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Ein phantastischer Filmklassiker - Wenn kleine Mädchen einen böse ansehen

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 102
Wenn kleine Mädchen einen böse ansehen

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Dabei waren Kinder schon immer erschreckend, wenn sie den Tod brachten.


Die toten Augen des Dr. Dracula (Operazione Paura)Die toten Augen des Dr. Dracula (Operazione Paura)
"Operation Angst", so der Originaltitel übersetzt, hört sich ja auch nicht gerade berauschend an und würde eventuell sogar besser zu einem Agentenfilm oder Kriegsfilm passen. Aber vielleicht war damals, im Jahre 1966, gerade Tag der zwei lustigen Worte und wer ein erhellendes drittes Wort hinzufügte, hatte bekanntlich wohl  verloren.

Mitunter soll der Film ja hier in Deutschland auch nach der Kinoauswertung einfach auch unter dem Titel DIE TOTEN AUGEN schon mal seinen Weg gefunden haben. Und mal ehrlich, bei diesem kurzen Titel, der sich auch nicht gerade berauschend liest, war man zumindest, was den Kern des Film selbst betraf, auf der halbwegs sicheren Seite.

Aber so ein Film sollte ja die Zuschauer in Scharen in die Kinos locken und so fehlte den Erfindern putziger deutscher Filmtitel wohl noch der letzte Schliff. Also wurde der blutsaugende Graf aller Vampire mal kurz auf die Universität geschickt, wo er seinen Doktor machen musste (heutige Politiker holten sich den ja auch schon mal über ein Versandhaus), und schon war der Titel schmissig und einprägsam auf DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA aufgebläht.

Wer jetzt aber bei diesem gotischen Horrorfilm von Mario Bava nun auf das erscheinen von Dracula hoffte, der dürfte noch heute, Jahrzehnte danach, im Kino sitzen und jede Menge Spinnweben auf den mittlerweile blanken Knochen angesammelt haben. Dracula jedenfalls tauchte nie auf und hatte mit dem Film auch schlicht nichts zu tun, wie mir sein Showagent unter dem Siegel der Verschwiegenheit am Telefon anvertraut hatte. Nein, nicht einmal ein kleiner Wald- und Wiesen-Vampir lässt sich in der gesamten Handlung finden. Und ihr werdet es kaum glauben (müsst ihr aber leider), denn selbst Blut als eine wesentliche Zutat der Geschichte, spielt eigentlich kaum eine brauchbare Rolle. Seit also, sofern ihr diesen Film noch nie gesehen habt, jetzt recht tapfer, aber sowohl der Hinweis auf "Dracula" als auch der billige Titel eines Doktors sind hier absoluter Schmarn.

Aber was Filmtitel allgemein angeht, hatte dieser Film fast mehr Titel als ich heute Haare auf dem Kopf. Deshalb hier also mal die Liste an Filmtiteln die ich im Netz finden konnte und unter denen der Film in den Kinos (nicht nur in Deutschland) bereits gelaufen ist:

  • Operatzione Paura (Originaltitel)
  • Die toten Augen des Dr. Dracula
  • Die toten Augen
  • Kill, Baby ... Kill!
  • Operation Fear
  • Don't Walk in the Park
  • Curse of the Dead
  • Curse of the Living Dead

Sollte es da noch einen weiteren Titel geben, nehmen ich (und bestimmt auch die Fans) diesen Hinweis natürlich gerne in der Kommentarfunktion dankend entgegen.

Die toten Augen des Dr. Dracula (Operazione Paura)Horror - Ein wenig zu hoch gegriffen?
Ja, auch für die Bezeichnung "Horrorfilm" reicht es hier nicht so ganz aus für mich. Zwar geht es hier durchweg sehr gruselig zu und auch einen gewissen Einfluß eines "Gialli" lässt sich hier nicht von der Hand weisen. An sich aber kommt der Film DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA dem Zuschauer doch recht zahm daher, auch wenn er z.B. gegenüber den Hammer-Filmen eine leichte Spur mehr an Gewaltszenen zu bieten hat. Man kann also durchweg eher sagen, das man hier auf die eher klassische, ältere Version des Horror trifft, oder wie man heute sagen würde, es handelt sich hier um eine klassische Form eines gelungenen Schauermärchens. Aber Vorsicht, dies ist jetzt nicht abwertend zu verstehen, denn der Film funktioniert durchaus recht gut und ansprechend und besitzt auch einige recht düstere Szenen, die absolut sehenswert sind. In Sachen düsterer und geheimnisvoller Atmosphäre jedenfalls rangiert der Filmklassiker durchaus ganz oben in der schaurigen Liga der Kinofilme. Und es gibt hierzu nicht wenige Fans von Mario Bava und seinen Filmen, die diesen Klassiker auch als "Kult" bezeichnen würden, ohne dabei im Ansatz Rot zu werden.

So kurzweilig, spannend und empfehlenswert ich diese Gruselstory auch fand, zum "Kult" fehlt mir persönlich aber noch dieser gewisse Kick. Den hätte der Film auch durchaus mitbringen können in der Gestalt des blonden Geistermädchens, das so viel Unheil und Tod über viele gebracht zu haben schien. Aber genau da hapert es meiner bescheidenen Meinung nach etwas. Nun sind Kinder immer schon gruselig, wenn sie das Unheil wie eine Schmusedecke hinter sich her ziehen, aber z.B. die Kids aus dem Filmklassiker DAS DORF DER VERDAMMTEN aus dem Jahre 1960 (hatten wir ja schon besprochen in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER) wirken für mich selbst heute noch um einen ordentlichen Zacken verstörender und erschreckender dargestellt.

Die toten Augen des Dr. Dracula (Operazione Paura)Spätestens in der Großaufnahme verliert der blonde Wonneproppen nämlich so einiges an dieser erhofften, verstörenden und erschreckenden Faszination. Ihr bleiches, auf geisterhafte Blässe geschminktes Gesicht wirkt recht schnell, als wäre sie in eine Schüssel Mehl geplumpst und auch darstellerisch mag die kleine mich nicht in Gänze überzeugen zu wollen. Da geht dann mitunter auch schon mal etwas von der wohlig, schaurigen Stimmung flöten, die sich danach aber zum Glück durchaus wieder recht schnell im weiteren Verlauf der Handlung aufbauen kann.

Doch wollen wir hier nicht verzagen, denn solche Wehwehchen findet man durchaus in vielen der damligen Horrorfilmen und verleihen der Gesamthandlung aus heutiger Sicht betrachtet sogar einen gewissen amüsanten Flair, der mancher modernen Produktion des Genre heute leider völlig abgeht.

Rückblickend auf die damaligen Möglichkeiten solcher speziellen Effekte, um übernatürliche Phänomene darstellen zu können, war man damals ja noch sichtlich in seinen Möglichkeiten begrenzt. In diesem Punkt hatte Mario Bava also seine Visionen des Schreckens durchaus bemerkenswert umsetzen können.

Und auch der hier im Film zu findende Einfluss des "Gialli" kommt natürlich nicht von ungefähr, denn Mario Bava hat diesen Begriff ja eigentlich mit seinem recht harten Krimi BLUTIGE SEIDE aus dem Jahre 1964 sogar geprägt, während späterhin Dario Argento als wichtiger Vertreter dieses Subgenre diese Bezeichnung fest etabilieren konnte.

Doch springen wir jetzt doch einfach mal gleich mit beiden Füßen in die Handlung des Film DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA. Dies dürfte hier zumindest interessanter und vor allem ansprechender sein, als wenn wir mit beiden Füßen plötzlich in Mutters Suppenschüssel auf dem Mittagstisch stehen.

Die toten Augen des Dr. Dracula (Operazione Paura)Hoppla, da waren ja noch mehr seltsame Todesfälle:
Ein scheinbarer Selbstmord eines jungen Mädchens in einem recht abgelegenen kleinen Dorf, ruft Inspektor Kroger auf den Plan. Dabei erscheinen ihm schon die Bewohner des Dörfchens recht seltsam und irgendwie bis ins Mark verängstigt. Aber auch der Kutscher, der ihn eigentlich direkt vor Ort bringen sollte, weigert sich nun schlotternt, überhaupt in das Dorf selbst zu fahren, weshalb er Kroger bittet, früher auszusteigen und den geringen restlichen Weg alleine zu bewältigen.

Im Dorf selbst bittet Kroger zudem den dort seit kurzem ansässigen Arzt Paul Eswai, ihm bei der Aufklärung des Todesfall zu unterstützen, indem er bei der Leiche eine Autopsie vornimmt. Auch Eswai hält die hier geborenen Einwohner eher für Abergläubisch und sichert Kroger seine Unterstützung zu.

Doch die Anwohner scheinen es Kroger und Eswai wirklich schwer machen zu wollen und sind bereits dabei, die Leiche der jungen Frau heimlich zu beerdigen. Doch diese Rechnung haben sie ohne Kroger und Eswai gemacht, die sie dabei erwischen und sie nun zwingen, die Leiche von Eswai untersuchen zu lassen, während Kroger selbst weiterhin die Bewohner und den dortigen Bürgermeister befragt. Letzterer gibt Kroger seltsame Hinweise hinsichtlich des Schloss Graps, ganz in der Nähe des Dorfes.

Aber Kroger findet auch heraus, das dieser mysteriöse Selbstmord einer jungen Frau wohl nicht der einzige hier im Dorf war. So macht er sich auf ins Schloss Graps um weitere Informationen und Spuren zu sichern.

Als Eswai sich nach einer gewissen Zeit Sorgen um Kroger macht, geht dieser daran, selbst Hinweise zu suchen, wobei er auch auf die junge wie geheimnisvolle Monica trifft. Monica ist eigentlich selbst in diesem Dorf geboren worden, hatte es aber recht bald verlassen. Nun, seit einigen Tagen hierhin zurückgekehrt nach vielen Jahren der Abwesenheit, versucht sie Informationen über ihre Eltern zu finden, die hier plötzlich verschwunden sind.

Gemeinsam stoßen sie immer wieder auf die unbegreifliche Angst der Bewohner und der Information, das Kroger zu weiteren Ermittlungen auf das Schloss Grabs gegangen, aber bisher nicht zurückgekehrt ist. Nachdem Eswai auf eine Familie stößt, die eine Zigeunerin darum gebeten haben, das Leben ihrer jungen Tochter vor dem Bösen zu schützen, erfährt dieser auch mehr von dem angeblichen Fluch, unter dem die Bewohner des Dorfes zu leiden haben.

Die toten Augen des Dr. Dracula (Operazione Paura)Die unglaubliche Angst der Bewohner soll nämlich von dem Geist eines jungen Mädchens ausgehen. Dieses Geistermädchen deren Namen Melissa gewesen sein soll, soll nicht nur für den aktuellen Todesfall verantwortlich sein, sondern auch an allen vorher stattgefundenen Selbstmorden junger Frauen und Mädchen im Dorf. Dabei soll es wohl bereits reichen, wenn die besagten Opfer dieses Geistermädchen sehen können.

Da Eswai immer noch nicht so recht an die Spukgeschichten glauben möchte, kann er auch nicht verhindern, dass das Mädchen eines Dorfbewohners späterhin trotzdem eines grausamen Todes stirbt. Auch sie soll an diesem Abend das tote Geistermädchen gesehen haben, als dieses durch ihr Fenster starrte.

Dabei weisen auch für Eswai bald alle weiteren Hinweise ebenfalls untrügerisch auf das Schloss der Baronessa Grabs hin und so eilt auch er dorthin. Als Eswai trotz mancher Warnungen ebenfalls das Schloss aufsucht und neben der eher ungastlichen Baronessa dort auch die Leiche von Inspektor Kroger vorfindet, geht er davon aus, das alle Verstorbenen vorher hier im Schloss gewesen sein müssten. Doch hier irrt Eswai gewaltig. Doch selbst als er dem seltsam bleichen kleinen Mädchen mit dem blonden Engelshaar begegnet, ahnt er noch nicht, wie nahe er dem schaurigen Schrecken ist, der die Dorfbewohner in panische Angst versetzt. Und so verbergen die düsteren Zimmer von Schloss Grabs für ihn weitere Geheimnisse, die so erschreckend sind, das sich Eswai diese kaum vorzustellen vermag.

Die toten Augen des Dr. Dracula (Operazione Paura)Meine Filmkritik:
Wer klassische alte Horrorstreifen liebt, dem dürfte schlicht der Name Mario Bava nicht wirklich unbekannt sein. Und wenn er meiner Meinung nach, nicht gerade versucht, einen seiner Filme mit etwas skurriler Kunst zu paaren (wie bei LISA UND DER TEUFEL/1973), dann kriegt er auch richtig gruselige Filme hin, die nicht unbedingt mit härteren Szenen gewürzt sein müssen.
Zwar entwickelt der Film DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA durchaus zwischendurch ein paar kleine aber langatmig wirkende Szenen, aber die werden recht flott durch die jeweils folgenden, recht spannenden und atmosphärisch düsteren Szenen schnell wieder vergessen gemacht.

Als ich in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER  bereits den Film DIE STUNDE WENN DRACULA KOMMT (1960) besprochen hatte, war ich von Bava ja sichtlich begeistert gewesen. Auch bei seinem Film GEFAHR: DIABOLIK! (1967) war ich eigentlich recht nahe bei ihm, auch wenn die Handlung an sich nicht unbedingt immer einer gewissen nachvollziehbaren Logik entsprach. Bei LISA UND DER TEUFEL von 1973 jedoch (wie alle hier genannten Filme von Bava in meiner Reihe bisher bereits besprochen) sah ich leider einen Absturz in Sachen Kreativität, Spannung und schauriger Atmosphäre bei Mario Bava, die ich persönlich so nicht erwartet hatte. Daher wurde ich durchaus etwas vorsichtiger bei Filmen von Bava. Doch am Schluss musste ich dann doch zugreifen bei DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA und wurde wieder einmal positiv überrascht.

Diesen Film aber nun als "Kult" zu bezeichnen, empfinde ich persönlich als doch etwas zu hoch gegriffen. Dafür fehlt mir hier einfach der letzte Schliff oder anders gesagt, der letzte Kick um sagen zu können - Ja, der Film hat Kultfaktor. Auch kann ich hier leider nicht sagen, das mir dieser Film nun eine gewisse leichte Gänsehaut verpassen konnte, aber im Hinblick auf das Genre an sich kann ich durchaus sagen, das der Film einen recht hohen Unterhaltungswert besitzt. In diesem Sinne kann ich für DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA durchaus lockere vier von insgesamt fünf Punkte vergeben, was ja durchaus noch einer recht hohen Bewertung entspricht.

Die toten Augen des Dr. Dracula (Operazione Paura)Ausblick auf EIN FILMKLASSIKER:
an sich packe ich euch ja hier gerne mal ein Rätsel rein, woran ihr den nächsten Film bzw. Filmtitel herausfinden sollt. Und ja, ich wäre dieses mal durchaus gespannt darauf, ob mir jemand den Titel des Films im Kommentarfeld nennen könnte.

Aber ich glaube hier sogar jede Menge Hinweise streuen zu können und eventuell doch eher eure ratlosen Gesichter im Geiste zu erkennen. Das hat so seine Gründe. Denn eigentlich handelt es sich beim nächsten DER FILMKLASSIKER um einen eher romantischen Film ohne Leichen, Action oder bluitgen Elementen. Zum anderen kann dieser Film auch nicht mit der üblichen "Romanze" dienen und auch am Ende verläuft alles etwas anders, als der geübte Romantik-Fan es vielleicht erwartet.

Bei der Sparte Romantik werde ich auch nicht die Grenze etwa bis zum Jahr 1985 setzen, sondern durchaus diese Grenze bis zum Ende der 80er Jahre ausdehnen. Warum? Weil mir die handelsüblichen Filme dieses Genre einfach irgendwie nicht zusagen und das was mir zusagt, eben nicht gerade breit in den Kinos gesät war.

Der Film der euch kommenden Samstag erwartet hatte aber, was einen Hinweis auf das mögliche Produktionsjahr mitbringt, 1967 einen sibernen Bären auf den Berliner Filmfestspielen eingefahren.  Als nächsten Hinweis kann ich euch sagen, das hier ein junger Kunsthändler eine Rolle spielt, wie auch sein Freund und ein wirklich schnuckeliges Mädchen, das so überhaupt nicht dem entspricht, was Eltern oder Liebhaber sich unter einer möglichen, festen Beziehung vorstellen können.

Der letzte Hinweis dreht sich dann um das "sammeln" und wer da mit Blick auf den Kunsthändler schon an Bilder oder Skulpturen usw. denkt, dem kann ich von hier schon sagen, das er sich völlig auf dem Holzweg befindet.

Gut, der Film kommt von seiner Handlung her mit einem gewissen Anspruch daher, aber genau das ist es, was mich an diesen speziellen Filmen der Sparte "Romantik" gerade fasziniert. In diesem Sinne, wer jetzt noch nicht weiß um welchen Film es geht, dem kann ich nur sagen, rechnet nicht mit dem gängigen Mainstream im Bereich Romantik.

Und wer sich jetzt wirklich noch schwer tut, der sehe sich die Hinweise oben nochmals Wort für Wort an, denn eigentlich ist dort bereits ein Hammer-Hinweis auf den deutschen Filmtitel enthalten.

Also dann bis nächsten Samstag, wenn es mit der Folge 3. der Reihe DER FILMKLASSIKER weitergeht.
Die toten Augen des Dr. Dracula (Operazione Paura)
Die toten Augen des Dr. Dracula
(Operazione Paura)
mit
Giacomo Rossi Stuart, Piero Lulli, Erika Blanc, Fabienne Dali, Luciano Catenacci, Micaela Esdra, Giovanna Galletti, Guiseppe Addobbati, Mirella Pamhili, Franca Dominici, Valerio Valeri, Gianna Vivaldi u.a.
Regie: Mario Bava
Drehbuch: Mario Bava, Roberto Natale, Romano Migliorini
Produktion: Mario Bava, Antonio Rinaldi
Genre: Horror
Laufzeit: 80 Minuten (DVD), 83 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Reihe: Mario Bava Collectors Edition
Besonderheiten (Mediabook): Audiokommentar, Interviews, Trailer, Bildergalerie, 16-seitiges Booklet von Marco Koch
Vertrieb: Koch Media
Italien 1966

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2017-07-01 15:35
Der Begriff "Kult" ist mittlerweile sowieso völlig inhaltsleer, so wie "Bio". Insofern sollte man das nicht ernstnehmen.

Was Bava hier mit keinen Mitteln hergestellt hat - die Produktion geriet in finanzielle Probleme - ist schon beeindruckend. Die Beleuchtung, die extrem künstliche Gotikatmosphäre, das ist schon toll gemacht.

Mit dem Giallo ist es hier aber andersherum. Der stand da erst in den Startlöchern. Bava hat sich da nicht beeinflussen lassen, er hat die Beeinflussung erst gemacht. OP hat genau wie vorher "Die Stunde" und "Blutige Seide" in Italien dem Genre das Fundament geliefert. Man sieht in jedem Gotik-Grusler aus Italien - und davon gibt es genug - Elemente aus den Bava-Filmen. Und nicht nur in den Billigschüssen.

Die Besetzung hier ist schon witzig. Erica Blanc noch ganz jung und hier hauptsächlich angezogen auf der Leinwand, 1966 war die spätere Freizügigkeit noch kein Thema. Sie hat später ein paar Klassiker des Genres gedreht, eine wirklich sehenswerte Schauspielerin.

Und das gruselige Mädchen war in Wirklichkeit ein Junge. :-)

Die Koch-Ausgabe ist empfehlenswert. Bin gespannt, was da noch kommt.
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#2 Laurin 2017-07-01 17:26
Zitat Andreas Decker:
Die Koch-Ausgabe ist empfehlenswert. Bin gespannt, was da noch kommt.

Zur Zeit ist da ebenfalls schon erhältlich:
BARON BLOOD

Und im Oktober kommt dann:
DIE DREI GESICHTER DER FURCHT
Da zeigt Bava dann, das er Grusel auch in Kurzfilmen kann. ;-)
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#3 Andreas Decker 2017-07-01 18:53
Na ja, da hatte ich schon auf was Interessanteres gehofft. "Baron Blood" hatte ich schon in einer Bava-Box, den fand ich jetzt nicht so fesselnd, dass ich ihn noch mal brauche. Bei "Lisa" reichte mir auch die Box, zumal da beide Versionen drin waren. Und "Gesichter" ist auch eher interessant als mitreißend.

Ich hätte mir eher so etwas wie "Five Dolls for an August Moon" in einer schön restaurierten Fassung gewünscht, zumal es den glaube ich nie auf Deutsch gab. Oder "Planet der Vampire". Der hätte auch mal eine Neuausgabe verdient. Aber vielleicht sind die ja irgendwo bei einem Label in der Pipeline. "Blutige Seide" ist gerade zweimal rausgekommen, "Der Dämon und die Jungfrau" mit Chris Lee und Daliah Lavi hat ebenfalls eine Top-Veröffentlichung erhalten. Koch ist da bei weitem nicht die einzige Firma, auch wenn die Bavas als Edition wie gesagt schön gemacht sind.
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#4 Laurin 2017-07-02 15:18
@ Andreas Decker:

Nun ja, ich kann da nur mitteilen, was gerade noch da ist (also bei Koch z.B.) oder in Vorbereitung ist. Was danach noch kommt ... lassen wir uns mal überraschen. :-)

DER DÄMON UND DIE JUNGFRAU reizte mich hierzu bisher eigentlich überhaupt nicht. Zumindest sagt mir der Film vom Inhalt/gesehenen Trailer her recht wenig (oder zu wenig um hier zuzugreifen). Und BLUTIGE SEIDE hatte ich noch nicht einmal auf dem Schirm gehabt, sehe da aber mal wohlwollend nach. ;-)
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#5 Andreas Decker 2017-07-02 18:04
DÄMON UND DIE JUNGFRAU ist so ein typischer Gothic von 63, der damals ziemlich gekürzt oder sogar auf den Index kam, ich weiß es nicht mehr ohne nachsehen zu müssen, weil es da ein paar S/M-Szenen gab. Der Film ähnelt stark OP oder den Poe-Cormans, spielt alles in einem Schloss und ist so eine Familiengeschichte. Aber Christopher Lee und Daliha Lavi sind schon sehenswert. Die BD von Wicked ist schön aufgemacht und der Transfer sehr gut. ist leider im oberen Preisrang, bei Marketplace kriegst du ihn aber schon für 18 Euro oder so. Kann man aber auch direkt bei Wicked Vision-Media bestellen. Findest du auf Facebook. Ich war mit dem Service sehr zufrieden. Nimm nicht die alte Ausgabe von EMS, die soll ein ziemlich maues Bild haben und ist angeblich nicht komplett.

BLUTIGE SEIDE ist gerade bei VZ rausgekommen, die haben da aber so ein limitiertes Mediabook draus gemacht. Das ist das übliche BD+DVD für 30 Euro. Bei Amazon musst du aufpassen, wenn du die DVD bestellst, bekommst du die alte DVD von EMS und auch nur auf Marketplace. Aber die reicht m.E. zum ansehen. Ist halt der Ur-Giallo. Reiner Krimi mit Gruselatmosphäre. Aber überraschend brutal für die Zeit.
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#6 Erlkönig 2017-07-02 21:15
OP ist ein intelligent gemachter Grusel-Film. Für mich ist er ein zeitloser Klassiker. Er hatte mir im Kino so zugesagt, daß ich mir Mitte der 70er den Film auch in Super-8 zulegte. Es gab leider nur 2 Rollen (240 m) des Films. Die 2. Rolle hatte übrigens den Titel "Dr. Dracula-eine Bestie schlägt zu".

Andreas Decker
"Five Dolls" würde mich auch sehr interessieren. Habe da nur das It-Tape. Ich mag die älteren italienischen Horror-Filme (nicht nur von Bava) sehr. Würde mir in der Hinsicht besonders Filme wie "Lunghi capelli di morte","Riti, Magie nere e segrete orge nel Trecento" (ein unglaublicher Film) oder (5 tombe per un medium" mal in deutscher Fassung wünschen. Diese Filme waren selbst bei intensiver Stöberei in ital. Videotheken kaum aufzutreiben. Erst Labels wie "Something Weird" bzw. "Redemption" schafften da Abhilfe.

Ausblick

"Romatic" und "sammeln"? Da fällt mir nur der Film "Die Jungfrau mit der Sammelbüchse" ein. Den willst du hier vorstellen? ;-) Einen silbernen Bär hat der aber bestimmt nicht gekriegt. Eher.......ne, das lasse ich jetzt lieber weg.
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#7 Laurin 2017-07-03 13:25
@ Erlkönig:

Nein, nein, eine Jungfrau kommt in dem Film definitiv nicht vor. :lol:
Ab einem gewissen gehobenen Alter gehen die meistens ja wieder ungeöffnet zurück. :P

Und was die "Sammelbüchse" angeht ... ähm ja ... mit der wollte ich eigentlich nächsten Samstag hier rumlaufen. :sigh:
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#8 Erlkönig 2017-07-03 20:58
Laurin

Ich gehe mal davon aus, daß du den Film "Die Jungfrau mit der Sammelbüchse" noch nicht gesehen hast. Das letzte Wort im Titel hat nämlich einen, sagen wir mal, eher biologischen Charakter. Aber wenn du die Um-Operation bis Samstag schaffst, kannst du gerne damit herumlaufen. Tipp: Vermeide das "Reinstecken" von Cent-Stücken. :lol:
Der Film stammt aus dem HardCore -Bereich.
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#9 Laurin 2017-07-04 13:37
@ Erlkönig:

Ach nö, eine Geschlechtsumwandlung tut doch weh. Das lassen wir besser mal. ;-) Und ehrlich gesagt, gesehen habe ich den Film dann tatsächlich noch nicht, auch wenn mir Hardcore-Filme dieser Sparte nicht wirklich fremd sind. :oops:
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