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Ein phantastischer Filmklassiker - Von Hexen, Vampiren, Flüchen und Mario Bava

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 60
Von Hexen, Vampiren, Flüchen und Mario Bava

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Manche Schwarzweißfilme heben dabei das gruselige Niveau enorm.


Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)
Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)
In Italien hatte man mal ein richtig gutes Händchen für Horrorfilme, die immer noch einen Zacken drauflegten, wo z.B. englische (Hammer Studio) oder eben amerikanische Studios schon passen mussten. Bei manchen Filmen war es recht offensichtlich, wenn z.B. Zombies wirklich recht blutig ihrem Frühstück nachgingen. Bei anderen Filmen wie diesem von Mario Bava sind es eher Kleinigkeiten wie etwa etwas härtere Gewaltszenen oder unter Umständen auch scheinbare Nebensächlichkeiten, die im Gesamtpaket den Kick ausmachten, den man z.B. seitens Hammer nicht bereit war, als Kirsche oben auf die Sahnetorte (dem Film) zu setzen. Ist bei Hammer etwa ein blanker Menschenschädel samt einer abgezählten Truppe von filmreifen Maden schon das höchste der Gefühle (wobei die Maden schon die Position von besonderen Gaststars einnahmen), ist es hier gleich ein schön schauriger Frauenkopf ohne Augen, auf dessen Gesicht und aus deren Augen- und Mundöffnungen gleich kleine fiese Skorpione wuseln, als gäbe es dort in der Gruft ein Oktoberfest für Insekten.

Was die Gesamtstimmung und das schaurige Flair anging bei diesem Horrorfilm mit Kostümzwang, konnte man hier getrost mit den Hammer-Produktionen mithalten. Und Darstellerinnen wie Barbara Steele wurden hier gleich vom Fleck weg zur Genre-Ikone.

Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)Mit ihrem zweiten Film DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT hatte Steele ihren Durchbruch als Schauspielerin. Ursprünglich hatte sie ja als Fotomodell ihre Karriere begonnen. Doch ab da war sie hauptsächlich auf Horrorfilme abonniert, obwohl sie eigentlich eher die „seriösen“ Filme bevorzugte wie DER JUNGE TÖRLESS (Romanverfilmung von Volker Schlöndorff) oder Federico Fellinis Film ACHTEINHALB. Doch mal ehrlich liebe Fans, wer von euch hat sich diese Filme mit ihr schon mal angesehen oder bringt sie überhaupt mit diesen Filmen direkt in Verbindung, wenn er oder sie es nicht gerade hier gelesen hat. Mutige vor, ich komme dann persönlich vorbei, niste mich frech bei euch ein und frage euch zu diesen Filmen ab, nachdem ich euren Kühlschrank geplündert habe.

Doch bevor ihr jetzt schon Panik bekommt, es ändert nichts an der Tatsache, dass Barbara Steele mit ihrem Image als Horror-Queen stets etwas haderte. Dafür war sie aber nicht nur im Kino sondern späterhin auch in Fernsehproduktionen zu bewundern, bevor sie sich ab den 1980er Jahren vor der Kamera eher rar machte um nun eher als Produzentin von Fernsehfilmen und Serien in Erscheinung zu treten. Ob mit Erfolg kann ich allerdings nicht sagen. Da sollte man vielleicht die Fachleute aus Bella Italia oder sonst wo fragen.

Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)Vom Erstlingswerk zum größten Meisterwerk:
Ja, LA MASCHERA DEL DEMONIO war 1960 der erste Film der späteren Horror-Ikone Mario Bava, den er in eigener Verantwortung auf die Kinoleinwand brachte. Der Film, der in Deutschland unter dem Titel DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT lief, war für ihn nicht nur eine perfekte Übung in Sachen barocken Horrors noch im schönsten Schwarzweiß, sondern galt späterhin auch unangefochten als sein eigentliches, sehr persönliches Meisterwerk.

Dabei hatte er vorher die Chance seines Lebens in Sachen Regiearbeit erhalten. Eigentlich war Mario Bava ja als Kameramann und Regieassistent eher etwas im Hintergrund der eigentlich großen Namen. Doch dann kam für Bava der Glückstreffer. Der Regisseur Riccardo Freda hatte sich am Set für den Film DER VAMPIR VON NOTRE DAME (I VAMPIRI/1956)irgendwie nicht mehr lieb mit dem Produzenten was Drehzeit und schlüpfrigem Inhalt anging. Man Überwarf sich, wie das in der Fachsprache so schön heißt. Der Produzent hatte natürlich einen längeren Arm als Freda und  beauftragte daraufhin den Kameramann Mario Bava kurzerhand, den Horrorfilm in seinem Sinne zu vollenden. Sucht man auf der betreffenden Filmseite bei Wikipedia allerdings im Bereich Filmdaten/Stab unter Regie den Namen Mario Bava, wird man nicht fündig, denn dort steht nach wie vor alleine Riccardo Freda und Bava wird nur als Kameramann genannt.

 Die Auflösung findet man erst im Text selbst, wo dann auch klar wird, dass Freda den Film nicht in den versprochenen 12 Tagen fertigstellen können wollte. Bava benötigte daraufhin zwei Tage und der Film war im Kasten. Außerdem mokierte sich Freda, dass man in dem Film den Sex und die „erotische Spannung“ zeigen müsse und diese nicht nur den Zuschauern zu versprechen. Nun ja, der Produzent war dann bei Einhaltung der Drehzeit wohl auch mit einem billigen erotischen Quickie zufrieden. 1960 dann nahm Bava das ganze mal in die eigenen Hände und zeigte mit dem Film DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT, dass er sehr wohl in der Lage war einen atmosphärisch sehr dichten und gruseligen Horrorfilm zu drehen. Doch wie kam er an diese erste eigene Regiearbeit? Nun, Freda schmiss nicht nur vorzeitig beim Film DER VAMPIR VON NOTRE DAME HIN, sondern machte dies auch nochmals beim Film CALTIKI, RÄTSEL DES GRAUENS (1959) und wieder musste Brava den Film fertigstellen. Doch nicht nur Freda schmiss gerne hin. Gleiches passierte nochmals zum Film DIE SCHLACHT VON MARATHON (ebenfalls 1959), wo der Regisseur Jacques Tourneur den „Freda“ gab und Brava wieder einspringen musste in Sachen Regie und Fertigstellung des Films. Nello Santi sah Bavas schnellen und stets bereitwilligen Einsatz durchaus wohlwollend an und unterbreitete ihm so die Möglichkeit,  nun seine eigene Regiearbeit anzugehen. Der Weg für den Film DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT war damit geebnet.    

Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)Und das eben von jemandem, der eigentlich lieber ein Kunststudium durchlaufen hätte, an dem er allerdings scheiterte um dann seinem Vater Eugenio Bava bei seiner Arbeit als Kameramann für das italienische Kino zu assistieren. Eugenio Bava war übrigens selbst eher Bildhauer und Maler, aber schließlich wollte man auch am Tag mal was warmes auf dem Tisch haben und das war mit der Leidenschaft zur Kunst in Form von Farbtöpfchen und Steine klopfen wohl irgendwie nicht drin. Aber was soll es. Der Film ist schließlich auch eine Form der Kunst – und nicht einmal die schlechtest bezahlte.

Mario Bavas erste eigene Regiearbeit sollte späterhin international nicht nur als sein persönlich größtes Meisterwerk gelten, sondern sollte auch in Italien eine wahre Welle von gotischen Horrorfilmen auslösen, die rund ein volles Jahrzehnt anhalten sollte. So beeinflusste Bava nicht nur andere Regisseure nachhaltig, sondern besetzte in einer Doppelrolle eben auch das ehemalige Fotomodell Barbara Steele, die zur Ikone des Horrorfilms wurde und dementsprechend auch gerne besetzt wurde. Als Muse konnte man Barbara Steele aber nicht für Mario Bava bezeichnen, denn es blieb die einzige Zusammenarbeit zwischen Bava und Steele. Doch Bava beließ es nicht bei Horrorfilmen. Auch in Sachen Fantasy war er unterwegs, wie im Film ALADINS ABENTEUER (1961/Co-Regie) oder in Italo-Western wie etwa DER RITT NACH ALAMO (1964) oder DREI HALUNKEN UND EIN HALLELUJA (1970). Der Horrorfilm an sich ließ Mario Bava aber nicht mehr los.

Aber halt. Ich mache hier ja nun keinen Artikel über die Freuden und Leiden des Mario Bava, sondern über seinen Film DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT. Zeit also, mich hier mal wieder selbst zur Ordnung zu rufen. Man wird halt Alt und schweift ab. Also weiter geht’s … wo waren wir jetzt eigentlich … ach Nein, die Schlacht in den Ardennen war es nicht … also wenden wir uns mal der eigentlichen Handlung des Films zu.

Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)Gegen Flüche und Rache hilft manchmal nur ein Doktor:
1630 fesselt man nicht nur die junge Adelige Asa Vajda und reißt ihr halbwegs die Klamotten vom Leib, sondern man will sie auch gleich mit der Peitsche bestrafen und als Hexe verbrennen. Eine ihrer Übeltaten war, dass sie sich mit dem dämonischen Vampir Javutich eingelassen und sich somit auch gleich dem Teufel verschrieben hat. Dabei geht die Inquisition das gesamte Handbuch durch, bei dem man auch gebrandmarkt wird und vor dem Verbrennen eine Dornenmaske aufs Gesicht geschlagen bekommt. Bei Javutich ist man sich indessen nicht so sicher, ob man es hier nicht auch gleich mit dem großen Dracula zu tun haben könnte (laut des Sprechers, der den Film einleitet). Ein plötzlich einsetzendes Unwetter verhindert jedoch die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen, weshalb man die Leiche von Asa in der Gruft verschwinden lässt und Javutich auf unheiligem Boden neben dem Friedhof verscharrt. Doch Asa starb nicht, ohne vorher alles und jeden zu verfluchen, der für ihr Ableben mit verantwortlich ist. Da machte sie natürlich nicht vor ihrer Familie halt, die aktiv daran beteiligt war.

200 Jahre später nehmen trotz der eindringlichen Warnungen des Kutschers der medizinische Professor Chureian und sein Assistent Gorobeck eine Abkürzung im Wald. Das Übel lässt auch nicht lange auf sich warten und ein Rad der Kutsche bricht. Während man den Kutscher im Angesicht seines eigenen Schweißes die Reparatur überlässt, schlendert man in die Ruine einer Grabstätte, in der man Asa zur letzten Ruhe gebettet hat. Damit das auch so bleibt, hatte man in ihrem Sarg ein Fenster eingebaut, aus dem heraus sie immer auf ein steinernes Kreuz sehen musste, dass sie bannen sollte. Chureian, selbst eher weltlich-wissenschaftlich eingestellt, findet das ganze recht interessant, während seinem Assistenten das schaurige Gemäuer dann doch nicht ganz geheuer ist. Alleine und weiter recht fasziniert wird Chureian plötzlich von einer übergroßen Fledermaus attakiert. Bei dem Versuch, dieses Monster zu erschlagen, zerbricht er auch das Steinkreuz das Asa bannen sollte, wie auch das eingelassene Fenster im Steinsarg. Die Fledermaus (sieht eher nach einem Flughund aus) verliert die Auseinandersetzung, doch Chureian verliert auch einige Tropfen Blut, die nun durch das zerstörte Fenster direkt auf das Gesicht von Asa tropfen. Die Ärzte messen dem Ganzen jedoch keine  wesentliche Bedeutung zu, schließlich ist man Modern und glaubt nicht an das Gerede abergläubischer Menschen wie etwa dem Kutscher. So setzten sie die Fahrt nach der Reparatur fort um in einem nahen Wirtshaus die Nacht zu verbringen. Doch vorher treffen sie noch auf Katia Vajda, die sich ebenfalls in der Nähe der Gruft befindet und die Ärzte fragt, was sie auf ihrem Grund und Boden zu suchen haben.

Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)Doch durch das Blut kehrt Asa langsam ins Leben zurück und ruft mental den Vampir Javutich aus seinem Grab, der sich sogleich aufmacht, Fürst Vajda in seinem Schloss fasst zu Tode zu erschrecken. Constantin und Katia wissen zwar nichts damit anzufangen, was ihr Vater gerade daher stammelt, aber dafür erinnert sich Katia an die Ärzte und entsendet sofort einen Diener, um diese zum Schloss zu holen und ihrem Vater zu helfen. Der Diener kommt jedoch nie lebend beim Wirtshaus an. Statt dessen ist es Javutich, der Chureian erst zum Schloss und später durch einen Geheimgang  wieder in die Gruft geleitet. Dort wird Chureian von der noch schwachen Asa erneut zur Ader gelassen, wird selbst zum Vampir und ermordet auf ihren Befehl hin den Fürsten Vajda.

Inzwischen wird Professor Chureian vermisst und der Diener vom Schloss tot und blutleer aufgefunden. Da die Beschreibung des Kutschers, der Chureian abgeholt hatte, für einen Popen auch auf den Dämon Javutich zutreffen könnte, machen sich Gorobeck und der Geistliche auf den Weg zur Grabstätte von Javutich und öffnen dessen Sarg. Doch darin finden sie nur den untoten Professor vor, dem der Popen sogleich einen Holzpfahl durchs Auge rammt und ihn so erlöst. Javutich entführt indessen Katia, die Asa wie aus dem Gesicht geschnitten scheint, in die Gruft, wo Asa durch Katias Blut ihre völlige Lebenskraft wiederherstellen möchte. Katias Bruder Constantin legt sich bald daruf mit Javutich an, wird fasst von ihm getötet, erhält aber Hilfe von Gorobeck. Zwar tötet man Javutich, doch auch Constantin verliert durch seine schlimmen Verletzungen sein noch junges Leben. Als Gorobeck dann in der Gruft eintrifft um wenigstens Katia zu retten, sieht er sich plötzlich zwei gleich aussehenden Frauen gegenüber. Doch dann fällt ihm an einer das Kruzifix am Hals auf. Dies kann nur die echte Katia sein. Als er darauf hin auf Asa zu stürmt und sie festhalten will, öffnet sich ihr Mantel und entblößt ihren noch skelettierten Oberkörper (das nenne ich dann mal einen wirklich konsequenten Striptease). In diesem Augenblick trifft auch der Pope mit weiteren Männern des Dorfes ein, die fesseln die Hexe Asa an eine Holzleiter und verbrennen sie dann auf dem Scheiterhaufen. Während aus Asa so das Leben wieder entweicht, kehrt selbiges wieder zurück in Katias Körper. Der Fluch ist gebrochen.

Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)Wissenswertes mal so nebenbei:
Das im deutschen Titel der Name DRACULA vorkommt, dürfte eher eine strategische Entscheidung gewesen sein. Mit dem Vampirgrafen  ließen sich schließlich die Zuschauer in die Kinos locken. In  der US-Kino-Fassung mit deutscher Synchronisation wird der Vampir  Javutich dann auch mindestens noch zweimal als DRACULA  in den Dialogen für die deutschen Zuschauer umgemünzt. Die Tochter des Schauspielers Arturo Dominici, der hier als Vampir Javutich glänzt, ist übrigens auch im Film zu bewundern, Dominicis Tochter Germana hat nämlich als Wirtstochter einen Auftritt im Film.

Mario Bava entschloss sich die 1835 erschienene Erzählung von Nikolai Gogol mit dem Titel VIJ (oder auch WIJ geschrieben) für seine erste eigene Regiearbeit zu nutzen. Praktisch gesehen hat die Handlung der literarischen Vorlage aber kaum Einfluss auf den Film selbst. Die Erzählung handelt nämlich von einem Studenten der Philosophie, der während einer Totenwache mehrmals von einer Hexe heimgesucht wird. Bava entlieh sich aus Gogols Erzählung lediglich das Hexenmotiv und wenige Szenen aus der Erzählung selbst. Hierzu gehört z.B. die Szene, in der sich die Hexe von einer alten in eine junge Frau verwandelt oder die Explosion des steinernen Sargdeckels. Diese kurzen Szenen bauten dann Mario Serandrei und Ennio De Concini ins Drehbuch ein.

Premiere feierte der Film DIE STUNDE, WENN DRACULA KOMMT  am 11. August 1960 in Italien. Die US-amerikanischen Produzenten Samuel Z. Arkoff und James H. Nicholson sicherten sich für AMERICAN INTERNATIONAL PICTURES die amerikanischen Verleihrechte  am Film für geschlagene 100.000 US-Dollar. Das war weit mehr als der Betrag des gesamten Filmbudgets. Dafür wurde aber für die USA die Filmmusik von Roberto Nicolosi schlicht entsorgt und durch einen Soundtrack des AIP-Hauskomponisten Les Baxter ersetzt (zu hören auf der US-Schnittfassung der Edition).

Durch einige expliziten Gewaltdarstellungen war der Film jedoch  bis 1968 in England komplett verboten gewesen und auch in Deutschland (und nicht nur hier) damals unter die Schere geraten. Dafür wurde er aber in den USA wie auch in Frankreich zu einem wahren Kassenmagneten.

Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)Meine Filmkritik:
Ich könnte hier jetzt noch einiges mehr erzählen, aber warum? MEDIA KOCH hat hier eine recht ansprechende und mit vielen Extras gespickte COLLECTORS EDITION heraus gebracht, in der man den Film jeweils auf einer DVD als auch auf einer Blu-ray ansehen kann. Dazu gibt es noch eine DVD mit eben den benannten Extras und ein hübsches 16 seitiges Booklet oben drauf.

Was soll ich hier sonst noch kritisieren? Also irgendwie fällt mir da nichts ein, denn Mario Bava hat hier wirklich ein Meisterwerk abgeliefert, dass wie ich finde, wirklich in keiner Sammlung PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER fehlen darf. Ganz im Gegenteil, hier sollte man sogar über einen kleinen Ehrenplatz in der Sammlung nachdenken.

Das der Film in Schwarzweiß ist, ist ebenso kein Manko, ganz im Gegenteil. Es hebt die düstere Atmosphäre sogar enorm und  jedes Tüpfelchen Farbe wäre hier schlicht sogar eine Art von nachträglichem Qualitätsverlust. Bild und Ton lassen ebenfalls nichts zu wünschen übrig und die paar Gewaltszenen, die man sich bei den englischen Hammer-Produktionen eher verkniffen hatte, dürften heute kaum noch eines erhobenen Zeigefingers wert sein. Die Freigabe ab 16 Jahre ist daher berechtigt und hätte man den Film höher eingestuft, hätte man sich wohl auch heute schlicht Lächerlich gemacht.

Wer allerdings bei der Inhaltswiedergabe der Filmhandlung der Meinung ist, ich hätte hier den einen oder anderen Namen falsch geschrieben, dem sei gesagt, dass ich die Filmnamen aus dem Booklet zum Film entnommen habe. Die Wikipedia weiß hier manchmal selber nicht, wie sie manchen Namen nun richtig schreiben soll und haut da auch schon mal den einen oder anderen seltsamen Klops raus.

Von mir also hier eine recht kurze Filmkritik die ich mit der Vergabe von fünf der möglichen fünf Punkte auch beschließen möchte. Na na, jetzt nicht weinen, es kommt doch noch der Ausblick.

Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)Ausblick:
Und hier ist er schon, der Ausblick. Und weil man noch in der Sparte Vampirfilme richtig hübsche Schätze findet, greife ich einen solchen Schatz auf Blu-ray mal aus meinem Regal und werde ihn euch gleich am nächsten Wochenende präsentieren.

Ihr werdet es nicht glauben, es geht wieder um Vampire. Hättet ihr jetzt nicht gedacht, oder? Und ja, irgendwie ist das wieder eine Hammer-Produktion. Die hatten es ja mit den Freunden aller Blutbanken.

Aber auch ein Fluch spielt wieder eine Rolle sowie eine untreue junge Ehefrau und ein paar Freaks. Die Show muss ja schließlich auf Hochtouren laufen …  oder?

Na, schon eine Idee um welchen Film es sich handelt? Dann hier noch ein Tipp - bei der Altersfreigabe kriege ich schlicht einen Lachkrampf. Unsere Jugendschützer müssen hier wieder mal auf Droge sein. Na klingelt es jetzt? Nein?

Nun, wie wäre es damit, dass der Film für Hammer-Verhältnisse schon in seiner Machart etwas besonderes ist und faktisch bereits in der Endphase der Hammer-Studios nochmal richtig unter den Fans abräumen konnte (geholfen hatte es aber leider auch nichts mehr).

Das muss aber jetzt reichen an Tipps, denn ich kann euch ja nicht alles verraten. Ach ja, fragt aber vor dem nächsten Samstag bitte euren Arzt, ob ihr den Artikel überhaupt lesen dürft, falls ihr eine Allergie gegen Katzenhaare habt. Sicher ist eben Sicher und ich will danach ja keine Klagen hören. Von daher jetzt von dieser Stelle ein fröhliches Tschüss bis zum nächsten mal und haltet die Milchzähne … äh … Eckzähne in Ehren.

Die Stunde, wenn Dracula kommt (La maschera del demonio)
Die Stunde, wenn Dracula kommt
(La maschera del demonio)
mit Barbara Steele, John Richardson, Andrea Checchi, Arturo Dominici, Ivo Garrani, Clara Bindi, Antonio Pierfederici, Tino Bianchi, Germana Dominici, Enrico Olivieri u.a.
Regie: Mario Bava
Drehbuch: Ennio De Concini, Mario Serandrei
Produzent: Massimo De Rita (Jolly Film & Galatea Film)
Genre: Horror
Laufzeit: 83 Minuten (DVD), 86 Minuten (Blu-ray)
DVD/FSK: 16 Jahre
Besonderheit: DVD mit Audiokommentaren, Trailer, TV Spot, Interview mit Lamberto Bava, Szenen vom Schneidetisch, Geschnittene Szenen u.a. sowie 16-seitigem Booklet.
Vertreib: Koch Media
Italien 1960

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2016-08-27 13:20
Bava wird von den Freunden des italienischen Spannungsfilmen ja verehrt. Das ist verständlich. Er hat so viele richtungsweisende Filme gemacht, er hat praktisch den Giallo erfunden, hat viele Regisseure wie Argento auf den Weg gebracht.

Es ist schwer zu sagen, wie erfolgreich Steele als Produzentin wirklich war. Sie war für das Kriegsepos "Der Feuersturm" verantwortlich, das recht erfolgreich war. Und sie arbeitete mit Mitte 70 immer noch. Eine echte Schönheit. Ich habe sie letztens in "Ein Engel für den Teufel" gesehen. Typischer 60er Grusel, aber schön anzusehen. Genau wie "Der junge Törless". :-) Genrefilm kann man nur verstehen, wenn man über den Tellerrand hinaussieht.

Der Vampirfilm von nächster Woche ist in meiner Hammer Top 3. Allerdings kann ich gut verstehen, dass der 1972 eine 18er Freigabe erhielt. Im Vergleich mit seinem Umfeld damals ist der schon recht hart. Und ich behaupte mal, dass der Vorspann heute auf diese Weise nicht mal im Horrorfilm reproduziert würde. Zu heikel.
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#2 Friedhelm 2016-08-27 15:22
Mann kann ja fast schon sagen, dass Bavas "Semi-Dracula-Film" "Hammeratmo" hatte.

Und mit dem "Dracula im Titel" war dieser Film ja nicht alleine. Auch Bavas "Operazione Paura/1966"
(richtig übersetzt eigentlich: "Aktion Angst") wurde in der BRD als "Die toten Augen des Dr. Dracula" verwurstet. Es gibt dann noch genug andere Beispiele für solche "Titellügen". Geht halt darum ´Kasse zu machen - und da half so etwas halt..

Und der Ausblick: Der spätere Darth Vader (David Prowse) ist mit dabei, wenn ich nicht irre..
Circus, Circus...
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#3 Andreas Decker 2016-08-27 15:40
was ich noch fragen wollte, wie sind nun die Extras? Guter AK oder eher Plauderei?
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#4 Friedhelm 2016-08-27 20:06
Ich muss dir übrigens zustimmen - der Film ist tatsächlich ein Meisterwerk und kann auch heute noch seine "Wirkung erzielen".
Was die "Farblosigkeit" betrifft, da kann ich nur nochmals sagen, dass klassischer Grusel am effektivsten in s/w rüberkommt.
Farbe ist da nur etwas für Slasher- und Goremovies.

Was evtl Namensangaben beitrifft, da würde ich mich auch nicht auf Wikipedia verlassen. Ob das Booklet wirklich so hilfreich dabei ist, weiss ich allerdings auch nicht...

Schaue gerne in meine "eigenen Unterlagen" - und melde mich vielleicht nochmal.

"...obwohl sie eigentlich eher die „seriösen“ Filme bevorzugte wie DER JUNGE TÖRLESS (Romanverfilmung von Volker Schlöndorff) oder Federico Fellinis Film ACHTEINHALB...."

Also, da ich nun nicht nur Filme desphantastischen Genres ansehe, ist mir schon bekannt, dass die Steele auch "seriöse" Auftritte hatte. Und zumindest meine ich, den Schlöndorff-Streifen zu kennen.
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#5 Laurin 2016-08-27 23:48
@ Friedhelm: Das mit dem "Dracula" bot sich ja direkt an um die Zuschauer zu ködern. Nicht viel anders war es ja früher bei den japanischen Godzilla-Filmen. Da meinte man hier bessere Chancen in Sachen Vermarktung zu haben, wenn man im Titel "Frankenstein" mit ins Spiel brachte. Irgendwie plump aber damals wohl durchaus effektiv.

Was Barbara Steele angeht, so kenne ich nicht gerade sehr viele Filme mit ihr. Kann also zu Filmen von Schlöndorff oder Fellini absolut nichts sagen, wo sie mitgespielt hatte, da mir vorher völlig unbekannt. Gleiches gilt für ihre Filme als Produzentin.

Was die Filmnamen angeht, war ich schon etwas verwundert, weil dort in der Wikipedia der Name von Professor "Chureian" (laut Booklet) im Handlungstext als "Krubajan" geschrieben wird. In der Liste der Besetzung aber der Filmname des Professors plötzlich "Kruvajan" geschrieben wurde. Da nehme ich dann lieber die Schreibweise aus dem Booklet, weil man dort schon etwas sorgfältiger verfährt als in der Wikipedia. Wenn du aber noch eine andere Schreibweise findest, immer her damit. Man weiß ja nie wozu es mal gut ist.

@ Andreas Decker: Diese COLLECTORS EDITION ist ja faktisch gerade erst heraus gekommen und die Extras habe ich bisher noch nicht gesichtet. Kann da also zu der DVD jetzt noch nichts zu sagen. Wegen Zeitmangel kann das auch noch eine ganze Weile dauern da mich bei solchen Extras das permanente lesen des deutschen Untertitels auch in gewisser Weise abschreckt. Die nehme ich mir meistens vor, wenn ich Zeit genug habe und auch die Ruhe habe, konzentriert mitzulesen. Von daher muss ich dir hier erst einmal eine Antwort schuldig bleiben.

Zu den Antworten zum Ausblick: Darth Vader im Cirkus haut hin. Der macht da das Grobe. :lol: Was die 18er Freigabe angeht - für mich aber weiterhin irgendwie nicht nachvollziehbar. FSK 16 auch mit dem Vorspann hätte ich dagegen noch verstanden. Aber vielleicht war die Zeit damals noch zu Himmelblau für die Jugendschützen, so das sie leicht irritiert wurden. ;-)
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#6 Mainstream 2016-08-29 23:23
-
Was rür ein komischer Zufall, dass ich genau diesen
Film an exakt an diesem Tag de r Veröffentlichung
dieses Artikels bekam.

bin gespannt, ob der AUSBLICK hält, was er verspricht.
Hatte bisher leider nie das Vergnügen.
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