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Ein phantastischer Filmklassiker - Formschöner Trash und zweimal der Jäger

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 90
Formschöner Trash und zweimal der Jäger

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Dabei gibt es Rollen, die bleiben an einem kleben.


Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning)Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning)
Ein Alternativtitel für diesen SciFi-Horrorfilm lautete auch ALIEN SHOCK, wobei man natürlich fragen kann, wer da zuerst schockiert war. Für sich genommen war der Film durchaus eine ordentliche Trash-Granate. Man konnte ihn mit Abstand gesehen nicht wirklich als SF-Film wirklich ernst nehmen und trotzdem machte er irgendwie Spaß. Besonders in Verbindung mit einer Pizza vor der Glotze.

Ach ja, irgend eine Fernsehzeitschrift hatte den Film auch mal fälschlicher Weise als Untergenre wohl einen Tierhorror genannt. Das mag an den fliegenden Mini-Pizzas liegen, die das Alien seinen Opfern entgegen wirft und die sogar lebende Organismen darstellen, die sich ähnlich wie Blutegel mit Zähnen und Tentakel in die menschliche Haut bohren und sich an ihren Opfern gütlich tun, bis diese eben das persönliche zeitliche gesegnet haben dürften.

Man sieht, nicht jeder Alien muss durchladen und schießen. Dafür sollte er hier allerdings ein gewisses Geschick im Umgang mit Frisbeescheiben besitzen - zumindest was das Treffen des Opfers angeht. Im Jahre 1980 hatte das mit den fliegenden Scheibentierchen, die dann auch noch lustig im Dunkeln leuchten (also eine platt gedrückte Art der irdischen Glühwürmchen) durchaus einen schönen, ekligen Aspekt. Quasi ähnlich wie in einem Horrorfilm, dessen Name mir allerdings entfallen ist und in dem sich mutierte, große Zecken auf ihre menschlichen Opfer stürzen. Den hatte ich übrigens nur damals einmal auf VHS gesehen und komme einfach nicht mehr auf den Titel. Aber der Film dürfte eher als Tierhorror durchgehen. Unsere fliegenden Mini-Pizzas hingegen sind nur eine organische Waffe eines Alien, der schlicht mal auf die Erde kommt und sich wie ein Großwildjäger unter den Menschen bewegt. Und das zu schießende Wild sind eben in diesem Moment wir.

Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning)Das kommt einem aber verdammt bekannt vor:
Ja, dieser Grundgedanke, dass ein Alien auf die Erde kommt und anfängt Menschen zu jagen um diese als Jagdtrophäen dann mit zu nehmen, wird einige Jahre später nochmal aufgegriffen und dürfte gegenüber diesem Film sogar noch um einiges bekannter sein.

Das kommt auch durch die Hauptrolle in diesem Film aus dem Jahre 1987, die durch die Schulterbreite von Arnold Schwarzenegger als Major "Dutch" Schaefer ausgefüllt wurde. Und der lungerte in dem SciFi-Film mit seiner Söldnertruppe samt Ehrenkodex irgendwo im Dschungel von Mittelamerika herum, bis sie an einen Alien geraten, der sich fasst völlig Unsichtbar machen kann und hier wie ein sportlicher Jäger auf die Jagd nach Menschenschädel geht. Und je mehr sich die Beute auch noch verteidigen kann, um so mehr Spaß macht dies natürlich unserem Alien.

Der Film ist unter seinem Titel PREDATOR wohl jedem Genre-Fan ein Begriff. Nur das unser PREDATOR in genau diesem Film eben nicht mit lebenden Mini-Pizzen um sich wirft, sondern mal eben neben einem Stahlspeer auch von einer Plasma-Kanone mit Laseraufsatz bis hin zur handlichen Mini-Nuklearbombe gebrauch macht. Die Gemeinsamkeiten zwischen den Filmen DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL und PREDATOR fallen einem bei näherer Betrachtung also wie Fäuste aufs Auge.

Doch damit waren der Gemeinsamkeiten noch kein Ende gesetzt. Der außerirdische Jäger aus dem Film DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL wurde 1980 von dem Schauspieler Kevin Peter Hall verkörpert, der schon durch seine Körpergröße recht gut in diese Rolle hinein passte. Wirklich berühmt dürfte ihn diese Rolle damals allerdings nicht gemacht haben, was nicht unbedingt an der Tatsache fest zu machen war, dass man ihn unter der Maske nicht erkennen konnte. Denn 1987 schlüpfte Kevin Peter Hall erneut in die Rolle des außerirdischen Jägers im Film PREDATOR und man konnte ihn unter der neuen Maske des Alien wiederum nicht wirklich erkennen. Doch seit dem Film PREDATOR war sein Name plötzlich durchaus in aller Munde.

Das kam schon deshalb ins Rollen, weil er diesem Alien wirklich in PREDATOR (wie auch in der Fortsetzung PREDATOR 2. aus dem Jahr 1990) mit viel Herzblut eine Art Denkmal setzte. Allerdings kennt man ihn auch als haariges Waldwesen aus dem Film BIGFOOT UND DIE HENDERSONS aus dem Jahre 1987. Nicht umsonst gab es um die Figur des PREDATOR später (jedoch eher mäßige) Fortsetzungen und dann gab es dazu ja noch filmische Crossover mit dem "ALIEN" von Ridley Scott (siehe hier auch die Folge DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER von letztem Samstag). Der erste hiervon kam im Jahre 2004 unter dem Titel ALIEN VS. PREDATOR heraus, dem dann noch ein weiterer im Jahre 2007 folgen sollte. Seit dem Film PREDATOR sprach man jedenfalls kaum noch von der Rolle die Kevin Peter Hall im SciFi-Horrorfilm DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL schon einmal in anderer Maske abgeliefert hatte.

Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning)Den 1980er Alien-Jäger hat man nicht wirklich auf dem Schirm:
Ich glaube, im Fernsehen habe ich den Film DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL nur einmal sehen dürfen und zumindest bei uns in der Stadt tauchte der Film damals in den drei Videotheken nie als VHS-Kasette auf. So verblasste die Erinnerung immer etwas mehr, zumindest was den Titel anging.

Fakt war aber, dass die schönen, schaurigen Szenen des außerirdischen Jägers mit dem gewaltigen Kopf sich irgendwo hinten im Hirn eingebrannt hatten. Die Maske war schon damals recht gut gelungen, auch wenn man ihn im Film nur recht selten in voller Pracht und Herrlichkeit zu sehen bekam. Doch wenn er dann so im Dunkel da stand und seine kleinen fliegenden Sauger zückte, bekam man durchaus so etwas wie einen Anflug von sichtbarer Gänsehaut.

Das einizge SciFi-Element am gesamten Film war dann auch der eigentliche Umstand, dass unser Jäger irgendwo aus den tiefen des Weltraums her kam, um auf Erden das große Hallali zu blasen. Den Rest der spannenden Handlung kann man schlicht als Zutatengemenge aus dem Bereich des Horrorfilms betrachten.

Das der Film dann als interessante Trash-Granate bekannt wurde, lag durchaus an dem mitunter überdrehten Spiel der damals sehr bekannten Schauspieler Martin Landau (bekannt aus Serien wie THE MAN FROM U.N.C.L.E./SOLO FÜR O.N.C.L.E., MISSION IMPOSSIBLE/KOBRA, ÜBERNEHMEN SIE oder SPACE: 1999/MONDBASIS ALPHA 1.), hier in der Rolle des paranoiden Fred "Sarge" Dobbs und Jack Palance (bekannt aus TORTURE GARDEN/DER FOLTERGARTEN DES DR. DIABOLO, MARQUIS DE SADE: JUSTINE/JUSTINE oder CHATO'S LAND/CHATOS LAND), der hier in der Rolle des eigenartigen Retters im Dauerzustand mit Namen Joe Taylor auftritt.

Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning)Ja, Landau und Palance drückten diesem Film wirklich ihren Stempel auf, so dass das Prädikat Trash hier durchaus zu Recht verliehen werden konnte. Aber auch die eine oder andere kleine Szene hat dazu einen Beitrag geleistet. Ich erinnere hier nur mal an die Pfadfindergruppe nach Art des "Fähnlein Fieselschweif" samt ihrem einfältigen Leiter.

Doch seien wir ehrlich, es gibt Trash-Filme, die sollte man tunlichst kein zweites mal schauen, weil dies schon an eine nachhaltige Lähmung der grauen Gehirnzellen grenzt (wobei mir die Killer-Tomaten gleich einfallen) und dann gibt es Trash-Filme, die kann man sich einfach immer wieder ansehen, weil sie irgend etwas ungemein spaßiges vermitteln, dass man nur selten mit einem solchen Ernst produzieren kann. Und in die letzte Kategorie gehört der SF-Horrorfilm DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL absolut hinein.

Doch machen wir jetzt erst einmal einen Abstecher in die eigentliche Handlung des Films DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL, bevor ich mein ganz persönliches kritische Auge noch in die Runde werfe und ebenfalls meine Mini-Pizzas (oder waren es doch Punkte) für den Film vergebe.

Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning)Waidmannsheil aus dem Weltraum:
An einem abgelegenen Waldsee geraten ein Jäger und sein Sohn in Streit, der dann auch noch tödlich endet. Doch der Tod ging nicht von einen der beiden Männer aus, sondern von sonderbaren fliegenden Objekten, die entfernt Ähnlichkeiten zu Quallen aufweisen. Doch mit dem Tod des Vaters ist der Schrecken noch nicht beendet, denn auch der Sohn wird kurz darauf von diesen Wesen getötet.

Tom, Beth, Greg und Sandy, eine Gruppe von Teenagern treffen bald darauf an einer Tankstelle ein, die von dem eher seltsamen Tankwart Joe Taylor geführt wird. Der warnt die jungen Leute und gibt ihnen den guten Rat, diese Gegend schnellstens wieder zu verlassen. Die gleiche Warnung gibt er auch einem Pfadfinderleiter und seiner Gruppe, doch sowohl die einen wie die anderen schlagen diese Warungen in den Wind.

Späterhin sind dann plötzlich Tom und Beth verschwunden und tauchen als Leichen erst wieder in einer verlassenen Hütte im Wald auf. Greg und Sandy flüchten darauf hin Hals über Kopf wieder  mit dem Auto. Als Greg die Einheimischen von dem grausamen Tod seiner Freunde in Kenntnis setzt, ist es Sandy, die in Panik ohne Sinn und Verstand in den Wald flüchtet. Dort wird sie allerdings von Taylor wieder aufgegriffen, der sie direkt zu seiner Tankstelle zurück bringt.

Mittlerweile trifft auch endlich der örtliche Sheriff ein, da am Ort wirklich seltsame Dinge vorzugehen scheinen. Doch als der Sheriff die offensichtilichen Anzeichen des Wahnsinns bei dem paranoiden Dobbs nicht direkt erkennt, wird er von diesem ermordet. Indessen führen Greg und Sandy Taylor zu der Hütte, wo sie die Leichen von Tom und Beth vorgefunden hatten. Dort findet man nun aber auch den Anführer der Pfadfinder auf, der ebenfalls ermordet wurde. Taylor kombiniert indessen, dass die Leichen für den Mörder eher Jagdtrophäen seien und der Mörder selbst ein Wesen aus dem Weltraum ist, der hier auf der Erde offensichtlich auf Menschenjagd geht. Und dann taucht dieses Alien auch noch auf und setzt so seine Jagd direkt fort. Taylor versucht indessen das Wesen durch ein Ablenkungsmanöver von den Teenagern abzulenken, während diese ihr Heil erneut in  der Flucht suchen.

Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning)Dabei scheinen Greg und Sandy sogar Glück im Unglück zu haben, denn sie treffen auf einen Polizeiwagen, der sie auch sogleich mitnimmt. Doch statt eines Hüter des Gesetzes ist es der völlig verrückt gewordene Dobbs, der den Streifenwagen steuert und seinerseits die Teenager nun für die mordenden Außerirdischen hält. Im letzten Augenblick gelingt es Greg und Sandy jedoch, dem Irren noch aus dem Wagen zu entkommen.

Völlig auf sich gestellt schlagen sich Greg und Sandy danach bis zu einem verlassenen Haus durch, in dessen Schutz sie die restliche Nacht verbringen wollen. Doch in der Nacht wacht Sandy plötzlich auf und findet Gregs Leiche, getötet durch den Alien. Als dieser es nun auf Sandy abgesehen hat, greift plötzlch Taylor wieder in das Geschehen ein, rettet Sandy und kehrt mit ihr wieder zur Hütte zurück, wo sie dem Außerirdischen eine Falle mit Dynamit legen wollen.

Während der eiligen Vorbereitungen der Alien-Falle taucht jedoch der verrückte Dobbs wieder auf und greift Taylor in seinem Wahn an. Während die beiden kämpfen, merken sie nicht, dass der Außerirdische sich bereits angeschlichen hat. Und der greift umgehend an, worauf Dobbs ihm zum Opfer fällt.

Taylor hat nun nur noch eine Möglichkeit, den Außerirdischen abzuwehren, Sandy zu retten und dessen weiergehenden mörderischen Pläne für immer zu durchkreuzen. Er lockt das Alien in die Hütte, so das Sandy nun ganz auf sich gestellt die Sprengung des Dynamit auslösen muss, bei dem nicht nur der Außerirdische, sondern auch Taylor ums Leben kommt.

Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning)Meine Filmkritik:
Man muss  hier erst einmal feststellen, dass der Film wirklich so einige gänige Szenen aus anderen Filmen entlehnt hat und bei Zeiten auch mal etwas billig herüber kommt. Doch die Szenen mit dem wirklich gruseligen Außerirdischen in den zumeist nur recht schwach beleuchteten Szenen, entschädigen den Zuschauer aber durchaus wieder in recht positiver Weise.

Wer aber auf den Einfall gekommen ist, Martin Landau hier als völlig durchgeknallten Wahnsinnigen noch mit einzubauen, den sollte man noch Heute im strömenden Regen vor die Tür setzen um Kartoffeln zu ernten. Es mag ja sein, dass man noch viel Zeit übrig hatte, die man in der Handlung nutzen sollte, doch dieser eher an den Haaren herbei gezogene Nebenschauplatz ist wohl einer der Hauptgründe, weshalb der Film völlig in den Trash abglitt. Wirklich logisch ist die Figur des Dobbs nun wirklich nicht und man hätte hier wirklich positiver agieren können, was dem Film auch in gewisser Weise mehr geholfen hätte.

Der zweite Trash-Hammer war dann Jack Palance. Die Rolle des seltsamen Tankstellenbesitzers war ja nun nicht unbedingt schlecht und passte in die Darstellung eines Hinterwäldlers, besonders in den damaligen Horrorfilmen. Aber hier mutiert ja gerade dieser Hinterwäldler-Tankstellenbesitzer zum harten Helden. Musste man hier also unbedingt gerade auf einen Schauspieler wie Palance zurück greifen, der allgemein eher in die Rolle eines Bösewicht passen würde?

Palance hatte ja in früheren Western noch irgendwie seine Berechtigung. Besonders dann, wenn er eben die Rolle des Bösewicht einnehmen konnte. Doch späterhin wirkte sein Schauspiel irgendwie immer recht billig und einfältig, weshalb ich schon in jungen Jahren Filme mit seiner Beteiligung eher gemieden hatte. Dabei war Palance damals als Schauspieler durchaus bekannt, doch dann kam irgendwo ein Wendepunkt, wo er nur noch wirkte wie ein billiger C-Movie-Darsteller, den man überzogen betrachtet für drei Mahlzeiten bei McDonelds und einem Taschengeld an Land hätte ziehen können. Schauspielerisches Können kann hier eigentlich nicht wirklich der Maßstab gewesen sein, weshalb man ihm hier einen so breiten Raum in der Handlung zur Verfügung stellte. So war auch seine Darstellung des Taylor mitunter recht unlogisch und trug wesendlich zum Trash-Faktor des Films DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL bei.

Hätte man hier was die Besetzung anging anders entschieden und statt der Figur des irren Dobbs noch etwas sinnvoller (durchaus gerne auch mit Martin Landau) an der Gesamthandlung gefeilt, hätte man hier einen durchaus ansprechenden und gruseligen Film auf die Kinoleinwand bringen können. So aber atmet der Film streckenweise den Stallgeruch eines schnell herunter gedrehten B-Movie und besitzt auch im Spannungsbogen so ab und an den einen oder anderen Durchhänger.

Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning)Wie man das Thema "Trophäenjäger aus dem Weltraum" dann richtig zum krachen bringt, zeigte man dann 1987 recht eindringlich in dem Film PREDATOR mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle. Das es im Film DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL nicht am Darsteller des Außerirdischen gelegen haben kann, zeigt sich dann auch in der Tatsache, dass in beiden Fällen Kevin Peter Hall in voller Maske jeweils den Außerirdischen gab.

Von mir bekommt der Film DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL gerade wegen den recht guten Szenen mit Kevin Peter Hall als Alien  noch gute drei von insgesamt fünf Punkten. Gesamt gesehen kann man  sich den Film aber gerne mit einem gewissen zeitlichen Abstand durchaus wieder mal ansehen. Da gab es nämlich bisweilen sogar schlimmere filmische Ausfälle als gerade diesen. Ob man ihn aber nun unbedingt in der eigenen Sammlung DER PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKER haben muss, überlasse ich hier gerne dem Geschmack des jeweiligen Sammlers.

Ein Wort von mir allerdings noch zur Altersfreigabe. Die FSK 18er Freigabe dürfte schlicht ein schlechter Witz sein. Weder wurde der Film bisher von Blinden gesichtet, die sich nur auf ihr Gehör verlassen konnten, oder man hat die Altersfreigabe einfach nur ausgewürfelt. Drogen oder Alkohol dürften ja eigentlich bei dieser Aufgabe nicht in Betracht kommen, obwohl ich mir bei dieser Einstufung da auch nicht mehr so ganz sicher bin. Eine FSK 16er Freigabe wäre hier wirklich absolut ausreichend gewesen, aber hier siegte wohl vielleicht auch mehr die Frechheit in Anbetracht eines sogenannten "Jugendschutz".

Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning)Ausblick:
Diese Stadt, im nächsten Film an der Küste gelegen, scheint stets weder in Dunkelheit oder am Tage im Halbdunkel zu liegen, weshalb man sich schon fragt, warum lebenslustige und gottesfürchtige Menschen hier überhaupt wohnen wollen. Und für unsere Rätselfreunde: Der Name der Stadt (im Film) hat auch eine besondere Bewandnis in den BATMAN-Comics.

Verstärkt wird dieses wirklich düstere Bild noch vom Nebel, der sowohl am Tage wie in der Nacht an diesem Ort zu kleben scheint, als bestände er aus Patex.

Und dann wird da noch ein früherer Autor schauriger Romane und Kurzgeschichten in einem Atemzug mit diesem Film genannt, dem die hier gebotene Handlung allerdings irgendwie nicht wirklich gut zu Gesicht steht, da der Schrecken zu offensichtlich und zu unabwendbar gezeigt wird. In Wirklichkeit griffen seine Schauergeschichten eher die Dekadenz des Adels und deren moralischen Verfall auf und verband diese gerne mit dem schleichenden Schrecken.

Dafür gab es früher einen anderen Autor, der nach seinem Tod erst wirklich durch seine Geschichten zu einem wegweisenden Konstrukteur des ewigen und unbesiegbaren Schreckens wurde. Und ja, einiges recht bekanntes aus gerade seiner Feder findet man in genau diesem Film wieder, den wir uns am nächsten Samstag zu Gemüte führen wollen und der eher dem ersteren Autor zugeschrieben wird.

Viel will ich euch hier aber nun nicht verraten, denn die Namen der beiden Autoren dürften jedem so tief in Fleisch und Blut übergegangen sein, der sich (auch nur halbwegs) mit dem Phantastischen in Literatur und Film beschäftigt hat. Und selbst denen, die bisher noch nie etwas von ihnen gelesen oder verfilmt gesehen haben, dürften die Namen schlicht und einfach so geläufig sein, dass man mit Recht davon ausgehen sollte, dass wirklich jeder schon mal etwas von ihnen zumindest gehört haben muss.

Nur der deutsche Titel dürfte hier eher verwirrend sein, weil eigentlich nichts von dem in der Handlung vorkommt, was eben dieser Titel dem Zuschauer allgemein sugeriert. Doch auch mit dem Originaltitel war der damalige Regisseur wohl nicht wirklich zufrieden.

Und was Regisseur wie auch Hauptdarsteller angeht, da dürfte schon die Nennung dieser Namen einen recht lauten Aha-Effekt auslösen, wenn es um Filme gerade aus dem Bereich der Phantastik geht. Abgesehen davon haben wir beide schon in dieser Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER ausführlich benannt.

Na, also alles klar? Die Raterunde kann eingeleutet werden, denn mehr verrate ich euch nicht. Oder? Ach ... einen Tipp gebe ich euch noch. Wer jetzt mal bei der WIKIPEDIA nachschauen möchte, dem kann ich zu diesem Film den gut gemeinten Rat geben: Lasst es. Denn dort gibt es keinen Artikel über den Film, wenn ihr durch Zufall gerade den richtigen deutschen Titel auf der Zunge haben solltet.

In diesem Sinne also bis zum nächsten mal, wenn ich für euch mein Film-Archiv in Sachen klassischer Phantastik wieder öffne.

Das Geheimnis der fliegenden Teufel (Without Warning)
Das Geheimnis der fliegenden Teufel
(Without Warning)
mit Jack Palance, Martin Landau, Kevin Peter Hall, Tarah Nutter, Christopher S. Nelson, Sue Ane Langdon, Ralph Meeker, David Caruso, Neville Brand, Cameron Mitchell, Larry Storch, Darby Hinton, Lynn Schiller u.a.
Regie: Greydon Clark
Drehbuch: Daniel Grodnick, Lyn Freeman, Ben Nett, Steve Mathis
Produktion: Greydon Clark, Daniel Grodnick, Lyn Freeman
Genre: SF/Horror
Laufzeit: 94 Minuten
DVD/FSK: 18 Jahre
Vertrieb: VZ-Handelsgesellschaft mbH (Diggi-Dreams-Studio)
USA 1980

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Kommentare  

#1 Mainstream 2017-03-25 12:23
-
Der deutsche Titel des "Ausblick" ist wirklich
bescheuert. Aber deutsche Vertreiber haben da
schon immer ein kreatives Gespür gehabt.
Wie OHNE WARNUNG mit DAS GEHEIMNIS DER
FLIEGENDEN TEUFEL zu übersetzen.
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#2 Andreas Decker 2017-03-25 13:36
Zitat:
Doch späterhin wirkte sein Schauspiel irgendwie immer recht billig und einfältig,
Dann musst du dir mal "Nackte Eva" mit Laura Gemser ansehen, ein Joe D'Amato Meisterwerk :D Ein Klassiker, was Jack Palance angeht. Und nicht unbedingt im guten Sinn.


Ja, von den frühen Verfilmungen von Großvater Theobald ist der Film nächste Woche nicht übel.
Zitieren
#3 Laurin 2017-03-25 17:45
@ Mainstream:
Ja, was das kreative Gespür für Filmtitel in Old Germany angeht, wurde eine Menge Fantasie vorausgesetzt beim Zuschauer. :oops:

@ Andreas Decker:
Nein, den guck ich mir nicht an. Da wird man blind von. :lol:
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