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Ein phantastischer Filmklassiker - Katzen, ein Rentner und die abgezählte Lebenszeit

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 69
Katzen, ein Rentner und die abgezählte Lebenszeit

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Manche Filme packen dabei auch heiße Themen an.


Flucht ins 23. Jahrhundert (Logan's Run)Flucht ins 23. Jahrhundert (Logan's Run)
Eine von der Außenwelt abgeschottete Wohlstandsgesellschaft für alle – Was für ein Traum. Nur die Sache hat einen Haken. Die Lebenszeit ist auf 30 Jahre begrenzt. Das nicht alle mit dieser eisernen Regel einverstanden sind, dürfte eigentlich klar sein. Und das perfide System das dahinter steckt, setzt alles daran, dass sich an diesem Status Quo nichts ändert.

Doch da wäre ja noch die „Zuflucht“. Ein nicht näher definierter Raum, in dem sich die sogenannten „Läufer“ zurück ziehen können, um der vorzeitigen Beendigung ihres Lebens zu entfliehen. Um diesen „Raum“ und die darin befindlichen Dissidenten auszuschalten, nimmt der Großcomputer des Systems dem „Sandmann“ Logan 5 kurzerhand die ihm noch zur Verfügung stehende Lebenszeit, damit er sich als „Läufer“ ausgeben kann, um so die sogenannte Zuflucht zu infiltrieren und die sich dort befindlichen „Läufer“ zu eliminieren. Doch unterbrechen wir hier einmal den Einblick in die Filmhandlung erst einmal.

Flucht ins 23. Jahrhundert (Logan's Run)Schon die Wortwahl im Film ist nämlich eines genauen Blickes wert:

  • Die Zuflucht: Was sich eigentlich recht nett und positiv anhört, wird hier ins negative verkehrt. Im Grunde wird mit dieser Wortwahl ein rechtsfreier Raum bezeichnet.

  • Die Läufer: Das sind schlicht die, deren Lebenszeit abgelaufen ist und denen nichts anderes übrig bleibt, als die Beine in die Hand zu nehmen, wenn sie nicht freiwillig sterben wollen. Denn wer nicht freiwillig abtreten will, bei dem wird brutal nachgeholfen.

  • Die Sandmänner: Hier könnte man auch einen Querverweis auf das bekannte Sandmännchen ziehen. Letzteres haut mit der Schaufel auf die Augen, damit die lieben Kleinen schlafen. Ein Sandmann schlägt nur einmal bewaffnet zu, jedoch mit dem Nachteil, dass man nie wieder aufwacht.

Die Erneuerung: Hier betreten wir eine religiöse Ebene, die nicht einmal so unbekannt ist. Besteht ihre Grundlage doch aus dem Glauben an die Wiedergeburt. Gut, um wiedergeboren zu werden, muss man erst einmal aus dem Leben scheiden. Dieses erfolgt in einer Art Zeremonie, in der diejenigen, deren Lebenszeit abgelaufen ist, faktisch in die Luft gesprengt werden. Das hat im Film schon was von römischen Verhältnissen, nur wurden dort die zum Tode verurteilten von Gladiatoren niedergemetzelt oder von den Löwen zerfleischt. In der Zukunft macht man das etwas bunter und optisch hübscher. Das Resultat bleibt jedoch das gleiche. Das Opfer stirbt. Das sich aber nicht alle durch eine möglichen Wiedergeburt, also einer Art „Erneuerung“ blenden lassen, dürfte nur zu verständlich sein. Man hängt ja schließlich an dem bisschen Leben dessen man sicher ist.

Flucht ins 23. Jahrhundert (Logan's Run)Man muss sich das mal durch den Kopf gehen lassen:
Stellen sie sich mal vor, plötzlich würden einige findige Wissenschaftler – vielleicht so völlig unverhofft nebenbei – den Schlüssel für eine relative Unsterblichkeit finden. Wie würde der Jubel unter den Menschen ausbrechen. Nie wieder altern und damit nicht durch den Zelltod irgendwann dahin gerafft werden. Doch mal ehrlich, glauben sie wirklich, man würde gerade das an die große Glocke hängen? Und wenn ja, wie tief müsste man in die Tasche greifen, um an diesem „Wunder“ selbst teilhaben zu dürfen? Glauben sie mir ruhig, solange ich, sie, ihre Freunde oder Bekannten keine Millionäre oder eventuell Milliardäre sind, werden wir von diesem Wunder nicht viel mitbekommen. Warum? Weil wir eigentlich zur besitzlosen Klasse gehören. Weil wir Teil der grauen Masse sind. Wir sind austauschbar, ersetzbar, ein winziges Rad im Getriebe der Gesellschaft und so wie wir uns keine Jacht, keinen Palast und keine eigene Insel kaufen können, so werden wir auch kaum in den Genuss kommen, Teilhaber an einem solchen Wunder zu werden. Und ohne das nötige Kleingeld müssten sie oder ich schon etwas ganz besonderes sein oder zumindest zu etwas ganz besonderem befähigt sein, damit man uns als Teilhaber am (fasst) ewigen Leben überhaupt zur Kenntnis nimmt. Und wenn sie mir das nicht glauben, dann sehen sie sich doch mal um. Rentner kosten Geld, bringen aber keine Gewinne. Also friert man die Renten ein, besteuert sie gar etwas und setzt je nach durchschnittlicher Lebenserwartung das Rentenalter sogar herauf. Andererseits greift man von oben fleißig in die Rentenkassen um das Geld zweckentfremdet einzusetzen und faselt von „Erfahrungen“ und „Kenntnissen“ die der Wirtschaft verloren gehen, wenn sie bereits mit 63 Jahren in die Rente entschwinden. Also ich fühle mich da schon gelinde gesagt verarscht. Denn wenn ich Arbeitslos werde stellt mich niemand mit 55 Jahren noch wegen meiner Erfahrung ein. Im Gegenteil, ich könnte ja häufiger Krank werden. Die Wirtschaft wäre nämlich eher bis hinter beide Ohren glücklich, wenn ihre zukünftigen Mitarbeiter 20 Jahre alt wären und über 40 Jahre Berufserfahrung verfügen und das noch alles am besten bei der Hälfte meines Arbeitslohns.

Tja, das wir aber nicht unsterblich und ewig jung sind, grassiert bei uns im Betrieb im Hinblick auf das zukünftige Rentenalter folgender Witz: Man kostet weit weniger Rente, wenn man am letzten Tag gleich eingeschläfert wird. Lustig ... nicht? Vielleicht erleben wir ja noch den neuen Beruf des „Sandmann“ und finden uns in der Rolle der „Läufer“ wieder. Vorausgesetzt, es klappt noch mit dem Laufen und dem Haken schlagen mit 55 oder gar 60 Jahren.

Flucht ins 23. Jahrhundert (Logan's Run)Die Zukunft verändert vielleicht alles:
Im Grunde will man ja mit immer weniger Menschen immer mehr produzieren. Jemand muss das produzierte aber auch nutzen/kaufen, sonst  hat es keinerlei Wert. Das eine Minderheit von Reichen die Massen an produzierten Waren nicht alleine nutzen kann bzw. kaufen wird, dürfte auch klar sein. Also bleiben nur zwei Möglichkeiten: Kapitalvernichtung im großen Stil, also Kriege führen oder eine völlige Umwälzung der Verhältnisse bzw. des Systems.

Letzteres hat man scheinbar in dem Film LOGAN'S RUN durchgeführt. Die Ausgangsposition dürfte die erste Lösung gewesen sein, nämlich ein Krieg (in diesem Ausmaß wohl ein Atomkrieg bevorzugt mit Neutronenwaffen um die Zeit der Verstrahlung massiv zu senken). Die Überlebenden verbleiben in einem fest abgegrenzten Habitat, was zumindest eine strenge Geburtenkontrolle zur Folge hat. Durch die weiter wachsende Suche nach künstlicher Intelligenz wird das Verteilsystem irgendwann in die Hände eben eines selbstständig agierenden Computersystem überführt. Als Endresultat gibt es in diesem abgeschlossenen Habitat (oder anders gesagt, in dieser unter einer Kuppel liegenden, abgeschotteten Stadt/Welt) einen Wohlstand für alle. Um die vielfältig genutzten Güter zu produzieren benötigt man schließlich kaum noch Menschen in der Zukunft. Arbeit bekommt daher für wenige einen völlig anderen Stellenwert. Das intelligente Computersystem wird zwangsläufig die ihm übertragene Aufgabe des Erhalt und der Versorgung der Menschen übernehmen, festlegen und überwachen.

Letzteres führt dann dazu, dass auch Fehlentwicklungen in der Population ausgemerzt werden müssen. Das Alter und damit einhergehende Gebrechen werden zu einem nicht mehr akzeptablem Störelement innerhalb der bestehenden perfekten Gesellschaft. Um dieses auszumerzen ist die nächste logische Schlussfolgerung daher die Begrenzung der Lebenszeit. Das System funktioniert am besten, wenn das einzelne Individuum stirbt, bevor der eigentliche Alterungsprozess sich störend auf die Populationsbegrenzung  auswirkt. Und was sagen wir da: Willkommen im 23. Jahrhundert. Und da das Computersystem am bestehenden Ausmaß des Habitat gebunden ist, ist eine Ausdehnung (Schaffung weiterer Siedlungsräume und damit einhergehend einer unkontrollierbaren menschlichen Population) schlicht unlogisch für das System.

Also, ich finde diesen SF-Film schon irgendwie faszinierend, da wir zur Zeit so ziemlich alle Grundlagen für eine ähnlich gelagerte Zukunft bereits legen. Ob unsere Zukunft aber auch so schön poppig bunt wird, wage ich irgendwie zu bezweifeln. Selbst das Religionsspiel mit der „Erneuerung“ ist nicht so weit hergeholt, schließlich segnen Priester auch heute noch Waffen für einen möglichen Sieg der mit der Tötung anderer Menschen einher geht und kommen dabei überhaupt nicht mit ihrem christlichen Gebot „Du sollst nicht töten“ in Gewissenskonflikt. Man muss sich die Dinge eben nur so zurecht biegen wie man sie gerade braucht.

Ich halte es dabei lieber mit dem Yin und Yang, indem man nicht nur geblendet sein sollte von dem positiven der einen Seite, sondern auch den langen Schatten im Blick behalten sollte, den die andere Seite der selben Sache wirft. Doch blicken wir jetzt einmal wieder in die weitere Handlung des SF-Films LOGAN'S RUN:

Flucht ins 23. Jahrhundert (Logan's Run)30 Jahre Spaß sind genug:
Nun ist es nicht gerade so, dass Logan 5 an dieser perfiden Illusion einer „Erneuerung“ nicht glauben würde. Da kann er seinem Kumpel Francis 7 durchaus die Hand reichen, der nicht nur ebenfalls fanatisch an diese Illusion glaubt, sondern auch ein Sandmann ist, der seinen Spaß daran hat, Läufer zu eliminierten, wenn diese nicht ins „Karussell“ zum Selbstmord schreiten.

Etwas anders sieht es dagegen Jessica 6, die vor kurzem noch aus dem Wohnungs-Transmitter von Logan 5 gestiegen ist, um sich vielleicht von einem netter Burschen mal wieder flach legen zu lassen. Zwar gefällt ihr Logan 5 auch, nur das er als Sandmann seinen Spaß hat, ist überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Nun aber, wo Logan 5 quasi verdeckt für den Zentralcomputer agiert, könnte Jessica 6 für ihn noch sehr wichtig sein. Trägt sie doch ein seltsames Symbol an ihrem Halsband, dass man als „Ankh“ kennt (ausgesprochen auch „Anch“, ein altägyptisches Symbol für das Weiterleben im Jenseits) und das bei den „Läufer“ als Symbol und Schlüssel für die „Große Zuflucht“ gilt. Logan 5 macht sich also an die hübsche Jessica 6 wieder heran und versucht sie zu überzeugen, dass auch er nun ein Läufer ist und sie ihm helfen soll, die Große Zuflucht zu erreichen. Dumm dabei ist nur, dass Francis 7 das Verhalten seines Kollegen seltsam vorkommt und er ihnen heimlich folgt. Als er dann sehen muss, dass Logan 5 eine Läuferin nicht eliminiert, geht er von Verrat aus und verfolgt beide unerbittlich.

Auch die Helfer im Untergrund, wozu auch ein Chirurg für Schönheitsoperationen gehört, glauben nicht wirklich am Sinneswandel eines Sandmannes und würden Logan 5 gerne selbst ins Jenseits befördern. Doch durch das eingreifen von Francis 7 kommt alles etwas anders und bald finden sich die Verfolgten in einem Labyrinth veralteter Anlagen wieder, bis dass sie sich in einer Eishöhle wiederfinden, wo ein Roboter mit Namen BOX alle einmal lebendigen Tiere einfriert. Unter den in Eisblöcken getöteten Tieren befinden sich allerdings auch die rund 1000 verschollenen Läufer, denen angeblich die Flucht in die Große Zuflucht“ gelungen sein soll. Logan 5 und Jessica 6 müssen erst einmal BOX ausschalten, der sie ebenfalls für immer frisch (aber leider auch Tod) aufbewahren möchte. Wegen Francis 7 und den anderen Sandmännern ist ihnen aber auch der Weg zurück vorerst einmal abgeschnitten.

Doch als sie das Höhlensystem verlassen können, finden sie sich plötzlich außerhalb der riesigen Kuppelstadt wieder, die so völlig anders, gefährlich und verwildert auf sie wirkt. Nach einem langen Marsch durch diese völlig andere Welt gelangen sie in eine gewaltige Stadt, die jedoch nun eher aus Ruinen besteht, die von der Natur langsam wieder übernommen wird. Dort im ehemaligen Washington DC finden sie weitere Artefakte, die Logan 5 beweisen, dass es einmal Menschen gegeben hat, die älter wurden als jeden, den er aus seinem scheinbar perfekten System kannte. Der Höhepunkt ist jedoch ein alter bärtiger Mann, der hier unter jeder Menge Katzen scheinbar alleine lebt und der sogar einmal seine Eltern gekannt haben muss. Nunmehr ist Logan 5 und Jessica 6 klar, dass die Altersvorgabe innerhalb ihres Systems ein willkürliches ist, um eine gewisse Populationsbegrenzung abzusichern. Auch Francis 7 erreicht diesen Ort und bedroht sie alle. Selbst als Logan 5 ihn darauf hinweist, dass auch seine Lebensuhr hier nicht mehr funktioniert, lässt dieser nicht von seinem Fanatismus ab und stirbt im Kampf.

Gemeinsam mit dem alten Mann als lebenden Beweis für eine andere, menschliche Zukunft, kehren sie zur Kuppelstadt zurück. Während Jessica 6 versucht, die Menschen zu dem alten Mann zu bringen, der den Zugang unter Wasser nicht mehr nehmen kann, nimmt Logan 5 den Kampf gegen den Zentralcomputer auf und vernichtet ihn in einem geistigen Duell durch die Wahrheit.

Flucht ins 23. Jahrhundert (Logan's Run)Massive Abweichungen von der Romanvorlage:
Ja, die Romanvorlage LOGAN'S RUN von William F. Nolan und George Clayton Johnson liest sich über weite Strecken ganz anders als es im Film dann umgesetzt wurde.

Für den Film wurde neben der Motivation der Figuren auch wesentliche inhaltliche Aussagen stark verändert. So handelt es sich im Roman nicht um eine abgekapselte Gesellschaft unter gewaltigen Kuppeln, sondern um die gesamte Erdbevölkerung, bei der jedem Individuum bewusst ist, dass das Leben mit dem erreichen des 21. Lebensjahr definitiv endet. Auch Logan wird nicht durch Anweisung zum Läufer, sondern handelt zum Teil recht destruktiv und aus völlig eigenem Antrieb. Francis indessen verfolgt ihn hier, um die Zerstörung der „Zuflucht“ zu verhindern, die sich auf einer Weltraumstation im Orbit um den Mars befindet. Als Logan und Jessica sich per Rakete in Richtung dieser Zuflucht aufmachen, bleibt Francis zurück auf der Erde um weiteren Menschen zur Flucht zu verhelfen. Da lohnt es sich fasst schon, den Roman selbst zu lesen, denn die Handlung hebt sich doch recht stark von der eigentlichen Filmumsetzung ab.

Was die Kosten für den Film LOGAN'S RUN angeht, ist dieser mit über 9. Millionen US-Dollar fasst genauso teuer, wie später der erste KRIEG DER STERNE (STAR WARS) Film und war auch kommerziell ein großer Erfolg an den Kinokassen. So spielte der Film schon innerhalb der ersten 5 Tage in den Kinos satte 2,5 Millionen US-Dollar wieder ein und das war schließlich längst noch nicht das Ende der Fahnenstange. Auch die Spezialeffekte konnten durch die Bank weg überzeugen, wobei es großes Lob einbrachte, wie realitätsnah man Washington DC als überwucherte Ruinenstadt darstellte. Einziger Wermutstropfen hierzu war die Kritik, dass man sich hier doch sehr weit von der eigentlichen Romanvorlage entfernte. Das änderte jedoch nichts an den zahlreichen Auszeichnungen bis hin zu einem Sonderoscar (1977) für „Beste visuelle Effekte“ und sogar einer Nominierung zum „Goldenen Preis“ des Internationalen Filmfestival in Moskau (ebenfalls 1977).

Nolan entschloss sich ferner dazu, die Geschichte literarisch in zwei weiteren Romanen fortzuführen (Logan's World und Logan's Search), die sich jedoch nicht am Film sondern eben am Originalroman orientierten. In Deutschland kam der Originalroman damals übrigens im Heyne Verlag (Random House) auf den Markt.

Auch im US-Comic-Bereich kam es zu diversen Adaptionen zum Film und einer Weiterführung der Handlung darüber hinaus, die jedoch recht kurzlebiger Natur blieben. Zum einen handelte es sich hier um Comics aus dem Hause MARVEL (1977/insgesamt 7 Comichefte) und BIZARRE ADVENTURES #28 mit dem Titel THE HUNTSMAN, dass eine Art Vorgeschichte darstellte und als Back-up-Story für eine Serie geplant war. 1990 kam dann die Mini-Comicserie (6 Hefte) LOGAN'S RUN von ADVENTURES COMIC heraus, die sich aber nicht an der Filmhandlung sondern an der Story des Originalromans orientierte. Aber auch in England kam es zu Comic-Adaptionen.

Nach dem Kinofilm wurde auch eine 14-teilige-Fernsehserie unter dem Titel LOGAN'S RUN gedreht, die aber in Deutschland nie ausgestrahlt wurde. Selbst in den USA schafften es davon nur 11 Folgen, wirklich ausgestrahlt zu werden. Der Erfolg der TV-Serie war schlicht so bescheiden, dass die letzten drei Episoden nie ausgestrahlt wurden und gleich in die Archive verschwanden.

Flucht ins 23. Jahrhundert (Logan's Run)Meine Filmkritik:
Ja, die Zeit wird wieder knapp und der Artikel mal wieder länger als eigentlich geplant. Aber die gesamte Thematik drum herum ist schlicht einfach zu verlockend.

Der Film FLUCHT INS 23. JAHRHUNDERT gehört kurz gesagt in jede gute Sammlung für Phantastische Filmklassiker. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Für mich persönlich gehört er zudem zu den früheren SF-Filmen, die ich mir immer wieder auch kurz hintereinander anschauen könnte. Da kann auch Goldlöckchen Farrah Fawcett nichts dran ändern, de über ihre Darstellung als ENGEL FÜR CHARLIE nie wirklich hinaus kommt. Da macht man dann gerne ein Auge zu, blendet ihre leicht dümmlichen Dialoge aus und erfreut sich an ihren leicht bekleideten Kurven mit intelligenzfreiem Dauerlächeln im Gesicht.

Im Grunde kann ich sogar sagen, dass ich diesen Film im Leben weit öfter gesehen habe als den ersten KRIEG DER STERNE (STAR WARS), was auch etwas heißen will. Bei letzterem muss ich gestehen, dass ich mir den (KRIEG DER STERNE) nicht einmal mehr auf DVD zugelegt habe, weil er mir, entgegen LOGAN'S RUN (wie der Film jetzt auch eher in Deutschland betitelt wird) schon faktisch hinterher läuft und mich schon lange zu langweilen begonnen hat. In dem Sinne erhält von mir der Film LOGAN'S RUN/FLUCHT INS 23. JAHRHUNDERT auch die vollen fünf von fünf Punkte und eine eindeutige Empfehlung für alle Science Fiction Fans.

Ausblick:
Superhelden gehören ja auch in den Bereich der PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKER. Nun haben ich ja bereits früher schon mal im ZAUBERSPIEGEL einige frühe filmische Werke dieses Subgenre behandelt. So hatten wir bereits einen Blick auf den Film GOLDFACE - DER PHANTASTISCHE SUPERMAN oder DREI SUPERMÄNNER RÄUMEN AUF werfen können, die sich in meinem Archiv befinden.

Von den diversen Fortsetzungen mit wachsender türkischer Beteiligung bei den DREI SUPERMÄNNERN lassen wir aber besser die Finger. Zum einen gibt es die nicht hier in Deutschland auf dem DVD-Markt und das Niveau wurde schlicht auch schnell recht unterirdisch. Es gibt eben guten wie auch miserablen Trash und hier zählt leider nur der Film DREI SUPERMÄNNER RÄUMEN AUF zum positiven Trash mit Spaßfaktor.

Aber bevor MARVEL und DC höchst persönlich in das Kinogeschäft einstiegen, wobei sie die Rechte einiger ihrer Helden vorher schon mal an diverse Studios verkauften (siehe SPIDER-MAN, FANTASTIC FOUR oder X-MEN bei MARVEL), gab es aber auch sonst schon eine ganze Reihe von Superhelden für die Leinwand. Ich erinnere hier nur mal daran, dass es schon viel früher mal einen Kinofilme zu SPIDER-MAN (1977) gegeben hat, der eigentlich nur der Pilotfilm für eine Fernsehserie werden sollte. Diesem folgten noch zwei weiterer Filme eigentlich für das Fernsehen. Es handelt sich hier um die drei Filme SPIDER-MAN (1977), SPIDER-MAN SCHLÄGT ZURÜCK (1978) und SPIDER-MAN GEGEN DEN GELBEN DRACHEN (1979). Mindestens zwei dieser drei Filme liefen meines Wissens nach aber in deutschen Kinos (Film von 1977 und 1979), weil ich die im Kino Scala (Leverkusen/Opladen) in meiner Jugend sichten konnte. Aber keine Angst, ich meine keinen der drei Filme, denn weder hier noch in den USA selbst sind diese Filme zur Zeit wieder auf DVD erhältlich.

Man kann aber sagen, dass Superhelden uns schon immer auch im Film irgendwie begleitet haben, selbst wenn man in den USA per Kino und Fernsehen noch intensiver verwöhnt wurde in dieser Hinsicht. Und da habe ich noch ein paar Perlen für euch in der Hinterhand, bei denen die USA keine Finger mit im Spiel hatten.

Kommen wir aber erst einmal zu Rocky Balboa (Sylvester Stallone). Wie hieß es in einem der Boxer-Filme so schön: „Bumsen macht die Beine schwach“. Nun ja, was hat das aber nun mit Superhelden zu tun? Eigentlich einiges. zumindest bei dem, den ich euch nächsten Samstag vorstellen möchte. Denn wenn der den weiblichen Reizen erliegt (was er wohl recht gerne tut), dann wirkt sich das leider einige Stunden recht negativ auf seine Superkräfte aus. Reicht euch das als Tipp?

Nein? Dann hätte ich noch einen Blechkameraden mit bösem Finger für euch. Nun müsstet ihr aber langsam wissen, um welchen Film es sich handelt. Nein, immer noch nicht?

Dann mein letzter Tipp für heute: Der Filmtitel fängt mit dem gleichen Buchstaben an, wie das Alphabet. Das könnte ja auch ein hilfreicher Hinweis sein. Und wenn das noch nicht reicht, seht euch noch mal den gesamten Titel des Films zum Superhelden GOLDFACE an (Ähnlichkeiten sind hier, glaube ich, rein zufälliger Natur) und Limitiert ist die DVD dann auch noch.

Also mehr als das kann ich euch einfach nicht mehr sagen, denn mit den ganzen Hinweisen dürfte das raten dieses mal verdammt leicht sein.

Flucht ins 23. Jahrhundert (Logan's Run)
Flucht ins 23. Jahrhundert
(Logan's Run)
Flucht ins 23. Jahrhundert
(Logan's Run)
mit Jenny Agutter, Michael York, Richard Jordan, Peter Ustinov, Michael Anderson Jr., Michelle Stacy, Farrah Fawcett, Gary Morgan, Roscoe Lee Browne, Ashley Cox, Camilla Carr u.a.
Regie: Michael Anderson
Drehbuch: David Zelag Goodman
Romanvorlage: William F. Nolan, George Clayton Johnson
Genre: Science Fiction
Laufzeit: 114 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Warner Home Video
USA 1976

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2016-10-29 11:33
Ich habe den Film nie besonders gemocht. Erstens kann ich Michael York nicht ab, zweitens ist mir das Ende viel zu glatt. Ich kaufe das "Kirk-Manöver", mit dem man einen Computer belabert, einfach nicht.

Aber bei einer Sichtung letztens fand ich ihn was besser. Lag hauptsächlich an Jenny Agutter in ihrem Kleidchen. Farah hat so eine Nicht-Rolle, die fällt nicht weiter auf.

Der deutsche Titel ist immer ein Kichern wert. Wenn schon, ist es eine Flucht im 23. Jahrhundert.

Du meinst sicher diese italienische Superheldenparodie? Ich weiß nicht mehr, wie sie hieß. Ist ewig lange her, dass ich die gesehen habe.
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#2 Laurin 2016-10-29 12:17
@ Andreas Decker:
Leider muss man mit Michael York leben, ging mir mit Mark Hamill (Krieg der Sterne) genauso. Das Ende hätte auch etwas besser laufen können, da gebe ich dir recht. :sad:

Jenny Agutter ist hier wirklich ein hübscher Blickfang und die Farah ist zu verschmerzen bei ihrer kleinen Rolle. Bei eingedeutschten Titeln sind wir ja nun schon einiges gewohnt an seltsamen Geistesblitzen. :lol: Positiv hierbei ist, dass der deutsche Titel faktisch nur noch als kleiner Untertitel auf den DVDs auftaucht und man den Originaltitel nunmehr groß einsetzt. ;-)

Ja, die Italiener haben da so einiges gemacht und meistens waren solche Superhelden-Filme damals alles eher Parodien. Das zeigt eigentlich, dass man dieses Subgenre damals nicht ernst nahm bzw. man in Europa mit dem Thema nicht wirklich etwas ernsthaftes anzufangen wusste. In der limitierten DVD-Auflage gibt es neben der Originallänge (die geschnittenen Szenen sind nicht synchronisiert) auch die deutsche Kinofassung (meiner Meinung nach heftig geschnitten - warum auch immer). ;-)
Aber demnächst habe ich da noch einen Superflummi für euch und da sind die Italiener auch dran beteiligt. :-)

Irgendwie scheint hier das Bild mit Peter Ustinov als "alter Mann" mit den Katzen abhanden gekommen zu sein. Dafür gibt es Lincoln mit Grünspan gleich zweimal. :cry:
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#3 Toni 2016-10-29 12:58
Ich habe zwar nur noch ein paar Resterinnerungen an den Film, aber als Kind/Jugendlicher fand ich den Streifen echt klasse. Und die düstere Zukunft war ja noch so weit weg. So langsam wird es aber ernst und nach den letzten Warnungen unserer Regierung, mann soll sich doch gefälligst selber um seinen Hintern im Alter kümmern, scheint alles möglich :cry:
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#4 Andreas Decker 2016-10-29 15:08
@Laurin

Stimmt, irgendwie identifiziert man Ustinov nicht mit dem Film. Er passt da auch nicht wirklich rein. Entweder hatte er damals gerade einen Karriereknick, die Steuer an den Hacken oder war dem Studio noch was schuldig. Anders lässt sich seine Teilnahme nicht erklären. Obwohl er für seine paar Drehtage garantiert mehr Kohle bekam als Farah und Jenny zusammen. ;-)

Hoffentlich war er nicht gegen Katzen allergisch :lol:
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#5 Laurin 2016-10-30 10:57
@ Andreas Decker:
Gut, für einen Darsteller wie Peter Ustinov war die Rolle etwas mager, aber aus dem Wenigen hat er durchaus viel heraus geholt. Ich fand und finde ihn einfach köstlich in der Rolle des namenlosen alten Mannes. Gut verdient wird er trotzdem daran gehabt haben. Und was die Katzen betrifft, ich glaube, er mochte sie sogar recht gerne. ;-)

@ Toni:
Wenn ich mir unsere Regierung ansehe und was sonst gerade auf der Welt so abgeht, auch in Europa selbst und von Seiten der USA, dann wird mir schon Angst und Bange für die Zukunft. Da wurden und werden Fässer aufgemacht, die sie hätten geschlossen halten sollen und die sie jetzt kaum noch zu bekommen. Da fällt mir irgendwie immer die Büchse der Pandora und die Warnungen hierzu ein.
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