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Wo ist die kosmische Vision? - Kleinteiligkeit und Bürgerkrieg oder auf zu fernen Horizonten?

1Wo ist die kosmische Vision?
Kleinteiligkeit und Bürgerkrieg oder auf zu fernen Horizonten?

Wieder einmal kommt die aktuelle Handlung recht kleinteilig daher. Nicht unspannend, hacken Terraner der LFG bzw. USO und Gäonen des zweiten Solaren Imperiums aufeinander ein. Auch die Thogoondu sind beteiligt. Die Gemeni hingegen  bedrohen mit ihren wachsenden Pflanzenraumern gewiss nicht die Galaxie, jedoch destabilisieren sie den inneren Frieden  der Milchstraße durch ihre Lockangebote von Zellaktivatoren, Zellduschen, Mutantenfähigkeiten usw. fast wie ein Hamamesch-Bazar.

Nun, da die Eiris von ES abgeflossen ist bis auf einen Rest, den der neue, zweite Ellert als Schlüssel  für Wanderer konserviert hatte,  die Superintelligenz selbst erst einmal (?) nicht mehr anwesend/vor Ort ist, in der lokalen Gruppe, wo bleibt da die kosmische Vision? Gewiss, Perry ist gerade jwd, in der Galaxie der Thoogondu und schaut sich dort um, was da so los ist. Schliesslich wollen diese wieder zurück in die MS und auch bei der neuartigen SI der Gemeni ist die lokale Gruppe zwar heiß begehrt. Insofern sind also wieder einmal intergalaktische Kräfte involviert. Doch wo bleibt der Plan von San? Wo bleibt die kosmische Vision der Verknüpfung mehrerer Galaxien? Dieser, eigentlich schon länger existierende Plan ist als Grundgerüst zwar existent, in der Praxis aber nicht ausgebaut. Entweder kommen immer wieder außergalaktische Störungen hinzu, oder die Galaktiker wie etwa „Ein-Arm“-Bostich sind sich selbst nicht einig über ein gemeinsames Vorgehen wie weiland bei der GAVÖK. Zuviele Köche wahrscheinlich … die das Schlügüfrü verderben. Mit Methanol oder ohne.

Die Galaktiker reagieren unter Bull etc. wieder einmal nur auf äußere Einflüsse, sie handeln nicht aktiv, sondern bisher ausschließlich reaktiv. Diese passive Vorgehensweise existiert ja auch schon länger in der Serie. Lasst die Dinge nur herankommen, wir werden dann schon damit fertig. Das scheint so das Motto zu sein. Unter Feldhoff, wenn es denn einmal gesagt werden darf, waren die Galaktiker noch selbst aktiv, taktisch, strategisch oder überhaupt. Offensiv warfen sie ihre Entwurfsstrategien nach außen, verkrochen sich nicht zuhauf in der heimatlichen Milchstraße, wo es doch am gemütlichsten ist. Nein, es wurde klar vorwärtsgesrebt, nicht nur mit einzelnen Expeditionsschiffen, sondern mit ganzen Flotten. Selbst im Frequenzmonarchenzyklus waren die Flotten noch zu Hundertttausenden von Schiffen unterwegs. Ja, auch die Tiuphoren, die gewiss überzeichnet dargestellt waren in ihren persönlichen Mordaktionen, waren noch als Flottenmasse unterwegs. Der jüngere Zyklus aber, so spannend auch mitunter einzelne Hefte sein mögen, gibt sich eher kleinteilig. Drei Schiffe der Gemeni sind noch keine Bedrohung. Selbst ein Brückenkopf der Gäonen durch die Eroberung von Quinto Center wäre noch nicht so schlimm gewesen. Aber die Gäonen haben ja auch Stützpunkte in der Galaxie angelegt. Diese gälte es eigentlich strategisch als Nächstes auszuschalten, nach der Eroberung der IWAN GORATSCHIN.

Jedenfalls haben die Terraner nun ihre Art von Bürgerkrieg oder zumindest wieder einmal einen Konflikt innerhalb der eigenen Art. Sie sind also beschäftigt … ebenso mit den sechsdimensionalen Schlupfschiffen, die aus dem Dakkarraum herauswachsen. Jedenfalls fehlt bei allem kosmischen Überbau, der so geschildert wird, immerhin ist Perry ja wieder einmal in Weitfortistan, die wirkliche Weitsicht für eine langfristige Strategie, denn wo ist die kosmische Vision? Wohin wollen eigentlich die Galaktiker, unabhängig vom lokalen Konflikt. Was streben sie an für die nähere oder fernere Zukunft? Die LFG als Liga freier Galaktiker mag so eine Art Miniprojekt von San sein, ist aber jedenfalls noch nicht in der Lage, die ganze lokale Gruppe zu einer Einheit zusammenzuschließen, geschweige denn über den nahe Horizont hinauszusehen und auch andere, weiter entfernte Galaxien in einen eventuellen Schutzbund miteinzuflechten. Dabei käme gerade jetzt, wo einige der SI sich nicht mehr einmischen können, gerade die richtige Zeit, einige hundert Millionen Lichtjahre hinauszugreifen, und die vereinten Kräfte der von SI entthronten Mächtigkeitsballungen zu bündeln und zu vereinen. Klar, das wollen auch die Gemeni … aber noch weiß niemand in der Milchstraße, was wirklich die Motive ihrer Strategie sind. Ist es ein reines Machtstreben?
 
Jedenfalls müsste Perry wieder einmal in der Sicht der kosmischen Vision aktiv sein, die Kräfte einiger Galaxien auch über die lokale Gruppe hinaus mit gemeinsamen Interessen bündeln zu können. Das sollte nämlich auch ohne Eiris gehen.

(C) 2017 by H. Döring

Kommentare  

#1 GuentherDrach 2017-11-07 21:34
Gemeni.
Die Gyanli waren diese Fischköpfe im letzten Zyklus, in der Sternengruft. Die Gesandten GESHODs nennen sich Gemeni.
#2 AARN MUNRO 2017-11-08 10:38
Danke für die Aufmerksamkeit, Guenther! Du hast ja recht! Wird sofort oben korrigiert.

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