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Ein phantastischer Filmklassiker - Lesbische Vampir-Spiele und etwas Psychedelic

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 63
Lesbische Vampir-Spiele und etwas Psychedelic

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Manche Filme kommen sogar mit einem Minibudget daher.


Sexual-Terror der entfesselten Vampire (Le Frisson des Vampires)Sexual-Terror der entfesselten Vampire (Le Frisson des Vampires)
Mal gleich zu Anfang muss ich sagen, dass ich letztes mal in meinem Kommentar zum Thema „Ausblick“ nicht richtig aufgepasst hatte. Ich habe nur mal kurz die ersten zwei Seiten des Booklet zu SEXUAL-TERROR DER ENTFESSELTEN VAMPIRE überflogen und tatsächlich gedacht, der Film LE VIOL DU VAMPIRE wäre der eigentliche Originaltitel und LE FRISSON DES VAMPIRES wäre nur ein weiterer Titel unter dem dieser Film damals in die Kinos kam. Tja, dumm gelaufen wenn man nicht aufpasst. LE VIOL DU VAMPIRE war nämlich der erste Film von Jean Rollin und sorgte in den Kinos gleich für einen kleinen, bösen Aufstand der Zuschauer. Die Presse legte in diesem Punkt auch gleich nach und hatte es sich scheinbar vorgenommen, Rollin's filmischen Erstling gleich öffentlich hinzurichten.

Rollin ließ sich aber nicht beirren und machte mit wenig Geld und viel nackter Haut gleich weiter. Was so ein Film-Anarchist ist, der lässt sich von der Presse auch nicht standrechtlich über die Medien einfach so erschießen.

LE FRISSON DES VAMPIRES ist indessen bereits sein drittes Werk um blutsaugende Mädels, die auch etwas Gefallen an diversen lesbischen Spielchen hegen, worauf der deutsche Gesetzgeber nun überhaupt nicht stand. Das ganze dann gut gewürzt mit einer Menge belangloser Poesie, wie sie bei den gebildeten Menschen seit den 68ern generell genutzt wurde (zumindest in gesellschaftskritischen Filmen mit einer seltsamen Art von Bildungsanspruch), einen guten Schuss düsterer Gothic und locker abgeschmeckt mit einer gewissen morbiden Form der sexuellen Revolution und fertig ist LE FRISSON DES VAMPIRES.

Sexual-Terror der entfesselten Vampire (Le Frisson des Vampires)Die Story selbst ist ebenso einfach gestrickt wie auch für die damaligen Verhältnisse typisch vorgebracht. Da donnert man erst einmal gleich die als überholt angesehene Form der Ehe in die Tonne und ob Sonnenlicht oder nicht, erst kommt der Biss und dann der Gedanke nach einem möglichen eigenen Überleben. Wie hieß es doch gleich noch etwas früher  gleich bei den Kommunarden in Berlin: „Wer zweimal mit der selben pennt, gehört schon zum Establishment.“ Nun ja Uschi Obermaier schien das nie gestört zu haben. Warum sollte es dann Vampire im schönen Frankreich stören, wenn der erwünschte Kuss des Todes einen gleich im Sonnenlicht mit dahin rafft.

Und irgendwie fühlte ich mich auch gleich mitten drin in den den Anfängen der 70er Jahre (fehlte nur noch ein Joint). Alleine schon die Musik versprühte ein Flair der 70er, wie man es sich nur wünschen kann. Doch ob die Musik nun in einen Vampirfilm passt, lasse ich mal irgendwie dahin gestellt. Wirklich jedem seine Sache wird sie in diesem Zusammenhang nicht wirklich sein. Zumindest nicht im Einklang mit der eigentlichen Thematik. Und wer da mit DRACULA und Co. aus den Hammer-Produktionen aufgewachsen ist, der dürfte wohl auch die eine oder andere Schwierigkeit mit den Vampiren aus SEXUAL-TERROR DER ENTFESSELTEN VAMPIRE haben. Doch gleich zu Anfang lehnt man sich (ein klein wenig zumindest)  dann doch an die Hammer-Filme an. Da ist dann kurz im Eingangsdialog die Rede von DRACULA, der sich netter Weise gleich in die Familie der KARNSTEINS eingeheiratet haben soll. Fragt mich aber nun bitte nicht, ob dies nun nur der deutschen Synchron geschuldet ist, oder es so auch im französischen Originalton so rüber kommt. Ein nettes Gimmick ist dieser Querverweis aber alle male.

Wer jetzt darüber hinaus erwartet, dass ich hier einiges aus dem 24 Seitigen Booklet in den Artikel einbaue, den muss ich hier allerdings enttäuschen. Wer sich die 2-Disc Limited Collector's Edition zulegt, der darf sich schließlich selbst in das Booklet vertiefen. SEXUAL-TERROR DER ENTFESSELTEN VAMPIRE ist darüber  hinaus wohl ein gelungener Einstieg in die filmischen Werke von Jean Rollin, der wohl noch einige folgen dürften. Zumindest macht es sonst keinen Sinn, hier diesen Film als „No 1“ der Kollektion zu kennzeichnen. Und weiter gehen soll es wohl mit dem Film LADY DRACULA. Das ganze gibt es dann auch noch mit zwei möglichen Covern. Man muss sich halt entscheiden, welche Cover-Version man sich jetzt zulegen möchte. Ich zumindest habe mich standesgemäß für das eher surrealistische Motiv entschieden, wo das Cover auch schön den Geist der 70er Jahre atmet (zu sehen ganz unten).

Sexual-Terror der entfesselten Vampire (Le Frisson des Vampires)Was mir dann sonst noch aufgefallen ist:
Tja, Totenköpfe muss es in der Nähe dieser schnuckeligen Burg (oder ist es doch ein Schloss) genügend gegeben haben, denn für den Film lag ein kleiner alter Friedhof gleich in der unmittelbaren Umgebung, so dass man hier nicht lange den Drehort wechseln musste. Man musste also quasi nur buddeln und bekam die Totenköpfe in Massen gleich gratis.

Na ja, Rollin wird hier wohl die Gräber nicht stillschweigend ausgehoben haben, aber das an allen Ecken und Enden im Film Totenköpfe hängen, liegen, stehen oder gar im Goldfischglas baden, fällt einem schon gleich irgendwie ins Auge. Und fasst hätte ich gedacht, dass es bei dem minimalen Budget nicht mehr für einen anständigen Sarg gereicht hätte. Doch bevor ich nachträglich noch zu Spenden aufrufe kann ich hier versichern, Särge kommen etwas später auch noch vor. Lustiger Weise hatte sich unsere weibliche Blutsaugerin Isolde zumindest zu Anfang in einer schmalen Standuhr bequem gemacht. Erinnerte irgendwie an das Bild von Sardinen, wenn man gerade die Dose auf bekommen hat. Doch mal Scherz bei Seite, die Szene hatte schon was morbides an sich, zumal die Vampirin Isolde nicht nur schlank, sondern geradezu etwas ausgehungert und bisweilen knochig mit Hautüberzug wirkte. Wer sich ab diesem Zeitpunkt bei dieser Darstellerin (Dominique) fragte, ob es auch weibliche Schauspielerinnen in Schön zu sehen gibt, der wird aber auch nicht enttäuscht. Sowohl die Darstellerin, die die junge Braut spielt, als auch die zwei Dienerinnen der Vampire (sowie das erste weibliche Opfer) sind durchaus einen zweiten oder dritten riskierten Blick wert. So ausgezehrt wie die Vampir-Dame Isolde über den gesamten Filmverlauf allerdings auch aussah, so knapp ist auch ihr eigentlicher Name (dürfte aber wohl eher ein Künstlername sein), denn einen Nachnamen scheint diese „Dominique“ sich auch nicht leisten zu können. Doch hören wir hier einmal mit dem lästern auf und suchen uns den nächsten ausgehungerten Veganer als Opfer. Oder wir steigen gleich mal in die Handlung ein, die auch so einige Aussagekraft besitzt.

Sexual-Terror der entfesselten Vampire (Le Frisson des Vampires)Die finstere Lust am Tod und zwei tote Onkels:
Antoine und seine hübsche Isa sind gerade frisch verheiratet. Eigentlich geht es schon nicht mehr frischer, während sie gleich mal nach dem Ja-Wort das Schloss ihrer zwei Onkels ansteuern, die jedoch lustiger Weise beide auf seltsame Art und Weise verstorben zu sein scheinen. Die ersten Infos vor Ort sind zumindest schon mal recht geheimnisvoll in dieser Richtung. Aber was soll es, man hat geheiratet und wenn man schon mal da ist, dann kann man sich hier auch ein paar nette Tage machen.

Zuerst machen sie aber auch eher heimlich schon mal die Bekanntschaft mit zwei jungen, recht hübschen und stets minimalistisch bekleideten Damen, die sich als die Dienerinnen ihrer Onkels entpuppen und bei seltsamen, blutigen Ritualen mit im Mittelpunkt stehen.

Die Überraschung dabei ist, dass die Onkels zwar Tod sind und doch immer noch leben. Als Hobby waren sie mal Vampirjäger, die jedoch mal Pech hatten und nun den Preis dafür bezahlen mussten. Und man hält mit dem Untot sein nicht lange hinter dem Berg bei dem jungen Paar. Doch Antoine interessiert das nicht unbedingt, würde er doch gerne mal jetzt offiziell den ehelichen Beischlaf praktizieren. Doch da lässt ihn Isa hängen, denn die hat bereits Bekanntschaft mit der Blutsaugerin Isolde gemacht, die irgendwie als wandelnder Hungerhaken in der Landschaft auch in eine schmale Standuhr passt. Zwischen ihr und Isa hat es allerdings trotzdem gleich irgendwie erotisch geknistert. Hinzu kommt, dass Isa das Eheleben wohl schon langweilt, bevor es überhaupt richtig losgegangen ist.

Sexual-Terror der entfesselten Vampire (Le Frisson des Vampires)Antoine indessen beobachtet heimlich Isas Onkel bei einer schwarzen Messe und versucht Isa halbherzig davon abzuhalten, einer toten Taube das Blut auszusaugen. Letzteres gelingt ihm allerdings nicht wirklich konsequent. Allerdings hat Antoine auch genug damit zu tun, herum zu schmollen, weil er nicht mit ins Bett seines Eheweibchens darf. Und dringt er doch mal bis zum Ehebett vor, ist Isa gerade irgendwo anders in der Nacht unabkömmlich und schlicht mitunter auf der Matratze nicht zugegen.

Isa indessen kann sich später nicht daran erinnern, dass man in der Nacht an ihrer Halsschlagader herum gelutscht hat. Dafür fühlt sie sich im Schloss allerdings immer wohler, auch wenn die Sonne ihr am Tage schon in den Augen weh tut. Antoine, von Haus aus nicht gerade der Prototyp eines Schnellmerkers wird deshalb von den Vampiren auch schon etwas als lästiger Störfaktor eingestuft. Interessiert an seinem Blut scheint man jedenfalls nicht wirklich zu sein.

Doch dann hat Isa plötzlich die Chance, die Blutsaugerin Isolde durch das Tageslicht zu töten. Die aber schwatzt erst mal Süßholz aus dem Sarg heraus mit Isa, die nur zu gerne Abstand vom killen dieser Blutsaugerin nimmt. Schließlich ist das düstere Ganze schon einfach zu verlockend für sie. Antoine, der langsam auch mal begriffen hat, bei welcher Art von Verwandtschaft er da gelandet ist, setzt nun alles daran, um Isa aus den Fängen ihrer Onkels und Isolde zu befreien. Dabei geht er auch einen Pakt mit den Dienerinnen ein (die keine Vampire sind), denen er die Freiheit von der Verwandtschaft der Nacht verspricht.

Sexual-Terror der entfesselten Vampire (Le Frisson des Vampires)Die Zwei packen ihre Chance auch gleich beim Schopf, die Freiheit zu erlangen, von dem Schloss endlich weg zu kommen und vielleicht einmal richtige Kleider tragen zu können, statt die durchsichtigen Teilchen, die es sonst hier so gibt. So sorgen sie dafür, dass es erst einmal Isolde an den Kragen geht, während Antoine mit Isa im Schlepptau über den Friedhof in Richtung Strand und Meer zu entkommen versucht. Doch ihre Onkels hängen dem Paar faktisch am Rockzipfel und auch Isa will wohl nicht so recht dem Weg ihres Ehemannes folgen. Kurz bevor die Sonne endgültig aufgeht, kann sie sich von Antoine trennen und eilt ihren Onkels entgegen, die statt vor dem Sonnenlicht zu fliehen, lieber der jungen Verwandten den letzten Biss verpassen wollen. Hilft aber alles nichts, denn der Sonne entkommen sie nun zu Dritt nicht mehr und zurück bleibt der frisch gebackene Ehemann, der noch vor dem Sex mit seiner Angetrauten auch schon wieder ein jammernder Witwer wurde.

Sexual-Terror der entfesselten Vampire (Le Frisson des Vampires)Meine Filmkritik:
Ihr merkt es wahrscheinlich schon, der Artikel wird dieses mal etwas kürzer. Woran liegt das? Nun, führen wir mal hier ein paar Einzelheiten aus dem Film auf:

Die Musik, mit der man den Film unterlegt hat, ist eine wirklich tolle 70er Jahre Beatmusik. Nur zur Thematik passt die Musik schlicht überhaupt nicht. Und Jean Rollin dürfte auch mit diesem Film seinen Anspruch in Stein gemeißelt haben, dass er der Großvater und Wegbereiter aller späteren Vampirfilme ist, in denen das Thema Lust und Sex unter Frauen ein wesentliches Thema wird. So etwas nennt man ja auch gerne Lesben-Vampir-Filme. Ich könnte ihm ja jetzt ankreiden, dass er zwar recht ansehnliche Darstellerinnen in Szene setzt, in der Rolle der Blutsaugerin jedoch ein eher blasses und reichlich knochiges Exemplar herum stelzen lässt. Doch das ist nur eine kritische Nebenbetrachtung meinerseits. Das Lesben-Thema wirkt allerdings über den ganzen Film eher ebenso gestelzt oder anders gesagt, reichlich bemüht. Gelungen sieht dagegen irgendwie etwas anders aus.

Dann unser eigentlicher Held in (geistigen) Nöten, Antoine. Der Göttergatte zeigt nicht nur verdammt viel Geduld sondern auch jede Menge Handlungsschwäche der gehobeneren Art. Das jemand nicht gleich an Vampire glaubt, mag ja noch hinkommen, aber dann müsste er zumindest einigen Blödsinn doch hinterfragen, was er aber nicht wirklich tut. Da wäre zum Beispiel, wieso die männlichen Verwandten von Isa dermaßen geschwätzig sind, wo sie doch eigentlich Tod sein sollten. Seine Begriffsstutzigkeit nervt schon ein wenig mit der Zeit. Und auch sonst ist der junge Mann irgendwie nicht gerade auf der Höhe seiner Zeit.

Sexual-Terror der entfesselten Vampire (Le Frisson des Vampires)Und dann die zwei schrägen Vögel von Vampir-Onkels. Man hätte sich den Film nach einiger Zeit auch gut im Originalton anhören können, denn wirklich geistreich sind die pseudo philosophischen Ergüsse nun wirklich nicht von den beiden. Zumindest kreisten die Gedanken bei mir als Zuschauer bald eher darum, ob ich am nächsten Tag die Waschmaschine laufen lassen sollte, statt ihren Ausführungen noch Beachtung zu schenken. Zumindest lässt Rollin am Ende noch eine Spur von familiärem Inzest mit einfließen, bevor die gesamte verbliebene Vampir-Sippe am Strand verpufft. Insgesamt hat das ganze Spiel auch etwas von Laiendarstellern, wenn ich das noch erwähnen darf.

Positiv hingegen waren manche anderen Ideen. Die zwei Dienerinnen waren nett anzusehen (wie auch Isa selbst) und in dem Punkt hätte man mehr heraus holen können. Auch aus der Kulisse des Schloss und der Umgebung hätte man noch mehr herausholen können. Die Voraussetzungen waren zumindest gegeben. Auch kann man sich den Film SEXUAL-TERROR DER ENTFESSELTEN VAMPIRE durchaus mal ansehen, wenn man gerade einen lustigen Tag ausklingen lassen will und mit dem Medienträger (DVD/Blu-ray) den Player nicht häufiger als alle zwei Jahre füttern möchte. Im Grunde ist der Film aber eine brutale Trash-Granate und wer Schwierigkeiten mit Trash hat, der dürfte eher nach den ersten 45 Minuten bereits Suizid ähnliche Anwandlungen verspüren. In dem Punkt hätte man wie bei Medikamenten einen Beipackzettel dem Booklet anfügen sollten, wo über gewisse Nebenwirkungen gewarnt wird.

Aufgerundet vergebe ich für den Film SEXUAL-TERROR DER ENTFESSELTEN VAMPIRE einen Punkt für das hübsche Schloss und einen Punkt für die leicht bis überhaupt nicht bekleideten Mädchen (ausgenommen dieser Dominique in ihrer Rolle als Isolde). So bekommt der Film von mir nach Adam Riese gerade mal mit etwas gutem Willen und einem geschlossenen Auge zwei von insgesamt fünf Punkten. Was eine persönliche Sammlung von PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKERN angeht, so dürfte dieses Filmchen eher etwas für Komplettisten sein. Da hilft dann auch nicht der Kurzfilm bei den Extras, in dem man dann mit Filmplakat-Bildern aus Horror-, Monster- und SF-Filmen eine Handlung für Erstklässler zusammen gebastelt hat.

Sexual-Terror der entfesselten Vampire (Le Frisson des Vampires)Ausblick:
Kennt ihr den Satz: „Muttern weiß es besser.“ Nun, so etwas gibt es auch in einem Film. Und wenn Muttern sagt, dass ihre Schwester ein ziemlich mörderisches Biest ist, dann phantasiert sie sich da nichts zusammen.
Ihre Söhne sind aber auch nicht so ganz ohne und Muttern weiß einen gut inszenierten Mord ebenfalls zu schätzen. Besonders dann, wenn dieser nicht im Fernseher, sondern gleich Real abläuft.

Na, welchen Film möchte ich euch in einer Woche präsentieren? Sagen wir es einmal so, auf dem deutschen Markt dürfte der Film brutal geschnitten sein, also sollte man ihn aus dem kulturell besser aufgestellten Ausland in der unmittelbaren Nähe an Land ziehen. Hier reagierte der Jugendschutz damals mit enormer Schnappatmung auf den Film und auch bei einer lustigen Dokumentation über Jugend und Gewaltfilme durfte er einige Szenen aus seiner Handlung mit beitragen.

Diese deutsche Dokumentation hatte ich vor ein paar Jahren mal wieder im Fernsehen gesehen unter der Rubrik: Dumme moralische Propaganda, die die Welt nicht braucht.

Den Film selbst habe ich damals allerdings noch ungeschnitten im Kino bewundern dürfen, bevor die Jugendschützer mit dem Gesetzbuch Richtung Film und Horrorfreunde warf, als gäbe es kein Morgen mehr.

Der Film selbst wirkt mittlerweile aber auch schon etwas angestaubt, kann jedoch trotzdem jeden Fan immer noch faszinieren. Man sollte aber an der einen oder anderen harten Szene gewohnt sein. Was damals die Paragraphenreiter schockierte, entlockt heute mitunter manchem Slasher und Gore Fan nur noch ein müdes Lächeln. Doch missen möchte man diesen Film in der Szene auch nicht.

Und, langsam eine Idee über welchen Film ich nächstes mal schreibe? Nein? Na, dann kauft mal eine Kiste Pralinen vorher, denn das macht man so beim Ehrentag der Mütter. Doch nun Genug, mehr wird hier jetzt nicht mehr verraten.

Sexual-Terror der entfesselten Vampire (Le Frisson des Vampires)
Sexual-Terror der entfesselten Vampire
(Le Frisson des Vampires)
mit Sandra Julien, Jacques Robiolles, Michel Delahaye,  Jean-Marie Durand, Marie-Pierre Castel, Kuelan Herce, Nicole Nancel, Dominique u.a.
Regie und Drehbuch: Jean Rollin
Drehbuch: Monique Natan
Genre: Horror/Erotik
Laufzeit: 91 Minuten (DVD)/95 Minuten (Blu-ray), Jean Rollin Collection No 1.
DVD/FSK: Keine Angaben
Specials: 24-seitiges Booklet, Rekonstruierte deutsche Kinofassung, Einleitung durch Jean Rollin, Audiokommentare, Trailer, Bildergalerie, Kurzfilm von Jean-Noel Delamarre „Liberta“, „Rouge Vif – Nervenkitzel der Vampire“, Geschnittene Szenen u.a.
Vertrieb: Wicked-Vision/Donau Film
Frankreich 1971

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Kommentare  

#1 Mainstream 2016-09-17 01:17
_
Wenn im "Ausblick" jemanden ein Fernseher auf den
Kopf gesetzt wird, und ein anderer mit Rohrreiniger
gefüttert wird, dann wird es ein riesen Spaß.
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#2 Toni 2016-09-17 12:17
Ha, mit dem letzten Satz beim Ausblick hast du zu viel verraten. Das wissen ja sogar die Nicht-Nerds :-) ! Übrigens ist dieser Pralinen und Blumenhändlerreichmachtag diesmal am Sonntag, der 14. Mai.
Ich mag die "hecktischen" Franzosen der 70er ganz gerne. Liegt wohl an Louis... und Fantomas, Bellmondo usw. Irgendwie hatte man immer das Gefühl, dass deren Filme schneller liefen als andere. Das Synchronsprechen dürfte bei den schnellen Lippenbewegungen nicht immer ganz einfach gewesen sein.
Ich halte mal auf ARTE Ausschau nach dem Streifen
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#3 Grubert 2016-09-17 13:47
Jean Rollin ist eigentlich immer eine Reise wert. Außergewöhnlicher und viel zu unbekannter Regisseur, dessen Filme durch ihre ungewöhnliche Atmosphäre bestechen.
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#4 Andreas Decker 2016-09-17 13:51
zitiere Toni:

Ich halte mal auf ARTE Ausschau nach dem Streifen


Ja, da läuft viel davon. Vorgestern gab es Vampyros Lesbos von Franco. Ein paar Rollins wären nicht schlecht.

Das dürfte wohl der dümmste deutsche Filmtitel seiner Zeit sein. Wer hier Terror oder gar Sexualterror erwartet hat, wird schwer enttäuscht worden sein. Und entfesselt benimmt sich auch keiner, im Gegenteil. Eher wie unter Valium. :lol:

Es ist auch haarsträubend, wie man diese Filme bearbeitet hat. Da wurden von den ausländischen Verleihern einfach ein paar Einschübe gedreht und eingebaut, um mehr simulierten Sex reinzubringen - der im Original nicht wirklich stattfindet. Diese Fassung ist ja hier mit drauf. So was gab es auch nur in den 70ern.

Rollin ist kein Erzählkino, es geht um Träume und Symbolismus, und weniger um die arg schlichten Geschichten. Das meiste wurde eh am Set improvisiert. Entweder man mag so etwas oder findet es abgrundtief dämlich und langweilig.

Die blonde Vampirdienerin war eine der Castel-Zwillinge. Die haben in diversen Rollin-Streifen zusammen vor der Kamera gestanden. Wenn sie nicht in Pornos gespielt haben.
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#5 Laurin 2016-09-17 19:45
@ Mainstream:
Ja, Spaß ist garantiert. ;-)

@ Toni:
Im Grunde wollte ich die Pralinen ja für mich, habe mich aber dann nicht getraut das hier auch zu schreiben. :lol:
Aber ich liebe die französischen Filme auch, auch wenn davon die meisten ganz anderen Genre entstammen, die ich hier mein eigen nenne. Und der Sender ARTE ist da immer eine gute Fundgrube.

@ Grubert:
Ja, außergewöhnlich kann ich bestätigen, obwohl z.B. die Dialoge der Vampir-Onkels schon recht nervten. Und Antoine war als Ehemann schon die Paraderolle einer Nullnummer.

@ Andreas Decker:
Der Filmtitel sollte wohl auch eher die Leute in den Film ziehen. Mit dem eigentlichen Inhalt hat der jedenfalls nichts gemein. Aber ich bleib dabei, der Film passt eher in den Bereich Trash den man sich durchaus mal antun kann.
Wirklich erotischer wäre es sogar gewesen, Marie-Pierre Castel zur eigentlichen Vampirin zu machen statt diesen Hungerhaken Dominique, die eher für ein Spendenkonto statt in Sachen Erotik reizt.
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#6 Grubert 2016-09-18 14:39
Der Titel ist größtmöglicher Schwachsinn, wie so oft in der BRD.

Als Trash empfinde ich Rollins Filme überhaupt nicht, sie sind eher "Kunst" mit ihrer eigenwilligen surrealistischen Atmosphäre, stehen Bunuel weitaus näher als den meist langweiligen Hammer Filmen.

Sie leiden ein wenig an ihren offensichtlich niedrigen Budgets, was sich in teils in den Kulissen oder in manchmal auch amateurhafter Schauspielerei niederschlägt, aber Rollin gleicht das durch seinen besonderen Sinn für eine erotisch aufgeladene Atmosphäre wieder aus.
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