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Ein erstklassiger Musikfilm mit einigen Fehlern - »Bohemian Rhapsody«

Bohemian Rhapsody Ein erstklassiger Musikfilm mit einigen Fehlern
»Bohemian Rhapsody«

Direkt zu Beginn sei gesagt, das ich hier nicht einen Ausschnitt aus der Handlung des Musikfilms über Freddie Mercury und der Band Queen zum Besten geben werde. Denn dies dürfte etwas schwer werden, weil die gesamte Handlung des Films von 134 Minuten (BD) einen Zeitraum von insgesamt 15 Jahren abdeckt. Ein weiterer Umstand dürften die Fehler sein, die sich innerhalb des Films gegenüber der Realität eingeschlichen haben. Das macht den Film an sich aber nicht weniger sehenswert.

Bohemian RhapsodyBOHEMIAN RHAPSODY kann nämlich trotzdem als Musikfilm mehr als überzeugen und dürfte daher auch bei vielen Fans der Rockgruppe Queen die Herzen höher schlagen lassen.

So lernen wir im Film den Design-Studenten Farrokh Bulsara kennen, den mehr die Liebe zur Musik (und speziell zur Rockmusik) umtreibt. Farrokh wird indessen von allen eher "Freddie" gerufen. Ein Name, der in weiteren Jahren in der Musikwelt einen ganz besonderen Klang haben wird.

1970 schließt sich Freddie daher der Band SMILE von Brian May und Roger Taylor an. Allerdings bekommt der Zuschauer auch einen kleinen Einblick in das Privatleben von Freddie und seiner Familie. Die ist eher recht konservativ eingestellt, so das man durchaus als Zuschauer einige gewisse Spannungen zwischen Vater und Sohn gut erkennen kann.

Neben dem Umstand, dass sich Farrokh Bulsara bald den Künstlernamen Freddie Mercury zulegt und die Band SMILE in QUEEN umbenannt wird, wird man auch Zeuge der Beziehung von Freddie und Mary Austin, die sich sogar verlobt hatten. Das Glück hätte also durchaus perfekt sein können, würde Freddie sich nicht in sexueller Hinsicht eher unbefreidigt statt glücklich fühlen.

Zwar lösen Freddie und Mary ihre Verlobung wieder, als Freddie sich eingestehen muss, das er sich sexuell eher (oder verstärkt) zu Männern hingezogen fühlt. Trotzdem bleiben er und die junge hübsche Frau zeitlebens eng befreundet.

Auch erleben wir einen Freddie Mercury, der immer schon etwas  extravagant in seinem Auftreten gewesen ist. Hier muss man dann auch hinsichtlich des Films BOHEMIAN RHAPSODY dem Schauspieler Rami Malek (bekannt aus NACHTS IM MUSEUM/2006 oder BREAKING DAWN - BISS ZUM ENDE DER NACHT, Teil 2/2012 bzw. der Fernsehserie MR. ROBOT/2015 - 2019) ein wirklich dickes Lob aussprechen. Denn ihm gelingt es hier hervorragend in die Rolle von Freddie Mercury zu schlüpfen, ohne diese reale Person der Musikgeschichte gestalterisch zu Überzeichnen und damit (auch ungewollt) zur Karikatur abzuwerten, was mit Sicherheit viele Fans der Gruppe QUEEN ihm wohl auch übel genommen hätten.

Dabei war Rami Malek nicht einmal die erste Wahl gewesen. Im Vorfeld stand auch laut Brian May der Schauspieler und Komiker Sacha Baron Cohen (bekannt aus BRÜNO/2009 oder DER DIKTATOR/2012) auf der Wunschliste als Freddie Mercury. Cohen jedoch verließ das Filmprojekt bereits 2011 wegen "künstlerischer Differenzen"  wieder. Da darf man meiner bescheidenen Meinung nach durchaus beruhigt aufatmen, denn auch wenn Cohen optisch Mercury durchaus etwas nahe kommt, so bin ich mir hier fasst schon sicher, das Cohen das extravagante Verhalten seitens Mercury durchaus eher übertrieben hätte. Dann war da noch zwischenzeitlich Ben Whishaw (DAS PARFUM - DIE GESCHICHTE EINES MÖRDERS/2006 oder JAMES BOND 007 - SPECTRE/2015) als Freddie Mercury im Gespräch gewesen, wobei ich mir Whishaw allerdings bereits optisch kaum in dieser Rolle vorstellen konnte.

Hier dürfte Rami Malek also durchaus ein Glücksgriff gewesen sein, denn er kommt (nach der Maske) sowohl optisch sehr nahe an Mercury heran und schien diese Rolle auch nicht nur zu spielen, sondern geradezu zu leben, was ihm dann für diese Rolle 2019 auch einen Oscar eingebracht hatte.

Ein weiterer Pluspunkt des Film BOHEMIAN RHAPSODY ist dann die musikalische Seite. So werden hier nicht wenige Original-Aufnahmen  im Film nicht nur angespielt, die zu den größten Hits von QUEEN zählten. Denn gegen Ende, wenn es um den Auftritt von QUEEN bei dem LIVE AID-Konzert von Bob Celdof (1985) geht, wird dem Zuschauer optisch eine musikalische Show vom feinsten geboten, die inhaltlich locker mit dem realen Auftritt der Gruppe mithalten kann. Hier sang Rami Malek auch selbst die Songs, wovon man allerdings im Film nichts hören wird, da man hier doch lieber auf die musikalischen Originalstimmen zurückgriff. So perfekt Malek eben auch in dieser Rolle aufblüht, stimmlich dürfte er kaum ein glaubwürdiger Ersatz für Freddie Mercury sein.

Nun habt ihr doch zumindest einige kleine Einblicke in die Filmhandlung gewinnen können, auch wenn diese kaum ausreichen, um sich ein Gesamtbild machen zu können. Und das liegt an den Fehlern, die der Film (leider) mit sich herumschleppt und auf die ich hier nun zu sprechen komme.

Bohemian RhapsodyDas Loch zwischen Anspruch und Realität:
Schon recht schnell tut sich da im Film nämlich der erste Fehler auf, da Freddie damals nicht zufällig bei einem Konzert von SMILE war und dann zu Brian May und Roger Taylor eilte, um sie von seinem gesanglichen Talent zu überzeugen. Zudem wirft im Film der Bassist und Sänger Tim Staffell gerade das Handtuch bei der Band.

Richtig ist indessen das Freddie ein richtiger Fan der Band SMILE war und auch schon seit längerem mit Tim Staffell befreundet war. Brian May selbst weiß hierzu zu berichten, das Freddie damals schon mehrmals auf die Band zugegangen ist, um musikalisch einsteigen zu können. Laut May hatte er damals die Band regelrecht belagert.

Hinzu kommt, dass man John Deacon als Bassist im Film zum Gründungsmitglied der Band QUEEN (1970) macht. Nur Deacon war bereits der vierte Bassist bei QUEEN und stieß selbst erst 1971 zur Band. Es ist also falsch, wenn Deacon bereits bei der Präsentation des Song "Keep Yourself Alive" (geschrieben übrigens von Brian May) mitspielte.

Und da wir gerade bei den Songs von QUEEN sind: Den Song "Fat Bottomed Girls" gab es wie im Film dargestellt, noch nicht während der ersten USA-Tournee. Aber auch bei einigen anderen Songs würfelt man hier etwas falsch mit der zeitlichen Einordnung, wie etwa das "We Will Rock You" nicht in der Zeit aufgenommen wurde, als Freddie gerade vornehmlich in Leder und mit Schnautzbart auftrat. Und "Another One Bites The Dust" stammte nicht aus der sogenannten "Hot Space"-Ära von 1982 seitens QUEEN.

Freddie lernte auch Mary Austin nicht auf dem Konzert kennen, bei dem er sich danach als Sänger bei der Band SMILE vorstellt. Vielmehr war es Mary Austin, die zuerst Brian May gedatet hatte. Aufgefallen ist sie Freddie Mercury erst, als er bereits Frontmann der Band war.

Einen Plattenchef mit Namen Ray Foster und wohl auch die derbe Auseinandersetzung mit ihm und Freddie gab es indessen nie, bzw. wohl nicht in der im Film dargestellten Form. Die Figur ist allerdings angelehnt an den damals realen EMI-Chef Roy Featherstone, der selbst bekennender Fan der Gruppe QUEEN war. Einen gewissen Wahrheitsgehalt hat die Diskussion um den Song "Bohemian Rhapsody" allerdings schon, denn Featherstone hielt den Song wirklich für zu lang um ihn als Singleauskopplung aus dem Album zu präsentieren.

Freddies späteren Lebenspartner Jim Hutton lernt er dann im Film nach einer Party kennen, wo Hutton als "Kellner" gezeigt wird, den Freddie etwas aufdringlich anmacht. Auch dies hat recht wenig mit der Realität zu tun, denn Freddie und Hutton kamen erstmals in einem Nachtclub ins Gespräch. Und Jim Hutton selbst war damals beruflich Frisör im Savoy Hotel.

Wann Freddie Mercury nun genau die Diagnose erhalten hatte, das er HIV-positiv (vereinfachte Kurzbezeichnung AIDS) ist, lässt sich nicht mit klarer Sicherheit sagen. Es dürfte sich laut dem Magazin ROLLING STONE allerdings eher um den Zeitraum zwischen 1986 und 1988 gehandelt haben. Im Film jedenfalls stetzt Freddie Mercury seine Bandkollegen vor dem LIVE AID-Konzert über seinen Gesundheitszustand in Kenntnis. Je nach Quelle seitens der Bandmitglieder kam das Thema AIDS allerdings wohl erstmalig 1991 seitens Freddie zur Sprache. Vor ihrem 14. Studioalbum "Innuendo" wusste jedenfalls niemand seitens der Band etwas von dem menschlichen Immunschwäche-Virus bei Freddie Mercury, und dieses Album kam eben im Februar 1991 auf den Markt.

Ein weiterer ziemlich grober Fehler dürfte sein, dass die Solopläne von Freddie Mercury 1985 zur faktischen "Auflösung" der Band QUEEN geführt hätten. Zwar gibt im Film selbst Mercury an, QUEEN würde auch durch seine Solopläne weiterbestehen, doch wird gleichzeitig ein Bruch zwischen Mercury und dem Rest der Band im Film gezeigt.

Es mag ja durchaus sein, dass sich die Mitglieder der Band nach der "The Works"-Tour vielleicht kurzzeitig etwas ausgebrannt gefühlt hatten (passiert mir auch täglich nach 8 Stunden Arbeit). Jedoch hinderte es QUEEN nicht daran, kontinuierlich weitere Songs zu veröffentlichen, wie etwa "Radio Ga-Ga". So folgte daher auch auf das das 11. Album "The Works" von 1984 dann 1986 das Album "A Kind Of Magic". Dieses 12. Album steuerte damals zahlreiche Lieder zum Fantasy-Film HIGHLANDER bei, in dem Christopher Lambert die Hauptrolle des (relativ) Unsterblichen Conner McLeod spielte. Das wohl bekannteste Lied aus diesem Studioalbum dürfte dabei wohl "Wants To Live Forever" sein, welches ebenfalls im Film BOHEMIAN RHAPSODY kurz angespielt wird. Allerdings gingen QUEEN auch 1984 nach der "The Works"-Tour wieder auf eine weitere ausgedehnte Tour, dessen letztes Konzert gerade mal acht Wochen vor LIVE AID stattfand. Es konnte also, wie nun im Film dargestellt, weder eine Reunion seitens QUEEN gegeben haben und man musste sich sicherlich für LIVE AID somit auch nicht erst wieder musikalisch in Form bringen. Vielmehr waren QUEEN für das Charity-Event LIVE AID sogar in Höchstform gewesen und wurden nachträglich daher eher etwas dafür kritisiert, das sie hier bei der Auswahl der Songs auf Nummer Sicher gegangen waren, ohne erhoffte Überraschungen zu präsentieren.

Wer hierzu, also den festgestellten Fehlern im Film oder den Auftritt von QUEEN noch etwas mehr wissen will, der sollte sich hierzu mal auf die betreffenden Internetseiten des ROLLING STONE begeben. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Jedoch spart auch der ROLLING STONE einen wichtig Umstand aus, der auch im Film BOHEMIAN RHAPSODY eigentlich unter den Tisch gekehrt wird. Dies liegt mit der Homosexualität von Freddie Mercury zusammen, die besonders nach seinem Tod wie eine Art heilige Monstranz immer wieder hervorgehoben wurde. Dabei dürfte es duchaus auch im Bereich des Möglichen liegen, das Mercury nicht homosexuell sonder bisexuell war, also sich sexuell durchaus zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlte. Hier streiten sich übrigens immer noch die Biografen. Eine ist hierbei die britische Biografin Lesley Ann Jones die Mercury in den 80er Jahren als Journalistin zu so manchem Konzert begleitete. Sie traf Mercury auch Backstage nach dem LIVE AID Konzert oder in Reataurants und Bars, wie die Zeitschrift STERN zu berichten wusste. Und hier kritisiert Jones, das man Mercurys Zeit mit der Schauspielerin Barbara Valentin in München völlig unterschlägt, zu der er auch ein sexuelles Verhältnis gehabt haben soll.

Die gebürtige Österreicherin Barbara Valentin wirkte ab 1959 in einigen Softpornos wie DIE NACKTE UND DER SATAN (1959) oder KÖPFCHEN IN DAS WASSER, SCHWÄNZCHEN IN DIE HÖH' (1969) mit, bis das sie in den 70er Jahren unter Regisseur Rainer Werner Fassbinder ins Charakterfach wechselte (z.B. LILI MARLEEN aus dem Jahre 1981). Und Valentin bewohnte eben mit Mercury von 1979 bis 1985 gemeinsam eine Wohnung im Münchner Glockenbachviertel. Freddie Mercury bedachte Barbara Valentin sogar in seinem Album "Mr. Bad Guy" mit der Widmung: "Thank you for big tits and misconduct." Nun, übersetzt heißt dies schlicht und einfach: "Danke dir für große Titten und schlechtes Benehmen." Nun behauptet wiederum Peter Ambacher, dass Barbara Valentin nur eine platonische Busenfreundin von Mercury gewesen sei. Man wird diese Frage also wohl nie wirklich abschließend klären können, da auch Barbara Valentin im Jahr 2002 in München verstarb. Mercurys Widmung lässt jedoch durchaus tief blicken, so das an der reinen Homosexualität seinerseits durchaus Zweifel angebracht sind. Tief blicken lässt zudem auch, dass man eben auch im Film BOHEMIAN RHAPSODY die gemeinsamen Jahre zwischen Mercury und Valentin wohl unter den Tisch zu kehren versucht.    

Bohemian RhapsodyMeine Filmkritik:
Nun mag vielleicht der eine oder andere, der den Musikfilm BOHEMIAN RHAPSODY bisher noch nicht gesehen hat, nun sagen, dass der Film sich bei solchen, zum Teil schon etwas groben Fehlern dann doch nicht lohnt. Dem muss ich hier allerdings dann doch mal widersprechen, auch wenn diese Reaktion durchaus nachvollziebar erscheint.

BOHEMIAN RHAPSODY ist schließlich keine Dokumentation über Mercury oder die Rockgruppe QUEEN. In einer Dokumentation wären solche Fehler wirklich unverzeihlich zu nennen. Richtig ist aber auch, das man so manchen dieser Fehler auch im Musikfilm selbst hätte vermeiden können und wohl auch hätte sollen. Doch ein Film dieser Art folgt bekanntlich anderen Gesetzmäßigkeiten als eine Dokumentation. Hier soll die Handlung eine gewisse Spannung erzeugen, den Betrachter mitziehen und eventuell auch mal das Gefühlsleben der Zuschauer anrühren (da macht es sich eben auch mal gut, etwas auf die Tränendrüse zu drücken) und rundum eben zuerst gut unterhalten. In diesem Sinne kommt also so mancher Fehler hinsichtlich Drehbuch und Realität nicht so ganz von ungefähr daher. Und natürlich will man ja auch die immer noch weltweit vielen Fans nicht verärgern, die so ihr eigenes Bild zum Sänger von QUEEN pflegen.

So werden die Songs von QUEEN nicht in den realistischen Zeitabschnitten eingesetzt, sondern eben passend zur Handlung aufgegriffen. Und so manches wird weder falsch dargestellt oder eben völlig ausgelassen, um das geschaffene Bild über Freddie Mercury im filmisch passenden Rahmen präsentieren zu können.

Nun muss ich gestehen, dass dies am Ende meiner Kritik wirklich einen dicken Punkt in der Bewertung des Films kosten wird. Denn auch in einem Film über musikalisch reale Größen sollte man möglichst die Dichtkunst und Legendenbildung hinten anstellen und sich stärker auf die Fakten beziehen. Mit der Bezeichnung als "biografisches" Filmdrama würde ich jedenfalls nicht unbedingt durch die Tür poltern wollen, wenn innerhalb der Handlung dann doch eher die "Realität" in so einigen Punkten nett zurechtgebogen wird.

Auf der anderen Seite lohnt sich die Sichtung des Films BOHEMIAN RHAPSODY trotzdem. Ich mag dies hier durchaus etwas milder sehen, da ich nie ein Hardcore-Fan von QUEEN oder Freddie Mercury war. Bei mir war es eher der eine oder andere Song von QUEEN, der mich schon mal begeistern konnte und Mercury selbst war durchaus auch eine schillernde Figur, an der man nicht so ohne weiteres vorbei kam, egal ob man nun Fan war oder eben nicht.

Nehme ich also hier schlicht den reinen Unterhaltungswert und das geradezu perfekte Schauspiel seitens Rami Malek, so kann ich durchaus sagen, dass die 134 Minuten der BD wie im Flug vergehen. Aber auch die anderen Rollenbesetzungen können sich hier durchaus sehen lassen und zeichnen somit auch (aber eben recht grob) ein gewisses Bild über Freddie Mercury, wie auch der Band QUEEN selbst. Gleichsam hat man hier durchaus eine beachtlich positive Balance zwischen Handlung und den musikalischen Elementen erreicht.  

Von diesem Standpunkt aus betrachtet, kommt der Film BOHEMIAN RHAPSODY dann bei mir durchaus noch auf satte vier von insgesamt fünf Gitarren als Höchstbewertung. Man sollte allerdings die Messlatte in Sachen realistischer Darstellung, was den Handlungsablauf an sich betrifft, nicht wirklich zu hoch hängen. Eine Empfehlung, sich den Film unbedingt mal anzusehen, kann ich vom Aspekt des reinen Unterhaltungswert daher also noch locker aussprechen.

Bohemian RhapsodyBohemian Rhapsody
(Bohemian Rhapsody)
mit Rami Malek, Gwilym Lee, Ben Hardy, Joseph Mazzello, Lucy Boynton, Mike Myers, Tom Hollander, Priya Blackburn, Adam Lambert, Ace Bhatti, Dickie Beau, Aaron McCusker, Aidan Gillen, Adam Rauf, Jess Radomska, Meneka Das, Dermot Murphy, Michelle Duncan, Ace Bhatti u.a.
Regie: Bryan Singer, Dexter Fletcher
Drehbuch: Anthony McCarten
Produktion: Graham King, Jim Beach
Musik: Queen (Songs), John Ottman (Filmmusik)
Genre: Musikfilm/Drama
Laufzeit: 134 Minuten (BD)
DVD/FSK: 6 Jahre
Extras: Komplette LIVE AID Movie-Performance, Der Look und Sound von Queen, LIVE AID, Wie aus Rami Malek Freddie wird, Trailer
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment
USA/Großbritannien 2018


Kommentare  

#1 Cartwing 2020-01-11 17:24
Zitat:
denn auch wenn Cohen optisch Mercury durchaus etwas nahe kommt, so bin ich mir hier fasst schon sicher, das Cohen das extravagante Verhalten seitens Mercury durchaus eher übertrieben hätte.
Ganz sicher sogar. In dem Fall hätte ich wohl darauf verzichtet, mir den Film anzutun.

Ansonsten wieder ein interessanter, aufschlussreicher Artikel.
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#2 Mainstream 2020-01-11 17:47
-
In der Besprechung wird unentwegt von Fehlern gesprochen. Fehler hier und Fehler da. Nur ganz kurz wird erwähnt, dass Spielfilme anderen Ansprüchen folgen wie Dokumentationen. Dennoch soll sich im Film ein Fehler nach dem anderen reihen. Das sind keine Fehler, sondern dramaturgisch notwendige Abwandlungen.

Auch wenn nur ein einziger Satz einiges richtig stellen könnte, würde dies eventuell weitere Frage nach sich ziehen. Ein Fass ohne Boden, durch das schließlich unerhebliche Fakten laufen. Deswegen wurde aus Roy Featherstone auch Ray Foster, weil er aus dramaturgischen Gründen nicht die 1-zu-1-Kopie von Featherstone sein konnte. Wenn die aufgezählten Abweichungen also Fehler sein sollten, warum haben May und Taylor dann so eng mit der Produktion zusammen gearbeitet. Man sollte unterscheiden können zwischen Fakten vermitteln, und dem Anliegen dem Zuschauer das Phänomen und die Menschen begreiflich zu machen.

Apropos Fehler: "das er HIV-positiv (vereinfachte Kurzbezeichnung AIDS) ist". Echt jetzt?!
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#3 Friedhelm 2020-01-11 20:36
Also, weil ich Fan der Gruppe bin ist der Film in meinem Player gelandet -vor allem weil Freddy Mercury als Musiker geschätzt habe.
Der Mann konnte ja nicht nur Rock - wenn man sich sein Duett mit Monserrat Caballe ("Barcelona") anhört, dann kommen schon mal die Tränen.
Ganz ehrlich, bei diesem Film waren mir irgendwelche Fehler schon fast latte. Rami Malek war dabei als Mercury eine gute Wahl, das sollte zählen. Wie Konrad schon erwähnt - der Film ist keine Doku - und ich bezweifle, dass in einer solchen, gut recherchiert, solch grobe Schnitzer überhaupt entstanden wären.

In diesem Fall bin ich also tatsächlich nachsichtig - denn für einen kurzen Augenblick ist Mercury wieder auferstanden...
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#4 Laurin 2020-01-12 11:50
@ Mainstream:
Zitat:
"Nur ganz kurz wird erwähnt, dass Spielfilme anderen Ansprüchen folgen wie Dokumentationen."
In der Kürze liegt die Würze, Mainstream. Wären diese ... sagen wir für dich mal Abweichungen ... keine für den Film dramaturgischen Abwandlungen, hätte ich mir diese kurze Erwähnung sicherlich gespart. ;-)

Das ändert aber nichts daran (und macht den Film deshalb aber auch nicht schlechter), das es hier wesentliche Abweichungen von der Realität gibt. Und so etwas kann man sehr wohl als "Fehler" bezeichnen. Dies schließt auch nicht aus, das May und Taylor eng in der Produktion des Films mit eingebunden waren. Auch machen diese Abweichungen/Fehler den Film als solches nicht schlechter, daher verstehe ich gerade dein Problem mit diesem Artikel nicht, zumal im Internet ebenfalls von anderen Seiten hinsichtlich des Films und der Realität offen von Fehlern gesprochen wird.

Zitat:
"Apropos Fehler: "das er HIV-positiv (vereinfachte Kurzbezeichnung AIDS) ist". Echt jetzt?!"
Ja, echt jetzt! Denn die Diagnose auf einen vorhandenen Humane Immundefizienz-Virus (oder auch Menschliches Immunschwäche-Virus), abgekürzt HIV bezeichnet, nennt man HIV-positiv. Der normale Durchschnittsbürger verwendet hier schlicht und einfach sehr oft die Bezeichnung AIDS, ohne hierbei nun fachlich zwischen der Infizierung und dem um Jahre möglichen späteren Ausbruch der Krankheit zu unterscheiden. Das durch die moderne Medizin ein langes Leben mit HIV durchaus möglich geworden ist, hat an dem gebräuchlichen Umgang mit den betreffenden Kurzbezeichnungen nicht wesentlich viel in der Gesellschaft verändert. Aber mal ernsthaft, hier geht es um den Film und nicht um eine ärztlich-fundierte Auseinandersetzung über die Krankheit. Wer da nun genaueres wissen will, wird ebenfalls im Internet befriedigend informiert.

@ Cartwing & @Friedhelm:
Da war ich nicht einmal "nachsichtig", denn den Film an sich fand ich richtig gut umgesetzt, trotz den (Mainstream wird mich jetzt bestimmt wieder hauen :lol: ) inhaltlichen Fehlern. Und Cohen wäre bestimmt die wesentlich schlechtere Wahl gewesen, da er so ziemlich alles, nur eben nie ein Charakterschauspieler war bzw. ist.
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#5 Mainstream 2020-01-14 00:14
-
Ich möchte doch niemanden hauen (jedenfalls nicht hier). Auf alle Fälle, Laurin, hast Du eine ganz andere Auffassung für den Begriff 'Fehler' als andere. Außer du meinst natürlich dass es ein Fehler war die Änderungen vor zu nehmen. Gut, dann ist das selbstverständlich legitim. Wenn Du lediglich meinst, dass die Fehler beabsichtigt geschehen sind, dann ist der Begriff immer noch falsch, weil missverständlich und nicht richtig.

Genau der Grund, warum ich so provokant Deinen Satz als Fehler bezeichnete. Natürlich wird AIDS umgangssprachlich für HIV benutzt, es ist dennoch keine 'Kurzbezeichnung' dafür. Aber vielen Dank, für den Versuch einer Belehrung. Kommt bei mir allerdings ein wenig zu spät.

Gewiss geht es nicht "um eine ärztlich-fundierte Auseinandersetzung über die Krankheit". Aber es geht ganz entscheidend um die Krankheit. Darauf baut letztendlich der gesamte dritte Akt auf.

Zudem finde ich nicht, dass Du es nötig hast auf andere Kritiken und Kommentare im Internet hinsichtlich deiner eigenen Äußerungen zu verweisen. Ich suche mir keine Kritiken im Internet heraus, nicht bevor ich den Film gesehen habe, oder ich selbst meine Besprechungen geschrieben habe, und danach wird es auch irgendwie obsolet. Ich lese Deine Rezensionen, weil ich öfter auf dieser Seite hier bin. Wenn Du dich schon als Kenner und Fan von QUEEN zu erkennen gibst, wäre für mich zum Beispiel viel interessanter gewesen zu erfahren, in welchem Zusammenhang die 'Fehler' stehen. Hat es einen Grund, dass ein bestimmtes Lied zeitlich anders platziert wurde? Die Bedeutung des Liedes in Verbindung mit dem Handlungsverlauf. Nur so als Beispiel, das wäre doch sehr spannend gewesen. Oder warum könnte die Episode Barbara Valentin nicht relevant genug gewesen sein. So einfach mal ganz nebenbei erwähnt.
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#6 Frank Reichelt 2020-01-14 08:00
Also ich bin da ganz bei Mainstream.
Gerade weil May und Taylor ständig am Set weilten und eng in die Produktion eingebunden waren, kann man nicht von Fehlern, sondern von gewollten dramaturgischen Abweichungen von der Realität sprechen. Es ist ein Spielfilm, eine Fiktion, wie sie bei historischen Stoffen und Biographien gang und gäbe ist.
Wenn beim Film über Alexander den Großen ein Statist eine Uhr am Handgelenk trägt oder im Hintergrund ein Flugzeug über den Schlachtenhimmel schwebt, kann man von Fehlern sprechen, denn die Macher haben es nicht bemerkt. Hier sind die Abweichungen bewußt und mit Zustimmung von May und Taylor eingebaut worden, sind also keine unbemerkten Fehler.
Für mich ist "Bohemian Rhapsody" der beste Film seit Jahren und ich habe ihn mehrere Male im Original und synchronisiert gesehen. Er wird jedesmal besser.
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#7 Mainstream 2020-01-14 08:27
-
Besonders Gwilym Lee, Joseph Mazello und Ben Hardy als Bandmitglieder haben mich fast schon erschrocken mit ihrer optischen Ähnlichkeit.
Und ich danke den Computern, die Rekonstruktion von LIVE AID war phänomenal. Damals war ich vor der Klotze komplett dabei. Und hier, das Gefühl zu bekommen auf der großen Leinwand das nochmal erleben zu dürfen, war (blöd gesprochen) ganz großes Kino.
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#8 Des Romero 2020-01-14 08:58
Wie der Film wohl ausgesehen hätte, wenn Freddy daran hätte mitwirken können. Ganz sicher hätte er sich nicht zum Sündenbock machen lassen, weil er Solo-Alben produziert hat. Das haben die anderen Bandmitglieder nämlich ebenfalls gemacht – und Queen hat es trotzdem weiterhin gegeben. Für mich hat dieser Aspekt des Films schon ein "Geschmäckle".
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#9 Laurin 2020-01-14 09:44
Nun ja, @ Mainstream,
im Prinzip geht es hier doch um die verschiedenen Sichtweisen, was Fehler oder nicht Fehler betrifft. Da bleiben für mich schlicht einfach Elemente falsch, wenn sie in der Realität anders gelaufen sind. Und belehren wollte ich dich auch nicht, Mainstream, aber hier lesen auch andere mit, die vielleicht etwas mehr Infos in diesem Punkt gerne hätten. ;-)
Und auch wenn Taylor und May eng an der Filmproduktion mitgewirkt haben, so gebe ich hier @ Des Romero durchaus recht, ob Freddie Mercury so manches nicht doch etwas anders gesehen hätte bei der Umsetzung.

Zitat:
"Zudem finde ich nicht, dass Du es nötig hast auf andere Kritiken und Kommentare im Internet hinsichtlich deiner eigenen Äußerungen zu verweisen. Ich suche mir keine Kritiken im Internet heraus, nicht bevor ich den Film gesehen habe, oder ich selbst meine Besprechungen geschrieben habe, und danach wird es auch irgendwie obsolet."
Nun vorweg gesagt, bin ich weit weg von einem Kenner in Sachen QUEEN, wie ich auch im Artikel selbst schrieb. Das man sich also Informationen zusammenträgt, nennt man bekanntlich Recherche. Übel sähe ich es eher, wenn ich mir da Sachen aus den Fingern saugen würde/müsste.

Im Grunde sind wir uns aber doch einig darüber, dass der Film absolut sehenswert ist, was ich auch oben im Artikel schrieb. Einigen wir uns also mal auf diesen Punkt, dann wird die Welt doch wieder rosiger.
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#10 Friedhelm 2020-01-14 10:52
Also , ich als "blutiger Laie" in diesem Bereich (Rockmusik und ihre musikalischen "Vertreter") sehe in solchen "Fehlern" zunächst kein wirkliches Problem. Es gibt wohl auch genug andere Beispiele, in denen sich "Biopics" "leicht" von der Wahrheit entfernen. Das ist dann evtl der Dramaturgie geschuldet - die von Konrad genannten wohl ebenso.

Nun gut, was denn nun ein Fehler ist - oder eben nicht, okay- die berühmte Armbanduhr (von Frank Reichelt genannt) ist ganz sicher einer. Wie bereits erwähnt - mir ist das eh schnuppe. Wäre ich echter Kenner oder wohlmöglich Queen-Biograph sähe das wohl um einiges anders aus.

Man sollte hier auch einmal über die Musik "reden" - und da habe ich ja bereits "Barcelona" erwähnt, dass Duett mit der Caballe. Da sind mir ganz, ehrlich, die Tränen aus den Augen geschossen, und ich dachte einfach nur: "Mann, was für ein Talent.."

Und dann "The Show must go on" - ein Lied das sich (wohl nicht nur für mich) anhört, als habe er sich verabschieden wollen, weil er wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Ich sehe darin sogar eine Art Vermächtnis...

Klar, das alleine macht weder Mercury noch Queen aus - aber mich hat das eben total berührt. Fehler hin oder her - worum geht es denn hier überhaupt: ich denke um eine Gruppe und einen Sänger, die Musikgeschichte geschrieben haben. Meiner bescheidenen Meinung nach , sollte so etwas um einiges wichtiger sein...
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#11 Des Romero 2020-01-15 09:27
Völlig richtig, Laurin. Der Film ist absolut sehenswert. Die Änderungen sind der Dramaturgie geschuldet, denke ich, und tun dem Gesamteindruck keinen Abbruch. Ich werde den Film sicher noch öfter in den Player schieben.
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#12 Mainstream 2020-01-15 12:54
-
Eine der wenigen Biografien, die ich ohne Langeweile öfter ansehen kann, weil er gleich mehrere Aspekte abdeckt. Nicht nur Mercury als Person, sondern auch die Band-Geschichte, darüber hinaus noch ein wenig Abdeckung des Musikgeschäftes im Allgemeinen. Extrem kurzweilig, weil die Regie emotionale Szenen nicht bis zum Erbrechen ausreizt.
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