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Geisterjäger John Sinclair - Wehret den Anfängen: DER ENDLOSE TOD

Wehret den AnfänfenBand 10
Der endlose Tod 

von Jason Dark (Friedrich Tenkrat)

John Sinclair und Suko besuchen in ihrer Freizeit die Vorstellung des britischen Hellsehers Hannibal Koch in London, in der Koch Unheil für den Oberinspektor und seinem chinesischen Freund ankündet. Um mehr darüber zu erfahren besuchen John und Suko den Hellseher nach der Vorstellung in seiner Garderobe.


Dort empfängt Koch den Hilferuf des Wikingers Leif dem Roten. Der wurde einst von dem Dämon Curro getötet.

Doch die Tötung des Wikingers war  dem Dämon damals noch nicht genug. Er dachte  sich für Leif eine fürchterliche Strafe aus. Der Körper des Wikinger soll  zwar dem irdischen Verfall preisgegeben werden, aber dessen Geist in dem toten Körper verbleiben. Um diese Strafe zu vollziehen, setzte der Dämon Curro dem Toten einen goldenen Flügelhelm auf.


Damit ist der Geist des Wikingers so lange in dem  Körper gefangen bis der Helm von seinem Kopf genommen und er damit von dem Fluch des Dämons befreit ist.

Hannibal Koch kann die Verbindung zu Leif jedoch nicht lange aufrechterhalten, denn Dämonen greifen ein, so dass der Hellseher Bewusstlos zusammenbricht. John und Suko, die gerade die Garderobe betreten, holen Hilfe. Doch der herbeigerufene Arzt Dr. Subbrise ist ratlos, denn Koch erwacht nicht wieder aus seiner Bewusstlosigkeit und wird schließlich ins Krankenhaus eingeliefert Als Sinclair den Bewusstlosen dort besucht, stößt er einige Wortfetzen hervor. Daraufhin kontaktiert der Oberinspektor Derek Addams, einen Bekannten, der sich mit der Geschichte der Wikinger auskennt. Der erzählt dem Oberinspektor die Sage von Leif dem Roten.

Um sowohl Hannibal Koch, als auch den Wikinger zu erlösen, will John Sinclair Urlaub nehmen. Doch Superintendant Powell verweigert ihm den Urlaub und gibt dem Geisterjäger stattdessen den Auftrag sich beruflich um diesen Fall zu kümmern. So begibt sich John zusammen mit Suko nach Southampton, wo Leif zum Ende des 8. Jahrhunderts an Land gegangen sein soll. Zudem soll sich zwischen Southampton und Salisbury der Hort des Bösen des Dämons Curro befinden, wo vermutlich der Wikinger sein Dasein fristet.

In Southampton angekommen,  besuchen sie beiden in einem Wachsfigurenkabinett Jane Bikken, eine alte Bekannte von Sinclair, die im Besitz wertvoller Bücher ist, in denen vermutlich Informationen über Curro zu finden sind. Doch die junge Frau kann den Schlüssel zum Keller nicht finden, wo sie die Bücher aufbewahrt. Nachdem John und Suko sowie ihr Angestellter Linc das Wachsfigurenkabinett verlassen haben, fällt Jane plötzlich ein, wo sie den Schlüssel versteckt hat.

Doch bevor sie den Geisterjäger darüber informieren kann, hört sie ein Geräusch und wird mit der Figur des Henkers konfrontiert, der durch die dämonischen Kräfte Curros zum Leben erweckt wurde. Der Henker zwingt Jane, den Geisterjäger anzurufen und ihn ins Wachsfigurenkabinett zu locken. Doch bevor die Wachsfigur Jane Bikken töten kann, erscheint Sinclair und kann den Henker vernichten.

Unterdessen wird Suko auf dem Weg zu seinem Hotelzimmer mit einem Fremden konfrontiert, der eine Nachricht für Oberinspektor Sinclair hat, die er diesen aber nur persönlich übermitteln darf. Da John nicht da ist, bittet der Fremde Suko solange in dessen Hotelzimmer auf den Geisterjäger zu warten. Nachdem er mit Suko zusammen das Hotelzimmer betritt,  verwandelt sich der Fremde in einen Werwolf und greift den Chinesen an. Den kann Suko schließlich nach dem Auftauchen des Zimmerkellners mit einem versilberten Brieföffner verletzten, so dass der Werwolf die Flucht ergreift.

Unterdessen findet Sinclair in den Büchern Jane Bikkens Hinweise zu dem Ort, wo sich der Hort des Bösen befindet könnte. Nachdem er zum Hotel zurückkehrt, ist, beschließen er und Suko nun in die Offensive zu gehen. Doch mitten auf der Fahrt zum Hort des Bösen, streikt durch das Einwirken von Curro der Motor des Wagens. So müssen sie in der Nähe eine Waldes 'parken'. Dort wird Suko von den Ästen eines Baumes angegriffen, der zu unseligen Leben erwacht ist, den Sinclair mit Bannsprüchen der weißen Magie sowie mit seinem Springmesser vernichten kann.

Auf ihren weiteren Weg, werden sie von dem Köhler Eddie Schneider angegriffen, der sich unter dem Einfluss des Dämons Curro befindet. Nachdem er von dem Geisterjäger niedergeschlagen wurde, ist er aber wieder der alte und führt John und Suko zum Hort des Bösen. Nachdem der Geisterjäger und seine chinesischer Kampfgefährte die sieben grünen Diener von Curro vernichtet haben, begeben sie sich zum Grabmal der Verdammten.

Dort erreichen sie den Sarkophag, in dem sich der Körper des Wikingers Leif befindet. Als ihm der Geisterjäger den Flügelhelm abnehmen will, taucht Curro mit seinem Flammenschwert auf. Mit seiner letzten Silberkugel verletzt der Geisterjäger den Dämon am Arm, so dass dieser sein Schwert loslässt, das zu Boden fällt. Sinclair schnappt sich das Flammenschwert und vernichtet den Dämon mit seiner eigenen Waffe. Danach erlöst er den Wikinger. Und damit erwacht auch Hannibal Koch wieder aus seiner Bewusstlosigkeit.

  • Erschienen am Preis: 1,20 DM
  • Preis: 1,20 DM
  • Titelbild: Sebastia Boada
  • Besonderheiten: Ein Roman mit Suko

 

Fazit: DER ENDLOSE TOD, der zweite Sinclair-Roman von Friedrich Tenkrat, ist zwar durchaus besser geschrieben als DER VULKANTEUFEL VON HAWAII, doch trotzdem will keine rechte Spannung und gruselige Atmosphäre in dem Roman aufkommen. Dafür sorgt u. a. auch das nichtssagende Titelbild, das so gut wie nichts mit dem Roman zu tun hat.

Zwar wirkt die Handlung um Curro dem Dämon, der den Wikinger Leif verflucht hat etc. durchaus  nachvollziehbar, aber leider ist der Roman  viel zu konstruiert und unrealistisch geschrieben. Da tauchen plötzlich Bekannte von John Sinclair auf und eine dieser Bekannten wohnt gerade in dem Ort, wo der Geisterjäger für  seinen Fall recherchiert. Zudem besitzt diese Dame auch noch ein Wachsfigurenkabinett, wo dann natürlich auch noch eine der  Figuren durch Curro zu unheimlichen Leben erweckt wird.

Sehr unrealistisch erscheint mir auch nachfolgende Szene, in der John Sinclair nur mit einem Springmesser  (richtig gelesen) bewaffnet und mit Bannsprüchen der weißen Magie auf den Lippen, einen dämonischen Baum vernichtet. Warum nimmt er dafür nicht einfach sein Kreuz? Aber das hat der Geisterjäger - aus welchen Gründen auch immer - anscheinend wieder vergessen mitzunehmen!

Ich zitiere mal:

"Von oben pfiffen Äste wie Peitschen auf Johns Rücken herab. Klatschend landeten sie auf seinen Schulterblättern. Ein wahnsinniger Schmerz durchraste ihn, aber er kämpfte verbissen weiter um das Leben seines Freundes. John schnitzte blitzschnell drei Zeichen der Weißen Magie in jenen Ast, der um Sukos Hals lag und den Chinesen zu erdrosseln drohte. Noch in derselben Sekunde brach der Ast, der auf der Stelle ausgetrocknet war, knirschend ab. Suko bekam wieder Luft. Doch schongriff der nächste Fangarm nach seiner Kehle. John Sinclair versuchte, das Baummonster endlich in seine Gewalt zu bekommen. Der Geisterjäger brüllte aus vollen Lungen einen Bannspruch. Daraufhin schnellten die Äste und Zweige zitternd zurück.

John hieb mit seinem Messer wie verrückt um sich und kämpfte sich atemlos an den breiten, rissigen Stamm des Baumes heran. Einen weiteren Bannspruch rief John und ritzte mit seiner Messerklinge dieselben Zeichen der Weißen Magie, mit denen er schon einmal erfolgreich gewesen war, in die unebene Rinde. Daraufhin wurde der Baumstamm mit einem Schlag so weich wie der Körper eines Menschen. Die Rinde nahm eine milchige Färbung an, wurde durchsichtig und John Sinclair sah dahinter ein blutrotes Herz zucken. Sofort stieß er zu. Die Klinge sauste unaufhaltsam in den Baum, so als wäre sie über einer Flamme erhitzt worden und führe nun durch einen Butterziegel. Als John Sinclair sein Messer aus dem Baum herausriß, huschte ein geisterhafter Seufzer durch das Geäst. Von einer Sekunde zur anderen trocknete der Stamm aus. Der ganze Baum verdorrte. Man konnte dabei zusehen, so schnell ging es."

Das alles klingt ja beinahe so, als befänden wir uns in einem Märchen.

Auch stellt sich, wie bereits in DER VULKANTEUFEL VON HAWAII, die Frage, warum der Geisterjäger schon wieder nicht seinen Einsatzkoffer mitgenommen  hat. Stattdessen hantiert er mit seiner weißmagischen Kreide sowie weißmagischen Bannsprüchen auf den Lippen herum. Zwar hat Sinclair seine Beretta mitgenommen,  dafür hat er aber keine Ersatzmagazine für seine Waffe dabei.

Wie will man denn mit einer solchen Ausrüstung gegen einen Dämonen und seine Helfershelfer bestehen? Sehr unrealistisch!

Auch das Ende lässt sehr zu wünschen übrig. Mit seiner Beretta, dessen Magazin acht Kugeln enthält (enthielt das Magazin nicht sonst sechs Kugeln????) erschießt er die sieben Diener von Curro. Danach verbleibt dem Geisterjäger noch eine einzige Silberkugel. Doch trotzdem gehen Sinclair und Suko, der ebenfalls unbewaffnet ist,  weiter, wo sie im Grabmal der Verdammten auf Curro treffen, der den Geisterjäger mit seinem Flammenschwert angreift. Normalerweise hätte Sinclair keine Chance gegen seinen Gegner. Doch der Held Sinclair, trifft Curro mit seiner letzten Silberkugel, so dass der Dämon vor lauter Schmerzen sein Schwert fallen lässt, womit Sinclair ihn dann schließlich tötet.

Alles in allem ist auch der zweite Sinclair-Roman von Friedrich Tenkrat kein Highlight und kein besonders guter Roman der Serie. Er erreicht vielleicht gerade mal, wenn man beide Augen zudrückt,  Durchschnitt, aber bei weitem nicht das Niveau der bisherigen Rellergerd-Romane. Um dieses Niveau zu erreichen, muss sich Friedrich Tenkrat noch sehr anstrengen und steigern.

 

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© by Ingo Löchel

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