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Ein phantastischer Filmklassiker - Vom Atombombentest zur Bedrohung der Welt durch Ameisen

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 20
Vom Atombombentest zur Bedrohung der Welt durch Ameisen

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden.


Radioaktivität war z.B. damals für vieles gut, besonders beim Tierhorror.

Formicula (Them)Formicula (Them)
Kinderspiel Atomkrieg:

Es gab eine Zeit, da ließ man es bei den Atommächten nicht nur zu Silvester ordentlich knallen. Da ging dann auch mal in der Wüste der USA so ein Teufelsding hoch. Schließlich wollte man wissen was so alles zum Teufel ging, wenn genug Power in so einer „Wunderwaffe“ steckte und man wollte auch wissen, wie lange Soldaten in einem verstrahlten Gebiet noch kampffähig blieben, bevor sie fürs Vaterland verloren waren. Ja liebe Freunde, Menschenleben (das von Soldaten) wurden auch im kalten Krieg schon mal im eigenen Land aufs Spiel gesetzt und das im Land der sogenannten unbegrenzten Möglichkeiten. Da blieben einige Tellerwäscher, die skrupellosen Tellerwäscher wurden auch schon mal Millionäre und die ganz Skrupellosen an den Hebeln der Macht ließen eben auch schon mal andere testweise über die Klinge springen … wahrlich ein Traumland (Ironie-Modus aus).

Hinzu kam, dass man systematisch die Zivilbevölkerung belog das sich die Balken bogen. So wurde schon Kindern in den Schulen erzählt, dass man hinter einer umgekippten Tischplatte sicher wäre, wenn in gefährlicher Nähe eine feindliche Atombombe detonieren würde. Aber in der Politik, auch der sogenannten demokratischen Staaten, gehört die dreiste Märchenstunde für alle Lebenslagen wohl genauso dazu wie das sprichwörtliche Salz in der Suppe. Die Frage der Macht war eben schon immer höher bewertet worden als das Leben von Menschen. Daran hat sich bis heute auch nicht im geringsten etwas geändert.

SzenenfotoDas Wunderding Radioaktivität:
Du kannst es nicht sehen, du kannst es nicht schmecken und du kannst es nicht riechen. Aber wenn du etwas merkst (z.B. büchelweise ausfallende Haare und ausfallende Zähne, was noch die netten Anzeichen sind), dann verabschiede dich langsam von dieser Welt solange du noch kannst.
Die Rede ist dabei nicht von der Atombombe selbst oder der Explosion, denn die bekommt man mit, sofern man sich nicht gerade in gefährlicher Nähe des Infernos befindet (und dieses Inferno hat meistens einen gewaltigen Radius). Die Rede ist von dem, was danach eben von dieser Explosion übrig bleibt und schleichend noch für einen millionenfachen Tod auf leisen Sohlen sorgen kann. Das nennt man Radioaktivität. Die bleibt im Bereich der Explosion und dem Umfeld extrem hoch und kann auch etwa durch Regen oder Wind weiter getragen, lange und qualvolle tödliche Folgen zeitigen. Im schlimmsten Fall bleibt sie tausende von Jahre gefährlich, im perversesten Fall nur  einige Stunden (Neutronenbombe/Rakete), damit man schnell wieder die Dinge nutzen kann, die nicht zerstört wurden, während man die Menschen und Tiere wie lästiges Ungeziefer entfernt hat.

Und da wurden manche Wissenschaftler stutzig, denn irgendwie schafft es das „reale Ungeziefer“, selbst dieser tödlichen Radioaktivität zu trotzen. So dürften Kakerlaken oder z.B. Ameisen wohl die intelligentesten Lebewesen sein, die nach einem atomaren Holocaust den Planeten Erde in Massen noch bevölkern. Dies liegt schlicht daran, dass diese Tierchen sich genetisch in schneller Folge anpassen können um auch verstrahltes Gebiet wieder in Beschlag zu nehmen. Ein Umstand, den höhere Tierarten und letztendlich der Mensch ihnen nicht voraus hat. Und hier schlägt dann auch die Fantasie der SF- und Horrorautoren Purzelbäume. Die Frage stand für sie nicht nur schnell im Raum, ob sich diese kleinen Insekten durch rapide genetische Mutation anpassen können, sondern, ob die Radioaktivität ihrerseits nicht sogar bei ihnen eine gewichtige genetische Veränderung/Mutation (z.B. Riesenwuchs) verursachen könnte.

Wir sehen also, bei dieser Art von Tierhorror verwischt die Grenze zwischen Science Fiction und Horror wieder zusehends. Die darauf folgende wichtige Frage, ob diese Insekten aufgrund dieser radikalen genetischen Veränderung zum Beispiel beim Riesenwuchs überhaupt noch Lebensfähig wären, spielte indessen eine höchst untergeordnete Rolle. Gut so, sonst hätten wir wohl kaum einen solchen phantastischen Filmklassiker geboten bekommen, der unter der Regie von Gordon Douglas sich schnell zu einem Klassiker des Genre entwickelte. FORMICULA wurde später zum ersten mal am 22. Juni 1974 in der ARD ausgestrahlt und da saß der Junge auch am Bildschirm, der euch heute stark gereift (Alt werden andere … Grins*) diesen Artikel liefert – also Ich.

SzenenfotoFormicula, oder vom Zuckerfreund zum Fleischfresser:
In der Wüste von New Mexico findet die Polizei mit Unterstützung aus der Luft ein völlig unter Schock stehendes kleines Mädchen. Ihre Eltern, die mit einem Wohnwagen mitten in der Wüste campten scheinen spurlos verschwunden, der Wohnwagen völlig zerstört. Nur eine seltsame Spur lässt sich im sandigen Boden noch finden und jede Menge verschütteter Zucker. Kurze Zeit später finden die Polizisten in einem abgelegenen Gemischtwarenladen die nächste Verwüstung. Doch auch die Leiche des Besitzers finden sie im Keller. Erst später wird man herausfinden, dass er Opfer einer unglaublich großen Menge von Ameisensäure geworden ist. Einer der Polizisten, der bei dem Laden geblieben ist um die Spuren zu sichern hört plötzlich seltsame Geräusche. Als er ihnen draußen nachgeht, wird auch er grausam getötet.

Da die Polizei vor Ort vor einem Rätsel steht, dass sie nicht lösen kann, ziehen zuerst das FBI und dann den Wissenschaftler Dr. Harold Medford und dessen Tochter Dr. Patricia Medford hinzu. Doch die hüllen sich bei der Sicherung der Spuren erst einmal in Schweigen um nicht als Spinner abgetan zu werden oder eventuell eine Panik unter den Menschen in diesem kargen Landstrich auszulösen.

Das man es hier nicht mit normalen Ameisen zu tun hat, die sich nur auf den stets vorhandenen Zucker stürzen, ist den Wissenschaftlern aber schon recht bald klar. Erst als man feststellt, dass in der Wüste ehemals ein Test mit einer Atombombe seitens des Militärs durchgeführt wurde, sind sich die Biologen sicher, dass die Toten und die Verschwundenen nicht auf das Konto eines durchgeknallten menschlichen Killers gehen können. Bei weiteren Untersuchungen wird Patricia Medford plötzlich von einer riesigen Ameise angegriffen, die man nur erledigen kann, indem man zuerst ihre Fühler zerstört, mit denen sich das Tier orientiert.

Mit Hubschraubern sucht man nun das ehemalige Testgelände nach einem ungewöhnlichen Hügel ab und findet auch tatsächlich bald eine seltsame, kegelförmige Erdanhäufung größeren Ausmaßes.

Neben weiteren Riesenameisen findet man dort dann auch am Fuß des Erdkegels die blanken Knochen der Menschen, die als verschwunden galten.

Mit Hilfe der Armee gelingt es, dass gesamte Nest der Riesenameisen, die über drei Meter groß werden können, mit Giftgas  anzugreifen. Bei der Untersuchung des Ameisennestes fällt jedoch auf, dass in der Brutkammer zwei Ameisenköniginnen bereits geschlüpft sein müssen. Trotz intensiver Suche findet man die geflügelten Tiere nicht mehr, die jeweils mit zwei paarungsbereiten geflügelten Männchen das Nest bereits verlassen haben müssen. Nun beginnt eine fieberhafte Suche, denn wenn diese Monsterinsekten sich weiter ausbreiten können, dann wären die Tage der Menschheit gezählt.

Bald erfährt man, dass eine Königin und zwei der Männchen auf einem Schiff gelandet sind um dort neue Eier zu legen. Dieses mal wurde man zwar noch schnell Herr der Lage, obwohl auch dort viele Menschenleben zu beklagen waren, doch die Gefahr ist damit lange noch nicht gebannt.

Erst als in Los Angeles mehrere Menschen auf seltsame Weise verschwinden, wird man hier hellhörig. Ein Zeuge, den man in eine Nervenanstalt gesperrt hatte, weil er behauptete UFOs gesehen zu haben, erweist sich als normal, denn er berichtet davon, dass diese ausgesehen hätten wie riesige Ameisen. Um jedoch keine Panik unter der Bevölkerung auszulösen, entschließt man sich, den Augenzeugen vorläufig weiterhin in der Nervenheilanstalt fest zu halten und von der Presse so zu isolieren bis das man Herr der Lage geworden ist.

Als auch plötzlich zwei Kinder in der Nähe der gewaltigen Kanalisationseingänge von Los Angeles spurlos verschwinden, kommt es zum Showdown. Zwar kann Sergeant Ben Peterson in der Kanalisation die zwei Kinder noch lebend retten, die dort bereits von Riesenameisen bedrängt werden, doch er selbst kommt dabei durch den Angriff eines der Monster zu Tode. Nun liegt es am Militär, diesen neuen Ameisenstaat in der Kanalisation zu vernichten, wobei der FBI-Agent Robert Graham sowie Patricia und Harold Medford erst einmal sicher gehen müssen, dass von hier aus keine neuen Königinnen geschlüpft und ihrerseits wieder entkommen konnten.

Als man entdeckt, dass die schon geschlüpften zukünftigen Königinnen des Ameisenstaates noch im Nest sind, rückt man den Monstern mit Waffengewalt und Flammenwerfern zu Leibe, um jede weitere Gefahr durch diese Monster in Zukunft ausschließen zu können.

SzenenfotoEin nettes Aufgebot:
An Darstellern hatte man in diesem Klassiker damals nicht gespart. James Arness (Rauchende Colts) war schon 1951 als pflanzlicher Alien mit Blutdurst im SF-Film DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT aktiv und James Whitmore (Tora!Tora!Tora!) sollte Jahre später wieder eine Rolle in einem phantastischen Film ergattern der allen als PLANET DER AFFEN (1968) bekannt sein dürfte. Olin Howland (Die Schatzinsel, 1934) wird mit ihrem letzten Film vor ihrem Tode im Jahre 1959 nochmals die Monsterbühne betreten in BLOB – SCHRECKEN OHNE NAMEN (1958) und Edmund Gwenn (Das Wunder von Manhatten) hatte bereits Erfahrung im Bereich des Schreckens im Film DER WANDELNDE LEICHNAM (1936). Besonders sei noch die Nebenrolle eines gewissen US Air Force Sergeant im Film FORMICULA genannt, der später in STAR TREK (Raumschiff Enterprise) als Mr. Spock noch zu Weltruhm kommen sollte – Leonard Nimoy. Um allerdings im Abspann genannt zu werden, war seine Rolle jedoch hier viel zu klein und man sollte schon genau die Augen aufhalten um seinen kleinen Beitrag in FORMICULA zu erhaschen.
Man findet also netter Weise in den phantastischen Filmklassikern immer mal wieder bekannte Gesichter.

SzenenfotoDer erste seiner Art:
FORMICULA war faktisch der erste Film, in denen Insekten oder Spinnentiere zu Monstern mutieren. Man nannte so etwas auch gerne später die „Bug Movies“. Damit war dieser Film auch der Vorläufer für weitere ähnliche SF-Filme wie TARANTULA und damit auch eigentlich wegweisend für ähnliche Filme auch in den späteren 70er Jahren. Die Weltpremiere fand im Juni 1954 statt und in die deutschen Kinos gelangte er im September 1960. Im Juni 1974 kam er dann wie gesagt zum ersten mal ins Fernsehen, wo ich ihn verinnerlichen konnte. Wieder mal ein Stein im Mosaik also, dass mich schon mit damals 13. Jahren für die Phantastik im Film begeisterte.

Eine Nominierung für den Oskar für die besten visuellen Effekte erhielt der Film FORMICULA dann im Jahre 1955. Dabei war FORMICULA im SF-Bereich auch ein weiterer Film mit unterschwelligen Botschaften. Zum einen schwang hier die Angst vor den Gefahren und Risiken der Atomenergie mit und zum anderen waren die Ameisen die im Untergrund einen gegnerischen Staat bildeten wieder einmal ein Sinnbild für die paranoiden Ängste der US-Gesellschaft vor einer kommunistischen Unterwanderung.

Zwar verzichtete man bei allen nur denkbaren Klischees in der Figurendarstellung auf einen sogenannten Einzelhelden, dafür zeichnete man wieder das typische US-Märchen von einer US-Armee, die alles schon irgendwie wieder richten wird, komme da was wolle.

Davon einmal abgesehen (und den lustigen Telleraugen der Ameisen) ist FORMICULA ein richtig guter und spannender Monsterfilm, den man sich immer wider gerne ansehen mag, wenn man in der richtigen Nostalgie-Stimmung ist.

SzenenfotoMeine Filmkritik:
Für heutige Trickverhältnisse wirken die Ameisen nun eher etwas Fußlahm und die etwas seltsame Kopfform mit dem breiten Maul und den hübschen Telleraugen lassen einen heute auch eher schmunzeln, doch das tut dem Gesamtfilm überhaupt keinen Abbruch.

Man wird wirklich spannend unterhalten und irgendwie entwickelt dieser Klassiker auch den Wunsch nach mehr solcher schöner alten Filme aus dem Bereich des Phantastischen.

Man muss sich einfach nur auf einen solchen Klassiker einlassen und mal beiseite schieben, mit welchen Möglichkeiten heute Spezialeffekte in Filmen aufwarten können. Modern ist dabei nicht immer auch besser. Es gibt da durchaus Filme die mit den neusten Spezialeffekten nur so um sich schmeißen und trotzdem gegenüber Filmen wie FORMICULA oder TARANTULA ziemlich blutleer wirken.

Eigentlich ist FORMICULA ein waschechter Science Fiction Streifen der jedoch damals für Gänsehaut sorgte und so die starr geglaubte Grenze hin zum Horror auch unbemerkt überschritt.

Von meiner Warte aus sollte man diesen Film wirklich einmal mindestens gesehen haben, was besonders für Personen zutrifft, die nicht unbedingt zur menschlichen Gattung der Phantastik-Nerds gehören. Film-Nerds wie ich jedoch, können es sich eigentlich nicht leisten, diesen Film nicht in ihrem persönlichen Archiv zu haben.

Ausblick:
Die Welle der Vampire in Büchern, besonders in den seltsamen Teenager- und Liebesbüchern bzw. Filmen ist ja dankenswerter Weise schon vorbei und so mancher Autor oder Filmschaffende besinnt sich in Sachen „Kinder der Nacht“ wieder zurück auf den bösen, ja gefährlichen Blutsauger. Doch seit geraumer Zeit hält sich in Sachen Horror ein anderes Monstergezücht seit längerem im Gespräch und überschwemmt in Büchern, Filmen und Fernsehserien oder in Comics regelmäßig die Fans.

Auch da gab es sehr frühe Filme die diese „Monster“ thematisierten. Mitunter waren die ersten Darstellungen noch weit entfernt von den noch heute gebräuchlichen Darstellungen, wobei diese frühen Darstellungen heute eher der Gothic zugerechnet werden können. Diese Welle gab es in den Kinos also schon einmal und hatte sich auch recht lange von Verbot zu Verbot der Filme gehalten. Viele der Filme wurden jedoch bald bis zur Unkenntlichkeit geschnitten oder gleich per Gesetz beschlagnahmt.

Der Film, von dem ich aber beim nächsten mal berichten will gibt es in Farbe und er war dann als zweiter der Gesamtreihe der eigentliche Auslöser dieser schon einmal erfolgten Welle gleichgearteter Filme. Eigentlich gab es sogar von dem Regisseur sechs Filme die die Fangemeinde gerne in einem Atemzug aufzählt. Und auch der zuerst entstandene Schwarzweißfilm entstand unter seiner Regie 1968 und war eigentlich ein Freizeitprojekt, dass heute Kultstatus genießt und als erhaltenswertes Kulturgut 1999 eingetragen wurde.

Würde ich jetzt den Namen des Regisseur nennen, wäre das Rätsel um diesen Farbfilm für nächste Woche schon gelöst. Der Film um den es geht war lange beschlagnahmt und bei jedem Versuch, ihn erneut bis ins neue Jahrtausend hinein auf den deutschen Markt zu werfen, ereilte das gleiche Schicksal. Vom Katholische-Film-Dienst wurde dieser zweite Film der Reihe sogar als sehr Gefährlich eingestuft. Warum? Dazu mehr nächsten Samstag. Nunmehr ist jedoch die Langfassung endlich seit einiger Zeit auf DVD auch in Deutschland wieder erhältlich und sogar auf FSK 16 herunter gestuft worden.

Einen kleinen Hinweis gebe ich euch aber doch noch mit auf den Weg: Ohne Regisseur Dario Argentos Unterstützung wäre dieses Projekt wohl damals im Jahre 1978 nicht in die Kinos gekommen. Argento selber mischte sich aber aus Respekt vor dem ausführenden Regisseurs nicht in die eigentlichen Dreharbeiten ein und besuchte selbst die Dreharbeiten nur ein einziges mal. Ein Gewinn war der Film für Dario Argento allerdings trotzdem.

Na, um welche Monster handelt es sich oder besser gesagt, welchen phantastischen Filmklassiker präsentiere ich euch demnächst?

Formicula (Them)Die Antwort könnte in einer Pommes-Bude, einem Einkaufszentrum oder einem düsteren Kirchengemäuer liegen. Also viel Spaß beim rätseln.

Formicula
(Them!)
mit James Arness, James Whitmore, Joan Weldon, Edmund Gwenn, Onslow Stevens, Richard Bellis, Olin Howland, Leonard Nimoy u. a.
Regie: Gordon Douglas
Drehbuch: Ted Sherdeman, Russel Hughes
Genre: Science Fiction
Laufzeit: 89 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Warner Bros. Home Video Germany
USA 1954

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Kommentare  

#1 DarkDancer 2015-11-21 08:32
Formicula..Auch ich war bei der Erstausstrahlung als Pimpf dabei und habe mich fürchterlich bei den schrecklichen Toneffekten gegruselt. Irgendwie wirken selbige selbst heute noch bedrohlich auf mich wenn ich diesen Klassiker mal wieder im TV sehe.Ursprünglich als Farbfilm begonnen dann aber aufgrund drastischer Budgetkürzung nur in SW realisiert gelang den Machern hier ein atmosphärisch dichter,spannender und nie langweiliger Film.
Für die Augen hatte man eine grünlich/blaue Mischung aus Badeschaumzusätzen gemixt um sie bedrohlicher aussehen zu lassen. Schade hätte ich gern gesehen.
Nächste Woche also DER Splatter Urvater. Kaum zu glauben..den hab ich auch im Kino gesehen und zwar uncut incl. Kopfszene.
Na dann schönes Wochenende.
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#2 Friedhelm 2015-11-21 11:56
Das "Ameisenmovie" habe ich 1974 auch gesehen. Wenn ich nicht irre, dann war dieses Werk der einzige Film, den der Director Gordon Douglas für das phantastische Genre gedreht hat.
Solche Streifen gehören einfach in die private Sammlung der gereiften Filmfans - da stimme ich dir schon zu.

Als echte Fans wissen wir selbstredend auch, welche Monster du demnächst besprechen willst. Klar, George Romeros "Nacht der lebenden Toten/1968" ..."Zombie/1978"...etc....

Jetzt muß ich mich für diesen "Spoiler" wahrscheinlich auch noch schämend in die Ecke stellen.. :zzz
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#3 Laurin 2015-11-21 12:15
Na ja, Friedhelm, ich verweise ja eher auf den Farbfilm, weil es da mit dem Hype erst richtig losging. Aber wenn es in der Ecke Spaß macht, will ich dich beim "schämen" auch nicht stören. :lol:
Aber natürlich bleibt der 68er Beitrag nicht unerwähnt.
Das FORMICULA mal als Farbfilm angefangen wurde, fand ich eine nette Idee, aber wie du schon sagtest, DarkDancer, schade das uns dies nicht vergönnt ist. :cry:
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#4 Andreas Decker 2015-11-21 12:35
Zitat:
und zum anderen waren die Ameisen die im Untergrund einen gegnerischen Staat bildeten wieder einmal ein Sinnbild für die paranoiden Ängste der US-Gesellschaft vor einer kommunistischen Unterwanderung.
Ernsthaft? Ich frage das ohne jedes Zwinkern, weil ich das in dem Zusammenhang noch nie bewusst gelesen habe. Ich meine, Ameisen ticken nun mal so in ihrem Staatenbau. Ist das hier ein Thema?

Ich sehe mir den Streifen auch immer wieder an, wenn er mal läuft. Hat mich auch als Kid schwer beeindruckt.

Sein Einfluss ist unübersehbar. Er hat das Thema an sich populär gemacht - auch wenn das hier absolut unkritisch ist, die Ameisen rangieren ja eher unter Preis, den man zahlen muss, bla,bla - und zig Leute inspiriert. Schwer vorzustellen, dass es Peter Parker ohne ihn gegeben hätte.

Da darf man ja auf den nächsten gespannt sein. Der gehört zu einer seltenen Art. Ist immer noch so frisch wie zu seiner Entstehung. Lässt sich nicht über viele Filme der Zeit sagen.
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#5 Thomas Mühlbauer 2015-11-21 13:56
Das Sirren der Ameisen hat sich nachhaltig eingeprägt. Ähnlich geht es mir, wenn ich Krähen höre: Hier fällt mir unweigerlich "Das Gold am Krähenberg" ein.
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#6 Friedhelm 2015-11-21 15:02
Zitat:
Aber natürlich bleibt der 68er Beitrag nicht unerwähnt
Man muss ihn sogar erwähnen, weil Romero "Nacht" als ersten Teil einer Triologie angedachte - und "Zombie/1978 war eben das Mittelteil, der dann die "Zombie-Welle ja auch erst richtig ausgelöst hat. Außerdem ist der Einfluss auf den spanische/italienischen Horrorfilms "Das Leichenhaus der lebenden Toten/1974" gar nicht zu übersehen. Und irgendwie denke ich fast, dass ohne Romeros Erstling Armando de Ossorios "Nacht der reitenden Leichen/1971" auch nicht entstanden wäre. So jedenfalls mein Eindruck.

Was Formicula angeht, da kann man bei solchen Streifen immer wieder ins Staunen geraten, weil mit den "gegebenen Mitteln" halt ein ordentlicher Spannungsbogen erreicht wurde. Wahrscheinlich hat sich ein Zuschauer in den Fünfzigern am drolligen Aussehen der Tierchen -und der behäbigen Fortbewegung- gar nicht so "abgearbeitet". Es ging darum, sich einfach mal zu gruseln - und das hat der Film wohl auch ganz locker geschafft.

Immerhin - wir lieben diese Dinge ja heute auch noch - wenn auch aus anderen Gründen, gelle?..
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#7 Estrangain 2015-11-21 17:26
Das unangenehme Sirren der zunächst nicht gezeigten Ameisen hat auch mich nachhaltig geprägt, und nicht nur dies: es trieb meine Großmutter Anfang der Siebziger auch dazu, den Fernseher einfach auszuschalten!
War nix für Kinder, damals...
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#8 Mainstream 2015-11-21 21:45
-
Du hast sogar das Bild von dem Kind im Artikel. Dieser
verstörte Blick. Das hat mir wirklich Angst eingejagt.

@Friedhelm: Ich bin mir nicht sicher, ob Romero mit
NACHT wirklich schon eine Trilogie im Kopf hatte.

Dario Argento hatte eigentlich kaum etwas mit der Produktion
von ZOMBIE zu tun. Er erstellte die Schnittfassung für den
europäischen Markt. Und liess einen neuen Soundtrack
schreiben (höre ich gerade im Hintergrund). Romero hat
sich bezüglich Argentos Fassung nie positiv geäußert.
Schon allein die Musik erzeugt eine viel positivere Atmosphäre.
Aber ich war 13, und der Film war einfach sensationell.
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#9 Laurin 2015-11-21 23:02
@Andreas Decker:
(...)„vielleicht der typischste aller Science-Fiction Filme der 50er Jahre“, denn er folgte in Form und Thematik den leitenden Mustern, die „für das Paranoia-Kino jener Dekade“ maßgeblich waren. (...) „Die Ameise als unterirdisch lebendes, staatsbildendes Insekt ist das perfekte Sinnbild der 'Roten Gefahr', der sich Amerika im Kalten Krieg ausgesetzt glaubte.“
Zitat von Andreas Friedrich - Formicula. In Filmgenres: Science Fiction.

Ich bin da also nicht der einzige, dem solche Querverbindungen aufgefallen sind. ;-) Späterhin machte man es natürlich platter (siehe den Film DIE ROTE FLUT). In Hollywood hatte die Politik zudem immer schon die Finger drin um unterschwellige Botschaften mit einzubauen.

@ Friedhelm: Da muss ich Mainstream recht geben, die 68er Version war wie oben schon angegeben erst einmal eine Art Freizeitprojekt. Das zu diesem Zeitpunkt eine Reihe noch nicht angedacht war, ersieht man auch schon aus dem Zeitraum von knapp 10 Jahren bis zu dem Film, den ich nächsten Samstag im Fokus habe. :-)
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#10 Mainstream 2015-11-22 00:11
-
Ich finde den Begriff Paranoia-Kino ziemlich irreführend.
Die Filme wurden nicht gemacht um vor den Kommunisten
zu warnen, sondern vor den Folgen eines möglichen
Einsatzes der Bombe selbst. Hollywood machte seinerzeit
klar, das der Feind im eigenen Bett schlief.
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#11 Laurin 2015-11-22 00:27
@ Mainstream:
Nun ja, ich kann den Begriff durchaus nachvollziehen. Die Anfangsphase des Kalten Krieges war durchweg geprägt von Verschwörungstheorien mit einem ausgeprägten Antikommunismus. Siehe hierzu auch Quellen/Literatur zur McCarthy-Ära von 1947 - 1956. Der Antikommunismus hatte schon verdammt krankhafte Züge. Alles was links von den Republikanern war wurde als "Rote Faschisten" bezeichnet (selbst die Demokratische Partei), wobei hier auch die äußerst fehlerhafte Gleichstellung zwischen Faschismus (bzw. Nationalsozialismus) und Kommunismus ihren Ursprung hatte. Paranoider konnte man nicht mehr werden. Natürlich spielte aber auch die Angst vor der Atombombe eine nicht unwesentliche Rolle - ohne Frage, aber das ganze bildet eine Einheit. Und Hollywood ist bis heute ein Instrument auch der Propaganda (offen wie unterschwellig).
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#12 G. Walt 2015-11-22 16:15
der film ist besonders in der Anfangssequenz gruselig. Zum Ende hin wird es streckenweise langatmig. Besonders die Kanalszenen nehmen viel Raum ein.
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#13 Andreas Decker 2015-11-22 17:58
@Laurin
Danke. Interessante Idee.
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#14 Friedhelm 2015-11-22 20:16
Zitat:
Ich bin mir nicht sicher, ob Romero mit "Night" wirklich schon eine Triologie im Kopf hatte
Mir schwebt da eine Info im Kopf herum, nach der Romero "Night" als Teil einer dreiteiligen Kurzgeschichte geschrieben hat.. "Zombie/78" entstand dann erst so spät, weil sich lange kein Investor fand, der die Produktionskosten mittragen konnte. Da kam dann Argento in Spiel...

Muss mal nachdenken, woher ich das jetzt noch weiss..
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#15 Mainstream 2015-11-22 20:38
-
@Friedhelm: Ich habe auf dem Dachboden ein mindestens
100 Seiten umfassendes Pressebuch zum Film von 1978.
Da würde alles erklärt. Das ist doch eine wunderbare Aufgabe
für kalte Winternächte. Werde ich tun.

Plötzlich kommt mir das auch nicht mehr so unwahrscheinlich
vor. Die Argentos sind zumindest auf Romero zugegangen,
ob er nicht noch einen Film machen wollte.

Jetzt sind wir einfach mal ganz gemein, und schieben Laurin
die Aufgabe in die Schuhe. Eine Woche hat er ja noch.
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