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Western (nach 1980) - Open Range (Open Range - Weites Land)

Spätwestern - (nach 1980)Open Range
(Open Range - Weites Land)

Charley Waite und Boss Spearman ziehen seit zehn Jahren mit ihren Rindern über die freien offenen Weiden des Westens. Die Zeiten sind nicht einfacher geworden für die beiden. Das Weideland ist weitgehend in Besitz weniger Großrancher und wird von denen mit Zäunen und Waffengewalt verteidigt. Freegrazer, Viehzüchter ohne eigenes Land, wie Charley und Boss sind nicht gern gesehen.

 

Robert Duvall und Kevin Costner in Open RangeWährend eines Unwetters wird klar, das die Vorräte nicht bis zur nächsten Stadt reichen werden. Mose Harris, einer von Spearmans Männern, wird in die einen Tag zurückliegende Stadt Harmonville geschickt, um einzukaufen. Als er nach mehren Tagen nicht zurückkehrt, reiten ihm Charley und Boss nach. Der junge Button bleibt beim Wagen, bei der Herde zurück.

Open RangeAls die beiden in der Stadt ankommen wird schnell klar, das Mose wegen einer Schlägerei im Gefängnis sitzt, die er angeblich begonnen hat. Spearman weiß, das das nicht stimmen kann. Ein Gespräch mit Sheriff Poole macht deutlich, die Freegrazer sind in Harmonville- Country nicht willkommen. Der Großrancher Denton Baxter droht ihnen sie alle zu töten, wenn sie nicht umgehend verschwinden. Baxter weist den Sheriff an, Mose frei zulassen.

Mose ist schwerer verletzt als gedacht. Charley und Boss bringen ihn zum Arzt, Doc Barlow. Als der ihn wieder zusammengeflickt hat, machen sich die drei auf den Weg zurück zur Herde. Waite geht allerdings die Frau des Doktors, Sue, nicht mehr aus dem Kopf.

Wieder zurück erzählt ihnen Button von maskierten Männern die das Lager beobachten. Nachts statten Charley und Boss den Revolvermännern einen Besuch ab. Während sie sie schlagen und demütigen um sie von ihrer Herde abzubringen, überfallen andere von Baxters Männern Mose, den sie erschießen, und Button, den sie schwer verletzt zurücklassen.

Am nächsten Morgen beerdigen die Freegrazer den Toten, bringen den Jungen nach Harmonville zu Doc Barlow, der allerdings auf Baxters Farm weilt. Sue kümmert sich um Button. Während eines mehrtägigen monsunartigen Regens versinkt die Stadt in Wasser und Schlamm. Charley und Boss bereiten sich auf die Abrechnung mit Baxter vor. Boss macht sein Testament. Charley erfährt das Sue nicht die Frau sondern die Schwester des Doktors ist. Er ist sich aber über seine Gefühle längst nicht im Klaren. Einige Stadtbewohner wie der Fuhrunternehmer oder auch der Stallbesitzer beginnen in dem bevorstehenden Konflikt ihre Chance zu sehen, sich vom despotischen Baxter und seinen Männern zu befreien.

SzenenfotoBoss und Charley beschließen den ersten Schritt zu machen. Sie nehmen den Sheriff und seine Gehilfen gefangen, betäuben sie mit Chloroform und setzen sie im Gefängnis fest. Am nächsten Morgen hinterlassen sie Baxter eine Nachricht und erwarten ihn an den Stallungen. Als dieser mit seinen Revolvermännern kommt, erschießt Charley Mose Mörder. Der Shootout beginnt. Am Ende ist die Stadt befreit, wurde der Gerechtigkeit Genüge getan.

Boss Spearman und Charley Waite sehen beide die Möglichkeit in Harmonville endlich sesshaft zu werden. Boss übernimmt den Salon, Charley heiratet Sue. Doch zuvor müssen die Rinder zusammen getrieben und verkauft werden. Ein letztes Mal ziehen die beiden Männer über die freien Weiden des Westens.

Kevin Costner hat mit Open Range ein Meisterwerk des Spätwestern geschaffen. Eine einfache Geschichte wird in wunderschönen Bildern erzählt. Die Freundschaft zweier Männer, die wissen, das sie sich aufeinander verlassen können, ohne den anderen wirklich näher zu kennen, steht im Mittelpunkt des Films. Die Dialoge sind nie wirklich lang, treffen aber immer auf den Punkt. Der Western treibt ohne Eile, aber voller Spannung auf den Höhepunkt zu. Der Zuschauer ahnt bald, das keiner von beiden sterben wird. Dennoch ist keine Minute des Films langweilig. Die beiden Männer kommen sich immer ein Stückchen näher. Bis sie am Ende Dinge voneinander wissen, die sie ohne den Konflikt mit Baxter nie erfahren hätten. Ihre Freundschaft geht nun über gegenseitige Verlässlichkeit hinaus.

Großartig sind Robert Duvall als Boss Spearman und Kevin Costner als Charley Waite in den Hauptrollen. Beide haben Erfahrungen im Genre gesammelt. Duvall in Filmen wie Der Marshall, Lawman, Sinola und Geronimo; Costner in Der mit dem Wolf tanzt und Silverado. Aber auch die anderen Rollen sind gut besetzt.

Der lange und abwechslungsreiche Shootout gehört sicherlich mit zu den Besten im Western.

Damit gehört Open Range zu den Höhepunkten des Westernrevival, das in den 1990er Jahren mit Filmen wie Der mit dem Wolf tanzt oder Geronimo begann und im neuen Jahrtausend mit Serien wie Deadwood oder Into the West und Filmen wie Todeszug nach Yuma weitergeht.
Open Range
Die Rollen und ihre Darsteller:
Boss Spearman - Robert Duvall
Charley Waite - Kevin Costner
Mose Harris - Abraham Benrubi
Button - Diego Luna
Denton Baxter - Michael Gambon
Sheriff Poole - James Russo
Doc Barlow - Dean McDermott
Sue Barlow - Annette Bening

Regie: Kevin Costner
Drehbuch: Craig Storper
Musik: Michael Kamen
Produktion: Kevin Costner
Dauer: 133 Minuten
Erscheinungsjahr: 2003

 

Kommentare  

#1 Pisanelli 2009-06-14 14:48
Kam ja erst vor einigen Tagen im Fernsehen. Auch so ein feines Teil. Was mir besonders an dem Film gefällt, ist die Realitätsnähe. Da wird nicht einfach so drauf losgeballert, sondern man macht sich schon Gedanken, was da einem selbst oder anderen passieren kann. Und natürlich die Frage der medizinischen Versorgung ist auch nicht so ganz unrelevant, vor allem für "fahrende" Cowboys, die nirgendwo zuhause sind. Kevin Costner und Robert Duvall liefern sehr schöne Charakterzeichnungen ab und die Schießerei am Ende ist zwar spannend, aber ziemlich nüchtern gehalten, was die Effekte und die Choreographie betrifft. Wie gesagt, eigentlich bin ich kein Western-Fan, aber den hier mag ich ;-)
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#2 Lobo 2009-06-14 16:03
Ja, ein wirklicher "Genußfilm".

Etwas elegisch angelegt, aber trotzdem voller Spannung und auch einiges an bissigem Humor.
Costners und Duvalls Gespräche verhindern Längen und zu guter letzt knallt's dann doch noch mal richtig.

Nicht Costners Bester, aber dennoch einer der bBesten!
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