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Stammel und Egli zum Leihen (1955/56) - Chronologie der Western-Leihbücher von Ullman, Field & Co.

Stammel und Egli zum LeihenStammel und Egli zum Leihen (1955/56)
Chronologie der Western-Leihbücher von Ullman, Field & Co.

Die Erscheinungsdaten von Leihbüchern waren lange ein großes Mysterium. In fünfundachtzig Prozent der Fälle sind jetzt zumindest die Jahre bekannt, in denen die Leihbücher mit den von Heinz-Josef Stammel und Werner J. Egli verfassten Western-Romanen veröffentlicht wurden. Damit ist es möglich, 258 Bände in eine zeitliche Abfolge zu bringen, die von der Wahrheit nicht mehr allzu weit entfernt sein sollte.

Um die Beiträge dieser 16-teiligen Reihe nicht zu überfrachten, habe ich ganz bewusst davon abgesehen, außer den Titeln, den Autorennamen, den Erscheinungszeiten und den Verlagen ausführliche Angaben dazu zu machen, in welcher Form und unter welchen abweichenden Titeln die Leihbücher anderweitig veröffentlicht wurden. Nur wenn ein Leihbuch mit einem anderen identisch oder trotz gleichem Titel nicht identisch ist, weise ich darauf hin. Und ich vermerke, wenn es sich bei dem Leihbuch nicht um eine Erstveröffentlichung, sondern um einen Nachdruck handelte, was in der Spätphase nahezu zum Regelfall wurde.

Soweit Verlagsnummern existieren (was insbesondere beim Feldmann-Verlag glücklicherweise der Fall ist), bestimmen diese die Reihenfolge. Für die Mülbüsch-Bücher gibt es zwar eine Quelle, die teilweise Monate nennt, in denen sie erschienen sein sollen; es ist aber ungewiss, wie verlässlich diese Angaben sind. Soweit mir überhaupt keine Informationen vorliegen, die eine andere Abfolge nahe legen, habe ich die im selben Jahr erschienenen Bücher notgedrungen alphabetisch sortiert, soweit sie aus dem selben Verlag stammen.

Die auf diese Weise entstandene Auflistung kann natürlich nicht von jedem einzelnen Band zum nächsten chronologisch richtig sein. Eine brauchbare Alternative zu dieser Art der Darstellung sehe ich jedoch nicht, solange nicht mehr Erscheinungstermine zumindest monatsgenau bekannt sind. Die Liste bietet aber eine Orientierung, wie sie bisher meines Wissens nach nicht verfügbar war.

Mein besonderer Dank gilt Herbert Kalbitz und Dieter Kästner sowie Heiko Langhans für ihre verdienstvolle und selbstlose Unterstützung meines Projekts. Ohne sie wäre diese Beitragsreihe so nicht möglich gewesen. Die Verantwortung für etwaige Fehler tragen nicht sie, sondern trage ich allein.

Teil 1: 1955 und 1956

… ’ne Kugel in den Schädel

von Bud W. Clarke
(Auf dem Umschlag wird fälschlich Mike Doodley als Autor genannt)
o.J. (ca. 1955), Alka (als jugendgefährdend indiziert am 17.02.1956)

… die Faust im Nacken
von Bud W. Clarke (d.i. Heinz-Josef Stammel)
(Innentitel: … die Faust im Nacken!;
vorgetäuschter Originaltitel: Rough Pasture Feud)

o.J. (ca. 1955), Alka

… daß die Fetzen flogen
von Bud W. Clarke
(Auf dem Umschlag wird fälschlich Mike Doodley als Autor genannt)
(Untertitel: Als Rio Grande die Hölle war;
vorgetäuschter Originaltitel: … and these Outlaws’ll hang)
o.J. (ca. 1955), Alka (als jugendgefährdend indiziert am 10.08.1957)
 
… und der Colt sprach doch
von Bud W. Clarke
(vorgetäuschter Originaltitel: The Broken Colt)
o.J. (ca. 1955), Alka

’ne alte Rechnung
von Benny Barrow
(vorgetäuschter Originaltitel: Death Around the Town)
o.J. (ca. 1955), Weka
Auf dem Cover steht zwar „Wildwestroman“, das Motiv sieht aber moderner und eher nach Krimi aus.


Daß dich der Satan…!
von Glenn Houston
(vorgetäuschter Originaltitel: Backshootin’ Renegades)
o.J. (ca. 1956), Alka

Banjo-Benny
von Bud W. Clarke
(vorgetäuschter Originaltitel: The Playing Fool)
1956, Alka (als jugendgefährdend indiziert am 13.03.1957)

Blutige Scharte
von Glenn Houston
o.J. (ca. 1956), Alka
 
… bis zur letzten Patrone
von Bud W. Clarke
1956, Alka

doch er war schneller
von Glenn Houston
o.J. (ca. 1956), Alka
 
… durchlöchert wie’n Sieb
von Bud W. Clarke (d.i. Heinz-Josef Stammel)
(vorgetäuschter Originaltitel: The Trail with no Return)
1956, Alka (als jugendgefährdend indiziert am 12.12.1956)

Dynamit in Adlington
von Glenn Houston
o.J. (ca. 1956), Alka

Nachschub für die Hölle
von Bud W. Clarke
1956, Alka

Fluch der Gewalt
von Glenn Houston (d.i. Heinz-Josef Stammel *)
o.J. (ca. 1956), Alka

… ohne Gnade abzuknallen
von Bud W. Clarke
1956, Alka

King Mc.Coy
von Glenn Houston (d.i. Heinz-Josef Stammel *)
o.J. (ca. 1956), Alka

Laramie
von Bud W. Clarke
o.J. (ca. 1956), Alka

Thad Kane
von Glenn Houston (d.i. Heinz-Josef Stammel *)
o.J. (ca. 1956), Alka

Jim Lilly
von Perky S. Blane (d.i. Heinz-Josef Stammel)
1956 (August?), Feldmann (Verlags-Nr.: 731)

Ein harter Mann
von Robert Ullman (d.i. Heinz-Josef Stammel)
1956 (September?), Feldmann (Verlags-Nr.: 740)
Dies ist zwar nicht Stammels erster Roman, wohl aber der erste Roman, der unter dem Namen Robert Ullman veröffentlicht wurde.

Callahan
von Robert Ullman (d.i. Heinz-Josef Stammel)
1956 (Oktober?), Feldmann (Verlags-Nr.: 750)

4 o’clock, Wako!
von Robert Ullman (d.i. Heinz-Josef Stammel)
(Innentitel: 4 o’clock, Waco!;
vorgetäuschter Originaltitel: Down Trinity River)
1956 (Dezember?), Feldmann (Verlags-Nr.: 760)

* Danke an Grubert für die entsprechende Info in den Kommentaren


   

Die weiteren Listen

Kommentare  

#1 Advok 2018-10-09 11:13
Informationen zu den Ullman-Büchern sind immer toll.

Eine Nachfrage allerdings:
Bei einigen Büchern wird in Klammern Stammel als Autor genannt. Heißt dies im Umkehrschluss, dass die anderen Bücher ihm nicht zugeordnet werden können bzw. evtl. sogar, dass sie definitiv nicht von ihm sind? Egli dürfte 1955/56 als Autor eher noch nicht in Frage kommen ...
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#2 R. Windeler 2018-10-09 14:25
Egli ist Jahrgang 1943 und kommt für den hier in Rede stehenden Zeitraum tatsächlich nicht in Betracht.
Es gibt aber Hinweise, dass nicht alles, was unter Bud W. Clarke erschien, von Stammel verfasst wurde. Und von den Houston-Romanen habe ich keinen einzigen gelesen, sodass ich mir kein Urteil erlauben kann.
Ich nenne Stammels (und in den noch kommenden Teilen Eglis) Namen dort, wo ich mir hinreichend sicher bin.
Wer zusätzliche (oder ggf. auch abweichende) Informationen hat, ist natürlich herzlich aufgerufen, entsprechende Kommentare abzugeben. Ggf. werde ich die Beiträge dann ergänzen oder berichtigen.
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#3 R. Windeler 2018-11-12 21:24
Zweifel daran, dass auch Glenn Houston ein Stammel-Pseudonym war, ergeben sich aus einem Zeitungsbericht in der Kölnischen Rundschau vom 9. Mai 1958, auf den sich Jörg Weigand in seinem Buch „Träume auf dickem Papier“ (2. Auflage, 2018) beruft (S. 135).
Demnach gab es einen Prozess zwischen diesem Autor und dem Alka-Verlag, nachdem der Verleger den Schriftsteller dabei erwischt hatte, dass ganze Passagen des von ihm eingereichten Romans „Blutige Scharte“ mit Passagen eines früheren Romans „Daß dich der Satan…!“ übereinstimmten, und er diesen Betrugsversuch ausgenutzt hatte, um den Autor zu nötigen, seine nächsten Bücher mehr oder weniger ohne Bezahlung abzuliefern.
Der Hauptberuf Glenn Houstons sei dabei als „Maurer“ angegeben worden, was für Stammel nun ja wirklich nicht zutreffen dürfte.

Übrigens sind im Leihbuch-Regal für die beiden genannten Romane Inhaltsangaben verfügbar, die nicht den Eindruck erwecken, als handele es sich um denselben Stoff.
leihbuchregal.blogspot.com/search?q=+dass+dich+der+satan
leihbuchregal.blogspot.com/search?q=+blutige+scharte
Vielleicht war es so, dass der vom Verleger beanstandete Text tatsächlich nicht veröffentlicht wurde, der Titel aber für einen anderen Roman Verwendung fand.
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#4 Grubert 2018-11-13 13:18
zitiere R. Windeler:
Zweifel daran, dass auch Glenn Houston ein Stammel-Pseudonym war, ergeben sich aus einem Zeitungsbericht in der Kölnischen Rundschau vom 9. Mai 1958, auf den sich Jörg Weigand in seinem Buch „Träume auf dickem Papier“ (2. Auflage, 2018) beruft (S. 135).


Ich habe bislang erst 3 der 7 Houston LBs, und die beiden Genannten gehören nicht dazu, aber diese 3 sind ganz eindeutig der frühen Stammel Phase zuzuordnen, und sind dabei eher aus der Blane Phase als aus der von Clarke.

Die Clarke Romane stammen im Übrigen alle von einem Autor, und das ist, so schwer das auch teils zu glauben ist, ebenfalls ganz eindeutig Stammel. Wenn man die alle liest ergeben sich genügend Querverbindungen untereinander aber auch teils zu späteren Romanen.

Und ich habe die alle gelesen, bzw versucht zu lesen (also dann eher überflogen als gelesen), und das war überwiegend so gar kein Vergnügen, denn die sind wirklich teils unlesbar aus heutiger Sicht, und jeder der sich für Ullman interessiert, sollte alles was aus dieser frühen Zeit stammt unbedingt nicht lesen. Und das gilt auch für die Blane Romane (aber mit Ausnahme des später (ca 1959) erschienenen "Erbarmungsloses Land"). Und es gilt auch für die 4 noch 1956 erstveröffentlichten Ullmänner, auch wenn die letzten beiden schon interessante Ansätze enthalten.

Das sind alles Kinder ihrer Zeit, und haben wenig mit dem zu tun, womit sich Stammel bzw Ullman dann einen Namen gemacht hat.
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#5 R. Windeler 2018-11-13 17:34
Bitte nicht nur Andeutungen machen. Nenn doch die Titel, die du meinst.
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#6 Grubert 2018-11-14 20:20
Welche Titel?
Die 3 Houston (wir haben ein Problem) die ich gelesen habe?

Kane, Fluch, King

Der recht ausführliche Klappentext von Fluch der Gewalt hat übrigens nur wenig bis nichts mit dem Inhalt des Roman zu tun.
Und hatte mich dadurch auch lange in die Irre geführt. Es war nämlich dann doch das letzte noch gesuchte LB zu einer bekannten RH Veröffentlichung.
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#7 R. Windeler 2018-11-14 22:36
Das heißt, das auf der Leihbuchregal-Website wiedergegebene Zitat aus „Die Leih-Bücherei“ vom Juni 1957
leihbuchregal.blogspot.com/2015/03/2015-03-21b034.html ,
wonach „BUD W. CLARKE […] jetzt unter PERKY S. BLANE schreibt, weil sein guter Name durch einen Autoren, der primitiv und jugendgefährdend schrieb, entwertet wurde“, ist Augenwischerei? Es war Stammel selbst, der „primitiv und jugendgefährdend schrieb“? Und er erfand nur einen Vorwand für einen Pseudonym-Wechsel?
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