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Ein phantastischer Filmklassiker - Weder Vampir noch Dämon aber irgendwie doch fies

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 58
Weder Vampir noch Dämon aber irgendwie doch fies

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Manche führen den Zuschauer aber auch gleich mal aufs Glatteis.


Der Dämon mit den blutigen Händen (Blood of the Vampire)Der Dämon mit den blutigen Händen (Blood of the Vampire)
Merken sie was bei den zwei Filmtiteln? Na ja, der erste ist der deutsche Titel und da hatte man sich vielleicht gedacht, es mal nicht zu doll mit der Verdrehung der Wahrheit zu treiben. Aber was soll es. Der Hinweis auf einen „Dämon“ ist faktisch genauso ein Windei wie im Originaltitel der „Vampir“. Beides kommt nämlich im Film definitiv nicht vor.

Doch wenden wir uns hier doch mal gleich dem Beginn des Films zu, womit das ganze dann noch etwas verdrehter erscheinen mag:

Wir befinden uns im schönen Transsylvanien im Urlaubsjahr 1874. Hier bekommt der Abenteuertourist gleich eine Menge Folklore geboten. Ein weder sehr geselliger noch beliebter Verstorbener bekommt Besuch am Grab von seinen Nachbarn, die ihn wohl gerade vor dem einbuddeln noch einen Holzpfahl durchs Herz stoßen müssen. Unser Verstorbener schien sich auf der Beliebtheitsskala also durch seine Untaten ziemlich weit nach unten vorgearbeitet zu haben, dass man ihn für einen Vampir … sprich Blutsauger … hält. Gut, mancher Finanzbeamte oder Vermieter usw. wird hier in Deutschland unter der Hand auch schon mal als „Blutsauger“ betitelt, aber wir stoßen ihnen deshalb noch lange keine Holzpfähle während ihrer Beerdigung ins Herz. Aber wir wollen ja nicht kleinlich sein, ist eben Transsylvanien, Heimat von Dracula, Folklore und so. Ihr wisst schon wie ich das meine.

Der Auftakt für einen Horrorfilm ist also schon mal sauber gelegt. Dann soll er verscharrt werden wie sich das gehört, doch hier kommt nun der bucklige (und auch sonst nicht gerade hübsche) Diener des Verstorbenen ins Spiel, killt den Leichenbestatter gleich mit seinem Schweizer Taschenmesser und entführt die Leiche seines Herrn. In der nächsten Einstellung soll nun ein älterer Knochenflicker den Verstorbenen wieder ins Leben zurück holen, was ihm wohl auch irgendwie gelingt. Nur wird er habgieriger als für ihn gut ist und bekommt so auch gleich den Zorn samt der lustigen kleinen Klinge des Buckligen zu spüren, der wohl nie eine Chance als weibliches Victoria Secret-Model bekommen dürfte, selbst wenn er eiskalt zur Geschlechtsumwandlung greift. Und damit wir uns da jetzt richtig verstehen, wir befinden uns immer noch am Anfang des Films, wo nun jedoch bereits rund 80 Prozent der gesamten Phantastik verschossen wurde.

Der Dämon mit den blutigen Händen (Blood of the Vampire)Wohl gemerkt, den Hauptbösewicht (aus dem Übergangsgrab) haben wir immer noch nicht in voller Größe zu Gesicht bekommen und die Kiste mit dem Vampir hat sich mit dieser letzten Einstellung auch bereits gegessen und wird auch nicht mehr medienwirksam aufgewärmt. Dafür treffen wir nun, ca. sechs Jahre später, auf den Arzt Dr. John Pierre der wegen einer Bluttransfusion nun wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht steht. Seine hübsche Frau Madeleine Duval schenkt ihm aber nicht nur einen Anhänger mit ihrem Bild, bevor John auf die Gefängnisinsel verfrachtet wird, sondern muntert ihn auch damit auf, alles zu tun um seine Unschuld zu beweisen. Doch auch auf der Insel kommt John wohl nie an. Dafür holt man ihn ab und verfrachtet ihn in eine ehemalige Irrenanstalt, in der nun Verbrecher ihr hartes Brot mit Wasser herunter würgen müssen. Empfangen wird er dort nicht nur durch die sadistischen Wärter, sondern auch von unserem buckligen Leichendieb, der unter uns gesagt, nicht zu den Gefangenen gehört.

Ab hier verpufft der phantastische Einschlag fasst völlig und irgendwie kommt man sich vor, als ginge es nun nahtlos weiter mit einer abgeschwächten Form des Films DER MANN MIT DER EISERNEN MASKE. Dialog für Dialog kümmert man sich nun um die verkorkste Jugend der Wächter um festzustellen das deren Sadismus schließlich irgendwo mal hergekommen sein muss, oder um einen grausamen Anstaltsleiter, der direkt der Hölle entsprungen zu sein scheint. Auch die Idee der Flucht vor diesem öden Ort kreist nun in den Hirnwindungen von John Pierre und seinem Mitgefangenen. Und natürlich verzehrt sich John auch nach seiner geliebten Madeleine, dessen Anhänger mit ihrem Bild auch mittlerweile abhanden gekommen ist und sich nun im Besitz von Carl dem Buckligen befindet. Und Carl mit dem hängenden Auge hat sich in die Hübsche auf dem Bild auch schon etwas verguckt, ahnt aber wohl schon irgendwie, dass er nicht gerade einen Preis für gutes Aussehen bei ihr gewinnen dürfte.

Der Dämon mit den blutigen Händen (Blood of the Vampire)Phantastik komm raus, ich habe dich umzingelt:
Das John nicht zufällig hier gelandet ist, ahnt er nicht einmal, als der Teufel in Menschengestalt mit Namen Dr. Callistratus höchst persönlich vor ihm steht. Denn der benötigt seit einiger Zeit einen Häftling mit Kenntnissen in Sachen Blut und Verträglichkeit. Und ja, dieser Mann mit dem Namen, der sich anhört wie ein betrunkener Römer am Hofe des Caligula ist der selbige, den man im Grab gepfählt hatte und der ins Leben zurück geholt werden sollte. Was sagt uns das? Operation gelungen, der „Dämon“ hat seinen großen Auftritt. Doch mit Dämon ist dann auch Pustekuchen. Man hatte Callistratus nur ein neues Herz eingepflanzt und irgendwie will sein Blut nun nicht mehr so wie er gerne möchte. In Sachen Nebenwirkungen hatte er nämlich den Beipackzettel zum neuen Herzen wohl nicht gelesen. Also hatte er dafür gesorgt, dass John in diese Anstalt verlegt wurde, damit er diesem Missstand durch seine Forschungen den Garaus machen kann. In einem zweiten Labor indessen, dass selbst John verwehrt bleibt, versorgt sich Callistratus gleich mal in regelmäßigen Abständen selbst mit frischem Blut seiner Häftlinge um sein eigenes weiterleben abzusichern. Dieses aus Transfusionen gewonnene Blut (beißen wie es die Vampire tun ist hier nicht gefragt) zersetzt sich jedoch zu schnell und sichert diesem Teufel in Menschengestalt nicht das erwünschte, recht lange Leben. Hier sollen nun die Forschungen von John Pierre Abhilfe schaffen.

Der Dämon mit den blutigen Händen (Blood of the Vampire)Jetzt haben wir ihn gefunden, den wahnsinnigen Wissenschaftler:
Verkürzen wir hier einmal die Handlung etwas. Madeleine findet einen anderen Arzt, der bezeugen kann, dass John Pierre nicht anders handeln konnte und dessen Brief soll nun seine Freilassung ermöglichen. Doch dieser Brief kommt nie an und wird sogar ersetzt durch eine Fälschung, die John des vorsätzlichen Mordes bezichtigt. Auch gilt John bald als bei einem Fluchtversuch gestorben, obwohl er für Callistratus fleißig weiter forschen muss. Wir bekommen nun mit, dass ein gewisser Monsieur Auron vom Gericht  alles aus dem Weg räumt, was den Plänen von Callistratus im Wege steht. Dafür häufen sich die bizarren Todesfälle in der Anstalt, der auch die neugierige Haushälterin zum Opfer fällt und Auron warnt Callistratus mittlerweile eindringlichst, weil die häufigen Todesfälle für Aufsehen sorgen, dass man sich eigentlich nicht leisten kann. Doch Callistratus lässt sich in seinem Wahn kaum mehr stoppen. John Pierre gelingt es mittlerweile zumindest, ab und an in den Hof zu gelangen, ohne wie sein Mitinsasse von den blutrünstigen Wachhunden zerfleischt zu werden. Und dann ist sie da – Madeleine - die misstrauisch geworden sich in der Anstalt als neue Haushälterin verdingt. Unser Schönling mit dem Buckel, Carl, erkennt sie zwar sofort, verrät sie aber nicht an Callistratus.

Der Dämon mit den blutigen Händen (Blood of the Vampire)Die Liebe eröffnet alle Wege:
John und Madeleine treffen sich heimlich und Carl tut so, als wenn er von nichts wüsste. Als John im Hof aber den Sarg seines Mitgefangenen Kurt öffnet, der von den Hunden beim Fluchtversuch zerissen worden sein soll, findet er dessen Sarg leer vor. Kurt lebt also noch und soll für ein weiteres Experiment herhalten. Auron indessen lässt Madeleines Tarnung auffliegen und stirbt durch Carl, als er über die Schönheit unzüchtig herfallen möchte. Am Ende finden sich jedoch John Pierre und Madeleine im Labor von Callistratus wieder, wo Kurt ein letztes mal vor seinem Tod nochmals eingreifen kann. Carl indessen, der Madeleine und John helfen wollte, wurde von der Pistole Callistratus niedergestreckt. Durch Kurts letztes eingreifen gelangt John an die Waffe und zwingt Callistratus ihn und Madeleine frei zu lassen. Dieser willigt zwar ein, hat aber eine hinterhältige List im Hinterkopf. Doch als dieser sich mit John und Madeleine im Hof der Anstalt befindet, rafft sich Carl nochmals auf und lässt mit letzter Kraft die Bluthunde los. John und Madeleine gelingt die Flucht zurück in die sicheren Mauern der Anstalt, wo die Wächter sofort das Tor schließen. Alles was man jetzt noch von Callistratus mitbekommt sind dessen Schreie, als die Hunde über ihn herfallen und nun endgültig töten.

Der Dämon mit den blutigen Händen (Blood of the Vampire)Jimmy Sangster baute dieses mal alles ein was er finden konnte:
Ja, James Henry „Jimmy“ Kinmel Sangster dürfte als Regisseur und Drehbuchautor für eine Menge Horrorfilme der Hammer-Studios bekannt sein. Der Brite hatte in diesem Punkt so einiges auf dem Kasten. Egal ob es sich um Manuskripte handelte, die zu Remakes berühmter Gruselklassiker wie DRACULA, DIE RACHE DER PHARAONEN oder FRANKENSTEINS FLUCH führten (Hammer-Studios) oder später in den 70er Jahren, wo er in Los Angeles (USA) an Fernsehserien mitarbeitete wie DER CHEF, COLUMBO oder DER SECHS-MILLIONEN-DOLLAR-MANN. Fans des Phantastischen dürfte er also wirklich kein Unbekannter sein. Bei DER DÄMON MIT DEN BLUTIGEN HÄNDEN, bei dem er das Drehbuch lieferte, bediente er sich jedoch fürstlich bei verschiedenen anderen Horrorfilmen um dann die eigentlichen phantastischen Elemente nur als Köder massiv einzubauen. Zwar war 1958 auch eine Herztransplantation etwas phantastisches und hätte zu dieser Zeit noch locker als Science Fiction durchgehen können, denn Dr. Christiaan Barnard gelang es erst am 03. Dezember 1967 in einem Hospital in Kapstadt (Südafrika), erfolgreich ein Herz zu verpflanzen. Der Patient Louis Washkansky überlebte mit dem „neuen“ Herzen zwar nur 18 Tage, doch der Grundstein für zukünftige bahnbrechende Herzoperationen bzw. Verpflanzungen war gelegt. Gegenüber dem furiosen wie düsteren Auftakt des Films DER DÄMON MIT DEN BLUTIGEN HÄNDEN, schipperte der Anteil der Phantastik jedoch größtenteils im Film in Form eines wahnsinnigen Wissenschaftlers jedoch fasst lieblos und ohne viele Höhen in Sachen Spannung daher.

Der Dämon mit den blutigen Händen (Blood of the Vampire)Der Auftakt mit dem Vampir-Thema (DRACULA) kam daher im Nachhinein eher wie ein Köder daher, um dann die Handlung in seichtere Gewässer der schaurigen Spannung abgleiten zu lassen. Auch die Titel (Original wie deutsche Abwandlung) wirken irgendwie reißerisch aber eben nicht wirklich kompatibel mit dem Inhalt der Geschichte. Schnell findet man daher auch Elemente anderer Grusel- oder Abenteuerklassiker vor. Sei es nun der entstellte Diener Carl, der irgendwie an Dr. Frankensteins irren Gehilfen Fritz (FRNKENSTEIN) erinnert, auch wenn Carl stärker verunstaltet daher kommt (ähnlich der Figur „Igor“ in dem viele Jahre späteren Film VAN HELSING mit Hugh Jackman).  Man könnte hier auch als Beispiel noch Koukol nennen aus TANZ DER VAMPIRE, wo ebenfalls der etwas irre „Fritz“ wohl die grobe Schablone für hergab, auch wenn er noch nicht dermaßen deformiert dargestellt wurde. Zur Verfilmung von FRANKENSTEIN passen dann auch noch die Szenen in den verschiedenen Labors und der Unglücksrabe Dr. John Pierre selbst könnte glatt den Grafen selbst spielen. Das ganze dann noch gut aufgemischt mit Kerkerszenen nach Art von DER MANN MIT DER EISERNEN MASKE oder ähnlichen Filmen und schon hat man fasst das Grobgerüst des gesamten Films stehen.

Damit wir uns hier richtig verstehen, an Opfern und Leichen fehlt es dem Film wahrlich nicht (wobei sogar zwei junge Damen Blutlieferantinnen der Schere zum Opfer vielen und nur auf den Filmbildern zu bewundern sind). Da hatte mancher frühe Film über DRACULA und Co. weit weniger Leichen zu bieten. Irgendwie schaurig wirkt die Handlung auch, doch glänzt der Film trotzdem über gewisse Längen und manche unfreiwillig komische Szenen, so das es einem mit der Zeit schwer fällt, dem Film wirklich mit ernsthafter Aufmerksamkeit zu folgen. Grund sind die kleinen Einbrüche in der Spannungskurve sowie manchen verzichtbaren Dialogen, die den Zuschauer nicht gerade an die eigentliche Geschichte zu fesseln wissen. Selbst der damals sehr bekannte britische Theaterdarsteller Donald Wolfit konnte der Figur des teuflischen Callistratus (was für ein drolliger Name) nicht den wirklich entscheidenden Schliff geben, so dass die auf Menschen abgerichteten Dobermänner im Einsatz einem sogar eher einen kalten Schauer über den Rücken jagen konnten. Selbst der sadistische Wärter am Anfang der Handlung wirkt teuflischer und bedrohlicher, weil irgendwie in seinen Handlungen nicht berechenbar. Callistratus jedoch blieb berechenbar und schien mitunter sogar über mehr Glück als Verstand zu verfügen, sonst hätte John Pierre ihm vielleicht längst das Handwerk legen können. Irgendwie lief es in der Handlung ja doch darauf hinaus, dass er die Wächter eher durch deren eigene Angst an sich binden konnte, aber wahrlich nicht durch eine wie auch immer geartete Überzeugung. Man kuschte also lieber um nicht ins Visier des Wahnsinnigen zu geraten. Wir lernen also, Angst ist mitunter ein schlechter Ratgeber und verleitet zu deftigem Fehlverhalten.

Der Dämon mit den blutigen Händen (Blood of the Vampire)Meine Filmkritik:
Gesamt betrachtet sollte man sich diesen Klassiker durchaus mal angesehen haben, zumal Victor Maddern als entstellter Diener Carl schon einen Blickfang wert ist. Ob der Film allerdings nun mit aller Gewalt in eine Sammlung phantastischer Filmklassiker gehört, darf hier wieder jeder Fan und Sammler selbst entscheiden, denn da möchte ich nicht zu sehr vorgreifen.

Im Grunde hätten Cass und Sangster hier auch einen richtig guten Film auf den Weg bringen können, würde er nicht zwischendurch durch einige Längen in der Spannung manchmal wahrlich ausgebremst.  Natürlich kann man hier recht gut auch die Handschrift des Drehbuchautoren Jimmy Sangster heraus erkennen, denn der Film hätte locker auch als eine Hammer-Produktion durchgehen können. Aber auch dann wäre er wohl nicht gerade in den Spitzenbewertungen wiederzufinden. Das Fernsehen hatte wohl auch so seine Schwierigkeiten mit diesem Klassiker, weshalb er damals nie über die Bildschirme geflimmert ist. Einzig im Pay-TV soll der Film DER DÄMON MIT DEN BLUTIGEN HÄNDEN wohl mal gelaufen sein, aber da fragt mich bitte nicht nach dem Wann und Wo. Allgemein macht man hier auch keinen Fehler, wenn man den Film irgendwo zwischen den Stühlen aus Horror und Science Fiction ansiedelt wie bereits solche Klassiker wie eben FRANKENSTEIN oder FRANKENSTEINS BRAUT. Doch das macht ihn auch nicht unbedingt zu einem frühen Blockbuster dieser Genre-Mischung.

Andererseits will ich ihn hier aber auch nicht mit aller Gewalt schlechter reden als er wirklich ist. Eine gewisse Mittelmäßigkeit ist eben auch kein filmischer Totalausfall. Von daher sollte man ihm zumindest eine gewisse Chance geben, bevor man sich endgültig entscheidet, ihn in die persönliche Sammlung mit aufzunehmen oder auch nicht. Man sollte nur eben nicht, wenn man in diesem Zusammenhang den Namen Jimmy Sangster liest, die Messlatte zu hoch anlegen. Da sind ihm in Sachen Hammer-Produktionen schon bessere Geniestreiche gelungen. Und für die Produktion einer so kleine Filmgesellschaft wie Eros Films muss man dann doch irgendwie wieder den Hut ziehen. Aber auch eine gewisse optische Ähnlichkeit zwischen Donald Wolfit und Bela Lugosi (DRACULA) lässt sich nicht gerade von der Hand weisen.

Alles in allem muss man schon auf die DVD aus der Filmreihe DER PHANTASTISCHE FILM (hat wie schon mal früher in dieser Reihe erkannt, nichts mit der beliebten Filmreihe des ZDF zu tun) seitens e-m-s zurück greifen um ihn wirklich bewundern zu können. Hätte man sich hier nämlich nicht dieses Films angenommen, dürfte er wohl noch intensiver im Reich des Vergessen abgetaucht geblieben sein. Da hat man zumindest ein Händchen dafür, Filme aus dem Bereich des Phantastischen auszugraben, die sonst manchem Magazin nicht mal mehr eine Zeile wert gewesen wären. Und ab und zu fördert man ja auch aus diesem hintersten Winkel noch eine kleine filmische Perle hervor, die ansonsten im trüben Gewässer völlig zu verschwinden droht. Von mir gibt es für den Film DER DÄMON MIT DEN BLUTIGEN HÄNDEN daher zumindest noch gute drei von insgesamt fünf Punkten.

Ausblick:
1978 ging es mitunter nicht mehr so dezent zu, wenn es um blutige Fakten und Gewaltdarstellungen in einem phantastischen Film ging. Selbst auf Elemente des Übernatürlichen verzichtete man mitunter völlig und doch lassen sich manche Filme ohne weiteres in die Sparte Horrorfilme eingliedern, denn Horror hat allgemein betrachtet nicht zwangsläufig auch immer etwas mit übernatürlichen Elementen zu tun.

Das trifft auch für den Film der nächsten Woche zu, der auf dem deutschen DVD- bzw. BD-Markt nicht gerade leicht zu ergattern ist. Damals jedenfalls hätte der Jugendschutz am liebsten für den Film immer die Türen an den Landesgrenzen verrammelt. Ihn mit der sprichwörtlichen Schere zu entschärfen hätte ebenfalls nichts genutzt, denn dann hätte man keinen Film mehr zeigen, sondern die Reste eventuell noch als „Das Unvollendete Etwas“ vermarkten können. Der Mensch (und damit der Fan) ist allerdings erfinderisch um an Filme zu gelangen, die hier nicht zu erhalten sind. Möglich macht es hier z.B. der Verkauf über das nahe Ausland, wo man nicht so extrem den (un)mündigen Bürgern vorschreiben will, was er sehen darf und was nicht. Heute ist es nicht mehr so schwer, dieses Original an Land zu ziehen, auch wenn bekanntlich Seltenes dann finanziell seinen Preis haben kann.

Ich muss aber auch gestehen, dass das Remake noch um einiges  realistischer und logischer im Handlungsverlauf daher kommt, was den Härtegrad nochmals steigert. Doch entbindet dies nicht, zumindest den Originalfilm mal gesehen zu haben, wenn man auch auf härtere Kost steht. Wer jetzt rätselt worum es geht, dem sei gesagt das es um eine junge Frau geht, die irgendwo im Grünen Muße sucht, diese aber recht bald nicht mehr findet. Nachbarn können ja bekanntlich auch wahre kleine Giftpilze sein, selbst wenn man in New England logiert.

Ich könnte jetzt noch mehr verraten, werde dies aber nicht tun, denn dann wäre das Rätsel schlicht keines mehr. Aber um es euch dann doch etwas leichter zu machen, seinen hier zwei Hinweise von mir noch hinzugefügt. Einer im Film hat einen Intelligenzgrad der gefährlich nahe an einer Scheibe Vollkornbrot heran reicht. Und Hinweis Zwei besteht schlicht darin, dass der Film für Kinder wirklich nicht geeignet ist und man ihn deshalb bei den lieben Kleinen nicht gerade in Reichweite bereitstehen haben sollte.

Nun, alle eventuellen Klarheiten beseitigt? Dann ist es ja gut. Ihr habt mit dem Raten bis nächsten Samstag genug zu tun und ich kann entspannt und mit einem diebischen Grinsen im Gesicht den Artikel schreiben. Von daher also von mir ein quietschendes Tschüss bis nächsten Samstag, wenn ich wieder mal einen Film aus meiner Sammlung DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER hervor hole.

Der Dämon mit den blutigen Händen (Blood of the Vampire)
Der Dämon mit den blutigen Händen
(Blood of the Vampire)
mit Donald Wolfit, Victor Maddern, Barbara Shelley, Vincent Ball, William Devlin, Andrew Faulds, Bryan Coleman, Max Brimmell, Barbara Burke, Pat Phoenix, Henri Vidon u.a.
Regie: Henry Cass
Drehbuch: Jimmy Sangster
Genre: Horror/SF
Laufzeit: 82 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: E-M-S/DVD-Reihe Der Phantastische Film    
Großbritannien 1958

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2016-08-13 12:46
Ein Sangster-Film, den ich nie gesehen habe. Der Mann hat schon viel geleistet. Meine Lieblinge sind "Ein Toter spielt Klavier" und "Haus des Grauens".

Mit dem Mini-Genre von nächster Woche kann ich heute nichts mehr anfangen. Die Diskussion darum ist mir zu verlogen, höflich ausgedrückt.
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#2 Laurin 2016-08-13 14:45
"Mini-Genre"? :o
Kenn ich nicht. Muss wohl die Mini-Playback-Show gewesen sein. :lol:
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