte Schockelemente und wirklich gut gemachte Gruseleffekte bei den einzelnen Episoden durchaus damals schon Mangelware waren und heute kaum noch der Rede wert sind. Hier hatten die Hammer-Produktionen für das Kino schon mehr Spielraum und konnten hier auch in Sachen Gruseleffekte  wesentlich freier agieren. Wirkliche Hinweise vor Ekelszenen oder Schockeffekte, bei denen im Kino vor holprigen Herzschrittmachern gewarnt werden musste, waren bei den Kinofilmen seitens Hammer ja nie bekannt geworden.

Um hier wirklich den Fan gruseliger Geschichten zu erfreuen, lag ein ziemliches Gewicht daher bei Hammer auch auf einer recht düsteren und schaurigen Atmosphäre. Und erst, als das in den späteren Kinoproduktionen nicht mehr alleine ausreichte, kamen dann einige Nacktszenen so mancher Darstellerinnen hinzu. Schließlich verlangte auch die aufkommende sexuelle Revolution hinsichtlich des Horrorfilm seinen Tribut.

In Sachen Fernsehserie konnte man allerdings diese Karte auch nicht einfach ausspielen, denn hier musste - wenn überhaupt - eine gewisse Erotik doch noch recht gut versteckt, bzw. zumindest gut verschleiert werden. In HAMMER HOUSE OF HORROR klappte dies bei einigen Episoden nur recht bedingt und in anderen eben nicht. Dafür atmete die eine oder andere Episode dann durchaus den nostalgischen Flair früherer Kinoproduktionen seitens Hammer, ohne diesen jedoch in Anbetracht der Kürze der Episoden wirklich gut ausspielen zu können.

Beides zeigt sich z.B. dann auch recht schön in der Folge CHILDREN OF THE FULL MOON (Episode 8), mit der die dritte DVD der Fernsehserie beginnt. Man bekommt die typische frühe Darstellung des Werwolf geboten und verpackte diese Geschichte recht verschleiert mit einem Hauch von anzüglicher Erotik, bei der das betreffende weibliche Opfer innerhalb des Kanon der Geschichte sich nicht verschämt nackig präsentieren müsste. Aber, wie man an dem hier vorliegenden weiblichen Opfer unschwer erkennen kann, kam man an einer unterschwelligen Form angedeuteter Sexualität eben auch nicht vorbei. Und wie es in Horrorfilmen nicht unüblich ist, haben die weiblichen Darstellerinnen, die sich der Lust hingeben, bekanntlich auch die schlechteren Karten, wenn es um die Überlebensrate geht. Steigen wir also hier gleich mal in die Handlung der Episode 8 aus der Serie HAMMER HOUSE OF HORROR ein.

Hammer House of Horror8. Kinder des Vollmonds (ca. 55 Minuten)
(Children Of The Full Moon)
Tom Martin, ein recht erfolgreicher Anwalt hat sich gerade mit seiner jungen Ehefrau Sarah in die Flitterwochen begeben. Ziel der Fahrt ist ein recht abgelegenes Jagdhaus seines Freundes und Partners Harry. Es könnte also alles recht schön verlaufen, würde Tom nicht während der Reise die Kontrolle über seinen Wagen verlieren. Passiert ist zum Glück den beiden Jungvermählten nichts, aber das Auto gibt keinen Mucks mehr von sich und so finden sich die beiden in der dicht bewaldeten Einöde wieder, die ihnen auf der Suche nach Hilfe einen Fußmarsch beschert. Hierbei stoßen sie dann nach einiger Zeit auf ein recht einsam gelegenes Haus, indem sie auch recht freundlich von der dortigen Haushälterin Mrs. Ardoy empfangen werden. Die betreut so nebenbei auch noch eine Schar von Kindern des Hausherren, die laut den Fotos auch noch von verschiedenen Müttern stammen. Doch bald kommen bei Tom und Sarah Zweifel darüber auf, ob hier alles mit rechten Dingen zugeht. Denn weder lässt sich der Hausherr sehen, noch erfährt man viel von den Müttern der Kinder. Dafür werden diese allerdings wohl erst am Abend wirklich munter und deshalb sollen Tom und Sarah ihr Zimmer auch nicht in der Nacht verlassen. Und wäre es damit noch nicht genug, hören sie dann auch noch das Heulen eines Wolfes direkt in der Nähe des einsam gelegenen Hauses. Man beschließt also, dieses unheimliche Anwesen mit den seltsamen Kindern schnellstens wieder zu verlassen. Doch etwas schlimmes ist in dieser Nacht bei Sarah passiert. Sie wurde vergewaltigt während Tom im Wald herum irrte. Monate später ist es dann auch Sarah, die wieder genau in dieses Anwesen zurück eilt, denn sie ist mittlerweile Hochschwanger und will ihr Kind nun dort gebären. Tom, der sie natürlich verzweifelt sucht, verfährt sich indessen im Wald und gerät an einen Holzfäller, der von dem besagten Anwesen jedoch scheinbar nichts wissen will. Für beide ist es der letzte Weg den sie gehen werden, denn Sarah wird die Geburt des Kindes (welches nicht von ihrem Ehemann stammt) nicht überleben und der seltsame Holzfäller entpuppt sich als der recht bösartige Werwolf, der dort seine gesammelte Nachkommenschaft  aufzieht.
Regie: Tom Glegg
Drehbuch: Murray Smith
Darsteller: Celia Gregory, Diana Dors, Christopher Cazenove, Robert Urquhart, Victoria Wood, Daniel Payne, Adrian Mann u.a.

Hammer House of HorrorMeine kritische Bewertung:
So wirklich ernst konnte ich nur recht selten einen Horrorfilm nehmen, der sich um das Thema Werwölfe dreht. Dies ist auch in dieser Episode nicht viel anders. Die Handlung ist recht vorhersehbar. Spätestens wenn die Schar der nachtaktiven Kinder  in Erscheinung tritt, weiß man eigentlich schon, was und wer hier seine Nachkommenschaft groß zieht. Das die betreffenden Mütter auf den Fotos alle das zeitliche gesegnet haben dürften, bleibt dabei auch kein wirklich großes Geheimnis. Nur wer der Werwolf ist, wirft zu Beginn ein kleines Rätsel auf, denn man hat hier glatt zuerst einmal die Haushälterin und Erzieherin Mrs. Ardoy selbst in Verdacht. Doch da Sarah hier ja selbst in einer dunklen Stunde geschwängert wird, muss es sich dann doch eben um einen Mann handeln, der des Nachts den Vollmond anwinselt. Spätestens als dann in der Handlung der Holzfäller seinen Auftritt hat, der von dem Anwesen scheinbar nichts wissen will, hat man den Übeltäter mit zeitweiligem Fell allerdings ausgemacht. Warum der aber dann entgegen allen Gepflogenheiten sein bereitwilliges Opfer statt mit den Zähnen eines Raubtieres zu zerfleischen, lieber gleich mit der Axt meuchelt, bleibt wohl das Geheimnis von Regisseur Glegg und dem Drehbuch von Smith, denn in der Verwandlung zu einem Werwolf war er ja schließlich schon begriffen gewesen.

Der finstere Hauch des Grusels kam in dieser Episode eigentlich nur zeitweilig wirklich auf, wobei schauspielerisch einem die ewig lächelnde Diana Dors als Mrs. Ardoy wohl die meiste Gänsehaut verpassen konnte. Dieses Lächeln und ihre schon aggressive Gastfreundschaft hatte ab einem gewissen Punkt schon leichte Züge von Spaß am Sadismus. Atmosphärisch ist diese Episode jedoch dann trotzdem irgendwie noch gelungen und zäumte das Thema Werwolf mal von einer anderen Warte als sonst allgemein üblich auf, so das eine gewisse Spannung durchaus gegeben war. Alles in allem kann ich für diese Episode daher noch gute drei von insgesamt fünf Fellknäuel als Bewertung herauswürgen.

Hammer House of Horror9. Das Vermächtnis des Falkners (ca. 55 Minuten)
(The Carpathian Eagle)
Eine recht seltsame Mordserie gibt in dieser Episode dem zuständigen Detective Inspector Clifford einige Rätsel auf. Schließlich wird den Opfern ordentlich das Herz aus dem Brustkorb entfernt, was die besagte Lebenserwartung ja beträchtlich schmälert. Dabei scheint es auch seltsame Verbindungen zu geben mit einer alten Legende,  bei der vor mehr als 300 Jahren die Gräfin Henska allen ihren Liebhabern das Herz durch einen abgerichteten Adler hatte herausreißen lassen. In diesem Punkt kann dem Detective Inspector die junge Autorin Natalie behilflich sein, die über diese besagte Legende bereits ein Buch verfasst hat und mit dem letzten verbliebenen weiblichen Nachkommen aus der Familie der Gräfin aufwarten kann, die allerdings auch schon ein gewisses Alter erreicht hat und so kaum als Mörderin in Betracht kommt. Diese alte Dame wiederum gibt gegenüber Clifford denn auch sehr bereitwillig eben diese alte Sage nochmals zum Besten. Ganz nebenbei fühlt sich Clifford recht bald zu der jungen Autorin Natalie hingezogen. Doch so manche Verabredung klappt nicht so wie gewünscht und genau in diesem Zeitraum geschehen zumeist weitere Morde mit ähnlichem Muster. Was unser Detective Inspector jedoch nicht wirklich ahnt, ist der Umstand, dass er seine zarten Gefühle geradewegs in Richtung der eigentlichen Serienmörderin vertieft, denn die junge Natalie scheint über eine gespaltene Persönlichkeit gegenüber dem männlichen Geschlecht zu verfügen. So wirft sie sich dann ... sobald es sie überkommt ... in aufreizende Verkleidungen und agiert wie eine sprichwörtliche Venusfalle. Hübsch anzusehen aber absolut tödlich. Ein gefährlicher Umstand also, der Clifford weit mehr als nur Kopfzerbrechen bereiten könnte.
Regie: Francis Megahy
Drehbuch: Bernie Cooper, Francis Megahy
Darsteller: Anthony Valentine, Suzanne Danielle, Sian Phillips, W. Morgan Sheppard, Jeffry Wickham, Barry Stanton, Ellis Dale, Barry Stokes, Pierce Brosnan u.a.

Meine kritische Bewertung:
Im Grunde haben wir es hier mit einem Psychothriller zu tun, der jedoch von der Handlung her einiges an Potential besitzt. Man hätte also aus diesem Grundstoff so einiges machen können. Leider aber musste man auch hier die Handlung in das enge Korsett von 55 Minuten zwängen. In Sachen Spannung konnte diese Episode bei mir daher durchaus punkten. Man hätte allerdings die Szenen mit der Nachfahrin der mordlüsternen Gräfin anders gestalten sollen. An diesem Punkt schleifte leider die überzeugende Ausgestaltung der Handlung dann doch ein wenig arg. Nun kann man zwar sagen, dass der Übergang zwischen einem Psychothriller hin zu einem Horrorfilm oftmals fließend sein kann, wobei man wie auch in dieser Episode keine übersinnlichen Elemente benötigt, aber auch an dieser Stelle muss man leider wieder darauf verweisen, dass es sich hier um eine Fernsehepisode handelt, bei der man sich etwas zurücknehmen musste. Einen gewissen Reiz hatte diese Episode jedoch trotzdem und war mit Suzanne Danielle auch durchaus recht positiv für das männliche Auge besetzt gewesen. Diese Episode bescherte dem späteren James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan dann auch eine winzige Rolle. Im Grunde nimmt Brosnan hier nur kurzzeitig die Rolle eines Opfers ein, dessen Ableben selbst in dieser Episode wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Schließlich konnte man es sich ab diesem Zeitpunkt schon an fünf Fingern abzählen, dass er sich nur in die Schlange der Opfer einreihen würde. Da konnte man dann bei Brosnan auch auf diverse intelligente Dialoge in dieser kleinen Rolle locker verzichten.

Grusel oder gar Horror sucht man in dieser Folge also vergebens. Dafür war die Geschichte an sich durchaus interessant und bis zu ihrer Auflösung auch durchaus spannend angelegt. In Sachen Titel hätte man sich allerdings etwas fantasievoller geben können, denn ein "Falkner" kommt in dieser Episode nicht vor und so dürfte sich dieser Verweis im Titel auch eher auf die Tötungsart durch einen Adler bei der Legende um die lüsterne Gräfin von vor 300 Jahren beziehen. Die eigentliche Mörderin ist zudem selbst mit der Nachfahrin der Gräfin nicht verwandt, weshalb schon der Verweis auf ein "Vermächtnis" höchst irreführend ist. Ein Titel wie "Die blutigen Morde der Venusfalle" hätte dieser Episode jedenfalls weitaus näher gestanden, auch wenn die besagte Pflanze hier auch keinen Auftritt hinlegt. Aber man kennt das ja mit den Gleichnissen. Gesamt gesehen, und wenn ich mal die Haarspaltereien  wegen des Titels beiseite lege, reicht es in der Bewertung aber noch völlig für ganze vier von insgesamt fünf blutige Höschen.

10. Der Wächter des Höllenschlunds (ca. 55 Minuten)
(The Guardian Of The Abyss)
Auf einer Auktion ersteigert die Antiquitätenhändlerin Laura Stephens einen nicht gerade großen, aber seltsamen Spiegel, der mit okkulten Sympolen geschmückt ist. Bei ihr ist dabei auch ihr guter Bekannter Michael "Mike" Roberts. Doch irgendwie scheint dieser Spiegel nun das Interesse eines anderen Händlers geweckt zu haben, der genau diesen Spiegel im Namen eines Kunden an Land ziehen will. Da dieser Laura den Spiegel sogar gleich für das zehnfache seines eigentlichen Preises abkaufen will, macht dies Michael wiederum recht stutzig und er rät Laura erst einmal vom Verkauf ab. Diesen Spiegel nimmt er dafür erst einmal mit, um diesen an anderer Stelle durch einen Fachmann schätzen zu lassen. Denn wenn der Käufer so begierig ist, eine so hohe Summe zu zahlen, dann muss da eigentlich auch noch mehr herauszuholen sein. Während der Autofahrt läuft ihm jedoch eine hübsche junge Frau fasst vor den Wagen, die sich ihm bald als Allison vorstellt. Allison wiederum ist auf der Flucht vor einer okkulten Geheimgesellschaft, die sich ebenfalls im Besitz einer Kopie dieses Spiegels befindet. Und mit Hilfe eines solchen Spiegels wollen sie einen mächtigen Dämonen aus der Hölle das Tor zur Erde aufstoßen. Für dieses Ritual hatte man Allison jedenfalls als perfektes Opfer vorgesehen. Charles Randolph, ein übler Hypnotiseur und Hohepriester der Teufelssekte schaltet sich auch bald selber ein, zumal es sich hier nun um den Originalspiegel handelt, mit dem die Anrufung des Dämons nun vollzogen werden   könnte. Zum anderen ist dann da auch noch Allison, die er auch weiterhin unter seinem bösen hypnotischen Einfluss wähnt und die schließlich immer noch als passendes Opfer gilt. Doch Michael lässt sich auch von Drohungen seitens Randolph nicht wirklich beeindrucken, zumal er ihn und die Teufelssekte eher für verblendete Verbrecher hält und nicht so recht an die Möglichkeit glauben will, es hier wirklich mit übersinnlichen Aktivitäten zu tun zu haben. Hinzu kommt, dass sich Michael auch etwas in die süße aber scheinbar recht hilflose Allison verguckt hat. Doch Liebe macht bekanntlich blind und die wirkliche Gefahr droht Michael dann von einer Seite, die er niemals in seiner Rechnung aufgeführt hätte.
Regie: Don Sharp
Drehbuch: David Fisher
Darsteller: Rosalyn Landor, Ray Lonnen, John Carson, Barbara Ewing, Paul Darrow, Caroline Langrishe, Sophie Tomson, Sharon Fussey, Barry McDonald u.a.

Meine kritische Bewertung:
Fangen wir einfach mal mit den Mankos dieser Episode an, die sich mitunter jedoch nur im Detail offenbaren. Der okkulte Spiegel und seine Ornamente wirken hier gleich erst einmal recht billig. Da hätte man sich ein klein wenig mehr Mühe geben dürfen. Ein klein wenig mehr übersinnlicher Schrecken hätte diese Episode dann auch noch etwas aufgewertet, so das man hier wirklich von Horror sprechen könnte statt nur von einem leichten Gruseleffekt. Der Sachverhalt mit der Hypnose ist zwar recht ordentlich gemacht, doch auch hier hätte man etwas mystischer an die Sache herangehen können. Aber ansonsten wusste mich die Thematik durchaus zu packen und die Handlung hatte durchaus Potential. Eigentlich hätte man sich bei Hammer auch nur mal umsehen müssen, wie man solche Teufelsanbeter hübsch darstellt, denn bei dem Hammer-Film DIE BRAUT DES TEUFELS (THE DEVIL RIDES OUT) aus dem Jahre 1968 mit Christopher Lee und Charles Gray hatte man schließlich eine recht gute Vorlage. Aber wie sagte ich schon einmal etwas weiter oben: Man muss in Sachen Handlung und gebotenem Schrecken alles bei der Hammer-Serie eben auf ein milderes Fernsehniveau herunter brechen. Dann wirken dann auch die Teufelsanbeter etwas sauberer und auf modern getrimmt in ihrem auftreten. Man will ja ein hübsches Bild des Bösen in die vielen Wohnzimmer via Fernseher vermitteln.

Davon aber mal abgesehen, wusste mich diese Episode am besten zu fesseln, was aber auch an dem Umstand liegen mag, dass ich unheimlich auf solche Teufelssekten-Geschichten stehe. Das ich dann bei den kleinen Kritikpunkten oben doch noch beide Augen zudrücke, liegt schlicht an der Schlussszene. Denn die endet für unseren Helden und Frauentyp so köstlich böse, dass ich dieser Episode recht gerne die vollen fünf von insgesamt fünf umgekehrten Kreuze als Bewertung an die Wand hämmere.

Mein Gesamtresümee:
Was die Höhen und Tiefen der einzelnen Episoden angeht, so kam es hier am wenigsten zu wirklich üblen Ausreißern. Vielmehr konnten sich die einzelnen Episoden kontinuierlich steigern und mich durchweg zufrieden danach ins Bett gehen lassen.

Von insgesamt drei Episoden dieser DVD haben dann auch gleich zwei mit übersinnlichen Einbrüchen in die reale Welt zu tun, was ich bei den Hammer-Episoden durchweg als positiv betrachte. Jede andere Form in Richtung Krimi und Thriller wirkt insgesamt für einen Fan selbst der klassischen Hammer-Horrorfilme eher seicht, weil man damals eben nicht so wirklich in die Vollen gehen konnte um dabei beim Zuschauer auch noch eine genüssliche Gänsehaut herauskitzeln zu können.

In diesem Punkt kann ich aber durchaus sagen, dass man bei der Episode DAS VERMÄCHTNIS DES FALKNERS durchaus versucht hatte, noch ordentlich etwas aus der Handlung herauszuholen, auch wenn diese Episode in einer Horrorserie ein wenig deplaziert wirken mag. Man sollte sich also bei der Gesamtserie HAMMER HOUSE OF HORROR eine gewisse Offenheit für verschiedene Möglichkeiten bewahren. Schließlich gruselten sich die Zuschauer damals etwas schneller, sofern sie sich vor dem heimischen Fernseher fesseln ließen und sich eben nicht ins Kino verdrückten, wo mittlerweile in Sachen Horror weit blutigere wie auch härtere Stoffe geboten wurden.

Ob sich dieser allgemein positive Eindruck der Episoden auch bei der letzten DVD mit eben den Episoden 11 bis 13 fortsetzen wird, muss sich allerdings noch zeigen. Gut, ich weiß es ja mittlerweile schon, da ich auch diese Episoden längst gesichtet habe. Aber auf meine Kritiken und Bewertungen müsst ihr euch noch eine Woche gedulden müssen. Für Fans der Hammer-Filme führt da aber in keinem Fall der Weg daran vorbei, sich die Gesamtserie zuzulegen, will man hier keine größeren Lücken in der Sammlung riskieren. Da mag dann nicht immer alles Gold sein was glänzt, aber einen Sack mit dreizehn verschrumpelten Kartoffeln - das kann ich euch versichern - erhält man hier wahrlich auch nicht.

Hammer House of HorrorGefrier Schocker
(Hammer House of Horror)
Produktion: Hammer Films/ITC Entertainment
Erstaustrahlung: 13.09.1980/Großbritannien
Deutsche Erstaustrahlung: 05.04.1989/Sat 1
Alternativtitel: Unnatural causes
13 tlg. brit. Horrorserie
Laufzeit pro Episode ca. 55 Minuten
Anzahl: 4 DVD/Remastered Edition
Gesamtlaufzeit ca. 666 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Pidax Film Media Ltd./2015
Großbritannien 1980

Die Artikel in der Übersicht

 

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles