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Ein phantastischer Filmklassiker - Von Leichenteilen und der Erschaffung von Leben

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 32
Von Leichenteilen und der Erschaffung von Leben

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Wenn Menschen Gott spielen wollen, wird es meist sehr Phantastisch.


Frankenstein (Frankenstein)Frankenstein (Frankenstein)
Im Vorspann gibt es keinen Namen für das Monster und für den Schauspieler selbst, der das Monster spielt, gibt es im Vorspann erst einmal nur ein Fragezeichen. Das machte dem Schauspieler jedoch nichts, denn mit dieser Rolle schaffte Boris Karloff nicht nur den Durchbruch als Schauspieler, sondern prägte auch wie kein anderer eben die Rolle des Monsters im Film aus der Geschichte FRANKENSTEIN ODER DER MODERNE PROMETHEUS von Mary Shelly, der 1818 jedoch erst einmal anonym veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich bei dieser Geschichte eigentlich um eine gelungene Mischung aus dem mystischen PROMETHEUS der griechischen Mythologie und dem literarischen FAUST.

Basis dieser Geschichte ist dabei der Drang des Menschen sich selbst zum Gott zu machen und aus toter Materie Leben zu erschaffen. Ob Mensch die Dinge aber auch beherrschen kann, die er zu schaffen hofft, dürfte dabei auf einem völlig anderen Blatt stehen und wurde bereits von Mary Shelly eher kritisch gesehen.

Diesen Drang hat der Mensch aber nie wirklich ruhen lassen, weshalb er auch beständig daran arbeitet, nicht nur das eigene Leben beliebig verlängern zu können (der ewige Wunschtraum nach immerwährender Jugend und Unsterblichkeit), sondern auch künstliche Intelligenz zu erschaffen. In diesem Sinne gehört FRANKENSTEIN zweifelsohne in die Sparte der Science Fiction.

SzenenfotoIhn jedoch in diesem Genre fest zu verorten, geht in gewisser Weise dann doch an der Realität der Geschichte vorbei, denn er verfügt über reichlich Elemente, die man locker in das Genre Horror einordnen kann.

Frankenstein ist eher eine Dreiecksgeschichte. Auf der einen Seite bedient die Geschichte in dem Film die alten Menschheitsträume, die Wissenschaftler auch heute noch antreiben, womit wir bei der Science Fiction wären. Weiterhin greift die Geschichte wie auch der Film tief in die Trickkiste der Gothic-Schauerliteratur, womit wir nun beim Horror (klassischer Art) wären. Dritter Faktor ist dann das Drama, denn eigentlich ist das Monster eine der wohl tragischsten Figuren sowohl der Literatur als auch der Filmgeschichte.

Gut, dieses Monster bringt z.B. einem kleinen Mädchen den Tod und reagiert nicht selten aggressiv und unberechenbar. Dies könnte man vereinfacht dem Gehirn zuschreiben, dass Dr. Henry Frankenstein dem Monster einsetzt. Denn durch seinen Gehilfen Fritz verschuldet, ist es das Gehirn eines Verbrechers. Doch damit macht man es sich zu einfach, was die Reaktionen des Monsters angeht. Vielmehr leidet das Monster unsäglich, denn es kennt weder Liebe, Zuwendung noch Vertrauen und eigentlich fehlt ihm dafür auch jegliche Vergleichsmöglichkeit, um Liebe, Zuwendung oder Vertrauen im Leben umsetzen zu können. So könnte man z.B. den Tod des kleinen Mädchens als Akt der Unwissenheit deklarieren, denn das Monster weiß nicht, wo Spaß endet und wo aus Spiel plötzlich gefährlicher Ernst wird. Dies begreift das Monster erst, als es schon viel zu spät ist, worauf Angst und Panik seine weiteren Reaktionen bestimmen.

Doch sowohl Angst als auch Panik sind wohl die schlechtesten Reaktionen, die eintreten können, wenn man Grenzen zwischen Gut und Böse, Vernunft und Unvernunft eben nicht einzuordnen versteht. In diesem Sinne gleicht das Monster eher einem Kleinkind, dem wesentliche Bestandteile einer Sozialisierung noch fehlen, um sich innerhalb der Gesellschaft mit allen ihren Höhen und Tiefen, aber auch ihren Unzulänglichkeiten halbwegs sicher zu bewegen. Daher ist das Monster eher die wohl tragischste Figur und damit das eigentliche Opfer in der ursprünglichen Geschichte vom Mary Shelly.

SzenenfotoEin kurzer Filmeinblick zu Frankenstein (der Film):
Wegen gravierender Meinungsverschiedenheiten hat der junge Wissenschaftler Dr. Henry Frankenstein (Im Roman von Mary Shelley trägt er jedoch den Vornamen Viktor) die Universität verlassen. Gerade Professor Waldmann steht seinem ansinnen, Leben zu erschaffen, nämlich äußerst skeptisch gegenüber. Doch Frankenstein gelingt es ein Herz über einen längeren Zeitraum am Leben zu erhalten und so verdingt er sich heimlich mit seinem etwas verrückten Assistenten Fritz als Leichendieb. Sein Ziel ist es, einen lebenden Menschen zu erschaffen. Alles was ihm nun noch dabei fehlt ist ein menschliches Gehirn, das Fritz aus der Universität entwendet. Doch Fritz ist unfähig zu erkennen, dass besagtes Gehirn von einem Verbrecher stammt, nachdem er das eigentliche Objekt der Begierde dummer Weise unbrauchbar macht.

Während Frankenstein in einem alten Turm seine Forschungen weiter voran treibt, macht sich seine Verlobte Elisabeth beträchtliche Sorgen um ihn. Immer unruhiger bittet sie den befreundeten Victor und Professor Waldmann um Hilfe, so dass sie in einer Gewitternacht eben Frankenstein im Turm aufsuchen. Der wiederum hatte auf dieses Unwetter gewartet, ist doch Elektrizität ein entscheidender Faktor für ihn um Leben zu erschaffen. Zuerst zweifeln alle an Frankensteins Verstand, doch das Experiment gelingt, worauf Victor und Elisabeth erst einmal schockiert den Turm verlassen.

In den folgenden Tagen mangelt es jedoch auch nicht an eindringlichen Warnungen seitens Professor Waldmann, die Frankenstein jedoch völlig fasziniert alle in den Wind schlägt. Was er jedoch nicht ahnt ist der Umstand, dass Fritz das Monster mit Feuer quält, bis das dieses völlig ausrastet und Fritz ermordet. Erst jetzt willigt Frankenstein ein, dass Monster wieder zu töten. Doch dieses Unterfangen von Waldmann und Frankenstein schlägt ebenfalls fehl und Professor Waldmann ist sein nächstes Opfer.

Frankenstein, der in der Zwischenzeit von Elisabeth und seinem Vater nach Hause geholt wurde, bereitet sich auf seine Hochzeit vor ohne zu ahnen, dass das Monster bereits aus dem Turm entflohen ist und ein kleines Mädchen bereits ein weiteres Opfer von ihm wurde. Als das Monster auch bei Elisabeth auftaucht, aber noch rechtzeitig wieder fliehen kann, erheben sich die Dorfbewohner zur Hetzjagd. Als Frankenstein jedoch alleine auf das Monster trifft, schlägt dieses ihn nieder und verschleppt ihn in eine alte Windmühle, wo sie von den aufgebrachten Dorfbewohnern umzingelt werden. Der aufgebrachte Mob setzt die Mühle in Brand nachdem es zu einem erneuten Zweikampf zwischen dem Monster und Frankenstein gekommen ist, bei dem Frankenstein von dem Monster aus der Mühle geworfen wird, jedoch den Sturz verletzt überlebt und ins Dorf zurück gebracht wird. Das Monster indessen gerät zusehends durch die Flammen in Panik und wird bei dem Versuch, sich aus der brennenden Mühle zu befreien von einigen herabstürzenden Balken eingeklemmt. Alles was die Dorfbewohner von dem Monster noch vernehmen, sind dessen panische Schreie, während die Mühle abbrennt und in sich zusammen stürzt.

SzenenfotoDie direkte Zensurschere:
Der Film selbst war recht erfolgreich, auch wenn es einige Kürzungen seinerzeit gegeben hatte. So wurden entscheidende Szenen weggeschnitten bei dem Tod des kleinen Mädchens, weswegen dieser Teil dann völlig in seiner Aussage entstellt wurde. Eine weitere Kürzung betraf den Moment, wo Dr. Frankenstein sich nach der Erweckung selbst mit Gott vergleicht.

Gerade in den Szenen mit dem kleinen Mädchen ist jedoch gut zu erkennen gewesen, wie kindlich naiv und ausgelassen fröhlich das Monster mit selbigem spielt. Als der kleinen Maria jedoch die Blumen ausgehen, die sie gemeinsam wie kleine Boote auf dem Wasser treiben lassen, verfällt das Monster im Spiel dem unwissenden Irrglauben, dass Mädchen würde ebenso unbeschadet auf dem Wasser treiben wenn er es hinein wirft. Das die kleine Maria jedoch ertrinkt und stirbt, war faktisch nie die Absicht des Monsters gewesen. Gerade diese eher tragischen Fehleinschätzungen aus reiner Unkenntnis sorgen späterhin auch für die Sympathiewerte der Zuschauer für das Monster selbst. In der Zensur für die erste  Kinoaufführung fielen jedoch hier wesentliche Szenen der Schere zum Opfer, wo man dann das Monster nur noch auf das Wasser und dem Mädchen zueilen sieht, um nach der Kürzung selbiges nur wieder panisch vom aufgewühlten Wasser weglaufen zu sehen. Diese Zensur legte daher damals eher nahe, dass das Monster hier einen eiskalten Kindesmord begangen hätte. Es sei hier angemerkt, dass in die mir vorliegende DVD-Fassung gerade diese gekürzten Szenen wieder eingefügt worden sind.

Doch bleiben wir beim Erfolg des Films FRANKENSTEIN von 1931, der dann, 1935 eine filmische Fortsetzung nach sich zog, in der die Schauspielerin Elsa Lanchester, bereits in der Eingangssequenz die Rolle von Mary Wollstonecraft Shelly spielt um dann auch die Rolle der Braut des Monsters auszufüllen. Kommen wir daher sogleich auch kurz zum Inhalt eben dieser filmischen Fortsetzung mit dem Titel THE BRIDE OF FRANKENSTEIN.

Blade Runner (Blade Runner)Frankensteins Braut (deutscher Filmtitel):
Wir sehen in der Eingangssequenz Mary Shelly, ihren Ehegatten Percy und ihren Gastgeber, Lord Byron. Letzterer ist auch gleich etwas niedergeschlagen darüber, dass die eigentliche Geschichte um FRANKENSTEIN ein so schnelles Ende gefunden hatte. Mary lässt sich darauf hin dazu hinreißen, in dieser stürmischen Nacht ihre Geschichte fortzusetzen (was dann der Phantasie der Filmschaffenden entsprungen ist).

Das aus Leichenteilen geschaffene Monster scheint in der brennenden Ruine umgekommen zu sein, doch dieser Eindruck täuscht und schon bald arbeitet sich das Monster wieder empor und verbreitet erneut Angst und Terror unter den noch verbliebenen Dorfbewohnern an der Mühle.

Zwar kann man das Monster bald in Ketten legen, doch auch dort ist man nicht imstande, es sicher zu halten. Die erneute Flucht führt das Monster zu einem blinden Eremiten in den Wäldern, der sich seiner annimmt und ihm zum ersten mal Geborgenheit und Sicherheit bieten kann. Erst jetzt lernt das Monster mehr und mehr, sich menschlicher zu verhalten und genießt die Musik des Eremiten, raucht gerne Zigarren und lernt auch eine gute Mahlzeit und Wein zu schätzen. Doch diese Idylle währt nicht wirklich lange. Fremde kommen vorbei, entdecken das Monster und schießen aus reinem Übereifer darauf. Die Auseinandersetzung eskaliert und der Kampf  setzt das Heim des Eremiten in Flammen.

Das Monster indessen kann erneut fliehen und zieht sich in eine Gruft auf dem Friedhof zurück, wo es auf den wahnsinnigen Dr. Prätorius trifft, der einmal ein Lehrer von Frankenstein war und selbst besessen ist von dem Gedanken, Leben zu erschaffen.

SzenenfotoPrätorius selbst hatte bereits vor kurzem vergeblich versucht, Frankenstein zur Mitarbeit zu bewegen, indem er ihm z.B. seine Schöpfungen, die Homunculi (verkleinerte Art von Menschen) präsentierte, die er in Gläsern gefangen hält. Doch Frankenstein lehnte jede Zusammenarbeit mit Prätorius kategorisch ab.

Dieser versichert sich nun jedoch der Unterstützung des Monsters, indem er ihm verspricht, ihm eine Gefährtin aus Leichenteilen zu erschaffen. Mit Hilfe des Monsters entführt er deshalb Frankensteins Frau Elisabeth um dessen Unterstützung zu erzwingen.

Gemeinsam gelingt es dann auch Prätorius und Frankenstein, eine nunmehr weibliche Kreatur zu erschaffen, in die sich das Monster auch sogleich verliebt. Doch die weibliche Kreatur fühlt sich eher zu Frankenstein hingezogen und schreckt vor dem Monster schreiend zurück.

Aus Wut über die neuerliche Zurückweisung ist es nun das Monster, dass aus Mitgefühl Frankenstein und seiner Frau die Freiheit schenkt, bevor er sich danach mit samt dem Labor, seiner erschaffenen Braut und dem verrückten Prätorius in die Luft sprengt.

Einige Hintergründe:
Auch FRANKENSTEINS BRAUT schlug positiv bei den Kritikern zu Buche, obwohl diese Fortsetzung entgegen dem Film FRANKENSTEIN von 1931 auch einige witzigen Momente beinhaltet, die den düsteren Stoff etwas auflockern. Neben der Filmmusik erfuhren auch die Spezialeffekte einer besonderen Würdigung, man denke nur an die Darstellung der verkleinerten Menschen des Professor Prätorius. Vorangetrieben hatten die Handlung in FRANKENSTEINS BRAUT besonders wieder Boris Karloff als das Monster und Ernest Thesiger in seiner Rolle als Prätorius.

SzenenfotoÜberhaupt werden viele Figuren aus dem ersten Film hier in der Fortsetzung durch neue Darsteller ersetzt oder fallen völlig weg, wie z.B. Frankensteins Vater, dessen Darsteller Frederick Kerr als Baron Frankenstein zwischenzeitlich verstorben ist oder Frankensteins Braut/Ehefrau Elisabeth. Spielte diese Rolle vormals Mae Clarke, so übernahm die Rolle der Elisabeth nun Valerie Hobson. Den spaßigen Part übernahm in der Fortsetzung insbesondere Una O'Conner, die auch in Filmen wie DER UNSICHTBARE gerne eine schrullige weibliche Figur abliefert und hier als Dienstmagd Minnie glänzt.

Colin Clive, der bereits in FRANKENSTEIN eben den selben jungen Wissenschaftler darstellte, war ursprünglich nicht die erste Wahl. Eigentlich war für die Rolle des Dr. Frankenstein Leslie Howard vorgesehen gewesen, denn Clive galt schlicht als eher schwieriger Schauspieler. Doch James Wahle setzt als Regisseur dann Clive letztendlich durch, mit dem er bereits in JOURNEY'S END zusammen gearbeitet hatte. Nach FRANKENSTEINS BRAUT trat Colins in einigen weit weniger beachteten Rollen auf, bevor er dann 1937 an Tuberkulose verstarb.

Ebenfalls keine erste Wahl war ursprünglich Boris Karloff, denn die Rolle des Monsters hätte man eigentlich gerne an Bela Lugosi vergeben. Doch Lugosi lehnte ab, weil er befürchtete dass man eventuell seine Gesichtszüge unter der Maske nicht mehr hätte erkennen können. So viel Eitelkeit war Boris Karloff hingegen eher fremd. Vielmehr arbeitete Karloff sogar aktiv an dem Aussehen und dem Erscheinungsbild des Monsters mit.

Im Horror-Genre ebenfalls nicht unbekannt waren in FRANKENSTEIN die Darsteller Edward Van Solan und Dwight Frye (Dr. Waldmann bzw. Fritz), die vorher in DRACULA mit Bela Lugosi bereits die Rollen als Dr. Van Helsing und Renfield inne hatten.

Der Film FRANKENSTEIN basierte im übrigen weniger direkt auf dem Roman von Mary Shelly sondern eher auf der Adaption des gleichnamigen Bühnenstückes von Peggy Weblings.

SzenenfotoMeine Filmkritik:
Natürlich kann man die Filme FRANKENSTEIN und FRANKENSTEINS BRAUT unterschiedlich bewerten, zumal der düstere Charakter gerade in der Fortsetzung von 1935 etwas aufgelockert wurde. Doch irgendwo gehören für mich diese beiden Filme zusammen, so das ich wie in der Fortsetzung Lord Byron (dargestellt von Gavin Gordon) etwas betrübt wäre, wenn ich mir heute nur FRANKENSTEIN als Film ansehen müsste, ohne die Fortsetzung zu beachten. Folglich läuft bei mir der Film FRANKENSTEIN nicht ohne die Fortsetzung FRANKENSTEINS BRAUT im direkten Anschluss.

Bereits FRANKENSTEIN war wegweisend für die weitere Zukunft des phantastischen Genre, egal ob man ihn nun lieber zur Science Fiction oder doch eher zum Horror einordnen möchte. Die Geschichte von Mary Shelly erlebte in den folgenden Jahren dann weitere neuere filmische Umsetzungen, wobei jedoch keine dieser Neuverfilmungen - und lehnten sie sich noch so eng an der Originalgeschichte an - je wieder so wegweisend wurden wie eben der Film aus dem Jahre 1931. Eigentlich blieb von den Neuverfilmungen nie wirklich viel haften in den Köpfen der Zuschauer, egal wie sich auch die jeweiligen Darsteller ins Zeug legten. Und ein Monster das nicht zumindest weitgehend der Darstellung durch Boris Karloff entsprach, ist einfach nicht das von allen geliebte und erwartete Frankenstein-Monster, dass man wirklich stets im Hinterkopf behielt. So schaffte es auch keine Neuverfilmung des Stoffes in mein privates Filmarchiv, was schon etwas heißen will, denn der Name Frankenstein weckt gerade in meiner Heimatstadt Burscheid so manche Erinnerung gerade bei den älteren Einwohnern. Gab es doch hier, wo nun ein REWE Geschäft die Kunden begrüßt, direkt neben dem ehemaligen alten Friedhof, der nunmehr ein Park ist, eine Schuhfabrik mit Namen Frankenstein, in der sogar meine Mutter als junges Mädchen im Zweiten Weltkrieg gearbeitet hatte. Die besagte Familie lies in ihrem Betrieb allerdings niemals Monster fertigen, sondern war damals dick im Schuhgeschäft drin (und Nein, auch das Leder der Schuhe stammte damals nicht von ausgegrabenen Leichen). Was nun den Film FRANKENSTEIN von 1931 (sowie dessen Fortsetzung FRANKENSTEINS BRAUT von 1935) angeht, so gibt es meiner Meinung nach kein wirklich vernünftig geführtes Filmarchiv der Phantastischen Klassiker, wenn diese nicht darin zu finden wären.

Ausblick:
Nun, in Sachen Vampire gibt es noch einiges in dieser Reihe zu berichten und auch in Sachen Verfilmungen nach Edgar Allan Poe gab es vor kurzem Zuwachs. Auch sonst ist mein Filmarchiv in Sachen PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER noch nicht erschöpft. Doch für das nächste mal wenden wir uns doch gleich mal wieder der guten alten Science Fiction zu, in der es wieder mal eine Invasion abzuwehren gilt. Nun will ich euch davon nicht zu viel verraten, denn dann wäre auch das raten ein Kinderspiel.

Doch soviel sei gesagt: Der Mensch besiegt die Aliens nicht und in anderer Unterhaltungsform sorgte die Geschichte sogar für eine gewisse Panik in den USA der damaligen Zeit. Würde ich nun mehr verraten, würde ich euch wohl den Spaß nehmen, also muss das für heute einfach reichen.

Vielleicht sei aber noch erwähnt, dass Atombomben die Aliens wohl zum Lachen anregen. So, nun ist aber
Schluss mit den Hilfestellungen. Von daher also, bis zum nächsten Samstag wenn ich mein Archiv in Sachen Filme (und nicht Radio) für euch wieder mal öffnen werde.
Frankenstein (Frankenstein)
Frankenstein
(Frankenstein)
mit Colin Clive, Mae Clarke, Boris Karloff, John Boles, Edward Van Sloan, Frederick Kerr, Dwight Frye, Lionel Belmore, Michael Mark, Marilyn Harrys u.a.
Regie: James Whale
Drehbuch: John L. Balderston, Francise Edward Faragoh, Peggy Webling (Theaterfassung),
Mary Shelley (Roman)

Genre: SF/Horror
Laufzeit: 67 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
USA 1931
Universal Pictures

Blade Runner (Blade Runner)Frankensteins Braut
(The Bride of Frankenstein)
mit Colin Clive, Boris Karloff, Valerie Hobson, Ernest Thesiger, Elsa Lanchester, Una O'Conner, E. E. Clive, O. P. Heggie, Gavin Gordon, Dwight Frye, Reginald Barlow, Mary Gordon, Douglas Walton, Lucien Prival u.a.
Regie: James Whale
Drehbuch: William Hurlbut
Genre: SF/Horror
Laufzeit: 72 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
USA 1935
Universal Pictures

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Kommentare  

#1 Estrangain 2016-02-13 09:27
Zum Ausblick: Orson Wells hat ein Hörsipiel daraus gemacht, und 15 Jahre später wurde der Stoff (erstmalig) verfilmt?
;-)
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#2 Andreas Decker 2016-02-13 12:19
Der Klassiker schlechthin.

Obwohl, wenn man das Buch gelesen hat, stößt einem das Drehbuch schon übel auf. Aus dem Autodidakten, der einen schwindelig labern kann, einen grunzenden Halbdebilen mit Gehirnschaden zu machen, die Story derart runterzudummen, das ist schon heftig.

Der Roman ist überraschend aktuell. Einerseits ist da das Wesen, dass vom Vater und der Gesellschaft nur wegen seiner Herkunft und Aussehen verstoßen wird. Andererseits fängt es an, seinen Vater deswegen zu stalken und zu terrorisieren, hängt ihm einen Mord an und dreht dessen Braut ausgerechnet in der Hochzeitsnacht, damals bei anständigen Adligen und Bürgerlichen der Inbegriff ehelicher Freuden, den Hals um. Und zwar nicht, weil es nicht anders kann, sondern kalt und berechnend. Vom Verfolgten zum Psycho. Alles nur, weil Papa so ein Arsch war? Oder war die Kreatur immer schon ein Psycho? ;-)

Eigentlich schade, dass sich allgemein das Stereotyp des grunzenden Mannkindes so in den Köpfen festgesetzt hat. Die Macht des Films :-)

Bei Teil 2 bin ich zwiegespalten. Einerseits bringt er diese herrliche Anfangssequenz mit Shelly, die x-fach neuerzählt wurde, ob in Film oder Buch, von "Gothic" bis "Highlander". Andererseits den albernen Prätorius mit seinen putzigen Minimenschen. Und der kriegt nichts Besseres hin als das Mädel mit der Sturmfrisur?

Eines habe ich bei den Frankenstein-Filmen sowieso nie kapiert. Diese Leute sind fähig, einen funktionierenden Körper zusammenzubasteln. Aber sie kriegen es nie auf die Reihe, ein halbwegs normales Gesicht zu erschaffen? Hat Viktor beim Fach Gesichtschirurgie geschwänzt? :lol:

Orson. Ganz klar ;-)
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#3 Mainstream 2016-02-13 18:35
-
Der nächste AUSBLICK wird sicherlich ein Zweiteiler.
Denn da gehen Geschichten einher, die eigentlich
alle erzählt sein wollen.
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#4 Laurin 2016-02-13 20:09
Tja, der Orson, der rockt die Folge 33., aber leider nicht als Zweiteiler, Mainstream. Denn da werde ich mich nur am Rande mit dem beschäftigen, was über den Film hinaus geht. Es fehlt mir einfach durch andere Verpflichtungen an der nötigen Zeit. :sad:
Aber für das Drumherum darf sich gerne jemand anderes berufen fühlen, einen Artikel zu verfassen. Horst wird es sicherlich freuen. ;-)

Ja, Andreas Decker, FRANKENSTEIN ist der Klassiker schlechthin. Jedoch kann ich zum Roman nicht viel sagen, denn gelesen habe ich ihn nur gut zu einem Drittel. Ist mir irgendwie genauso sperrig geschrieben wie DRACULA. :oops:
Und was die Gesichter angeht, so müssen die einfach "geflickschustert" aussehen, sonst gruselt es ja niemanden. :lol:
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#5 Des Romero 2016-02-14 16:30
Ist denn die Fassung des ersten Teils mit 67 Minuten geschnitten oder ungekürzt?
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#6 Mainstream 2016-02-14 19:30
-
Also meine DVD läuft 70 Minuten. Ist allerdings vom
Fernsehen aufgenommen und konvertiert. Habe keine
Ahnung ob diese Codierungen sich irgendwie auf die
Laufzeiten auswirken können.
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#7 Laurin 2016-02-14 20:21
Die Laufzeit von zirka 67 Minuten ist bei mir auf dem DVD-Cover angegeben, Des Romero.
Wikipedia gibt die Laufzeit mit 71 Minuten an, wobei ich bei Wikipedia allerdings vorsichtig bin.
IMDb gibt die Laufzeit mit 70 Minuten an, allerdings eine US-Fassung.
Die Szenen mit der kleinen Maria sind bei meiner Fassung allerdings vollzählig enthalten. Kann aber sein, dass die Szene fehlt, in der sich Frankenstein auf eine Stufe mit Gott stellt (könnte eine Dialogszene sein). Sicher bin ich mir da jetzt im Moment nicht, ob die Szene in meiner Version vorhanden ist, müsste ich mir bei Zeiten nochmals ansehen.
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