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Ein phantastischer Filmklassiker - Ein Geisterhaus und seine neuen Besitzer

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 77
Ein Geisterhaus und seine neuen Besitzer

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Auch für das Fernsehen gab es da blutrünstige Zweiteiler.


Brennen muss Salem (Salem's Lot)Brennen muss Salem (Salem's Lot)
Lange Zeit war man es ja in meiner Jugendzeit gewohnt, dass der Vampir samt seinem blutrünstigen Gefolge ein Adeliger war, der in einem Schloss wohnte, einer Burg oder zumindest in einer Ruine mit ehemaliger prunkvoller Vergangenheit, was dann aber wohl eher der ärmliche Landadel sein dürfte. Das könnte man auch durchaus als Metapher sehen für den Kapitalismus. Der Adel war zumeist ja nicht gerade ärmlicher Natur, besaß Anwesen, Ländereien und späterhin der Geldadel auch Fabriken, in denen andere für seinen wachsenden Reichtum schuften durften. Da sitzt man eben ganz oben und die Gier nach noch mehr Reichtum und Profiten trägt bekanntlich dazu bei, dass man den Adeligen aber auch den Unternehmensbesitzer oder gleich den gesamten Vorstand samt Aktionäre auch mal netter Weise als „Blutsauger“ betitelt. Ja, hinter jeder phantastischen Idee steckt manchmal auch ein kleines Körnchen Wahrheit. Doch genug der Querverbindungen zwischen Mythen und mancher Realität.

Stephen King zog den Vampir dann in seinem 1975 erschienenen Roman SALEM'S LOT etwas aus dem feudalen Umfeld heraus und versetzte ihn gleich einmal in eine US-amerikanische Kleinstadt. Fiktiv war dieses Städtchen, aber immerhin, er hat für diese kleine Gemeinde schließlich genügend Vorbilder aus der Realität. Doch bleiben wir erst einmal bei der Verfilmung aus dem Jahre 1979.

Brennen muss Salem (Salem's Lot)Ein Alternativtitel und sein Hintergrund:
Das Haus war eine stattliche Villa direkt auf der Anhöhe die man Marsten Hill nennt, so das niemand von den Bewohner es hätte nicht täglich sehen können. Es erschien ihnen Unheilvoll und des Nachts schlossen sie ihre Fenster, um nicht die grauen Schatten der Furcht sehen zu müssen, die dieses Haus umwogten.

An manchen trüben Tagen oder im grauen Morgennebel wirkte das Haus wie eine fette, schwarze Spinne mitten in ihrem Netz, dass sie über ganz Jerusalem's Lot gespannt zu haben schien. Schon der Anblick ließ einem eine eisige Kälte durch die Adern kriechen und man begann ungewollt zu frösteln. Eine Kälte, wie man sie sich nur noch in der Tiefe eines Grabes vorzustellen vermag.

Für Kinder war es ein Spukhaus in dem schon lange niemand mehr lebte und von dem man sich düstere Geschichten erzählte. Aber es waren auch Kinder, die damals in diesen Wänden des Hauses für immer verschwanden. Ein Haus wie geschaffen für manche unüberlegte Mutprobe. Doch wer es einmal betreten hatte, der veränderte sich auf eine seltsame Weise, fasst unmerklich, als sei die Verwegenheit und Unbeschwertheit der Kindheit für immer von ihnen gewichen. Die Geschichten über das Haus waren auch die Geschichten über dessen Besitzer Hubert Marsten, der mit dem Bösen im Bunde gewesen sein soll, dass wie ein dunkler Schatten immer noch über dem Anwesen zu schweben scheint. Doch Marsten selbst war nun schon viele Jahre tot und dennoch zieht das Böse einen neuen Schrecken an, gefährlicher und grausamer noch als der letzte. Schleichend und unheilvoll wie der kalte Wind, wenn er von Norden herüber weht.

Ja liebe Leser, dass hört sich eher nach einem klassischen Spukhaus-Roman an und in gewisser Weise ist es sowohl im Roman als auch im Film eine Geschichte in der Geschichte. Übrigens, fangen sie jetzt nicht an diese obige Textpassage im Roman zu suchen, falls sie ihn besitzen. Der steht nämlich nirgendwo im Roman drin. Doch auch wenn diese Geschichte innerhalb der Geschichte eigentlich nichts mit dem Thema Vampirismus zu tun hat, so war, ist und bleibt das Marsten-Haus der Dreh- und Angelpunkt des Bösen. Im Grunde genommen ist es also nicht verkehrt gewesen, als man die Verfilmung – eine Miniserie fürs Fernsehen in zwei Folgen – auch unter dem Alternativtitel DER SCHRECKEN IM MARSTEN-HAUS veröffentlichte.

Auch der Roman hatte, was den Titel anging, eine gewisse Vorgeschichte. Der erste Titel, man könnte es eventuell auch den Arbeitstitel nennen, lautete THE SECOND COMING und basiert auf einer Kurzgeschichte, ebenfalls von Stephen King, was auf deutsch etwa mit „Die Wiederkehr“ recht gut übersetzt ist. „Das zweite kommen“ hört sich ja auch irgendwie etwas arg holprig bis nichtssagend an. Doch dieser Titel wurde dann abgeändert in JERUSALEM'S LOT, also genau wie die besagte Kurzgeschichte von King. Hört sich schon schmissig an, empfand man dann aber wohl immer noch für zu lang und so entstand dann der eigentliche US-Titel SALEM'S LOT.

Brennen muss Salem (Salem's Lot)Der Schrecken zwischen Buch und Verfilmung:
Ja, BRENNEN MUSS SALEM war mein allererster Roman von Stephen King, den ich damals las, als ich meine Wohnung von Grund auf renovierte. Der Fernseher war nicht angeschlossen, ich arbeitete zu dieser Zeit noch in drei Schichten und die Renovierung dauerte geschlagene drei Wochen. Ich hatte mir hierzu schließlich keinen Urlaub genommen um zügig vorwärts zu kommen, allerdings wird man als Junggeselle auch von nichts und niemanden getrieben. So arbeitete ich im Schnitt noch am Tage drei bis vier Stunden an der Wohnung, die bis auf das Schlafzimmer ziemlich leer wirkte. Ich hatte ja Zeit, denn die neuen Möbel rückten auch erst an, als ich alles fertig hatte und bei Spätschicht reduzierte ich bei maximal zwei Stunden die Arbeiten auf das nötigste. Wenn es also draußen Dunkel wurde oder ich am späten Abend von der Arbeit kam, griff ich zu diesem Roman, der mich merklich fesselte. Ich mochte Vampirgeschichten und die Erstverfilmung hatte ich bereits vor einigen Jahren als junger Bursche schon auf Video gesehen.

Die Renovierung war dann irgendwann abgeschlossen, die neuen Möbel platziert und der Fernseher (der diese Zeit ohne Strom leider nicht überlebt hatte) musste auch kurzfristig noch ersetzt werden. Ich – nicht gerade ein Leser auf Speed – hatte auch den Roman beendet und irgendwie kitzelte es mich nun in den Fingern, mir nochmals die Verfilmung anzusehen. Gesagt, getan und ab in die Videothek die es damals in unserer Straße gab. Doch am Ende des Films kam dann der wahre Schrecken. Gegenüber dem Roman, den ich noch frisch im Kopf hatte, wirkte der Film nun wie eine Ansammlung von losen Inhaltsfetzen aus dessen gedruckter Gesamtheit.

Der Grund war relativ einfach. In allen umliegenden Videotheken gab es nur die für den europäischen Markt zeitlich stark gestraffte Spielfilmfassung. Da fehlte also nicht gerade wenig an Material. Diese Fassung auf Kasette erschien übrigens 1985 in Deutschland. Das SAT 1. ebenfalls im Jahre 1985 die vollständige TV-Fassung ausstrahlte, brachte mir zu diesem Zeitpunkt auch nicht viel, denn ich besaß ja zu dieser Zeit noch keine Satellitenschüssel und zwei Privatsender (darunter RTL) empfing ich bei uns locker über die zusätzlich angebrachte Zimmerantenne.

Ohne den Roman also zu kennen, hätte ich wohl durchaus mein Vergnügen an der stark gestrafften Videofassung gehabt. Hatte man aber wie ich späterhin nochmals diese Version gesehen, kurz nachdem man den eigentlichen Roman gelesen hatte, verbreitete diese Version das Flair eines filmischen Flickenteppich. Ich kann hier also jedem der das Buch noch nicht gelesen haben sollte, bzw. die Verfilmungen gesehen hat nur raten, eher erst den Film zu sehen und erst danach zum Buch zu greifen, erst dann hat man das Gefühl, mit dem gelesenen noch einen gewissen Mehrwert zu erlangen.

Die erste vollständige Fassung des Films von 1979 mit 183 Minuten Spielzeit kam übrigens erstmals im September 2016 als Blu-ray von Warner Home Video in Deutschland auf den Markt. Die bis dahin stark gestraffte Version brachte es an Spielzeit nur unter ca. 110 Minuten. Somit zog neben der Neuverfilmung des Romans, der bereits in meinem Filmarchiv seine Heimat gefunden hatte (SALEM'S LOT/2004/Spielzeit 174 Minuten) erst in diesem Jahr auch die Erstverfilmung BRENNEN MUSS SALEM von 1979 in voller Länge bei mir ein. Man sieht, das warten über Jahrzehnte hat sich nun am Ende doch noch gelohnt.

Brennen muss Salem (Salem's Lot)Ein Blick auf einige Darsteller:
In BRENNEN MUSS SALEM fällt zuerst einmal ein junger Mann auf, der eigentlich in Deutschland nur durch eine Fernsehserie wirklich bekannt wurde. Zwar sah man ihn durchaus mal in Folgen von TV-Serien wie BEZAUBERNDE JEANNIE, RAUCHENDE COLTS, MORD WAR IHR HOBBY oder FLIPPER. Doch wirklich populär wurde er neben seinem Filmpartner Paul Michael Glaser in Deutschland erst durch die Krimiserie STARSKY & HUTCH. In BRENNEN MUSS SALEM spielt David Soul denn auch gleich die Hauptrolle als Schriftsteller Ben Mears, der nach Jerusalem's Lot zurück kehrt um sich dem Schrecken aus seiner Kindheit im Marsten-Haus zu stellen. Doch nunmehr haust dort ein neuer Schrecken, der die gesamte Kleinstadt in den Abgrund reißen wird.

James Mason übernimmt in der Rolle des Antiquitätenhändlers und Parners des geheimnisvollen Dr. Kurt Barlow, Richard Straker, faktisch den Posten des Handlangers. Straker ist quasi der menschliche Wachhund des eigentlich Bösen – des Vampirs, mit einer typisch unterkühlten, britischen Art die nie wirklich genau einzuschätzen ist. Mason war sowohl auf der Bühne als auch im Film kein Unbekannter, sondern gerade auch in Großbritannien einer der kassenstärksten Filmstars. Oftmals spielte er Rollen in den so bezeichneten „Gainsborough Gothic Filmen“ (Kostümfilme), wurde aber auch in Deutschland durch Kinofilme wie PRINZ EISENHERZ, DIE REISE ZUM MITTELPUNKT DER ERDE (in dieser Artikelreihe bereits behandelt), STEINER – DAS EISERNE KREUZ oder SPRENGKOMMANDO ATLANTIK, ebenfalls 1979 gedreht (mit Roger Moore in der Hauptrolle), bekannt. Man könnte hier die Liste seiner erfolgreichen Filme noch um einiges verlängern, was jedoch den Rahmen des Artikels völlig sprengen würde. In der Neuverfilmung SALEM'S LOT übernahm übrigens Donald Sutherland die Rolle des Richard Straker und veränderte sie dahin gehend, dass Straker nunmehr eine unberechenbare Persönlichkeit ist, der man weder den Rücken zudrehen sollte und der auch in seinen Äußerungen seine sadistische Neigung nicht völlig verstecken kann. Mithin ein Psychopath reinsten Wassers.

Brennen muss Salem (Salem's Lot)Bonnie Bedelia ist hier in ihrer Rolle als Susan Norton nicht nur der hübsche Blickfang, der jedoch ein glückliches Happy End mit Ben Mears verwehrt bleibt, sondern auch eine filmische Wiederholungstäterin, was Verfilmungen von Romanen und Kurzgeschichten von Stephen King angeht. 1982 trat sie nochmals in dem Film CREEPSHOW auf, zu dem Stephen King das Drehbuch schrieb. CREEPSHOW war ein recht makaberer Episodenfilm ausgehend von den damals recht beliebten Horrorcomics. 1993 kam dann die nächste Verfilmung eines Stephen King Romans unter dem Titel NEEDFUL THINGS – IN EINER KLEINEN STADT, wo der Teufel selbst, gespielt von Max von Sydow, einen kleinen Laden mit allerlei seltsamen Kuriositäten eröffnet, um die Kleinstadt und ihre Bewohner im Chaos, Mord und Blut zu ertränken. Bonnie Belinda dürfte aber auch den Fans von Actionfilmen nicht unbekannt sein, spielte sie doch in STIRB LANGSAM und STIRB LANGSAM 2 (DIE HARD & DIE HARD 2.) die Rolle der Holly Gennaro und damit der Ehefrau von John McClane (Bruce Willis), die nicht mit aber wohl mitunter auch nicht ohne ihren Haudegen und Ehemann sein konnte. Aber auch in Fernsehserien war sie bereits zu sehen wie in den bekannten Western-Serien HIGH CHAPARRAL oder BONANZA.

Reggie Nalder war schlicht berühmt für das unverwechselbare Gesicht, dass er einer schweren Verbrennung zu verdanken hatte. Die Rolle des Bösewicht schien ihm daher wie auf den Leib geschrieben und er war in einer Vielzahl sogenannter B-Movies zu sehen. Auch in Horrorfilmen war er nicht selten zu finden. Sei es nun HEXEN BIS AUFS BLUT GEQUÄLT neben Udo Kier (ebenfalls in dieser Artikelreihe bereits besprochen) oder der Fortsetzung HEXEN  - GESCHÄNDET UND ZU TODE GEQUÄLT. Weitere Rollen hatte er im Genre in Filmen wie ZOLTAN, DRACULAS BLUTHUND oder DIE TOTEN STERBEN NICHT. Er hatte aber auch Rollen in diversen anderen Filmen wie LIANE, DAS MÄDCHEN AUS DEM URWALD oder Fernsehserien wie 77 SUNSET STRIP, TENNISSCHLÄGER UND KANONEN oder in einer Folge von RAUMSCHIFF ENTERPRISE (STAR TREK). Das er auch durch den Film BRENNEN MUSS SALEM als Vampir Barlow besonders in Erinnerung blieb, lag nicht etwa an der Tatsache, dass er hier schlicht keine wirklichen Dialoge beisteuert, sondern das er in der Maske des Vampir ziemlich offen der Figur (des Stummfilm) NOSFERATU - EINE SYMPHONIE DES GRAUENS aus dem Jahre 1922 und insbesondere dem Darsteller des Graf Orlok, Max Schreck seine Referenz erweist. Meiner ganz persönlichen Meinung nach dürfte Nalder in dieser Maske wohl der mit Abstand erschreckenste Vampir sein, den es in Verfilmungen dieses Subgenre bisher gegeben hat. Doch schauen wir hier noch kurz auf de eigentlichen Inhalt der Filmhandlung.

Brennen muss Salem (Salem's Lot)Von der Gegenwart in eine blutige Vergangenheit:
Die Handlung des eigentlichen Zweiteilers fürs Fernsehen beginnt mit einem filmischen Prolog: Ben Mears und der Junge Mark Petrie befinden sich in Guatemala und füllen kleine Fläschchen mit Weihwasser in einer Kirche auf. Als jedoch eines der so gefüllten Gefäße anfängt von innen heraus zu leuchten, wissen sie, dass sie auch hier von einem Vampir gefunden wurden und ihnen ein erneuter Kampf bevorsteht.

Vergangenheit, zwei Jahre früher in Maine, USA. Ben Mears kehrt zurück in seine Geburtsstadt Jerusalem's Lot. Hier hatte er als Kind schon einmal gelebt und hatte ein prägendes wie erschreckendes Erlebnis im Marsten-Haus. Dort sollen nicht nur Kinder durch den damaligen Eigentümer Hubert Marsten verschwunden und nie wieder leben aufgetaucht sein, sondern Mears selbst hatte bei einer Mutprobe, bei der er in diese düstere Villa eindrang, ein Erlebnis gehabt, als wäre in diesen Mauern das absolut Böse stets präsent.

Die Einwohner nennen ihre Stadt im allgemeinen nur „SALEM'S LOT“ und um die Erinnerungen aus seiner Kindheit zu verarbeiten, will der Buchautor Ben Mears hier sein neustes Buch über die Geschehnisse im Marsten-Haus und das Leben mit diesem Gemäuer des Bösen schreiben.

Doch das Haus selbst, dass Mears mieten bzw. kaufen wollte, kann er nun nicht so einfach mehr betreten. Faktisch vor seiner Nase hat man es an die neuen Besitzer verkauft. Diese, Richard Straker und Dr. Kurt Barlow wollen in SALEM'S LOT ein Antiquitätengeschäft eröffnen und sich scheinbar hier auch zur Ruhe setzen. Doch bisher scheint nur Straker alle geschäftlichen Angelegenheiten und Aufträge alleine zu vergeben bzw. zu erledigen, denn niemand in SALEM'S LOT hat den geheimnisvollen Dr. Barlow bisher je zu Gesicht bekommen.

Das Grauen beginnt fasst unmerklich und schleichend. Zuerst verschwindet einer der Glick-Söhne (Danny und Ralphie) und der andere landet im Krankenbett. Auch die Suche nach dem verschwundenen Jungen bleibt aussichtslos. Auch Mark Petrie hat sie zum letzten male gesehen, als sie am Abend durch den Wald nach Hause gehen wollten. Doch schon bald wird auch Mark in der Nacht von einem der eigentlich toten Glick-Söhne heimgesucht. Er scheint quasi vor dem Fenster zu schweben und seine Augen leuchten kalt und böse als er Mark um Einlass bittet. Mark wehrt ihn jedoch mit einem Kreuz aus seiner Sammlung von Horrorfiguren ab, denn er weiß das es sich hier um blutsaugende Vampire handelt. Doch wer sollte ihm das glauben.

Ben Mears freundet sich indessen mit der hübschen Susan Norton an, was jedoch dessen Exfreund nicht gerade prickelnd findet. Hatte er doch gehofft, Susan wieder zurück gewinnen zu können. In der Zwischenzeit ereignen sich am Grab eines der Glick-Kinder auf dem Friedhof „Harmony Hill“ weitere seltsam Umstände.

Zwei der Einwohner liefern indessen Straker eine seltsame große Kiste in der sich angeblich eine kostbare Antiquität befinden soll. Schon auf der Fahrt jagt sie den Männern eine höllische Angst ein denn die Kiste aus grobem Holz scheint eine unnatürliche Kälte abzustrahlen.

Ab diesem Moment wird die Bedrohung, die den Menschen der Kleinstadt faktisch schon im Nacken sitzt immer intensiver. Immer mehr Menschen verschwinden spurlos. Andere scheinen einer Art Blutkrankheit zu erliegen. In diesem Moment will Mark Petrie in das Marsten-Haus eindringen, um dort den Obervampir zu vernichten, der mittlerweile seine ganze Familie angegriffen und ausgelöscht hat. Susan, die ebenfalls vor Ort ist, versucht den Jungen davon abzuhalten, dringt aber schließlich mit ihm zusammen in das alte Gemäuer ein.

Zwar gelingt es Mark späterhin, dem Haus und seinem Bewacher Straker zu entkommen, der sie überrumpelt hat, doch von Susan fehlt nun jegliche Spur. Mit der Unterstützung von wenigen Einwohnern wie dem örtlichen Arzt machen sich Mears und der junge Petrie nun auf, den letzten Kampf gegen die Vampire und Barlow aufzunehmen, wobei das Marsten-Haus letztendlich in Flammen aufgeht und diese durch den Wind auf die umliegenden Häuser übergreifen.

Es gelingt ihnen zwar Straker und den Vampir Barlow unschädlich zu machen, doch am Ende müssen sie fliehen, da ganz SALEM'S LOT nunmehr eine Brutstätte der Vampire ist.

Zukunft – Guatemala: Mears und der junge Mark Petrie kehren aus der Kirche, wo sie sich das Weihwasser besorgt haben, zurück in ihr Haus. Dort werden sie allerdings schon erwartet. Verführerisch rekelt sich die hübsche Susan Norton vor Ben und versucht ihn zu umgarnen. Ben, der scheinbar zuerst darauf eingeht, tötet die junge Frau jedoch, bevor sie recht bemerkt, dass ihre Bemühungen, seine Liebe zu ihr aufs neue zu wecken, vergeblich sind. Denn Susan ist ein Vampir, gekommen um Ben und Mark zu ihres Gleichen zu machen.

Brennen muss Salem (Salem's Lot)Kleine Änderungen gefälligst?
Kein Problem. Dafür müssen sie sich nur die Neuverfilmung des Stoffes an Land ziehen, der hier unter seinem Originaltitel SALEM'S LOT erhältlich ist. Auch hierbei handelt es sich um eine Miniserie fürs Fernsehen, die hier aber in voller Länge (174 Minuten) zu einem Gesamtfilm zusammen gefasst wurde. In den Hauptrollen spielen hier unter anderem Rob Lowe, Dan Byrd, Donald Sutherland, Samantha Mathis und Rutger Hauer.

Natürlich ist diese Neuverfilmung moderner und der heutigen Zeit auch in der Handlung angepasst worden. Der Anfang und das Ende in Guatemala fallen hier völlig weg. Dafür besteht der Prolog nun aus dem Angriff von Ben Mears in der Gegenwart auf Pater Callahan, bei dem Mears tödlich verletzt wird. Pater Callahan stand ja seit den Ereignissen in SALEM'S LOT unter dem Einfluss des Vampir Barlow und übte nun in einer anderen Großstadt seinen teuflischen Einfluss weiter unter dem Deckmantel eines Priesters aus. Bevor Mears jedoch stirbt, erzählt er einem der Pfleger im Krankenhaus seine Geschichte, die von Jerusalem's Lot und dem Marsten-Haus, was die eigentliche Filmhandlung bildet. Am Schluss, wieder in der Gegenwart sieht man Mark Petrie, wie er dafür sorgt, dass der ebenfalls schwer verletzte Callahan das Krankenhaus nicht mehr lebend verlassen kann. Der Pfleger sucht ihn indessen überall, da er dahinter gekommen ist, dass eine weitere Person Callahan Tod will. Mark jedoch taucht in diesem Moment im Zimmer von Ben Mears auf und teilt ihm mit, dass er nun in Frieden sterben könne, da die Rache vollendet ist. Zwar trifft auch Mark auf seiner Flucht im Krankenhaus auf den Pfleger, kurz bevor er es verlassen will, doch dieser glaubt den Schilderungen von Mears und lässt den Jungen laufen. Mears selbst stirbt in der letzten Einstellung des Films.

Auch sonst gibt es innerhalb der Handlung der Neuverfilmung von 2004 einige Änderungen. So will Mears bei seiner Rückkehr nicht explizit ein Buch über das Marsten-Haus und seinen Erlebnissen darin schreiben, sondern über die Menschen der Kleinstadt und dem Bösen selbst. Figuren die in der Originalverfilmung eher Randfiguren blieben wird hier mehr Aufmerksamkeit zuteil, an anderer Stelle kommen sogar einige wenige neue Charaktere hinzu. Die Handlung ist sehr dicht, schaurig sowie spannend und die zeitliche Überlänge verfliegt faktisch für den Zuschauer wie im Flug. Man kann also durchaus sagen, dass man auch bei der moderneren Neuverfilmung alles richtig gemacht hat, gleichsam dem Kenner der Originalverfilmung aber auch neue und sehr interessante Facetten innerhalb der Handlung bietet. Einziger Wermutstropfen dürfte die Darstellung des Vampir Barlow sein. Hier hat er nämlich nicht nur einige Dialoge im Film, sondern von der Optik her wirkt er eher wie eine Standartausgabe der meisten Vampir-Darstellungen, da hier völlig in Sachen Maske und Darstellung die Hommage an die Vampirfigur des NOSFERATU von Marx Schreck fehlt.

Brennen muss Salem (Salem's Lot)1987 drehte übrigens Larry Cohen eine Spielfilm-Fortsetzung zum Originalfilm BRENNEN MUSS SALEM, den man ebenfalls wohl als eigentliche Fernsehfassung verordnen kann. Diese Fortsetzung unter dem Titel SALEM 2. - DIE RÜCKKEHR (Alternativtitel: STADT DER VAMPIRE) bedient sich allerdings recht frei bei der literarischen Vorlage von Stephen King. Mitunter wirkt sie sogar unfreiwillig albern, z.B. wenn dargestellt wird, dass die Vampire, die nun die Stadt bevölkern, sich Kühe halten um deren Blut zu trinken, aber einmal im Jahr Menschen nach SALEM'S LOT lotsen, um nicht völlig auf Menschenblut (samt Feiertagsstimmung) zu verzichten. Mitunter hat der Film ja die eine oder andere interessante, allerdings auch relativ kurze Szene zu bieten. Ansonsten liegt diese Fortsetzung in ihrer Handlung jedoch eher weit unter dem annehmbaren Durchschnitt auf C-Movie-Ebene. Als VHS damals veröffentlicht, hatte die Fortsetzung in Deutschland eine FSK 18-Freigabe und wurde späterhin noch indiziert. Heute jedoch würde die vollständig ungekürzte Fassung locker mit einer Freigabe ab 16 Jahre durchgehen können, wenn man denn in Deutschland wollte. Der optische Blickfang lag bei dieser frei weiter gesponnenen Version eher bei der noch recht jungen Tara Reid, während die Maske des Obervampir Judge Axel, gespielt von Andrew Duggan in Anlehnung an Reggie Nalders Optik der Originalverfilmung eher unfreiwillig komisch und absolut billig wirkt.

Bevor wir aber jetzt jeden Rahmen in Sachen Artikellänge sprengen, will ich hier auch mal zum Ende kommen und damit geht es gleich ab zur kritischen Bestandsaufnahme.

Brennen muss Salem (Salem's Lot)Meine Filmkritik:
Und die einzige kritische Bemerkung die ich hier nur wiederholen kann besteht in dem Hinweis, dass ihr tunlichst die Finger von der älteren, stark gerafften Version des Films BRENNEN MUSS SALEM (SALEM'S LOT) lassen und euch gleich die Blu-ray in ungekürzter Originallänge zulegen solltet. Der zweite gut gemeinte Rat ist dann nochmals, erst den Film ansehen, bevor es euch in den Hirnwindungen juckt, Stephen Kings Roman in die Finger (oder wieder in die Finger) zu nehmen. Haltet ihr diese zwei Punkte ein, dürftet ihr mir durchaus Dankbar sein.

Ansonsten bekommt die ungekürzte Fassung der Originalverfilmung von mir satte fünf von fünf möglichen Punkten. Und darüber hinaus kann ich euch hier auch noch die Neuverfilmung SALEM'S LOT aus dem Jahre 2004 nur wärmstens mit ans Herz legen, die von mir trotz der fehlenden Hommage an Max Schrecks optischer Version eines Vampirs ebenfalls ganz locker aus der Hüfte heraus fünf von insgesamt fünf möglichen Punkten abkassieren kann.

Wenn das mal keine frohe Botschaft zu Weihnachten ist für die Freunde des PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKERS sowie eines rundum gelungenen Remakes hierzu, dann weiß ich auch nicht mehr, womit ich euch zum Fest noch beglücken soll. Klar, für das Fest kommt der Hinweis auf die Filme etwas spät, aber ihr werdet es kaum für möglich halten, man kann sich die Filme glatt auch nach den Weihnachtstagen zulegen. Wenn das also mal keine frohe Botschaft ist.

Ausblick:
Wenn ihr nicht gerade Vegetarier seit oder gar Veganer, dann dürfte dem Braten zum Fest in diesen Tagen ja nichts mehr im Wege stehen. Mal davon abgesehen schiebe ich mir dann auch alleine gerade einen fünf-Personen-Braten in die Backröhre mit dem festen Vorsatz, mich über die Feiertage der Völlerei hinzugeben. Mal schauen, vielleicht schaue ich mir dabei sogar mal wieder den Film DAS GROSSE FRESSEN an. Kann ja irgendwie an diesen Feiertagen nicht schaden.

Ums Essen geht es auch in meinem nächsten Artikel in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER. Gibt es da nun einen triftigen Grund, warum ich den aber besser erst nach den Feiertagen und den rauschenden Köstlichkeiten serviere?

Ja, den gibt es durchaus. Denn was hier gegessen wird, dass hätte mit euch auch vorher noch locker „Schach“ oder „Mensch ärgere dich nicht“ spielen können.

Ah … werden jetzt einige sagen. Der Wolfram holt mal wieder einen klassischen Zombiefilm aus der Schublade. Nun ja, eigentlich nicht. Zombies fressen so etwas zwar auch, aber irgendwie sind sie ja bis auf ihre motorischen Bewegungsabläufe und dem stetigen Hungergefühl, einhergehend mit einer schon krankhaften Fresssucht nicht wirklich in der Lage, dass auch richtig zu würdigen, was ihnen da schreiend zwischen die Zähne gerät.

Wir hatten das Thema ja schon mal hier in meiner Reihe und einen habe ich da noch gefunden, der es wert ist, mal hier Erwähnung zu finden. Ich verrate hier auch nicht zu viel, wenn ich euch sage, dass es sich hierbei um eine italienisch – spanische Produktion handelt. Woher auch sonst. „Rache“ kommt da irgendwie auch drin vor … nur … wo war das noch mal? In der Handlung? Im Titel oder in der Cholesterin-Warnung?

Ach, ihr werdet das schon raus bekommen, da bin ich mir verdammt sicher. Und am Neujahrstag gibt es ja auch bestimmt wieder einen lecker Braten und das Filmthema hebt die Stimmung zu Tisch und im Magen dann doch wieder ungemein.

Von dieser Stelle und ohne weitergehende Hinweise von mir aber jetzt euch allen und euren Lieben ein frohes Fest gewünscht. Ganz in der Hoffnung, dass ihr im Rausch der Sinne nicht gleich den ganzen Weihnachtsbaum abfackelt.

PS: Wie sich das zum Fest der Geschenke gehört, hat dieser Artikel sogar mal etwas Überlänge.

Brennen muss Salem (Salem's Lot)Brennen muss Salem
(Salem's Lot)
mit David Soul, Bonnie Bedelia, Lance Kerwin, James Mason, Reggie Nalder, James Gallery, Kenneth McMillan, Lew Ayres, Juli Cobb, Elisha Cook Jr., Ed Flanders, Barbara Babcock, Bonnie Bartlett, Brad Savage, Clarissa Kaye-Mason, Ronnie Scribner u.a.
Regie: Tobe Hopper
Drehbuch: Paul Monash
Nach einem Roman von Stephen King
Besonderheit: Zweiteilige Fernsehfassung (Warner Bros. Television)
Genre: Horror/Drama/Thriller
Laufzeit: 183 Minuten/Blu-ray/Ungekürzte Originalversion
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Warner Bros. Pictures
USA 1979

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Kommentare  

#1 Toni 2016-12-24 11:58
Danke für diesen, wie immer, sehr guten und ausführlichen Artikel. Sollte ich mir mal eine Sammlung von "Klassikern" zulegen, werde ich deine gut gemeinten Ratschläge beherzigen.

Der Typ mit den Strahleaugen sieht ein wenig so aus, als wenn ihm der Weihnachtbraten im Ofen hochgegangen wäre :D und "THE SECOND COMING" (Das zweite Kommen) hört sich wirklich seltsam an. Erinnert an Aktivitäten aus dem Bereich des Matratzensports.

Dir auch ein frohes und stressfreies Weihnachtsfest.
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#2 Laurin 2016-12-24 12:21
@ Toni:
Da erinnerst du mich gerade dran, dass ich meinen Braten noch fertig machen muss um ihn dem Ofen zu überantworten. :lol:

Ansonsten komme ich auch öfters, sofern man mir die Tür aufmacht. ;-) Aber stimmt schon, was sich im englischen durchaus knackig liest, ist im genauen Wortlaut übersetzt schon manchmal recht grenzwertiger Natur.

Ansonsten auch dir und deiner Familie ein frohes Fest, lecker Geschenke und viel Essen ... oder war das jetzt anders herum ... :o :D
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#3 Toni 2016-12-24 12:35
Ruhe in Frieden "BRATEN" :lol:

Ja, die Übersetzungen... Wenn man überlegt, dass mit dem dramatisch klingenden "Dead End" eigentlich nur eine schnöde Sackgasse gemeint ist... Immer für eine Überraschung gut.
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#4 Estrangain 2016-12-24 12:40
Hm, sonst gibt´s beim Ausblick immer was zu raten.
Heute aber Braten.
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#5 Laurin 2016-12-24 12:44
@ Toni:
Noch ruht er, aber gleich geht's ihm an den Kragen. :D

@ Estrangain:
Doch, zu raten gibt es auch was. Ich verweise da mal zurück auf den "Ausblick". War nur nicht so leicht, dieses mal. Man hat schnell etwas zu viel verraten, wenn man zu sehr ins Detail geht. Andererseits kann das gebotene aber auch auf mehrere Möglichkeiten zutreffen. Hat aber auch was mit "Braten" und "Essen" zu tun. ;-) Im weitläufigen Sinne.
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#6 Andreas Decker 2016-12-24 13:54
Zufällig habe ich kürzlich "Brennen muss Salem" noch mal als Hörbuch gehört, und ich war überrascht, wie gut der Roman immer noch ist. Ich lese King schon lange nicht mehr, aber die frühen Sachen sind immer noch lesenswert.

Filme sind Filme, Bücher sind Bücher, aber die Änderungen in der Neuverfilmung von 2004 fand ich einfach nur misslungen und unnötig, sie ergeben keinen Mehrwert. Inszeniert war sie fraglos besser und straffer als die erste. Gerade die Hommage an Max Schreck fand ich in der Ersten als überflüssig und störend, und wo ich den Roman jetzt noch einmal "gehört" habe, hat sich dieses Urteil eigentlich noch verstärkt.

Die Geschichte mit dem Marsten-Haus ist deutlich so etwas wie eine Generalprobe für den nächsten Roman "Shining". Ich weiß nicht mehr, wie das im Film gelöst ist, aber im Buch hat Marsten ja schon Jahre zuvor Barlow eingeladen, was plausibel ist.
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#7 Laurin 2016-12-24 22:58
@ Andreas Decker:
Ich habe damals einige Romane von King danach noch gelesen und muss für mich persönlich sagen, dass King nicht mehr (auch bei seinen früheren Sachen) an BRENNEN MUSS SALEM heran kam. Was mich an den anderen Romanen störte waren seine Eingebungen zur Religion oder unnötige Abschweifungen vom eigentlich roten Faden auf Nebensächlichkeiten. So hat mich King nach einer Weile nicht mehr zu packen gewusst. Bei den Verfilmungen bin ich da allgemein etwas gnädiger.

Was die Neuverfilmung (2004) angeht und die Hommage an Max Schreck, kann ich dir leider aber nicht folgen. In dieser Maske war Reggie Nalder der einzige Vampir in einer Verfilmung, der mir damals eine Gänsehaut verpassen konnte (Schreck selbst im Stummfilm NOSFERATU sah ich erst etwas später das erste mal). Das schaffte - so gut er auch war - selbst Christopher Lee nicht (und auch kein anderer). Bei der Neuverfilmung widersprichst du dich aber auch etwas selber wenn du einerseits sagst, dass er "fraglos besser" inszeniert und von der Handlung "straffer" daher kommt um ihn dann mit einem Handstreich einfach als "misslungen" und "unnötig" zu bezeichnen. Nach der Logik sollte man die Filmstudios eigentlich besser schließen, denn Verfilmungen kommen nur sehr, sehr selten wirklich an eine komplexe Romanfassung wirklich heran.

Das die Geschichte um das Marsten-Haus faktisch eine Blaupause für SHINING war, kann durchaus möglich sein. Aber da kann ich leider nichts gesichertes hinzu fügen. Auch in der Originalverfilmung ist nie die Rede davon, dass Marsten vor Jahren schon Barlow eingeladen haben könnte. Auch in meiner Buchfassung von 1997 (schwarzes Cover mit feurigem Schriftzug des Titels) kann ich mich nicht an eine solche Aussage erinnern. Aber wie gesagt, ist verdammt lange her (noch vor dem Jahr 2000), wo ich den Roman gelesen hatte. Von daher würde ich jetzt nicht mehr darauf wetten ob es drin steht oder nicht.
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#8 Andreas Decker 2016-12-25 12:15
Das sehe ich nicht als Widerspruch, das sind zwei Dinge, die man trennen sollte. Technisch gesehen ist die Neuverfilmung rasanter inszeniert; 79 hat man in Tv-Movies gemächlicher erzählt. Die von 2004 hat auch teilweise die besseren Schauspieler. David Soul war nun nicht gerade ein großartiger Mime. Und Andre Braugher war zu der Zeit ein erstklassiger Darsteller.

Aber das Drehbuch weiß nicht, was es will. Einerseits hält es sich in manchen Punkten deutlicher an die Vorlage als der Vorgänger, andererseits verändert es die Geschichte ohne zwingenden Grund auf fundamentale Weise wie bei der Callahan-Geschichte oder dem neu geschriebenen Ende. In den Punkten halte ich die Neuverfilmung für misslungen. Macht es die Geschichte irgendwie "besser"? Nein. Es macht sie nur völlig anders.

Klar kommen Romanverfilmungen selten an die Vorlage heran, und es ist immer eine Frage der Perspektive. Leute, die das fragliche Buch nicht kennen, sind vielleicht begeistert, Leser finden es schwach.

Aber ich habe noch nie verstanden, warum man außer aus kommerziellen Gründen Buchrechte kauft, dann alles rausstreicht, was das Buch ausmacht, und seine eigene Geschichte schreibt und produziert. :lol: Und damit meine ich nicht Szenen, die aus Budgetgründen oder Logistik nicht zu realisieren sind.

Der Schreck-Nosferatu ist genial - da ist in der Tat niemand mehr rangekommen. Bloß in der amerikanischen Kleinstadt auf dem Lande wirkt er irgendwie deplatziert. Zugegeben, auf dem Plakat ist er ein Blickfang, und das ist auch wichtig ;-)
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#9 Laurin 2016-12-25 15:05
@ Andreas Decker:
Ich kann ja nun nicht Verfilmungen bzw. die Darsteller von 1979 und 2004 vergleichen. Da stecken ja auch Entwicklungen über die Jahre dahinter, was Umsetzung und Darstellung angeht. Und nicht jeder Schauspieler ist eine Offenbarung in seinem Job. Da dürften wir uns aber einig sein.

Nicht gerade ein geringer Teil an Romanvorlagen lassen sich aber eben nicht Eins zu Eins filmisch umsetzen. Ab da muss man unter Umständen verändernd eingreifen, weil nicht alles, was im Roman/Buch funktioniert, auf der Leinwand den gleichen positiven Erfolg zeitigt. Würde ich z.B. Salem's Lot (den Roman) wirklich Eins zu Eins auf die Leinwand bringen wollen, käme ich selbst mit 183 Minuten nicht aus. Der Zuschauer wird dies aber nicht mitmachen, weil dann vieles unter Umständen den Spannungsbogen derb unterbricht. Und was die Veränderungen zum Buchinhalt angeht, orientiert man sich ebenfalls an den veränderten Sehgewohnheiten der Zuschauer. Den Handlungsverlauf der Originalverfilmung einfach nur zu kopieren hätte nicht funktioniert. Da hätten wohl viele abgeschaltet. Die Generation, die 2004 zum Großteil z.B. die Kinos bevölkert, ist nicht die von 1979. Auch hier gibt es Entwicklungen denen man Rechnung zu tragen versucht, indem man Handlungsbereiche auch mal radikal ändert um der Entwicklung Rechnung zu tragen. Die Geschmäcker haben sich über die Jahre nämlich drastisch im Hinblick auf die Darbietung verändert.
Andererseits verfilmt ein Regisseur nicht nur einfach einen Roman. Der Film ist hier eher als sein Werk zu betrachten, in dem sich der Regisseur, Drehbuchschreiber ebenfalls wiedersehen möchten. Wer das Buch kennt, wird dies eventuell mit einigem Unverständnis betrachten, doch nehmen wir mal an, Stephen King würde Jahre später Regie und Drehbuch für eine Neuverfilmung des Stoffes selbst besetzen, dann gehe ich jede Wette darauf ein, dass die Diskussion von neuem beginnt, denn auch der Autor des Buches entwickelt sich weiter und würde unter Umständen für die Verfilmung ziemlich krasse Veränderungen vornehmen.

Ich sehe das daher etwas anders, da ich ein Buch wie auch einen Film jeweils als eigenständig für sich stehendes Werk betrachte. Das Buch steckt da den Rahmen fest bei einer Romanverfilmung, wobei die Inhalte durchaus dem jeweiligen Zeitgeist und nach den Ansprüchen der Filmschaffenden variiert werden können. Ist halt wieder eine persönliche Geschmacksfrage ob es einem dann gefällt oder nicht. Als unnötig und misslungen würde ich es daher immer noch nicht bezeichnen, denn denen, denen diese Version gefällt sind schlicht immer mir als Einzelperson gegenüber in der Überzahl. Bleibt unter dem Strich also nur für den Einzelnen die einzige Option, sich den besagten Film nicht anzusehen.

Will ich aber einen Mehrwert heraus ziehen zwischen Buch und Verfilmung, muss ich beide Medien getrennt betrachten. Der "Mehrwert" den ich bei der Verfilmung nämlich erhalte, werde ich im vorher vorliegenden Roman nämlich nicht finden, weil er aus dem besteht, was Drehbuchschreiber und Regisseur aus dem vorliegenden Stoff gemacht haben. Wenn du also so vorgeht, wird dann auch ein Schuh daraus. Ansonsten müsste ich ja jede Romanverfilmung scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

Und der Schreck-Nosferatu war in der Tat genial. Aber auch hier spielt es für mich keine tiefere Rolle, ob der nun auf einer Burg herum geistert (womit man die heutige Generation von Zuschauern nur noch schwer hinter dem Ofen herlockt), in einer Kleinstadt Nachts sein Unwesen treibt oder in den engen und düsteren Gassen von New York City. Als deplatziert würde ich ihn erst sehen, wenn er in Kalifornien am Strand steht, in einer Hand eine Flasche Sonnenblocker und im anderen Arm ein Surfbrett. :lol:
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