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Eine betagte Dame mit großem Herzen: Nele Großkreutz

Rudi und das 'Zamorraversum'Eine betagte Dame mit großem Herzen
Nele Großkreutz

Hat sich Adrian Doyle (Manfred Weinland), als er den Roman Nummer 953 »Der Fluch von Eden« geschrieben hat  (und der am 7. Dezember 2010 erschien) bereits vorgestellt, dass ein bestimmter Charakter heute immer noch eine Rolle in der Zamorra-Serie spielt?  Bei keiner anderen Figur der Serie um den geisterjagenden Parapsychologen scheiden sich die Geister bei den Usern des Bastei-Forum so sehr wie bei Nele Großkreutz.


Manfred WeinlandWie soll ich sie beschreiben? Eine taffe ältere Frau, die schon über 800 Jahre alt ist. Im Geiste ist sie immer jung geblieben. Denn sie kann ja nicht sterben. Wie sie ihre Unsterblichkeit und gleichzeitig den Fluch, der sie verfolgt, bekommen hat, kann in der Nummer 953 nachgelesen werden.
 
Auf Nachfrage meinerseits lieferte mir Manfred H. Rückert einige Daten über

Nele Großkreutz
(* 1196 zu Cöln) Verfügt über die sogenannte Engelsgabe: Kann sich kraft ihres Willens nicht nur unsichtbar, sondern non-existent machen. Sie wechselt dabei auf ein anderes Wirklichkeitslevel, von dem aus sie die reale Umgebung weiterhin beobachten kann. Dabei kann sie andere Menschen mitnehmen, sobald Hautkontakt besteht.
Der geheimnisvolle Nikolaus bewegte 1212 in Cöln Scharen von Kindern dazu, mit ihm nach Jerusalem zu ziehen, um die Heilige Stadt von den »Ungläubigen« zu befreien. Ihm schloss sich auch Nele Großkreutz an. Beide verliebten sich ineinander und zeugten, kurz bevor sie sich trennten, ein Kind, von dem Nikolaus erst erfuhr, als er Jahrzehnte später wieder zu Nele fand. Da war Nele bereits eine alte Frau von über 70 Jahren – während er selbst immer noch blutjung wie einst daherkam. Ihr ehemaliger Geliebter weihte Nele in sein Geheimnis ein: Nach dem Scheitern des Kreuzzugs war er aus muslimischer Gefangenschaft geflohen und hatte einen Zugang zum legendären Garten Eden gefunden, wo er vom Baum des Lebens aß und fortan unsterblich war. Nikolaus brachte Nele zwar ebenfalls eine Frucht mit, die konnte seine große Liebe aber nur in ihrem Greisenalter vor weiteren Anfechtungen des Alters bewahren.
Erneut trennten sich ihre Wege. Nikolaus nahm die Spur des (verschollenen) gemeinsamen Sohnes Aaron auf und gelangte nach London, wo er vom dortigen Bösen infiziert wurde. Als er später abermals nach Eden ging, um ein Mittel zu suchen, das Nele neben der Unsterblichkeit auch ihre verlorene Jugend schenken sollte, infizierte er die dortige Entität – Jachhwa – und erst Carrie Bird konnte Jahrhunderte später das Böse aus Jachhwa wieder eliminieren. Zum Dank näherte Jachhwa im Laufe der folgenden Geschehnisse Nikolaus und Nele altersmäßig einander an. Seither wirkten beide wie Mitte Vierzig und wurden nach langer Odyssee zum Paar. Doch ein Happy End scheint ihnen erst einmal versagt, denn Jachhwa benutzt seit einiger Zeit Nikolaus als Faustpfand, um Nele dazu zu zwingen, für ihn dem Geheimnis seiner gefälschten Identität auf den Grund zu gehen. Bis zu ihrer Rückkehr hat Jachhwa Nikolaus in einen Greis verwandelt, was er erst wieder zurücknehmen will, wenn Nele erfolgreich war und ihn »erleuchtet«.
Eine Eigenart von Neles (und wohl auch Nikolaus‘) Unsterblichkeit ist es, dass sie selbst dann greift, wenn Gewalt ausgeübt wird, die eigentlich kein Mensch überstehen kann. Beispiel: Nele springt von einem Wolkenkratzer in die Tiefe. Sie stirbt scheinbar, erwacht aber irgendwann wieder in unversehrtem Zustand. Wie genau das zugeht, ist und bleibt ein Mysterium.
Ergänzend sei angemerkt, dass Nele ihre Unsterblichkeit teuer bezahlen musste. Seit ihre natürliche Lebenszeit abgelaufen war, wurde sie allnächtens von Dämonen heimgesucht, die ihr nach dem Leben trachteten, aber eine gewisse Distanz zu ihr nie überschreiten konnten. Dafür hielten sie sich an jedem gütlich, der sich in Neles Nähe aufhielt. Mit anderen Worten: Nele brachte jedem den Tod, der sie aufnahm oder zu fortgeschrittener Stunde auch nur zufällig bei ihr war. Diesen Fluch konnte erst Zamorra deMontagne von ihr nehmen.

Quellen
Professor Zamorra-Hefte Bastei Verlag: 953, 954, 968, 994, 1045, 1062, 1069, 1074, 1081, 1082, 1089, 1096, 1103, 1104
Professor Zamorra-Bücher Zaubermond: 44 & 49

Götterdämmerung Manfred Weinland alias Adrian Doyle versuchte Nele Großkreutz in den Fokus der Leser zu bringen. In einigen Romanen hat er es geschafft. Und doch, im Zyklus um Eden, der ja mit der Nummer 1074: »Götterdämmerung« von Adrian Doyle zu Ende geschrieben worden ist, kam sie mir stark, schwach, überlegen, ängstlich vor. Alles gleichzeitig wurde bei ihr im Eden-Zyklus versucht zu beschreiben. In manchen Abschnitten einiger Romane erschien es mir, als wäre es zu verkrampft geschrieben. Es sind schon einige gute Geschichten dabei. Ich finde sie aber im Eden-Plot mal mehr, mal weniger überzeugend.
 
Von Anfang an beschrieb man sie als ältere Frau, die ihre Geschichte erzählte. Ich überlegte mir, je öfters sie vorkam, wie könnte sie aussehen. So langsam kam mir ein Bild in den Sinn. Adrian Doyle hat bestimmt auch ein Bild in seinen Kopf von Nele Großkreutz wie sie aussehen soll. Doch in meinen Gedanken wurde ein Bild wie sie hätte aussehen können etabliert. Ich denke immer an, wenn ich über Nele Großkreutz lese, an Margareth Rutherford als Schauspielerin in den Miss Marple-Filmen. Eine ältere fitte Dame, die, egal was in ihrem Leben passiert, immer positiv denkt und immer neugierig auf etwas Neues ist. Manchmal haben mir die Antworten in Neles langem Leben nicht gefallen.
 
Ein Vorteil das Nele Großkreutz so lange dabei ist: man erfährt, welche historische Personen sie getroffen hatte. Hier hat Adrian Doyle etwas geschaffen das man nur so beschreiben kann: Historisches mit realem Hintergrund, vermischt mit Fantasy und Grusel.
 
Im Laufe der Geschichte um Nele Großkreutz wurde auch darauf hingewiesen, dass ihr Sohn das Geschlecht der Hall in London, die die bösen Mächten fernhalten, gegründet hatte.
 
Man sieht es, Adrian Doyle verknüpft einiges im Zamorraversum. Wie heißt es so schön, bildlich gesprochen: »Alle Wege führen nach Rom.« In der Welt von Professor Zamorra muss man aber es so formulieren: »Jedes Zeitalter hat seine Geschichte und ist im Zamorraversum verknüpft.«
 
Irgendwann hatte Adrian Doyle Nele Großkreutz als starke Frau etwas zurück genommen. Ab welchem Roman kann ich jetzt nicht genau sagen. Nur ein Beispiel: ihr Verhalten, als sie wieder jung und vital war. Das hat nach meiner Ansicht um ihre Person nicht mehr gepasst.
 
Über den Eden-Komplex werde ich in einem Artikel ausführlicher darüber schreiben. Denn das ist dann ein Artikel, den ich gesondert beschreiben muss. Ich wollte jetzt nicht über einzelne Romane berichten.
 
Ihre Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt. Wie schon erwähnt, gibt es bestimmt noch einige Treffen zwischen Nele Großkreutz und berühmten Personen, die sie in ihrem langen Leben getroffen hatte. Denn in den Vergangenheitsabenteuern wird sie so richtig lebendig in meinem Kopf. Ich hoffe, dass sie noch einige Zeit im Zamorraversum vertreten ist.
 
Was mich an Nele Großkreutz fasziniert ist dieser Ghostmodus. Sie sieht dann die Welt wie sie tatsächlich ist. Auch kann sie Personen mit hinüber nehmen, das die Personen Unsichtbar sind und mit ihr die Welt so wie sie es sieht. Das habe ich am Anfang wo Nele Großkreutz geschrieben worden ist, sogar »WOW« zu mir gesagt. Mal was Neues im Zamorraversum. So etwas gab es noch nicht.
 
Im diesem Sinne.
 
Euer Rudi.

Kommentare  

#1 uwe 2016-11-13 18:40
War das nicht auch in den Borner Romanen so, das die Unsterblichen sich nicht umbringen konnten oder auch nicht umgebracht werden konnten? Siehe PZ-1041 Im Bann des Zirkels.
Wer hat da wen inspiriert?
#2 Rudi 2016-11-13 19:35
zitiere uwe:
War das nicht auch in den Borner Romanen so, das die Unsterblichen sich nicht umbringen konnten oder auch nicht umgebracht werden konnten? Siehe PZ-1041 Im Bann des Zirkels.
Wer hat da wen inspiriert?


Die Geschichte hat ja mit mehr Jenny Moffat der Reporterin zu tun. Die Geschichte ist eine ganz anders wegen der Unsterblichkeit als mit Nele Großgreutz.

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