Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Übermächtige Kräfte und doch irgendwie normal - Die Marvel-Geschichte zum Zweiten

Die Marvel-StoryÜbermächtige Kräfte und doch irgendwie normal
Die Marvel-Story zum Zweiten

Irgendwie kann ich mich noch an meine Kindheit erinnern und welche Comics mich faszinierten. Ab und zu gab es da mal ein Fix und Foxy, oder Bessy oder einen Silberpfeil.

Das Leib- und Magenheftchen war jedoch Perry. In den Superman/Batman Heften las ich gerne mal Batman oder eine Story der Legion der Superhelden...


...doch ein regelmäßiger Kauf kam auch da nicht in Frage. Bei uns früher im Laden konnte man die Hefte noch vorher mal durchblättern bevor man sie kaufen musste bzw. wollte und so sah man schnell, ob eine ansprechende Geschichte drin war oder nicht. Eine reine Superman-Story senkte das Interesse aber schon merklich und dann wanderte das Heft meistens gleich wieder in einen der zwei Ständer die früher stets vollgepackt waren mit Comics aller Art.

Superman, der Typ aus dem All, der jedes mal mit stolzgeschwellter Brust irgendwo auftauchte und mit seinen schier übermenschlichen Kräften und ein wenig Gehirnschmalz einfach so jeden Bösewicht von der Platte putzte, auch wenn dieser ihm (eher) hoffte, die Hölle heiß machen zu können. Nein, Superman oder dessen Storys als Superboy waren mir zu aalglatt. Gottgleiche Kräfte und steril wie eine Persil-Packung aus der Fernsehwerbung – da fehlte irgendwie der Kick, da kam keine wirklich Spannung auf. Klar, nicht alle DC Storys aus den Heften, die der Ehapa Verlag in Deutschland verlegte, waren schlecht.

Da würde man den Machern der DC-Comics Unrecht tun. Man könnte aber sagen, sie waren eher durchwachsen, so das man nie dem Erscheinungstermin des nächsten Heftes wirklich entgegen fieberte (manchmal hatte man ihn auch einfach schlicht vergessen oder bei der Qual der Wahl siegte auch eher mal die leckere Eistüte). Man sah es eben, blätterte darin herum und wenn was drin war, was einen ansprach, dann nahm man es eben mit. Das war es dann aber auch irgendwie. Den Status eines Sammelobjektes erreichten die Hefte bei mir allerdings nie. Die Chance, dass ein Bastei-Comic wie Wastl gekauft wurde, lag sogar ungleich höher. Wastl war übrigens eine satirische Verballhornung der Superhelden-Comics mit einem Superhelden in gelbem Kostüm und goldenem Herzen, dessen junger Sidekick dermaßen neben der Spur war, dass man früher beim lesen schon manchmal Tränen vor Lachen in den Augen hatte. Doch wir schweifen wohl gerade ab.

Auch in der Schule unter den Mitschülern waren Superman und Co. kein ständiges Gesprächsthema. Man las ihn, oder man lies es eben bleiben. Das alles änderte sich aber eines Tages völlig. Als ich den Laden nämlich eines Tages betrat, wo ich meinen Comic-Konsum stillte, da lagen da jede Menge Hefte eines gewissen Williams Verlag herum, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Comics aus dem Hause MARVEL unter das Volk zu bringen. Zuerst fielen mir die Hefte von den FANTASTISCHEN VIER und DIE SPINNE auf. Hatte ich doch von denen mal je ein Heft bei meinem Bruder gesehen, die vorher mal von einem HIT Verlag erschienen waren. Und neben diesen Heften gab es dann noch DIE RÄCHER, HULK, TOMP OF DRACULA, DAS MONSTER VON FRANKENSTEIN oder z.B. THOR usw. und als Zweitstory tummelten sich Helden wie CAPTAIN MARVEL, AQUARIUS (was für eine Offenbarung gegenüber AQUAMAN von DC) oder DAS X-TEAM als ständige Beigabe darin. Und man konnte jeweils ab dem ersten Heft dabei sein. Zeit also, die elterliche Front auf eine Taschengelderhöhung vorzubereiten, denn diese Comics eines gewissen Stan Lee entfachten auf Anhieb das sprichwörtliche Suchtpotential, dass vorher bei Superman und Co. Einfach nicht aufgekommen war.

Die Zeiten ändern sich und man wird älter...
...und mit den heutigen Comics sind diese „Anfänge“ kaum noch zu vergleichen. Was früher faszinierte, wirkt über die Jahre hinweg dann irgendwann eher simpel und einfach gestrickt. Ein gewisser verklärender Blick auf die Vergangenheit tut dann sein übriges dazu. Und doch, als ich den ersten Band von MARVEL ORIGINS – DIE SECHZIGERJAHRE erblickte, kam dieses „Suchtgefühl“ von damals doch wieder auf. Die Storys faszinierten damals nämlich nicht nur aufgrund der tollen Bilder und spannenden Geschichten. Es waren nicht nur die ewigen Auseinandersetzungen zwischen Helden und Schurken, die uns Kinder damals jedes Heft geradezu verschlingen ließen. Da war noch etwas anderes. Diese Helden besaßen keinen Persilschein, sie hatten private Probleme und nicht alles lief immer glatt ab. Und genau das fasziniert irgendwie auch noch heute immer noch. So las ich dann auch wieder mit einer gewissen Freude, in der etwas von der früheren kindlichen Faszination mitschwang, den erste Band der neuen Sammler-Edition des Panini Verlags. Der erste Band umfasst hierbei folgende Hefte:

  • Fantastic Four 1 - Die Entstehung der Fantastic Four
  • Tales to Astonish 27 - Die Entstehung von Ant-Man
  • Incredible Hulk 1 - Die Entstehung des Hulk
  • Amanzing Fantasy 15 - Das allererste Spider-Man Heft
  • Tales of Suspense 39 - Die Entstehung des Iron-Man
  • Tales to Astonish 44 - Das erste zusammentreffen von Ant-Man & Wasp
  • X-Men 1 - Der erste Einsatz der jungen X-Men
  • Avengers 1 - Die Entstehung der Avengers
  • Avengers 4 - Die Rückkehr von Captain America
  • Daredevil 1 - Die Entstehung von Daredevil

Kleine interessante Vorkommnisse:
Ich will jetzt nicht jede Story unnötig spoilern, denn der Comic-Sammler und insbesondere die, die sich die Anfänge zulegen möchten, werden die Storys mit Sicherheit selber genießen wollen, ohne das ihnen hier jemand die Geschichte bereits vorkaut. Einige kleine Einzelheiten jedoch seien hier verraten, ohne dem Leser den Genuss zu nehmen. So ist unser grünhäutiger Berserker Hulk hier noch nicht grün, sondern in seinem ursprünglichen satten Grau zu erblicken. Das bezieht sich jedoch nur auf die Ausgabe des INCREDIBLE HULK 1., denn in AVENGERS 1. und dem Kurzauftritt am Ende von AVENGERS 4. erstrahlt unser hüpfender Freund bereits in gesündestem Grasgrün.

Wer wissen will, wie CAPTAIN AMERICA seinen Sidekick BUCKY verlor, der sollte AVENGERS 4. vorziehen. Auffällig ist hier jedoch, dass CAPTAIN AMERICA sich nur eingeschränkt an NAMOR erinnern kann, dieser sich aber nicht an CAPTAIN AMERICA. Dies ist daher erstaunlich, weil beide in den Comics des früheren Timely Verlages (Später ATLAS Verlag) auch gemeinsam mit BUCKY und HUMAN TORCH gegen die Nazis kämpften. Und in DAREDEVIL 1. wartet unser blinder Held und Anwalt aus Hell's Kitchen noch mit seinem schmucken gelb/schwarz/roten-Kostüm auf, was mir zugegebener Weise schon damals besser gefallen hatte, als das spätere Kostüm im einheitlichem Rot. Die X-MEN, die damals (noch) nicht wirklich der Renner unter den Serien im Hause MARVEL waren, fallen durch ihre einheitliche (uniformierte) Kostümwahl in gelb/blau (ähnlich wie bei den FANTASTIC FOUR) auf, was ehemals in den USA einer der häufigsten Kritikpunkte zur Serie war. Mir gefiel ihr einheitliches Auftreten in Sachen Kostüme eigentlich schon damals recht gut, aber das ist wohl eher eine persönliche Geschmacksfrage, denn andere bevorzugen es eben bunter. Erst viel später, als das Sorgenkind X-MEN des Hauses MARVEL mit weiteren neuen Mutanten und bunteren Kostümen ausgestattet wurde, begann ihr eigentlicher Siegeszug als Serie.

Und wo wir gerade beim Thema Kostüme sind. Auffallen dürfte den Lesern der späteren Abenteuer der FANTASTIC FOUR, dass Reed, Sue, Johnny und Ben in dieser Ausgabe noch nicht die typisch einheitlich blauen Anzüge trugen (bis auf Ben, der bekam oft nur Shorts), die bald darauf so charakteristisch für dieses Team wurden. Und wer TALES TO ASTONISH 27. liest, der dürfte sich eher in eine Kurzgeschichte in Anlehnung an Filme wie FORMICULA oder noch besser, DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C. (nach dem SF-Roman von Richard Matheson) versetzt fühlen, in dem ein Mann aufgrund eines radioaktiven Nebels plötzlich zu schrumpfen beginnt und so die Hauskatze und später eine Kellerspinne für ihn zur großen Gefahr wird. In dieser Ausgabe von ANT-MAN verzichtet man völlig darauf, Anspielungen auf eine zukünftige Superhelden-Karriere zu liefern. Henry Pym zaubert hier weder plötzlich ein Kostüm hervor, noch dürfte es dem damaligen unbedarften Leser gleich klar gewesen sein, dass die Geschichte quasi erst der Auftakt und kein „Lückenfüller“ gewesen war. Denn am Ende der Story vernichtet Pym sogar das Serum, mit dem er auf Ameisengröße schrumpfen kann. Vielleicht ist den Machern aber auch erst im Nachhinein aufgefallen, welches weitere Potential die Story im Heldenuniversum von MARVEL noch spielen könnte.

Die Bezeichnung „Lückenfüller“ ist dabei auch nicht abwertend gemeint, denn MARVEL verfasste damals recht gerne kleinere bzw. kürzere Storys mit einem phantastischen Flair (SF und andere Einflüsse), von denen aber nur sehr wenige damals je den deutschen Comic-Markt erreichten. Die Story aus TALES OF ASTONISH 44 gab es damals übrigens nicht über den Williams Verlag (ob der CONDOR Verlag später die Story in Deutschland verlegte, kann ich aber nicht sagen) und weist eine weitere Besonderheit auf. Bei den RÄCHERN (THE AVENGERS) schien es damals jedenfalls so, als wären Henry Pym und Janet van Dyne ein ewiges Liebespaar (und erst späteres Ehepaar) seit der Sandkastenzeit. Hier erfährt man aber zum ersten mal, dass zwischen beiden wohl ein größerer Altersunterschied bestehen muss (Pym bezeichnet sie hier einmal als „Fast noch ein Teenager!“) und Henry Pyms frühere Ehefrau Maria (geborene Trovaya) verblüffend ähnlich sieht (nur eben entsprechend jünger). Maria, die hier auch eine kryptische Aussage zu Thema „Ameisen“ äußert, war ehemals mit ihrem Vater aus Ungarn geflohen und bei einer Reise mit Henry Pym dorthin zurück, von den „bösen Kommunisten“ ermordet worden (weshalb und warum auch immer, denn eine zumindest halbwegs vernünftige Erklärung liefert diese unterschwellige Propaganda nicht), womit wir auch wieder beim Thema Comics und Politik wären.

Politik, Propaganda und Superhelden:
Ja, da ist das Thema wieder, dass ich schon im vorherigen Artikel zur Geschichte des MARVEL Verlag angesprochen hatte. Der Zweite Weltkrieg war längst vorbei und taucht nur noch einmal kurz eher als eine erklärende Randbemerkung in AVENGERS 4. auf, um der Auferstehung CAPTAIN AMERICAS einen gewissen logischen Hintergrund zu verschaffen. Doch klimpern auf der propagandistischen Tastatur gehörte in den Comics aus den USA stets zum „guten“ Ton und sollte noch viele Jahre eine recht verzerrte und oftmals auch falsche Sichtweise auf andere politische Systeme wie den kommunistischen Staaten liefern. Daran hat sich auch bis Heute nichts verändert, nur waren in den letzten Jahren eher islamische Terroristen auf der propagandistischen Hitliste vertreten. Da tauchen denn auch in Teil 4. von INCREDIBLE HULK 1. die bösen Kommunisten auf, die ihre Chance zu ergreifen versuchen, die Welt zu verderben und in TALES OF SUSPENSE 39. werden die Vietnamesen gleich als „die Roten“ bezeichnet, die hier aber eher einer wilden Mafia-Bande gleichen. In der Politik hat ja nun jeder irgendwo auch seinen eigenen Dreck vor der Haustüre, egal welches System gerade vorherrscht, nur auf die Idee zu kommen, erst einmal vor der eigenen Haustüre zu kehren, war in den USA damals (schon nicht) sehr modern. Dieses erklärt sich zum Teil aus der (manchmal gefährlichen) politischen Einfachheit im Denken der US-Ideologen und trieb im kalten Krieg der damaligen Zeit manche seltsamen Blüten wie, dass alle, die nicht an der Seite der USA stramm standen sogleich mit ins „Reich des Bösen“ (O-Ton so mancher US-Präsidenten gegenüber dem Osten) verbannt wurden. Wirklich geändert hat sich daran nicht viel und man darf gespannt sein, wann die ersten Superhelden wieder den neu entdeckten (bösen) Russen erklären müssen, wer in der Welt das sagen zu haben hat.

Diese, ja ich möchte schon sagen, politische Indoktrination durch die besagte Hintertür, fiel uns als Kindern früher nicht wirklich auf. Für uns waren die Geschichten in ihrer Gesamtheit wichtig. Ob der Böse gerade ein Superschurke wie der MOLEMAN war, oder ein galaktisches Superwesen wie eben GALACTUS, oder ob es ganze Alien-Völker wie die KREE und die SKRULL oder eben dann doch die Chinesen oder der ROTE WÄCHTER aus der Sowjetunion waren, war uns zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch herzlich egal. Politik bestand für uns in diesem Alter damals noch eher aus langweiligen Übertragungen aus dem Bundestag in Bonn, deren Inhalten wir eh wenn, dann nur gelangweilt wirklich folgten, weil wir mit der freien Zeit gerade nichts anderes anfangen konnten. Das Interesse für das weit entfernt scheinende politische Weltgeschehen oder die hausgemachte Politik kam erst etwas später. So betrachtet man denn auch Heute die Comics aus der eigenen Jugend etwas anders und auch (bewusst) kritischer. Als Kind konsumiert man eben recht unkritisch und hinterfragt nichts, wenn es doch gerade so spannend zugeht (leider).

Davon abgesehen machte es mir trotzdem wieder recht viel Spaß, die alten Schätze des MARVEL-UNIVERSUMS wieder in Händen zu halten und freue mich bereits auf den nächsten Band, denn da fehlt ja noch so einiges wie z.B. das erste auftreten des Donnergottes THOR (auch wenn gerade er nicht zu meinen Lieblingen bei MARVEL zählte) oder die schrille Magie eines DR. STRANGE. Nicht zu vergessen die Wutausbrüche eines PRINZ NAMOR (SUB-MARINER/AQUARIUS) oder CAPTAIN MARVEL in seiner noch ursprünglichen Uniform der KREE. Da sind also noch so einige Schätze zu heben, die uns Männer wie Stan Lee, Jack Kirby, oder Steven Ditko usw. auf so wunderbare Weise kreierten.

Und für alle, die noch etwas mehr in der nächsten Zeit über Besonderheiten der Superhelden aus dem MARVEL-UNIVERSUM erfahren möchten, sei hier schon mal darauf hingewiesen, dass ich mich gerade in eine Geschichte hinein knie, die im MARVEL-KOSMOS hohe Wellen unter den Superhelden schlug. Und diese Geschichte gab bzw. gibt es natürlich als Comic-Epos. Der Haken in diesem speziellen Fall liegt aber darin, dass diese „Besonderheit“ bei mir nun ohne die typischen bunten Bilder eines Zeichners (oder überhaupt eines Zeichners oder Inkers) auskommen und damit bestehen muss. Und wenn ich mit dieser kryptischen Ankündigung schon mal für ungläubiges Stirnrunzeln gesorgt habe, dann will ich euch auch nicht noch mehr Hinweise vorab liefern.

Lasst euch einfach überraschen.

Kommentare  

#1 Des Romero 2015-05-09 07:32
Empfehlenswert für alle Sammler sind natürlich die MARVEL MASTERWORKS, entweder als Hardcover oder als günstiges Paperback. Bisher habe ich die amerikanischen Ausgaben den Panini-Veröffentlichungen immer vorgezogen, da Panini es mit den Übersetzungen nicht immer genau nimmt und auch schon mal gerne mit viel zu grobem Raster druckt (siehe Einzelheft-Schuber der Fantastischen Vier).
Dass der Hulk von grau nach grün wechselte hat laut Lee einen drucktechnischen HIntergrund. Auf dem groben, stark holzhaltigen Papier der Marvels schwankten die Grautöne zu stark, sodass der Hulk mal hell und mal dunkel war. Daher entschied sich Lee gleich mit Band 2 der Serie für grün.
Übrigens: Die Nr. 1 von CAPTAIN MARVEL, mit der auch Williams startete, ist nicht das erste Abenteuer des "weltraumgeborenen Superhelden". Auch daran ersichtlich, dass das Abenteuer mitten im Kampf gegen den Kree-Wächter beginnt. Seinen ersten Auftritt hatte Mar-Vell in Marvel Super-Heroes Nr. 12. Die Nr. 13 ist der direkte Vorläufer zur eigenständigen Serie.
Zitieren
#2 Laurin 2015-05-09 10:59
Das leidige Problem mit den Übersetzungen ins Deutsche ist leider manchmal wirklich ein Problem, Des. Wenn aber Englisch nur geringfügig verständlicher ist wie Chinesisch, wie bei mir, dann bleiben einem die Übersetzungen jedoch nur übrig, wenn man eine Story in seiner Gesamtheit genießen möchte. :cry:
Was Captain Marvel und Co. und ihre Anfänge angeht, da hoffe ich indessen auf baldige weitere Veröffentlichungen in der Reihe der Sammlerausgaben. Wäre nämlich toll, wenn ich auf meine alten Tage noch einen Blick in die Story von eben Marvel-Super-Heroes Nr. 12. werfen
könnte. :-)
Warum man beim Hulk schnell von Grau zum Grün gewechselt hatte, darüber gibt es wohl verschiedene Geschichten. Ich kenne z.B. eine ganz andere. Hauptsache ist aber doch wohl, dass unser reizbarer Hulk seit dem in schönstem Kermit-Grün erstrahlt. :lol:
Dabei muss ich mal hier auch zugeben, dass es für mich einer roten Version des Hulk nicht unbedingt bedurft hätte (haben die das Konzept eigentlich von den farblich unterschiedlichen Lantern Corps von DC abgekupfert?). :sigh:
Zitieren
#3 Andreas Decker 2015-05-09 15:49
zitiere Laurin:

Dabei muss ich mal hier auch zugeben, dass es für mich einer roten Version des Hulk nicht unbedingt bedurft hätte (haben die das Konzept eigentlich von den farblich unterschiedlichen Lantern Corps von DC abgekupfert?). :sigh:


Aus dem Gedächtnis heraus behaupte ich mal, dass die diversen roten Hulks vor den Red Lanterns drankamen. Aber der Graue gab ja auch vorher ein erneutes Zwischenspiel in der Peter David-Zeit.

Natürlich waren die frühen Marvel stramm amerikanisch, viel unverblümter als das DC-Zeugs der Jahre. Ich habe die alten Williams-Ausgaben nicht mehr, meine mich aber zu erinnern, dass die das rigoros in der Übersetzung rausgenommen haben. Vor allem in den frühen Iron Man-Ausgaben ist das heute so gut wie unlesbar. Nicht mal Captain America war so unsäglich auf den "Wettkampf der Nationen" fixiert, da ging es eigentlich meistens um Alt-Nazis und den Red Skrull. Immer wenn in den alten deutschen Heften eine ominöse Verbrecherbande ein Land übernehmen will, waren das im Original die dreckigen Roten.

(Überhaupt ist die Figur Iron Man ein trauriger Kommentar auf die amerikanische Politik. Dessen Origin wurde ja immer mal auf den neuesten Stand gebracht. Und irgendeinen Krieg gab es immer, in dem Stark seine Rüstung erfand; zuletzt ist es ja Afghanistan.)

Die Nummer Einsen sind spaßig. Obwohl ich mich heute mit einigen davon schwertue. Am besten gefällt mir immer noch Ditkos Spider-Man - obwohl ich beileibe kein Ditko-Fan bin. Aber FF1 finde ich soo schlecht :-) Die Story ist selbst in ihrem Kontext sinnfrei, und Kirby ist so weit von seinem späteren Stil entfernt. Obwohl er da ja schon beileibe kein junger Künstler mehr war.

Aber das sage ich heute, damals in der Schule fand ich es spätestens ab der Nr.3 toll. Schwer beeindruckt haben mich seinerzeit Dracula und Frankenstein. Colans Dracula ist für mich noch immer ein Meilenstein der Comicgeschichte, das war auch die erste Originalserie, die ich mir später im Ausland komplett zusammengekauft habe. Okay, Frankenstein weniger, nach den ersten 3 tollen Heften - immer noch eine der gelungensten Adaptionen des Romans - ging die Serie ganz schnell den Bach runter.

Namor ließ mich immer kalt, das war mir immer zu schwülstig, vor allem die dämliche Soap Opera darin, Captain Marvel auch (obwohl man damals hierzulande nie die geniale Starlin-Version zu kaufen bekam), aber Dr. Strange gefiel mir. Den habe ich später auch viele Jahre im Original gekauft, bevor man ihn wie so viele Figuren kaputtgeschrieben hat.
Zitieren
#4 Des Romero 2015-05-09 18:18
@Laurin: Jetzt sitze ich hier vor meinem Captain-Marvel-Masterwork mit den Ausgaben Marvel-Super-Heroes 12 und 13, und Tränen rinnen über meine Wangen, dass Du sie nicht sehen kannst ...
Zitat:
Warum man beim Hulk schnell von Grau zum Grün gewechselt hatte, darüber gibt es wohl verschiedene Geschichten. Ich kenne z.B. eine ganz andere.
It's a true story, Marvelite! Stan erklärt's ab Minute 4:13.
www.youtube.com/watch?v=ETPYe6LEOIo

@Andreas: Ich bin auch ein großer Fan von Dr. Strange. Die Faszination der Williams-Nr. 1 hat mich nie mehr losgelassen, sodass ich mir sämtliche Ditko-Strange, Strange Vol. 1, Marvel Premiere und die ersten Strange Vol. 2 zugelegt habe. Ich muss aber sagen, dass meine Begeisterung nach der Colan-Zeit (so in etwa bis Strange Vol. 2 Nr. 30) stark abgenommen hat. Dan Atkins und Gene Colan sind und waren meine Lieblingszeichner. Danach ist von Marvel leider nur noch Schrott veröffentlicht worden. Strange hatte da teilweise schon die Züge eines Mangas angenommen (wie auch viel später Spiderman). Mit den heutigen Marvels kann ich rein gar nichts mehr anfangen. Das sind computerkolorierte Bilder mit winzigen Sprechblasen. Nicht mein Ding!
Ach so: Die Kirby-Zeichnungen sehen fantastisch aus, wenn der richtige Inker am Werk ist! Joe Sinnot ist einer der Besten seines Fachs, die FV unter Vince Coletta sind grottig. Finde ich.
Zitieren
#5 Des Romero 2015-05-09 18:30
Richtig gute Hintergrundinformationen zu den Williams-Marvels gibt's übrigens hier: www.wmca.de/
In aller Bescheidenheit möchte ich hinzufügen, dass dort auch einige Alternativ-Versionen zu Williams-Covern von mir erschienen sind.
Leute, ich liebe das Zeug einfach!
Zitieren
#6 Andreas Decker 2015-05-10 12:54
zitiere Des Romero:
@Andreas: Ich bin auch ein großer Fan von Dr. Strange. Die Faszination der Williams-Nr. 1 hat mich nie mehr losgelassen, sodass ich mir sämtliche Ditko-Strange, Strange Vol. 1, Marvel Premiere und die ersten Strange Vol. 2 zugelegt habe. Ich muss aber sagen, dass meine Begeisterung nach der Colan-Zeit (so in etwa bis Strange Vol. 2 Nr. 30) stark abgenommen hat. Dan Atkins und Gene Colan sind und waren meine Lieblingszeichner. Danach ist von Marvel leider nur noch Schrott veröffentlicht worden.


Keine Liebe für Brunner? ;-)

Ich setzte den Schnitt etwas später an, nach Vol2 Nr 50. Den Marshall Rogers fand ich noch gut. Aber danach wurde es schwach.

Der 90ziger Jahre Strange (Dr.Strange, Sorcerer Supreme) war eine unendliche Katastrophe. Roy Thomas hat nach seiner Rückkehr zu Marvel eigentlich nur noch Zweitklassiges abgeliefert, und seine 30 Hefte waren nicht gut. Am Anfang gab es ja wenigstens noch schöne Butch Guice Artwork. Aber eigentlich sind die Hefte nur interessant wegen den darin enthaltenen obskuren Zweitserien. Das waren praktisch Nacherzählungen aus dem Strange-Universum. die Geschichte von Mordo, die Geschichte des Darkholds, gezeichnet von den Days.

Aber danach wurde das wirklich hässlich. :lol: Das war die Zeit, in der Ghost Rider plötzlich ein Hit war und es im Handumdrehen wieder ein halbes Dutzend Serien auf der übernatürlichen Schiene gab. Da gab es eine Weile nur noch Crossover. Mittneunziger Marvel hat wirklich viel guten Willen gekostet.

Heute kaufe ich gar nichts mehr in Heftform von Marvel oder DC. Die Ära Quesada-Bendis und Didio hat mich als Leser vertrieben. Ganz selten werfe ich mal einen Blick in hochgelobte Serien in Tradepaperbacks. Aber darüber habe ich mich meistens hinterher nur geärgert.
Zitieren
#7 Andreas Decker 2015-05-10 13:50
zitiere Des Romero:
Richtig gute Hintergrundinformationen zu den Williams-Marvels gibt's übrigens hier: www.wmca.de/
In aller Bescheidenheit möchte ich hinzufügen, dass dort auch einige Alternativ-Versionen zu Williams-Covern von mir erschienen sind.
Leute, ich liebe das Zeug einfach!



Das war immer eine gute Info-Seite.
Die Alternativ-Cover sind witzig :-) Schön gemacht. Dr. Seltsam und der unvergessliche Dr. Unheil :lol: Immer wieder ein gutes Argument gegen das Eindeutschen von Namen.
(Aber hätte es dann nicht eigentlich Hauptmann Amerika heißen müssen? ;-) )
Zitieren
#8 Laurin 2015-05-10 20:09
Zitat: Andreas Decker
(Aber hätte es dann nicht eigentlich Hauptmann Amerika heißen müssen? ;-) )

Das weckte wohl ein paar Erinnerungen an den Hauptmann von Köpenick, Andreas. :D

Zitat: Des Romero
Jetzt sitze ich hier vor meinem Captain-Marvel-Masterwork mit den Ausgaben Marvel-Super-Heroes 12 und 13, und Tränen rinnen über meine Wangen, dass Du sie nicht sehen kannst ...

Oh ja, Des. Mir kommen da gerade auch die Tränen. :cry:
Zitieren
#9 Des Romero 2015-05-12 06:42
@Andreas: Hui, den Brunner hab ich glatt vergessen!
Wusstest Du eigentlich, dass die Story aus dem letzten Strange-Heft Nr. 183 in Sub-Mariner 22 fortgesetzt wurde, dann noch mal kurz in Hulk 126 aufblitzte, um mit Defenders Nr. 1 die Rückverwandlung zum Ur-Strange zu bringen, die dann in die Geschichten der Strange Tales mündete? Ich find's schon eigenartig, wo man den guten Doc überall eingesetzt hat. Fast so schlimm wie Dracula gegen den Silver Surfer oder Frankensteins Monster gegen Iron Man.

@Laurin: Halt mal die Augen offen nach den Klassik-Hardcovern von Panini. Möglich, dass die den Captain von Anfang an veröffentlichen.
Zitieren
#10 Andreas Decker 2015-05-12 10:05
zitiere Des Romero:
@Andreas: Hui, den Brunner hab ich glatt vergessen!
Wusstest Du eigentlich, dass die Story aus dem letzten Strange-Heft Nr. 183 in Sub-Mariner 22 fortgesetzt wurde, dann noch mal kurz in Hulk 126 aufblitzte, um mit Defenders Nr. 1 die Rückverwandlung zum Ur-Strange zu bringen, die dann in die Geschichten der Strange Tales mündete? Ich find's schon eigenartig, wo man den guten Doc überall eingesetzt hat. Fast so schlimm wie Dracula gegen den Silver Surfer oder Frankensteins Monster gegen Iron Man.

@Laurin: Halt mal die Augen offen nach den Klassik-Hardcovern von Panini. Möglich, dass die den Captain von Anfang an veröffentlichen.


Nein, aber es wundert mich nicht. Die übliche damalige Marvel-Vernetzung. Egal, ob es Sinn machte oder nicht. So etwas wie Defenders konnte auch nur in den 70ern funktionieren. Die Neustarts sind doch jedes Mal gefloppt.

Aber Dracula/Silver Surfer ist auch für mich einer der echten Tiefpunkte der Serie. Nur um die bereits kränkelnden Verkaufszahlen zum Jubiläumsband anzuheben.
Zitieren

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.