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Geisterjäger John Sinclair - Wehret den Anfängen: ANRUF AUS DEM JENSEITS

Band 21
Anruf aus dem Jenseits
von Jason Dark (Helmut Rellergerd)

Ein neuer Fall für John Sinclair. Die Frauen Ellen Wayne, Liz Manner und Martha Ilford haben Anrufe von ihren Männern erhalten, die aber bereits alle längst verstorben sind. Bevor er den mysteriösen Fällen nachgehen kann, bekommt der Geisterjäger einen Anruf von seinem alten Freund Bill Conolly, der ihn unterrichtet, dass er seine Frau Sheila, die kurz vor der Entbindung steht, in eine Klinik gefahren hat.


Anruf aus dem JenseitsZudem unterrichtet ihn der Reporter über den ominösen Anruf, in der von einem Seelenhändler die Rede war.

John Sinclair beschließt der Sache nachzugehen und als erstes Ellen Wayne aufzusuchen. Doch die Frau ist nicht da. Laut Auskunft eines Nachbarn arbeitet sie im Golden Shilling. Daraufhin sucht er Wayne in diesem Lokal auf, die nach Feierabend zusammen mit dem Oberinspektor zurück in ihre Wohnung geht. Dort erzählt sie dem Geisterjäger, dass sie einen Anruf von ihrem verstorbenen Mann Peter erhalten habe. Zudem habe sich ihr Mann einmal im Monat auf einen Kahn mit Namen Dark Cloud mit Freunden getroffen.

Als plötzlich Ellen Waynes achtjähriger Sohn Peter auftaucht, eskaliert die Situation. Der greift den Oberinspektor an. Beim Anblick des Silberkreuzes erlahmt jedoch der Angriff des Jungen und der Geist von Ellens verstorbenen Mann fährt aus dem Körper des Jungen. Der Geist des Mannes kann Sinclair  noch vor dem Seelenfänger, der unter dem Namen Harris in London lebt,  warnen. Kurze Zeit später vergeht der Geist des Mannes durch Einwirkung einer fremden Macht.

Nachdem der Oberinspektor seinen Kampfgefährten Suko von seinem Karate-Training abgeholt hat und er ihm alles über den Fall erzählt hat, entscheiden  sich die beiden Männer zur Dark Cloud zu fahren und das Schiff näher zu untersuchen. Beim Betreten der Dark Cloud verschwindet Suko plötzlich. Sinclair begibt sich auf die Suche und wird im  Inneren des Schiffes mit den drei Geistern  von Wayne, Manner und Ilford konfrontiert. Nachdem er einiges von diesen erfahren hat, gerät er in eine Falle und droht zerquetscht zu werden.

Doch das Kreuz rettet ihn. Und bevor das Schiff explodiert kann sich Sinclair ins Wasser retten. Nach den Ereignissen braucht der Geisterjäger erst einmal eine warme Dusche und frische Kleidung. Vor seiner Wohnung trifft er auf Jane Collins. Als Sinclair ihr von den Ereignissen erzählt und den Namen Harris erwähnt, erfährt er von der Detektivin das Professor Harris die Klinik leitet, in der Sheila eingeliefert wurde.

Unterdessen erhält Sheila einen Anruf ihres verstorbenen Vaters. Der warnt sie, so schnell wie möglich die Klinik zu verlassen, weil sie sich dort in Gefahr befindet. Sheila entscheidet sich, aus der Klinik zu verschwinden. Doch dann sieht sie plötzlich, wir ihr Mann Bill auf einer Trage bewusstlos weggebracht wird. Unterstützung findet Sheila schließlich bei der Krankenschwester Clou. Während Sheila versucht mit Clou zu fliehen, erwacht Bill aus seiner Bewusstlosigkeit und wird mit Professor Harris und seinen Helfershelfern konfrontiert, die Diener des Schwarzen Todes sind.

John und Jane gelingt es unterdessen in die Klinik des Professors einzudringen, den vermissten Suko zu retten und danach zusammen mit dem Chinesen Sheila und Bill aus den Klauen von Harris zu befreien, der schließlich unschädlich gemacht werden kann. 

  • Erschienen am 24. Oktober 1978
  • Preis: 1,20 DM
  • Titelbilder: Vicente Ballestar
  • Besonderheiten:  Ein Roman mit Bill und Sheila Conolly, Suko und Jane Collins

Fazit: Naja der Roman ANRUF AUS DEM JENSEITS von Helmut Rellergerd ist ja nicht gerade der Überflieger und zudem auch noch etwas sehr verworren geschrieben. Zum einen stellt sich im ganzen Roman die Frage, was die Anrufe von Sir Gerald Hopkins, Sheilas Vater, überhaupt sollen. Der starb bekanntlich durch die Hand des Dämons Sakuro (siehe Gespenster-Krimi Nr. 31: Sakuro, der Dämon, erschienen am 16.04.1974) und steht somit in überhaupt keiner Verbindung zum Schwarzen Tod oder zum Seelenfänger.

Auch wird im Roman überhaupt nicht klar, was Helmut Rellergerd mit  den Anrufen der verstorbenen Männer von Ellen Wayne, Liz Manner und Martha Ilford genau bezwecken wollte. Klar, sie hatten einen Pakt mit dem Seelenfänger geschlossen. Als sie starben, waren ihre Seelen vermutlich in irgendeiner finsteren Dimension gefangen. Doch  irgendwie kamen sie in Kontakt mit Myxin, der als Feind des Schwarzen Todes seinem Erzfeind natürlich einen Strich durch die Rechnung machen wollte, und den drei Seelen zeigte, wie sie Kontakt mit ihren Frauen aufnehmen konnten.

Aber die Frage ist, geht man, wenn man einen Anruf von seinem verstorbenen Mann bekommt, zur Polizei bzw. zu Scotland Yard? Ich glaub wohl kaum.

Auch das plötzliche Verschwinden von Suko auf dem Schiff Dark Cloud wirkt äußerst unglaubwürdig und lächerlich, auch gerade weil man danach seitenlang nichts mehr von dem Chinesen erfährt, der sich dann plötzlich mitten im Roman in der Klinik von Harris wiederfindet und dort von Schlangen angegriffen wird. Kurz vorher wird  da noch etwas über  Zeitreisen, Dimensionsreisen etc. geschwafelt. So denkt man als Leser natürlich, Suko befände sich irgendwo in der Vergangenheit oder gar in einer fremden Dimension. Aber nichts dergleichen. Sukos 'Reise' ging 'nur' bis zur Klinik von Harris.

Auch der Tod des Dämons Harris hinterlässt einen fragenden Beigeschmack. Schwer durch die Silberkugeln angeschlagen, stürzt sich dieser seelenruhig in den Ofen seiner Klink und verbrennt jämmerlich.

Im Grunde hätte Helmut Rellergerd sich den ganzen Quatsch mit den Anrufen  ersparen können, hätte Bill seinem Freund erzählt, in welche Klinik er seine Frau gefahren hat. Beziehungsweise es ist meines Wissen doch eine normale Reaktion wenigstens nachzufragen, in welche Klinik jemand  eingeliefert wurde, zumal Bill nicht nur John Sinclair bester Freund, sondern Sinclair auch Polizist ist, und daher von Natur aus Neugierig ist. 

Alles in allem ist der Roman ANRUF AUS DEM JENSEITS von vorne bis hinten überhaut nicht stimmig und ziemlich unlogisch und unrealistisch aufgebaut. Schon aus diesen Gründen erreicht der Roman gerade mal Durchschnitt.

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© by Ingo Löchel

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