Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Ein phantastischer Filmklassiker - Jetzt wird in einem Hot Spot-Spukhaus getanzt

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 67
Jetzt wird in einem Hot Spot-Spukhaus getanzt

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Manchmal sind aber die deutschen Titel nur noch unterirdischer Natur.


Tanz der Totenköpfe (The Legend of Hell House)Tanz der Totenköpfe (The Legend of Hell House)
Im Grunde hatte Richard Matheson eigentlich Pech gehabt. Sein Roman DAS HÖLLENHAUS (Heyne Verlag/1971) ähnelt durchaus recht häufig in vielen Punkten des Umfeld der Handlung dem Roman THE HAUNTING OF HILL HOUSE von Shirley Jackson (1959), der unter dem deutschen Titel BIS DAS BLUT GEFRIERT/THE HAUNTING von  Regisseur Robert Wise (1963) verfilmt wurde. Wer hier noch einmal nachlesen möchte, der Film BIS DAS BLUT GEFRIERT wurde ja bereits von mir in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER besprochen. Ich kann aber trotzdem sagen, dass mir die Verfilmung von Mathesons Roman um einige Zacken besser gefällt, weil der Film BIS DAS BLUT GEFRIERT es einfach für meine Begriffe nicht schafft, eine halbwegs gruselige Atmosphäre aufzubauen. Zudem Julie Harris leider in ihrer Rolle als Eleanor Lance spielt, als habe sie ständig in recht kurzen Abständen ihre Monatsregel und zicke dann wegen Blutsturz im Hirn schlicht nur herum. Ob Shirley Jackson in ihrem Roman die Handlung zumindest stilistisch besser hinbekommen hatte als die Verfilmung, kann ich leider nicht sagen, weil ich ihren Roman leider nicht kenne. Aber Matheson muss sich zumindest hier sagen lassen, dass sein relativ kurzer Roman von nicht wenigen Kennern beider Schriften als ein Rip-Off des Klassikers von Shirley Jackson angesehen wird.

Doch sowohl das Buch als auch die Verfilmung unter dem Titel THE LEGEND OF HELL HOUSE oder auf dümmlichem Deutsch TANZ DER TOTENKÖPFE kam etwas zu früh und verschwand so völlig im Schatten eines anderen Romans, dessen Verfilmung zum wegweisenden Klassiker des Horrorfilms wurde. Der Titel war DER EXORZIST von William Peter Blatty. Egal ob als Buch oder als Film, in beiden Fällen war zu sehen, dass der Horror in die Gegenwart geholt wurde, doch beim Film THE LEGEND OF HELL HOUSE wurde in der Handlung dann leider so einiges entschärft, was in der Verfilmung von DER EXORZIST mit so mancher derber Szene und obszönen Dialogen zum Schockmagneten wurde.

Tanz der Totenköpfe (The Legend of Hell House)In Sachen Gewalt und minimalistischen Ekelszenen konnte Matheson im Drehbuch zwar etwas retten, doch bei den expliziten Sex-Elementen musste er seinen kurzen Roman mit ca. 158/160 Seiten wohl doch ziemlich entschärfen. Egal ob es sich nun um offene und daher kaum zweideutige Dialoge handelt oder z.B. in der Vergewaltigungsszene des Mediums Florence, in der eigentlich nichts wesentliches im Film zu sehen ist und der Zuschauer schlicht seine Phantasie bemühen muss. Ganz im Gegensatz übrigens zum Roman von Matheson, wo laut Andreas Decker dankenswertem Hinweis, (da er den Roman kennt und besitzt) die Vergewaltigung von einer verwesende Leiche durchgeführt wird. Von hier aus für diese erhellende Info zum Buch und dessen kleinen Einblick zum Inhalt also nochmals vielen Dank. Die Info griff mir in diesem Punkt etwas unter die Arme. Auch das recht ansprechende Cover-Foto der Heyne Ausgabe verdanken wir hierbei Andreas, der sie mir netter Weise zusante. Denn auch dieses Buch befindet sich leider nicht in meinem persönlichen Besitz, weshalb ich selbst wenig bis nichts zu den Unterschieden zwischen Romanvorlage und Verfilmung beitragen kann und vieles daher von mir aus dem Internet recherchiert werden musste.

So fristet zumindest der Film THE LEGEND OF HELL HOUSE mit seiner (nicht negativ gemeinten) B-Movie-Qualität ein eher stilles Dasein weit im Schatten eben anderer Filme, die eigentlich jeder kennt. Hierzu zählt übrigens auch der erste Kinofilm zur Filmreihe um das Horrorhaus in AMITYVILLE, für das die Belasco-Villa des Films laut einiger Quellen Pate gestanden haben soll. Wer also jetzt an dem Film mit dem leider recht sinnfreien deutschen Titel TANZ DER TOTENKÖPFE Interesse hat, der dürfte noch gut und günstig an ihn heran kommen (die Preislage ist hierbei durchaus recht unterschiedlich). Eine recht kurze Suche nach dem Heyne-Roman, der nur antiquarisch zu erhalten ist, war allerdings für mich auch etwas ernüchternd. Fand ich hier doch ein Angebot im Internet, in dem das Buch DAS HÖLLENHAUS noch vom Zustand als akzeptabel bezeichnet wurde, für sage und schreibe rund 35,00 Euro. Ein wirklich stolzer Preis für ein Büchlein, dass bei diesem Zustand wohl schon beim ansehen auseinander fallen dürfte. Beim Gebraucht-Zustand „gut“ bis „sehr gut“ kommt man dann z.B. über Amazon schon mit den Versandkosten auf über 40 Euro für den Roman. Also auch nicht gerade eine billige Angelegenheit für rund 160 Seiten Grusel, Spaß und Nervenkitzel.

Tanz der Totenköpfe (The Legend of Hell House)Der Unterschied zwischen Hill House und Hell House:
Im Gegensatz zum Film BIS DAS BLUT GEFRIERT, wirkt nämlich der Film TANZ DER TOTENKÖPFE eigentlich wesentlich amerikanischer, auch wenn man hier versucht, als englische Produktion das typische britische Flair zu kopieren. Dieses Manko liegt schlicht in dem Umstand, dass man nach amerikanischem Muster mit Zuhilfenahme moderner Technik dem Spuk zu Leibe rücken will. So kam man dann nicht wirklich an die Hammer-Produktionen und ihrem schaurigen Flair heran. Die Ähnlichkeiten sind zwischen beiden Filmen jedoch frappierend und springen einem wirklich gleich ins Auge.

Dafür geht man hier den seltsamen Phänomen des Belasco-Hauses moderner mit der Technik ans Fell, wie es üblicher Weise nur US-Amerikaner zu tun pflegen. Auch versprüht der Film TANZ DER TOTENKÖPFE recht gekonnt immer noch eine gewisse Erotik innerhalb der Handlung, auch wenn Richard Matheson im Drehbuch gerade an diesem Punkt doch einiges entschärfen musste. Leider, muss man hierzu sagen, denn gerade damit hätte der Film gegenüber dem lauen Lüftchen an Grusel im Film BIS DAS BLUT GEFRIERT punkten können. Punkten kann er dann aber doch noch, weil er in wesentlichen Szenen dann doch eher auf Spannung und mehr Action drückt als es der Film BIS DAS BLUT GEFRIERT getan hatte, in dem außer hysterischen Einlagen nicht wirklich viel herum kam und die Spannung und der Grusel-Faktor eher stark begrenzt dahin tröpfelten.

Da mag der Film (wie auch das Buch) von Julie Harris durchaus den Status eines Klassikers halten können, filmisch gesehen dürfte heute allerdings der eher im Schatten stehende Film TANZ DER TOTENKÖPFE trotz mancher Entschärfungen die wohl bessere Wahl sein, weil er gegenüber der Verfilmung BIS DAS BLUT GEFRIERT zumindest nicht mit endlos lang erscheinender, spannungsarmer Leere in der Handlung punktet. Doch kommen wir nun erst einmal zur Handlung des Film selbst, der leider für den deutschen Filmmarkt mit einem selten dümmlichen Titel (TANZ DER TOTENKÖPFE) gestraft wurde. Schließlich wird in diesem Film weder getanzt und Totenköpfe spielen in der Handlung auch überhaupt keine Rolle. Ein weiterer deutscher Alternativtitel zum Film war da nicht wirklich intelligenter, denn KAMPF DER TOTENKÖPFE ist leider ebenso ein sinnfreier Blödsinn der ebenso überhaupt nichts mit dem eigentlichen Film zu tun hat.

Tanz der Totenköpfe (The Legend of Hell House)Der Hot Spot der Geisterhäuser:
Mr. Deutsch hat Geld. Sogar viel Geld, was ihm jedoch gesundheitlich nicht mehr viel nutzen wird. Seine Zeit unter den Lebenden ist gezählt und eigentlich möchte er nun mit seinem Vermögen nur noch eine gesicherte Erkenntnis erhalten. Nämlich ob ihn nach dem Tode ein ewiges Leben danach erwartet oder einfach nur das Verschwinden im absoluten Nichts. Aus diesem Grund engagiert er den Wissenschaftler Dr. Barrett, der aber nicht wirklich an Geister und dem weiterleben nach dem Tod in anderer Form glauben will. Für ihn sind solche Vorkommnisse eher das Resultat von negativen Energien, die die Lebenden hinterlassen haben und die sich nun ebenso durch geeignete lebende Personen kanalisieren und eventuell sogar steuern lassen können. Ein Spukhaus ist für ihn daher eher wie eine Batterie, die sich mit den negativen Energien der Lebenden vollgesogen hat.

Um sicher zu gehen hat Mr. Deutsch allerdings auch zwei weitere Personen mit in Dr. Barretts Team berufen, der eigentlich nur mit seiner Frau Ann zum Ort des Geschehens anreist. Das eine ist das junge weibliche Medium Florence Tanner und zum anderen der Hellseher Benjamin Franklin.

Die Belasco-Villa gilt faktisch unter den bekannten Spukhäusern als der Hot Spot des Übernatürlichen. Dieses Haus hat Deutsch aus diesem Grund extra seinem Besitz einverleibt, nur um seiner letzten entscheidenden Frage nahe zu kommen. Dr. Barretts Aufgabe hierbei ist, dass Spukhaus zu reinigen. Gelingt ihm das, dürfte seine These für Deutsch wohl die eigentliche Wahrheit beinhalten.

Wirklich Erfahrung mit dem Belasco-Anwesen hat indessen nur der Hellseher Franklin, denn er war dabei, als man schon einmal versucht hatte, dem übersinnlichen Phänomen des Belasco-Hauses auf den Grund zu gehen. Dieses Unterfangen war jedoch faktisch eine Art Himmelfahrtskommando das seiner Zeit nur Franklin lebend bzw. geistig unbeschadet überstanden hatte. Entsprechend dieser schrecklichen Erfahrung verhält er sich auch eher reserviert und zurückhaltend und will nur die vorgegebene Zeit in der Villa überstehen um danach lebend und geistig gesund das versprochene Geld von Mr. Deutsch einstreichen zu können. Dies unterscheidet ihn extrem von dem Medium Florence Tanner, die eine dunkle Präsenz schon im Umfeld des Anwesens spüren kann und auf eine erste zeitnahe spiritistische Sitzung am nächsten Tag drängt.

Tanz der Totenköpfe (The Legend of Hell House)Ehemals soll während einer ausschweifenden Orgie der als „rasender Riese“ bezeichnete Belasco selbst die Partygesellschaft in Stücke gehackt haben um dann selbst auf mysteriöse Weise zu verschwinden.  Zeit seines Lebens hatte Belasco Macht und schiere Willenskraft über alles gestellt und dieses hat sich seit seinem Verschwinden in dem nun als Höllenhaus verschrieenen Anwesens scheinbar nicht verändert. Doch wie viele Geister gibt es wirklich in der Villa?

Bereits bei der ersten Seance kommt es dann zu Zwischenfällen, die für Dr. Barrett alles andere als Routine darstellen. Dabei ist Florence sicher, dass sie bei der Sitzung Kontakt zum verstorbenen Sohn von Belasco erhalten habe. In der Folgezeit kommt es zu immer neuen seltsamen Vorkommnissen und auch untereinander kommt es zu Reibereien, wobei Dr. Barrett Benjamin mangelnde Kooperation vorwirft und Florence zunehmend dahin gehend misstraut, weil er glaubt, dass sie mit ihren Fähigkeiten die negativen Energien des Anwesens anzapft und gegen ihn richtet. Auch Ann Barrett zeigt Nachts seltsame Verhaltensweisen indem sie scheinbar laut Benjamin schlafwandelt und sich ihm in offener Weise sexuell andienen will. Dieses will sie aber späterhin nicht wirklich aus eigenen freien Stücken getan haben. Florence sieht sich indessen in der Nacht dann dem Angriff einer vor Wut rasenden schwarzen Katze ausgesetzt.

Die Lage spitzt sich weiter im Haus zu und Florence scheint mittlerweile von dem Bösen förmlich besessen zu sein. Es kommt in der Kapelle des Hauses (wo sich die Aura des Bösen konzentriert) zwischen Florence und Barrett zu einer Auseinandersetzung, wobei Florence plötzlich von dem großen Kreuz der Kapelle erschlagen wird. Dr. Barrett, immer noch überzeugt, dass dies alles Auswirkungen einer intelligenzlosen aber bösartigen Energie ist, setzt nunmehr die fertig gestellte Maschine ein, die die negativen Energien des Hauses absorbieren soll. Die Aktion scheint sogar gelungen zu sein, denn selbst Benjamin spürt bei der Rückkehr in die Villa nichts mehr von einer bösen Präsenz.

Doch weit gefehlt. Plötzlich greift das Böse des Geistes von Belasco Barrett an und tötet ihn. Als Ann und Benjamin ihn in der Kapelle vorfinden, erkennt Benjamin langsam, dass Belasco zu Lebzeiten an einem Minderwertigkeitskomplex gelitten haben muss und dieses mit Grausamkeiten kompensiert hatte. Das einzige Böse in diesem Höllenhaus ist daher Belasco selbst, dessen Körper sie konserviert hinter einer Mauer in einem geheimen Raum vorfinden. In einem geistigen Duell gelingt es Benjamin den bösen Geist von Belasco zu besiegen und mit Ann das nunmehr vom Bösen gereinigte Haus lebend zu verlassen.

Tanz der Totenköpfe (The Legend of Hell House)Wie kann eine britische Produktion etwas zu amerikanisch werden?
Das Prinzip ist eigentlich recht einfach erklärt. Samuel Z. Arkoffs Filmschmiede American International Pictures, kurz AIP genannt und besonders durch mehrere Edgar Allan Poe - Adaptionen seitens Roger Corman bekannt geworden, war schlicht am Ende. Mit einem befreundeten Drehbuchautor kam Arkoff aber auf die Idee, in England den Haunted-House-Gruselfilm nach einer Buchvorlage von Richard Matheson (DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C./1957) zu drehen. Faktisch Still und Heimlich hatte es Matheson schließlich geschafft, zu Lebzeiten einige seiner literarischen Werke des phantastischen Genre verfilmt zu sehen. Zum anderen war er aber Arkoff durchaus bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Roger Corman bei AIP.

Das Höllenhaus, laut Mathesons Roman eigentlich an der amerikanischen Ostküste gelegen, musst dabei schlicht aus Produktionsgründen innerhalb der Filmhandlung nach England verlegt werden. Sowohl Arkoff als auch Matheson, der sich des Drehbuches selbst annahm, waren jedoch nicht so ganz in dem Stil des englischen Horrorfilms bewandert, den Studios wie HAMMER oder Amicus perfektioniert hatten. Daher gingen sie dann auch leider mit einer völlig anderen Auffassung an die Produktion, wie ein Horrorfilm aufgebaut und umgesetzt wird. Dieser amerikanische Stil schlägt daher in der Handlung beim Film TANZ DER TOTENKÖPFE immer wieder sichtbar durch.

Tanz der Totenköpfe (The Legend of Hell House)Meine Filmkritik:
Wie ich oben schon anführte, gefällt mir der Film TANZ DER TOTENKÖPFE um einiges besser als der Klassiker BIS DAS BLUT GEFRIERT, obwohl zwischen beiden Filmen durchaus viele Parallelen nicht von der Hand zu weisen sind.

TANZ DER TOTENKÖPFE/THE LEGEND OF HELL HOUSE kann für mich durchweg eine düstere Atmosphäre schneller und intensiver vermitteln und auch das Schauspiel der einzelnen Figuren ist in sich schlüssiger, reicher an Aktion und spannender im miteinander.

Der Film hätte also durchaus das Zeug gehabt, den Klassiker BIS DAS BLUT GEFRIERT weit hinter sich zu lassen. Das dies dann nicht wirklich gelang, liegt schlicht wohl an den Änderungen gegenüber der eigentlichen Romanvorlage seitens Mathesons, wie ich mittlerweile auch aus vielen Kritiken zum Film herauslesen konnte. So wurde der Film quasi um einige ruppigere Szenen und offensichtlichen sexuell ausgerichteten Elementen und Dialogen kastriert, was im nach hinein betrachtet dem Film die positiven Momenten nimmt, die man im Roman selbst ungefiltert nachlesen konnte. Unter dem Strich kann man also sagen, dass wenn man etwas mutiger die Produktion gegangen wäre, der Film als solches noch besser hätte ausfallen können, ohne das man wirklich mehr Geld in diverse Spezialeffekte hätte stecken müssen.

Für den deutschen Markt betrachtet kommt natürlich noch die wirklich erschreckend dümmliche Eindeutschung des Filmtitels hinzu, so das der Titel TANZ DER TOTENKÖPFE den Filmfreund eher in den Glauben versetzen könnte, es hier mit einem wirklich üblen, billig und auch recht lieblos herunter gedrehten Trash-Machwerk zu tun zu bekommen. So sollte man sich also von dem deutschen Titel wirklich nicht abschrecken lassen, der eigentlich überhaupt keinen Bezug zum eigentlichen Inhalt des Films herstellen kann.

Wie eben festgestellt hätte man sich besser etwas stärker daran setzen sollen, de eigentliche Romanhandlung im Film umzusetzen statt dort bestehende Spitzen zu entschärfen, dann hätte es auch locker für fünf von fünf Punkten gereicht. So aber muss ich dem Film TANZ DER TOTENKÖPFE leider einen Punkt abziehen. Doch vier von fünf Punkten ist immer noch recht ansehnlich und damit durchaus eine Empfehlung, den Film zumindest einmal zu sichten. Ob man ihn danach in die eigene Sammlung phantastischer Filmklassiker einfügt, muss der geneigte Sammler allerdings für sich selbst entscheiden.

Ausblick:
Ich mache es dieses mal recht kurz mit dem Ausblick, denn die Zeit drängt mal wieder, diesen Artikel noch rechtzeitig einzureichen, damit er noch pünktlich eingestellt werden kann. Daher hier in kürze meine kleinen Hinweise:

Der nächste Film beinhaltet keine Dämonen, Vampire oder sonstiges Höllengezücht. Es gibt auch kein Geisterhaus und der Teufel selbst ist auch nicht eingeladen worden.

Ihr bekommt auch keinen Serienmörder serviert, aber was da auf dem filmischen Teller liegt, dürfte selbst Kapitän Iglo Respekt abnötigen. Zumindest würden dessen Fischstäbchen blass um die Nase herum werden.

Der Film ist ein wahrlicher Klassiker aus dem Bereich des Phantastischen und wie ich sagen möchte, ein unbedingtes Muss in jeder phantastischen Genre-Sammlung.

Und da das Meer schon mal eine wichtige Rolle spielt, auch wenn es nicht grundsätzlich ständig im Fokus der Handlung steht, rate ich allen Leserinnen und Lesern schon mal ein Hautschutzmittel mit hohem UV-Faktor bereit zu stellen. Obwohl … der eigentliche Star des Films hat es nicht so wirklich mit einer Sonnenbräune nahe am Rande eines Hähnchens vom Grill. Weiß ist eben das neue Braun. Und zu nahe sollte man ihm auch nicht kommen, wenn man nicht gerade alternativ auch vor Freude in den nächsten Fleischwolf springen würde.

Und für alle die, die immer noch nicht wissen, welchen Filmklassiker ich meine, hier noch ein letzter Tipp. Mit einem Toten gibt sich dieses … sagen wir mal Wesen … nicht zufrieden.

Und ... schon eine Idee, um welchen Film es sich das nächste Mal dreht? Ach, ihr werdet es schon herausfinden.

Tanz der Totenköpfe (The Legend of Hell House)
Tanz der Totenköpfe
(The Legend of Hell House)
Alternativtitel: Kampf der Totenköpfe
mit Pamela Franklin, Clive Revill, Gayle Hunnicutt, Roddy McDowall, Roland Culver u.a.
Regie: John Hough
Romanvorlage und Drehbuch: Richard Matheson
Genre: Gothic/Horror
Laufzeit: 90 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Twentieth Century Fox/2005
Großbritannien 1973       

 Zum ersten Artikel -  Zur Übersicht

 

Kommentare  

#1 Mainstream 2016-10-15 00:35
-
Leider kann ich Deine Ansichten über BIS DAS BLUT
GEFRIERT nicht teilen. Auch wenn der Film nicht gerade
in Würde gealtert ist, ist er doch wesentlich spannender
als TdT, der mich wegen seiner extrem altbackenen Art
Ziemlich gelangweilt hat.

Wirst Du im "Ausblick" erwähnen, dass "Bruce" ein so
schlechter Hauptdarsteller war, dass man das Meiste seiner
Leinwandzeit heraus schneiden musste?
Zitieren
#2 Laurin 2016-10-15 10:52
@ Mainstream:
Ja, dass läuft dann wieder unter Geschmäcker. Oder wie meine Mutter früher zu mir zu sagen pflegte: "Wenn es nach deinem Geschmack ginge, hätte Rahmspinat nie den Weg auf den Teller gefunden." :lol:

Komisch, Blattspinat mag ich. Muss wohl an der Zubereitung und so liegen. :-?

Ach ja der "Ausblick". Feine Sache, aber da habe ich dann doch eine Frage: Wer ist "Bruce"??? :-?
Zitieren
#3 Andreas Decker 2016-10-15 13:31
Nichts zu danken.

Jackson hat wirklich die Blaupause für alle Haunted House-Filme geliefert. Matheson hatte nur die Möglichkeit, die Story zu sexualisieren, was sie letztlich plausibler macht. Die meisten Variationen funktionieren am Ende nicht, die hier darum schon. (Darum ist auch Ed Lee mit seinem "Flesh Gothic" wie so oft grandios gescheitert und Stephen Kings "Haus der Verdammnis" so unglaublich langweilig)

Die Besetzung funktioniert hier größtenteils recht gut. Mich hat Roddy McDowall überrascht, der doch durchaus glaubwürdig agiert. Ich hatte den nur als mäßigen B-Actor in TV-Mittelmaß auf dem Schirm. Aus dem hätte mehr werden können. Das gilt aber auch für Pamela Franklin, die danach ja auch nur TV-Gastrollen absolvierte, bevor sie von der Bildfläche verschwand.

Ich mag den Film eigentlich, auch wenn er davon profitiert hätte, ein paar Jahre später gedreht worden zu sein.

Auf jeden Fall Bruce :lol: Obwohl ich den kaum unter "phantastischer Film" abhaken würde. Da fehlt der Tornado.
Zitieren
#4 Mainstream 2016-10-15 17:45
-
@Laurin
Also, entweder meine ich den falschen Film,
oder Du mußt noch Hausaufgaben machen.
Ich bin gespannt.
Zitieren
#5 Laurin 2016-10-15 18:14
@ Andreas Decker:
Ja, ein paar Jahre später und man hätte der Sache wohl weniger Wind aus den Segeln genommen, was dem Film mit Sicherheit gut getan hätte. FLESH GOTHIC vom guten Ed Lee muss ich allerdings noch lesen, wobei viele den Roman allerdings für recht gelungen halten. Mal sehen wenn ich ihn mir vornehme, wie er auf mich wirkt. ;-)
PS: Das Cover der Heyne-Ausgabe hatte ich in der Eile dann doch vergessen mitzuschicken. Asche auf mein Haupt, ich werde halt Alt und Verstreut. :oops:

@ Mainstream & Andreas Decker:
Ich finde keinen Bruce? Unter den Darstellern nicht, bei der Regie usw. nicht (nicht mal der Kameramann) und der Autor der Buchvorlage ist es auch nicht.
Aber ein Unwetter kommt auch im Film vor, aber ob das jetzt ein Tornado ist?
Aber vielleicht habe ich ja auch mal Glück und wir taufen das Glatteis mal auf den Namen "Bruce", auf das ich euch im Ausblick geführt habe. :lol:
Und Nein, BRUCE ALLMÄCHTIG ist es auch nicht. Kein spektakuläres Ableben und wirklich als Film kein Klassiker. Was aber richtig ist, ist der Umstand, dass die Phantastik recht fein dosiert in der Handlung vorkommt. :-)
Zitieren
#6 Friedhelm 2016-10-15 20:05
Zitat:
Ach ja der "Ausblick". Feine Sache, aber da habe ich dann doch eine Frage: Wer ist "Bruce"???
Zum "Tanz ...." kann ich hier irgendwie nichts beitragen - ist schon irre lange her, dass ich dieses Ding gesehen habe..

Aber, ehrlich, der Ausblick verwirrt mich jetzt auch etwas - und das mir.. (Ja, kann es denn...)..

@Laurin: Glatteis, aber so richtig.. - ich denke, als Kenner weisst du natürlich, wer "Bruce" ist ..und in welchem Film er zu sehen ist.." Jetzt gerade habe ich freilich keinen Schimmer, um welchen "Unhold" es sich demnächst drehen wird...


Zitat:
Wirst Du im "Ausblick" erwähnen, dass "Bruce" ein so schlechter Hauptdarsteller war, dass man das Meiste seiner Leinwandzeit heraus schneiden musste?
Da es beim Ausblick also gar nicht um "Jaws" geht - und ich somit nichts verrate....

@Mainstram: Soviel ich noch weiss, ging es gar nicht so sehr darum "Bruce-Sequenzen" zu cutten. Man hat vielmehr den Hai nie richtig zeigen können, weil das Vieh einfach nicht echt - und damit überzeugend- rüberkam. Deshalb sieht man die meiste Zeit auch nur die Schwanzflosse. Zudem war wohl eine Seite nicht geschlossen - ein Umstand, der wohl mit dem hydraulischen System zu tun hatte.
Zitieren
#7 Laurin 2016-10-15 20:30
Also, ihr verwirrt mich mit eurem "Bruce" jetzt aber wirklich. Habt ihr im Film JAWS den Hai etwa getauft? :-?

Aber soviel sei verraten, DER WEISSE HAI kommt nächsten Samstag nicht (und auch wohl sonst nicht, weil ich mit dem nie was anfangen konnte und jede Ausstrahlung im Fernsehen wissentlich umgehe). Und irgendwie ist der auch ... sagen wir mal ... klein ausgefallen. :P
Zitieren
#8 Friedhelm 2016-10-15 20:54
@Laurin: Während der "Jaws-Produktion" hat das Team den künstlichen Hai "Bruce" "Getauft.."
Zitieren
#9 Laurin 2016-10-16 10:42
Danke, Friedhelm, dass wusste ich wirklich nicht. Hatte mich aber auch nie wirklich mit diesem Film bzw. Filmen eingehender beschäftigt. :-)

Wesentlich anregender empfand ich übrigens den Film DEEP BLUE SEA der meiner persönlichen Meinung nach die Filme um DER WEISSE HAI alle locker in die Tasche steckt. Unvergessen dabei auch die Schauspielerin Saffron Burrows, wie sie mit dem knappen weißen Bikini auf diesem Vorsprung ausharrte bis zum Hai-Angriff. :P

Aber ich gebe euch noch einen Hinweis: In DER WEISSE HAI benutzt Quinn etwas recht altmodisches um den Hai damit zur Strecke zu bringen, während sie mit der ORGCA hinter ihm her sind. Genau dieses altmodische Teil benutzen die Männer in dem Film vom nächsten Samstag quasi im Dauerzustand. ;-)
Na, klingelt es jetzt etwas?
Zitieren
#10 Friedhelm 2016-10-16 12:09
@Laurin: "Deep Blue Sea" fand ich auch recht ansprechend - und j a, Saffron Burrows war in ihrem weißen Bikini schon ein "Bonbon"..

Nun muss man natürlich die Entstehungszeit und die Produktionsbedingungen berücksichtigen, wenn mann den Streifen mit " dem weissen Hai" vergleichen will.

Und man sollte natürlich die technischen Voraussetzungen beachten, mit denen beide Filme realisiert werden konnten.

Ich persönlich würde -ganz ehrlich- Spielbergs Haimovie immer noch favorisieren - auch wenn "Deep Blue" mir schon ein bisserl Gänsehaut verursacht hat. Aber, jedem wie er mag..

Was deinen Hinweis auf das "altmodische Teil" betrifft, da habe ich jetzt evtl die Lösung...

Ja, kann es denn sein, dass ein Kapitän in diesem Film mit Holzbein rumläuft? Und das ein deutscher Darsteller (Nachname: von Lederbuhr..) hier als Indianer auftritt?

Und vor allem: Das fischige "Untier" gibt dem Film auch seinen Namen, oder?

Ansonsten fällt mir eigentlich so schnell kein Film ein, in dem altmodische Harpunen eine Rolle spielen könnten...
Zitieren
#11 Friedhelm 2016-10-16 12:22
@Andreas Decker
Zitat:
Mich hat Roddy McDowall überrascht, der doch durchaus glaubwürdig agiert. Ich hatte den nur als mäßigen B-Actor in TV-Mittelmaß auf dem Schirm. Aus dem hätte mehr werden können.
Immerhin war McDowall im SF-Klassiker "Planet der Affen/Planet of the Apes,1968" ..und in drei weiteren (mehr oder weniger gelungenen Fortsetzungen) als Haupcharakter dabei.

Dabei muss man wohl auch berücksichtigen, dass ihm die nötige Präsenz doch gefehlt hat, um einen Film gänzlich alleine tragen zu können. Aber als "Supporting Actor" ging er dann doch wieder durch...

Ich fand ihn den beiden "Fright Night"-Movies", aus den Achtzigern, allerdings gar nicht schlecht.
Zitieren
#12 Mainstream 2016-10-16 13:01
-
Okay Larin, mit `Bruce´habe ich dich verwirrt, weil
Ich wirklich davon ausgegangen bin, dass es sich im
Ausblick um JAWS handelt wird.
Aber Friedhelms Vorschlag ist auch nicht unbedingt
in der Phantastik verankert. Die Geschichte mit dem
Holzbein basiert ja auf mehreren wahren Ereignissen.
Ich rätsel weiter.

Aber zurück zu TANZ DER TOTENKÖPFE (genial übersetzt),
ein Jahr zuvor kam DER PATE und ein Jahr später folgte
DER EXORZIST. Es war also längst eine Zeit angebrochen,
wo auch für TDT vielmehr drin gewesen wäre.
Meines Erachtens.
Zitieren
#13 Friedhelm 2016-10-16 16:24
@Mainstream.. Bei dem von mir angedachten "Fischfilm" liegt die Phantastik vielleicht in der "Legende " um den weißen Wal. Der Kapitän sucht den Wal, der ihn zum Krüppel gemacht hat - und trifft dann später tatsächlich auf seinen verhassten "Gegner..."

Überhaupt bewegt sich die ganze Atmo des Films leicht im Bereich des Phantastischen " - auch wenn es eben kein "phantastischer Film" ist. Naja, ist halt mein Eindruck...

Dem Streifen haftet -besonders am Anfang- die Aura des Unheimlichen an - finde ich wenigstens.
Aber so wie's aussieht, lieg meiner einer beim Ausblick wohl doch grandios daneben...

Also, echt spannend...
Zitieren
#14 Laurin 2016-10-17 06:28
Na, ihr Ratefreunde. Das sieht doch ganz gut aus mit Holzbein und so. Und wie ich schon mal sagte, die Phantastik ist in diesem Film sehr dezent verteilt (also nicht mit der Brechstange). Das hat er übrigens mit DER WEISSE HAI gemeinsam, denn im Grunde bewegt sich da die Phantastik im Bereich, dass dieses Vieh scheinbar bewusst auf Menschen los geht und sich so ein Hai z:B. auf Personen zu fixieren scheint (wenn man den Verlauf der Fortsetzungen so ansieht). ;-)
Zitieren

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.