Leit(d)artikel KolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Ein phantastischer Filmklassiker - Elke Sommer und der Teufel mit dem Lolli

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 92
Elke Sommer und der Teufel mit dem Lolli

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Und dann gibt es Filme, da fällt einem wirklich nichts mehr zu ein.


Lisa und der Teufel (Lisa e il Diavolo)Lisa und der Teufel (Lisa e il Diavolo)
Damals hatten sich Italien, Deutschland und Spanien zu einem Horrorfilm zusammen getan, bei dem der eigentlich große Mario Bava die Regie führte. Der trug dann auch den deutschen Titel LISA UND DER TEUFEL. Doch der Film kam beim Publikum wahrlich nicht gut an und fristete eher das Dasein von Sauerkraut mit Schimmelansätzen. Um daraus dann doch noch einen gewissen schmackhaften Erfolg zu machen, wurde er streckenweise umgeschnitten und mit neu gedrehten Szenen bestückt, damit man ihn 1974 recht verändert z.B. unter dem Titel THE HOUSE OF EXORCISM und der Hoffnung auf ein wenig Erfolg doch noch in die Kinos bekam. Doch diese veränderte Version war wahrlich nicht Mario Bavas Idee gewesen. Doch nun im Zeitalter von Heimkino und kleinen silbernen Bild- und Tonträgern hält man den Zuschauer für reif genug, die grausamen Qualen wegstecken zu können, die die Originalverfilmung von 1972 einem Betrachter antun kann. So könnte man den gesamten Artikel hier auch locker fluffig zusammenfassen. Da das euch aber mit Sicherheit zu wenig der Informationen ist, fange ich nochmal am Anfang an.

Und so begann das Grauen an einem Abend, kurz nach dem ich mir vorher noch ein leckeres Mahl zusammen geschmiert hatte und der Kaffee in der Tasse noch dampfte. Da war ich noch (mit einem sauren Gürkchen in der Hand) voll der Hoffnung auf einen netten klassischen Horrorfilm, bei dem mich Mario Bava wohl eigentlich nicht brutal enttäuschen würde.

Lisa und der Teufel (Lisa e il Diavolo)Eigentlich, denn als ich da nun mit vollen Backen so auf meinem Sofa saß und mir diesen Film mit dem Titel LISA UND DER TEUFEL ansah, fielen mir in schöner Regelmäßigkeit die Brotkrumen aus dem Mund. Ja, nicht immer sitze ich da mit Popcorn vor dem Fernseher (da ich persönlich Popcorn eigentlich überhaupt nicht mag), sondern auch schon mal mit ein paar lecker geschmierten Stullen.

Wie ich also da eben so saß und mir eine meiner Stullen in die Brotluke schob, bekam ich in schneller Folge einige Gesichtsentgleisungen mit einer Art Mundstarre. Und immer wieder meldete sich ein kleines grünes Männlein in meinem Hinterkopf und fragte mich ernsthaft, ob wir hier gerade verarscht werden. Ehrlich, kein Witz jetzt. Bei der SF-Romanfigur ATLAN nennt man das kleine Männchen auch Extrasinn und den scheint es seit Sichtung dieses Films wohl doch wirklich zu geben.

Dabei ist Elke Sommer in jungen Jahren ja recht lecker anzusehen gewesen, Mario Bava im Regiestuhl versprach einen schönen gruseligen Abend und wie sich Telly Savalas mal nich als Kojak (EINSATZ IN MANHATTEN) in seiner damaligen Krimiserie macht, darauf war ich auch gespannt. Und irgend jemand schrieb etwa im Internet von einem schaurigen Kunstwerk, da wird man doch neugierig ... oder?!

Was dabei hier heraus kommt, dürfte wohl auch der kürzeste Artikel in meiner Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER sein, den ich bisher geschrieben habe. Das ist dann Rekord, denn unter den besprochenen Filmen waren ja auch ein paar leichte Gürkchen, über die ich dann aber doch noch mehr zu berichten hatte.

Ihr werdet das merken, wenn es um den Inhalt des Films geht, der schon aus besonderem Anlass recht kurz ausfallen wird. Aber dazu dann bei meiner persönlichen Filmkritik mehr.

Lisa und der Teufel (Lisa e il Diavolo)Trash - Bis das selbst der Teufel abkackt:
In seiner jetzigen Form soll Bavas Werk LISA UND DER TEUFEL ein (laut ARTE) "poetischer" und hochkünstlerischer "Fantasy-Film" sein, der eben mit den klassischen Formen bricht und sich in düsteren Träumereien ergötzt, die sich laut Aussage auch noch bei den verschiedenen Zeitebenen bewußt nicht logisch miteinander verknüpfen lassen.

Ich schätze mal, solch eine Aussage kann auch nur von Menschen kommen, die stundenlang vor einem Bild mit lauter Farbklecksen stehen und wortreiche Erklärungen für die unsinnige Farbverschwendung zusammen brabbeln.

Dabei handelt es sich hier um einen Film von Bava, den es wohl schon länger gibt (1972), als zu dem Zeitpunkt, als er in den Kinos (1974) dann doch etwas besser abschnitt. Denn für den Originalfilm hat er laut der Internetseite des Senders ARTE zwei Jahre lang erst einmal keine Abnehmer gefunden (wird wohl seine Gründe gehabt haben).

Der Film lag also quasi laut dieser Information auf Halde, weil ihn niemand ernsthaft lieb haben wollte. Dann kam 1973 William Fredkins Horrorklassiker DER EXORZIST in die Kinos. Den hatte wohl auch der Produzent Alfred Leone gesehen und überredete Bava dazu, seinen Film nach diesem Vorbild kräftig umzumodeln, um dann mit diesem Film auf der Erfolgswelle von DER EXORZIST mitreiten zu können. Diese neue Fassung erschien dann unter dem Titel LA CASA DELL' ESORCISMO (DER TEUFLISCHE - DAS HAUS DES EXORZISTEN). Diese Version sollte ein Symbol des Kampf zwischen Kommerz und Kunst unter höllischen Konkurrenzbedingungen wiederspiegeln. Die Besessenheit durch den Teufel wurde also nachträglich noch hinzu gefügt, schnitte geändert und das Ende völlig neu gedreht. Man könnte auch sagen, ein B-Movie-Horrorfilm mit angeblich hohen Ansprüchen. Auf dem Plakat von LA CASA DELL' ESORCISMO kann man z.B. auch sehr schön zwei Szenenfotos sehen, die nämlich bei der Originalfassung von LISA UND DER TEUFEL überhaupt nicht vorkommen.

Lisa und der Teufel (Lisa e il Diavolo)Was uns jetzt aber als DVD bzw. auch als Sammleredition geboten wird, ist aber nicht diese oben erwähnte und überarbeitete  Neufassung, sondern die vollständige Originalfassung von LISA E IL DIAVOLO (LISA UND DER TEUFEL). Also genau der Film-Version, für die Bava und Leone damals keine Abnehmer gfunden hatten, bzw. die niemand selbst mit Handschuhen anfassen wollte. Daher findet man auch hier nichts mehr von Exorzismus und Co. im Film.

Natürlich kann man nicht behaupten, dass der Originalfilm nicht die eine oder andere schöne Szene zu bieten hätte, die düster herüber kommt und dem Zuschauer so immer wieder etwas Hoffnung auf Besserung verspricht. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Hier stirbt sie allerdings genau in dem Moment, in der Lisa im Flugzeug in Sekunden etwas stark gealtert, Tod zusammen bricht und der Film damit endlich sein wohlverdientes Ende gefunden hat.

Viel mehr möchte ich nun über die Lobhudeleien von wegen Kunst, Kommerz und Poesie von verwesenden Körpern nicht vom Stapel lassen, denn selbst diese Beweihräuscherungen in schriftlicher Form verursachen bei mir wieder einen gewissen unangenehmen Magendruck. Kommen wir daher mal gleich zur Handlung des Films, die recht kurz ausfallen wird. Warum? Auch dazu in meiner persönlichen Kritik mehr.

Lisa und der Teufel (Lisa e il Diavolo)Spanien-Urlaub für lebensmüde Anfänger:
Bei ihrem Urlaub in Spanien ist Lisa fasziniert von einem Wandbildnis, auf dem der kahlköpfige Teufel gerade eine Leiche über den Schultern davon trägt. Kurz darauf trennt sie sich von der Touristengruppe und betritt einen Laden, wo ein Mann, der dem Teufel auf dem Bildnis verdammt ähnlich sieht, dort gerade eine Art männliche Schaufensterpuppe und eine seltsame Spieluhr abholt.

Lisa, etwas perplex aufgrund der Ähnlichkeit und der Situation verlässt den Laden wieder und verläuft sich in den engen Gassen hoffnungslos. Hier kommt es für sie zu weiteren, sehr seltsamen Begebenheiten. So trifft sie wieder auf den Mann mit der Puppe und auch auf einen anderen Mann, der dieser Puppe wieder verdammt ähnlich sieht und sie zu kennen scheint. Nur benutzt er für sie einen völlig anderen Namen und scheint sie wohl zu verwechseln.

Später in der Dunkelheit trifft sie auf ein weiteres Paar samt Chauffeur, die Probleme mit ihrem Wagen haben, sie aber mitnehmen, bis das der Wagen erneut liegenbleibt. Hier sucht man Hilfe in einem Haus, in dem der Kahlköpfige scheinbar den Butler Leandro gibt und die blinde Contessa recht seltsam zu Werke geht. Lisa trifft dabei auch auf den Sohn der Contessa des Hauses, der sie gleich in seinen Bann zu ziehen scheint.

Im Haus selber wird die Situation immer skurriler. Puppen scheinen wie Verstorbene immer wieder zum Leben zu erwachen, während sich die Lebenden streiten und anfangen, sich auch gegenseitig zu ermorden. In diesem finsteren Gemäuer scheint für Lisa der Teufel selbst die Fäden zu ziehen und dann taucht auch noch ein Foto einer jungen Frau samt ihrer Leiche auf, die Lisa wie aus dem Gesicht geschnitten ähnelte.

Die gesamte Nacht hindurch wird sie Situation für Lisa immer seltsamer, bis das es ihr gelingt das Haus wieder fluchtartig zu verlassen. Bald wähnt sie sich wieder in Sicherheit und besteigt das Flugzeug zur Rückreise. Doch plötzlich bemerkt sie, dass außer ihr und den in der Nacht ermordeten Menschen niemand an Bord ist. Als sie sich zum Pilotenbereich vorarbeitet, sieht sie am Steuerknüppel den kahlköpfigen Mann, der seinerseits der Teufel ist und bricht kurz danach um jahrzehnte gealtert Tod am Boden zusammen.

Lisa und der Teufel (Lisa e il Diavolo)Meine Filmkritik:
Ja, das war es schon als Inhalt des Film LISA UND DER TEUFEL. Viel an Informationen bekommt man in deutscher Sprache nicht im Internet geboten und hier dürfte die Information zum Film auf der Seite des Senders ARTE noch die ergiebigste sein.

Anleihen aus dem Film DER EXORZIST finden sich bei LISA UND DER TEUFEL jedenfalls auch im Ansatz nicht mehr, so muss es sich hier also eindeutig um die eigentliche Originalfassung von 1972 handeln, die damals zuerst niemand haben wollte. Und das wohl auch mit Recht.

Telly Savalas jedenfalls wirkt hier wirklich nur unfreiwillig komisch und scheint ansonsten eher Werbung für seine Rolle als Kojak aus der US-Krimiserie EINSATZ IN MANHATTEN zu machen. Schon die Wortwahl ist hier recht bekannt, wenn er z.B. die Floskel "entzückend" und die Anrede als "Baby" etwas gequält bemüht, oder ständig auf einem Lolli herum lutscht bzw. diese anderen anbietet. Sein Spiel wirt aber nicht nur in manchen Punkten unfreiwillig komisch, sondern bei dieser offensichtlichen Werbung für seine Krimi-Rolle auch unsäglich plump, durchschaubar und daher auch verzichtbar. Da war seine Rolle als Bösewicht Ernst Stavro Blofeld bei JAMES BOND - IM GEHEIMDIENST SEINER MAJESTÄT neben George Lazenby als Agent 007 (1969) um ein vielfaches besser und überzeugender. 

Elke Sommer gibt sich zwar redlich Mühe, diesem etwas sehr wirren Mummenschanz von Mario Bava und Alfred Leone noch etwas Flair zu verpassen, doch bei dieser Drehbuchvorlage scheint jede Mühe wie Perlen vor die Säue geworfen zu sein.

Das einzige Positive am Film selbst ist die Tatsache, dass ich mich hier für die recht günstige DVD-Version des Films entschieden hatte und nicht für die Mario Bava Sammler-Collection (Koch Media), deren Preis etwas höher ins Kraut schießt. Aber auch die DVD kommt im Schuber daher und besitzt ein Booklet. Das zweite Positive war, dass jeder Film, also auch dieser irgendwann endet.

Sorry Freunde, aber dieser Film lag meiner Meinung nach nicht umsonst erst einmal herum und musste scheinbar in einer weiteren Version etwas aufgerüstet werden, damit sich jemand traute, diesen Film überhaupt in das Programm eines Kinos zu nehmen. Hier hilft es auch nicht, wenn man versucht, den Film aus der Warte seiner Entstehungszeit zu betrachten. Dadurch wird er auch um keinen Cent besser. Im Grunde genommen ist dies genau die Art von Film, die besser über die Jahre nicht nur in Vergessenheit geraten, sondern gleich als Verschollen gelten sollte.

Bei Amazon wird übrigens immer das Produktionsjahr 1973 für den Film LISA UND DER TEUFEL angegeben, doch bei Daten von Amazon sollte man immer mit einer gebotenen Vorsicht heran gehen. Auf einigen anderen Portalen und diversen Filmkritiken wird hingegen stets das Jahr 1972 angegeben. Letzteres dürfte also richtiger sein, zumal das Jahr 1972 auch im beigefügten Booklet angegeben wird. Die Altersfreigabe ab 16 Jahren halte ich bei diesem Film allerdings für den makabersten Scherz, denn diese alberne Handlung dürfte selbst 80-jährige in eine gewisse Sinnkriese des Lebens stürzen.

Lisa und der Teufel (Lisa e il Diavolo)Von den insgesamt bis zu fünf Punkten, die ich bekanntlich für die Filme hier vergebe, bekommt LISA UND DER TEUFEL von mir gerade mal einen Mitleidspunkt. Mehr ist da nun wirklich nicht drin und auch nicht mit meinem Gewissen vereinbar. Die Story ist einfach nur skurril und bisweilen flach bis unsinnig, so dass das pochen auf den künstlerischen Anspruch nur noch wie eine fade Ausrede wirkt. Eher ist LISA UND DER TEUFEL eine Granate des übelsten Trash, den man sich nur antun kann, wenn man masochistisch veranlagt ist. Als sehr gutes Beispiel, wie man es filmisch absolut nicht machen sollte, passt diese Filmbesprechung aber durchaus noch in die Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER. Zumindest aber hätte ich ein solches Machwerk gerade von Mario Bava nicht erwartet.

Wer auf solche skurrile bis wirre Filme steht, der mag sich auch diesen Beitrag als DVD (oder was auch immer) gerne in die eigene Filmsammlung stellen. Für alle anderen hier mein kostenloser und recht künstlerisch gemeinter Rat - Finger weg bei diesem Film.

Ausblick:
Die Grundidee mit dem Teufel ist aber schon mal bei dem obrigen Film ein kleines Sternchen wert, also schauen wir nächsten Samstag mal, wie man so etwas richtig macht.

Wir wenden uns da einem wahren Klassiker neben dem Film DER EXORZIST zu, der eigentlich nur den Beginn markiert. Das Ende dieses Filmes ließ dann auch hoffnungsvoll auf mehr hoffen.

Diese Hoffnung wurde dann auch mit insgesamt drei Fortsetzungen zum Thema erfüllt. Und der Originalfilm von nächster Woche wurde in einem moderneren Kleidchen bereits schon einmal neu verfilmt, wobei man sich durchaus an der eigentlichen Handlung eben des Originalfilms hielt.

Der Horror-Effekt war jedenfalls damals riesig und selbst heute weiß dieser Film noch Fans aller Altersklassen zu überzeugen, denn er hat durchweg etwas zeitloses, so das man ihn sich immer wieder ansehen kann (was nicht mal KRIEG DER STERNE in dieser Intensität bei mir erreicht).

Und ich kann euch auch schon mal den Hinweis geben, dass am darauf folgenden Sonntag, also am Morgen des 16. April 2017 mein Kollege  Ringo Hienstorfer uns etwas interessantes über die Novelization zu diesem Film  erzählen wird. Denn auch hier war der Film vor dem Huhn ... ähm ... Roman da.

Einen Exorzisten gibt es tatsächlich in dem Film auch, nur buddelt der eher in Ruinen unter der Erde herum und käme in Sachen Austreibung wohl eh zu spät. Dafür hat er aber ein paar Gimmicks gegen das Böse für einen der Hauptdarsteller, der schon mal in einem anderen Film (über den wir hier auch bereits lesen durften) ein eher tödliches Verhältnis zu einem Meeressäuger hatte.

Und wer jetzt noch nicht weiß, welchen Film ich euch nächsten Samstag aufs Auge drücken werde, dem sei der bildliche Vergleich hier noch gegeben, dass irgend ein Dämon aus der Hölle eher vergleichbar wäre mit einer Napalmbombe, wir uns aber nun mit der eigentlichen Atombombe beschäftigen werden, die die Hölle auf die Menschheit abschießen könnte.

Wer also jetzt noch nicht weiß, um welchen PHANTASTISCHEN FILMKLASSIKER es sich nächsten Samstag handelt, dem kann ich nun auch nicht mehr weiter helfen. In diesem Sinne, viel Spaß beim rätseln.

Lisa und der Teufel (Lisa e il Diavolo)
Lisa und der Teufel
(Lisa e il Diavolo)
mit Julie Harris, Richard Johnson, Claire Bloom, Russ Tamblyn, Lois Maxwell, Rosalie Crutchley, Fay Compton, Valentine Dyall, Diane Clare u.a.
Regie: Robert Wise
Drehbuch: Nelson Gidding
Produktion: Robert Wise/MGM
Genre: Gruselfilm
Laufzeit: 107 Minuten
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Warner Bros. Home Entertainment
USA/Großbritannien 1963

 Zum ersten Artikel -  Zur Übersicht

 

Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-04-08 14:04
Geschmack ist Geschmack ist bekanntlich Geschmack, aber so ein Totalausfall, wie du ihn machst, ist der Film dann nun doch nicht.

Es wundert mich nicht, dass sie den Film nicht verkauft bekamen. Vor dem "Exorzisten" war der Horrorfilm im Abstieg begriffen, und einen fraglos so betulichen und letztlich zahmen Gothic konnte kaum noch einen ins Kino locken.

Ich gebe dir recht, dass die schönen Bilder das gedrosselte Tempo nicht wirklich auffangen können. Aber die Story ist ganz nett als Albtraumgeschichte und vom Drumherum hervorragend gefilmt.

Wirklich überzeugen kann er mich auch nicht, aber ich habe meine Probleme mit Elke Sommer, die ich nun gar nicht mag. Bei der denke ich immer an Kreide auf Tafel.

Bei Savalas irrst du dich. Als er "Lisa" drehte, war "Kojak" noch nicht in Produktion. Also keine Werbung. Darum hat er ja in diesen Jahren so viele B-Filme gedreht. Weil er nichts Besseres zu tun hatte.

Aber bei meiner ersten Sichtung hat er mich auch irritiert; ich kann mir auch nichts mehr mit ihm ansehen, ohne sofort an diese blöde Krimiserie und sein "Baby" denken zu müssen. (Ich habe "Lisa" nur in der englischen Version bzw mit eng. Untertiteln gesehen und kann mich da auch nicht an den Baby-Quatsch erinnern; da kann man wohl der deutschen Synchro danken.) Sein Portrait des weltmännischen Teufels fand ich gar nicht so übel und wesentlich glaubwürdiger als seine Rolle in "Horror Express" aus demselben Jahr, der ein viel größerer Heuler als "Lisa" ist.

Und wenn du die Story blöd findest - was ich verstehen kann, diese Traumlogik-Filme sind manchmal mühsam - musst du mal den sehr ähnlichen "The Killer reserved nine seats alias L' Assassino ha riservato nove poltrone" von 74 sehen. Der ist da noch viel schlimmer. Obwohl, der hat einen so hohen Gore-Faktor, könnte dir vielleicht trotzdem gefallen ;-)

Oder, wenn du dir das Gehirn richtig brutzeln willst, mal einen Polselli oder Batzella. "Reinkarnation of Isabel" oder "Nude for Satan". Dagegen ist "Lisa" stinkkonventionelles Erzählkino. :lol: Diese beiden Trash-Granaten sind so Filme, die einen nur sprachlos machen.

Ach ja, der umgeschnittene "House of Exorzism" mit seinen nachgedrehten Szenen, etwas mehr Sex und schlichtester Exorzist-Klauerei ist in der Tat richtig schlecht.

Nächste Woche - zu Ostern, wie sinnig ;-) - ist ein schöner Klassiker. Toller Film so fehlbesetzt wie noch was.
Zitieren
#2 Mainstream 2017-04-08 18:06
-
Wieso ist der "Ausblick" fehlbesetzt? Also, das würde
mich jetzt wirklich einmal interessieren. Wenngleich
die Darsteller zu jener Zeit gegen ihr eigentliches
Renomee besetzt waren.

Ansonsten sind Cast und Crew des obigen Films von
BIS DAS BLUT GEFRIERT.
Zitieren
#3 Laurin 2017-04-08 20:02
@ Andreas Decker:
Wäre ja noch halbwegs vertretbar, wenn mich LISA UND DER TEUFEL nur sprachlos gemacht hätte. Aber wenn mir in Schockstarre das Essen aus dem Mund fällt, dann hat der Film den untersten Bodensatz erreicht. Da will ich filmische Gurken ähnlicher Prägung wirklich nicht noch hinzu ziehen. Was Savales angeht, hat der das sabbern auf dem Lolli wohl hier schon mal geübt für "Kojek". Da mag die deutsche Synchronisation noch etwas beigemengt haben, aber das macht die Sache leider auch nicht besser.

Und was den Film der nächsten Woche angeht, muss ich mich Mainstream's Frage anschließen:
Wieso ist der "Ausblick" fehlbesetzt?
Ich würde sogar behaupten, er ist genial besetzt, weil man gerade diese Schauspieler nicht unbedingt in einem Horrorfilm erwarten würde. ;-)
Zitieren
#4 M. Botulino 2017-04-08 20:57
Tjaaa...was soll man sagen...
Für nicht gerade wenige Bava-Puristen ist LISA AND THE DEVIL der Höhepunkt im Oeuvre des Meisters...!
Gerade dies zeichnet Bava als wahrhaft großen Regisseur aus, dass er bereit war, immer neue Wege zu bestreiten, wie man nicht zuletzt auch an seinen WILDEN HUNDEN sehen kann. "Trash" ist LISA AND THE DEVIL sicherlich nicht, Bava ging durchaus sehr bewußt und kalkuliert vor, und gerade einige Szenen zu Beginn im verlassenen Dorf gehören zu den stärksten Szenen, die Bava jemals komponiert hat. Aber natürlich kann man über einen solchen Film durchaus geteilter Meinung sein.
Wer es etwas konventioneller mag, wird sicherlich an der anderen (sehr schönen) Bava/Sommer-Kollaboration BARON BLOOD gefallen finden...
Zitieren
#5 Andreas Decker 2017-04-08 22:02
zitiere Laurin:
.

Und was den Film der nächsten Woche angeht, muss ich mich Mainstream's Frage anschließen:
Wieso ist der "Ausblick" fehlbesetzt?
Ich würde sogar behaupten, er ist genial besetzt, weil man gerade diese Schauspieler nicht unbedingt in einem Horrorfilm erwarten würde. ;-)


Falls wir von Peck und Remick reden :-) : sie haben 0 Chemie als Paar und schlafwandeln beide durch ihre Rollen. Den Rest spare ich mir für nächste Woche :-)
Zitieren
#6 Laurin 2017-04-09 11:53
@ M. Botulino:
Ich will den Bava-Puristen ja auch nichts weg nehmen. Nur fällt es mir persönlich eher schwer, bei diesem Film noch eine gewisse wohlwollende Sichtweise zustande zu bringen. Es ist ja auch durchaus gut, wenn ein Regisseur "immer neue Wege" zu gehen versucht. Aber hier dürfte es aus meiner Sicht eher eine Geschmacksfrage sein, denn mehr als Ungläubigkeit und ein belustigtes Lächeln war bei LISA UND DER TEUFEL bei mir absolut nicht drin. Selbst bei der Szene wo das eine männliche Opfer von der lieben Ehegattin mehrmals mit dem Auto überrollt wird, reizte mich eher zu einem Lacher aufgrund der Gründlichkeit der holden Gattin. Aber wie gesagt, wem es gefällt, der soll gerne seinen Spaß an diesem Film haben und pflegen. ;-)

@ Andreas Decker:
Bei Remick könnte ich mir durchaus drei bis fünf Alternativen vorstellen in der Rolle, aber Peck's Spiel passt zu seiner Filmrolle hier wie die Faust aufs Auge (stets etwas distanziert/diplomatisch). Und da er für mich zu den wenigen ganz großen von Hollywood zählt, werden wir in dem Punkt, glaube ich, nicht zusammen kommen. :-)
Zitieren

Kommentar schreiben

Probehalber öffnen wir wieder den Gästezugang für Kommentare. Wir werden sehen, wie lang es dauert. Da diese nicht automatisch publiziert werden, kann es eine Weile dauern, bis diese freigeschaltet werden

Please notice: If you are not a registered user, your comments have to de moderated. It may be last some time till it appears ...

- Bitte nehmt Rücksicht auf andere und kommentiert zum Thema und bleibt sachlich...
- Rassistische und diskriminierende Kommentare werden nicht zugelassen
- Kommentare werden begutachtet und dann - unverändert - frei geschaltet.


- Nur noch Administratoren [SuperUsern] ist es gestattet Kommentare zu editieren - bitte den Zusatz mit einem geeigneten Wort wie "Edit" kennzeichnen - oder zu löschen

- Wer Kommentare entfernt haben möchte, wende sich bitte via Kontaktformular oder Mail an den Administrator. Dann wird darüber entschieden.

Sicherheitscode
Aktualisieren

Leit(d)artikelKolumnenPhantastischesKrimi/ThrillerHistorischesWesternAbenteuer/ActionOff TopicInterviewsHintergründeMythen und WirklichkeitenFictionArchivRedaktionelles

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Webseite zu analysieren. Indem Sie "Akzeptieren" anklicken ohne Ihre Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung, Cookies zu verwenden.