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Geisterjäger John Sinclair - Wehret den Anfängen: INSEL DER SEELENLOSEN

Band 28
Insel der Seelenlosen

von Jason Dark (Friedrich Tenkrat)

Der Journalist Jerry Panther, ein Freund von Bill Conolly,  bittet den Oberinspektor John Sinclair nach seiner Freundin Jill Grabowski zu suchen, die vor vier Tagen nach einem Termin mit Paul Lindsay, dem Besitzer des Nachtclubs "Hazelnut" verschwunden ist. Der behauptet, dass  Jill versetzt versetzt hat.


Insel der SeelenlosenSinclair, der schon des Öfteren im Nachtclub war und den Barkeeper Jimmy und den Klavierspieler Charly Shaeffer kennt, spendiert Shaeffer einen Scotch, um ihn ein bisschen zum Reden zu bringen.

Doch Charly will über Jill nichts erzählen, obwohl der Geisterjäger merkt, dass der Mann mehr weiß, als er sagen will.  Doch bevor er den Klavierspieler weiter ausquetschen kann, taucht Lindsay auf und 'wirft' Sinclair aus dem Lokal.

Zurück in seinem Büro beim Yard, ruft er kurz seinen Freund Bill Conolly an. Zudem ist sein Chef, Sir Powell, ganz und gar nicht darüber erfreut, dass sich der Oberinspektor um einen Vermisstenfall kümmert. Doch das hält den Geisterjäger nicht auf, weiter in der Angelegenheit zu ermitteln.

Am Abend geht er mit Jane Collins essen, wird aber im Restaurant ans Telefon gerufen, wo ihn ein Unbekannter am anderen Ende der Leitung mitteilt, dass er eine Leiche neben dem Kran hinter der Earl’s Court Exhibition auf einer Baustelle entdeckt habe, deren Herz brenne. Als er zum Tisch zurückkehrt ist Jane Collins verschwunden. Der Kellner teilt dem Geisterjäger mit, dass die Privatdetektivin mit einem fremden Mann weggegangen sei.

Als er sich zum Leichenfundort begibt, wird die Leiche plötzlich wieder quicklebendig, mutiert zu einem Monster und greift den Geisterjäger an. Nach einem kurzen Kampf, in dem er seinen Gegner mit einer Eisenstange sowie diversen weißmagischen Bannsprüchen attackiert, flieht das dämonische Monster. Der Oberinspektor verfolgt seinen Gegner bis zu einem Jahrmarkt. Doch der Dämon kann entkommen, da Sinclair von dem Schrei einer Frau ablenkt wird. Er stößt  auf Maeve Eston, die mit dem Monster konfrontiert wurde.

Der Oberinspektor  der nach dem Kampf mit dem Dämon Jane Collins nicht erreichen kann, unterrichtet Suko, seinen Kampfgefährten über die Geschehnisse. Und der Chinese weiß, wo sich die Privatdetektivin befindet. In Aberystwyth. Das hat ihn Jane Collins wenigstens kurz am Telefon mitteilen können.

Bei dem Namen Aberystwyth fällt dem Geisterjäger ein, dass dahin auch Maeve Eston gefahren ist.  Doch wie kommt Jane Collins ins dreihundert Kilometer entfernte Aberystwyth?

Während John Sinclair nach Aberystwyth fährt, soll sich Suko um Paul Lindsay kümmern und dem Mann die Hosenbeine strammziehen. Bei dem Besuch von Suko gerät Lindsay so aus der Fassung, dass er sich in ein dämonischen Wesen verwandelt. Dabei gesteht er, Jill an den Seelenhändler weitergereicht zu haben. Und das John Sinclair durch den Anruf von Jane Collins in Aberystwyth in eine Falle gelockt werden soll. Es kommt zu Kampf, in dessen Verlauf Suko seinen Gegner mit seinem silbernen Brieföffner (der auf dem Schreibisch von Lindsay liegt!) vernichtet.

Unterdessen ist John Sinclair in Aberystwyth angekommen und steigt im Hotel "Bellevue Royal" ab. Der Geisterjäger erfährt von einem Tankwart, dass im Ort mehrere Geschäftsleute aus London wohnen und das der Ort sogar einen eigenen einen Flugplatz für Hubschrauber besitzt. Daraufhin klappert  der Oberinspektor nach und nach die Anwesen der Londoner Geschäftsleute ab. Die meisten sind nicht da. Dafür hat er bei Mike Garrett, einen Galeriebesitzer, Glück, der ihn zu einer seiner Partys einlädt.

Nach seiner erfolglosen Befragung, begibt sich der Geisterjäger zurück in sein Hotelzimmer und nimmt erst einmal eine Dusche. Der Oberinspektor bemerkt dadurch nicht, dass er unerwarteten Besuch bekommt. Als der Dämon Sinclairs  Einsatzkoffer öffnen will, wird er durch das Betäubungsgas des Koffers ausgeschaltet. Trotz des Kreuzes löst sich der Dämon während der Befragung durch den Geisterjäger in einer Stichflamme auf und kann so fliehen.

Nachdem John Sinclair sein Hotelzimmer wieder verlassen hat, begegnet ihm Maeve Eston auf der Straße. Die erzählt ihm, dass sie die Schreie von Frauen in einer verfallenen Abtei am südlichen Stadtrand von  Aberystwyth gehört haben will. Zusammen begeben sie sich zur Abtei, wo Maeve, die sich als Hexe entpuppt,  den Geisterjäger in eine Falle lockt und niederschlägt. Die Hexe erzählt dem gefesselten Oberinspektor, nachdem diser wieder erwacht ist, dass sie mit Mr. Roxano zusammenarbeitet, der mit Seelen handelt.

Nachdem er Lindsay ausgeschaltet hat, rast Suko mit seinem Motorrad nach Aberystwyth. Da der Geisterjäger nicht im Hotel ist, fallen dem Chinesen die letzten Worte von Lindsay ein, der dabei auch von einer alten Abtei gesprochen hat. Suko lässt sich den Weg dorthin beschreiben und braust los. Dort angekommen rettet er Sinclair und befreit ihn von seinen Fesseln. Danach fahren sie zu Roxanos Anwesen. Bei der Durchsuchung des Hauses gerät der Chinese unter dem Einfluss schwarzmagischer Magie und greift den Geisterjäger an. Sinclair gelingt es seinen Kampfgefährten mit mehreren Schlägen wieder zur Besinnung zu bringen.

Da sie in Roxanos Haus nicht entdeckt haben, begeben sie sich zur Hexe Maeve, die den beiden während eines Kampfes von einer Insel der Seelenlose erzählt. Suko und John können die Hexe ausschalten. Danach geht es mit einem Motorbood zur ominösen Insel, wo es ihnen gelingt  nicht nur Mr. Roxano auszuschalten und das das transzendentale Tor zu schließen, durch das die Seelen in die Hölle gelangen, zu schließen, sondern ihnen gelingt es auch,  die Seelen wieder mit ihren Körpern zu vereinen. Und somit ist auch Jane Collins gerettet.

  • Erschienen am 16. Januar 1979
  • Preis: 1,30 DM
  • Titelbilder: Vicente Ballestar
  • Besonderheiten:  Ein Roman mit Suko und Jane Collins

Fazit: Der  Anfang von INSEL DER SEELENLOSEN ist recht vielversprechend  und macht Lust auf mehr, doch schon nach wenigen Seiten verwandelt Friedrich Tenkrat sein Werk mal wieder in einen Murks & Co.-Roman und kehrt zu seiner üblichen Schiene und zu seiner alten Schreibweise zurück, wie man sie bereits aus seinen früheren John Sinclair-Romanen kennt. 

Und so hantiert der Geisterjäger John Sinclair mal wieder mit diversen Bannsprüchen herum, um seine Gegner auszuschalten, ohne sich daran zu erinnern, dass er doch sein silbernes Kreuz um den Hals trägt

"Mit soviel Gegenwehr hatte er offenbar nicht gerechnet. Ich. rief einen Bannspruch und zeichnete. vor seinen widerlichen Augen ein Symbol der Kabbala in die Luft. Das schwächte ihn."

Doch mitten im Kampf gegen einen Dämon, den er mit seinen weißmagischen Bannsprächen weiterhin ärgert, fällt dem Geisterjäger dann doch noch plötzlich wieder ein, dass er ja sein silbernes Kreuz um den Hals trägt. Na so ein Geistesblitz!

"Mein silbernes Kreuz fiel mir ein. Ich trage es um den Hals. Blitzschnell öffnete ich mein Hemd."

Zudem scheint mal wieder Gott und die Welt zu wissen, dass der Herr Oberinspektor ein Geisterjäger ist. Auch nicht sehr glaubwürdig.

"Maeve Easton sah mich mit riesigen Augen an. »Oberinspektor John Sinclair, der Geisterjäger!« faßte sie schnell hervorsprudelnd zusammen."

Auch Sukos Kampf mit dem dämonischen Lindsay ist auch äußerst unglaubwürdig beschrieben und an den Haaren herbeigezogen. Denn was macht ein silberner Brieföffner in dem Büro eines Dämons? Da kann man ja wirklich nur noch dem Kopf schütteln.

"Da fiel sein Blick auf den silbernen Brieföffner, der in Lindsays Schreibtasse lag. Ehe der Dämon erneut angreifen konnte, packte Suko die silberne Waffe. Lindsay erstarrte für einen Augenblick zur Salzsäule."

Außerdem tauchen im Roman ständig irgendwelche Lückenfüller-Dämonen auf, die mit der Handlung überhaupt nichts zu tun haben und nur dazu dienen, die sehr dünne und langatmige Geschichte, die uns Friedrich Tenkrat da mal wieder auftischt, zu strecken.

Zudem verwundert es einen schon sehr, dass der Geisterjäger nicht merkt, dass mit Maeve Eston etwas nicht stimmt. Gerade auch weil sie sich so gekünstelt verhält. Denn so dämlich kann Sinclair gar nicht sein, dass er nicht merkt, dass Maeve ihm ständig irgendwelche Märchen auftischt. Aber vermutlich ist dem Oberinspektor beim Anblick der jungen Frau das Gehirn in die Hose gerutscht.

Ein weiteres Manko des sehr langweiligen Romans,  ist auch der Titel. Denn eine Insel kommt fast im gesamten Roman überhaut nicht vor. Erst auf den letzten Seiten und zum Ende von DIE INSEL DER SEELENLOSEN werden die Leser dann mit einer ominösen Insel konfrontiert, auf der es zum Showdown kommt, das aber auch sehr zu wünschen übrig lässt.

So u. a. zeichnet der Geisterjäger mit dem Hexenstab von Maeve ein Pentagramm vor sich in die Luft, in das auch prompt der Skelett-Höllenbote reitet. Und auch Mr. Roxano, der Seelenhändler ist eine Enttäuschung und lässt sich viel zu einfach und ohne größere Probleme ausschalten. Da hätte ich mir schone etwas mehr Gegenwehr gewünscht.

Aber auch Maeve macht keine gute Figur,  nachdem sie sich in eine hässliche und uralte Hexe verwandelt hat und mit ihrem Hexenstab herumfuchtelt. Da hat wohl Friedrich Tenkrat zu viele Märchen gelesen. Klischees über Klischees. Und damit hat man mit DIE INSEL DER SEELENLOSEN schon wieder einen John Sinclair-Roman, den man getrost in die Tonne kloppen kann.

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© by Ingo Löchel

Kommentare  

#1 A.F.Morland 2013-05-22 09:21
Eine Kritik, die unter die Haut geht.
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#2 Des Romero 2013-05-27 16:43
Nimm das nicht so tragisch, Fritz. Natürlich mag kein Autor einen derben Verriss seines Romans, aber erst mal ist das nur eine einzelne Meinung, zweitens hat's dem Verlag damals gefallen, drittens gab's jede Menge Käufer, die auch nach dem Roman jahrzehntelang weitergekauft haben, und viertens kann nicht jeder Roman ein Geniestreich sein. Also: Was soll's ... :P
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#3 Cartwing 2013-05-27 20:19
fünftens ist es lange her...

Irgendwann wird Ingo sich vielleicht auch die Tony Ballard Serie vornehmen. Und natürlich mit den GKs beginnen. Da wäre ich dann mal gespannt auf sein Urteil.

Jetzt kommt als nächstes bestimmt ein Kommentar von Horst, der ihn genau dazu auffordert...
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