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DIE TV-STRASSENFEGER: Die ersten Durbridge-Mehrteiler

StraßenfegerTeil 1:
Die ersten Durbridge-Mehrteiler

Als der erste Teil des Fernsehmehrteilers „DER ANDERE“ am 5. Oktober 1959 über die bundesdeutschen Fernsehbildschirme lief, dachte noch keiner an den Erfolg weiterer Francis Durbridge – Verfilmungen, denn das Interesse der Fernsehzuschauer war eher gering.

Das änderte sich jedoch bereits ein Jahr später, als mit „ES IST SOWEIT“ ein weiterer Durbridge – Krimi von der ARD gesendet wurde.


Der TV - Mehrteiler „DAS HALSTUCH“, der am 3. Januar 1962 folgte schrieb Fernsehgeschichte. Der Sechsteiler erlebte eine nie dagewesene Sehbeteiligung, die auch von nachfolgenden TV – Straßenfegern nicht mehr erreicht wurde.

Zudem sorgte der Kaberettist Günter Neuss für einen der ersten großen Skandale der Fernsehgeschichte, als er via Zeitungsanzeige den Mörder verriet. Die Nation erbebte...Der Andere Vom 5. bis 16. Oktober 1959 lief in der ARD der sechsteilige Kriminalfilm „DER ANDERE“. Es war die erste Verfilmung eines Drehbuchs von Francis Durbridge für das deutsche Fernsehen.
Produziert wurde der Krimi - Mehrteiler (die einzelnen Folgen hatten eine Länge zwischen 30 und 35 Minuten) für den NDR von John Olden (gestorben 1965), dem Regisseur des späteren Mehrteilers „DIE GENTLEMEN BITTE ZUR KASSE“.

Das Interesse des Fernsehpublikums an „DIE ANDEREN“ war jedoch eher mager. Eine hervorragende Rolle hatte darin allerdings der Schauspieler Albert Lieven (gestorben 1971), der den zwielichtigen Henderson im Krimi – Mehrteiler mimte.

In dem englischen Internatsstädtchen Medlow wird auf einem Hausboot eine männliche Leiche aufgefunden. Inspektor Ford (Wolf Frees) und Sergeant Broderick (Heinz Klingenberg) identifizieren sie als Wissenschaftler Paolo Rocello.
Zeugen wollen den Internatslehrer Henderson (Albert Lieven) kurz zuvor auf dem Hausboot gesehen haben.
Das Netz um Henderson zieht sich immer enger, als die junge Bilie Reynolds ermordet wird.
Aber auch andere, wie der Unternehmer Merson oder der Arzt Dr. Sheldon (Ulrich Ritter) machen sich verdächtig. Henderson entpuppt sich jedoch als Mitarbeiter der britischen Spionageabwehr, der in Medlow einem feindlichen Agenten auf der Spur ist.
Gemeinsam mit Inspektor Ford stellt er dem gefährlichen Spion, der in Billie Reynolds Tagebuch als "R" erwähnt wird, eine Falle.

Erster Teil (EA: 05.10.1959)
Zweiter Teil (EA: 07.10.1959)
Dritter Teil (EA: 09.10.1959)
Vierter Teil (EA: 12.10.1959)
Fünfter Teil (EA: 14.10.1959)
Sechster Teil (EA: 16.10.1959)

Personen und Darsteller
David Henderson .... Albert Lieven  
Det.-Insp. Mike Ford …. Wolf Frees  
Det.-Sgt. Robert Broderick .... Heinz Klingenberg    
Dr. Sheldon Helmuth Rudolph …. Ulrich Ritter
Katherine Walters ....  Ingeborg Körner
James Cooper …. Michael Rittermann  

Produktion: John Olden
Regie: Joachim Hoene
Eine Produktion des NDR

Es ist soweitEin Jahr später, genauer gesagt vom 21.10. bis 07.11.1960, wurde mit „ES IST SOWEIT“ der nächste Durbridge – Mehrteiler gesendet.

Der Sechsteiler war weit aufwendiger gedreht als sein „Der Andere“. Dreiwöchige Außenaufnahmen in England, eine aufwendige Studioproduktion  in den Ateliers der Bavaria Film München und eine hochkarätige Besetzung bürgten für Qualität.

Und das Ergebnis ließ sich sehen.

20 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten von Folge zu Folge die Serie und fragten sich pro Folge, warum die zehnjährige Janet Freeman entführt worden war.

Janet Freeman, die zehnjährige Tochter des englischen Atomforschers Clive (Jürgen Goslar) und seiner Frau Lucy (Eva-Ingeborg Scholz) wird auf dem Schulweg entführt.
Für die Freemans beginnt eine zermürbende Zeit. Gemeinsam mit dem Freund der Familie, Rechtsanwalt Laurence Hudson, suchen die Freemans hinter dem Rücken von Inspektor Kenton (Siegfried Lowitz) ein Arrangement mit den Kidnappern.


Erster Teil  (Erstausstrahlung: Freitag, 21.10.1960)
Zweiter Teil  (Erstausstrahlung: Montag, 24.10.1960)
Dritter Teil (Erstausstrahlung: Freitag, 28.10.1960)
Vierter Teil  (Erstausstrahlung: Montag, 31.10.1960)
Fünfter Teil  (Erstausstrahlung: Freitag, 04.11.1960)
Sechster Teil  (Erstausstrahlung: Montag, 07.11.1960)


Produziert wurde „ES IST SOWEIT“ von dem NWRV-Fernsehen, dem Nord- und Westdeutsche Rundfunkverband (NWRV), der von 1956 bis 1961 eine Vereinigung des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und des Westdeutschen Rundfunks (WDR) mit dem Zweck, ein gemeinsames Fernsehprogramm auszustrahlen, gewesen war.

Am 31. März 1961 wurde das NWRV – Fernsehen  wieder aufgelöst  und die Verantwortung für das Fernsehprogramm ging an den NDR und den WDR über.

Personen ... Darsteller
Clive Freeman ... Jürgen Goslar
Lucy Freeman .... Eva-Ingeborg Scholz
Janet Freeman.... Gaby Jaeger
Laurence Hudson ... Peter Pasetti
Inspektor Kenton .... Siegfried Lowitz
Mrs. Denby  …. Annemarie Holtz
Ruth Calthorpe  …. Inge Egger
Barbara Barstow  …. Fita Benkhoff
Lomax  .... Benno Sterzenbach
Kommissar Wilde ....  Kurt Waitzmann
Schwester Lynn ....  Ingeborg Christiansen

Regie: Hans Quest
Produktion: NWRV-Fernsehen
Hergestellt in den  Bavaria Filmateliers München

Zu viele KöcheVom 27.02.1961 bis zum 08.03.1961 sendete die ARD (damals noch „Deutsches Fernsehen“ genannt) den Krimi – Mehrteiler „ZU VIELE KÖCHE“ nach einem Roman von Rex Stout.

Der Fünfteiler wurde im Mai 1960 in den Bavaria Film Ateliers in München hergestellt. Produziert wurde der Nero Wolf – Kriminalfilm vom NWRV – Sender Köln.

Trotz das sich der Fünfteiler als reine Studioproduktion entpuppte, konnte er durch seine spannende Handlung und die gute Besetzung (so u. a. Joachim Fuchsberger und Horst Tappert) sehr gut punkten, und avancierte ebenfalls zu einem großen Erfolg beim damaligen Fernsehpublikum.

Das damalige Logo der ARDGemeinsam mit seinem Assistenten Archie Goodwin (Joachim Fuchsberger) ist der renommierte New Yorker Detektiv Nero Wolfe (Heinz Klevenov) bei einem Kochwettbewerb in Kanawha Spa eingeladen, an dem die bekanntesten und besten Köche der Welt teilnehmen.
Neben Marko Vukow (Karl Paryla), einem Freund Nero Wolfes, ist auch Philipp Laszio einer der geladenen Gäste.
Horst Tappert als Hoteldetektiv OdellEr ist unter den Köchen jedoch äußerst unbeliebt, da er schon dem einen oder anderen ein Rezept gestohlen hat.
Seine Frau Dina (Rosl Schäfer) sucht nach Ankunft in Kanawha Spa Nero Wolfe aufgeregt auf. Sie behauptet jemand habe versucht ihren Mann zu vergiften. Nero Wolfe ist über diese Störung ganz und gar nicht erfreut, und sieht keinen Grund detektivisch zu ermitteln.
Doch das hätte er lieber tun sollen, denn am Abend des Wettbewerbes wird Philipp Laszio ermordet und Marko Vukow, Nero Wolfes Freund, gerät in Verdacht ihn ermordet zu haben.

Kurt Wilhelm, der auch Regie führte, schrieb gemeinsam mit Rolf und Alexandra Becker ("Gestatten, mein Name ist Cox", "Das Kriminalmuseum", "Die fünfte Kolonne") das Drehbuch.

Darsteller und Personen
Nero Wolfe   Heinz Klevenov
Archie Goodwin   Joachim Fuchsberger
Dina Laszio   Rosl Schäfer
Constanza Berin   Gerlinde Locker
Jerome Berin   Herbert Hübner
Marko Vukow   Karl Paryla
Staatsanwalt Tolman   Robert Graf
Liggett    Karl Michael Vogler
Hoteldetektiv Odell    Horst Tappert
Malfi    Günter Gräwert
Sheriff Pettigrew    Wolfgang Reichmann
Servan   Hans Timerding
Lio Coyne   Coralie
Leon Blanc   Harald Mannl
Mondor   Walter Holten
Coyne   Leo Siedler
Keith   Heinz Kargus
Moulton   Theodor Michael
Whipple   Kurt Lan

Regie: Kurt Wilhelm

Drehbuch: Kurt Wilhelm, Rolf und Alexandra Becker
Musik: Rolf Wilhelm

Eine Produktion des NWRV Köln

Hergestellt in der Bavaria Atelier GmbH im Mai 1960

 

Die weiteren Artikel

Teil 2: DAS HALSTUCH
Teil 3: TIM FRAZER & Co.
Teil 4: STAHLNETZ
Teil 5: DIE FÜNFTE KOLONNE (1. Artikel)
DIE FÜNFTE KOLONNE (2. Artikel)
Teil 6: MELISSA, HARRY BRENT & CO.
Teil 7: VERRÄTER & DER TOD LÄUFT HINTERHER
Teil 8: BABECK und 11 Uhr 20
Teil 9: DIE GENTLEMEN BITTEN ZUR KASSE
Teil 10: WIE EIN BLITZ & DAS MESSER
Teil 11: DIE FRAU IN WEISS, ROTER SCHAL UND DIE KETTE

Dazu
GRAF YOSTER GIBT SICH DIE EHRE (1. Artikel)
GRAF YOSTER GIBT SICH DIE EHRE (2. Artikel)
DER KOMMISSAR
DAS KRIMINALMUSEUM
PERCY STUART

Die Schauspieler
JOACHIM FUCHSBERGER
HARDY KRÜGER
HELLMUT LANGE
SIEGFRIED LOWITZ
ERIK ODE

Die Schauspielerinnen
EVA PFLUG

Die Drehbuchautoren
HERBERT REINECKER

 

 (c) by Ingo Löchel

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