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Ein phantastischer Filmklassiker - Es war einmal vor langer Zeit ...

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 125
Es war einmal vor langer Zeit ...

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre bewegen werden. Bei der SF gab es dann plötzlich »eine neue Hoffnung«.

Star Wars - Eine neue Hoffnung (Star Wars: Episode IV - A New Hope)Star Wars - Eine neue Hoffnung (Star Wars: Episode IV - A New Hope)
*Tschuldigung ihr Lieben, denn ich müsste hier oben ja in Sachen Filmtitel diesesmal gleich noch einige anhängen. Denn STAR WARS - EINE NEUE HOFFNUNG lief in Deutschland im Februar 1978 ja noch unter dem Titel KRIEG DER STERNE und in den USA (Mai 1977) einfach unter dem Titel STAR WARS in den Kinos an.

Das man in den USA nicht z.B. den Titel STAR WARS: EPISODE IV genommen hatte, lag schlicht in der Tatsache begründet, weil George Lucas diese Nummerierung nicht anwenden durfte. Lucas hatte nämlich irgendwann gemerkt, dass die Geschichte, die er hier erzählen wollte, kaum in einen Film hineinpassen würde. Doch 20th Century Fox verbot ihm schlicht einen Untertitel zum eigentlichen Titel ("A New Hope" kam als Untertitel erst später hinzu) und auch eben die Nummerierung segnete man hier nicht ab, da man damals der Meinung war, beides könnte die Zuschauer zu sehr verwirren und sich damit negativ auf die Einspielergebnisse auswirken. So blieb es in den USA also erst einmal einfach bei STAR WARS, bis dann 1980 die Fortsetzung unter dem Titel STAR WARS: EPISODE V - THE EMPIRE STRIKES BACK in die Kinos kam. Ab da wurde dann auch der erste Film nun unter dem Gesamttitel STAR WARS: EPISODE IV - A NEW HOPE in den US-Kinos (1981) wiederveröffentlicht. In Deutschland dauerte es allerdings mit der Titelanpassung länger. Erst mit der 1995 auf den deutschen Markt gebrachte THX-remastered Trilogiefassung kam es zur Titelanpassung. Gedreht wurde dieser erste SF-Kracher des Kinos übrigens bereits im Jahre 1976.

Star Wars - Eine neue Hoffnung (Star Wars: Episode IV - A New Hope)Doch gehen wir kurz mal einen Schritt zurück:
Dies ist er also, der 125te und letzte Artikel in meiner Zauberspiegel-Artikelreihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER. Da darf man dann auch mal etwas ändern in der Gestaltung. Da ich hier nun einiges an Hintergrundinformationen behandeln werde, werde ich in Sachen Einblick in die Handlung ganz einfach nur den Eröffnungstext von KRIEG DER STERNE nehmen. Zum einen dürfte es hier wohl auch niemanden geben, der die Handlung nicht in groben Zügen kennt (gibt es da in dieser Republik überhaupt jemanden, der diesen Film noch nicht kennt?) und wenn man denn doch nochmals die Handlung dieses Films nachlesen möchte, der darf sich auf die recht gut geschriebene und ausführliche Zusammenfassung in der Wikipedia stürzen.

Vor kurzem kam ja mal in einem anderen Artikel im Zauberspiegel mit dem Titel IST PERRY RHODAN NOCH SCIENCE FICTION? von meinem Kollegen Michael Pfrommer die Frage auf (Zitat): "Würde jemand behaupten, dass Star Wars nicht Science Fiction sei? Sicherlich nicht."

Nun, ich hatte schon vor, mich mal in diesem Punkt von Michaels Artikel in einem Kommentar zu dieser Frage (und auch allgemein) zu verewigen. Ich tat es dann nicht, weil ich z.B. STAR WARS als Science Fiction irgendwo nicht wirklich ernst nehme (was seit langem auch auf Perry Rhodan zutrifft), auch wenn ich den Film an sich durchaus klasse finde. Auf der anderen Seite ist es aber dann doch wieder verdammt schwer, STAR WARS nicht als eine spezielle Form der Science Fiction zugehörig zu betrachten. Bevor ich also etwas dummes sage oder schreibe, lasse ich doch einfach mal lieber den Schöpfer von STAR WARS selbst hier die Frage beantworten:

> "Vielleicht sollte man 'Krieg der Sterne' in die Kategorie Märchenfilme einreihen? Es ist ein Märchen ohne utopisches Versprechen. Das Drehbuch könnte von den Brüdern Grimm stammen, zeitversetzt um einige Jahrtausende. Die Übertechnisierung im Weltraum mischt sich mit naivem Kinderglauben. Eine Weltraumphantasie im Stil von Edgar Rice Burroughs. [...] Bis dahin kann man ihn auch getrost in die Kategorie Western, Abenteuer- oder Piratenfilme einreihen." <
(Zitat: George Lucas zu der Einordnung von STAR WARS und die verschiedenen, darin verarbeiteten Einflüsse/IMDb 1977)

Ich lasse das also einfach mal vom Meister persönlich so stehen und enthalte mich da einfach mal meiner eigenen, persönlichen Einschätzung und Meinung hinsichtlich Science Fiction und STAR WARS. Dem Schöpfer will man ja auch kaum widersprechen wollen.

Star Wars - Eine neue Hoffnung (Star Wars: Episode IV - A New Hope)Statt eines Einblick in die Handlung:

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit,
weit entfernten Galaxis ...

Es herrscht Bürgerkrieg. Die Rebellen, deren Raumschiffe
von einem geheimen Stützpunkt aus angreifen,
haben ihren ersten Sieg gegen das böse
galaktische Imperium errungen.

Während der Schlacht ist es Spionen der Rebellen gelungen,
Geheimpläne über die absolute Waffe des Imperiums
in ihren Besitz zu bringen, den TODESSTERN,
eine bewaffnete Raumstation, deren Feuerkraft ausreicht,
um einen ganzen Planeten zu vernichten.

Verfolgt von den finsteren Agenten des Imperiums,
eilt Prinzessin Leia an Bord ihres Sternenschiffs
in ihre Heimat, als Hüterin der erbeuteten Pläne,
die ihr Volk retten und der Galaxis die
Freiheit wiedergeben könnten...

(Zitiert aus: JEDIPEDIA - DAS STAR WARS WIKI/STAR WARS: EPISODE IV - EINE NEUE HOFFNUNG)

Star Wars - Eine neue Hoffnung (Star Wars: Episode IV - A New Hope)Ein kurzer Blick über Einnahmen und Auszeichnungen:
Die Produktionskosten von STAR WARS beliefen sich bei 11 Millionen US-Dollar, was noch ein kleines Sümmchen ist gegenüber den Einnahmen von 503 Millionen US-Dollar als Einspielergebnis in den Kinos. Damit war KRIEG DER STERNE über einige Jahre hinweg und für die damalige Zeit überhaupt, der finanziell erfolgreichste Kinofilm weltweit. Erst nach weiteren sechs Jahren wurde das Space-Märchen dann von einem anderen Film aus dem breit gefächerten Bereich der Science Fiction von diesem Spitzenplatz abgelöst. Den Stuhl räumen musse er 1983 nämlich für Spielbergs SF-Familienkino E.T. - DER AUSSERIRDISCHE. Als STAR WARS dann durch insgesamt zwei Wiederveröffentlichungen in den Jahren 1982 und 1997 nochmals antrat, erhöhte sich das Gesamteinspielergebnis dann auf satte 775,4 Millionen US-Dollar.

Auch an Auszeichnungen mangelte es 1978 bei KRIEG DER STERNE wahrlich nicht. Alleine sechs Oscars gab es für die besten visuellen Effekte über den besten Ton bis hin zur besten Filmmusik von John Williams. Hinzu kamen dann noch vier Nominierungen für den Oscar wie z.B. für den besten Film. Und weil man noch einen Oscar wohl brauchte, gab es dann auch noch einen Sonderoscar für die besten Toneffekte von Ben Burtt.

Im gleichen Jahr (1978) gab es dann noch einen Golden Globe wiederum für die beste Filmmusik, sowie drei weitere Nominierungen für diesen Award. Eine davon betraf z.B. Alec Guinness als besten Nebendarsteller. Beim Grammy 1978 gab es dann nochmals eine Nominierung und drei Auszeichnungen.

Richtig räumte man allerdings beim Saturn Award 1978 mit geschlagenen dreizehn Auszeichnungen und weitere vier Nominierungen ab, wo dann auch Peter Cushing in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" aufgeführt wurde. Fehlt eigentlich nur noch die Goldene Leinwand und die strich man dann auch noch ein, weil man mit STAR WARS in nur 18 Monaten rund 3 Millionen Besucher in die Kinos lockte. Und in der Liste der besten 100 Filme aller Zeiten des American Film Institute belegte STAR WARS in der Ausgabe von 1998 den Rang 15. Ab der Ausgabe von 2007 ist der Film dann auf Rang 13 sogar noch nach oben gestiegen.

Übrigens, da wir unsere bösesten Schurken ja eigentlich ganz doll lieb haben, sei hier auch erwähnt, dass Lord Darth Vader, damals gespielt von David Prowse, bei den Top 50 Schurken gleich mal Rang 3 beim American Film Institute einnimmt. Dabei hatte Prowse im Film keinen Ton gesagt, denn Vaders Stimme stammte von dem Schauspieler James Earl Johnes.

Star Wars - Eine neue Hoffnung (Star Wars: Episode IV - A New Hope)Ein Film verändert sich mit den Jahren:
1997 kam dann plötzlich eine neue Version unter dem Siegel der SPECIAL EDITION heraus. Hier gab es auch in STAR WARS: EPISODE IV - EINE NEUE HOFFNUNG einige Anpassungen, die jedoch nicht unbedingt von den Fans immer mit der entsprechenden Gegenliebe gewürdigt wurden. Hierbei hatte man dem Originalfilm unter Zuhilfenahme neuer digitaler Spezialeffekte einige kleinere Erweiterungen bzw. Veränderungen unterzogen. So wurden unter anderem modellbasierende Effekte durch computergenerierte Effekte ersetzt. Oder wer weiß heute eigentlich noch wirklich, dass die erste Version der Figur von Jabba the Hudd eher eine menschliche Form hatte? Nun, diese Szene am Raumhafen von Mos Eisley wurde im Kino damals dann auch nicht gezeigt und so bekam man Jabba erst als eine Art Wurm-Alien 1983 in EPISODE VI - DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER wirklich zu sehen. Die nun neu geschaffene Szene am Raumhafen von Mos Eisley mit dem Wurm-Alien Jabba wurde dann in der SPECIAL EDITION  von EPISODE IV - EINE NEUE HOFFNUNG wieder mit aufgenommen. Neben Jabba wurde dabei auch die Figur des Kopfgeldjäger Boba Fett digital noch eingeführt.

Für alle Fans von Darth Vader sei hier aber mal warnend gesagt, dass ihr hier jetzt sehr stark sein müsst. Denn als Hauptbösewicht war eigentlich eine weibliche Figur bei EPISODE IV - EINE NEUE HOFFNUNG vorgesehen. Hierfür wurde George Lucas sogar bei der Schauspielerin und Oscarpreisträgerin Angela Lansbury vorstellig. Ja, ihr habt richtig gelesen, denn fasst wäre hier MORD IST IHR HOBBY (US-Krimiserie von 1984 - 1996) oder DIE TOLLKÜHNE HEXE IN IHREM FLIEGENDEN BETT (Disney-Film von 1971) in den Weltraum verlegt worden. Hört sich etwas gruselig für die Fans an, aber es entspricht leider der ungeschminkten Realität. Doch Lansbury lehnte die Rolle als Bösewicht ab und eigentlich können wir ihr dafür nur Dankbar sein. Man stelle sich nur die Anfangsszene vor: Ein fliegendes Bett mit einer schwarz gewandeten  Sith-Lady eröffnet plötzlich das Feuer auf den Raumkreuzer von Prinzessin Leia ... irgendwie schüttelt es mich dabei gewaltig.

Es gab aber auch Szenen, die fand man so gut, dass man sie später wiederholte. So stieß sich einer der Sturmtruppen im Todesstern bei der Erstürmung des Kontrollraum, der durch Han Solo durch einen Schuss auf die Amaturen versiegelt wurde, an der Tür den Kopf. Da diese Szene bald einen hohen Beliebtheitsgrad bei den Fans eingenommen hatte, durfte sich späterhin in EPISODE II Jango Fett als Urvater aller Sturmtruppen-Klone seinen Schädel an der Tür seines Raumschiff "Slave 1" einrennen. Zum Glück trugen beide bei ihren "Unfällen" einen Helm.

Es würde hier jetzt aber auch zu weit führen, würden wir alle Veränderungen im laufe der Zeit bzw. von Fans bejubelte Szenen hier ausgibig behandeln. So belasse ich es einmal bei dem Hinweis, dass auch EPISODE IV - EINE NEUE HOFFNUNG für die DVD-Veröffentlichung im Jahre 2004 nochmals digital bearbeitet wurde. Eine erneute Bezeichnung als SPECIAL EDITION ließ man hierfür allerdings locker unter dem Tisch verschwinden. Bei dem Release der Saga-Box auf Blu-ray im Jahre 2011 gab es dann wiederum eine digitale Überarbeitung.

Und dann sank die Altersfreigabe plötzlich:
Ja, EPISODE IV - EINE NEUE HOFFNUNG war in frühen Zeiten auf VHS bzw. DVD noch mit einer Altersfreigabe von 12 Jahren in Deutschland auf den Markt gebracht worden. Doch plötzlich sank die Altersfreigabe auf satte 6 Jahre. Das hatte allerdings nicht den direkten Grund durch eine spätere Neubewertung seitens der FSK, sondern hängt ebenfalls von einigen inhaltlichen Veränderungen des ersten Film ab.

Als Beispiel nehmen wir hier eine der hervorstechendsten Veränderungen. In der Originalfassung erschoss Han Solo z.B. den Alien Greedo mit seiner Waffe, die er unter dem Tisch hielt. Erst in der digital überarbeiteten Fassung fügte man einen vorherigen Schuss aus der Waffe des Alien Greedo hinzu, so das der Schuss seitens Solo nun wie Notwehr aussieht (was es in der Originalfassung aber nicht war). Auch Solos Ausweichbewegung gab es daher in der Originalfassung nicht.

Diese inhaltliche Änderung traf bei den Fans allerdings nie auf eine wirkliche Gegenliebe. Ganz im Gegenteil. Und so wurde der Ausspruch der Fans hierzu bald über die Grenzen der USA hinaus bekannt, wenn diese ausriefen "Han shot first!" (Han schoss zuerst). Rückgängig wurde dies meines Wissens nach aber nie gemacht, denn man wollte eben wohl plötzlich politisch korrekt sein.

Star Wars - Eine neue Hoffnung (Star Wars: Episode IV - A New Hope)George Lucas und die Einflüsse:
Wenn man es sehr genau nimmt, dann beginnt die Entstehungszeit von EPISODE IV - EINE NEUE HOFFNUNG bereits in den ganz frühen 1970er Jahren. Grundgedanken und Ideen formten sich bei Lucas jedoch für dieses Filmprojekt noch viel früher. Daran waren auch z.B. die traditionellen Serien schuld, die man in den USA am Samstagvormittag ansehen konnte und welche auch George Lucas gespannt mitverfolgte. Hierbei handelte es sich z.B. um Serien wie CAPTAIN BLOOD oder (ganz wichtig) FLASH GORDON.

Lucas wollte mit KRIEG DER STERNE einen modernen filmischen Mythos schaffen, in dem sowohl phantastische wie auch religiöse Elemente ihren Platz finden sollten. Die Handlung selbst sollte dabei für den Zuschauer leicht zugänglich sein. Das bedeutete natürlich auch, dass innerhalb der Handlung keine wesentlichen Abschnitte entstehen durften, die einer größeren Erklärung für den unwissenden Zuschauer bedurften.

Auch in der Frage der Helden hatte Lucas bereits sehr früh einige Vorarbeiten geleistet, indem er z.B. noch zu Zeiten des College das Buch des Pädagogen Joseph Campbell mit dem Titel 'Der Held in tausend Gestalten' von 1949 gelesen hatte. Campell hatte Lucas auch durch andere seiner Schriften durchaus inspirierte. Daher bediente sich Lucas auch bei KRIEG DER STERNE in der Heldenfrage bei den mythischen Urbildern. Das Prinzip sah daher einen jungen Mann vor, der von der Abenteuerlust angetrieben wird, einem Mann, welcher verwegen genau in diese Abenteuer stürzt und um das ganze abzurunden dann noch eine junge, hübsche Frau, die zum Träger der Rahmenhandlung wird. Ein wesentliches Element innerhalb dieser Konstellation sieht dabei aber auch vor, das eine der Charaktere das offensichtliche Heldentum an sich repräsentiert und damit zur zentralen Figur wird, mit dem sich die Zuschauer leicht, weil eigentlich sehr einfach gestrickt, identifizieren können.

Lucas brachte das Projekt STAR WARS dann richtig mit einem von ihm handschriftlich verfasstem Dokument im Jahre 1972 ins Rollen, welches damals noch den Titel JOURNAL OF THE WHILLS trug. Darin beschrieb Lucas, dass ein gewisser C. P. Thorpe ein Tagebuch verfasst, in dem er sich auf die Taten eines Mace Windy bezieht, der ein angesehener Jedi-Bendu von Ophuchi ist. Man beachte hier schon die Ähnlichkeit zu dem späteren Charakter (aus EPISODE I. bis EPISODE III.) des Jedi Mace Windu, gespielt von Samuel L. Jackson.

Star Wars - Eine neue Hoffnung (Star Wars: Episode IV - A New Hope)In diesem JOURNAL tauchten bereits einige Planeten gelistet auf, wie z.B. der noch als Stadtplanet geführte Planet Alderaan oder der Dschungelmond Yavin. Auch bestimmte Charaktere führte Lucas innerhalb dieses handschriftlichen Dokuments auf, die man dann auch bei KRIEG DER STERNE wiederfinden konnte. Genannt wurden hier nämlich schon ein General Vader und ein General Skywalker genauso wie Han Solo, Chewbacca, R2-D2 oder C-3PO. Was es aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht gab, waren in diesem handschriftlichen Dokument von George Lucas detaillierte Ausarbeitungen der einzelnen Charaktere oder ein bereits genauer vorliegender Handlungsablauf.

1973 schrieb Lucas dann basierend auf dem JOURNAL OF THE WHILLS ein erstes Treatment von vierzehn Seiten, womit er sich dann bei den Filmstudios United Artists und Universal vorstellte. Lucas suchte für seine Art von Weltraum-Märchen einen Abnehmer, welcher auch die entgültige Fassung des Drehbuch finanzieren würde. Die beiden Filmstudios erteilten jedoch Lucas Idee eine Absage. Für sie waren zudem innerhalb des ersten Treatment zu viele Details noch völlig unbekannt und damit zu vage formuliert.

Im darauf folgenden Sommer traf sich Lucas dann mit Alan Ladd Junior, dem Kreativleiter von 20th Century Fox und legte diesem neben dem Treatment auch gleich eine Kopie von AMERICAN GRAFFITI bei. Ladd war nun nicht wirklich für eine Geschichte im Weltraum zu begeistern, dafür sah er in Lucas aber ein Talent als Filmemacher und räumte so Lucas ein vorläufiges Budget von drei Millionen US-Dollar für die Ausarbeitung von dessen SF-Filmprojekt ein.

Bald wurde George Lucas allerdings klar, das er mit diesen drei Millionen Dollar sein Filmprojekt wohl kaum ins rollen bringen konnte. Dafür war die Handlung mittlerweile viel zu umfangreich. Lucas begann also nun die Handlung in drei Akte aufzusplitten, um sich zuerst auf den ersten Akt zu konzentrieren und weiter ausarbeiten  zu können. Die beiden anderen Akte der Handlung stellte er daher damit erst einmal zurück.

Star Wars - Eine neue Hoffnung (Star Wars: Episode IV - A New Hope)Ohne American Graffiti kein Star Wars:
George Lucas hatte auch im weiteren Verlauf so einige Hindernisse zu bewältigen, bevor STAR WARS dann auch noch Zeitversetzt (eigentlich sollte der Film ja schon zu Weihnachten 1976 in die Kinos kommen und bei Fox war man sich nicht sicher, ob STAR WARS späterhin beim offiziellen Kinostart nicht sogar durch andere Filme soweit untergebuttert werden würde, so das dieser sogar frühzeitig wieder aus den Kinos fliegen könnte. Und Lucas hatte schließlich das Budget, welches ja zuerst mit 9 Millionen US-Dollar veranschlagt wurde, nochmals um zwei Millionen überzogen. Das nährte natürlich die Zweifel der Geschäftsführung von Fox in den Erfolg an den Kinokassen zusätzlich.

Am Ende konnte sich Lucas jedoch durchsetzen und STAR WARS zum ersten mal am 01. Mai 1977 im Northpoint Theater in San Francisco aufführen, wo STAR WARS durchgehend gute Kritiken erhielt. Der eigentliche Kinostart sollte laut Lucas dann am Wochenende des 25. Mai am Memorial Day stattfinden. Fox sah diesen Starttermin jedoch erneut recht negativ, da dieses Wochenende nicht nahe genug an den Ferienzeiten der Schulen lag. Lucas setzte sich allerdings auch hier durch und setzte dabei völlig auf die bereits laufende Mund-zu-Mund-Propaganda.

Nach dem Start am 25. Mai 1977 in den größeren Lichtspielhäusern wie  z.B. dem Astor Plaza in New York, kam es dann aber zur Freude von Fox bald zu ziemlich turbulenten Szenen. Bei den insgesamt 32 Premierekinos kam es nämlich zum Sturm der Zuschauer auf die jeweiligen Kinokassen. Die Warteschlangen um in den Film STAR WARS zu kommen, verlief auf den Straßen über mehrere Häuserblocks hinweg, so das sogar die Polizei eingreifen musste, indem sie ganze Straßenzüge absperrte und den Verkehr umleitete, damit die wartenden Menschenmengen nicht durch den laufenden Verkehr gefährdet wurden, während sie für eine Karte zum Film STAR WARS anstanden.

Doch weit im Vorfeld sah es eben noch nicht so gut für den Film STAR WARS aus. Denn mit drei Millionen US-Dollar zu Beginn waren hier quasi noch keine großen Sprünge zu machen gewesen. Hier bedurfte es erst des Kinoerfolg von George Lucas Film AMERICAN GRAFFITI, bevor Fox  die Finanzierung und den Vertrieb des gesamten Projekt STAR WARS gesichert übernehmen wollte. Als Gage sollte Lucas als Drehbuchautor und Regisseur von STAR WARS zudem runde 150.000 US-Dollar einstreichen können. Tom Pollock, Lucas Anwalt meinte jedenfalls, dass er nach dem Erfolg von AMERICAN GRAFFITI auch Anspruch auf eine höhere Gage hätte, doch Lucas stimmte dem ersten Angebot seitens Fox trotzdem zu, welches neben der Gage ihm ja auch noch eine prozentuale Gewinnbeteiligung am Film STAR WARS zusicherte.

Gegen Ende der Vorproduktion schwebten die kalkulierten Kosten für STAR WARS bereits bei 16 Millionen US-Dollar, so das Lucas begann,  einige Rationalisierungsmaßnahmen durchzuführen, die unter anderem auch die neu zu entwickelnde Ausrüstung betraf.

So konnte er die Kosten zwar auch nicht gänzlich auf die versprochenen 9 Millionen senken, doch es gelang ihm dann doch, die Verantwortlichen bei Fox für ein 10 Millionen Budeget zu begeistern. Die stimmten auch zu, wobei diese wiederum Kürzungen bei seiner Gage als Drehbuchautor und Regisseur durchboxten. Am Ende jedenfalls beliefen sich die Produktionskosten dann doch nicht bei 10 sondern bei 11 Millionen US-Dollar und KRIEG DER STERNE entwickelte sich zu einem Film, der scheinbar seine Einnahmen auch hätte gleich selbst drucken können.

Star Wars - Eine neue Hoffnung (Star Wars: Episode IV - A New Hope)Meine Filmkritik:
Dank meines Bruders konnte ich damals, 1978 dann auch KRIEG DER STERNE selbst im Kino sehen. Der Ruf war diesem Märchenfilm im Weltraum schließlich bereits mit aller Macht vorausgeeilt und die Begeisterung war dann auch wirklich groß bei mir. Als dann späterhin die STAR WARS Trilogie als VHS zum ersten mal geschlossen in einer Box angeboten wurde, hatte ich mir diese auch gleich zugelegt gehabt.

Gut, die Zeiten von VHS sind bei mir bereits viele Jahre vorbei und den einzigen Film aus der Reihe um das STAR WARS Universum, den ich noch in meiner Filmsammlung als DVD überhaupt besitze, ist EPISODE  II. - ANGRIFF DER KLONKRIEGER. Seit auch die Kinofilme dann immer mal wieder (faktisch ja mittlerweile einmal pro Jahr) im Fernsehen rauf und runter gejubelt werden, muss ich zugeben, dass ich schon aus reiner Übersättigung hier nur noch mit einem Auge wirklich noch hinsehe.

Dies führte nun auch dazu, dass ich die Nachfolgefilme, nun aus dem Hause Disney, bisher noch nicht gesehen habe und mir auch irgendwie der Antrieb fehlt, gerade bei SOLO: A STAR WARS STORY  überhaupt den Arsch hoch zu bekommen.

Hinzu kommt, dass ich die Filme eigentlich immer als eine Art gut gemachtes Märchen betrachtet hatte, welches eben im Weltraum spielt. Aber gut, ich möchte hier nicht nochmals eine Diskussion auslösen, ob STAR WARS nun eher Märchen, Fantasy oder doch Science Fiction ist, denn irgendwo ist und bleibt STAR WARS auch immer ein filmischer Erfolg für die Science Fiction. Und seien wir mal ehrlich, wollen wir uns denn auch wirklich wie verbohrte Nerds verhalten und die sehr große Bandbreite, welche die Science Fiction eigentlich ja abdeckt, mit aller Gewalt auf eine Art heiligen Gral verdichten? Ich stehe da lieber auf dem Standpunkt das Science Fiction spannend sein sollte und auch Spaß machen muss. Auf eine pseudowissenschaftliche Unterfütterung, wie Raumschiffe mehrfache Lichtgeschwindigkeit erreichen oder warum gerade ein Lichtschwert funktioniert, kann ich da auch locker verzichten. Solche zusätzlichen Gadgets überlasse ich da nun wirklich den Hardcore-Fans, weil ich damit wahrlich auch nicht schlauer werde.

Vergeben muss ich aber dem Film KRIEG DER STERNE dann trotzdem die vollen fünf Lichtschwerter als Bewertung. Denn denke ich an 1978 und die Faszination zurück, die mich da im Kino ergriffen hatte und mich für einige Jahre auch zum Fan werden ließ, so kann ich hier bei der Bewertung aus heutiger Sichtweise auch einfach keinen Punkt abziehen - nicht einmal wegen Jar Jar Binks, der Jahre später die Fans (warum auch immer) spaltete.

Time to say Goodbye:
Hier gibt es also zum ersten mal kein neues Filmrätsel in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER, denn mit dieser 125 Folge beende ich diese Reihe nun.

Auch wenn wahrlich nicht jeder Film davon wirklich auch als Klassiker hingestellt werden konnte, so machte es doch immer wieder Spaß, mal in den alten Filmen der Phantastik hineinzusehen und diesen euch auch hier aufzubereiten.

Ich kann mich noch daran erinnern - es war wohl bei der Vorstellung des Horrorfilm DER SCHREIENDE SCHÄDEL aus dem Jahre 1958 - das ich euch noch angedroht hatte (es mag wohl in einem Antwort-Kommentar gewesen sein), dass ich da auch noch in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER den Film DIE LEBENDEN LEICHEN DES DOKTOR JEKYLL  von 1964 aufbereiten würde, den es ja mit dem Film DER SCHREIENDE SCHÄDEL in einer Box gab.

Nun, so gemein wollte ich dann doch nicht sein um euch diesen sehr schlecht gealterten Horrorfilm wie eine alte Frikadelle an die Backe zu nageln. Andererseits hätte ich mir diese filmische Gurke auch nochmals ansehen müssen, weil ich da doch so einige Details recht schnell wie auch erfolgreich verdrängt hatte. Da ist dann schon der SF-Film PERRY RHODAN - SOS AUS DEM WELTALL ein absoluter Augenschmaus (aber den hatte ich ja weit früher bereits in einem Artikel im Zauberspiegel behandelt).

Ihr seht also, ich hatte auch mal kurz (bei einer wohl geistigen Umnachtung) ein einsehen und euch auch mal vor zu schlimmen filmischen Auswüchsen bewahrt. Ob ich das jemals gedankt bekomme?

Die Filmrätsel für z.B. die nächste Folge von DER FILMKLASSIKER sind ja bereits schon raus und auch für den ersten DC-Animationsfilm einer kleinen Reihe, die als ebenso kleiner Ersatz für DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER erscheinen wird. Aber auch von dieser Seite der Animationsfilme aus sind ja schon ein paar Artikel erschienen, so das dies auch nicht ganz so neu sein dürfte.

Trotzdem wünsche ich euch dabei auch weiterhin viel Spaß und ich werde mir natürlich Mühe geben, euch die weiteren Artikel am Samstag spannend bzw. interessant zu präsentieren ... versprochen. In diesem Sinne ... ich komme wieder, keine Frage.

Star Wars - Eine neue Hoffnung (Star Wars: Episode IV - A New Hope)
Star Wars - Eine neue Hoffnung
(Star Wars: Episode IV - A New Hope)
mit Mark Hamill, James Earl Jones (Originalstimme von Darth Vader), Harrison Ford, Carrie Fisher, Peter Mayhew, Kenny Baker, Anthony Daniels, David Prowse, Alec Guinness, Peter Cushing, Phil Brown, Shelagh Fraser, Paul Blake, Eddie Byrne, Alex McCrindle, Jeremy Sinden, Denis Lawson, Richard LeParmentier, Peter Sumner u.a.
Regie und Drehbuch: George Lucas
Produktion: Gary Kurtz
Musik: John Williams
Genre: Science Fiction/Fantasy
Laufzeit: 120 Minuten (3-Disc-Set/2004/Episode IV - VI)
DVD/FSK: 12 Jahre (bezogen auf das 3-Disc-Set, da der erste Film zur Zeit separat mit der FSK 6 Jahre/Special Edition/125 Minuten Laufzeit nicht erhältlich ist)
Vertrieb: 20th Century Fox/Lucasfilm Ltd
USA 1977

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Kommentare  

#16 Friedhelm 2018-05-21 19:10
Na, da sind sie wieder, diese ewigen Missverständnisse. So wird natürlich "ein Schuh draus - .....aber, war mir bereits klar..

Zitat:
"V" war hingegen heiß begehrt, zumal die SF-Serie eh zuerst für die Videotheken gedreht wurde,
....

"V" habe ich ja zuerst auch auf Video gesehen...

....da hast du dich etwas "quer ausgedrückt". Das ist jetzt nur eine Feststellung - also bitte nicht beleidigt sein.
Zitieren
#17 Laurin 2018-05-22 13:07
@ Friedhelm:
Ach, warum sollte ich beleidigt sein. An einem Stammtisch bei einem lecker Getränk hätte ich es wohl lockerer erzählen können als hier an einer Tastatur im zwei Fingersystem. :sigh:

Aber da kannst du mal sehen, es gibt nicht nur Missverständnisse durch die monatliche Menstruation bei der Werbung für Binden (ich weiß, ich kriege zu viel Werbung mit). :lol:
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