Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Ein phantastischer Filmklassiker - Maissirup, sechs Bernhardiner und ein Name

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 43
Maissirup, sechs Bernhardiner und ein Name

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Eine Variante dabei ist der Tierhorrorfilm mit allem was da keucht und fleucht.


Cujo (Cujo)Cujo (Cujo)
Gut, wenn es um Tierhorrorfilme geht, dann hätte man auch einen anderen nehmen können (vielleicht den weißen Goldfisch, auch Hai genannt, wenn er denn mal grüßt), bzw. einen, der noch um einige Jahre früher gedreht wurde als eben CUJO aus dem Jahre 1983.

Die Sache hat allerdings einen Haken. Ich kenne eigentlich relativ wenige Filme aus dem Bereich Tierhorror, wenn man rund zehn bis fünfzehn Filme dieses Subgenre als eine relative Menge betrachtet. Daunter kommen dann mindestens noch drei, in denen eine Art Monsterkrokodil hinter irgendwelchen Leuten her ist. Gut, die habe ich nur bedingt gesehen, während ich eigentlich am Computer gearbeitet hatte.

Da könnte ich nämlich gleich Peter Pan schauen, wenn das Krokofantenvieh dem Piraten Hook auch noch die andere Hand abkauen will. Nein, die Sparte Tierhorror gehört definitiv nicht wirklich zu meinen liebgewonnenen Subgenres in Sachen Horror. Oder anders gesagt, vieles langweilt bzw. ärgert mich hier einfach meist nur maßlos. Wirklich richtig positiv eingeschlagen haben bei mir nur wenige Tierhorrorfilme. Einen, der mir immer besonders am Herzen liegt, werden wir noch in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER behandeln (und der ist älter als CUJO) und der andere mit dem Titel ARAC ATTACK läuft noch nicht unter dem Siegel „Klassiker“, aber ich finde den Film einfach saukomisch.  Andere gute Filme zu diesem speziellen Bereich wie TARANTULA oder FORMICULA hatten wir in dieser Reihe ja schon besprochen.

In der Regel kann ich also sagen, dass z.B. meistens von fünf Filmen mit dem Thema Tierhorror nur höchstens einer meine Aufmerksamkeit positiv erregt und DER WEISSE HAI gehört definitiv nicht zu meinen positiven Erfahrungen, denn dieser ist zwar kurzweilig auf seine Art, aber wirklich spannend und erschreckend empfand ich ihn eigentlich nie.

Da haben es schon Filme mit Spinnen oder anderen gut umgesetzten Insekten es einfacher bei mir, denn bei Spinnen (da reicht eine behaarte Kellerspinne bei mir) kriege ich in schönster Regelmäßigkeit eine Gänsehaut und im Film kommt so zumindest ein gewisser Ekelfaktor dazu. Nein, in Sachen Tierhorror bin ich schon verdammt wählerisch.

Doch CUJO und der oben besagte andere Film (den ich aber hier nun nicht verraten werde) des Subgenre, der noch hier in der Reihe kommen wird, haben irgendwie bleibende Spuren in meinem Hirn hinterlassen, die sie von den gängigen Filmen dieses Bereiches richtig gehend bei mir abheben. CUJO schafft dies durch seine durchaus glaubwürdige Story und dem eindringlichen Spannungsbogen.

Cujo (Cujo)Auf den Hund gekommen...
...ist Stephen King übrigens bei einer Motorradpanne. Da er die nun nicht direkt vor seiner Haustüre hatte und nicht mitten in der City, musste er einen ziemlich abgelegen wohnenden Mechaniker aufsuchen. Und dieser nette Mann besaß einen ziemlich großen Hund, der nach Stephen King schnappte, bevor ihn sein Besitzer zurück pfeifen konnte. Da King der Schrecken durch die Glieder fuhr, setzte er das erlebte gleich um in seinem Roman CUJO, der dann auch verfilmt wurde und dessen Verfilmung zu Kings absoluten Favoriten zählt. Ja, King mochte bzw. mag nicht alle Verfilmungen seiner Bücher wirklich.

Tod bleibt Tod – Da gibt es keine Extrawürstchen. Oder doch?
Doch CUJO als Roman wurde nicht nur zu einem Verkaufsschlager, sondern handelte Stephen King erst einmal einen bösen Sturm der Entrüstung seitens seiner Leserschaft ein. Der Grund lag im finalen Bereich der Romanhandlung. Denn King ließ den kleinen Tad schlicht im Wagen verdursten. Also nix mit Happy End und so weiter. Und wer in diesem Roman nun mal Tod war, der blieb auch Tod, da wandte er keinen Kunstgriff an um die Leserschaft doch noch zu besänftigen.  

Papier ist bekanntlich äußerst geduldig und ließ den Sturm der Empörung der Leserschaft also ebenso locker über sich ergehen. Ganz anders sah man es allerdings dann bei der Verfilmung. Da gab es dann doch eine Extrawurst für die Zuschauer, um den nächsten Sturm der Entrüstung locker zu umgehen und so sprang der kleine Tad in der Verfilmung von CUJO dem Tod nochmals von der Schippe.

In einem Land wie den USA ist es dann nochmals so eine Sache mit den Lesern und den Kinogängern. Nicht jeder der den Film nun sehen wollte, hatte gleichsam vorher schon das Buch gelesen. Die USA ist wie bekannt ein ziemlich großes Fleckchen Erde mit ganz vielen Menschen. Warner Bros. entschied sich mit dieser Erkenntnis dafür, den Trailer zum Film so aufzubauen, dass viele (die den Roman nicht kannten) erst nicht dahinter kamen, dass ein Hund hier eine wesentliche Rolle spielen wird. Man baute also durch gekonnte Bildschnitte im Trailer schlicht eine unheimliche Bedrohung auf, erwähnte aber den Bernhardiner mit keinem einzigen Wort (oder eben Bild). Der Hund als Killer war so für nicht wenige Zuschauer schlicht ein Überraschungsei der besonderen Art.

Neben einer Hundeattrappe und einem Statisten in einem Hundekostüm mussten dann jedoch nicht ein Bernhardiner vor die Kamera, sondern gleich sechs ihrer Art. Das hatte seinen tieferen Grund, denn jeder dieser Hunde hatte so gesehen ein spezielles Talent das man für den Film nutzen wollte. Der eine konnte z.B. gefährlich mit den Zähnen fletschen, kam aber nicht imposant durchs Bild gelaufen, so dass diesen Part eben ein anderer Hundekollege übernehmen musste. So kam es denn zu einer hübschen Rollenteilung mit einheitlichem Leckerli. Das Leckerli bestand schlicht im grausig anzusehenden Hunde-Makeup, dass wiederum aus einer Menge Maissirup und Lebensmittelfarbe bestand, dass die Hunde bereits in kurzer Zeit wieder abgeschleckt hatten. Na dann, guten Appetit.

SzenenfotoNoch ein paar interessante Fakten:
Wer den Roman CUJO gelesen hat, der dürfte es wissen, doch es gibt durchaus eine Menge Menschen, die eben nur den Film kennen. Was die nämlich (gegenüber den Lesern) verpassen, ist der listige Einfall seitens Stephen King, einige Passagen des Romans aus der direkten Sichtweise des Hundes zu erzählen. Dieser Gag ließ sich im Film leider nicht umsetzen, denn was in einem Roman recht interessant herüber kommt, hätte im Film wohl auch eher etwas nach Trash ausgesehen. Aber auch ein weiterer Punkt zeigt eine wissenswerte Abweichung zwischen Roman und Film.

Im Roman wird CUJO etwas durch die Hintertür als eine Reinkarnation des Frauenkillers Frank Dodd aus DEAD ZONE eingeführt, der in Castle Rock sein Unwesen
trieb und vom Hellseher Johnny Smith überführt wurde. Das Städtchen Castle Rock lässt bei Stephen King also wieder recht nett grüßen (der sogenannte Castle Rock-Zyklus von Stephen King). Ist sie doch nun schon mehrmals bei King zum Zuge gekommen (man siehe hier auch NEEDFUL THINGS von King) und scheint das Böse geradezu magisch anzuziehen. In der Verfilmung jedoch ist CUJO schlicht erst einmal ein recht verspielter und gutmütiger Hund, der gerne mal einem Kaninchen hinterher jagt um dann schlimmer Weisein einem Erdloch auf tollwütige Fledermäuse zu treffen.

Parallelen gibt es indessen in der Sichtweise des kleinen Tad, wo sich dessen Angst vor einem fiktiven Monster im Schrank mit den Angriffen des durch die Tollwut zum Monster mutierten Hundes ersichtlich kreuzen.

„Donna Trenton“ (oder sagen wir besser hier mal Dee Wallace) vollzieht im Film den außerehelichen Seitensprung gleich mit ihrem damals echten Ehemann Christopher Stone. Da kann man dann schon zwischen Film und Realität mal im Bett durcheinander kommen zwischen Filmehemann und Ehemann im realen Leben.

Danny Pintauro, der im Film den sechsjährigen Tad spielt, dürfte hier zu Lande eigentlich jedem bekannt sein, der im Fernsehen schon mal ein paar Folgen der Serie WER IST HIER DER BOSS mit Tony Danza und einer noch recht jungen und niedlichen Alyssa Milano (CHARMED – ZAUBERHAFTE HEXEN) gesehen hat. Da füllte er nämlich die Rolle des kleinen Jonathan Bower recht witzig aus. Doch kommen wir jetzt langsam zum Filminhalt, der eigentlich genauso simpel wie realitätsnah daher kommt.

SzenenfotoDas Böse stirbt nie in Castle Rock:
Charity Camber nutzt ihren Gewinn aus einer Lotterie, um ihrem Mann Joe eine wichtige Maschine für dessen Autowerkstatt zu schenken. Dies macht sie jedoch nicht ohne Hintergedanken, denn als Gegenleistung soll er sie samt ihrem gemeinsamen Sohn zu ihrer Schwester nach Connecticut fahren lassen. Joe wiederum willigt ein, damit er während ihrer Abwesenheit mit seinem Saufkumpanen abhängen kann. Das ihr Hofhund Cujo, ein Bernhardiner, sich scheinbar verletzt hat, als er verspielt ein Kaninchen über die Wiesen gejagt hat, scheint Joe indessen nicht zu bemerken.

Vic Trenton plagen indessen völlig andere Probleme. Nicht nur das die Marke, für die er die Werbetrommel rühren soll, völlig im Ansehen der Kunden sinkt, macht ihm zu schaffen. Auch Donna, seine Frau, erwischt er beim Fremdgehen mit seinem Tenniskumpel Steve Kemp. Dieser setzt auch weiterhin alles daran, ihm Donna abspenstig zu machen, als Donna sich entschließt, ihre Ehe zu retten. Völlig von diesen über ihn hereinbrechenden Katastrophen geschockt, begibt sich Vic erst einmal auf eine wichtige Dienstreise. Wohl auch deshalb, um sich über die Zukunft seiner Ehe mit Donna Gedanken zu machen.

Derweilen beginnt auf dem Hof der Cambers sich Cujo immer seltsamer zu verändern. Das die Verletzung an seiner Nase von dem Biss einer mit Tollwut infizierten Fledermaus stammt, die er bei der Jagd nach dem Kaninchen aufgescheucht hatte, ahnt niemand. So wird aus dem ehemals gutmütigen Hund langsam eine unberechenbare Bestie, die zuerst Cambers Kumpel tötet und dann auch den gerade bei ihm eintreffenden Joe Camber selbst.

Während dessen will Donna ihren Wagen in die abgelegene Werkstatt der Campers bringen, wobei sie auch ihren Sohn Tad dabei hat. Doch dort angekommen gibt ihr Wagen völlig den Geist auf. Nun sitzt Donna und ihr kleiner Sohn in der Falle, denn Cujo lässt seine nächsten Opfer nicht mehr aus den Augen und wartet auf seine Gelegenheit, über sie her zu fallen. Die Tollwut hat Cujo mittlerweile so stark im Griff, dass jede Form von Lärm ihn dazu treibt, wie ein Berserker den Wagen zu bestürmen, in dem Donna und Tad gefangen sind.

Doch nicht nur Cujo ist eine beständige Gefahr für sie, denn die Hitze setzt ihr und besonders dem kleinen Tad zu und es besteht keine Chance den Wagen zu verlassen, ohne das Cujo darauf reagieren würde, wie Donna bald schmerzhaft erfahren muss.

Indessen reagiert Kemp im Haus von Vic und Donna seine Eifersucht ab. Als Vic in Sorge zurück kommt, verständigt er die Polizei, da er glaubt, Kamp habe Donna und Tad in seiner Raserei entführt.

Als am nächsten Tag der Sheriff auf dem Hof der Camber eintrifft, ahnt dieser nicht, was ihn auf der Suche nach Donna und Tad erwartet. Cujo greift auch ihn an und zerfleischt ihn in der Scheune, wobei dieser seine Pistole verliert. Nun bleibt Donna nichts anderes übrig, als sich der blutrünstigen Bestie zu stellen, denn Tad steht durch die Attacken von Cujo unter Schock und läuft Gefahr, in der Hitze zu verdursten, wobei er jetzt schon kaum noch ansprechbar ist.

In einem fasst aussichtslosen Kampf gelingt es Donna dann scheinbar doch, den riesigen Bernhardiner mit einem  Baseballschläger zu überwältigen. Danach schafft sie schwer verletzt ihren kleinen Tad in das Haus der Campers, wo sie ihn wiederbeleben muss.

Doch die Gefahr ist noch nicht völlig gebannt, denn der verletzte Cujo kann sich wieder aufrappeln und bricht blutrünstig durch das Fenster ins Haus ein. Dank des gefundenen Revolvers des Sheriffs gelingt es jedoch Donna, die blutgierige Bestie endlich zur Strecke zu bringen.

SzenenfotoMeine Filmkritik:
Wie gesagt, der Tierhorror im Film hatte es noch nie wirklich leicht bei mir. Einige, besonders schon sehr klassisch zu nennende Filme (oftmals noch in Schwarzweiß gedreht) konnten mein volles Wohlwollen erreichen, viele andere gaben aber nur einen gewissen Zeitvertreib her, sei es DER WEISSE HAI (1975) oder z.B. PIRANHA (aus dem Jahre 1978). Da mag der eine oder andere Blockbuster drunter sein, aber wirklich geschockt hat mich von denen keiner und die Gänsehaut hatte da wohl gerade bei mir Urlaub gehabt. Und für den gewissen Schauer über den Rücken wegen eines gewissen Ekeleffektes bedurfte es eben dann doch einiger spezieller Tierchen aus dem Insektenreich bei mir. Und nicht wenige hatten bei mir das gleiche Interesse geweckt, als wenn ich selbst auf der Weide Kühe umschubsen gehen würde.

Bei CUJO gelang aber etwas, was ähnlichen Filmen mit bissigen Kötern dann nicht mehr gelang, er versetzte mir bei der ersten Sichtung des Films einen richtigen Schrecken. Dieser Effekt entwickelte sich auch nicht alleine aus den Szenen, wo der Hund wie wild das Auto attackiert, sondern eben aus dem schleichenden Wandel des Tieres. War er vorher noch ein netter Bernhardiner, den man irgendwie zum kuscheln gern haben konnte, verwandelt er sich Stück für Stück in ein Monster, vor dem man nach einiger Zeit gerne einen großen Bogen macht. Und zum Schluss bleibt nur noch eine gemeingefährliche Bestie, der man im Leben niemals begegnen möchte. Hätte man CUJO gleich zu Beginn als eine Art Monsterhund präsentiert, wäre dieser Effekt schlicht verpufft, der beim zuschauen einem ein ungutes Kribbeln auf der Haut verschaffte.

Da wurde nicht nur die Spannung wirklich sehr ansprechend und langsam nach oben geschraubt, sondern bei mir als Zuschauer auch der Puls beschleunigt. Alleine die eheliche Untreue von Donna löste (und löst immer noch) bei mir ein gewisses Kopfschütteln aus. Denn ein Seitensprung mit einem solchen Typen (den ihr Ehemann im realen Leben da verkörpert) kann man nur als geistiges Blackout einer Frau aufgrund häuslicher Langeweile definieren. Trotzdem war auch dieses nicht ganz unrealistisch, denn bekanntlich geht ja so mancher Esel aufs Glatteis, wenn es ihm zu wohl ist. Den eher groben Rüpel konnte Christopher Stone jedenfalls perfekt spielen.

Wie gesagt, die gespenstische Wandlung vom Kuscheltier zur Bestie durch die Tollwut machte diesen Film aus der Gattung Tierhorror erst wirklich sehenswert. Hinzu muss ich sagen, dass nicht jede Verfilmung eines Buches oder einer Geschichte von Stephen King  für mich eine gelungene Glanzleistung darstellt. Auch da gibt es einige, die mich völlig kalt lassen und die ich auch nicht unbedingt ein zweites mal sehen muss. Hier gilt dann der Satz, weder packt mich der Film bzw. die Serie oder fällt eher bis völlig in Ungnade, wie z.B. bei KINGDOM HOSPITAL oder UNDER THE DOME als Serien, die mich schnell gnadenlos langweilten oder bei der Verfilmung LANOLIERS, wo ich mich ernsthaft fragte, ob die Macher da nicht gerade ein paar ganz üble Pillen eingeschmissen hatten.

Bei CUJO hatte man es allerdings von Anfang an richtig gemacht so das ein schöner runder Film daraus wurde, der einen richtig schön durch eine realistische Hölle mitschleifte. In diesem Sinne gehört CUJO dann doch irgendwie für mich zwischen die Filmklassiker des Phantastischen, wo ich auch immer gerne mit vier von fünf Punkten wieder eine positive Empfehlung ausspreche.

SzenenfotoAusblick:
Bevor wir nochmals mit einem Film in die Anfänge der 1980er Jahre gehen, wobei wir uns hier eher einer Fortsetzung zuwenden werden, gehen wir am nächsten Samstag erst einmal zeitlich einige Jahre zurück.

In gewisser Weise ähneln sich beide Filme vom Grundprinzip her, doch dazu später mehr.

Den Film den ich beim nächsten mal hier präsentieren werde stammt aus dem Anfang der 1970er Jahre und hatte damals ein gewaltiges Echo ausgelöst.

Da ging es schon richtig teuflisch zu, obwohl der Teufel eigentlich nicht mal seine Finger mit im Spiel hatte. Der Schrecken hallte aber nach und so mancher Kinobesucher (so sagt man), kam etwas blass um die Nase aus dem Kino und wirkte wohl auch sonst grade etwas schreckhaft.
Dabei floss so gut wie kein Blut (na gut, ein ganz klein wenig) in der gesamten Handlung, doch das war bei diesem Hammer von einem Film auch eher nebensächlicher Natur. Zwei Darstellerinnen (für Double und Stimme) wurden nicht einmal offiziell genannt, wobei eine ihre Namensnennung später dann für den Abspann auf gerichtlichem Wege erstritt.

Verrate ich hier gerade zu viel, wenn ich sage, dass es hier auch um einen Dämon geht, der wirklich einmal angebetet wurde, im Christentum aber eigentlich nichts verloren hat?

Nun ja, macht euch da jetzt selbst einen Reim draus. Der Film zog natürlich einige Fortsetzungen nach sich, die jedoch alle nicht im entferntesten an diesen Film heran reichten. Oder sagen wir mal so, dass sie dem Inhalt dieses Filmes nie wieder wirklich das Wasser reichen konnten.

Schnell eilten die Zuschauer jedenfalls in Scharen in die Kinos, vielleicht einfach nur um sich höllische Angst machen zu lassen, um zu schreien und dann doch wieder stolz darüber zu sein, den gesamten Film heil überstanden zu haben. Zumindest gab es vorher noch keinen Horrorfilm (und wohl danach auch nicht mehr), der die Zuschauer dermaßen Angst in die Glieder jagen konnte. Und nennt man den Titel des Films heute, schleicht sich immer noch eine gewisse Ehrfurcht in die Stimmen der Diskutierenden und es dürfte eigentlich niemanden geben, der bei der Titelnennung nicht wüsste, worum es bei diesem Film geht. Sollte es da draußen allerdings irgendjemanden geben, der diesen beinharten Schocker nicht kennt, dann hat diese Person wohl sehr lange im Koma gelegen.

Ich werde jetzt auch den Ausblick beenden, denn sonst verbrenne ich mir wirklich noch den Mund und verrate zu viel (was recht schnell passieren kann). Und wie gesagt, bleiben wir bei dem Grundthema auch für den Folgesamstag, wo wir uns der ersten Fortsetzung einer Horrorfilmreihe annehmen, die Ähnlichkeiten aufweist und deren Filmreihe auch ziemlich gut eingeschlagen ist. In diesem Sinne bis zum nächsten Samstag, wenn wir uns einer wahren Horrorgranate zuwenden werden, die schlicht nie in einer Filmsammlung des Phantastischen fehlen sollte, selbst wenn sie einen danach um den Schlaf bringt.

Cujo (Cujo)
Cujo
(Cujo)
mit Dee Wallace, Christopher Stone, Daniel Hugh Kelly,  Danny Pintauro, Ed Lauter, Billy Jayne, Mills Watson, Jerry Hardin Kaiulani Lee, Sandy Ward, Merritt Olsen u.a.
Regie: Lewis Teague
Drehbuch: Don Carlos Dunaway, Lauren Currier
Romanvorlage: Stephen King
Genre: Horror
Laufzeit: 94 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Format: Director's Cut/Red Edition
USA 1983

 Zum ersten Artikel -  Zur Übersicht

 

Kommentare  

#1 Schnabel 2016-04-30 20:25
Mir hat der Film nicht gefallen. Ich bin kein Stephen King-Fan und es gefiel mir nicht, daß ein Bernhardiner das Monster sein sollte.
Zitieren
#2 Laurin 2016-04-30 21:52
@ Schnabel:
Das der Film nicht gefallen hat, ist nicht so schlimm, schließlich sind Geschmäcker ja verschieden. Man muss auch kein Fan von Stephen King sein, bin ich auch nicht wirklich (manches von ihm - besonders ältere Sachen - gefällt mir, manches aber auch nicht). Also auch Geschmackssache. ;-)
Aber warum es dir nicht gefiel, dass gerade ein Bernhardiner das Monster wurde, interessiert mich nun doch brennend. Magst du das mal genauer beschreiben? Muss ja einen Grund haben und der interessiert mich gerade brennend zu erfahren. Finde ja selber Bernhardiner irgendwie knuffig. :-)
Zitieren
#3 Schnabel 2016-04-30 22:11
zitiere Laurin:
@ Schnabel:
Das der Film nicht gefallen hat, ist nicht so schlimm, schließlich sind Geschmäcker ja verschieden. Man muss auch kein Fan von Stephen King sein, bin ich auch nicht wirklich (manches von ihm - besonders ältere Sachen - gefällt mir, manches aber auch nicht). Also auch Geschmackssache. ;-)
Aber warum es dir nicht gefiel, dass gerade ein Bernhardiner das Monster wurde, interessiert mich nun doch brennend. Magst du das mal genauer beschreiben? Muss ja einen Grund haben und der interessiert mich gerade brennend zu erfahren. Finde ja selber Bernhardiner irgendwie knuffig. :-)

Nun, es gab eine Hundedame namens Cora und die möchte mich und meinen Frikadellen so sehr, das sie meine Tasche mit der Marlos-Dateikasten sogar vor ihrer Herrin namens Karin G. beschütze.
Zitieren
#4 Laurin 2016-05-01 03:16
Ja, da kann ich das verstehen, Schnabel. :lol:
Wie gesagt, ich finde Bernhardiner ja auch irgendwie kuschelig knuffig.
Für den Film macht aber glaube ich das schon etwas aus, denn hätte man stattdessen einen Rottweiler oder Dobermann genommen (wie in anderen, ähnlich gelagerten Filmen), währe diese Entwicklung der Verwandlung nicht so intensiv beängstigend gewesen. Einem Rottweiler oder Dobermann nimmt man hingegen eine reißende Bestie auch ohne Tollwut sofort vom ersten Moment an ab. Horrorfilme leben da auch von, etwas sich ins Gegenteil verwandelnde zu nutzen und einen Bernhardiner sieht man ja allgemein zuerst mal als eine Art Kumpel auf vier Beinen (am besten noch mit einem Fässchen um den Hals), da hallt so eine Verwandlung bei den Zuschauern viel intensiver nach.

Was mich auch hier mal allgemein wundert ist, dass unsere Ratefüchse noch nicht zugeschlagen haben, was den Ausblick angeht. :-*
Zitieren
#5 Thomas Mühlbauer 2016-05-01 09:41
zitiere Laurin:


Was mich auch hier mal allgemein wundert ist, dass unsere Ratefüchse noch nicht zugeschlagen haben, was den Ausblick angeht. :-*


Da fehlt mir die Herausforderung... ;-)
Zitieren
#6 Andreas Decker 2016-05-01 12:00
zitiere Thomas Mühlbauer:


Da fehlt mir die Herausforderung... ;-)


Joo :lol: Ich habe den letztens noch mal im Fernsehen gesehen und fand das Drumherum viel erschreckender als den eigentlichen Plot.

Mir fällt zu Cujo nix ein. Irgendwannmal gesehen und als blah abgehakt. Ich bin auch kein großer Fan der Stones. Andererseits hat aber auch King schon lange seinen Zauber für mich verloren. Das letzte Dutzend Bücher habe ich nicht mehr gelesen außer als Zusammenfassung. Darum sehe ich mir auch nur selten King-Verfilmungen an oder erneut an.
Zitieren
#7 Laurin 2016-05-01 15:40
@ Thomas Mühlbauer:
Du Schlingel :lol:

@ Andreas Decker:
Nun, so manche Verfilmungen sehe ich mir doch in gewissen Abständen gerne mal wieder an. Das King in den letzten Jahren seinen Reiz verloren hat, da stimme ich dir allerdings völlig zu. Da ist der Saft bei dem Autor schon seit langem raus. :sigh:
Zitieren

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.