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DIE JERRY COTTON-FILME: Eine Einführung

Die Jerry Cotton FilmeEine Einführung

1963 sicherte sich Waldfried Barthel (1913-1979), der Geschäftsführer der Constantin, auf Anraten seines scheidenden Produktionschefs Gerhard F. Hummel (1921-2008) die Verfilmungsrechte an der Heftroman-Serie JERRY COTTON. Damit begann die Vorbereitungszeit zu einer neuen Filmreihe, die 1965 mit dem Film SCHÜSSE AUS DEM GEIGENKASTEN starten sollte.

Doch zuvor musste geprüft werden, welche Jerry Cotton-Geschichte für eine Verfilmung geeignet war.


Nach einigen Gesprächen mit dem Bastei Verlag, der sich ein Mitspracherecht an den Verfilmungen gesichert hatte, einigte man sich auf den Filmtitel SCHÜSSE AUS DEM GEIGENKASTEN. Der Autor GEORG HURDALEK (1908-1980) kreierte dazu eine neue Geschichte und schrieb das Drehbuch zum Film.

Danach begann die Suche nach einem geeigneten Regisseur. Da Alfred Vohrer mit den Edgar Wallace- sowie den Karl May-Verfilmungen beschäftigt war und auch Harald Reinl sowie die beiden Regisseure Jürgen Roland und Helmut Ashley, die beide beim Fernsehen unter Vertrag standen, ebenfalls nicht zur Verfügung standen, fiel die Wahl schließlich auf FRITZ UMGELTER (1922-1981).

Nachdem man HELGA SCHLACK als Sekretärin Helen sowie RICHARD MÜNCH (1916-1987) als Mr. High verpflichtet hatte, folgte die Suche nach einem geeigneten Schauspieler für die Rolle des Phil Decker. Aus 20 Bewerbern wurde schließlich HEINZ WEISS (1921-2010) ausgewählt, wobei vermutlich auch Regisseur Fritz Umgelter bei der Auswahl seine Hände im Spiel hatte, der mit Weiss Ende der 1950er Jahre den TV-Erfolgs-Mehrteiler SOWEIT DIE FÜSSE TRAGEN gedreht hatte.

Danach ging die Suche nach dem JERRY COTTON-Darsteller los. Nach diversen Probeaufnahmen, entschied man sich schließlich für den US-amerikanischen Schauspieler GEORGE NADER (1921-2002), den viele deutsche Fernsehzuschauer noch durch seine Titelrolle in der TV-Serie SHANNON KLÄRT AUF (Originaltitel: SHANNON) kannten.

Um die Filme produzieren zu können, suchte die Constantin einen deutschen Partner, den sie in Gestalt von HEINZ WILLEG (1918-1991) fand, der mit einem Partner zusammen 1964 die ALLIANZ FILM mit Sitz in Berlin gründete und danach ausschließlich bis 1974 Filme für die Constantin Filme produzierte.  Zudem schloss man Produktionsverträge mit französischen sowie mit italienischen Partnern ab, um auch international Produktionsgelder zu bekommen. Die letzten beiden Cotton-Filme waren dagegen reine deutsche Produktionen.

Nach einer fast 1 1/2 jährigen Vorbereitungs- und Produktionszeit feierte am 6. Mai 1965 SCHÜSSE AUS DEM GEIGENKASTEN in der Lichtburg in Essen seine Film-Premiere. Der erste Jerry Cotton-Film kam bei den Kinozuschauern sehr gut an, was u. a. neben den gut ausgewählten Schauspielern auch an der ohrwurmartigen Musik von PETER THOMAS lag, der mit dem JERRY COTTON-MARSCH einen Klassiker schuf.

Bedingt durch den Erfolg des ersten Films folgten weitere Cotton-Filme Schlag auf Schlag. 1965 MORDNACHT IN MANHATTAN und 1966 UM NULL UHR SCHNAPPT DIE FALLE ZU sowie DIE RECHNUNG - EISKALT SERVIERT.

1967 kam mit DER MÖRDERCLUB VON BROOKLYN unter der Regie von WERNER JACOBS (1909-1999) der erste Farbfilm der Filmreihe in die Kinos. Danach folgten die Filme DYNAMIT IN GRÜNER SEIDE (1968), DER TOD IM ROTER JAGUAR (1968) und TODESSCHÜSSE AM BROADWAY, alle unter der Regie von HARALD REINL (1908-1986).

Ein neunter und ein zehnter Film unter den Titeln NUMMER EINS WIRD ABSERVIERT sowie DAS SYNDIKAT DER TOTEN SEELEN waren zwar von der Constantin bereits ins Auge gefasst worden, wurden aber aufgrund des nicht erhofften Erfolges von TODESSCHÜSSE AM BROADWAY erst einmal auf Eis gelegt.

Da aber auch die anderen deutschen Filmreihen, wie die EDGAR WALLACE-Filme, ebenfalls in den deutschen Lichtspielhäusern schwächelten  sowie immer weniger Zuschauer in die Kinos lockten und der Bastei Verlag für die Verfilmungsrechte mehr Geld verlangte, wurde schließlich die Produktion weiterer JERRY COTTON-Filme Ende der 1960er Jahre eingestellt.

Laut den Aussagen des Produzenten HEINZ WILLIG sollen für die ersten sieben Jerry Cotton-Filme 14 Millionen Karten verkauft worden sein. Was Einspielergebnissen von etwa 31 Millionen DM entspricht. Für die letzten beiden Harald Reinl-Verfilmungen wurden 3,6 Millionen Karten verkauf, was in der Krise, in der sich die deutsche Filmindustrie Ende der 1960er Jahre befand, immer noch eine gute Zahl war.

DDie Jerry Cotton Filmeie weiteren Artikel

Die Filme
Schüsse aus dem Geigenkasten (1965)
Mordnacht in Manhattan (1965)
Um Null Uhr schnappt die Falle zu (1966)
Die Rechnung- eiskalt serviert (1966)
Der Mörderclub von Brooklyn (1967)
Dynamit in grüner Seide (1968)
Der Tod im roten Jaguar (1968) 
Todesschüsse am Broadway (1969)

Die Schauspieler
George Nader
Heinz Weiss
Richard Münch
Horst Tappert

Die Schauspielerinnen
Helga Schlack
Yvonne Monlaur
Grit Böttcher

Die Regisseure
Fritz Umgelter
Harald Philipp
Helmut Ashley
Werner Jacobs
Harald Reinl

Die Drehbuchautoren
Herbert Reinecker

© by Ingo Löchel

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