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Bis an die Grenzen des Wahnsinns - »Das Böse im Guten« Foster Folge 10

FosterBis an die Grenzen des Wahnsinns
»Das Böse im Guten« (Foster Folge 10)

In Russland geht es um das Leben von Artjom, in dem sich das Böse manifestiert hat. Man hofft nach dessen Tod, dass man dieses vernichten kann, indem man dafür sorgt, dass seine Zellen sich nach der Zeitdauer von einer Stunde nicht mehr regenerieren können. Doch mit dieser Annahme hatte man auf Sand gebaut, denn dieser Dämon ist in ihm erwacht und hinterlässt eine Spur der Zerstörung in Russland.

Das Böse im GutenFOSTER hat in der Zwischenzeit einen Disput mit Jazz, der es scheinbar danach gelüstet, eine gewisse Menge des Blutes des Dämons Sebul in sich aufzunehmen. Doch was erhofft sie sich hierdurch? Diese Frage muss für FOSTER jedoch warten, denn die Ereignisse scheinen sich gerade in der englischen Botschaft in Russland zu überschlagen.

"Ich bin der Tod. Wenn du mich rufst, werde ich kommen ..."

(Foster: Episode 10/Das Böse im Guten)

In der englischen Botschaft ist es Artjom, der sich Zutritt verschafft hat mit Hilfe seiner dämonischen Kräfte. Doch er scheint nicht auf Tod und Zerstörung aus zu sein, sondern er fordert "politisches Asyl" und das er mit FOSTER sprechen kann. Überraschenderweise verhalten sich die russischen Dienststellen sogar sehr kooperativ. Scheinbar deuten alle Informationen nun darauf hin, dass es auch in Russland eine Spezialeinheit gegen die Angriffe der Dämonen zu geben scheint und eine gewisse Dunja Ivanowa scheint sogar das direkte russische Gegenstück von FOSTER zu sein.

In Russland selbst verschwinden indessen junge Frauen und tauchen nie wieder auf. Sie verschwinden in einem geheimen Labor von Professor Viktor Abramov und seinem Assistenten Illja. Diese scheinen mit dem Blut der jungen Frauen zu experimentieren und auch in Verbindung zum Dämon Sebul zu stehen, indem sie zur geheimen Organisation der "Erben der sterbenden Sonne" gehören. Dabei stellt sich auch heraus, dass der Dämon Talos (der Wächter der Quelle), den FOSTER aus der anderen Dimension ungewollt mitgebracht hatte (siehe hier FOSTER, Episode 07./Im Körper eines Menschen) ebenfalls mit diesen Experimenten zu tun hat. Durch Talos und dem Blut möglichst unschuldiger Frauen geht man in dem geheimen Labor dazu über, eine Armee von Taliten (dämonische Wächter wie Talos selbst) für Sebul erschaffen zu wollen. Doch bevor FOSTER mit Artjom, Dunja und der russischen Spezialeinheit zusammenarbeiten kann, um gemeinsam dem Bösen entgegen zu treten, ist man gezwungen, erst untereinander ein gewisses Maß an Vertrauen zu schaffen.

"Was dagegen, wenn ich ihnen den Kiefer breche?"

(Foster: Episode 10/Das Böse im Guten)

Da man aber nicht weiß, wo Abramov dieses geheime Labor unterhält, ist wieder der Hacker Sniffer gefragt, der sich in alle Computersysteme und Satelliten einklinken kann, FOSTER aber die Geschichte mit den Dämonen noch immer nicht wirklich glauben will und eher an materielle Gegenleistungen hierfür interessiert ist.

Doch wie groß die Gefahr wirklich ist, erfahren FOSTER und Dunja über Artjom, der ihnen berichtet, dass Sebul irgendwo in London ein zweites Tor zur Hölle errichtet hat und nun alles daran setzt, diese Pforte des Untergangs für die Menschheit zu öffnen. Und eine weitere Gefahr ist jemand mit dem unscheinbaren Namen "Anthony", denn dahinter verbirgt sich die linke und die rechte Hand des großen Dämon Sebul. Ein weiterer Dämon mit schier unglaublicher Macht.

Doch wie weit kann man der russischen Spezialeinheit und Dunja trauen? Diese Frage ist sogar hinsichtlich Artjom noch um einiges wichtiger, schließlich ist er längst mehr ein Dämon als ein Mensch. Und dann macht Sniffer eine entscheidende Entdeckung. Mitten in den Bergen von Russland gibt es ein verlassenes Salzbergwerk, bei dem man sich offenbar sehr viel Mühe gemacht hat, dass dieses nicht per Satellit eingesehen werden kann.

Ein Kampf gegen die Finsternis auf Speed:
Durch die etwas längere Zwischenzeit seit der letzten Episode von FOSTER, muss man sich erst einmal wieder etwas in die laufende Handlung hinein versetzen. Leider kann man bei Hörspielen nicht wie bei Heftromanen die nächste Fortsetzung vierzehntägig oder gar wöchentlich konsumieren, wobei dann die Erinnerung noch ziemlich frisch ist, was die bisherigen Vorkommnisse angeht. Doch keine Angst, man kommt durchaus recht schnell wieder in die laufende Handlung hinein und ehe man sich versieht, befindet man sich wieder auf einer Achterbahnfahrt im Kampf gegen die Kreaturen der Hölle.

Die Idee, dass es quasi eine Art weibliches Gegenstück zu FOSTER auf Seiten Russlands gibt (samt einer entsprechenden Spezialeinheit), ist durchaus eine interessante Konstellation die sich in Zukunft in der Serie sicherlich noch intensiver ausbauen lassen würde. Lustig hierbei ist der Umstand, dass FOSTER nicht wirklich viele Informationen an die Russen weiterreichen möchte (typisch britische Geheimhaltung eben, wie bei James Bond), Dunja dieses aber durchaus ahnt und sich auch nicht als niedliches Mäuschen von FOSTER betrachten lassen möchte. So knallt sie ihm bald ziemlich provokativ die Frage an den Kopf, ob er sich mit dem Gedanken trägt, sie ficken zu wollen. Wenn ja, so könne man dies eben schnell in einem Nebenraum erledigen, damit er endlich den Kopf wieder für die wichtigen Dinge frei hat. Bei dieser Schlagfertigkeit muss dann unser (eher ja unfreiwillige) Held selber erst mal schlucken, auch wenn er bekanntlich selbst nicht gerade auf den Mund gefallen ist. Und auch den russischen Humor, den Igor, sein Kontaktmann, ihm gegenüber pflegt, lässt ihn erst einmal etwas sprachlos und richtig gehend "angepisst" zurück.

Und während man in England die Einsätze gegen die Dämonenbrut und ihre Handlanger bisher eher still und heimlich angehen möchte, um unter den Menschen keine Panik auszulösen, scheint man in Russland gleich mal die ganz großen Waffen auszupacken, um dem Bösen Paroli bieten zu können. In diesem Punkt tritt der Horroreffekt etwas bei Seite und macht im Hörspiel dann einer geballten Ladung Action platz, was der Handlung und der Serie allerdings durchaus auch gut zu Gesicht steht und recht glaubwürdig herüber kommt. Schließlich käme es etwas seltsam herüber, würde man mit Steinschleudern in ein gesichertes Versteck eindringen wollen, in dem man sogar auf höllische Kreaturen treffen könnte. Die richtige Mischung zwischen Horror und Action macht eben diese Hörspielreihe erst wirklich zu einem Genuss.

Verschnaufpausen sind also auch in dieser Episode mit dem Titel DAS BÖSE IM GUTEN für den Hörer wieder recht dünn gesät. Denn hier hat der Held samt seiner Gehilfen nicht alle Zeit der Welt um auf die Aktionen der Dämonen zu kontern. Hier geben die Kreaturen der Finsternis den Takt an und wenn man hier nicht schnell reagiert oder gar grobe Fehler macht, dann gibt es auch keine Zauberwaffe, mit der man eben mal schnell das Böse noch von der Platte putzen könnte. Die Dämonen in dieser Reihe tragen den Stempel "absolut gefährlich" wahrlich nicht umsonst.

DAS BÖSE IM GUTEN wirft natürlich auch für die Zukunft weitere Fragen auf. So ist nunmehr nicht nur Jazz scheinbar ein permanentes Risiko, da man nicht wirklich weiß, wie sie handeln wird, wenn sie bekommt was sie will. Auch der dämonische Artjom stellt ein Risiko dar, denn warum stellt er sich wirklich gegen den Dämon Sebul und versucht der Menschheit zu helfen? Die Gefahr ist nämlich durchaus gegeben, dass dies alles zu einem größeren Plan gehört, der FOSTER und seinen Leuten noch übel auf die Füße fallen könnte.

Doch bevor wir uns hier weiter Vermutungen hingeben, warten wir doch lieber auf die nächste Folge von FOSTER, die mit Sicherheit wieder einiges für uns Hörer im Kampf gegen die Höllenkreaturen bereit hält. Der Folge DAS BÖSE IM GUTEN kann ich jedenfalls wieder einmal volle fünf von insgesamt fünf Punkte geben. Natürlich auch wieder mit einer absoluten Empfehlung zum reinhören.    

Hinter dem SpiegelKleine Information zur nächsten Folge von FOSTER:
Ein kleines Problem ist für den Fan dieser Hörspielserie natürlich die Wartezeit bis zur nächsten Audio CD. Schließlich brennt man ja schon darauf, wissen zu wollen, wie es mit FOSTER und seinem Kampf gegen die Dämonen weiter geht. Andererseits kostet es schließlich nicht nur Geld sondern auch Zeit, einige Vorbereitungen und natürlich Arbeit, eine weitere Episode auf wirklich hohem Niveau herstellen zu können.

Ein Teufelskreis also, aus dem man bekanntlich nicht heraus kommen dürfte, es sei denn, man könnte zaubern. Ein wenig wird allerdings wohl für die Fans nun gezaubert, denn ich habe gerade auch die Folge 11. der Serie FOSTER schon mal vorbestellt. Sie trägt den Titel HINTER DEM SPIEGEL und wird laut mir vorliegender Information wohl bereits am 22. Dezember 2017 erscheinen.

Oliver Döring und seine engagierten Mitarbeiter lassen sich also laut dieser frohen Botschaft nicht lumpen und präsentiert uns gleich nochmals eine geballte Ladung Horror der hörbaren Spitzenklasse kurz vor den Festtagen. Damit dürfte also eine gehörige Gänsehaut unter dem Tannenbaum wohl als gesichert gelten (sofern nichts dazwischen kommt ... man weiß schließlich nie wo das Böse zuschlägt). In diesem Sinne also auch von mir allen Fans von FOSTER eine gehörige Gänsehaut zum Fest gewünscht, wenn es dann heißt, mit den Zähnen zu klappern während Oma O' Tannenbaum anstimmt.

Das Böse im GutenDas Böse im Guten
Foster (10)
mit Thomas Nero Wolff, Michael Iwannek, Frank Glaubrecht, Asad Schwarz, Antje von der Ahe, Roland Wolf, Erich Räuker, Julien Haggege, Berenice Weichert, Bernd Vollbrecht, Robert Frank, Hans Bayer, Gerrit Schmidt-Foß, Frank Glaubrecht, Marieke Oeffinger, Sabrina Strehl u.a.
Story, Buch, Schnitt und Regie: Oliver Döring
Produktionsleitung und Regieassistenz: Ila Panke
Tontechnik: Thomas Nokielski
Coverbild: Nic Klein
Grafik: Friedemann Weise
Musik: Universal Publishing Production Music/trevista.de
Produktion: Alex Stelkens, Oliver Döring
VÖ: 24. November 2017
Dauer: 65 Minuten
ISBN: 978-3-946207-27-6
IMAGA (Tonpool) Hörspiele 2017

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