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Die Weinert-Wilton-Filme: Paul Klinger

Die Weinert-Wilton-FilmePaul Klinger
(1907 - 1971)

Der Schauspieler Paul Klinger wurde am 14. Juni 1907 als Paul Karl Heinrich Klinksik in Essen geboren. Klinger besuchte das Helmholtz-Realgymnasium in Essen.

Nach dem Abitur ging er nach München, wo er Architektur studierte. Doch sein ehemaliger Schulkamerad Helmut Käutner überredete ihn umzusatteln, und so begann Klinger Theaterwissenschaften in München zu studieren.


Paul KlingerNeben dem Studium stand er zusammen mit Käutner als Statist auf der Bühne des Otto-Falckenberg-Schauspielhauses und schnupperte zum ersten Mal Theaterluft. Nach dem Tod seines Vaters wandte sich Klinger ganz der Schauspielerei zu.

Sein Bühnendebüt gab er 1929 an der Bayerischen Landesbühne. Nach Stationen in Koblenz, Oldenburg und Breslau,  holte ihn Hilpert nach Berlin ans Deutsche Theater.

1933 gab Paul Klinger in "DU SOLLST NICHT BEGEHREN" sein Filmdebüt, das ihm u. a. einen Filmvertrag mit der UFA einbrachte, so dass der Schauspieler bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in über zwei Dutzend Film zu sehen war.

1936 heiratete er die Schauspielerin Hildegard Wolf, mit der ein Kind zusammen hatte. Die Ehe wurde 1945 geschieden.

1947 drehte Klinger mit "EHE IM SCHATTEN" seinen ersten Nachkriegsfilm. Nach Filmen wie "MORGEN IST ALLES BESSER" (1948), "BEGEGNUNG MIT WERTHER" (1949), "MAN SPIELT NICHT MIT DER LIEBE" (1950) oder "MUTTER SEIN DAGEGEN SEHR" (1951) avancierte er zu einem vielbeschäftigen Schauspieler und erreichte in den 1950er mit Filmen wie "AM BRUNNEN VOR DEM TORE" (1952), "PÜNKTCHEN UND ANTON" (1953), "DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER" (1954) und den drei IMMENHOF-Filmen (1955-1957) seine populärste Phase.

Am 22. Februar 1954 heiratete Paul Klinger die Schauspielerin Karin Andersen (1927-2013). Das Paar hatte zwei Kinder zusammen. Tochter Christine (geboren 1953) und Sohn Michael (geboren 1958).
Die beiden Schauspieler lernten sich im September 1950 während der Dreharbeiten zu "FALSCHMÜNZER AM WERK" kennen.
Paul Klinger fiel eine junge goldblonde Standfotografin auf, die sich mit Hingabe einem Dauerlutscher widmete. Während der Drehpause lud er sie zu einer Partie "Mühle" ein, und als Karin ein halbes Jahr später nahm sie bei ihm Schauspielunterricht.

"Jedenfalls haben wir am 22. Februar 1954 geheiratete. Das weiß ich deshalb noch so genau, weil ich zwischen den Dreharbeiten zu >Das fliegende Klassenzimmer< und >Rosen-Resli< gerade einmal kurz zur Trauung nach Berlin geflogen bin." (1)

Paul KlingerEine ganz große Leidenschaft Klingers war das Synchronisieren. So lieh er als Synchronsprecher u. a. den US-Schauspielern Humphrey Bogart,  Gary Cooper, Stewart Granger, Cary Grant, Charlton Heston, William Holden, Dean Martin, Ray Milland, David Niven, Gregory Peck und Robert Taylor sowie den französischen Schauspielern Jean Gabin und Jean Marais seine Stimme.

Zudem war er in den 1950er Jahren die Hauptstimme von Bing Crosby.  Klinger zählte in den 1950er und 1960er Jahren zu den meistbeschäftigten Synchronsprechern in Deutschland.

"Es ist eine ganz herrliche Übung zur Selbstzucht und Disziplin." (2)

Neben seiner Tätigkeit als Synchronsprecher, arbeitete Klinger auch von 1946 bis Anfang der 1970er Jahre als Hörspielsprecher.

1961 gab Paul Klinger in "DER MANN AUS TANGANIJKA", einer Folge der Serie "INSPEKTOR HORNLEIGH GREIFT EIN", sein TV-Debüt.

Zwar drehte der Schauspieler in den 1960er noch die Filme "ICH KANN NICHT LÄNGER SCHWEIGEN" (1962), "DIE WEISSE SPINNE" (1963), "JACK UND JENNY" (1963), "DAS WIRTSHAUS VON DARTMOOR" (1964), FREDDIE, TIERE, SENSATIONEN (1964) und "DAS GEHEIMNIS DER DREI DSCHUNKEN" (1965), aber  seine Karriere konzentrierte sich mehr und mehr aufs Fernsehen, wo er u. a. als Dr. Killick in der Francis-Durbridge-Mini-Serie "TIM FRAZER" (1963), als Axel Hansen in "FAMILIE HANSEN" (1966-1967) oder 1967 als KOMMISSAR BRAHMS in der gleichnamigen Krimi-Serie zu sehen war.
Paul Klinger
Nach den Fernsehfilmen "TAGEBUCH EINES FRAUENMÖRDERS" (1970), "DREISSIG SILBERLINGE" (1971) und seiner Rolle in der TV-Serie "VON LIEBE KEINE REDE" (1971), war der Schauspieler in dem Fernsehfilm "KIRSCH UND KERN" (1971) in seiner letzten Rolle zu sehen.  

Paul Klinger, der achtzig Kino- und Fernsehfilme drehte, verstarb am  14. November 1971 an den Folgen eines Herzinfarktes in München. 

Filmographie
1.    Du sollst nicht begehren... (1933)
2.    Liebesleute (1935)
3.    Männer vor der Ehe (1936)
4.    Fridericus (1937)
5.    Das schöne Fräulein Schragg (1937)
6.    Gauner im Frack (1937)
7.    Zweimal zwei im Himmelbett (1937)
8.    Ein bisschen Komödie (1938)
9.    Wie einst im Mai (1938)
10.    Großalarm (1938)
11.    Narren im Schnee (1938)
12.    Zwei Frauen (1938)
13.    Verliebtes Abenteuer (1938)
14.    Das Verlegenheitskind (1938)
15.    Ich bin gleich wieder da (1939)
16.    Morgen werde ich verhaftet (1939)
17.    Kriminalkommissar Eyck (1940)
18.    Herzensfreud - Herzensleid (1940)
19.    Sommer, Sonne, Erika (1940)
20.    Alarm (1941)
21.    Spähtrupp Hallgarten (1941)
22.    Die Erbin vom Rosenhof (1942)
23.    Die goldene Stadt (1942)
24.    Zirkus Renz (1943)
25.    Immensee - Ein deutsches Volkslied (1943)
26.    Der Flachsacker (1943)
27.    Seinerzeit zu meiner Zeit (1944)
28.    Das Leben ruft (1944)
29.    Der grüne Salon (1944)
30.    Ehe im Schatten (1947)
31.    Morgen ist alles besser (1948)
32.    Begegnung mit Werther (1949)
33.    Man spielt nicht mit der Liebe (1949)
34.    Erlebnis einer großen Liebe (1950)
35.    Zimmer zu vermieten (1950)
36.    Sensation im Savoy (1950)
37.    Nacht ohne Sünde (1950)
38.    Der Fall 7A9 (1951)
39.    Mutter sein dagegen sehr (1951)
40.    Geheimnis einer Ehe (1951)
41.    Mein Herz darfst du nicht fragen (1952)
42.    Mikosch rückt ein (1952)
43.    Am Brunnen vor dem Tore (1952)
44.    Staatsanwältin Corda (1953)
45.    Pünktchen und Anton (1953)
46.    Wenn der weiße Flieder wieder blüht (1953)
47.    Hochzeit auf Reisen (1953)
48.    Rosen-Resli (1954)
49.    Die sieben Kleider der Katrin (1954)
50.    Das fliegende Klassenzimmer (1954)
51.    Glückliche Reise (1954)
52.    Die Mädels vom Immenhof (1955)
53.    Unternehmen Schlafsack (1955)
54.    Ein Herz bleibt allein (1955)
55.    Sohn ohne Heimat (1955)
56.    Suchkind 312 (1955)
57.    Das Bad auf der Tenne (1956)
58.    Hengst Maestoso Austria (1956)
59.    Hochzeit auf Immenhof (1956)
60.    Das alte Försterhaus (1956)
61.    Ferien auf Immenhof (1957)
62.    Glücksritter (1957)
63.    Liebe kann wie Gift sein (1958)
64.    Ist Mama nicht fabelhaft? (1958)
65.    Sebastian Kneipp - Der Wasserdoktor (1958)
66.    Rommel ruft Kairo (1959)
67.    Ich kann nicht länger schweigen (1962)
68.    Der Parasit (1963) (TV)
69.    Die weiße Spinne (1963)
70.    Unterm Birnbaum (1963) (TV)
71.    Jack und Jenny (1963)
72.    Das Wirtshaus von Dartmoor (1964)
73.    Freddy, Tiere, Sensationen (1964)
74.    Adieu Mademoiselle (1965) (TV)
75.    Das Geheimnis der drei Dschunken (1965)
76.    Conan Doyle und der Fall Edalji (1966) (TV)
77.    Tagebuch eines Frauenmörders (1969) (TV)
78.    Pim, Pam und Pummelchen (1970)
79.    Dreißig Silberlinge (1971) (TV)
80.    Kirsch und Kern (1971) (TV)

TV-Serien
1.    Inspektor Hornleigh greift ein... (1 Folge, 1961)
2.    Tim Frazer (als Dr. Killick, 1963) Mini-Serie
3.    Das Kriminalmuseum (1 Folge, 1964)
4.    Paul Klinger erzählt/Abenteuerliche Geschichten (1964)
5.    Familie Hansen (als Axel Hansen, 6 Folgen, 1966-1967)
6.    Kommissar Brahm (als Kommissar Brahm, 13 Folgen, 1967)
7.    Von Liebe keine Rede (2 Folgen, 1971)
8.    Der Seewolf (als Van Weyden Vater, 1971) Mini-Serie

(1)    Paul Klinger
(2)    Paul Klinger

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© by Ingo Löchel


Kommentare  

#1 Das kleine Gespenst 2016-09-27 17:53
Vermutlich ist Paul Klinger heute weitgehend vergessen bzw. den meisten TV-Zuschauern allenfalls stimmlich ein Begriff. Schließlich war Paul Klinger bis zu seinem Tod Stammgast im Synchronstudio.
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#2 Laurin 2016-09-27 21:13
Paul Klinger hatte ich früher in dem einen oder anderen älteren Film gesehen wie z.B. DAS FLIEGENDE KLASSENZIMMER oder die IMMENHOF-Filme. Wären aber keine Fotos beim Artikel gewesen, hätte ich ehrlich gesagt den Namen nicht mehr einem bekannten Schauspielergesicht zuordnen können. In dem Punkt dürftest du also durchaus recht haben, Das kleine Gespenst.
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