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Roberta Lee, die Zweite...

Roberta Lee zum zweitenRoberta Lee, die Zweite...
...oder warum die Serie lesenswert ist!


Nun liebe Leser, in einigen Punkten hatte Martin Weinrich in seinem Artikel - "Fantastische Zukunft ... oder ein passabler Versuch? " - bezüglichst der Serie MYTHENLAND vom Kelter Verlag schon so einige kritische Punkte aufgezeigt, die sich nicht am Inhalt der Serie festmachen, aber den Vertrieb betreffen.
Sicherlich will ich hier nicht alles wiederholen, aber ich habe auch bei den bisherigen Kommentaren zu anderen Artikeln bezüglich der neuen Kelter-Serien den Eindruck gewonnen, dass es Regionen bzw. Läden gibt, in denen zum Teil mehr als genug Exemplare der Taschenhefte auftauchen während in anderen Bereichen die besagten Serien erst gar nicht in die Läden bzw. Kioske Einzug halten.

 

Roberta Lee 2Da muss, wie in meinem Fall und in meinem Beisein per Telefon passiert, der Grossist erst einmal liebevoll zusammengefaltet werden weil nicht mal eine kleine Info zu den Serien kam, während laut Aussage meines Romandealers sonst jeder "Blödsinn" den er eigentlich zu 100 Prozent remittieren könne quasi in seinen Laden getragen wird. Dies lag auch nicht am unseligen Phasenvertrieb, denn ROBERTA LEE lag durch den Anruf nunmehr pünktlich am Anfang der nächsten Woche für mich auf der Ladentheke!

Nun könnte man meinen das dies ein Problem ist, dass auf meine kleine Stadt begrenzt gewesen sein könnte (was ich auch erstmal angenommen hatte). Schließlich lässt sich ohne Nachfragen auch kein MADDRAX, ZAMORRA oder JOHN SINCLAIR usw. in den Läden auftreiben. In diesem Punkt ist meine Stadt leider eine Wüste in der nur die Spezies Liebesroman (Kelter/Cora), PERRY RHODAN und LANDSER die Landschaft bestimmen. Mal abgesehen von zwei kleinen Stellen wo unermüdlich das zarte Pflänzchen eines WESTERN-Romans oder ein JERRY COTTON dem rauen Wind trotzen!

Aber auch hier wurde ich seitens einiger Kommentare eines besseren belehrt! Wie bei MYTHENLAND, so muss man auch bei ROBERTA LEE in manchen Bereichen schon fasst Siebenmeilenstiefel tragen um in den Genus zu gelangen diese Serien auch lesen zu können. Die Sache mit dem Phasenvertrieb macht da die Sache nicht wirklich besser sondern verschlechtert sie meiner Meinung nach noch zusehends.

Nicht wir, die Fans des Romanheft, die nunmehr die modernere und ansprechende Form des Taschenheft begrüßen, die sich intensiv über Neuerscheinungen informieren und mit vorgehaltener Wasserpistole in den Läden und Kiosken auftauchen um diese Romane zu ordern, werden deren Überleben sichern, sondern hierzu benötigen die Serien die sogenannte Laufkundschaft! Tja, wenn aber der unbedarfte, nicht informierte Leser nicht einmal von der Tatsache erfährt das da ein paar neue Serien das Licht der Druckerschwärze erblickt haben, dann wird dies leider unweigerlich auch Auswirkungen auf die Verkaufszahlen haben!

Ich warne in diesem Punkt gerade im Bezug auf die Kelter Taschenhefte davor, bei einem Scheitern der Serien zugleich die Keule hervor zu holen und zu sagen das die Serien scheitern mussten weil sie nicht zeitgemäß geschrieben wurden. Ein solches Argument ließe ich gelten wenn die Serien flächendeckend verfügbar wären und so vom Käufer schlichtweg durch Kaufenthaltung abgestraft würden. Nur wie soll man diese Serien überhaupt einmal kennen lernen, wenn man sie mancher Orts nicht einmal zu Gesicht bekommt bzw. nicht mal von ihrer Existenz erfährt?

Nun gut, wie ich schon sagte will ich hier nicht noch in diesem Punkt alles wiederholen was im Artikel von Martin Weinrich schon aufgeführt wurde.

Was den zweiten Roman von ROBERTA LEE betrifft, so schiele ich mal mit grimmigen Augen in Richtung Lektorat. Und sage mir hier nun niemand, der Lektor wäre hierfür nicht zuständig denn dann solle man mir auch bitte sagen wofür besagter Lektor überhaupt da ist! Gemeint sind hier ein paar Fehler die leicht hätten ausgebügelt werden können (einfach einen falschen durch den richtigen Buchstaben ersetzen). Hier will ich auch nicht den Autor Earl Warren verantwortlich machen da man durchaus selbst manchmal blind ist gegenüber solchen Fehlern beim Korrektur lesen. Ich kann das durchaus bestätigen, denn manchmal bemerke selbst ich trotz zwei bis dreimaligem durchlesen manche Fehler im Artikel erst dann, wenn es sprichwörtlich mal wieder zu spät ist.

Auch möchte ich hier besonders betonen das Robertas Selbstbeschreibung (ja die mit der Modelfigur und den großen Brüsten) auch im zweiten Roman auftaucht. Eben für jene die das erste Taschenheft nicht gelesen haben. Warum erwähne ich das jetzt eigendlich? Ach ja, dies liegt an meiner leicht sadistischen Ader, ist mir doch noch gut in Erinnerung wie manche auf diese Passagen in ihren Kommentaren reagierten (ich weiß, ich bin gemein!).

Earl Warren aka Walter AppelZum Roman selbst kann ich wieder wie bei ROBERTA LEE Nr.1 sagen, daß dieser Roman von Earl Warren (Walter Appel) mich bestens unterhalten hat. Neben Spannung kam der Witz nicht zu kurz und in manchen Passagen (Roberta und ihr Vater) konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen (einen deftigen Lacher übrigends auf Seite 102 ebenso nicht). Das Zusammenspiel zwischen Roberta, ihrem Vater und Harry war äußerst Stimmig und Nachvollziehbar, aber nicht trocken und ernst, so das man das Augenzwinkern von Earl Warren förmlich sehen konnte.

Wenn man von adaptieren spricht, so kann man durchaus etwas von Lara Croft oder (den alten) James Bond Filmen/Handlungen wieder finden ohne das diese sich jedoch störend aufdrängen. Gerade aber auch die Recherche für diese beiden bisher erschienenen Romane kann ich eigentlich nur lobenswert hervorheben. Man fühlt sich während des Lesens in wirklich fremde Welten versetzt ohne das hier vom Leser selbst ein profundes Wissen (in diesem Fall über Asien) vorausgesetzt wird. Einen kleinen Einschub von Science Fiction erlebt dieser Roman gegen Ende ebenfalls. Hier liegt aber nicht das Hauptgewicht des Romans, hebt ihn jedoch im Rahmen des mystischen etwas an ohne es aufgesetzt wirken zu lassen. Manche Freunde von UFO-Geschichten wird das Ende erfreuen!

Ich wiederhole mich sicherlich hier, wenn ich sage, dass ich nicht wirklich ein Freund von Abenteuer-Romanen war und eigentlich noch immer nicht bin. So manche Versuche, ob im Romanheft oder als Buch endeten kläglich damit, dass dieses Werk am Boden lag weil ich spätestens ab Seite 35 tief und fest eingeschlafen war. Ich unterließ es denn auch stets dieses gerade vorhandene Werk weiter zu lesen weil ich nicht unbedingt, z.B. im August schon in den Winterschlaf verfallen wollte. ROBERTA LEE macht hier jedoch eine nicht zu unterschätzende Ausnahme. Zum zweiten Mal ist es Earl Warren gelungen mir eine Geschichte zu präsentieren, die ich in einem Zug mit sichtlichem Vergnügen gelesen habe. Für mich persönlich ein Grund zu hoffen, dass dieser Serie noch ein langes Leben beschieden sei.

So mancher (und manchmal auch verwöhnte) Leser mag Romane wie ROBERTA LEE nicht mehr für zeitgemäß halten. Dies ist deren gutes Recht. Aber ich verweise schlicht einmal darauf das Geschmäcker nie uniformiert gesehen werden sollten und so sehe ich durchaus einen Platz für die Serie ROBERTA LEE auch in unserer heutigen Zeit, in der der Heftroman im allgemeinen leider sehr um seinen Bestand kämpfen muss. Und gerade bei diesem Wissen stimmt es mich schon wieder etwas traurig, wenn man leider mit bekommen muss, dass eventuell viele potentielle Leser auch jetzt noch nicht in den Genus gelangen die Serie wenigstens einmal an zu testen weil sie eben durch Phasenvertrieb oder durch das Romansterben im allgemeinen erst gar nicht mehr an den Leser heran getragen werden. Frei nach dem Motto warum etwas in die Auslagen stecken was sich eh vielleicht nicht verkauft!

Zumindest ich werde da ROBERTA LEE die Treue halten eben weil mir die zwei ersten Romane eine kurzweilige, spannende und mitunter humoristische Zeit beschert haben.

Ein kleiner Hinweis noch zum Schluss, ROBERTA LEE Nr. 3. erscheint gegen Ende Juli mit dem Titel "Das Auge des Montezuma".

Kommentare  

#16 karl 2010-07-23 21:01
Ich habe mit Brüsten gar kein Problem, weder mit großen noch mit kleinen.
Outdoor ist so ein Megabusen eher hinderlich als praktisch. Frauen sind sowieso selten mit sich und ihrer Figur wirklich zufrieden. Und da Dexter lieber einen Sohn wollte und eine Modeltochter geschenkt bekommen hat, vertieft sich diese innerliche Unzufriedenheit bei Roberta sicher noch mehr. Da ist ihr männlich geprägter Name der kleinste Klacks.

Warten wir mal ab, wie die Geschichte weiter gehen wird. Walter liest hier sicher eifrig mit und kann ja immer wieder ins Geschehen eingreifen.
Daß Roberta möglicherweise ein kleiner Fall für den Psychiater sein könnte, beweist allein schon der Tochter-Vater-Konflikt. So ein immer wiederkehrender kurzer Seitenstrang wie bei den Sopranos mit einer an und für sich erfolgreichen Schatzsucherin auf der Ledercouch und physischen und psychischen Minderwertigkeitskomplexen die anderweitig kompensiert werden und hie und und da analysiert werden müssen, das hätte doch auch was für sich.;)
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#17 karl 2010-07-26 13:36
Heute hat mir der Postbote ein Päckchen gebracht. Ich bin nun stolzer Besitzer der ersten drei Roberta Lee - Romane inklusive Widmung. Noch einmal ein Dankeschön an Walter Appel alias Earl Warren.

Band 2 habe ich in einem Rutsch gelesen. Ich bin Schnellleser, trotzdem sind mir wieder einige Fehler sofort ins Auge gestochen, die ein findiger Lektor gleich sehen müßte.

Ansonsten bietet mir die Archäologin genau das Lesefutter, das ich suche. Wie in einer Serienfolge spielt sich das Geschehen rasant ab. Die Seiten werden rasch gefüllt. Szenenwiederholungen und seitenweises Rumgelaber findet man hier nicht vor. Witz und Spannung wechseln sich ab.

Obwohl Roberta hier ihrem Vater gegenüber abermals betont, daß sie keinen Psychiater brauche und mit ihrem Leben trotz der Vernachlässigung in ihrer Kindheit und Jugend voll zufrieden sei, bin ich der zarten Meinung, daß sie diese Selbstzufriedenheit nur vortäuscht. Ich warte mal die nächsten Romane ab. :-*

Das Ende von Band 2 hat mir gezeigt, daß ich nun damit leben werde müssen, daß mir bei Roberta Lee vielleicht auch vermehrt außerirdische Lebensformen unterkommen werden. Atlantis wird ebenfalls schon ins Spiel gebracht. Da denke ich nur an meinen Beitrag mit Mu und Lemuria. Asiastische Geheimgesellschaften gibt es bereits.

Als Leser der Indiana Jones - Romane kann ich nur sagen, daß die Abenteurerin sich da nicht zu verstecken braucht.

Schade, daß die Kelter-Serie durch das ganze Vertriebswesen hier im zweiten Phasengebiet nirgendwo einfach so aufliegt. Weder in Tirol, noch in Wien, noch im Burgenland habe ich die neuen Serien in den Heftromanecken diverser Kioske entdecken können.
Also haben es allein die Leser im ersten Phasengebiet in der Hand, ob die Reihe weiter gehen wird oder nicht.
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