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Geisterjäger John Sinclair - Wehret den Anfängen: TURM DER 1000 SCHRECKEN

Band 32
Turm der 1000 Schrecken
von Jason Dark (Friedrich Tenkrat)

Im Ort Gloucester scheinen die Bewohner nach und nach durch zu drehen.  George Holding fällt völlig ohne Grund über seinen Freund und Nachbarn Jim Barclay mit einem Messer her. Eine junge Frau versucht ihr geliebtes Baby zu ertränken. Ein junger übergießt sich mit Benzin, um sich umzubringen. Und ein Busfahrer versucht mit dreizehn Fahrgästen mit seinen Bus in den Fluss zu rasen.


32Aufgrund der Häufung dieser mysteriösen Vorfälle schickt Superintendant Powell John Sinclair und Suko nach Gloucester, um die Vorfälle zu untersuchen. Die erste Anlaufstelle der beiden Geisterjäger ist Inspektor Thomas Grey, der ermittelnde Beamte, der davon ausgeht, dass alle Menschen unter eine Art Zwang gehandelt haben.

Nach und nach kontaktieren Sinclair und Suko die Opfer und Täter. Als letztes befragen sie John Barclay, der ihnen erzählt, dass sein ehemaliger Freund mit einer völlig fremden Stimme gesprochen hat, als ihn angegriffen hat. Da sie erfahren, dass Holding einen Tag zuvor aus der Heilanstalt entlassen wurde, statten Sinclair und Suko auch ihm einen Besuch ab.

Holding erzählt ihnen von dem mysteriösen Madonna-Bild, das plötzlich wie bei einen Erdbeben zu wackeln begann. Als er das Bild anfasste bekam er eine Art elektrischen Schlag und stellte fest, dass die Madonna blutige Tränen weinte.

Bevor Suko und der Oberinspektor das Haus von Holding wieder verlassen, fängt die Madonna plötzlich wieder an blutige Tränen zu weinen. Danach fängt Holding an, sich wieder zu verändern. Suko muss all seine Kräfte aufbieten, um den Mann fest zu halten. Sinclair wendet unterdessen einen Bannspruch an, der seine Wirkung zeigt. Sowohl das Madonna-Bild als auch Holding beruhigen sich wieder. Danach malt der Geisterjäger kabbalistische Zeichen mit seiner magischen Kreide auf die Wand, um weitere magische Angriffe auf Holding zu verhindern.

Nachdem sie Holding verlassen haben, begeben sich die beiden in die Bar ihres Hotels, wo Suko im Waschraum eine erste Begegnung mit ihrem Gegner hat. Als er sein Gesicht im Spiegel betrachtet, blickt ihn ein völlig fremdes Gesicht an, dass ihn warnt, umgehend Gloucester zu verlassen. Ansonsten werde ihnen ein großen Unglück zustoßen. Doch Suko und Sinclair lassen sich nicht einschüchtern und  entscheidenden, den  Kampf gegen ihren Unbekannten Gegner aufzunehmen.

Unterdessen erreichen Carla Berg und der Kegelclub ihrer Freundin Odetta Harrison eine Burg, die sie auf Empfehlung von Cedric Knight, einen der Kegelbrüder,  besuchen möchten. Bei der Besichtigung versucht Donovan, eine von der Gesellschaft, Carla zu bedrängen. Sie flieht vor dem Mann in einen Raum. Als hinter ihr die Tür zufliegt, kommt sie nicht mehr raus. Zwar bemerkt die Kegelgemeinschaft, dass Carla verschwunden ist, aber nach einer kurzen Suche nach der jungen Frau, entscheidet sich die Mehrheit die Burg wieder zu verlassen und sich auf die Heimreise zu begeben. Nur Odetta ist von dieser Entscheidung ganz und gar nicht einverstanden, beugt sich aber der Mehrheit, verständigt aber nach ihrer Rückkehr die Polizei.

Am anderen Morgen sitzen Suko und Sinclair am Frühstückstisch im Hotel. Als Suko vom Tee trinkt, greift er sich plötzlich an die Kehle, röchelt und fällt wie vom Blitz getroffen in sich zusammen. Ein herbeigerufener Arzt bringt den Chinesen sofort ins Krankenhaus, wo Suko die Vergiftung überlebt. In seinem Krankenzimmer erhält Suko erneut Besuch von ihrem unbekannten Gegner, der sich im als der MAGISCHEN SCHATTEN vorstellt. Nach einer erneuten Warnung, verschwindet die magische Erscheinung wieder.

Währenddessen wird Carla vom MAGISCHEN SCHATTEN gefangen genommen, der ihr als lebendes Skelett erscheint. Seit Jahrhunderten lebte der MAGISCHE SCHATTEN auf  der Burg und war im Besitz einer gläsernen Zauberkugel. Als ihm diese Zauberkugel abhanden kam, schrumpften seine magischen Fähigkeiten auf ein Minimum. Nun soll Carla dem MAGISCHEN SCHATTEN helfen, die Zauberkugel wieder zu finden, damit deerr magische Schatten in seine Heimat, dem Schattenreich, zurückkehren kann.

Nachdem sich Suko aus dem Krankenhaus selbst entlassen hat, berichtet Inspektor Thomas Grey den beiden Geisterjägern von dem Verschwinden Carlas.  Inspektor ist sich nach der Durchsuchung der Burg sicher, dass die junge Deutsche auf der Burg gefangen gehalten wird und bittet Suko und Sinclair der Sache nach zu gehen.

Nachdem der MAGISCH SCHATTEN Carla 'überredet' hat, nach Gloucester zu fahren und die Zauberkugel dort aus einem Antiquitätenladen zu holen, besucht er Cedric Knight, einem Mitglied aus Odettas Kegelclub. Nachdem er dem MAGISCHEN SCHATTEN Carla zugespielt hat, soll er nun John Sinclair tötet. Der Mann weigert sich zwar, aber schließlich zwingt ihn der MAGISCHE SCHATTEN mit Gewalt, den Mordauftrag auszuführen. Doch der Mordanschlag misslingt und nachdem Sinclair ihn wieder zur Besinnung gebracht hat, beichtet King dem Geisterjäger alles.

In der Zwischenzeit hat Carla die Zauberkugel der Angestellten des Antiquitätenladens abgekauft und kehrt zur Burg zurück. Doch der MAGISCHE SCHATTEN denkt nicht daran, die junge Frau frei zu lassen. Nachdem er durch die Zauberkugel nun wieder über unendliche Macht verfügt, verschiebt er seine Rückreise in seine Heimat, die Schattenwelt, und will jetzt erst einmal die Menschen ein bisschen aufmischen. Er will die Einwohner von Gloucester mit einer Sintflut von der Erde tilgen.

Währenddessen begeben sich Sinclair und Suko zur Burg. Dort kommt es zum Kampf, in dessen Verlauf John Sinclair die Zauberkugel in seinen Besitz bekommt und den MAGISCHEN SCHATTEN mit Hilfe der Magie der Kugel zur Hölle schickt.

  • Erschienen am  13. Februar 1979
  • Preis: 1,30 DM
  • Titelbilder: Badia Kamps
  • Besonderheiten: Ein Roman mit Suko 

Fazit: Die Handlung von DER TURM DER 1000 SCHRECKEN von Friedrich Tenkrat ist ziemlich verworren und passt mal wieder hinten und vorne nicht. Zuerst wird der Leser mit einigen 'Amokläufen' in Gloucester konfrontiert, die John Sinclair und Suko auf den Plan rufen. Als die beiden Geisterjäger aber dort eintreffen, scheinen diese 'Amokläufe' plötzlich vollkommen nebensächlich für den weiteren Verlauf der Handlung zu sein. Stattdessen taucht der ominöse MAGISCHE SCHATTEN auf, der Suko attackiert. Aus welchen Gründen, bleibt ein Rätsel.

Dieser MAGISCHE SCHATTEN wird auf der einen Seite als ziemlich mächtig dargestellt, weil er die Menschen in Angst und Schrecken versetzten kann. Wie z. B. Cedric Knight, den er dazu 'überreden' kann, John Sinclair zu ermorden.

Auf der anderen Seite wirkt  er aber auch ziemlich vertrottelt. Denn  - aus welchen Gründen auch immer -  ist ihm seine magische Zauberkugel abhanden gekommen. Zudem ist er selbst nicht in der Lage, die Zauberkugel aus einem Antiquitätengeschäft zu holen.

"Ich lebe seit Jahrhunderten auf dieser Burg, und es hat eine Zeit gegeben, da war ich mächtiger, als du es dir vorstellen kannst. Damals war ich im Besitz einer gläsernen Zauberkugel, die meine Kräfte vervielfachte. Leider kam mir die Kugel abhanden, und meine Fähigkeiten schrumpften auf einen Bruchteil von einst zusammen. Ich brauche deine Hilfe, und ich werde sie bekommen«, sagte die Erscheinung hart. »Ich hab’s satt, meine Zeit hier auf Erden zu verbringen. Ich will in meine Heimat zurückkehren. Ich möchte wieder in das Schattenreich eintauchen, doch das schaffe ich nur mit Hilfe jener Zauberkugel, die mir ein reines Mädchen wie du bringen muß. Du wirst es für mich tun. Du hast keine andere Wahl!"

Stattdessen muss sich der MAGISCHE SCHATTEN an "uralte Regeln halten", eine bestimmte Frau suchen, die freiwillig dessen Zauberkugel holt. Äh, sind wir jetzt wieder bei den Märchen der Gebrüder Grimm?

"Ich muß mich leider an uralte Regeln halten. Dein Entschluß, mir zu helfen, muß aus freien Stücken erfolgen. Ich kann nicht jeden nach der gläsernen Kugel schicken. Es muß ein Mädchen wie du sein. Ich bin froh, dich endlich gefunden zu haben. Du wirst mir die Zauberkugel wiederbringen, die mir vor Jahren entwendet wurde."

Aber der MAGISCHE SCHATTEN hat ein Problem. Seine 'Auserwählte' muss aus freien Stücken bereit sein, die Zauberkugel zu holen. Doch man kann wohl kaum von einer freien Entscheidung Carlas sprechen, wenn der MAGISCHE SCHATTEN Carla erst einmal zwei Tage lang mit schrecklichen Visionen foltern muss, bis sie zustimmt, die Zauberkugel zu holen und zu ihm zu bringen. Uralte Regeln hin oder her.

Zudem muss man sich schon fragen, wie dem MAGISCHEN SCHATTEN seine Zauberkugel abhanden gekommen ist und wie sie in den Antiquitätenladen gelangt ist. Hat er sie einfach irgendwo vergessen oder liegen gelassen?

Doch kehrt der MAGISCHE SCHATTEN in seine alles geliebte Heimat, der Schattenwelt,  zurück, nachdem er die Zauberkugel  wieder zurückbekommen hat? Nein, jetzt wo er durch die Zauberkugel wieder 'unendliche' Macht besitzt und überaus mächtig geworden ist, wird der MAGISCHE SCHATTEN größenwahnsinnig, verschiebt seine Reise erst einmal auf Sanktnimmerleinstag und will jetzt erst einmal den Menschen das Fürchten lehren..

Schließlich kommt es zum Showdown zwischen dem MAGISCHEN SCHATTEN und dem Geisterjäger. Doch wie bekämpft John Sinclair den mächtigen MAGISCHEN SCHATTEN?

Nein, weder mit seiner Beretta noch mit seinem Kreuz, die er beide während des gesamten Romans überhaupt nicht benutzt hat. Vermutlich hat der Oberinspektor mal wieder vergessen, dass er die beiden Gegenstände überhaupt dabei hat.

Der Geisterjäger schmeißt dem MAGISCHEN SCHATTEN erst einmal, wie man es  von Friedrich Tenkrat gewohnt ist, die  üblichen Bannsprüche um die Ohren und dann, man lese und staune, greift er seinen Gegner mit einer stinknormalen Fackel an. Ja, richtig. Mit einer Fackel.

"Ich stieß mir den Kopf blutig, zerstörte die Wand mit einem Bannspruch und rief im nächsten Moment eine Formel der Weißen Magie, die den Unhold zwingen sollte, sich mir zu zeigen."

Und man lese und staune, John Sinclair setzt erst einmal - ohne große Gegenwehr - obwohl sein Gegner doch so mächtig ist,  die Kutte des MAGISCHEN SCHATTENS, der in Gestalt eine Skeletts daherkommt (aus welchen Gründen auch immer) in Brand und schlägt seinem Gegner schließlich die Zauberkugel aus der Hand.

"Wie ein glühendes Fallbeil sauste die Fackel herab. Sie traf den skelettierten Arm des Wesens. Die gläserne Zauberkugel sprang ihm daraufhin aus der Hand. Ich warf mich nach vorn, um sie aufzufangen. In diesem Moment  erkannte das Biest, daß es ein tödlicher Fehler gewesen war, mich zu unterschätzen. Seine Überheblichkeit sollte ihm jetzt das Genick brechen. Ihm war mein Ruf, den ich in den Weiten des Schattenreiches genieße, bekannt gewesen."

Danach wünscht sich der Geisterjäger, mit der Macht der Zauberkugel, den MAGISCHEN SCHATTEN zur Hölle, was auch prompt passiert, und wirft, bevor sich das Höllentor wieder schließt, die Zauberkugel hinterher.

Und damit ist das Märchen vom TURM DER 1000 SCHRECKEN, der im ganzen Roman überhaupt nicht vorkommt, beendet. Und wenn der Geisterjäger nicht gestorben ist, dann jagt er bis heute Geister, Dämonen und anderen Unholde.

Warum aber jetzt die Leute am Anfang des Romans durchgedreht sind und das Bild mit der Madonna blutige Tränen geweint hat, wird überhaupt nicht geklärt. Also, was sollte der ganze Schmarn zu Beginn von TURM DER 1000 SCHRECKEN? Er diente vermutlich nur als Alibi-Handlung, damit Sinclair und Suko einen Grund hatten, nach Gloucester zu kommen.

Ich habe jetzt insgesamt 32 Sinclair-Roman gelesen, und muss mich langsam wirklich fragen, wie es die Serie nach solchen Romanen überhaupt geschafft hat, so lange zu überleben.

Hätte man die Serie JOHN SINCLAIR mit solchen Romanen heutzutage gestartet, hätte die Serie vermutlich noch nicht einmal den Band 50 erreicht. Aber in den 1970er Jahre scheinen die Leser sehr schmerzfrei  gewesen zu sein  und haben vermutlich jeden John Sinclair-Roman als toll empfunden, Hauptsache es stand John Sinclair von Jason Dark auf dem Cover.

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© by Ingo Löchel

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2013-06-10 09:41
Zitat:
Aber in den 1970er Jahre scheinen die Leser sehr schmerzfrei gewesen zu sein und haben vermutlich jeden John Sinclair-Roman als toll empfunden, Hauptsache es stand John Sinclair von Jason Dark auf dem Cover.
Als hätte sich das bis heute geändert :D
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#2 G. Walt 2013-06-10 10:41
Ich habe ihn nie gemocht. Gerde deswegen. Die Monster waren oft mächtig und gleichzeitig dumm. Das war nicht nur in diesem Roman so. Ich habe etwa ein Dudzend Sinclairs gelesen. Und die Hörspiele von TSB gehört. Mir reichte das damals.
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#3 Valerius 2013-06-10 10:48
Zu den heutigen Sinclair-Romanen kann ich nichts zu sagen. Werde ich auch nicht, weil ich sie nicht lese und mir darüber auch keine Urteil bilden kann. Jedenfalls waren die Sinclair-Romane der 1970er und 1980er Jahre von Helmut Rellergerd noch wirklich gut geschrieben. Auch die Taschenbücher. Ich ja durch die JS-Taschenbücher zur Sinclair-Serie gestoßen. Mein erster JS-Heftroman war das Heft 192. So Mitte der 400er Hefte bin ich dann allerdings wieder ausgestiregen, da die Romane qualitativ immer weiter abnahmen.
Ich bin jedenfalls mal gespannt wie die JS-Romane von Walter Appel und - wie hieß der Knabe doch gleich - Richard Wunderer sind. Ich hoffe nicht, dass auch hier mit diversen Bannsprüchen etc. herumgemacht wird.
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#4 A.F.Morland 2013-06-12 09:00
Manche sagen, ich hätte mich mit der Zeit gesteigert.
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#5 Reader 2013-06-12 21:10
Zitat:
Warum aber jetzt die Leute am Anfang des Romans durchgedreht sind und das Bild mit der Madonna blutige Tränen geweint hat, wird überhaupt nicht geklärt.
Vielleicht läßt sich das ja noch irgendwann klären?

Wesentlich später habe ich auch mal paar Sinclair Romane gelesen und fand die ganz ok. Waren besser als der aktuelle den ich kürzlich las.
Wobei ich beide Autoren bei Kommissar X ganz lesenswert fand, wenn ich mich richtig erinnere.
Der hier genannte Sinclair ist aber lange vor der Zeit, in der ich mal zu der Serie kam.
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