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Ein phantastischer Filmklassiker - Planet der Affen – Das Special zu den Hintergründen

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 27
Planet der Affen – Das Special zu den Hintergründen

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Manche Filme haben dabei starke sozialkritische Inhalte verarbeitet.


Planet der Affen - (Planet of the Apes)Planet der Affen (Planet of the Apes)
Bevor wir uns hier in diesem Artikel auch kurz den Inhalten der jeweiligen Fortsetzungen in nicht weniger als vier Filmen zum PLANET DER AFFEN widmen werden, kehren wir nochmals zum ersten Film aus dem Jahre 1968 zurück, der hinter den phantastischen Kulissen und einer wirklich spannenden Story noch einiges mehr zu bieten hatte.

Hintergründe und zahlreiche Anspielungen in den Neuverfilmungen:
Doch wenden wir uns hierzu erst einmal den jüngsten Neuverfilmungen aus dem Jahre 2011 PLANET DER AFFEN: PREVOLUTION und aus dem Jahre 2014, PLANET DER AFFEN: REVOLUTION zu.

So trägt der Schauspieler Tom Felton in der Verfilmung von 2011 den Namen Dodge Landon. Dies ist als eine schlichte Hommage an die Astronauten Dodge und Landon aus dem Film von 1986 zu verstehen. Doch schon der Hintergrund von Caesar ist hier ein völlig anderer.  Und eben auf die Handlung von 2011 baut dann auch die Fortsetzung von 2014 auf. Mit solchen Anspielungen auf Namen und anderen Kleinigkeiten wartet besonders die Neuverfilmung aus 2011 auf, indem man z.B. Caesar in einer Szene mit einer Miniaturfigur der Freiheitsstatue spielen lässt, oder ein Orang-Utan den Namen Maurice trägt um damit Maurice Evans zu ehren, der 1968 den Orang-Utan Dr. Zaius verkörperte.

Solche Verbeugungen an den Film PLANET DER AFFEN von 1968 lassen sich eine Menge finden, und doch handelt es sich hier bei den Filmen von 2011 und dessen Fortsetzung 2014 nicht wirklich um eine Neuverfilmung, denn die Handlung unterscheidet sich doch gravierend eben von den filmischen Originalen. Dies bezieht sich nicht nur auf die Handlung der Filme an sich, sondern besonders auch auf die gesellschaftskritische Haltung im Besonderen, denn hier wurden den Neuverfilmungen förmlich die Zähne gezogen.

Planet der Affen - (Planet of the Apes)Die Gesellschaftsprobleme im Film sind nie als die einer reinen Affenzivilisation zu verstehen,...
...sondern sollen gut verpackt eigentlich eine umfassende Gesellschaftskritik zur real bestehenden Zivilisation des Menschen (nicht nur in den USA) darstellen. Zivilisiert sein bedeutet nämlich längst noch nicht tolerant, demokratisch oder friedfertig zu sein.

„make war against his brother, keep his neighbour's children starving“

(Kritik zu Beginn durch die Figur Taylor aus der Wikipedia)

Das in diesem Satz die Kriege unter Menschen kritisiert werden, dürfte schon ein gewisser Tobak für so manchen Vertreter des US-politischen Mainstreams gewesen sein, zumal hier die Figur Taylor nicht nach Nationen, Hautfarben oder politischen Ausrichtungen unterscheidet, sondern offensiv ausdrückt, dass es sich um Kriege unter Brüdern handelt. Spätestens als der Satz damit schließt, dass der Mensch andere Menschenkinder hungern (bzw. verhungern) lässt, dürfte zumindest in der deutschen Version schon etwas zu viel an Gesellschaftskritik gewesen sein, denn die Passage mit den hungernden Kindern (Anspielung an die Ausbeutung der damals als „Dritte Welt“ bezeichneten Länder durch die Industrienationen) fiel in der deutsch-synchronisierten Version dem Rotstift zum Opfer. Zumindest hatte Taylor im Film noch die Hoffnung, dass es im Weltraum irgendwo doch etwas besseres als die menschliche Gesellschaft geben müsste.

Vom Wahnsinn aus Krieg und Ausbeutung geht es dann gleich weiter zum Rassismus, der hier in der Form der Affengesellschaft kritisch aufgearbeitet wird. Diese besteht nämlich aus einer hierarchischen Struktur, die aufgrund der Rassenzugehörigkeit aufgebaut ist. Man könnte heute sagen, diese Rassenkritik dürfte überwunden sein, schließlich regiert in den USA ja mittlerweile ein Präsident mit afroamerikanischen Wurzeln. Dem ist jedoch nicht so, denn Rassismus ist in den USA nach wie vor ein brennendes Problem. Das Prinzip wurde, bzw. wird nur dann unterbrochen, wenn hinter der Hautfarbe eines Menschen auch eine starke finanzielle Basis steht. Machen wir uns nichts vor, in den USA kommt man nicht an die Schalthebel der Macht mit guter Politik, sondern wer im Rennen um solche Posten wie z.B. die des Präsidenten das meiste Geld einsetzen kann und dabei die verschiedensten Interessengruppen/Lobbyisten bedienen kann.

Da darf man dann auch schon mal Dummheiten zum besten geben, wie es ein Kandidat wie Donald Trump zur Zeit anschaulich vormacht und trotzdem nicht in der Wählergunst abstürzt. Die vorgebliche Demokratie kennt keine Inhalte sondern ist zu einer bizarren Show verkommen. So sind alle Menschen gleich, jedoch einige sind eben dann doch wohl gleicher als gleich – Eine Kritik, die Taylor im Film gegenüber dem Orang-Utan Dr. Zaius ausspricht, als dieser behauptete, Alle Affen wären gleich und damit deren gesellschaftliches „Kastenwesen“ angreift. Denn die Rassenunterschiede bzw. Rassendiskriminierungen unter den Affen im Film werden durchaus durch gezielte Aussagen und Taten offensichtlich gemacht. Und das nicht, weil es eben ein spezielles Problem der Affen ist, sondern weil die Affen hier als Spiegelbild gegenüber den Menschen auftreten.

Auch die Sklaverei wird hier angeprangert, die ebenfalls bis heute, nur eben in anderen Formen vonstatten geht. Hier kann man jedoch auch moderner betrachtet Parallelen ziehen zum Verhalten von Menschen zu den Tieren. In beiden Fällen basiert diese Kritik auf der Überzeugung, auf einer höheren Stufe zu stehen und somit über andere nach belieben verfügen zu können. Dies betrifft sowohl die Überheblichkeit des Menschen gegenüber Völkern auf einer anderen Entwicklungsstufe (Industrienationen gegenüber sogenannten unterentwickelten Ländern, egal woran diese Einschätzung auch immer erst einmal festgemacht wird) oder der Menschen allgemein gegenüber der Tierwelt und seinen Umgang mit der selbigen aus reinem Profitinteresse. Gerade diese vertauschten Rollen (zivilisierte Affen gegenüber niederen Menschen) sollen uns im Film drastisch dieses irrationale Verhalten vor Augen führen.

„Religion ist die Unfähigkeit des menschlichen Verstandes, Ereignissen ins Gesicht zu sehen, die er nicht versteht.“

(Karl Marx)

Ja, auch im PLANET DER AFFEN spielt die Kritik an der Religion eine tragende Rolle. Insbesondere da, wo Macht und Religion zu einer unheiligen Allianz verschmelzen. Auch dieses Problem ist nicht erst wieder seit den Problemen im nahen Osten aktuell. Dieses Problem fanden und finden wir auch heute immer noch (sehr intensiv) in den USA wieder. Und dieser kann mitunter sogar rassistische Züge annehmen.

Planet der Affen - (Planet of the Apes)Man muss also nicht unbedingt in Richtung des nahen Ostens blicken um her gravierende Kritiken Fehlentwicklungen zu erkennen. In PLANET DER AFFEN sind die Orang-Utans ja nicht nur Wissenschaftler, sondern auch die Hüter des Glaubens. Da kommt es kuriosen Situationen, wo Dinge nicht sein dürfen wie sie sind, weil sie nicht von der Religion gedeckt werden. Gleiches finden wir in den USA in dem Kreationismus, der ganze Teile der wissenschaftlichen Erkenntnisse einfach wegen der religiösen Widersprüche negiert. Die Evolution, wie sie zum Beispiel von Darwin nachgewiesen wurde, wird von dieser religiösen Richtung schlicht negiert. Das wäre nicht so schlimm, wenn nicht eine nicht unerhebliche Zahl einflussreicher Personen, Lobbyisten und Politiker in den USA eben dieser religiösen Verklärung huldigen würden. Man könnte trotzdem darüber Lachen, wenn diese Glaubensverfechter nicht immer stärker an Einfluss gewinnen würden und damit mitunter bizarre bis gefährliche Situationen herauf beschwören würden. Diese religiöse Dogmen passt nämlich perfekt in ein System, dass den Profit vor den Umweltschutz setzt, denn auf Erden scheffelt man Millionen, dass Paradies kommt dann später im Himmelreich.

Versuche andere Gesellschaftssysteme zu erkämpfen bzw, diese zu verfechten passt da überhaupt nicht. Da wurde z.B. der Sozialismus/Kommunismus schnell religiös gesehen zum „Reich des Bösen (Sowjetunion/China) und politisch Andersdenkende finden sich plötzlich einer wahren Hexenjagd ausgesetzt, die ihre Existenz massiv bedrohte. Und selbst der Rassismus wird irgendwo dann legitimiert, wenn dieser mit religiösen Versatzstücken gekoppelt wird (brennende Kreuze/Ku-Klux-Klan). Es stellt sich dann schon die Frage, ob man wirklich in Europa allen Werten unkritisch weiter folgen sollte, die über den großen Teich stetigst nach uns herüber schwappen, denn auch dort spielt man beharrlich noch heute gerne mit dem Feuer.

Wie lange darf es denn werden?
Man könnte hier nahtlos weiter machen und tiefer graben, doch lassen wir es bis hierhin gut sein. Fakt ist, dass der Film PLANET DER AFFEN ein hochpolitischer Film ist, der eben nicht (wie es einfacher wäre) mit dem Finger in Richtung der Anderen zeigt, sondern diesen Finger in die eigenen vielfältigen Wunden legt und damit das gerne verklärte Bild einer Supermacht mächtig ins wanken bringt. Und wer hier in Europa (oder Deutschland) von „Freundschaft“ zur USA spricht, der will verklären und betreibt milde gesagt reine Propaganda, denn ein kluger Mann sagte einmal das Staaten keine Freundschaften schließen, sondern schlicht und einfach aufgrund der eigenen Interessen kooperieren oder eben nicht. In den Folgefilmen ging dieser politische Anspruch etwas zurück, blitzte jedoch hier und da durchaus immer wieder auf.

So etwa das Verhalten von Regierungsbeauftragten, die plötzlich auf drei sprechende Affen treffen usw., doch insgesamt wurden manche Szenen dann jedoch auch massiv abgeschwächt, wie bei dem Rückzieher, in der Caesar eigentlich, wie ursprünglich vorgesehen zur gewaltsamen Revolution gegen die Unterdrücker aufrufen sollte. Und spätestens im letzten Teil ging das ganze dann in eine breite Beliebigkeit über, der man jeden gesellschaftskritischen Zahn dann erfolgreich gezogen hatte.

Doch kommen wir nun kurz zu der jeweiligen Handlung der vier Fortsetzungen von PLANET DER AFFEN.

Rückkehr zum Planet der AffenRückkehr zum Planet der Affen:
Ein weiteres Raumschiff, dass das Raumschiff von Taylor und Co. finden sollte macht eine Bruchlandung auf der Erde der Zukunft, den nur der Astronaut Brent überlebt. Dieser trifft auf Nova, die von Taylor zurück geschickt wurde, falls ihm etwas passieren sollte. Gemeinsam macht sie sich mit Brent auf um nach Cornelius und Zira zu gelangen. Hier müssen sie jedoch feststellen, dass die Gorillas zum Krieg gegen alle Menschen aufrufen um neue Gebiete in der verbotenen Zone zu erobern.

Beide müssen fliehen, während Dr. Zaius und die Armee der Gorillas in Richtung verbotene Zone aufbrechen. So gelangen auch sie wie Taylor in die Hände der mutierten Menschen, die in ihrem Wahn eine Atomrakete als Waffe für den Frieden anbeten, die in der Lage ist, die Erde völlig zu vernichten. Als die Armee der Gorillas auf diese Mutanten trifft, versuchen Taylor und Brent vergeblich, dem kommenden tödlichen Wahnsinn Einhalt zu gebieten.

Flucht vom Planet der AffenFlucht vom Planet der Affen:
1973 landet das Raumschiff von Taylor wieder, doch niemand ahnt vorerst, dass dieses Schiff direkt aus der Zukunft kommt, in der die Erde zerstört wurde. Als sich herausstellt, dass statt der Astronauten drei Affen in den Raumanzügen stecken ist man daher überrascht. Noch überraschter ist man, als man erkennen muss das die Affen Cornelius, Zira und Milo genauso intelligent sind wie die Menschen. Zwar nimmt man sie zuerst freundschaftlich auf und in dem Tierpsychologen Dr. Dixon und der Tierärztin Dr. Branton finden Zira und Cornelius auch wirkliche Freunde (Milo wurde durch einen wilden Gorilla getötet), doch die anfängliche Sicherheit ist trügerisch, denn Dr. Otto Hasslein, der auch der wissenschaftliche Berater des Präsidenten ist, sieht in diesen zwei intelligenten Affen nichts anderes als eine potentielle Gefahr. Hasslein setzt so alles daran, die Friedfertigkeit von Zira und Cornelius zu diskreditieren. Als ihm dann noch bewusst wird, dass Zira Schwanger ist, setzt er alles daran, dieses ungeborene Affenbaby zu töten. Um Zira und das Ungeborene zu schützen flieht Cornelius mit ihnen, wobei er versehentlich einen der Wärter tötet. Mit Hilfe von Dixon und Branton finden sie Unterschlupf zuerst in einem Zirkus, wo Zira ihr gerade geborenes Kind mit einem anderen Baby einer wilden Schimpansin vertauscht, bevor sie weiter fliehen müssen. Auf einem verlassenen Schiff im Hafen wähnen sie sich vorerst in Sicherheit, doch Hasslein setzt alles daran um die intelligenten Affen und ihren Nachwuchs zu töten und lauert ihnen schon bald auf.

Eroberung vom Planet der AffenEroberung vom Planet der Affen:
Caesar, das Kind von Cornelius und Zira ist zu einem erwachsenen Schimpansen heran gewachsen mit überdurchschnittlicher Intelligenz, die er jedoch in der Stadt auf anraten von Zirkusdirektor Armando nicht zeigen darf. Zum ersten mal sieht Caesar so, wie die anderen Affen gequält, gefoltert und ausgenutzt werden wie rechtlose Sklaven. Waren sie einstmals zuerst neue Haustiere, weil Hunde und Katzen an einer Seuche ausgestorben waren, erkannte man schnell, wie man ihre Fähigkeiten auf grausame Weise ausbeuten konnte. Durch eine unachtsame Äußerung Caesars müssen er und Armando fliehen. Doch um Caesar eine Chance zur Rettung zu bieten, geht Armando zurück. Als er jedoch nicht wie versprochen zurück kehrt, versteckt sich Caesar in einer neuen „Lieferung“ von Orang-Utans aus Borneo. Er setzt alles daran, schnell durch das „Erziehungslager“ zu kommen, um eine neue Möglichkeit zur Flucht zu bekommen und Armando wieder zu finden. Doch Armando wird durch das faschistoide Polizeisystem in den Selbstmord getrieben, denn die sehen in Ceasar das angeblich getötete Baby von Cornelius und Zira. Caesar selbst lernt jedoch bald, dass es nicht nur um ihn, als ersten sprechenden Affen geht, den die faschistoide Regierung als Gefahr ansieht, sondern das es um die Beendigung des Terrors der Menschen gegenüber den Affen geht, die nur unter seiner Anführung beendet werden kann. Somit setzt Caesar nun alles daran, die grausame Gewaltherrschaft der Menschen über die Affen zu beenden.

Die Schlacht um den Planet der AffenDie Schlacht um den Planet der Affen:
Nach dem atomaren Holocaust sind die Städte der Menschen scheinbar unbewohnbar. Caesar führt sowohl die Affen als auch die letzten überlebenden Menschen an und beginnt damit, neue Lebensräume und Siedlungen zu schaffen. Doch das Misstrauen gegenüber den letzten Menschen ist nach wie vor groß. Abe, ein Mensch unterrichtet indessen die Affen im lesen und schreiben, doch der Gorilla-General Aldo passt dies nicht und zerreißt dabei aus Wut ein Schriftstück von Caesars Sohn, worauf Abe das verbotene Wort „Nein“ gegenüber Aldo ausspricht. Dieses Vergehen reicht Aldo und seinen Gorillas aus, die Schule zu verwüsten und Jagd auf Abe zu machen, bis Caesar dazwischen geht. Caesar, der Orang-Utan Virgil und der Mensch MacDonald machen sich danach auf den weg in ein Archiv der zerstörten Menschenstadt, weil Caesar hier hofft, mehr über seine getöteten Eltern zu erfahren. Und sie finden sogar eine Aufzeichnung über Zira und Cornelius, doch geraten dort auch in Gefahr durch die an der Radioaktivität entstellten Menschen unter Gouverneur Kolp. Caesar und seinen zwei Mitstreitern gelingt zwar die Flucht, doch Kolp hetzt ihnen Späher hinterher, weil er besessen davon ist, die Siedlungen der Affen zu vernichten.
Aldo hetzt inzwischen weiter und wird dabei von Cornelius, dem Sohn von Caesar von einem Baum aus heimlich belauscht. Als Aldo ihn entdeckt, hakt er den Ast ab, auf dem Cornelius sitzt, worauf dieser abstürzt und stirbt.

In diesem Moment rücken die mutierenden Menschen mit ihren Waffen aus den Ruinen an, was Aldo zum Anlass nimmt, alle „befreundeten“ Menschen nun in einen Käfig zu sperren und die Waffenkammer zu plündern. Zwar gelingt es Caesar, die angreifenden Menschen durch eine List wieder in die Flucht zu schlagen, doch als er die eingesperrten Menschen wieder befreien will, stellt sich ihm Aldo entgegen. Doch Virgil offenbart darauf, dass Aldo gegen das oberste Gesetz der Affen (Affe tötet niemals Affe) verstoßen hat und Caesars Sohn ermordet hat. Nunmehr von den anderen Affen geächtet, flieht Aldo vor Caesar auf einen Baum und stürzt selbst in den Tod. Caesar will indessen einen Neubeginn wagen, indem Affen wie Menschen die gleichen Rechte besitzen sollen.

Planet der Affen - (Planet of the Apes)Filmkritik zu diesem inhaltlichen Zusatzbeitrag:
Im Gegensatz zu anderen SF-Filmen, in denen reale gesellschaftliche Kritiken verpackt wurden, ragt der Film PLANET DER AFFEN und dessen Fortsetzungen heraus. Man legt den Finger nicht nur auf eine Wunde, sondern wagt einen Rundumschlag zu den Missständen, die die Gesellschaft die die USA der damaligen Zeit prägten und zu einem Großteil noch heute prägen. Deshalb bleibt dieser SF-Mehrteiler hoch aktuell. Ob Verfolgung politisch anders Denkender (Kommunisten) oder Rassismus (aufgrund der Hautfarbe oder der Herkunft), oder die gefährliche Verbindung von Politik und religiösem Dogmatismus um nur diese drei wichtigen Punkte anzureißen, sind gesellschaftliche Geißeln, die nach wie vor (nicht nur) in den USA nie wirklich beseitigt worden sind und unter der Oberfläche weiter schwelen und agieren. Für manche der Macher ist es auch ein Stück Aufarbeitung eigener leidvoller Erfahrungen gewesen, die ihnen zum Beispiel in der McCarthy-Ära widerfahren sind.

In diesem Punkt nimmt der Film PLANET DER AFFEN und seine Fortsetzungen eine Sonderstellung ein, auch wenn es mit jeder Fortsetzung ein wenig mehr gelang, diesen wichtigen Kritiken die Zähne zu ziehen, weshalb der letzte Teil DIE SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN ziemlich in eine allgemeine Beliebigkeit abgleitet.
Daran hat sich seit damals nicht wirklich viel geändert und auch heute machen wir noch gerne die Augen zu, wo wir sie eigentlich weit geöffnet halten sollten. Zu gerne lassen wir uns Dinge erzählen, ohne das wir wirklich das gesagte zu hinterfragen.  Genau dieses Verhalten birgt jedoch die Gefahren, die der gesellschaftlichen Barbarei immer wieder die Türen öffnen könnte. Da kann man nur Hoffen, dass es immer mal wieder mutige Filmschaffende und Regisseure geben wird, die der Gesellschaft in einer ansprechenden und manchmal spannenden bis phantastischen Weise den Spiegel vorhalten. Auch wenn dieses bedeutet, bei den Herrschenden damit manchmal in Ungnade zu fallen.

Ausblick:
Nun, ich hatte euch ja einen weiteren Hinweis zum nächsten regulären Artikel von DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER versprochen, auch wenn hier eigentlich schon die Lösung offensichtlich in einem Kommentar geboten wurde. Doch für die, die immer noch am raten sind, weil sie den Wink mit dem Zaunpfahl noch nicht durchschaut hatten, hier noch ein letzter Hinweis. Stellt euch einfach mal den Gorilla Aldo aus DIE SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN statt in Uniform auf einem Baum nackt und verliebt auf einem Hochhaus vor. Na, klingelt es jetzt?

Ende des Special zum Filmartikel „Planet der Affen“.

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Kommentare  

#1 Friedhelm 2016-01-09 16:19
Deine Anspielung: Kommt auf das Jahr an, in dem besagter Gorilla sich verliebt hat.
1933 und 2005 hat er sich auf dem Empire State Building rumgetrieben. 1976 war's das WTC..
(So schwer war's ja denn doch nicht...)

Und zu den Affen-Movies: "Schlacht um den Planet der Affen" sollte eigentlich viel härter werden. Aber weil Arthur P. Jacobs wollte den Film damals eine Freigabe für ein jüngeres Publikum. In der ersten Sriptfassung sollte Cäsar auch sterben..
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#2 Laurin 2016-01-09 18:29
Nun ja, den Film von 1976 habe ich nicht in meiner Sammlung. Den von 2005 habe ich zwar auch, ist aber wohl noch kein Klassiker. Also dürfte eigentlich klar sein, welche Version ich am nächsten Samstag hier vorstelle, Friedhelm. ;-)

Und ja, SCHLACHT UM DEN PLANET DER AFFEN ist der Teil, der wohl am intensivsten geschliffen worden ist, um ihn für ein breites Publikum in die Kinos zu werfen. Leider. :sad:
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#3 Friedhelm 2016-01-09 18:48
Den 76er habe ich damals ein paar Mal im Kino gesehen. Ich fand das Ende irgendwie sooo traurig. Irgendwie war der ja ein bisserl trashig - mochte ihn abert trotzdem
Später hatte ich die vierteilige Super 8-Fassung. Mit 150 DM pro Teil war das ein stolzer Preis.
Und die DVD besitze ich jetzt schon länger.

Was den 05er betrifft - da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass daraus nicht unbedingt ein Klassiker werden wird. Ist halt eine gut getrickste Neuverfilmung - mehr eben nicht.

Die Version, die du dann besprechen willst, erfüllt den Klassikeranspruch in der Tat. Und der Streifen ist für mich immer noch ein Stück unerreichter Filmgeschichte.
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#4 Mainstream 2016-01-10 01:53
-
Meine vierteilige Super-8-Fassung habe ich noch, und ab und sehe ich sie mir sogar noch an.
Ich finde das man der '76er Version oft Unrecht tut.
Und dann Jessica Lange ..., dabei war ich erst 12.
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#5 Andreas Decker 2016-01-10 10:59
Die letzten Affen-Filme habe ich nie gesehen. Nach dem sehr konsequenten Ende von Teil 2 war das Interesse weg.

Ist so einer der ersten Fälle, wo der kommerzielle Aspekt im Vordergrund stand, Fortsetzungen vom Fließband rollen zu lassen.
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#6 Laurin 2016-01-10 14:09
Nun ja, Andreas Decker, mein erster war der Dritte (FLUCHT VOM PLANET DER AFFEN) weil der ja als einziger bei uns in der Jugendvorstellung lief. Da wollte man natürlich wissen, wie es angefangen hatte und auch, wie es weiter ging. An sich war da für mich auch klar gewesen, dass ich, wenn, mir auch die kompakte Reihe zulegen würde. Bereut habe ich das bis heute jedenfalls nicht.
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#7 Andreas Decker 2016-01-11 22:54
zitiere Laurin:
An sich war da für mich auch klar gewesen, dass ich, wenn, mir auch die kompakte Reihe zulegen würde. Bereut habe ich das bis heute jedenfalls nicht.


Würde ich auch so machen, keine Frage. Ich habe die meisten dieser Filme damals nie im Kino gesehen, und früher liefen sie ja selten oder nie am Stück. Die Kinoerlebnisse blieben fraglos mehr hängen. Ich bin noch immer ein echter Fan von Ossorios Geisterschiff, obwohl es wirklich kein guter Film ist. Nur, weil ich es schaffte, mich reinzuschleichen :D
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