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Ein phantastischer Filmklassiker - Erfolgsgeschichte aus dem Affenstall

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 25
Erfolgsgeschichte aus dem Affenstall

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Und hier darf unser nächster evolutionärer Verwandte nicht fehlen.


Planet der Affen - (Planet of the Apes)Planet der Affen (Planet of the Apes)
„Ein Mensch … gejagt … eingesperrt … durch zivilisierte Affen zur Fortpflanzung gezwungen.“ Oder „Wird der Mensch jemals gegenüber einem anderen Lebewesen um sein Leben betteln müssen.“

Da hatte man in den kleineren Zusatztexten auf den Kinoplakaten zum Film PLANET DER AFFEN mal so richtig aus dem Vollen schöpfen können, was die Phantasie so hergab. Zumindest wenn ich mir den ersten Zusatztext gegen Ende durchlese, könnte ich mich noch heute mit so einer hübschen Wilden wie Nova (Linda Harrison) sinnlos vermehren. Aber von den persönlichen Befindlichkeiten mal ab, war dieser Film im damaligen Kino meiner Stadt für mich noch Tabu, da er damals nicht in der Jugendvorstellung lief, sondern im Abendprogramm, und da sah man bekanntlich genauer hin. Das kam übrigens damals durch die Jugendfreigabe die damals höher lag und betraf dann wohl auch die anderen Teile der SF-Reihe. Außer … ja, außer dem dritten Teil mit dem Titel FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN. Der erschien der Jugendfreigabe wohl so human, dass ich den auch in unserem Kino in der Jugendvorstellung ab 15 Uhr sehen durfte.

Es dauerte also noch eine ganze Weile, bis ich alle fünf Filme der Reihe (und Nova) damit ins Herz schließen durfte. Affen die auf Menschen Jagd machten bzw. gar eine Revolution anzettelten, dass ging den Jugend- und Tugendwächtern damals wohl noch etwas zu weit. Hier mal die Reihenfolge und Titel dieser phantastischen Saga:

  • SzenenfotoPlanet der Affen (1968)
  • Rückkehr zum Planet der Affen (1970)
  • Flucht vom Planet der Affen (1971)
  • Eroberung vom Planet der Affen (1972)
  • Die Schlacht um den Planet der Affen (1973)

Mit dem letzten Teil DIE SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN hatte man damit aber auch für mich irgendwie den Tiefpunkt der Reihe erreicht. Irgendwie kann ich mit diesem Abschluss zwar noch leben, aber die in der Mutation begriffenen Menschen waren mir dann doch etwas zu albern geraten und bei den Masken der Affen schluderte man mir etwas zu viel. Abgesehen davon hätte man auch aus dem Stoff weit mehr heraus holen können, als man es dann zuletzt getan hatte.

1974 gab es dann in den USA von CBS eine Fernsehserie unter dem Titel PLANET OF THE APES, die jedoch schon nach 14 Folgen wieder eingestellt wurde. Jede Episode hatte dabei eine Laufzeit von ca. 45 Minuten. Ein Jahr später (1975) gab es dann noch eine Zeichentrickserie in den USA unter dem Titel RETURN TO THE PLANET OF THE APES. Die hatte einen durchgängigen Handlungsablauf, in dem die Zivilisation der Affen schon technisch um einiges höher angesiedelt wurde. Die Serie umfasste rund 13 Episoden mit einer jeweiligen Spieldauer von ca. 30 Minuten. Die erste Comic-Serie um die Filme plus zusätzlichen neuen Storys zum PLANET DER AFFEN, entstanden 1973 bei MARVEL COMICS.

Über den Williams Verlag kam man in Deutschland zwischen 1975 bis 1976 an insgesamt 13 der 29 Hefte umfassenden US-Serie. Zeichnerisch empfand ich die für 2,50 DM im Großformat erschienenen Hefte nun nicht unbedingt als den großen Wurf. Wie Erfolgreich diese Comics gewesen sind, kann ich auch nicht wirklich sagen, denn die Einstellung erfolgte im Zuge der Tatsache, dass Comics damals einen gewaltigen Verkaufseinbruch hinnehmen mussten, so das neben PLANET DER AFFEN auch weitere MARVEL Serien eingestampft wurden, bis dann später der Willams Verlag völlig die Schotten für MARVEL dicht machte und einige Superheldenserien nun bei Condor etwas seltsam weiter liefen. Doch dieser Einbruch machte damals nicht nur dem Williams Verlag mächtige Probleme. Der Pabel Verlag verlegte in seinen TERRA ASTRA Taschenbücher übrigens die Filmstorys nochmals literarisch und heute gibt es beim Cross Cult Verlag nagelneue Comics zum Planet der Affen, sowie den Originalroman von Pierre Boulle bzw. Romane zur Neuverfilmung oder ein Sachbuch zum eher eigenwilligen Remake. Doch wir schweifen ab.

Der erste Neustart:
2001 kam dann eine Neuverfilmung des Stoffes von 1968 in einem ziemlich moderneren Gewand. Charlton Heston schlüpfte darin in einem Gastauftritt mal selbst in ein Affenkostüm und auch Linda Harrison ist in einer kurzen Szene als Menschenfrau noch einmal präsent. Auch diese Neuverfilmung befindet sich als DVD in meiner Sammlung (lag mal einer Fernsehzeitschrift bei), doch als wirklich gelungen würde ich sie nun nicht wirklich bezeichnen wollen, auch wenn die eine oder andere Szene so ihre Momente hat. Vielleicht sollte ich sie mir nochmal raus kramen und mir (seit Jahren) mal wieder ansehen.

2011 startete man das ganze dann noch mal neu mit PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION, worauf 2014 die Fortsetzung unter dem Titel PLANET DER AFFEN: REVOLUTION folgte. Ob da noch was nachkommt, kann ich im Moment jedoch nicht sagen. 2014 hatte zumindest 20TH CENTURY FOX einen dritten Teil unter der Regie von Matt Reeves für das Jahr 2016 angekündigt. Dieser Starttermin wurde aber bald schon auf 2017 verschoben. Seit dem herrscht für den Film WAR OF THE PLANET OF THE APES etwas Funkstille.

Die Neuverfilmungen von 2011 bzw. 2014 können zwar bei mir persönlich mit sehr guten Spezialeffekten punkten, doch was die Handlung insgesamt betrifft, so wussten mich diese Neuverfilmungen des Stoffes nicht wirklich zu überzeugen, weshalb ich bisher auch von jeglichem Filmkauf Abstand genommen hatte. Macht aber nichts, denn im Fernsehen wurden beide Filme ja bereits gründlich durchgenudelt.

Planet der Affen - (Planet of the Apes)Eine Flut von Informationen:
Wenn ich jetzt ehrlich bin, dann dürfte dieser Artikel zu einem phantastischen Filmklassiker wohl der bisher längste der Reihe werden. Um jedoch einigermaßen im Rahmen zu bleiben, werde ich manche Information nur anreißen, sonst könnte ich locker mindestens drei lange Artikel zum Besten geben und ich würde immer noch etwas wissenswertes finden können. Die Frage stand also für mich im Raum, ob ich hier nun für diesen Film den Artikel auf zwei Folgen splitten sollte. Ich habe mich in diesem Sinne hier gegen das splitten entschieden, da es ja eigentlich in der Reihe um den Film direkt gehen soll.

In diesem Sinne daher die Frage an euch, liebe Leserinnen und Leser. Sollen weitere Hintergrundinformationen noch in einem gesonderten Artikel erscheinen, den man dann mit einem Kurzabriss der Handlungen der weiteren vier Folgefilme koppeln kann, oder seit ihr mit dem Artikel rundum zufrieden? In diesem Sinne, teilt mir eure Meinung mit, ob es noch einen Folgeartikel geben soll oder nicht?

Und hier schon mal eine kleine weitere Information. Der gesamte Name von Taylor lautet George Taylor. Der Vorname wird jedoch im gesamten Film nie genannt. Um den Vornamen also überhaupt zu erfahren, musste man bis zum Abspann des Films warten, wo dann der vollständige Name des Astronauten aufgeführt wurde.

Eine kleine Randbemerkung sei noch erlaubt: Besprochen wird hier der erste Film aus der DVD-Box „PLANET DER AFFEN – DIE SAGA, die sich in meinem Besitz befindet und in der alle fünf Filme plus einer Bonus-DVD enthalten sind. Die Filme selbst haben darin verschiedene FSK-Freigaben (12 und 16 Jahre) und die Laufzeit kann bei einer einzelnen Filmausführung variieren. So gibt es zum ersten Film PLANET DER AFFEN auch eine längere Version auf Blu-Ray-Disc. Also bei den unteren Angaben nicht verwirren lassen, gelle.

Planet der Affen - (Planet of the Apes)Mit Lichtgeschwindigkeit in eine ungewisse Zukunft:
Taylor ist Astronaut und befindet sich in einem Raumschiff, dass zum ersten mal mit Lichtgeschwindigkeit in die Weiten des Weltraumes vorstößt. Das er noch wach ist, ist der Pflicht geschuldigt, den letzten Logbuch-Beitrag auf Band zu sprechen, während die Astronauten Landon, Dodge und die einzige weibliche Astronautin Stewart, sich bereits im künstlichen Tiefschlaf befinden.

Zwar ist man seit dem Start des Raumschiffes im Jahre 1972 erst sechs Monate im Weltraum, doch durch die Lichtgeschwindigkeit schreibt man auf der Erde durch die Zeitdilatation nun bereits das Jahr 2637. Taylor selbst hat die Erde seiner Zeit dabei ohne jegliches bedauern verlassen, weil die Menschheit sich doch nur durch Kriege gegenseitig umzubringen gedenkt. Nach dem Eintrag begibt sich dann auch Taylor in den vorgesehenen Tiefschlaf.

18 Monate später (auf der Erde schreibt man laut den Raumschiffsdaten das Jahr 3978) stürzt das Raumschiff auf einen unbekannten Planeten und läuft Gefahr, in einem See zu versinken. Der Tiefschlaf der Astronauten wird durch die Bordsysteme abgebrochen. Dabei stellt sich für die Astronauten Taylor, Dodge und Landon heraus, dass durch eine Beschädigung der Tiefschlafkammer ihr weibliches Mitglied Stewart verstorben und ihr Körper bereits mumifiziert ist. Bevor das Schiff versinkt, gelingt es den Dreien mit einem Schlauchboot an Bord, dass Raumschiff zu verlassen und so bald an das rettende Ufer zu gelangen.

Als Landon jedoch aus dem Notgepäck eine kleine US-Flagge an Land aufstellt, beginnt Taylor an zu lachen, denn es dürfte nach seiner Ansicht nach niemand mehr auf der guten alten Erde sein, den diese verlogene patriotische Geste noch interessieren dürfte.

Während sie über Tage eine Wüstenlandschaft durchqueren, fallen ihnen einige Ungereimtheiten auf. So gibt es auf dieser Welt zwar auch heftige Gewitter, doch es regnet dabei keinen Tropfen.

Kleiner Zwischengedanken meinerseits:
Zwar wird auf diese Wetteranomalie nicht mehr weiter eingegangen, doch könnte es sich bei dem seltsamen Gewitter um ein telepathisches Trugbild zur Abwehr oder Einschüchterung seitens der mutierten Menschen handeln. Schließlich befinden sich die drei Astronauten in der sogenannten verbotenen Zone. In der filmischen Fortsetzung RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN greifen die mutierten Menschen der verbotenen Zone nämlich durch solche ausgesandten telepathischen Trugbilder ebenfalls die anrückende Armee der Affen an. Aber auch in besagter Fortsetzung geht man hierauf nicht mehr ein und generell erfährt der Zuschauer somit auch nicht, wie nahe Taylor und Co. im ersten Film den mutierten Menschen unter der Oberfläche der Erde gekommen sein mögen.

Planet der Affen - (Planet of the Apes)Vogelscheuchen, Wilde und eine Menschenjagd:
Langsam geht den Dreien das Wasser aus. Doch plötzlich findet man in der Wüstenlandschaft kleine Pflanzen, die eigentlich Wasser benötigen. Je mehr sie dann weiter ins Land hinein gehen, um so zahlreicher und stärker werden diese Pflanzenkulturen. Doch dann muss man einen Aufstieg vornehmen um weiter zu kommen, wobei ihnen seltsame Gebilde auffallen, die nicht natürlichen Ursprungs sein können und verdächtige Ähnlichkeit mit Vogelscheuchen von der Erde haben.

Doch Taylor, Landon und Dodge machen sich nach dem Aufstieg keine größeren Gedanken mehr über diese „Vogelscheuchen“, denn vor ihnen eröffnet sich plötzlich der Blick auf fruchtbares grünes Land, in dem es auch Wasser geben muss. Letzteres ist auch schnell gefunden, doch während unsere Astronauten ausgelassen in einem kleinen See baden, fällt ihnen plötzlich auf, dass ihnen ihre gesamte Kleidung und alle Ausrüstungsgegenstände heimlich gestohlen werden. Völlig nackt eilt man den Dieben nun hinterher und stößt plötzlich auf eine größere Anzahl von Menschen, die sich über ein reichhaltiges Angebot von essbaren Pflanzen und Früchten her machen, die hier zu wachsen scheinen.

Schnell bemerken sie das diese primitiven Wilden scheinbar das vorhandene Feld regelrecht plündern, jedoch nicht in der Lage sind zu sprechen. Irgendwie fühlen sich Taylor, Landon und Dodge unter den primitiven Menschen wie im Paradies, denn wenn jemand diese Wilden im eigentlichen Sinne führen könnte, dann wohl doch sie selbst. Mit ebenso primitiven Kleidungsstücken mischen sie sich unter die Wilden, doch dann ertönen plötzlich Hörner wie bei einer Triebjagd. Und mit dieser Annahme liegen unsere Astronauten nicht einmal verkehrt, denn plötzlich bricht Panik unter den Wilden aus, während unsere Drei sich in dem Tumult aus den Augen verlieren.

Taylor scheint dabei seinen Augen nicht trauen zu wollen, als er plötzlich uniformierte und bewaffnete Gorillas sowohl zu Fuß als auch zu Pferde Jagd auf die Wilden machen sieht.

Bei einer Auseinandersetzung wird Taylor plötzlich von den Gorillas angeschossen und am Hals verletzt. Wie Tiere zusammen gepfercht bringt man die Wilden samt Taylor in Käfigen in eine Stadt der Affen, wobei er bald in einer Art Labor landet, in dem die Schimpansin Zira als „Tier-Psychologin“ tätig ist. Durch seine Verletzung am Hals ist es Taylor jedoch unmöglich zu sprechen. Im Gegensatz zu den Affen, denn diese sprechen fließend und für Taylor völlig verständlich. Um eine kontrollierte Züchtung vorzunehmen, steckt Zira bei „Blankauge“ (so nennt sie Taylor) eine hübsche Wilde, die Taylor später noch Nova taufen wird.

Doch Zira stellt auch recht schnell fest, dass „Blankauge“ anders ist als die anderen Wilden und führt ihn ihrem Ehemann Cornelius vor. Während Zira der Meinung ist, dass man Menschen zähmen könnte, würde Cornelius am liebsten in seinem Beruf als Archäologe gerne tiefer gehende Untersuchungen im Bezug der Abstammung der Menschen machen. Cornelius hatte bei seiner bisherigen Forschung in der verbotenen Zone nämlich Spuren einer viel älteren Kultur entdeckt und somit die These aufgestellt, dass die Affen von den niederen menschlichen Primaten abstammen könnten. Doch diese These darf er nicht vertreten, denn Professor Zaius (ein Orang-Utan) und gleichsam Minister für Wissenschaft hält Cornelius These für Unsinn. Das Problem dabei ist, dass Zaius gleichsam auch als Verkünder des Glaubens, ihn für diese Thesen der Ketzerei anklagen könnte.

Doch Zira und Cornelius sind sich sicher das „Blankauge“ (Bright Eyes) kein normaler Wilder ist, denn schließlich hat er Zira bewiesen, dass er entgegen jeder Normalität des Schreibens mächtig ist. Als Taylor nun im Haus von Zira und Cornelius weiter Fragen schriftlich beantwortet, stellt Cornelius die These auf, dass „Blankauge“, der sich selbst Taylor nennt eine Art Missing Link zwischen den menschlichen Primaten und den zivilisierten Affen darstellen könnte. Doch diese These würde den heiligen Schriftrollen widersprechen und somit gegen den Glauben der Affengesellschaft verstoßen. Professor Zaius lässt daraufhin Taylor wieder in den Käfig sperren und ordnet darüber hinaus an, ihn kastrieren zu lassen.

Doch Taylor gelingt bei der Überführung die Flucht, die ihn auch in eine Art Museum verschlägt, in dem er plötzlich Dodge wiederfindet, der dort aufgrund der dunklen Hautfarbe (unter den sogenannten Wilden befinden sich nämlich nur Menschen europäischen Typs mit heller Hautfarbe) ausgestopft als Ansichtsobjekt dient.

Als man Taylor mit einem Netz wieder einfängt, gelingt es ihm jedoch wieder zu sprechen und beschimpft daraufhin die Affen, die darüber völlig schockiert reagieren.

Planet der Affen - (Planet of the Apes)Daraufhin beschließt man seitens Zaius, dass Zira und Cornelius den Menschen vor einem Tribunal vertreten sollen, dem neben Zaius auch die Orang-Utans Dr. Maximus, Kommissar für die Behandlung von Tieren und Dr. Honorius, Ankläger im Interesse der Affenzivilisation angehören.

Als Taylor spricht, versucht das Tribunal ihm zuerst jede Selbstverteidigung seinerseits brutal zu unterbinden. Doch als er behauptet, dass neben dem toten Dodge noch ein weiterer Mensch mit ihm zu diesem Planeten gekommen ist, der sprechen kann, ist es Zaius, der nun alle an diesem Tag eingefangenen Wilden auf einer Art Freilichtbühne zusammen treiben lässt, damit Taylor diesen herausfinden soll. Taylor gelingt es sogar unter den Vorgeführten Landon wieder zu erkennen, doch dieser benimmt sich völlig stumpfsinnig und kann nicht sprechen, weil man eine Gehirnoperation an ihm durchgeführt hat. Cornelius wiederum fasst sich ein Herz und behauptet, dass Taylor aus der verbotenen Zone kommen müsse, wo er Artefakte bei Ausgrabungen gefunden hatte, die auf eine Menschenkultur schließen ließe, die lange vor den heiligen Schriftrollen der Affen vor 1200 Jahren existiert haben muss.

Damit liefert Cornelius Zaius die Munition die dieser benötigte, um ihn und Zira wegen Verhöhnung des Glaubens und Ketzerei zu verurteilen, während der „Fall Taylor“ vertagt wird. Unter vier Augen bestätigt Zaius Taylor jedoch, dass er die Ansicht von Cornelius teile und Taylor endlich sagen solle, wo sich seine „Herde“ in der verbotenen Zone befindet. Taylor indessen bestreitet weiter von diesem Planeten zu sein, stellt aber seinerseits die Frage an Zaius, wie es kommen könne, dass auf dieser Welt die Affen und nicht die Menschen herrschen. Zaius antwortet ihm darauf, dass nur der Mensch andere Lebewesen und sogar seines Gleichen aus Habgier töten würde. Aus diesem Grund würde er bald das gleiche Schicksal wie der Mensch Landon teilen müssen.

In der Nacht wird Taylor jedoch mit einer List von Ziras Neffen Lucius aus seinem Käfig befreit. Doch Taylor weigert sich ohne Nova zu fliehen, um ihr ein grausames Schicksal unter Zaius zu ersparen und auch weil er ihr gefühlsmäßig sehr nahe gekommen ist. Zwar sind Zira und Cornelius mit dieser Entscheidung nicht wirklich einverstanden, geben jedoch nach um möglichst unbemerkt die Stadt der Affen in Richtung verbotene Zone zu verlassen.

Taylor erzwingt von Cornelius eine Waffe und als man an der alten Ausgrabungsstätte von Cornelius ankommt, zeigt dieser Taylor die offensichtlichen Spuren einer frühen menschlichen Kultur. Vor der Höhle hält indessen nur Lucius Wache und wird fasst überrumpelt von Zaius und seinen berittenen Gorilla-Soldaten.

Taylor zwingt Zaius mit vorgehaltener Waffe, sich Cornelius Artefakte anzusehen. Doch Zaius bestätigt, als man ihm eine sprechende Menschenpuppe präsentiert, dass er schon seit langem die Vorgeschichte der Menschen kenne, die aus Dummheit sogar Krieg gegen ihre eigene Art geführt hätten. Der Mensch, so Zaius, sei der einzige Primat, der seinesgleichen aus Lust, Habgier und anderen niederen Beweggründen ermorden würde. Die verbotene Zone, so Zaius, war einst ein blühendes Paradies, bevor der Mensch sie in eine wüste Einöde verwandelt hatte.

Taylor beschließt daraufhin mit Nova weiterhin am Strand durch die verbotene Zone zu reiten. Als die Gorillas versuchen sie zu verfolgen, hält Zaius sie auf, da er nicht glaubt, sie noch einmal lebend wiederzusehen. Die Höhle mit den Artefakten lässt er jedoch sprengen und offenbart Cornelius und Zira, dass sie wegen ihrer „Theorien“ an einer Verurteilung wegen Ketzerei nicht mehr vorbei kämen.

Taylor und Nova kommen indessen nach einiger Zeit in der verbotenen Zone einem zerstörten Gebilde nahe, dass sich bei genauer Betrachtung als der Überrest der US-Freiheitsstatue herausstellt. Nun muss Taylor erkennen, dass er in Wahrheit die ganze Zeit wieder auf der heimischen Erde war, die von den Menschen selbst durch einen Atomkrieg völlig verwüstet wurde und damit die menschliche Zivilisation in den Abgrund gerissen hat. In seiner Wut und Verzweiflung verflucht er die gesamte Menschheit wegen ihrer offensichtlichen Unvernunft.

Planet der Affen - (Planet of the Apes)Ein kleiner Überblick:
Der Film PLANET DER AFFEN ist nicht nur ein für seine Zeit perfekt gemachter und äußerst spannender SF-Film, sondern reißt auch jede Menge gesellschaftspolitischer Fakten an, an denen unsere Zivilisation bis zum heutigen Tag kränkelt. Die jeweiligen Neuverfilmungen, egal ob die aus dem Jahre 2001, oder denen aus 2011 und 2014 geht dieser gesellschaftspolitische Sprengstoff fasst völlig ab. Zwar setzen die Neuverfilmungen auf jede Menge Spezialeffekte und Action, bleiben in ihrer Gesellschaftskritik jedoch windelweich gespült und ohne spürbare Akzente. Kritische Akzente sind, gegenüber 1968, heute auch in der US-Gesellschaft und erst recht in der US-Politik in dieser geballten Form auch wohl mittlerweile unerwünscht.

Perfekt zu nennen ist auch die Verbindung von gesellschaftlichen Kritiken und gleichsam einer spannenden SF-Geschichte. Selbst der Roman von Pierre Boulle besitzt in seiner Struktur nicht diese geballten politischen Aussagen, die man im ersten Film mit dem Titel PLANET DER AFFEN bewusst verarbeitet hatte. Die Spannbreite geht dabei über den (auch heute noch aktuellen) Rassismus in den USA, über den kalten Krieg genauso wie über den heißen Krieg in Vietnam, dem McCarthy-Gesinnungsterror bis hin zur Ermordung von J. F. Kennedy und dem Menschenrechtler Martin Luther King.

Richard D. Zanuck leugnete zwar schnell jegliche gesellschaftskritische Botschaft und bezeichnete den Film schlicht als utopisches Abenteuer im Sinne reiner Unterhaltung, doch Mort Abrahams (Associate Producer) widersprach ihm entschieden und nannte PLANET DER AFFEN einen bewusst gewollten politischen Film, verpackt in einer Science Fiction Story.

Hier setzt nun also auch meine Frage gezielt an die Leserschaft an:

Wird ein weiterer Artikel zu der geballten Menge an Hintergrundinformationen gewünscht, um das Bild  zu diesem phantastischen Klassiker abzurunden? Wenn ja, bitte ich euch, mir dies per Kommentar mitzuteilen.

Natürlich werde ich dann auch in einem solchen Artikel die Folgefilme und deren Handlung in einem kurzen Abriss hier vorstellen. Dieser Zusatzartikel würde dann (soweit gewünscht) spätestens als 27 Beitrag im Rahmen der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER erscheinen, denn die Menge an Hintergrundinformationen in diesem Artikel noch befriedigend unterzubringen, würde die Länge hier und jetzt mit Sicherheit völlig sprengen und wäre auch im Punkt der Terminabgabe nicht umsetzbar. In diesem Sinne also bitte melden.

Meine Filmkritik:
Eigentlich gibt es bei diesem Klassiker nichts zu kritisieren, denn er hat Action, Spannung, eine logisch nachvollziehbare Story und auch im Bereich Spezialeffekte (Masken usw.) hat man hier in die Vollen gegriffen. Darüber hinaus zwingt der Film zum nachdenken und legt den Finger in die Wunden einer Gesellschaft, die sich selbst so fehlerfrei und perfekt darzustellen versuchte (und bis heute versucht), als wäre das Leben ein Märchenbuch. Das geht den Neuverfilmungen indessen ab, weswegen sie auch nie den Status bei mir erreichen werden, dem dieses Filmoriginal gebührt. Von mir daher volle fünf von fünf Punkten. Und wer nicht nur an leichter und unkritischer Berieselung interessiert ist, der sollte bei Zeiten doch wieder mal in diesen Film rein sehen, dem für mich schon aus dem Grund seiner politischen Aussagekraft ein Spitzenplatz im Bereich des phantastischen Films gebührt.

Ausblick:
DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER der nächsten Woche stellt uns eine Erde vor, wie sie dreckiger nicht sein könnte. Zwar in Farbe, strotzt er nur so vom Elend einer zivilisierten Gesellschaft.

Ja, wir bleiben noch im Bereich der Science Fiction. Der Film besitzt wie so oft in der SF über fliegende Autos, künstliche Menschen und einen gewissen Anteil an Action, ohne das man den Planeten Erde nun verlassen müsste. Dabei schwelgt man nicht gerade in chromblitzenden hübschen Raumschiffen oder fantastisch anmutenden Megastädten.

Ganz im Gegenteil, denn eigentlich möchte in diesen Städten nicht wirklich jeder leben wollen. Andererseits darf das, was der Mensch erschaffen hat, auch nicht unbedingt auf der Erde frei herum laufen. Und da kommt der...?

Ehrlich Leute, wenn ich das verrate, habt ihr wirklich nichts mehr, worüber ihr bis nächsten Samstag grübeln dürft.

Aber einen Tipp gebe ich euch noch mit auf den Weg. Das Buch, auf dem dieser SF-Film basiert war ebenfalls ein Bestseller, bei dem der Leser vor Spannung bestimmt auch keine Schäfchen zählte.

Na, schon eine Idee?

Planet der Affen - (Planet of the Apes)
Planet der Affen
(Planet of the Apes
mit Charles Heston, Linda Harrison, Roddy McDowall, Kim Hunter, Lou Wagner, James Whitmore, Woodrow Parfrey, James Daly, Maurice Evans, Jeff Burton, Wright King, Norman Burton, Buck Kartalian, Robert Gunner, Paul Lambert u.a.
Regie: Franklin J. Schaffner
Drehbuch: Michael Wilson, Rod Serling
Genre: Science Fiction
Laufzeit: 107 Minuten/458 Minuten Laufzeiten aller fünf Filme (DVD-Box)
DVD/FSK: Film ab 12 Jahre/DVD-Box ab 16 Jahre
Version: DVD-Box „Planet der Affen – Die Saga“
Bonus: DVD – Hinter den Kulissen vom Planet der Affen (DVD-Box)
Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment
USA 1968

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Kommentare  

#16 Laurin 2015-12-28 11:46
Dann ist es klar, warum ich nichts davon mitbekommen hatte, Andreas Decker. In den Jahren 1989/1990 bekamen wir zwar zwei bis drei Privatsender rein (RTL zum Beispiel), Sat1 und Pro7 aber noch nicht. Und eine Satellitenschüssel installierte ich erst später, etwa um 1996/1997 rum.
Den Sender Anixe kenne ich bis heute noch nicht. :oops: Gibt es den überhaupt noch???
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#17 Estrangain 2015-12-28 14:30
zitiere Laurin:

Voraussetzung für die Erweiterung wären noch ein oder zwei positive Meinungen hierzu.

Erweiterung? Ich bitte darum!!
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#18 Andreas Decker 2015-12-28 15:36
zitiere Laurin:
Dann ist es klar, warum ich nichts davon mitbekommen hatte, Andreas Decker. In den Jahren 1989/1990 bekamen wir zwar zwei bis drei Privatsender rein (RTL zum Beispiel), Sat1 und Pro7 aber noch nicht. Und eine Satellitenschüssel installierte ich erst später, etwa um 1996/1997 rum.
Den Sender Anixe kenne ich bis heute noch nicht. :oops: Gibt es den überhaupt noch???


Anixe gibt's noch. Läuft über Astra und Kabel. Habe ich aber ich auch noch nie bewusst reingesehen.
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#19 Laurin 2015-12-28 19:52
Na, ist ja auch egal ob Anixe noch vorhanden ist. Schaue eh ziemlich wenig Fernsehen, schon wegen der Dauerberieselung durch die Werbeunterbrechungen.
Da wird dann schon gezielt geguckt, wenn.
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