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Geisterjäger John Sinclair - Wehret den Anfängen: Doktor Tod

Geisterjäger John Sinclair - Wehret den AnfängenGespenster-Krimi # 94
Doktor Tod
von Jason Dark (Helmut Rellergerd)

Die Freunde Nick, Helen, Hank und Jill beschließen, auf den Jahrmarkt in Tonbridge zu gehen. Dort gehen sie ins Horror-Kabinett. Sie geraten in die Fänge von Dr. Tod, der, um seine Macht zu demonstrieren, Nick und Jill tötet.

Hank Dillinger und Helen Clay lässt er dagegen laufen.

Doktor TodDanach gehen die beiden  jungen Leute zur Polizei, wo sie eine Aussage zu dem Vorfall machen, die John Sinclair auf den Plan ruft.

Als der Inspektor Hank Dillinger aufsucht, und  von dessen Mutter erfährt, dass bereits ein Kollege im Zimmer ihres Sohnes sei, kann der Geisterjäger noch rechtzeitig verhindern, dass Hank unter dem Einfluss von Dr. Tod Selbstmord begeht.

Da auch Helen in Gefahr ist, hat John Sinclair einen Polizisten zu ihrer Wohnung geschickt.
Doch auch sie ist unter den Bann von Dr. Tod gerät und schlägt unter dem Einfluss des Dieners des Satans den Beamten nieder, der für ihre Bewachung abgestellt wurde.
Als der Geisterjäger Helens Wohnung erreicht, sieht er, wie die junge Frau aus dem Fenster in die Tiefe stürzt, dort aber von einem Wachszombie Dr. Tods aufgefangen wird. 
Als der Zombie Helen mit einem Messer töten will, schießt er auf den Untoten. Doch die Wachsschicht, die den Körper des Zombies umgibt, schützt ihn davor, so dass die Kugel wirkungslos abprallt.

Nach einem harten Kampf mit dem Wachszombie, gelingt es dem Geisterjäger, den Untoten durch zwei gezielte Schüsse in beide Augen zu vernichten.

Dr. Tod, der die Vernichtung seines Wachszombies aus einiger Entfernung miterlebt hat, schwört Rache.

Durch eine Zeugin, kommt John Sinclair Jeff Turpin auf die Spur, der für Dr. Tod die Leichen besorgt, der allerdings fliehen kann.

So macht sich der Geisterjäger nach Tonbridge auf, um Dr. Tod das Handwerk zu legen...

  • Erschienen am 1. Juli 1975
  • Preis: 1,20 DM
  • Titelbild: Noiquet
  • Dr. Tod gibt sein Debüt

Doktor Tod

Mit dem Sinclair-Roman "DOKTOR TOD" gibt ein Gegner des Geisterjägers sein Debüt, der ihm einige Romane lang das Leben schwer machen wird, bis ihn John Sinclair schließlich vernichten kann.

Dr. Tod wird im GK-Roman wie folgt beschrieben:

"Dr. Tod war beinahe schmächtig. Doch auf seinem schmalen Körper thronte ein schon übergroßer haarloser Schädel. Die Augen standen dicht beieinander und lagen tief in den Höhlen
Wie eine Klippe sprang die scharf geschnittene Nase hervor. Die Lippen waren messerscharf und schienen mit der straffen, faltenlosen Haut zusammenzuwachsen. Die Gesichtsfarbe war blaß, fast weiß, und es fiel besonders auf, daß dieser Mann keine Augenbrauen hatte.
 Dr. Tod bevorzugte schwarze Kleidung. All dies gab seinem Aussehen einen unheimlichen Ausdruck."

Doch mit seiner Vernichtung war die Geschichte von Dr. Tod noch lange nicht zu Ende. Denn in dem Sinclair-Roman "Das Eisgefängnis" (JS # 108) kehrte Dr. Tod auf Bestreben der Teufelstochter Asmodina zurück, und begann danach seine Mordliga zu gründen.

Leider hat der Roman "DOKTOR TOD" mit diversen Ungereimtheiten zu kämpfen. Das fängt schon damit an, dass Dr. Tod Nick und Jill tötet, aber Hank und Helen am Leben lässt. Die Begründung dafür ist nicht wirklich nachvollziehbar.

"Ich will, daß du der Welt sagst, was du hier erlebt hast. Sie sollen wissen, was demnächst auf sie zukommt, daß Dr. Tod regieren wird und es keine Rettung mehr gibt. Das Zeitalter des Satans ist angebrochen. Ich lasse dich und deine Bekannte entkommen. Denk an meine Worte."

Doktor Tod

Zudem stellt sich die Frage, warum sich Dr. Tod so viel Mühe mit Helen macht. Warum lässt er die junge Frau nicht einfach Selbstmord begehen.
Stattdessen lässt er sie erst einmal aus dem Fenster springen, um sie danach von einen seiner Wachszombies auffangen zu lassen, der Helen mit einem Messer töten soll. Komplizierter geht es wohl wirklich nicht mehr.

Interessanterweise kann die unlogischen Verhaltensweisen von Dr. Tod selbst der Geisterjäger John Sinclair im Roman nicht verstehen. Wie soll es dann der Leser können.

"Noch immer konnte er die Handlungsweise seines Gegners nicht verstehen."

Neben den Ungereimtheiten hat der mäßig spannende Roman aber auch mit vielen unglaubwürdigen und unrealistischen Szenen zu kämpfen.

Hervorzuheben sei zum Beispiel die Stelle im Roman,  in der Dr. Tod zusammen mit Jeff Turpin eine Kiste mit insgesamt vier Leichen schleppt. Eine Menge Gewicht für zwei Männer.

"Durch die vierte Leiche war die Kiste noch schwerer geworden. Die beiden Männer hatten ordentlich zu tragen, bis sie endlich an der Ladeklappe des Leichenwagens standen."

Doktor Tod

Oder die Szene, in der sich John Sinclair nicht nur aus der Umklammerung des Wachszombies befreien kann, sondern auch noch an seine Waffe rankommt. So etwas muss man dem Geisterjäger erst einmal nachmachen. 

"Schwer stürzte es auf den Rücken, hob beide Arme und umklammerte John Sinclair, der auf dem Bauch des Monsters lag, wie ein Schraubstock.
John wurde die Luft aus den Lungen gepreßt.
Das Gesicht des Inspektors verzerrte sich vor Schmerz. Die Arme waren wie stählerne Reifen.
Es war unmöglich, den Griff zu sprengen.
John spannte alle Muskeln, versuchte sich aufzubäumen.
Der Griff lockerte sich nicht.
Es war praktisch eine Frage von Sekunden, dann würde ihm das Monster die Rippen brechen. Noch einmal mobilisierte John Sinclair alle Kräfte. Es gelang ihm, den rechten Arm freizubekommen. Dicht vor sich sah John die gräßlichen roten Augen. Sie sahen aus wie mit Blut gefüllte Krater.
Die Augen!
Wie ein Blitz zuckte der Gedanke durch Johns Gehirn.
Herrgott, warum hatte er nicht früher daran gedacht?
Es gelang John, seine rechte Hand unter das Jackett zu schieben. Die Fingerspitzen berührten das Metall der Pistole.
Noch ein Stück.
John konnte schon nicht mehr atmen.
Da umklammerten seine Finger die Waffe, zogen sie hervor.
Aus Johns Mund drang ein verzweifeltes Ächzen. Mit einer ungeheuren Anstrengung hob er den Arm, brachte die Mündung der Pistole dicht vor das Auge des Monsters.
John Sinclair drückte ab."

Doktor Tod

Hinzu kommt unter anderem  auch noch ein Stelle am  Ende des Romans, in der sich  John Sinclair wie Superman von seinen Fesseln befreit.

"John hatte kaum noch Gefühl in den Oberarmen. Der Schweiß lief ihm wie Wasser vom Gesicht. In seinen Ohren dröhnte das hämische Lachen der beiden Männer.
John Sinclair riß an den Stricken. Wenn er sie losbekommen konnte, hatte er noch eine Chance.
Vielleicht noch zwei Yards bis zu dem verdammten Bottich. John sah schon den leichten Rauchfilm, der über dem heißen Wachs lag.
Noch einen Yard.
Da versuchte es John mit einem Trick. Er stieß sich plötzlich mit beiden Füßen gegen den Rand des Bottichs.
Waagrecht hing der Inspektor in dem Griff des Monsters, das von dieser Gegenwehr überrascht wurde. John benutzte die Beine als Hebel und drückte sein Körpergewicht nach hinten.
Gleichzeitig riß er mit aller Macht an den Fesseln.
Die Knoten platzten!
Es war eine Energieleistung ohnegleichen.
John spürte auf einmal, wie er die Arme wieder frei bewegen konnte, zog seine Beine an, kam mit den Füßen auf den Boden und warf die Arme nach hinten.
Alles hatte sich innerhalb weniger Sekunden abgespielt",

Von dem sehr konstruiert wirkende Kampf gegen Dr. Tods Gehilfen Carlo will ich an dieser Stelle erst gar nicht reden.

All diese vielen Ungereimtheiten und Unglaubwürdigkeiten in der Handlung sorgen dafür, dass nicht nur der Roman, sondern auch das Debüt von Dr. Tod leider kein Highlight geworden ist.

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© by Ingo Löchel

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