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Ein phantastischer Filmklassiker - Mehr Kohlsuppe für SETI

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 87
Mehr Kohlsuppe für SETI

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Mitunter gibt es sogar Kontakte mit Aliens der eher bizarren Art.


Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (La soupe aux choux)Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (La soupe aux choux)
Einer meiner liebsten Komiker in meiner Jugend war der Franzose Louis de Funes mit seiner zappeligen Art, die einen immer glauben ließ, dass er kurz vor einem Herzanfall stand. Dabei wusste nicht immer jeder Film mit der gleichen Durchschlagskraft zu gefallen. Nein, manchmal waren die Albernheiten von Louis de Funes auch durchaus anstrengender Natur für mich als Zuschauer. Seine besten Späße trieb er für mich zumeist dann, wenn er sich auch mal etwas dabei zurück nahm, anstatt die Albernheiten gleich durch das Dachgeschoss schießen zu lassen.

Gerade in den drei FANTOMAS-Filmen (hatten wir hier ja auch schon besprochen) wäre da von ihm manchmal weniger mehr gewesen, obwohl ich die Filme trotzdem liebe. Eine wirkliche Steigerung im negativen Sinne, was Albernheiten und Gesichtsakrobatik betrifft, gibt es nur noch von dem sogenannten Komiker Jim Carrey aus den USA. Bei ihm entgleisen mir regelmäßig bei seinen Filmen nur noch die Gesichtszüge und das liegt bei mir bestimmt nicht am Lachen. Carrey ist nur noch anstrengend und bereits nach wenigen Minuten der Steigerung seiner mitunter extrem kindischen Albernheiten nur noch absolut nerviger Natur. Da hilft bei mir dann nur noch ein schnelles abschalten, oder in den Fernsehsendern herum zappen, um ihm zu entkommen. Das muss dann schnell gehen, bevor mir die Sicherungen des guten Geschmacks völlig durchbrennen und ich auf den Fernseher einbrülle. Ganz anders der Franzose Louis de Funes, der es immer noch schaffte, mich zum Lachen zu bringen und damit  auch bei der Stange zu halten, selbst wenn er es mit seinen Späßen mitunter etwas übertrieb.

Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (La soupe aux choux)Fürze mit Kultfaktor:
Wie parodierte es Jürgen von der Lippe so schön, wenn eine imaginäre Person in einem seiner Sketche einen fahren ließ: Das schlimmste wäre ja nicht mal der Geruch, viel schlimmer wäre dabei das brennen in den Augen.

Nun pflegte meine Mutter bei diesem Film zu den AUSSERIRDISCHEN KOHLKÖPFEN (ich kürze das hier mal ab) lachend früher zu sagen, dass wir wohl froh sein können, dass das Fernsehen noch keine Gerüche in die Wohnstuben überträgt. Dafür standen uns aber regelmäßig bei diesem Film die Tränen in den Augen und egal wie es Louis de Funes trieb, bzw. mitunter übertrieb, hier passte es einfach wie die Faust aufs Auge.

Das lag bei den AUSSERIRDISCHEN KOHLKÖPFEN auch an den gewissen Spitzen, die mitunter auch nachdenklich stimmen konnten, wenn man  sich derer bewußt wurde. Sei es nun die dahinter liegende Frage zur Freundschaft und dem Alter, oder der einer verlorenen Liebe und ob man die nun unbedingt nach vielen Jahren wiederholen sollte, weil manches mit der Zeit doch in der eigenen Erinnerung eher verklärt wurde. Und dann zeigten uns die Franzosen hier mal, wie man mit Fremden kommuniziert, selbst wenn man sich sprachlich nicht versteht. Der geniale Kniff dabei ist jedoch, dass sie dabei gleich auch mal in einem Rundumschlag die gesamten US-amerikanischen Science Fiction-Kinofilme zum militanten Absurdum erklärten.

Während die nämlich von der Handfeuerwaffe bis zur Atombombe alles einsetzen, wenn es zu einem Erstkontakt mit außerirdischem Leben kommt, reichen die Franzosen den Aliens erst einmal einen Teller Kohlsuppe, blödeln mit ihnen dabei herum und bringen sie mit der Zeit dazu, einen leckeren französischen Landwein zu genießen. Humanistischer geht es nun wirklich nicht mehr bei einem solchen Zusammentreffen verschiedener Spezies.

Den kleinen Ort der Handlung, der im Film den Namen Les Gourdifilot (der richtige Name der Gemeinde lautete allerdings Jaligny-sur-Besbre) trägt, gibt es sogar wirklich von dem südöstlich von Champeaux gelegenen Weiler Les Trayants. 1981 hatten die Häuser bereits, da unbewohnt, den passenden morbiden Charme, doch mit den Jahren verfielen diese alten Bauten so stark, dass man heute kaum noch bestimmte Szenen aus dem Film wieder erkennen kann. Die Hütten samt Brunnen usw., in denen Claude Ratinier und Francis Cherasse, der Bucklige, im Film leben, standen indessen mitten auf einem Feld und bestanden nur aus Filmaufbauten, die späterhin wieder abgebaut wurden.

Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (La soupe aux choux)Louis de Funes ließ sich aber auch hier nicht lumpen und arbeitete schon im Vorfeld direkt am Drehbuch mit, der für mich und nicht wenige andere Fans dieses Komikers, einer seiner wohl besten Filme ist. Vielleicht sollte man den Film auch als Lehrprogramm für die Wissenschaftler des SETI-Programm machen, denn während die mit allem möglichen technischen Schnickschnack  versuchen, überhaupt intelligentes Leben im All nachzuweisen, holen Claude und Francis unter Mithilfe einiger Teller Kohlsuppe gleich einen Außerirdischen vom Himmel. Doch dies war nicht die einzige filmische Begegnung von Louis de Funes mit fremden Wesen aus dem Weltraum.

1979 hatte er als Gendarm Ludovic Cruchot in Saint-Tropez schon mal Ärger mit einigen nicht so freundlich gesonnenen, aber auch nicht übermäßig intelligenten Aliens samt ihren fliegenden Untertassen gehabt. Der Film lief in Deutschland unter dem Titel LOUIS' UNHEIMLICHE BEGEGNUNG MIT DEN AUSSERIRDISCHEN (Originaltitel: LE GENDARME ET LES EXTRATERRESTRES). Dies war der  fünfte von insgesamt sechs Teilen der Filmreihe (von 1964 bis 1982) um den Gendarm Cruchot, in dem Louis de Funes gekonnt die französische Polizei mit seiner schrillen Art auf die Schippe nahm und dabei einen einmaligen Abstecher auch in das Genre der Science Fiction absolvierte. Auch hier führte natürlich Jean Girault die Regie und Luis de Funes arbeitete tatkräftig mit weiteren Kollegen am Drehbuch mit.

Doch wir kommen langsam ins plaudern, also raffen wir uns mal hier auf und nehmen uns mal die Handlung des Films um die AUSSERIRDISCHEN KOHLKÖPFE vor. Und vorab sei gleich auch gesagt, dass statt Applaus für den Verfasser des Artikels auch gefurzt werden darf (solange ihr das nicht in meiner Wohnung tut).

Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (La soupe aux choux)Über Kohlsuppe mit interstellarem Abgang:
Irgendwo, weit ab leben der alte Claude Ratinier und sein Kumpel, Francis Cherasse auf einem noch viel älteren Bauernhof. Vom Leben haben sie wohl nicht mehr viel zu erwarten, außer vielleicht einige Gläser Landwein und Pernod, sowie einen ordentlichen Kessel voll selbstgemachter Kohlsuppe.

"Das Dorf war ein Dorf, oder besser gesagt: ein Nest in Bourbonne. Da sich dieses außerordentlich zurückhaltende Bourbonne in der Geschichte keinen Namen gemacht hatte, so wie etwa das Elsaß, oder Lothringen, verwechselt man es beispielsweise mit der Bourgogne, so wie man früher Piräus für einen Mann gehalten hatte. Kurzum, das Dorf hatte im Lauf der Zeit ganz schön was abgekriegt, der Zahn der Zeit muss hier so stark genagt haben, dass es auch diesen Zahn nicht mehr geben dürfte."

(Filmzitat: Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe)

Dies Verbindung von Wein, Pernod und einiger Teller Kohlsuppe sorgt denn auch dafür, dass Claude und Francis gerne mal in der Nacht einen um die Wette fahren lassen, wenn sie sich nicht gerade die Sterne betrachten. Aber moment mal, hatte sich da nicht gerade ein Stern bewegt, als sie ihre lautstarken Fürze in die freie Natur entfleuchen ließen?

Das diese Winde in ihren alten Hosen im Weltraum empfangen werden können, damit hatten sie allerdings wohl nicht gerechnet. Doch erst einmal geht es zu Bett, denn der Alkohol macht schließlich schläfrig. Doch bevor Claude einschlafen kann, scheint plötzlich ein helles Licht in seine Schafkammer und er staunt nicht schlecht, als dieses sich als Raumschiff eines Außerirdischen entpuppt. Zuerst schiebt Claude es auf den Alkohol, doch dann muss er feststellen, dass dieser außerirdische Typ im quietschgelben Anzug es auf seine geliebte Kohlsuppe abgesehen hat. Zwar bekommt Francis von all dem nichts mit, aber durch die Kostprobe, die der Außerirdische zu seinem kleinen Planeten Oxo mitnehmen durfte, kommt er nun in regelmäßigen Abständen immer wieder angeflogen, um weitere Kohlsuppe zu holen, die man wohl auf seiner kleinen Welt sogar als gefährlich einstuft, weil sie nicht nur Blähungen, sondern auch Frohsinn verursacht. Das Alien lernt in der Zeit nicht nur eine Menge Französisch sondern vervielfältigt so nebenbei auch noch Claudes Louis-d'or (französische Goldmünze) in einer stattlichen Menge. Nur Wein trinken mag der kleine Außerirdische (noch) nicht.

"Ja, Kamerad, es tut mir natürlich leid, wenn es dir nur etwas sagt, wenn wir furzen und rülpsen. Dann werden wir uns relativ selten unterhalten können! Außerdem furzen der Bucklige und ich nur draußen. Wir wissen was sich gehört. Wir haben auch schon mal im Reataurant gegsessen."

(Filmzitat: Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe)

Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (La soupe aux choux)Mal abgesehen davon, hat eine schrullige und ziemlich durchgeknallte Nachbarin, die gerne mal in der Nacht auf dem Felde strullt, ebenfalls die fliegende Untertasse gesehen und Claude mit dem Außerirdischen beobachtet, was sie sogleich der örtlichen Gendarmerie mitteilt, die ihr jedoch nichts von alledem glauben. Indessen hat unser kleiner Außerirdische aus purer Dankbarkeit gleich auch noch Francine, Claudes verstorbene Gattin ins Leben zurück geholt. Als Vorlage diente dabei ein Foto, wo sie gerade mal 20 Jahre alt war. Die Freude von Claude stößt aber recht schnell darüber auf seine Grenzen. Denn der Altersunterschied ist jetzt recht enorm und einer bildhübschen jungen Frau, die sogar noch recht schlagfertig ist, ist unser Claude kaum noch gewachsen. Als Francine dann durch eine andere junge Frau auch noch einen altersmäßig passenden jungen Mann kennen lernt, lässt Claude sie schweren Herzens mit ihm ziehen.

Doch dann muss Claude seinem Freund, dem Buckligen gleich mal mit der Schrotflinte die Meinung geigen, denn Francine hat ihm vorher noch aufs Butterbrot geschmiert, dass sie mit dem Buckligen ein Verhältnis hatte, als er gerade als Soldat im Krieg war.

"Kommt selten vor, dass man im Sarg in die Pedale tritt!"

(Filmzitat: Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe)

Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (La soupe aux choux)Nebenbei möchte der Bürgermeister von Gourdifilot mittlerweile den Hof von Claude samt dem Haus von Francis abreißen lassen, um dort einen Freizeitpark zu errichten. Und gleich da, wo Claude gerade am Tisch sitzt, soll dann ein großer Affenfelsen stehen. Hierzu macht der kleine Außerirdische dem verzweifelten Claude das Angebot, ihn, den Buckligen und die alte Katze samt dem gesamten Hof mit auf seinen Planeten Oxo zu nehmen, wo sie in Frieden weiter leben können mit Wein, Pernod und wo sie natürlich fleißig Kohl für die begehrte Kohlsuppe anbauen können. Schließlich wird jeder auf dem Planeten Oxo durch seine außergewöhnliche Atmosphäre locker 200 Jahre alt und man stirbt dort auch nicht so auf Dauer, wie auf der Erde.

Nun muss allerdings erst einmal Francis der Bucklige mit der Tatsache vertraut gemacht werden, dass es Außerirdische wirklich gibt und welche Vorzüge ein planetarer Ortswechsel für sie hätte. Schließlich hat man schon in aller Eile den Freizeitpark um ihren Bauernhof gebaut und die Besucher versuchen sie (statt der Affen auf dem Felsen) mit Erdnüsse zu füttern.

Behutsam in diese Realität getreten, stimmt der Bucklige ein und in der Nacht werden er, Claude und die alte Katze von dem kleinen Außerirdischen abgeholt, den man wegen der Kohlsuppe mittlerweile auf Oxo ja befördert hatte. Mit einem weiteren, recht gewaltigen Raumschiff wird dann der Bauernhof samt einem Teil des Ackers mit in die neue Heimat, irgendwo dort oben bei den Sternen, mitgenommen.

Francine, die mittlerweile als Bedienung zum gemeinsamen Auskommen mit ihrem neuen Freund beitragen muss, erhält indessen ein schweres Päckchen von Claude. Darin die gesamten Goldmünzen mit dem gut gemeinten Hinweis, dass sie diese vor ihrem neuen Freund gut verstecken soll, weil ab einem gewissen Reichtum sehr schnell das Schlechte in einem Menschen hervor kommen könne.

"Wenn man nicht mal in Gottes freier Natur einen fahren lassen kann, ohne das gleich ein Marsmensch runter fällt, dann wird's aber ernst. Wir denken aber nicht im Entferntesten daran, mit der Knoblauch- und Kohlfresserei aufzuhören! Und wenn ihr waggonweise vom Himmel fallt! Mann, hab ich jetzt einen Durst, jetzt muss ich erst einmal was saufen!"

(Filmzitat: Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe)

Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (La soupe aux choux)Meine Filmkritik:
Da erdreistet sich doch das seltsame Lexikon des internationalen Films in ihrer Kritik zu behaupten, dass diese Filmkomödie "trotz einiger Missgriffe" im Rahmen der übliche De-Funes-Filme bliebe.

Nun gut, dieses sogenannte "Lexikon" sorgt mit seinen Filmkritiken am laufenden Band bei mir für heftiges Kopfschütteln. Aber mitunter enthält es sogar einige Frechheiten der besonders dreisten Art, wie im vorliegenden Fall. Man fragt sich da doch mittlerweile, ob nicht alles, was über einem Teletubbie-Nievau hinaus liegt, für diese Art von Kritikern noch als sehbar gilt.

Und ja, auch die Schere wurde für das deutsche Publikum mal angelegt. Denn die Szene, in der der Bucklige sich durch erhängen das Leben nehmen möchte, wurde auch (aber nicht in Gänze) noch etwas beschnitten. Was den hierfür Verantwortlichen in diesem Punkt eingefallen ist, kann ein gesunder Geist auch wohl kaum noch nachvollziehen. Der Unterschied liegt insgesamt in rund 94 Minuten/Fernsehfassung zu 102 Minuten BD-Fassung.

Nun muss man natürlich gestehen, dass die Filme von Louis de Funes schon immer etwas derbe in ihrem Klamauk waren, was jedoch irgendwie gerade ihren Reiz ausgemacht hatte. Man kann auch sagen, dass er es mitunter auch mal hier oder da etwas übertrieb, aber besser als so mancher abgedrehte Schrott aus der heimischen deutschen Filmstube war er ohne Übertreibung immer. Und gerade der Film LOUIS UND SEINE AUSSERIRDISCHEN KOHLKÖPFE hat unter den Fans wahrlich schon Kultstatus und das nicht umsonst, denn hinter den brüllend komischen Gags verbirgt sich mitunter auch durchaus der eine oder andere Moment, der einen etwas zum nachdenken bringt, wenn man mal genau darauf achtet. In diesem Sinne sollte meiner Meinung nach dieser Film auch in keiner Sammlung für PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER fehlen. Nicht nur, weil er hier die SF-Filme mal gehörig auf die Schippe nimmt, sondern auch, weil es sich hier um einen Film handelt, den man sich mit der gesamten Familie quer durch alle Altersklassen immer wieder ansehen kann. Da pfeife ich auch mal auf die Altersfreigabe, die mit 6 Jahren eh schon verdammt weit unten liegt. Da fragt man sich nämlich auch schon, ob noch jüngere Kinder überhaupt in der Lage sind, einer gängigen Filmlänge ihre volle Aufmerksamkeit zu schenken oder den Inhalt in allen Facetten wirklich zu verstehen. Da ist dann mitunter die eigene Spielkiste samt eigener Phantasie noch interessanter.

Was soll ich also sagen? Wer den Film als Sammler dieses Mediums noch nicht besitzt, der sollte diesen Umstand schnell mal überdenken. Und solange ihr euch beim denken überschlagt, vergebe ich dem Film LOUIS UND SEINE AUSSERIRDISCHEN KOHLKÖPFE schon mal die volle Punktzahl von insgesamt fünf Gläsern Pernod, weil man ihn einfach gesehen haben muss.

Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (La soupe aux choux)Ausblick:
Insekten können eine Plage sein. Aber können Insekten auch eine Aussagekraft haben?

Nun ja, etwas hadere ich noch mit mir, ob der nächste Film wirklich in die Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER gehört, aber er tut es wohl, auch wenn er ohne übersinnliche Elemente auskommt oder nur halbwegs gruselig wirkt.

Damals wurde er gerne mal in einem Atemzug mit anderen Filmen aus dem phantastischen Genre genannt und deshalb packe ich ihn hier in die Reihe mal mit rein. Zumal auch der Regisseur und Mitverfasser des Drehbuch für Filme bekannt ist, die stärker dem phantastischen Film verhaftet sind.

Was diese Insekten auf Stoff (Nein, sie sind nicht Drogensüchtig) nun mit dem eigentlichen Film zu tun haben, diese Frage stelle ich mir auch noch etwas. Aber nun gut, dass erste Insekt das man zu Beginn innerhalb der Handlung sieht, ist zumindest einer Mücke sehr viel ähnlicher als die eigentlich benannten Tierchen mit sechs Beinen.

Und hier gleich noch der nächste Hinweis, denn ein Wink mit dem Zaunpfahl habe ich oben ja schon gegeben. Diese Mücke lauscht gespannt den Klängen eines Schlagzeug.

Und als letzte Hinweise kann ich schon mal sagen, dass der Mörder nicht das ist, was man eigentlich erwartet hatte und das der Film eigentlich aus heutiger Sicht kaum noch halbwegs unter dem Begriff Horror zu führen ist, aber völlig klar den Giallo-Filmen zuzurechnen sein dürfte. Ach ja, der Film ist auch einer von insgesamt drei Filmen, die jedoch inhaltlich absolut nicht zusammen hängen. Und irgendwo tauchte auch mal so ein Name auf ... wie war der noch ... ich glaube irgend etwas mit Edgar Wallace ... aber davon nächsten Samstag mehr, wenn ich mich genauer daran erinnern kann. Ich sehe ihn mir vorher halt eben noch mal an. Bis dahin also viel Spaß beim rätseln.
Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe (La soupe aux choux)
Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe
(La soupe aux choux)
mit Louis de Funes, Jean Carmet, Jacques Villeret, Christine Dejoux, Claude Gensac, Gaelle Legrand, Henri Genes, Marco Perrin, Phillipe Ruggieri, Max Montavon u.a.
Regie: Jean Girault
Drehbuch: Louis de Funes, Jean Halain
Produktion: Christian Fechner
Genre: SciFi/Komödie
Laufzeit: 102 Minuten
DVD/FSK: 6 Jahre
Vertrieb: Studiocanal
Frankreich 1981

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-03-04 12:32
Ich habe den mal in grauer Vorzeit gesehen, und er hat wie die meisten de Funés-Filme keinen besonderen Eindruck hinterlassen. Ich glaube sogar, ich fand ihn ziemlich blöd. Der einzige de Funés, der abgesehen von den Fantomas-Filmen positiv bei mir haften blieb, war "Oscar", so eine typische Verwechslungskomödie, die nur an einem Schauplatz oder so spielte.

Was deinen Hader betrifft, nein, tut er nicht. :-) Das hat nun rein gar nix mit dem Phantastischen oder Horror zu tun. Okay, ein Pseudo-Phantastik-Element gibt es, aber das ist hanebüchener Quatsch. Ich habe ihn erst kürzlich gekauft, das schöne Art-Deco-Cover von Koch hat mich gelockt. Ich fand trotz seiner oft zugegeben virtuosen Inszenierung teilweise schwer und schlecht gealtert, die Begeisterung der Giallo-Gemeinde kann ich nicht wirklich teilen. Was mich allerdings schwer verblüfft hat, war die kleine Nebenrolle des Dicken, der alle anderen Darsteller gnadenlos an die Wand gespielt hat. Verdammt, was hatte der doch für eine Ausstrahlung. Allein dafür lohnt es sich, diesen Film zu sehen.
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#2 Friedhelm 2017-03-04 13:27
Über Louis de Funes kann man ja recht geteilter Meinung sein. Ich habe die Filme mit ihm immer wieder gerne gesehen - obwohl sein hektisch, nervöses Spiel schon recht anstrengend sein konnte. De Funes hat ja bereits 1979 -im Zuge der SF-Welle- mit "Louis unheimliche Begegnung mit den Außerirdischen" eine Science Fiction-Komödie abgeliefert. Ich weiss jetzt ehrlich nicht, welchen ich bevorzugen würde. Die "außerirdischen Kohlköpfe" empfand ich allerdings als recht schräg..

Zum Ausblick: Du haderst zurecht - der Film ist eher "Giallo", und gehört daher wohl schon ins reine "Splatter-Genre". Es fehlt ja auch das Element des phantastisch übernatürlichen.
(Meine bescheidene Meinung)

Dier -dicke- Hauptdarstellter ist ansonsten eher in Actionkomödien "zuhause" gewesen - und im (deutschen) Titel geht es wohl um Fliegen. Zitat:
ich glaube irgend etwas mit Edgar Wallace .
Soviel ich weiss, ist dieser Film nie im Zuge eine "Wallace-Reihe" vermarktet worden...
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#3 Laurin 2017-03-04 15:13
@ Andreas Decker:
Das mag die "graue Vorzeit" sein, die den blöden Eindruck hinterlässt. Sieh ihn dir einfach nochmal an. :lol: Bei mir war es im Gegensatz genau dieser "Oskar" als Verwechslungskomödie die ich eher als anstrengend bezeichnen würde.

@ Friedhelm:
Im Prinzip sind beide Filme von De Funes mit dem SF-Einschlag gute Filme. Aber die "Kohlköpfe" bevorzuge ich dagegen aus den oben genannten Gründen durchaus eher.

Was den Film im AUSBLICK angeht, muss man sagen, dass der Ciallo ja ein Untergenre ist, sowohl zwischen dem Kriminal- als auch dem Horrorfilm (ähnlich dem amerikanischem Slasherfilm, der auch keine übernatürlichen Elemente benötigt um als "Horror" eingestuft zu werden). Vom letzteren hat der oben angedeutete Film aber schlicht für mich nicht wirklich etwas abbekommen. Und Nein, im Zuge der Wallace-Reihe wurde der dritte Teil dieser losen Filmreihe nicht vermarktet (dafür seine zwei Vorgänger vom besagten Regisseur), aber da dieser Film zu einer Trilogie zählt, wird er mitunter den Bryan Edgar Wallace Filmen zugerechnet. Wobei ich bei meiner Recherche bisher schon stark daran zweifle, ob besagter Wallace-Sohn überhaupt etwas mit den ersten zwei Filmen zu tun hat oder ob man in Deutschland die damaligen Zuschauer nur mit dem Namen aufs Glatteis geführt hat. Aber dazu im Artikel dann auch mehr.
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#4 Mainstream 2017-03-04 15:58
-
Aber 28 Euro für den "Ausblick" finde ich schon
heftig, auch wenn es einer Sammler-Edition ist.
Da warte ich erst einmal Deine Bewertung ab.
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#5 Andreas Decker 2017-03-04 17:47
zitiere Mainstream:
-
Aber 28 Euro für den "Ausblick" finde ich schon
heftig, auch wenn es einer Sammler-Edition ist.
Da warte ich erst einmal Deine Bewertung ab.


Hm, bei der Ofdb kriegst du die Neuauflage des Mediabooks - 3 Disc-Set, BD+DVD - für 23 Euro, genau wie bei Amazon. Nur die Collectors Edition kostet bei Amazon 28. Bei Ofdb kriegst du die auch für 23. Die Preise für MBs sind teilweise kräftig angezogen. Da gibt es nur selten etwas für unter 30 Euros, so wie "Milano Kaliber 9" letztens für 23 Euro. Ich bin bei Ofdb noch nie reingefallen, guter Service. Ab 20 Euro liefern die portofrei.
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#6 Friedhelm 2017-03-04 20:47
Zitat:
der auch keine übernatürlichen Elemente benötigt um als "Horror" eingestuft zu werden).
Das wollte ich mit meiner Aussage auch gar nicht anzweifeln. Es ging mir hier um den Begriff der Phantastik , der ja ansonsten eher für Filme genutzt wird, in denen sich das Übernatürliche ..bzw, Unfassbare (z.B. Wesen aus irgendwelchen Zwischenwelten, Vampire...ect...) austobt. Und deshalb ist eben de gesuchte Ausblick eigentlich kein p h a n t a s t i s c h e r Film im gemeinten Sinn.
Der Horrorfilm benötigt für diese Einstufung in der Tat das genannte Übernatürliche nicht unbedingt - es kommt allerdings oft genug vor.

Zitat:
ob man in Deutschland die damaligen Zuschauer nur mit dem Namen aufs Glatteis geführt hat
Wird wohl so sein, wenn man bedenkt, dass so ein Vorgehen ja schon des öfteren genutzt wurde, um die Erwartungen anzukurbeln..
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#7 Cartwing 2017-03-04 21:13
schöner Artikel. Mein Lieblings de Funes Film. Obwohl Peter Schiff nicht mein favorisierter Sprecher war /ist.

Zitat:
Bei ihm entgleisen mir regelmäßig bei seinen Filmen nur noch die Gesichtszüge
kennst du den "Mondmann"? Da hält Carrey sich was die Gesichtsakrobatik angeht sehr zurück. Lohnt sich
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#8 Laurin 2017-03-05 14:29
@ Mainstream:
Wenn ich ehrlich bin, ist selbst 23 Euro für den Film überteuert. Aber was die Handlung betrifft, kann ich jetzt nicht sagen, ob es deinen Geschmack eher trifft als meinen.

@ Friedhelm:
Was den Begriff des Phantastischen beim AUSBLICK angeht, hast du schon recht. Ich tue mich ja schon etwas bei der Einordnung als Ciallo schwer, denn meiner Meinung nach geht die Handlung eigentlich auch glatt als durchschnittlicher Krimi mit Kunstanspruch durch.

@ Cartwing:
Ja, den MONDMANN kenne ich auch, aber selbst hier hat Carrey eine Art an sich, bei der ich bei ihm generell immer den Wunsch verspüre, mit dem Kopf vor die Wand zu laufen um in ein gesegnetes Koma verfallen zu dürfen.
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#9 Toni 2017-03-05 16:01
Der Akteur furzt, die Leute lachen...so günstig kann man Filme machen... Klasse Artikel und ein schöner Film für die ganze Familie. Noch authentischer wenn man vorher einen Teller Kohlsuppe gegessen hat. Meine Kinder hatten übrigens eine richtige Furz-Film Sammlung - Handlung und Thema egal - Hauptsache es wurde ordentlich getrötet...

Ich bin mit einem Balduin (das Nachtgespenst)-Filmplakat im Zimmer (von meinem Bruder) groß geworden und hatte Louis jeden Tag vor Augen.
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#10 Laurin 2017-03-05 17:20
@ Toni:

Ob ich damit glücklich geworden wäre, jeden Tag den Louis vor Augen zu haben? :-*
Da war mir das Poster der halbnackten Schönheit in meinem Zimmer damals doch lieber. Ich will jetzt nur nicht darüber nachdenken, wie alt sie heute ist und wie sie nun ausschaut. :oops:
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#11 AARN MUNRO 2017-03-06 12:25
...von den Fantomas-Filmen abgesehen, empfand ich alle übrigen de Funes-Filme nur als lächerlich...da spricht wohl der "Deutsche" aus mir, der ernste Philosoph, der mit glatten leichten Komödien nichts anfangen kann...vor allem wenig mit solchen aus Frankreich...(das ging mir mit den späteren Pink-Panther-Filmen genauso...der erste ging ja noch).Das empfand ich bereits so, als ich 15/16 war. Klar, gesehen haben wir die Dinger auch, sozusagen im Vorbeigehen mitgenommen...aber auch gleich wieder vergessen...da gab es einfach Besseres.Ich selbst finde, dass dieser Film nicht wirklich in eine PHANTASTISCHE BIBLIOTHEK des Films gehört...na gut, in der letzten Reihe neben Plan9 from outer space...
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#12 Laurin 2017-03-06 19:25
@ AARN MUNRO:
Nun ja, ob dieser Film in eine "PHANTASTISCHE BIBLIOTHEK" gehört oder nicht, dürfte bei dir dem persönlichen Geschmack geschuldet sein. Aber jedem bleibt es natürlich selbst überlassen, wie und mit welchen Filmen er seine persönliche Filmsammlung beglücken möchte. Man will ja auch seinen persönlichen Spaß an einer solchen Sammlung haben. In die Artikelreihe gehört der Film aber durchaus.

Ob man nun als Deutscher auch ein ernster Philosoph sein muss, wage ich aber zu bezweifeln. Dafür lache ich zu gerne und nehme nicht alles bierernst. ;-)
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