Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Ein phantastischer Filmklassiker - Ein Haus, Besessenheit und ein Körnchen Wahrheit

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 45
Ein Haus, Besessenheit und ein Körnchen Wahrheit

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Dabei entstammt nicht alles der Phantasie eines Drehbuches.


Amityville 2 – Der Besessene (Amityville 2: The Posession)Amityville 2 – Der Besessene (Amityville 2: The Posession)
Die Familie der Montelli könnte es mit ihren vier Kindern recht gut haben. Gerade ziehen sie in ein eigenes Haus im verschlafenen Küstenstädtchen Amityville ein.

Doch irgendwie liegt immer dicke Luft innerhalb der Familie und daran ist zumeist Familienvater Anthony selbst Schuld dran, denn er beliebt die Erziehung der Kinder durchzuführen, als wäre man auf einem Kasernenhof und Gewalt ist dabei durchaus ein Element seiner Erziehung. Darunter leiden nicht nur sein ältester Sohn Sonny und dessen Schwester Patricia sowie die zwei kleineren Geschwister, sondern auch seine Frau Dolores, eine eher gutmütige und sehr christliche Frau.

Das schon bald Türen ohne ersichtlichen Grund zufallen, Spiegel umfallen und zersplittern und seltsame Zeichnungen und Botschaften der übelsten Sorte an den Wänden erscheinen, dürfte noch das geringste Übel in den folgenden Tagen für die Familie sein.

Doch alle diese Vorkommnisse führt Anthony auf ein schleifen lassen bei der Erziehung der Kinder zurück, worauf die familiäre Gewalt wiederum mehr als einmal eskaliert.

Dass dies alles aus einem weiteren Raum stammt, den sie im Keller hinter einem Holzverschlag gefunden haben und der scheinbar völlig mit Ungeziefer verseucht scheint, ahnen sie indessen nicht.

Dort aber haust eine unsichtbare dämonische Kreatur, die dieses Haus seit Anbeginn als ihr Reich definiert. Für ihn sind die Montellis mit ihren christlichen Symbolen an den Wänden eher Eindringlinge, die es liebend gerne in die Hölle schicken würde.

Das ihr ältester Sohn Sonny sich langsam verändert und sich immer mehr von der Familie zurück zieht, ist für den Rest der Familie dabei noch kein Grund, dass Haus schnellstens zu verlassen. Doch Sonny hört immer wieder Stimmen die ihn langsam zu verändern beginnen. Bald schon ist er von dem Dämon so eingenommen, dass er sogar seine hübsche Schwester Particia dazu überreden kann, sich vor ihm auszuziehen. Da es zu sexuellen Handlungen zwischen ihnen kommt, weiß diese keinen anderen Rat, als dieses Vergehen bei Pater Adamsky während der Beichte zu gestehen.

Adamsky selbst war ja bereits ins Haus durch Dolores eingeladen worden, um ihr neues Heim zu segnen. Doch durch die beiden jüngsten Kinder scheinbar provoziert, kommt es zu einem Gewaltausbruch von Anthony. Als Adamsky dazwischen geht, wirft ihn Anthony kurzerhand aus dem Haus. Wirklich wohl fühlte der Pater sich in dem Haus jedoch auch nicht wirklich und als er an seinen Wagen ankommt, findet er plötzlich seine Bibel völlig zerfleddert vor, obwohl scheinbar niemand von der Familie das Haus für kurze Zeit verlassen hatte.

SzenenfotoDie Lage spitzt sich bedrohlich zu:
Es gelingt Dolores zwar, dass ihr Mann sich bei Pater Adamsky entschuldigt und das dieser erneut erscheint, um das Haus zu segnen. Doch Sonny erweist sich für den Pater nun als recht abweisend ihm gegenüber und plötzlich spritzt aus dem Weihstab des Paters scheinbar Blut statt Weihwasser.

Adamsky ist dermaßen verstört über die Vorkommnisse das er sogar bei der Kirche beantragt, einen Exorzismus durchführen zu dürfen. Doch dort zweifelt man eher an seinen Ausführungen und vertröstet ihn schließlich nur.

Als Patricia ihn zur Geburtstagsfeier für ihren Bruder Sonny einladen will, offenbart sie ihm, dass sie Angst vor ihm hat. Adamsky, selbst etwas eingeschüchtert ist jedoch in Eile und weist sie ab. Späterhin fährt er mit Pater Tom zu einem länger geplanten Ausflug in die Wildnis, nur um möglichst weit weg von diesem Haus zu kommen. Doch auch dort findet er keine Ruhe mehr, denn er ahnt bereits, dass etwas schreckliches passieren wird.

Am Abend der Geburtstagsfeier von Sonny übernimmt der Dämon völlig Besitz von dem Jungen und während ein Gewitter aufzieht, begibt sich Sonny von Raum zu Raum und erschießt alle Familienmitglieder. Als am nächsten Tag Pater Adamsky und Pater Tom dorthin eilen, wird Sonny gerade festgenommen und die Leichen abtransportiert.

SzenenfotoDer Kampf um die Seele beginnt:
Adamsky beginnt sich stärker um die Gerüchte zu kümmern, die es um dieses Haus gibt und stellt Nachforschungen an. Das Haus selbst soll auf einem alten Indianerfriedhof errichtet worden sein, auf dem scheinbar ein Fluch liegt. Auch ein Besuch bei Sonny im Gefängnis beweist ihm, dass der Junge längst von einer dämonischen Macht besessen ist. Als man Sonny ins Krankenhaus verlegt, gelingt es Adamsky mit Hilfe von Detective Turner, Sonny heraus zu schaffen, um ihn in der Kirche einem Exorzismus zu unterziehen. Sonny jedoch gelingt vorher die Flucht.

Adamsky eilt nun zurück zu dem verfluchten Haus und steigt über einen Außeneingang zum Keller ein, da er genau weiß, dass der Dämon mit Sonny hierher zurück gekehrt ist. Plötzlich plagen Adamsky Visionen von lebenden Toten und Blut das an den Wänden herab läuft. Erst im Dachgeschoss gelingt es ihm, den Besessenen Sonny zu stellen. Während des Exorzismus kommt es auch zu Gewalttaten, doch es gelingt Adamsky, den Dämon aus Sonny auszutreiben.

Nachdem die Polizei Sonny wieder abgeholt hat und Adamsky alleine in dem Haus zurück lässt, spürt dieser jedoch, dass sein scheinbarer Sieg in Wirklichkeit eine Niederlage ist, denn der Dämon macht sich nun bereits in seinem Körper breit.

Amityville 2 – Der Besessene (Amityville 2: The Posession)Eine Story nach einer wahren Begebenheit?
Man kennt das schon. Mit diesem Satz schmücken sich so manche Filme. Bei einigen trifft es mehr zu, bei anderen schüttelt man eher den Kopf, was so die „wahren Begebenheiten“ betrifft.

Aus der Luft gegriffen ist diese Aussage allerdings in dem Film AMITYVILLE 2 – DER BESESSENE unter der Regie von Damiano Damiani nicht. Denn sie fußt auf die Morde von Ronald DeFeo, der in Amityville im Bundesstaat New York eben sowohl seine Eltern als auch seine Geschwister erschossen hat.

Die Morde erfolgten im Jahre 1974, wobei er nicht nur seinen Vater (43 Jahre) und seine Mutter (42 Jahre), sondern auch seine Geschwister im Alter von 18, 13, 12 und 9 Jahren getötet hatte. Er selbst war zu diesem Zeitpunkt gerade 23 Jahre.

Das Ronald zu dieser Tat getrieben wurde, lastete man zuerst seiner Aussage an, dass er durch den Vater ständiger häuslicher Gewalt ausgesetzt war. Dieses passte jedoch nicht in die Aussagen von Nachbarn und Bekannten der Familie, die den Vater als stets freundlich und sehr hilfsbereit beschrieben.

Vielmehr war es Ronald DeFeo selbst, der als sehr Verhaltensauffällig beschrieben wurde, zu Gewalt neigte und späterhin auch regelmäßig zu Drogen griff. Auch scheint Habgier eine nicht unwesentliche Rolle zu spielen, denn Ronald drängte schon kurz nach den Morden darauf, dass die väterliche Lebensversicherung ausgezahlt werden sollte.

Ronald stand jedoch nicht direkt unter Mordverdacht. Das er direkt ins Gefängnis kam war der angeordneten Schutzhaft zu verdanken. Denn im Visier hatte man einen Freund der Familie mit Namen Mazzeo. Tony Mazzeo war als Auftragskiller bereits einmal vorbestraft gewesen. Doch eben dieser Tony Mazzeo befand sich später nachweislich nicht einmal zur Tatzeit im gleichen Bundesstaat. Zwar gab Ronald kurze Zeit später die Morde selber zu, doch nun plädierte man auf Unzurechnungsfähigkeit, weil er aussagte, er würde Stimmen eines Dämons hören bzw. sei vom Teufel besessen gewesen, der ihn zu der Tat getrieben hatte.

Auch das ging daneben, denn man konnte ihm nachweisen, dass er sowohl zuvor als auch nach der Tat sehr berechnend und kaltblütig vorgegangen war, was ihm pro Mord jeweils 25 Jahre Gefängnis einbrachte. Also insgesamt 6 mal 25 Jahre.

Dafür stürzte sich die Presse auf die letzteren Aussagen von Ronald und bauschte sie wesentlich auf, zumal die Tat bereits über die USA hinaus für Gesprächsstoff sorgte.

SzenenfotoTrotzdem bleiben Ungereimtheiten:
Bei einer Aussage behauptete Ronald, seine älteste Schwester Dawn wäre an den Morden beteiligt gewesen, jedoch wäre er mit ihr während der Tat in Streit geraten. Dies kann aber aufgrund der Spuren nicht wirklich stimmen, denn auch sie lag im Bett, wurde wie alle anderen von hinten erschossen und wies keinerlei Spuren von Gewaltanwendungen oder eines Fluchtversuches auf. Auch gab es keine zweite Tatwaffe.

Genau das macht allerdings die Polizei bis heute auch stutzig, denn eigentlich hätte diese Tat in dieser Form nur gelingen können, wenn es mehrere Täter (mindestens aber Zwei) gegeben hätte. Um die Tat alleine durchzuführen, hätte Ronald nämlich in einer ungewöhnlichen Geschwindigkeit die Morde ausführen müssen. Die Morde, durchgeführt mit einer Waffe der Marke Marlin Modell 336C, hätte bereits nach dem ersten Schuss die anderen Familienmitglieder wecken müssen. Doch alle wurden im Haus scheinbar im Schlaf von hinten erschossen so das es weder Spuren der Gegenwehr noch hinsichtlich eines Fluchtversuches gab. Dieses letzte Rätsel um die Morde in Amityville wurde indessen bin heute nicht gelöst.

In dieser Hinsicht gab es also genug Stoff, um daraus einen ziemlich guten Horrorfilm zu drehen, zumal die Vorlagen anhand der Aussagen ja frei Haus geliefert wurden.

SzenenfotoAuch der erste Film „Amityville Horror“ war nicht aus der Luft gegriffen:
Vor AMITYVILLE 2 – DER BESESSENE aus dem Jahre 1982 gab es ja schon den Film AMITYVILLE HORROR. AMITYVILLE 2 war daher eigentlich keine Fortsetzung im Sinne der Handlung, sondern eher die Vorgeschichte zu AMITYVILLE HORROR.

AMITYVILLE HORROR wiederum, der 1979 in die Kinos kam, wurde nach dem Roman von Jay Anson gedreht, der unter dem Titel AMITYVILLE HORROR – A TRUE STORY veröffentlicht wurde. Dieser Roman hatte in den USA einen durchaus durchschlagenden Erfolg gezeitigt, kam meines Wissens nach allerdings nie als Übersetzung auf den deutschen Buchmarkt, was eigentlich schade ist.

AMITYVILLE HORROR basierte dabei ebenfalls auf einigen Körnchen Wahrheit. Zumindest, wenn man hier die Berichte hinzu zog, die durch den Vorfall der Familie Lutz durch die Presse ging. Schließlich hatte DeFeo ja behauptet, während der Tat vom Teufel besessen gewesen zu sein. 1977 jedenfalls bezog die Familie Lutz das Haus in Amityville, indem Ronald DeFeo die Morde begangen hatte.

Ihr Aufenthalt währte laut Presseberichten nicht lange in dem Haus, denn schon recht bald soll es zu heftigen Poltergeistaktivitäten im Haus gekommen sein, welche die Familie wieder aus dem Haus vertrieb.

Genau hier setzte Jay Anson an, der in Zusammenarbeit mit George Lutz die Poltergeisterscheinungen zu einem Roman verarbeitete, der  von Stuart Rosenberg 1979 unter dem Titel AMITYVILLE HORROR verfilmt wurde. Wie viel Wahrheitsgehalt sowohl in den Aussagen der Familie Lutz (und hier besonders erwähnt, George Lutz) als auch in den Presseberichten steckt, überlasse ich mal der Phantasie der Leser. Ein lohnendes Geschäft wurde die Story alle male.

SzenenfotoVom Horror in Richtung Kitsch:
Nach AMITYVILLE HORROR folgten (einschließlich der Vorgeschichte als Teil 2) insgesamt sieben Fortsetzungen des Stoffes.

Wie bei vielen Filmreihen jedoch flachten spätestens nach dem zweiten Teil die Storys merklich ab. Mitunter strotzte manche Handlung durch unlogische Elemente bzw. entglitt ab und an sogar etwas in Richtung Kitsch. Mit der eigentlichen Grundstory ging man um, als würden die Zuschauer in den Kinos eh nicht merken, dass die Handlung manchmal nichts mehr mit dem zu tun hatte, womit die Filmreihe schließlich einmal begonnen hatte.

Scheinbar ging diese Rechnung auf, denn die Reihe hielt sich ja bekanntlich in den Kinos und lockte immer wieder die Zuschauer an. Auch das besagte Haus in Amityville wurde zu einem beliebten Anziehungspunkt für Fans der Filmreihe um das Horrorhaus. Das ging dann so weit, dass sich die Bewohner des Hauses sogar zu einem umfangreichen Umbau genötigt sahen, damit das Haus zumindest optisch nicht mehr in das Bild passte, dass die Filmreihe verbreitete.

Irgendwann aber sanken wohl doch die Einnahmen an den Kinokassen und es kehrte etwas Ruhe ein um die Filmreihe. Das änderte sich allerdings wieder, als man im Jahre 2005 mit dem Remake zu AMITYVILLE HORROR in die Kinos kam. Die Umsetzung hielt sich durchaus dicht an der filmischen Vorlage von 1979, ist jedoch was darstellerische Leistungen und Spezialeffekte angeht durchweg sogar besser zu bewerten als die Originalverfilmung des Stoffes. Neben Ryan Reynolds und Melissa George, die die Eheleute Lutz im Remake spielen, kann man auch durchaus die schauspielerischen Leistungen von Rachel Nichols oder der noch sehr jungen Chloe Grace Moretz bewundern.

SzenenfotoMeine Filmkritik:
AMITYVILLE 2 lässt sich zwar kaum auf eine Stufe mit Filmen wie DER EXORZIST stellen, doch dieses wäre ein Kritisieren auf ziemlich hohem Niveau.

Gesamt gesehen kann sich nämlich auch diese Fortsetzung, die sich eigentlich um die Vorgeschichte kümmert, durchaus sehen lassen. Spätere Fortsetzungen der Filmreihe sind da eher mit etwas Vorsicht zu genießen. Nicht alles passt da nahtlos in die Hintergrundlogik der Story und manches begann sogar zu langweilen, weil eben einiges an den Haaren herbeigezogen wirkte oder beträchtlich nahe in Richtung Kitsch abdriftete.

Ob AMITYVILLE HORROR oder AMITYVILLE 2 – DER BESESSENE nun unbedingt in eine Sammlung Phantastischer Filmklassiker gehört, sollte hier eigentlich jeder individuell für sich entscheiden. Da will ich weder vorgreifen noch meine persönliche Meinung kund tun.

An sich aber sind die Filme, einschließlich des Remake von 2005 durchaus sehenswerte Beiträge des Genre, die man zumindest mal gesehen haben sollte.

AMITYVILLE 2 erreicht bei mir daher durchaus 4 von fünf möglichen Punkten sowohl für die darstellerische Leistung als auch für Spannung und Umsetzung. Wer sich die DVD allerdings zulegen möchte, sollte schon genauer hinsehen, denn sie ist gebraucht knapp über 5 Euro erhältlich, während der Preis bei „Neuwertig“ (also Verkauf z.B. durch Filmsammler) bis an die 70 Euro ansteigen kann. Wirklich „Neu“ ist AMITYVILLE 2 – DER BESESSENE allerdings zur Zeit im Handel nicht erhältlich.

Ausblick:
Was haben wir denn nun in einer Woche im Programm für den PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKER?

Zuerst einmal geht es um Teenager, wobei bei den Darstellern dieser Gattung einiges auffällt: Gemäß der 1950er Jahre ist die Elvis-Tolle noch präsent und die Teenager sehen irgendwie eben für Teenager schon etwas ältlich aus.

Dafür kann der Film aber nichts, sondern ist eher der Zeit und den Besetzungswünschen geschuldet, als dieser Film in Angriff genommen wurde.

Zum Film selbst gibt es auch ein Remake und da hätten wir die nächste Auffälligkeit. Während man diesen Film auf DVD oder Blu-ray durchaus sogar unter 16 Jahren erstehen kann (Jugendschutz & Freigabe), muss man beim Remake schon wieder altersmäßig die Hosen runter lassen, denn für den muss man wieder mindestens 18 Jahre alt sein.

Gut, die moderneren Spezialeffekte tragen da durchaus ihren kleinen Beitrag bei, aber gesamt gesehen gibt es nicht so viele gravierende Veränderungen in der Handlung, dass die FSK-Freigabe nun so radikal voneinander abweicht. Und doch, so manche Szene im Remake ist, vergleichend betrachtet, durchaus heftige Kost.

Den nächsten Tipp, den ich euch hier geben kann, ist der Umstand, dass sich der Film nicht wirklich eindeutig zuordnen lässt.

Ist es nun mehr Science Fiction oder doch mehr Horror? Zumindest fängt alles mit einem Meteoriten an, der da vom All auf die Erde rauscht. Auch hier überlasse ich euch mal das einordnen, denn für mich ist die Sache mit dem Genre wiedermal eine ziemliche Gratwanderung. Mit Gewissheit kann ich aber sagen, dass der Film, als ich ihn in meiner Jugendzeit das erste mal sah, noch als Horrorfilm bezeichnet wurde.

Wer aber eher etwas in Richtung Horror sucht, dem empfehle ich hier mittlerweile doch lieber das Remake, denn am Original hat nun doch ziemlich der Zahn der Zeit genagt und was uns Jungs und Mädels früher eine Gänsehaut und Schnappatmung vor dem Fernseher verpasste, löst heute schlicht eher ein Grinsen und ein Kopfschütteln aus. In diesem Sinne ist der Film wirklich etwas für die, die Filmklassiker auch heute noch zu schätzen wissen.

Da treffen wir dann auch auf Polizisten, die grundsätzlich Teenager eh für Rebellen halten und ihnen nichts glauben wollen, während das Grauen sich z.B. durch Luftschächte fortbewegt (man ist ja schließlich Kamerascheu). Ich will ja hier den Titel nicht gleich verraten, aber als Hilfe beim raten könnte ich noch anbieten, mal an Rahmspinat zu denken, der da mit einem Schuss Sahne verfeinert wird. Da verwendete man in der Werbung auch immer einen Ausdruck, der zum Titel unseres nächsten Films recht ähnlich klingt.
Amityville 2 – Der Besessene (Amityville 2: The Posession)
Aber nun ist gut, mehr verrate ich euch von dieser Stelle aus nun nicht mehr.

Amityville 2 – Der Besessene
(Amityville 2: The Posession)
mit Jack Magner, Diane Franklin, Burt Young, Rutanya Alda, James Olson, Andrew Prine, Moses Gunn, Leonardo Cimino, Ted Ross u.a.
Regie: Damiano Damiani
Drehbuch: Tommy Lee Wallace, Hans Holzer, Dardano Sacchetti
Genre: Horror
Laufzeit: 87 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
USA 1982

 Zum ersten Artikel -  Zur Übersicht

 

Kommentare  

#1 Friedhelm 2016-05-14 13:19
"Amityville II" sollte wohl beides darstellen: zum einen die "Quasi-Fortsetzung" -im "Prequel-Modus"- (nach der Familie Lutz ziehen eben die Montellis ein..."). Dass es sich hier eigentlich um die Vorgeschichte der DeFeos handelt ist offensichtlich, auch wenn die Story manchmal eher -recht verunglückt- in die "Exorzist-Thematik" abdriftet. Gruselig, aber recht vorhersehbar - ich habe den Streifen in einer Nachmittags-Vorstellung gesehen, und bin schon irgendwie mit "gemischten Gefühlen" heimwärts gegangen.

Das Original konnte ich dann irgendwann auf Video - und später im TV sehen. Was dieses "Körnchen Wahrheit" betrifft, da sollte man sich vielleicht klar machen, dass es hier einfach nur um eine gewisse "Massenhysterie" ging. Solche "Ereignisse" werden ja immer wieder gerne "überhöht"

."..irgendwann aber sanken wohl doch die Einnahmen an den Kinokassen..."

Die Fortsetzungen waren allesamt kaum der Rede wert -jedenfalls finde ich persönlich das. Mir ist auch nicht bekannt, dass die Folgeteile irgendwo in einem deutschen Kino liefen. Bei uns, im ostfriesichen Raum, jedenfalls nicht..

Das Remake war auch nicht mehr, als der typisch, neuzeitliche Geistergrusel - das betrifft vor allem das Ende...

Und der Ausblick: Wenn ich richtig liege, trat ein junger Steve McQueen darin noch ohne das "Mc" auf...
Zitieren
#2 Laurin 2016-05-14 14:28
@ Friedhelm: Das stimmt schon, denn wirklich offensichtlich ist es innerhalb der Filme nicht, dass es sich faktisch um ein Prequel handelt. Als verunglückt würde ich den Film aber nicht bezeichnen wollen, es sei denn, man nimmt den Film DER EXORZIST hier als Maßstab.

Was die "Massenhysterie" angeht, da hatte wohl die Presse hinsichtlich des DeFeo-Falls kräftig mitgeholfen.

Was die weiteren Fortsetzungen anbelangt (da werden einige durchaus damals nur über VHS bei uns eingetrudelt sein), da gebe ich dir auch recht. In den USA muss die Kasse jedoch gestimmt haben, sonst hätte man nicht laufend weitere Filme unter dem Logo "Amityville" nachgeschoben.

Was das Remake anbelangt, da würde ich persönlich dieses nach wie vor dem ersten Film der Reihe vorziehen, aber das ist wiederum Geschmackssache.

Und ja, die männliche Queen ist dabei. :lol:
Zitieren
#3 Friedhelm 2016-05-14 14:53
"...Als verunglückt würde ich den Film aber nicht bezeichnen wollen, es sei denn, man nimmt den Film DER EXORZIST hier als Maßstab...."

Als Maßstab wollte ich den "Exorzisten" hier nicht nehmen - ich habe halt festgestellt, dass man Friedkins Kulthorror ein bisserl als "Blaupause" genutzt hat. Das fällt ganz besonders am Ende auf...

Und was eben besagten "Exorzisten" betrifft, da bin ich übrigens immer noch der Meinung, dass es auch heute noch sehr schwer ist, die erschreckende Plotstruktur zu toppen. Ich bin jetzt 57 Jahre alt und kann zumindest die originale, deutsche Version immer noch nicht alleine schaffen.

Bis heute das auch kein anderer Horrorstreifen mehr bei mir ausgelöst..

"...Was die "Massenhysterie" angeht, da hatte wohl die Presse hinsichtlich des DeFeo-Falls kräftig mitgeholfen....."

Stimme ich dir zu - und das Zutun der Print- und TV-Medien ist ganz sicher auch sehr hilfreich für einen erfolgreichen Hype im Kino.

Was den Ausblick betrifft:

Das Original habe ich in den Siebzigern sogar nochmal an einem Sonntag, um 14 Uhr, bei uns im Kino gesehen. Da lief er unter dem Alternativtitel "Angriff aus dem Weltall..."

Mir gefällt der Streifen eigentlich recht gut - eben weil er "ein Kind seiner Zeit war.." - und der von dir genannte "Zahn der Zeit.." gerade für einen beinharten Nostalgiker wie mich interessant ist.

Sollte ich den Streifen einordnen, dann würde ich ihn als "Science Horror" bezeichnen....
Zitieren
#4 Andreas Decker 2016-05-14 19:01
Mir fällt zu dem Film nicht viel ein. Ich habe ihn irgendwann mal gesehen, und er hat keinen großen Eindruck hinterlassen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht mal mehr, ob es Teil 1 oder 2 war. Dabei bin ich ein großer Fan vom Haunted House. Davon werden ja noch immer genug produziert, auch wenn die wenigsten haften bleiben.

***Queen als Queen zu bezeichnen ist aber böse :lol: Er ist doch nicht Rock Hudson. Wie meistens kann ich dem Remake nichts abgewinnen. Auch wenn das Original heute unfreiwillig komisch ist, ist es eine schöne Momentaufnahme vom Amiland.
Zitieren
#5 Laurin 2016-05-15 01:20
@ Friedhelm: Stimmt schon, die eine oder andere Übereinstimmung gibt es da schon. Aber gesamt gesehen ist der Handlungsstrang doch recht verschieden. Die sogenannten "Blaupausen" findet man durchweg ja auch in anderen Filmen mit ähnlich gelagertem Inhalt (Besessenheit/Exorzismus). Da ich davon einige Filme zu besitze, kann ich das durchaus bestätigen. Und was DER EXORZIST betrifft, den Toppt wohl niemand mehr wirklich.
Auch was Print und Medien betrifft, volle Zustimmung.
Was den "Ausblick" angeht muss man den Film natürlich im Kontext seiner Zeit sehen.

@ Andreas Decker: Bei mir war es genau umgekehrt. Was Haunted House angeht, hatten mich damals sowohl der erste wie der zweite Teil erst richtig angespitzt.
Und Nein, so böse war das mit der "Queen" nicht gemeint. ;-) Allerdings bei Rock Hudson kommt mir immer das "Flittchen von Hollywood" in den Sinn. :lol: Aber jeder darf natürlich so leben, wie er mag, schließlich hat man ja nur das eine Leben. ;-)
Zitieren

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.