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Geisterjäger John Sinclair - Wehret den Anfängen: DER DOPPELTE DÄMON

Geisterjäger John Sinclair - Wehret den AnfängenBand 52
Der doppelte Dämon
von Jason Dark (Friedrich Tenkrat)

John Sinclair und Jane Collins sind nur knapp einem Mordanschlag des Schwarzen Todes entgangen. Der Dämon ruft ihm noch hinterher, man sähe sich bald in Australien.

Dann fallen dem Oberinspektor und Geisterjäger in seinem Büro die Schlagzeilen verschiedener Zeitungen ins Auge.


52Nach den Zeitungsartikeln zu urteilen, wurden der Zuhälter Sal Banacek und ein Museumswärter namens Blake Rooney Opfer von einem Dämon namens Sardo getötet.

John und Suko begeben sich nach Australien, genauer gesagt nach Melbourne, wo die Morde geschehen sind. Am Flughafen werden sie von Inspektor Brydon Tillinger abgeholt, der sie ins Hotel bringt.

Von dem Polizeibeamten erfahren sie, dass der Dämon Sardo erneut zugeschlagen hat und durch die Verwüstung einer Gleisanlage ein Zugunglück verursacht hat.

Nach der Ankunft im Hotel trennen sich John und Suko. Während Suko die Zeugen Gig Plummer und Clyde Cook befragt, will John Sinclair mit den Zeugen Zacco Spaak und Natalie George sprechen.

Da er Spaak nicht antrifft, ist Natalie George seine nächste Anlaufstelle, die ihm alles über den Mord an dem Zuhälter Sal Banacek erzählt.

Ins Hotel zurückgekehrt, erfahren Suko und John Sinclair von Inspektor Tillinger,  dass der Dämon aus seinem von Mönchen wirksam gesicherten Felsengrab befreit wurde. Um den doppelten Dämon zu vernichten, müsse man ihn zweimal auf verschiedene Arten töten.

Als sich John Sinclair in sein Hotelzimmer zurückzieht, wird er dort von dämonischen Kräften angegriffen, die er schließlich mit seinem Kreuz abwehren kann. Nachdem der auftauchende  Schwarze Tod eine kurze Warnung ausgestoßen hat, verschwindet der Dämon wieder.

Unterdessen besucht der  Parapsychologe Addison Grizzard den Maler Noah Nantwick und fordert ihn auf, seinen Bruder Nico umzubringen, da sich der Dämon Sardo Nico Nanwick als Wirtskörper gesucht hat. Da sich Noah weigert, entschließt sich Grizzard Nico selbst zu töten. Mit allerlei weißmagischen Utensilien und bis an die Zähne mit weißmagischen Waffen bewaffnet,  macht sich der Parapsychologe zur Farm von Nico Nawick auf, um die Tat zu vollbringen. Doch Grizzard schafft es nicht und wird von dem Dämon Sardor getötet.

Als Noah Nantwick von der Ermordung Grizzards hört, macht er sich große Vorwürfe und informiert Inspektor Tillinger. Gemeinsam informieren die beiden Männer John Sinclair und Suko.

Um Sardo vernichten zu können, nimmt John Sinclair Kontakt mit Myxin auf, der schließlich bereit ist, dem Geisterjäger zu helfen, um dem Schwarzen Tod eine Niederlage zuzufügen.

Nach seinem Verschwinden hinterlässt Myxin dem Geisterjäger zwei Geschenke in Gestalt eines Silberschwertes und eines silbernen Speeres.

Nachdem sich Sinclair mit dem Schwert und Suko mit dem Speer bewaffnet haben, begeben sie sich zur Farm von Nico Nanwick, wo es ihnen mit Hilfe von Myxin schließlich gelingt, Sardor zu vernichten. 

  • Erschienen am 3. Juli 1979
  • Preis: 1,30 DM
  • Titelbild: Rhodes

Fazit: Leider kehrt der Autor FRIEDRICH TENKRAT nach seinem sehr guten Sinclair-Roman DIE WERWÖLFE VON WIEN wieder in seine alte Schiene zurück und präsentiert mit DER DOPPELTE DÄMON einen sehr mittelmäßigen und sehr langweiligen Roman, in der die Leser auch wieder einen typischen tenkratschen Dämon präsentiert bekommen, der mehr Schein als  Sein ist.

Eine Szene im Roman ist bezeichnend für das ganze Heft. Da wird John Sinclair plötzlich in seinem Hotelzimmer von dämonischen Kräften angegriffen, das Inferno bricht in dem Raum aus und Geschosse jedweder Art fliegen dem Geisterjäger nur so um die Ohren, und was macht John Sinclair, der überlegt währenddessen seelenruhig,  was er denn gegen diese Angriffe unternehmen soll.

"Wenn ich diese Attacke des Bösen überstehen wollte, mußte ich mir schnellstens etwas einfallen lassen. Ich wußte nicht, mit wem ich es zu tun hatte, aber ich rechnete damit, daß Sardo mein Gegner war, denn ich wußte, daß er sich unsichtbar machen konnte. Er hatte wahrscheinlich erfahren, daß ich ihm das Handwerk legen wollte, und nun schien er den Spieß umdrehen zu wollen.
Kaum hatten die Kommodenladen den Teppichboden berührt, da sprangen sie wieder hoch wie Gummibälle und flogen zurück. Die ungewöhnlichen Wurfgeschosse sausten gefährlich nahe an meinen Schläfen vorbei. Wenn mich einer der Laden getroffen hätte, wäre ich zu Boden gestürzt."

Erst nach einigen Überlegungen fällt dem Geisterjäger plötzlich ein, dass er doch sein geweihtes Silberkreuz um den Hals trägt. Also dümmer geht es wirklich nicht. 

"Plötzlich fiel mir mein geweihtes Silberkreuz ein, das ich immer um den Hals trage. Es hatte mir im Kampf gegen die Ausgeburten der Hölle schon wertvolle Dienste erwiesen. Blitzschnell riß ich mein Hemd auf."

Und für diesen ganzen Schwachsinn muss dann mal wieder der Schwarze Tod herhalten, der zwei kleine Gastauftritte im Roman absolviert.

Zudem reißt sich John Sinclair ständig in den John Sinclair-Romanen das Hemd auf. Der Geisterjäger muss ja einen immensen Verschleiß an Hemden und Knöpfen haben.

Ein besonderes 'Highlight' in dem Roman ist der darin vorkommende Parapsychologe Addison Grizzard, der dem Dämon Sardo mit allerlei weißmagischen Krimskrams auf den Leib rücken will. Darunter auch ein "weißmagischen Diamantenschneider". Der Phantasie eines Autors sind wirklich keine Grenzen gesetzt. 

"Addison Grizzard hatte sich einen geländegängigen Jeep geliehen. Auf den Rücksitzen lag eine Vielzahl von weißmagischen Waffen. Magische Kreiden, Dämonenfackeln und ein alter Dolch, der mit kabbalistischen Zeichen bedeckt war. Da sich Dämonen hin und wieder gern mit einer unsichtbaren magischen Wand umgeben, hatte sich Addison Grizzard auch einen weißmagischen Diamantenschneider zugelegt, mit dem solche Wände zerstört werden konnten.
Außerdem steckte in Grizzards Gürtel ein Colt-Agent-Revolver, den er mit geweihten Silberkugeln geladen hatte. Um den Hals trug der Parapsychologe ein ledernes Amulett, das ihn vor der tödlichen Einwirkung des Bösen beschützen sollte. Darüber hinaus befanden sich auf den Rücksitzen noch zahlreiche Dämonenbanner."

Aber auch Myxin wird für den Roman missbraucht. Mit ihm nimmt John Sinclair Kontakt auf, der der dem Geisterjäger ein Silberschwert und einen silbernen Speer schenkt, um Sardor zu bekämpfen.

Um aber mit  Myxin in Kontakt treten zu können (wusste gar nicht, dass der Geisterjäger das überhaupt kann) erinnert sich John Sinclair just für dessen Herbeirufung an eine ominöse Beschwörungsformel, die einen Kontakt mit dem Schattenreich herstellt.

"Ich war allein und besann mich der Beschwörungsformel, die den Kontakt mit dem Schattenreich herstellte. Mit fester Stimme sprach ich sie. Die Formel durchdrang Zeit und Raum. Sie durchstieß Parallelwelten und tauchte hinab in die unauslotbaren Tiefen des Grauens. Und sie erreichten schließlich Myxin, den mächtigen Magier – den erbittertsten Gegner des Schwarzen Todes."

Die Krönung des Romans ist dann der Kampf mit Sardo. Während sich John und Suko selten dämlich anstellen, und es ihnen trotz der Waffen aus Silber nicht gelingt, den Dämon in die Knie zu zwingen, gelingt es ihnen erst durch das Eingreifen von Myxin, den Dämon Sardo zu vernichten.

Da wundert man sich als Leser schon, warum der Geisterjäger nicht einfach sein Kreuz zu Hilfe nimmt. Wobei zu vermuten ist, das John Sinclair wieder einmal vergessen hat, dass er es um den Hals trägt. Denn schließlich kann er als Geisterjäger während eines Einsatzes bzw. Kampfes nicht an alles denken,

Hinzu kommt, dass es fast bis zur Hälfte des Romans dauert, bis sich John Sinclair und Suko endlich nach Australien begeben. Auch aus diesem Grund ist die Handlung des Romans recht dünn und minder spannend, was sich ebenfalls negativ auf die gesamte Geschichte auswirkt.

Seltsamerweise wird auch Shao auf keiner Seite des Heftes erwähnt, was schon seltsam ist, hat Suko die junge Chinesin doch mit nach London mitgenommen. So ist zu vermuten, dass Friedrich Tenkrat seinen Roman DER DOPPELTE DÄMON vor dem China-Zweiteiler von Helmut Rellergerd geschrieben hat und/oder über Shao noch gar nicht Bescheid wusste.

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© by Ingo Löchel

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