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Ein phantastischer Filmklassiker - Rache, Surrealismus, ein Panther und etwas Blut

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 61
Rache, Surrealismus, ein Panther und etwas Blut

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Dabei sollte man auch nicht jedem Zirkus trauen, der ins Dorf schneit.


Circus der Vampire (Vampire Circus)Circus der Vampire (Vampire Circus)
Eigentlich könnte man hier gleich schreiben, dass 1971/1972 die besten Zeiten der Hammer-Produktionen schon irgendwie vorbei waren. Selbst wenn man ab und zu von einigen weiblichen Darstellerinnen die formschöne Oberweite aufblitzen ließ, konnte man irgendwie nicht mehr wirklich so an die früheren Erfolge anknüpfen, wie man es gerne gewollt hätte.

CIRCUS DER VAMPIRE ging es genauso. Wenn man so im Internet nachforscht, dann dürfte dieser Film sogar ein durchaus beachtlicher Erfolg gewesen sein. Das änderte aber nichts an der Gesamtsituation für Hammer.

Circus der Vampire (Vampire Circus)Hammer im Wandel des Genre:
Was man bei Hammer damals irgendwie nicht wahr haben wollte, war schlicht und einfach die Tatsache, dass man mit barockem Horror-Flair keine nachhaltigen Begeisterungsstürme in den Kinos mehr entfachen konnte. Aus den USA z.B. drängten langsam aber sicher Horrorfilme in die Lichtspielhäuser, die in der Realzeit spielten und in denen adelige Vampire mit Umhang immer weniger einen Platz  hatten. Und wenn es schon um Untote ging, dann schielte man bereits eher in Richtung der Zombies z.B. in Form der reitenden Leichen. Auch in diesen Filmen wurde nicht unbedingt mit den weiblichen Reizen und jeder Menge Blut gespart, aber sie waren im Punkt Gewaltdarstellung und Ekelszenen den Hammer-Produktionen schon um einiges voraus. Dracula im Flair von Hammer erzeugte nunmehr kaum noch Gänsehaut und rückte immer mehr in die Ecke von modernen Märchen ohne den nötigen Biss, den man nunmehr beim Horrorfilm suchte. Bei Filmen wie THE VELVET VAMPIRE (1971) zog wohl eher die bisexuelle Schiene, die der Film bediente. Portugal und Spanien sattelten indessen 1971 mit DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN optisch etwas den Ekelfaktor bei der Darstellung der modernden Templer-Überreste und setzten etwas mehr auf einige Gewaltspitzen. Auch aus England kam dann 1972 schon der vermeintliche Versuch der Anpassung an den zukünftigen Genre-Verlauf mit dem Film DIE FRATZE (FRIGHT) auf, der einen eindeutigen Fingerzeig in Richtung Slasher-Film aufwies. Die USA nagelten 1972 mit dem Film THREE ON A MEATHOOK die leicht bekleideten bis nackten Mädchen gleich an Fleischerhaken und mit PIGS legte man im Exploitationfilm gleich noch mal mit blutrünstigen Schnitzel-Lieferanten aus den USA nach. Hammer versuchte natürlich trotz manch zögerlichen Verhaltensweisen der Macher, sich den Zeichen der Zeit nicht völlig zu verwehren mit Filmen wie DRACULA JAGT MINIMÄDCHEN (1972) oder eben CIRCUS DER VAMPIRE (1972), doch das Horror-Genre war bereits wie eine sprichwörtliche Schlinge, die sich noch langsam zwar, aber dafür mit tödlicher Sicherheit um Hammer zuzog. Das lag auch daran, dass den Machern der Hammer-Produktionen der neue Zeitgeist im Genre nicht wirklich behagte und schon jetzt manches Zugeständnis (wie z.B. mehr nackte Haut) eher mit zusammengebissenen Zähnen erfolgte. Doch wie sagte Gorbatschow schon so sinnig: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

Circus der Vampire (Vampire Circus)Seltsam, aber so wurde er gedreht:
CIRCUS DER VAMPIRE hob sich indessen aber auch anderweitig von den üblichen Produktionen des Hammer-Studio ab. Wartete er doch mit einigen eher surrealistisch angehauchten Elementen auf, die man so eigentlich nicht üblicher Weise in den Horrorfilmen des Studios  geboten bekam. Dabei stimmt allerdings durchaus auch die Kritik, dass CIRCUS DER VAMPIRE etwas uneinheitlich und mal auch verwirrend daher kommt. Was sogenannte blutrünstige Szenen angeht, bewegte und bewegt sich der Film noch in recht angenehmen Bahnen, weshalb schon die damalige Alterseinstufung ab 18 Jahre eher ein  Beispiel für einen schlechten Scherz in Deutschland darstellt. Zumindest sollte man sich hier langsam daran machen, dafür zu sorgen, dass der Film endlich auf eine halbwegs vernünftige Alterseinstufung ab 16 Jahre herunter gesetzt wird. CIRCUS DER VAMPIRE selbst heute noch mit einer so hohen Alterseinstufung zu vertreiben ist Angesicht des Wandels schlicht nur noch unterirdisch zu nennende Augenwischerei an die Realität durch den Gesetzgeber. Sieht man in der Wikipedia nach, so wird die Altersfreigabe mit 16 Jahren (also „ehemals 18“ Jahre) angegeben. Diese Information ist leider falsch und eher Wunschdenken statt Wirklichkeit.

Auch unsere männlichen Vampire in diesem Film sprühen nicht gerade vor höherem schauspielerischem Tatendrang, selbst wenn sich hiervon nun einer in einen Panther (statt eines Wolfes oder einer Fledermaus) verwandeln kann. Für die Messlatte, die Christopher Lee als Vampir in Sachen Darstellung vorgelegt hatte, müssten sich die männlichen Darsteller noch etwas Richtung Decke strecken, was sie aber leider nicht taten. Aber die Idee, dass die eigene Mutter aus Liebe zu einem Vampir ihre eigene Tochter opfern würde, hatte ordentlich Potential, dass man dann leider am Ende doch in letzter Konsequenz nicht nutzen wollte. Ob da etwa ein bisschen die Feigheit vor der eigenen düsteren Idee dahinter steckte? Man weiß es nicht.

Circus der Vampire (Vampire Circus)Die Effekte sind zum Teil recht ansprechend und können durchaus überzeugen, nur um dann wieder etwas zurück zu fallen und statt dessen etwas plump und uninspiriert zu wirken. Der niedliche Flughund, der eine Fledermaus darstellen sollte, war z.B. schon eine gewisse Kuriosität. Fasst scheint es so, als hätten hier zwei Köche manchmal völlig entgegengesetzt im Suppenkessel gerührt. Da macht man aber andererseits auch einiges wieder durch die perfekten musikalischen Beiträge wieder weg und auch der ungewöhnlich lange Prolog des Films verfehlt durchaus seine Wirkung nicht. Und dann geizte man auch nicht mit durchaus hübschen Gesichtern im Film wie etwa Domini Blythe in der Rolle der jungen Anna Müller oder Lalla Ward als Vampirin Helga. Auch ins Auge fiel dem Zuschauer die Tanzvorführung der Tigerfrau, die scheinbar am Körper außer Farbe nichts zu tragen schien. Das täuscht allerdings, denn wenn man genau hinsieht, dann wird das wichtigste durch ein kleines Stückchen dreieckigen Stoffes bedeckt. Aber auch das mittlerweile erwachsene Töchterchen Lynne Frederick als Dora Müller ist ein hübscher Blickfang des Films. Doch die Mädels hübschen den Film nicht nur durch ihr Äußeres auf, sondern spielen so manchen männlichen Darsteller auch gleich ein klein wenig an die Wand. Ein etwas überzeugenderes Beispiel dürfte da aus der männlichen Geschlechtsecke heraus John Moulder-Brown in seiner Rolle als Anton Kersch sein. Aber auch David Browse als der Hühne vom Circus hebt das Niveau der männlichen Darsteller nicht wesentlich und agiert eher im schauspielerischen Mittelfeld. Da wirkte er später in der Maske des Darth Vader in den STAR WARS Filmen doch irgendwie imposanter.

Man kann hier aber auch durchweg festhalten, dass CIRCUS DER VAMPIRE, wenn er auch heute nicht gerade zu den bekanntesten Produktionen des Hammer-Studio zählt, einer der ansehnlichsten Vampir-Produktionen ist, der aufgrund seiner etwas surrealen Machart überrascht und den Zuschauer sehr motiviert in eine Phantasiewelt entführt, in der man außer Vampire auch Freaks und leichtgläubige Bewohner bestaunen kann. Die Sache mit der übertragbaren Krankheit, die als Teil des Fluchs dargestellt wird, hätte man dabei getrost auch völlig weglassen können. Einen wesentlichen Einfluss hat die Erkrankung nämlich nicht und dient hier eigentlich nur als logischer Aufhänger, warum das Dorf von seiner Umwelt isoliert gehalten wird. Doch kommen wir nun zum Inhalt des Film CIRCUS DER VAMPIRE.

Circus der Vampire (Vampire Circus)Der Fluch und der Circus des Bösen:
Die junge wie auch hübsche Anna Müller entführt im 18 Jahrhundert vor den Augen ihres Mannes Albert ein kleines Mädchen und verschwindet mit diesem im Schloss des Grafen Mitterhaus. Anna hat nicht nur ein ziemlich heftiges Verhältnis mit dem Grafen, sondern führt ihm auch Kinder zu, denen dieser das Blut aussaugt. Denn Graf von Mitterhaus ist ein Vampir der übelsten Sorte. Für die Bürger des Dorfes ist nun das Maß ihrer ängstlichen Unterwerfung voll und so eilen die Bewohner unter Führung des Bürgermeisters und Albert Müller zum Schloss, verschaffen sich gewaltsam Zugang und finden das kleine Mädchen zu Tode gebissen vor. Bei der Auseinandersetzung mit dem Vampir scheint dieser aber den Kampf gegen die Dorfbewohner fasst für sich zu entscheiden, wäre da nicht Albert, dem es gelingt, dem Vampir von hinten den Holzpfahl durch das Herz zu stoßen. Doch bevor Graf Mitterhaus stirbt, verflucht er seine Gegner und deren Kinder und kündigt seine Wiedergeburt aufgrund ihres zukünftig vergossenen Blutes an.

Die untreue Anna soll danach durch einen brutalen Spießrutenlauf bestraft werden, doch Alfred wirft sich schützend vor seine Frau, die jedoch nichts besseres zu tun hat, als wieder zurück ins Schloss zu fliehen. Dort schafft sie den Grafen in den Keller, wo dessen Sarg steht. Durch ein paar Tropfen Blut kommt Mitterhaus nochmals zu Bewusstsein und befiehlt Anna, seinen Cousin zu suchen, der den Zirkus der Nacht leitet. Anna flieht darauf hin, während die Dorfbewohner das Schloss über der Gruft niederbrennen.

15 Jahre später scheint sich der Fluch zum Teil zu erfüllen, denn immer wieder sterben Bewohner an einer seltsamen, seuchenartigen  Krankheit. Der Arzt des Dorfes mag zwar nicht an die Gerüchte um Vampire glauben, macht sich jedoch mit Hilfe seines Sohnes auf, in die Stadt zu reiten und ein Medikament gegen die seltsame Krankheit zu finden. Dabei muss sein Sohn Anton Kersch die Gegner austricksen, damit sein Vater überhaupt lebend durch kommt. Die Bewohner der umliegenden Gegend töten nämlich jeden Dorfbewohner, der versucht aus dem Dorf zu entkommen. Angst wegen der rätselhaften Krankheit ist dabei deren alleiniger Antrieb. Doch schon kurz danach folgt die nächste Überraschung. Scheinbar unbehelligt gelangt eine seltsame Zirkustruppe durch die Absperrungen direkt ins Dorf.

Circus der Vampire (Vampire Circus)Zwar sieht man in dem Zirkus der Nacht erst einmal eine willkommene Abwechslung, doch schon recht bald verbreiten deren Freaks und Darsteller das Grauen unter den Dorfbewohnern. Emil, der ansonsten in einem Käfig in der Gestalt eines schwarzen Panthers zu sehen ist, ist der Cousin des Vampir Mitterhaus und schwört blutige Rache an den Dorfbewohnern und deren Kindern. Deren Blut soll auch dafür sorgen, dass der Graf wieder aus seiner Totenstarre aufersteht. Während dessen eilt Dora Müller (die Tochter von Alfred und Anna Müller) heimlich zurück in das Dorf, um ihren Vater und ihre Jugendliebe Anton Kersch wieder zu sehen. Hierbei stößt sie auch auf die grauenvoll zugerichteten Leichen dreier Dorfbewohner, die versucht hatten mit Hilfe eines der Freaks des Zirkus dem Dorf des Todes zu fliehen. Ihre Körper scheinen dabei förmlich von einem wilden Tier zerfleischt worden zu sein.

Zwar greifen der Bürgermeister und einige Dorfbewohner den Zirkus an und töten einige der Tiere, doch dann werden sie selbst Opfer der Vampire des Zirkus, die nun auch nicht davor zurück schrecken, die Kinder in der Schlossruine zu töten um der Leiche des Grafen dessen Blut zuzuführen. Auch Dora, die nun bis ins Dorf vorgedrungen ist, wird zur Zielscheibe der Vampire. Dabei ahnt sie nicht, dass die Zigeunerin des Zirkus optisch nur eine Illusion ist, hinter der sich die immer noch junge Anna Müller verbirgt. In einer Kapelle kommt es zum finalen Angriff auf Dora durch die Vampir-Geschwister des Zirkus. Doch durch Dora stürzt das große Kreuz auf die Vampirin Helga. Da sie und ihr Bruder Zwillinge sind, stirbt auch dieser an der gleichen Wunde, die das Kreuz in Helgas Körper bohrt. Auch Dr. Kersch kommt nun mit Unterstützung einiger Soldaten zurück mit dem Heilmittel. Die Krankheit wurde nämlich durch eine Form der Tollwut ausgelöst, die die Fledermäuse aus der Schlossruine unter den Dorfbewohnern verbreiten. Doch in der Stadt gelangte der Arzt auch zu der Gewissheit, dass Vampire nicht nur Relikt eines Aberglaubens sind. Und überall dort, wo der Zirkus der Nacht gastierte, kam es zu grausamen Todesfällen.

In den Ruinen des Schloss kommt es indessen zur finalen Auseinandersetzung, denn Emil will Dora dort töten und den Grafen endgültig erwecken. In letzter Sekunde wirft sich jedoch die Zigeunerin dazwischen und stirbt. Im Tode verwandelt sie sich wieder zurück in die immer noch junge Anna - Doras Mutter. Im letzten Augenblick hatte sie sich besonnen und konnte es nicht ertragen, ihr eigen Fleisch und Blut für den teuflichen Grafen zu opfern. Auch Albert dringt mittlerweile in die Ruine ein und kann Emil töten. Das bezahlt er jedoch mit seinem eigenen Leben, während Graf Mittehaus plötzlich wieder aufersteht und nunmehr selbst Dora bedroht. Bei einem Kampf gegen Anton, der Dora schützen will, gerät der Kopf des Grafen zwischen das Abschussseil  von Antons Armbrust. Anton drückt ab und das nun vorschnellende Abschussseil tötet dabei endgültig den Grafen, indem es ihm schlagartig den Kopf vom Körper trennt. Nachdem Anton und Dora aus der Ruine gerettet wurden, setzt man die Gruft unter der Erde in Brand, worauf auch die Körper der Vampire für immer vernichtet werden.

Circus der Vampire (Vampire Circus)Meine Filmkritik:
Ja Hallo, schon ist der Artikel fast fertig. War dieses mal nicht wirklich viel wissenswertes zu finden gewesen. Zeit also, dass ich meinen persönlichen Senf noch über das ganze verteile.

Ja, der Film hat so den einen oder anderen Mangel. Die männlichen Darsteller, besonders aus der Front der Vampire tun sich schwer, wirkliche aktiv und immer überzeugend herüber zu kommen. Die Kohlen müssen manche weiblichen Darstellerinnen mit etwas Spielgeist und optischen Vorzügen dann wieder heraus reißen. Der Film wirkt auch nicht unbedingt in seiner Gesamtheit wie ein Projekt aus einem Guss. Dafür ist er aber in seiner Machart nicht gerade aus dem üblichen Topf hervor gezogen worden und hat ein paar nette surrealistische Elemente zu bieten, die man so auch nicht in früheren Hammer-Filmen zu Gesicht bekommen hat. Übrigens, der Darsteller Anthony Higgins (Emil) ist identisch mit „Anthony Corlan (dieser Name taucht im Booklet zum Film auf). Der Name „Anthony Corlan“ war ein Pseudonym, unter dem er auftrat. Sucht man im Internet aber etwas über ihn, sollte man vorsorglich den Nachnamen „Higgins“ benutzen.

Die Frage, ob der Film nun unbedingt in eine Sammlung PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER gehört, kann ich hier mal zu 70 Prozent mit Ja beantworten. Das liegt an seiner ungewöhnlichen Machart und an der Story des Films an sich. Er ist nicht in allen Punkten Perfekt, weswegen es eben auch keine 100 Prozent in meiner Antwort gibt, aber er ist ein durchaus intelligenter und ungewöhnlicher Beitrag zum Genre, dass man durchaus auch zu würdigen wissen sollte.

Natürlich hätte man aus der einen oder anderen Szene mehr heraus holen können. Doch das ist der Blick von Heute und nicht zu vergleichen mit dem Blick, den man damals auf das Werk richtete. Da will ich dann auch nicht den Besserwisser heraus hängen lassen. Schließlich sitze ich hier nicht auf einem Regiestuhl oder hinter dem Schreibtisch des Produzenten. Daher bekommt der Film CIRCUS DER VAMPIRE von mir auch gute vier von fünf Punkte, denn in Sachen Unterhaltung gibt es eigentlich nicht viel zu meckern und man kann sich den Film durchaus auch mehrmals in kurzen Abständen ansehen. Grundsätzlich kann man auch sagen, dass man den Film CIRCUS DER VAMPIRE für Fans der alten Hammer-Filme als düster schönen Leckerbissen ansehen kann.

Circus der Vampire (Vampire Circus)Ausblick:
Tja, wir bewegen uns mal wieder weit in die Zukunft. In eine Zeit der fliegenden Kaffeetassen … oder waren es Untertassen? Da muss ich noch mal kurz in mich gehen um das jetzt hier klar niederzuschreiben zu können. Also - in dem Raumschiffe noch bei Innenaufnahmen den Zuschauer in Platzangst versetzen konnten. Ganz im Gegensatz zu dem, was die Raumfahrer dann aus eben dem Raumschiff (oder nannte man die Dinger jetzt doch Kaffeetassen … *hhm?) an Material und Wunderdingen heraus holen konnten. Das hat schon irgendwie was magisches. Quasi ein Raumschiff von David Copperfield … oder so.

Einen Roboter gibt es auch, der irgendwie recht bekannt in seiner Optik wurde. Aber halt, es ist nicht R2-D2. Der Kleine aus STAR WARS kann einem ja nur was pfeifen, aber nicht vernünftig reden.

Und dann kann man auch noch in den Planeten mit einem Fahrstuhl herunter fahren. Da ist dann auch plötzlich Platz genug und man kann sich schnell verlaufen – ähnlich wie bei IKEA. Ach was erzähl ich da. Noch schlimmer, denn bei IKEA trifft man sich spätestens dann wieder, wenn man aus Verzweiflung den vierten Teller mit Köttbullar in die Gesichtsluke geschoben hat und der teure Ledergürtel mit einem Knall an der Hose reißt.

Und dann hatte man noch das Böse gesammelt. Na ja, nicht gerade mit den Sammelalben von Panini, aber irgendwie so ähnlich. Nur hat das Böse keine Lust, einfach so in der Sammlung zu verharren. Erinnert mich übrigens gerade irgendwie an die hübschen Bildchen, die man jetzt Dank der EU mit jeder Zigarettenpackung sammeln kann (nur das Album von Panini fehlt hierzu auch noch immer).

Also ehrlich, wie viele Tipps soll ich euch denn jetzt noch geben? Schließlich sollt ihr den Film ja erraten, da wirft man nicht mit allen Weisheiten gleich um sich. Aber ihr kommt bestimmt noch drauf. Wenn nicht Heute, dann Morgen … oder Übermorgen … oder? Nun ja, nicht mein Problem. Ich habe hier jedenfalls getan was ich konnte. Also bis zum nächsten Mal, wenn ich diesen besagten Film noch mal aus meiner Sammlung ziehe.

Circus der Vampire (Vampire Circus)
Circus der Vampire
(Vampire Circus)
mit Anthony Higgins, Lynne Freerick, John Moulder-Brown, Laurence Payne, Thorley Walters, Lalla Ward, Robin Sachs, David Browse, Elizabeth Seal, Adrienne Corri, Mary Wimbush, Chritina Paul, Robert Tayman u.a.
Regie: Robert Young
Drehbuch: Judson Kinberg
Genre: Horror
Laufzeit: 87 Minuten (Blu-ray)/84 Minuten (DVD)
DVD/FSK: 18 Jahre
Bonusmaterial: Comic zum Film (Rom-Part), seltenes Werbematerial und Bildergalerie, Original Trailer, 16-seitiges Booklet (Angaben zur Blu-ray)
Vertrieb: Koch Media
Großbritannien 1972

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2016-09-03 12:19
Zitat:
Zumindest sollte man sich hier langsam daran machen, dafür zu sorgen, dass der Film endlich auf eine halbwegs vernünftige Alterseinstufung ab 16 Jahre herunter gesetzt wird. CIRCUS DER VAMPIRE selbst heute noch mit einer so hohen Alterseinstufung zu vertreiben ist Angesicht des Wandels schlicht nur noch unterirdisch zu nennende Augenwischerei an die Realität durch den Gesetzgeber
Mal ganz ehrlich, warum sollte ein Label das tun, also den Film zur neuen Einstufung einreichen? Das kostet nun einmal Geld, und wenn man sieht, dass der Film zurzeit selbst als BD ganze 7 Euro kostet, also mutmaßlich verramscht wird, dürfte das kaum wirtschaftlich sein.

Alle Hammer-Filme ab 72 funktionieren nicht mehr. Die Drehbücher sind schwachbrüstig, der Plüschgrusel passt nicht mehr ins Umfeld, und Filme wie Der Exorzist im Folgejahr hat dem Hammerkonzept endgültig den Garaus gemacht. Circus ist noch der Beste, eben weil er nicht so geradlinig ist.

Zitat:
Aber die Idee, dass die eigene Mutter aus Liebe zu einem Vampir ihre eigene Tochter opfern würde, hatte ordentlich Potential, dass man dann leider am Ende doch in letzter Konsequenz nicht nutzen wollte
Das Interessante an der Szene ist, dass 1972 keiner, ob nun Hammer, die britische Filmzensur oder das Publikum, der Ansicht war, dass das Ganze in seiner Inszenierung mehr als nur etwas pädophil ist. Anna bekommt einen Orgasmus, als sich der Graf auf die Kleine stürzt, um sich danach nackt mit ihm im Bett wälzen. Deutlicher geht es für 1972 eigentlich nicht mehr. :-) Aber das war auch für die deutsche Zensur akzeptabel, aufgeschnittene Hälse eher nicht.

Dass die Macher nicht auf die Idee gekommen sind, das Thema der Kindvampirin weiter zu verfolgen, wundert mich nicht. Das hat erst Anne Rice 76 getan mit ihren Jammersaugern. :lol:

Ich mag Circus sehr, weil er nicht verschämt abblendet, wenn es zur Sache geht. Er nimmt sein Mysterium ernst, erklärt nicht alles zu Tode - wie ist Anna zu dem Circus gekommen, wieso kann er unbehelligt durch dieses geschichtslose Pseudoeuropa ziehen, etc - und hat mehr Handlung als die Hälfte der heutigen Blockbuster zusammen. Kein schlechtes Paket.
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#2 Laurin 2016-09-03 13:39
@ Andreas Decker:
Vom Preis dieser Blu-ray gesehen hast du schon recht, wäre vom Label aus gesehen zu teuer. Wie wäre es denn, wenn der Jugendschutz dies aufgrund einer zeitgemäßen Neubewertung von sich aus turnusmäßig prüfen/machen müsste? Klar, tun sie nicht, aber dann hätten sie weniger Zeit Blödsinn zu verzapfen. :lol:

Ja, die Jammervampire der Anne Rice. Kein schlechtes Beispiel. Übrigens, die Thematik der Kindvampire wurde sogar in einer der Twilight-Filme thematisiert. ;-)

Was die verdeckte pädophile Szene angeht, glaube ich mal das die das nicht einmal wirklich gescheckt hatten bei der Überprüfung. Einen abgeschnittenen Kopf kriegt dagegen ja bald auch ein Blinder mit. :lol:

Was den Film gesamt angeht ist er durchaus sehenswerter Natur.
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#3 Larandil 2016-09-06 12:40
Zum Ausblick: Ist Leslie Nielsen der bessere William Shatner?
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#4 Laurin 2016-09-06 13:26
@ Larandil:
Die Frage dürfte dabei durchaus im Raum stehen. Zumindest packt er hier keine nackten Kanonen aus. ;-)
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