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Ein phantastischer Filmklassiker - Das Monster aus dem Weltraum und die Kinder

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 104
Das Monster aus dem Weltraum und die Kinder

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Kaiju-Movies  sind in Japan sehr beliebt, besonders bei den Kindern.


Guila - Frankensteins Teufelsei (Uchu Daikaiju Girara)Guila - Frankensteins Teufelsei (Uchu Daikaiju Girara)
Nun ja, der besagte Film hatte auch noch ein paar andere Titel im Angebot. Da wären z.B. ...

  • Gilala
  • Big Space Monster Guilala
  • Girara
  • The X From Outer Space

... und vielleicht kennt ja jemand noch einen anderen Titel, unter dem der Film unter der Regie von Kazui Nihonmatsu 1967 gedreht wurde. Mit dem Monster GUILALA wollten damals jedenfalls auch mal die Produktionsfirma Shochiku Eiga auf der Kaiju-Welle mitschwimmen.

Ein anderes Monster hatte es ja bereits seit langem vorgemacht und lag in der Beliebtheitsskala recht weit oben. Der Name war GODZILLA und diese Riesenechse erblickte bei der Produktionsfirma Toho das Licht der Kinoleinwand. Nun muss man sagen, das GODZILLA noch heute die Kinos füllt und dies mittlerweile sogar in einer amerikanisch/japanischen Zusammenarbeit. Und in absehbarer Zeit soll GODZILLA ja in den Kinos auch mit dem Riesenaffen KING KONG zusammenprallen. Das ist allerdings nicht unbedingt wirklich Neu, denn Toho hatte GODZILLA ja früher sogar selbst auf KONG treffen lassen. Der Unterschied war nur, das damals lebende Menschen in den Monsterkostümen steckten und mit ihren großen Füßen reihenweise Spielzeughäuser platt trampelten. Heute steckt da niemand mehr im Monsterkostüm, dafür werden die Giganten heute direkt recht realistisch am Computer geboren.

Wenn man aber von den alten Kaiju-Filmen spricht, dann kommt unweigerlich auch die Bezeichnung Trash auf den Tisch. Und ehrlich, wenn man sich diese Filme heute ansieht, dann kann man sich ein mildes Lächeln wirklich nicht mehr verkneifen. Zumindest werden diese Filme nicht als negativer Trash betrachtet und wer als Kind damals in der Jugendvorstellung der Kinos mit diesen Monstern aufgewachsen ist, der wird sich an das Staunen und die leuchtenden Augen zurück erinnern können, die man schließlich auch selbst hatte. Da standen während der Vorstellung die Münder weit auf und wenn dann das erste mal der Urschrei des GODZILLA aus den Boxen des Kinos ertönte, dann brach unter den ganzen Kids der Jubel aus.

Guila - Frankensteins Teufelsei (Uchu Daikaiju Girara)Gut gebrüllt, du lustiges Schnabeltier:
Von dem Kuchen wollte man bei Shochiku Eiga dann auch etwas abhaben. Und wenn man die Badestrand-Figur von GUILALA betrachtet, dann sieht man die Ähnlichkeit zum Vorbild GODZILLA mehr als nur recht gut. Doch spätestens beim Kopf hörten dann die Ähnlichkeiten auf.

GUILALA hatte große, insektenartige rote Augen, einen seltsam geformten Kopf und statt eines Mundes besaß er eine Art Schnabel. Der Hammer aber war dann die lusitge Tröte auf dem Kopf. Aber auch am Körper hatte GUILALA längliche Auswüchse, die wie überdimensionale Bügelfalten auf der Echsenhaut wirkten. Aber Shochiku Eiga ließ auch bei der hintergründigen Geschichte seines Monsters keinen Stein auf dem anderen.

War GODZILLA das Resultat von Radioaktivität und Atombomben, womit man in Japan das Trauma der Atombombenangriffe der USA auf Hiroschima und Nagasaki am Ende des Zweiten Weltkrieg verarbeitete, so wurde GUILALA ganz im Zeichen einer blühenden Zukunft geboren, in der die Menschen mit ihren Raumschiffen mal locker zwischen Erde, Mond und Mars herum kurvten.

Natürlich durften hier auch nicht die Aliens bzw. die UFOs fehlen, auch wenn die im gesamten Film nicht wirklich eine große Rolle spielen sollten. Aber weil die nun einmal irgendwo am Mars vorbei auf Wanderschaft erblickt wurden, macht man sich gleich mit einem Raumschiff dorthin auf. Und wie der Teufel es nun mal so will (vielleicht taucht deshalb ja im deutschen Titel das "Teufelsei" auf), nimmt man dann aus dem Weltraum etwas mit, was da einfach so herum fliegt und sich später als ein Ei herausstellt, aus dem GUILALA ausschlüpft und im Sauseschritt zu wachsen beginnt.

Wer sich aber nun fragt, warum ich hier die ganze Zeit den Namen GUILALA verwende, wo das Monster doch schon damals auf den deutschen Kinoplakaten GUILA genannt wurde, so sei hier darauf verwiesen,  das hier den deutschen Titelgebern wohl schlicht (neben der Hinzufügung des Namens "Frankenstein") die Phantasie durchgegangen sein muss. Da sich dieser verwirrende deutsche Titel aber wohl wie ein Brandzeichen in den Köpfen der Fans festgesetzt hatte, verwendet man selbst heute noch auf den DVD- und BD-Covern eben den Titel GUILA - FRANKENSTEINS TEUFELSEI. Im Film selbst wird das Monster jedoch nie als GUILA sondern immer im Original als GUILALA betitelt.

Und egal wie viele Häuser GUILALA auch (samt Bewohner) platt macht, die Kinder liebten ihn auch in Japan selbst. Daher erfreut er sich auch heute noch bei vielen ehemaligen Kids großer Beliebtheit und wird in Japan immer noch als "Freund" der Kinder geradezu bejubelt. Ja, die Japaner haben eben ein sonniges Gemüt und eigentlich sieht GUILALA mit den lustigen Antennen und der zusätzlichen Naturtrompete auf dem Kopf auch irgendwie putzig aus.

Guila - Frankensteins Teufelsei (Uchu Daikaiju Girara)GUILALA steht dem großen Bruder in nichts nach:
Ja, der große Bruder GODZILLA hat schon immer eine Menge Modellbau-Landschaften, kleine Flugzeuge, Hubschrauber und Miniatur-Panzer platt gewalzt und GUILALA blieb seinem großen Bruder von Toho hier wirklich nichts schuldig.

Selbst wenn man den großen Weltraumbahnhof und die Raumschiffe samt Mondbasis der Menschen betrachtet, kommt man nicht umhin, sich in eine Episode der englischen Puppen-SF-Serie THUNDERBIRDS zurück versetzt zu fühlen. Das mutet nicht nur heute wie eine mediale Zeitreise im Genre des Phantastischen an, sondern versetzt einen noch heute irgendwie wieder in die gute alte Kinderzeit zurück, wo Mama und Papa einem Samstags das Geld fürs Kino in die Hand drückten, um endlich mal etwas Ruhe vor den eigenen Nachwuchsmonstern zu genießen.

Dafür, das die Produktionsgesellschaft Shochiku Eiga mit solchen Monsterfilmen eigentlich keine Erfahrung hatten, schafften sie es doch recht ansprechend, sich hier nicht hinter Toho und seinen Filmproduktionen verstecken zu müssen. Warum es allerdings nur bei diesem einen Abstecher blieb, darüber darf auch heute noch recht lebhaft spekuliert werden. Oder lag das etwa auch an der Tatsache, das da noch ein weiteres Monster ab 1965 in den Fußspuren von GODZILLA wandelte (dazu aber ein anderes mal mehr), das es zu einer ähnlich ansprechenden Beliebtheit zuerst unter den japanischen Kindern brachte? War der Markt wirklich so eng gestrickt, das es seitens Shochiku Eiga nur bei einem "Ausrutscher" in Kaiju-Bereich blieb? Auch hier kann ich keine wirklich befriedigende Antwort geben. Jedoch kann man mit Recht sagen, das man es bei der Handlung von GUILA - FRANKENSTEINS TEUFELSEI es nicht wirklich zu ernst nahm und den Film mit einigem Augenzwinkern ausstattete, was ihn durchaus ebenfalls sehr sympathisch macht. Da sorgt alleine schon das Liebesgeflüster für blutige Anfänger unter den Darstellern für so manches Grinsen im Gesicht der Zuschauer. Und was die Darstellerinnen und Darsteller anging, so griff man hier bei diesem Monsterfilm auch nicht erst einmal nur auf japanische Darsteller zurück, was eventuell sogar billiger gewesen wäre, sondern mischte hier in guter SF-Tradition , so das zu keiner Zeit der Gedanke aufkommen sollte, in der schönen neuen Zukunft gäbe es noch immer verblendete Rassenunterschiede und einen kleingeistigen, nationalstaatlichen Dünkel.

Guila - Frankensteins Teufelsei (Uchu Daikaiju Girara)Wo die Logik sich aber unter dem Sofa verkriecht:
Seien wir hier ehrlich. Wer besonderen Wert auf Logik innerhalb der Handlung legt, sollte sich gerade von den damaligen Kaiju-Filmen recht fern halten. Logik ist hier mitunter sogar ein Fremdwort, das man vergeblich unter jedem Stein suchen könnte, ohne dabei jemals wirklich fündig zu werden. Damalige Kaiju-Filme stehen hier eher für Spaß, skurrile Monster-Action und dem andächtigen funkeln in den Augen der jüngsten Zuschauer im Kino.

Also sollte man sich auch in diesem Film eigentlich nicht wundern, wenn hier plötzlich jemand mit einem sogenannten Guilala-Meter arbeitet, um die speziele Strahlung des Monsters anmessen zu können. Das man nämlich mitunter nach jahrelanger Forschung etwas erfindet, was dann so treffsicher und zielführend sein könnte,  dauert den Machern hier schlicht einfach zu lange und so zaubert man schnell das passende Gerät aus der bekannten Westentasche.

Und was nun dieses Guilalanium Element betrifft, so reihen sich auch hier Rätsel aneinander, die ihnen niemand jemals beantworten dürfte. Denn was dieses Element ist, was es kann und besonders worin seine Wirkung besteht, das bleibt ein unergründliches Geheimnis zwischen dem Verfasser des Drehbuch und dem Monster selbst.

Und diese Liste könnte man nun beliebig erweitern, aber warum sich einen Kopf um Kleinigkeiten machen, wenn der Film an sich doch ein lockerer Spaßfaktor ist, den man vielleich mal als Zehn- oder Elfjähriger wirklich ernst genommen hatte.

Das ganze fängt dann z.B. mit der Titelmelodie an, die bereits vom Text und der Gute-Laune-Musik her so überhaupt nicht zu einem ernsthaften Monsterfilm passen möchte. Das Spiel um die kleinen Verliebtheiten untereinander kann man dann als das Sahnehäubchen  in dem bunten Treiben betrachten. Da macht es dann auch nichts mehr, das die Dialoge mitunter recht locker und flockig vom Stapel gelassen werden. Klar, wenn man z.B. mal im Untertitel den Text des Titelsongs mitliest, dann dürfte recht schnell klar sein, das hier Kinder ganz besonders angesprochen werden sollen und dann verwundert es auch nicht mehr wirklich, das dieses Monster schnell zum Liebling der süßen Kleinen mutierte. Dieser rote Faden zieht sich dann natürlich auch durch den gesamten Film und irgendwie steckt diese Masche auch heute noch den Zuschauer an, selbst wenn man das besagte Alter längst seit Jahrzehnten überschritten haben dürfte.

Da muss man also von Jung bis Alt nicht mehr auf kleine oder größere Schreckmomente innerhalb der Filmhandlung warten, sondern kann es sich auf dem Sofa bequem machen und sich bei diesem Trash-Movie köstlich amüsieren. Dabei ging das übrigens nicht nur dem Monster GUILALA so, denn auch GODZILLA, der eigentliche Stammhalter aller japanischen Monsterschinken mutierte zu dieser Zeit zum knuddeligen Kinderstar im Kino. Da sollten noch so einige Jahre ins Land gehen, bis das aus dem Kinderstar GODZILLA wieder ein ernsthaftes und eher gefährliches Monster werden würde.

Doch ich sollte langsam aufhören in jugendlichen Erinnerungen zu schwelgen um das ganze dann mit den Augen eines Erwachsenen zu erklären. Schließlich reicht es durchaus aus, sich einen gewissen Draht zu solchen, zugegebenen Trash-Filmen, bewahrt zu haben, dann kommt der Spaß am zuschauen wieder ganz von alleine. Zeit also, sich langsam der eigentlichen Handlung des Films GUILA - FRANKENSTEINS TEUFELSEI zuzuwenden.

Guila - Frankensteins Teufelsei (Uchu Daikaiju Girara)Die schnellen Brüter aus der Marsbahn:
Die japanische Weltraumorganisation ist schon verdammt weit gekommen und neben einer Mondbasis in bester Lage macht man sich auch bereits auf, den Nachbarplaneten Mars einige Besuche abzustatten. Doch in letzter Zeit sind dort mehrere Expeditionen einfach verschwunden und darüber hinaus wurden dort vorher immer wieder UFOs gesichtet, die zweifelsfrei nicht von der Erde stammen können. E.T. lässt also grüßen und so startet man zu einer neuen Expedition zum Mars um hinter das Geheimnis der fremden Raumschiffe und den eigenen verschwundenen Missionen Licht zu bringen.

Neben diesen mysteriösen Ereignissen will man natürlich auch endlich auf dem Mars ohne Probleme landen können. Daher stellt man ein vierköpfiges Team an Raumfahrern zusammen, die mit dem neuen Schiff AAB Gamma und dem speziellen neuen Wundertreibstoff XTU 200  auch gleich durchstarten wollen. Doch es kommt bald zu einigen Komplikationen und auch das erste UFO lässt da nicht lange auf sich warten. Da bekommt dann unter dem Kommando des etwas verstockten Capitan Sano der Bordarzt auch noch einen Weltraumkoller, weshalb man also erst einmal wegen Dr. Shioda die Mondbasis anfliegen muss, um hier das besagte Teammitglied auszutauschen.

Erst einmal auf dem Mond angekommen, wartet auf Captain Sano und der hübschen Biologin Lisa auch schon ein herzlicher Empfang und eine kleine Cocktailparty als Einstand. Außerdem  pocht auf dem Mond bereits das kleine verliebte Herz der hübschen Michiko, die ein Auge auf Sano geworfen hat. Aber auch Lisa scheint dem Captain gegenüber nicht völlig abgeneigt zu sein, was ein wenig zu Spannungen unter den beiden jungen Frauen führt.

Die verbliebene Zeit vergnügt man sich mit Mondspaziergängen, Musik und Tanz, bis das die Mission wieder in Angriff genommen werden kann. Man setzt also den Weg Richtung Mars fort und gerät dabei in Kontakt mit einem Meteoritenschwarm, wobei eines dieser kleineren Borcken die Bordwand durchschlägt. Das es nicht zu einer Katastrophe auf dem Schiff kommt, hat man dann dem gute Laune-Bär Myamoto zu verdanken, der das Loch erst einmal mit seinem Hintern abdichtet, bevor man an die Reperatur geht.

Die vorher verschwundenen Missionen von der Erde zum Mars  klärt man natürlich nicht auf und auch die Aliens aus dem UFO, das irgendwie schon recht große Ähnlichkeit mit einem leuchtenden Apfelkuchen aufweist, bekommt man nicht zu Gesicht. Dafür  kleben außen auf dem Raumschiff nun seltsame Kristallsporen denen man sich nun wissenschaftlich annehmen möchte.

Doch kaum zurück auf der Erde geht so ein Kristallei auch gleich auf mysteriöse Weise kaputt und es scheint irgend etwas aus ihm heraus gekrochen zu sein. Und das stellt sich recht bald als rasend schnell wachsendes Monster GUILALA heraus, das etwas  angesäuert sich auch gleich mal daran macht, die nächstliegenden Wolkenkratzer platt zu machen. Und während GUILALA komische Geräusche ausstoßend die Landschaft umgestaltet und mit seltsamen Feuerbällen um sich spuckt, rückt schon mal das Militär mit schwerem Gerät an und schreckt auch nicht davor zurück, Raketen gegen das Monster einzusetzen. Doch der erhoffte Erfolg will sich nicht einstellen, denn GUILALA nimmt die mit den Waffensystemen freigesetzte Energie auf wie einen süßen Pausensnack.

Also sind nun die Wissenschaftler gefragt, die dem Monster nun Einhalt gebieten sollen. Schnell bekommt man so heraus, das  die kristaline Substanz, die sein Ei umhüllt hatte, ihn auch auf der Erde in Schach halten könnte. So sammelt man im Weltraum an besagter Zone mehr von dieser Substanz ein um das Monster damit vollständig wie mit Schaum einzuhüllen und es so für die Zukunft gefahrlos zu bändigen.

Guila - Frankensteins Teufelsei (Uchu Daikaiju Girara)Kleiner filmischer Ausflug von Guilala in die Politik:
Ja, da war noch etwas, denn unser Monster das irgendwie wie eine Mischung aus GODZILLA und einem verformten Suppenhuhn wirkt, kam nochmals in politischer Weise zu filmischen Ehren.

Unter dem Titel MONSTER X STRIKES BACK - ATTACK THE G8 SUMMIT! oder unter dem deutschen Titel MONSTER X GEGEN DEN G8 GIPFEL wird das ganze ordentlich von Regisseur Minoru Kawasaki, der immer gerne mit bunten Hawaii-Hemden auftritt, mit der damals aktuellen Politik verbunden. Da wurde dann auch unsere Kanzlerin gleich mit in diesem recht anarchistischen Werk mit verbraten. Denn um das Monster hier zu bekämpfen müssen die Staatschefs zusammen agieren. Dieses tun sie aber wieder mal nur, um das Ansehen ihrer eigenen Nation in der Welt zu heben.

Der Film selbst ist laut Kawasaki aber nicht als ein Remake zu betrachten, sondern bezieht sich ausschließlich auf den Hokkaido-Toyako-Gipfel im Jahre 2008 wo hier in einer Parallelwelt eben das Monster auf die Erde kracht um die unergiebigen Sitzungen der Staatschefs aufzumischen. Die wollen allerdings erst mal wieder in ihre eigenen Staaten flüchten, statt endlich mal Butter bei die Fische und ihren eher sinnlosen Debatten mal Taten folgen zu lassen.

Nun muss ich sagen, das mir dieser Polit-Monsterschinken bisher erspart geblieben ist und ich auch nicht unbedingt den Drang verspüre, mir diese Metapher anzusehen. Mir dünkelt nämlich, dass unsere Rauten-Kanzlerin dem Monster in diesem Streifen entkommen dürfte und mir damit als Zuschauer den ganzen Spaß verdirbt.

Guila - Frankensteins Teufelsei (Uchu Daikaiju Girara)Meine Filmkritik:
Was man hier tunlichst vermeiden sollte, ist, damalige japanische Monsterfilme um die 60er bis 70er Jahre herum wirklich ernst zu nehmen. Das konnte man als Zehnjähriger durchaus ungestraft in den Kinos tun, aber man sollte heute wissen, worum es bei diesen Filmen am meisten ging, nämlich um den Spaß an der Sache.

Wenn ich da ganz ehrlich zurück blicke, so war damals auch GODZILLA für mich der "Freund aller Kinder", weil er immer so formschön die ganzen bösen Monster nach Strich und Faden verdroschen hatte. Das dabei eine halbe Großstadt in Schutt und Asche gelegt wurde, war damals irgendwie nebensächlicher Natur und gehörte zum guten Ton einfach dazu.

Und auch wenn GIRARA (so der korrekte Name in Japan)  damals nur in einem einzigen Film seinen Auftritt hatte, so blieb dieses putzige Monster mit der Tröte am Kopf dort doch bis heute ein Begriff.

Bei dem MONSTER X GEGEN DEN G8 GIPFEL durfte so der einzige Darsteller des Originalfilms, Toshiya Wazaki wieder mitwirken und auch in diversen witzigen Werbespots aus dem Jahre 2009 durfte GUILALA für die amerikanische Job-Vermittlung THE LADDERS  noch etwas in der Gegend herum stampfen. Egal ob duzendweise nur mit einer Größe von zirka 30 cm oder am Ende auch in einer Riesenversion.

Was den deutschen Titel angeht, so dürfte hier den Werbemenschen das letzte "la" im Namen viel zu melodisch geklungen haben und eben auch zu lang, weshalb man den Namen schlicht für das Kinoplakat auf "GUILA" zusammen kürzte, während im Film selbst der Name GUILALA vollständig blieb.

Nach Fehlern und Löchern so groß wie Vulkane innerhalb der Logik  sollte man bei solchen Filmen und speziell auch bei diesem also wirklich nicht suchen, denn damit könnte man ganze Bände füllen. Viel eher sollte man den Film als das betrachten, was er schon damals war, nämlich als ein reines Unterhaltungsprodukt das auch heute noch recht gut für erheiternde Kurzweil im Heimkino sorgt. Da kann man den Film GUILA - FRANKENSTEINS TEUFELSEI auch durchweg als Trash oder eben puren Nonsens bezeichnen, aber es ist eben Trash oder Nonsens der positiven Art, der auch heute noch wirklich Spaß machen kann und einen mitunter auch wieder etwas in die schöne Kindheit zurückzuversetzen versteht.

Von mir erhält der Film dafür auch kräftige vier von insgesamt fünf möglichen Punkte und schon rein aus nostalgischen Gründen sollte er eigentlich in keiner Filmsammlung fehlen, wenn der betreffende Sammler schon damals als Kind mit leuchtenden Augen und vor staunen mit offenem Mund im Kino gesessen hatte, um den guten wie bösen Riesenmonstern ganz nahe zu sein. Das Flair und die kindliche Faszination aus dieser Zeit wird man heute zwar nicht wieder so intensiv wie damals erfahren können, aber man kann es doch etwas, zumindest mit diesen Filmen, wieder zurück in die Erinnerung holen. Und das ist doch in der heutigen Zeit auch schon verdammt viel wert.

Guila - Frankensteins Teufelsei (Uchu Daikaiju Girara)Ausblick zu DER FILMKLASSIKER:
Eine Sängerin, ein kleiner Junge, (kurz mal einige) Indianer, ein Glücksspieler der sehr verschlagen ist und ein Mann, der wegen Mordes im Gefängnis gesessen hatte und nun  ein neues, einfaches Leben führen möchte. Das sind die Zutaten des Western für das nächste Wochenende.

Den Film habe ich mal recht gerne aus meinen Regalen gefischt, auch wenn er von der Handlung her nicht unbedingt dem Handlungsablauf der meisten Western entspricht.

Namen darf ich jetzt hier wirklich nicht nennen, denn wer Eins und Eins zusammen zählen kann, der dürfte den Titel des Films danach gleich auf die Tischplatte ritzen können.

Dabei bedient der Film durchweg die gängigen Klischees, kann aber gerade durch die tollen Landschaftsbilder in wunderbaren satten Farben und der Sängerin recht positiv punkten. Man weiß da manchmal wirklich nicht, wo man zuerst hinsehen soll.  Sowohl die Berge als auch die Schauspielerin haben hier durchweg ihren besonderen Reiz.

Die besagte Schauspielerin brach sich während der Produktion des Films übrigens ein Bein, weswegen sich die Dreharbeiten etwas verzögerten und sie ab einem gewissen Punkt nur mit abgedeckten Beinen gefilmt wurde.

Interessant dürfte auch ein technischer Fehler gewesen sein. So liefen im deutschen Fernsehen bis ca. 1990 Filmkopien, in der ab etwa der Hälfte der Film spiegelverkehrt angeklebt gewesen ist. Auffällig hierbei war nur, wenn man die Jacken der Darsteller sah, wo die Knöpfe dann an der verkehrten Seite lagen. Aber wer sieht da schon genauer hin? Auffälliger war da eher gegen Ende des Films die spiegelverkehrte Beschriftung der Gebäude. Erst in den letzten Minuten war dann aber noch der letzte Rest wieder richtig montiert gewesen.

Der Titel des Films musste auch für einen Song herhalten, der sich durchaus in den Ohren der Zuschauer festsetzen konnte und von der besagten Schauspielerin auch in ihrer typischen wie unvergleichlichen Weise gesungen wurde. Ihre deutsche Synchronstimme stammt übrigens von Margot Leonard, wenn dies dem einen oder anderen Leser bei diesem Filmrätsel eine Hilfestellung ist.

Gut, mehr kann ich euch nun wirklich nicht verraten.  Außer vielleicht, das dieser US-Western in Kanada gedreht wurde wegen eben der tollen Naturaufnahmen. Also, eigentlich dürfte das Rätsel nicht wirklich so schwer sein, man muss eben "dem  Wasser" noch einen hohen Anteil an der Gesamthandlung zugestehen. Dann nämlich habt ihr eigentlich schon die halbe Miete drin, was das Rätsel angeht.

Damit verabschiede ich mich mal für heute, wünsche euch viel Spaß beim raten und verbleibe in Sachen DER FILMKLASSIKER bis zum nächsten Samstag.
Guila - Frankensteins Teufelsei (Uchu Daikaiju Girara)
Guila - Frankensteins Teufelsei
(Uchu Daikaiju Girara)
mit Toshiya Wazaki, Peggy Neal, Eiji Okada, Itoko Harada, Mike Daneen, Franz Gruber, Shinichi Yanagisawa, Keisuke Sonoi  u.a.
Regie: Kazui Nihonmatsu
Drehbuch: Kazui Nihonmatsu, Moriyoshi Ishida, Eibi Motomochi
Produktionsstudio: Shochiku Eiga
Genre: Kaiju/Fantasy
Laufzeit: 85 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Kaiju-Filmreihe: Kaiju Classics
Besonderheiten: Metallbox mit 20-seitigem Booklet
Vertrieb: Anolis
Japan 1967

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Kommentare  

#1 Friedhelm 2017-07-29 10:34
Ach ja, die guten, alten "Kaijus" - ich habe meinen ersten 1970 gesehen ("King Kong - frankensteins Sohn" -und wurd alleine dadurch dann der bekloppte Filmfan, der ich heute immer nochh bin. War auch mein erster Film im Kino.
Natürlich habe ich "Guila(la)" da auch gesehen. Für die Verkürzung des Namens hätte ich auch eine Erklärung. Vielleicht empfand der Verleiher den Namen als nicht ernst genug. Mal ehrlich "Guilala", das klingt doch fast wie ein fröhliches "Hullala" oder "Trallala". Würde eher nach "Comedy-Monster" riechen...

Zum Ausblick: Der Tod der besagten Schauspielerin ist auch heute noch Teil einiger Verschwörungstheorien. Und es gibt laut Titel offensichtlich keine "Wiederkehr.."
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#2 Laurin 2017-07-29 11:14
@ Friedhelm:
Ja, hätten sie sich mal bei dem Namen an das japanische Original gehalten, dann wäre es in jedem Fall besser gewesen. Wundert mich allerdings, warum es dieses Monster nicht auch mit dem Namen in den Film "La La Land" geschafft hat. :D

Das mit dem keine "Wiederkehr" bezog sich wohl nur auf die, die unterwegs abgesoffen sind. ;-)
Und bei der Schauspielerin reichte glaube ich, schon ein tiefer Seufzer um eine Verschwörungstheorie zu entfachen. Da ist also noch Raum für so einige Theorien. ;-)
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#3 Friedhelm 2017-07-29 15:20
Zitat:
Das mit dem keine "Wiederkehr" bezog sich wohl nur auf die, die unterwegs abgesoffen sind.
Könnte allerdings auch sein, dass die Produktion einfach nur einen "knackigen Titel" brauchte. Wahrscheinlich hat man sich dabei gar keinen KOpf darüber gemacht, warum es keine Wiederkehr gab. Jedenfalls kommt mir manchmal bei so einigen Filmen der Verdacht, dass da der Titel eigentlich völlig wurscht war.(Nun gut, hier ergab er dann doch einen gewissen Sinn...)
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#4 Laurin 2017-07-29 21:57
@ Friedhelm:

Ich glaube, bei dem Titel hatte man sich schon was gedacht, schließlich singt die besagte Verschwörungs-Sängerin ja auch ein Lied mit genau dem selben Titel im Film (und der Song ist sogar noch recht ansprechend). Von daher bin ich sogar recht froh, das man mal den Filmtitel von deutscher Seite nicht völlig verhunzt, sondern ihn korrekt ins deutsche übersetzt hatte. ;-)
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#5 Erlkönig 2017-07-30 20:32
Feiner Artikel.
Meine Erinnerung an diesen japanischen Städtesanierer treibt aber leider im Filmtitel deines Ausblicks. :-)
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