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Ein phantastischer Filmklassiker - Ein Hai oder der erste Blockbuster

Ein phantastischer FilmklassikerFolge 124
Ein Hai oder der erste Blockbuster

In dieser Reihe EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch so manche Klassiker der Phantastik tummeln. Wir werden einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. über Grusel, Science Fiction und Filmen im Grenzbereich der verschiedenen Genre Sicher ist aber, mit Fischstäbchen macht man kein Spannungskino.

Der weiße Hai (Jaws)Der weiße Hai (Jaws)
Im Grunde hatte Steven Spielberg mit JAWS (wörtlich "Kiefer" oder auch als zoologischer Begriff für "Maul" eines Raubtieres) 1975 den Grundstein für die Ära des Blockbuster-Kinos in Hollywood gelegt. Zwei Jahre später (1977) kam dann noch George Lucas KRIEG DER STERNE hinzu, welcher diesen Begriff dann entgültg zementierte. Und beide Filme läuteten entsprechend auch eine Ära von Fortsetzungen ein. KRIEG DER STERNE (welchen wir uns in der Folge 125 der Artikelreihe vornehmen werden), sorgte für den Beginn der STAR WARS-Saga. Dahinter könnte man sagen, fällt die Menge an Fortsetzungen bei JAWS sehr viel bescheidener aus. Zumindest sollte man dies meinen. Die reellen Fortsetzungen belaufen sich nämlich mit dem Originalfilm auf folgende Filmtitel:

  • 1975 - Der weiße Hai (JAWS) - Regie: Steven Spielberg
  • 1978 - Der weiße Hai 2 (JAWS 2) - Regie: Jeannot Szwarc
  • 1983 - Der weiße Hai 3-D (JAWS 3-D) Regie: Joe Alves
  • 1987 - Der weiße Hai-Die Abrechnung (JAWS: The Revenge) Regie: Joseph Sargent

Vier Filme erscheinen da gegenüber den späteren Filmen um STAR WARS nicht gerade als viel. Doch JAWS (wir beißen uns jetzt mal wie ein Hai an dem einfachen US-Titel fest) öffnete dafür eine Menge Tore. Zum einen legte der Film den Grundstein für das Subgenre des Tierhorror und zog zum anderen bis heute eine ganze Armada an Filmen über blutrünstige Haie nach sich. Eine der besten Produktionen die ich persönlich hierzu kenne, ist der US-Horrorfilm DEEP BLUE SEA aus dem Jahre 1999 mit Saffron Burrows und Thomas Jane in den Hauptrollen. Regie führte hierbei Renny Harlin. DEEP BLUE SEA dürfte hierbei auch der mit Abstand logischste Beitrag der Hai-Horrorfilme sein, weil er die erweiterte Intelligenz der Makohaie auf genetische Experimente mit einer veränderten DNA basieren lässt, um ein Heilmittel gegen Alzheimer zu gewinnen. Doch stattdessen züchtet man in der abgelegenen Station blutrünstge Serienkiller der Meere. Ich hebe den Film auch deshalb mal hier hervor, weil dieser in Sachen Spannung und Nervenkitzel das Original JAWS für mich ganz klar an die Wand spielt, ohne den Film von Spielberg jedoch im Bekanntheitsgrad vom Sockel stoßen zu können.
Der weiße Hai (Jaws)
Was dann mit den weiteren Jahren bis heute an Filmen im Bereich Tierhorror mit Haien folgte, wobei man natürlich auch den  ausgestorbenen Megalodon aus den Untiefen der Ozeane hervor kitzelte, kann man zumeist mit einigem Sachverstand häufig in die Kategorie Trash der noch positiven bis abgrundtief üblen Sorte einordnen. Ich nenne hier mal nur solche filmischen Schoten und Schenkelklopfer wie SCHARKTOPUS (2010), 2 HEADED SHARK ATTACK (2012), SAND SHARKS (2011) oder für völlig zeituntaugliche Kinofreunde die diversen SHARKNADO Filme (ab 2013), die selbst mittlerweile mehrere Fortsetzungen erhielten und ein sechster Teil für Juli 2018 bereits vom Sender SyFy zur Ausstrahlung angekündigt wurde. Gut, im Grunde gilt auch hier das Motto leben und sterben lassen ... die einen gehen ins Kino und die anderen stürzen sich eben mangels Eintrittsgeld vom Dach. Der Hirntod droht eventuell in beiden Fällen (und PÄNG! ... habe ich wohl schon wieder irgendwelchen Fans auf die Füße getreten).

Übrigens das Motto "leben und sterben lassen" ist ein guter Übergang zu einem James Bond Titel der 1973 ebenfalls den Titel LEBEN UND STERBEN LASSEN trug. Wie ich da jetzt drauf komme? Nun, schauen sie im Film JAWS mal gut hin, wenn Hooper den Haikadaver aufschneidet und dabei aus dessen Innereien ein Nummernschild mit der Aufschrift "007 Louisiana" hervorholt. Dort ist nämlich zwei Jahre vorher der besagte James Bond-Film gedreht worden.

Oder wussten sie, dass auch die Schöpfer von GODZILLA aus dem japanischen Toho-Studio ein Interesse an dem Film JAWS hatten? Kein Witz, die boten nämlich an, im Film mit Miniaturmodellen zu arbeiten, was man jedoch dankend ablehnte. Dafür vergaß man allerdings das mechanisch betriebene Hai-Modell auf seine Wassertauglichkeit zu überprüfen, weshalb der WEISSE HAI erst einmal wie ein Stein direkt auf den Meeresboden sank. Ein Team von Tauchern musste ihn dann erst einmal wieder an die Wasseroberfläche bringen, damit man an Land diese "bleierne Ente" schwimmtauglich machen konnte. Da dürfte dann im Film selbst der Filmhund der Brodys besser im Wasser geschwommen haben, denn der hatte seinen Filmvertrag direkt von seinem Herrchen Steven Spielberg persönlich erhalten, womit er mit ein paar Leckerlies von Rudeloberhaupt Spielberg auch der billigste Darsteller gewesen sein dürfte.     

Der weiße Hai (Jaws)Spannend und irgendwie vorhersehbar familienfreundlich:
Gerade Spielbergs Version eines großen weißen Killerhai krankt allerdings an einigen wesentlichen Stellen. Spielberg setzt hierbei durchaus auf einige Schockelemente im Film, die allerdings eher gut dosiert und plaziert das Spannungselement über die gesamte Spielzeit angenehm hoch halten soll. Doch JAWS (und damit auch die drei offiziellen Fortsetzungen) kranken an einem Filmkonzept, welches in der Regel typisch für Filme von Steven Spielberg ist. Spielbergs Filme verströmen nämlich über die gesamte Handlung hinweg zumeist das Flair eines familienfreundlichen Films von 8 bis 80 Jahren. Das heißt wie gesagt nicht, das JAWS nicht spannend gemacht wäre, aber es fällt mir sichtlich schwer, diesen Film und seine Fortsetzungen wirklich unter dem Begriff Horror einzuordnen. Thriller würde hier eventuell wohl schon eher greifen. Dieses familienfreundliche Flair findet man auch bei seinen Filmen wie UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART (1977), E.T. DER AUSSERIRDISCHE (1982) oder etwa Filme wie POLTERGEIST (1982), wo Spielberg bei letztgenannten das Drehbuch schrieb und auch als Produzent auftrat, allerdings die Regie Tobe Hooper überließ. Doch Hooper hin oder her, die familienfreundliche Spielberg-Handschrift auch bei diesem Horrorfilm ist unverkennbar und raubt dem Film über weite Strecken die bitter nötige düstere Atmosphäre. Auch JAWS ist hierbei ein recht schönes Beispiel, wo Spielberg einen positiven Nervenkitzel beim Zuschauer aufbaut, ihn aber bereits in der nächsten Einstellung wieder in sich zusammenfallen lässt, ohne dabei jedoch Gefahr zu laufen, die Grundspannung unter die rote Line sinken zu lassen. Dies funktioniert auch beim Zuschauer, wenn dieser zum ersten mal JAWS sieht. Spätestens beim zweiten ansehen stellte sich bei mir jedoch eine gewisse Langeweile ein, die wie ein pelziger Geschmack irgendwo hinten auf der Zunge klebt und dann einfach nicht mehr verschwinden will, egal wie viele Jahre zwischen der ersten und der nächsten Sichtung des Films auch liegen mag. Und dieser leichte Nachgeschmack der aufkeimenden Langeweile stellte sich damals bei mir dann auch schon bei den Fortsetzungen von JAWS direkt zu Beginn ein. Man wusste ja, was da kommen würde und wo die Schockelemente saßen. Fasst so, als säße Spielberg selbst auf dem Regiestuhl. Ein langer, klebriger Schatten eben, der auch über den Fortsetzungen hing, selbst wenn Spielberg hierbei weit und breit zwischen Regie bis Produktion nicht mehr zu sehen war.

Auch wenn ich hier nun Gefahr laufe, von den Spielberg-Fans bzw. den Fans der JAWS-Filme gesteinigt zu werden. Aber im Grunde gibt es für mich persönlich nur wirklich einen Film von Steven Spielberg, den man sich ohne unter 20 Jahren intensiver Abwägung und Bedenkzeit, trotzdem immer wieder ansehen kann, weil dieser wirklich so intensiv und schockierend, aber auch zutiefst berührend ist, gleichsam aber auch aufrüttelnd und auf die Zuschauer politisch sensibilisierend wirkt wie SCHINDLERS LISTE von 1993, bei dem er sowohl als Produzent auftrat, als auch Regie führte. Bei SCHINDLERS LISTE muss selbst ich gegenüber Spielberg den Hut ziehen und ihm bescheinigen, hier wirklich ein filmisch bleibendes Meisterwerk geschaffen zu haben.

Der weiße Hai (Jaws)Peter Benchley und die Haiangriffe:
Der Film JAWS wurde allerdings auch nicht aus dem luftleeren Raum in Szene gesetzt. Hierzu bedurfte es zuerst einmal einer Vorlage, die Peter Benchley in Form des gleichnamigen Romans "JAWS" 1974 lieferte.

Mit dem Roman verarbeitete Benchley auch die Haiangriffe von Jersey Shore aus dem Jahr 1916, bei denen zwischen dem 01. und 12. Juli vier Menschen durch die Angriffe der Meeresräuber den Tod fanden. Als Benchley seinen Roman JAWS herausbrachte, ahnte er wohl noch nicht, welchen Erfolg er damit auf dem Buchmarkt haben würde. Ganze 44 Wochen hielt sich der Roman in den Bestsellerlisten und nur ein Jahr später machte sich unter einigen inhaltlichen Veränderungen (siehe hier in der Wikipedia zum Film DER WEISSE HAI) Steven Spielberg daran, den Roman unter dem gleichen Titel zu verfilmen.

Bei erscheinen des Film JAWS sollen von dem Roman seitens Benchley bereits 5,5 Millionen Exemplare verkauft worden sein und damit ging der Run auf den Roman mittels des Films erst noch so richtig los. Bis 2006 soll der sich nämlich rund 20 Millionen mal verkauft haben.

Benchley selbst begann allerdings später mit seinem Roman zu hadern und sagte dem Magazin NATIONAL GEOGRAPHIC in einer Ausgabe aus dem Jahr 2000, dass er den Roman JAWS heute nicht mehr schreiben würde. Schließlich sei das Tier nicht an sich böse, sondern es verwechsle unvorsichtige Menschen eben mitunter mit natürlichen Beutetieren. Benchley, der sich mitschuldig an dem falschen Bild fühlte, welches Haie als blutrünstige Killer  darstelle, engagierte sich später jedenfalls sehr stark  in der Meeresschutzbewegung.

Der weiße Hai (Jaws)Filminformationen wie eine Meereswelle:
Ja, es gibt zum und über den Film JAWS noch so einiges an Informationen, die bei genauerer Betrachtung gleich mehrere Artikel für den ZAUBERSPIEGEL füllen würden. Da reicht dann schon ein Blick in die Wikipedia für den Spielberg-Film aus, wo man dann noch jede Menge Links zu weiteren Seiten und Personen findet, um die nächsten Tage (wenn nicht gar Wochen) beschäftigt zu sein. Dieses Hobby überlasse ich allerdings gerne jedem interessierten Leser hier ganz persönlich, denn so ein Artikel zum Film hat schließlich irgendwo seine Grenzen. Dementsprechend wollen wir hier ja auch noch einen Blick in die Handlung dieses ersten Schöpfers der Hollywood-Blockbuster riskieren. Der nächste Blockbuster der Phantastik steht ja in der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER ebenfalls schon in den Startlöchern, um diese Artikelreihe dann auch zu beschließen (mittels Gedankenkraft zu erwürgen, abzufackeln oder was auch immer Darth Vader gerade wieder vorhat). In diesem Sinne also hier gleich weiter mit Kapitän Iglo und dem beißwütigen Fischstäbchen vor dem Strand von Amity.

Der weiße Hai (Jaws)Polizeichef Brody und der Killer aus dem Meer:
Eigentlich sollten alle recht glücklich ihre Tage verbringen im kleinen Badeort Amity Island, doch seit einiger Zeit verschwinden Menschen auf bzw. im Wasser und eventuell kommen einzelne Bröckchen Fleisch oder auch größere Leichenteile sogar wieder zurück an Land. Der Grund hierfür ist schlimmer, als man es sich vorstellen sollte, denn ein großer Killer-Hai hat sich den Badeort als Jagdrevier auserkoren. Polizeichef Martin Brody würde ja am liebsten den gesamten Strand sperren lassen, was die Teenager - darunter auch seine Kinder - jedoch alles andere als lustig finden würden. Aber auch der Bürgermeister kann aus rein geschäftlichen Gesichtspunkten diesem Plan von Brody nichts abgewinnen und dies erst recht nicht vor den Feierlichkeiten zum Unabhänigkeitstag der USA am 04. Juli. Also verbietet er Brody die Sperrung des Strandes.

Erst als der Hai dann richtig zuschlägt, muss auch der Bürgermeister und der Rest der Stadtverwaltung einlenken. Dies gilt jedoch nur für fünf Tage, an denen Suchtrupps den gewaltigen Hai suchen und zur Strecke bringen sollen. Bald schon wimmelt es in Amity vor Jägern, die noch aufgestachelt durch ein Kopfgeld auf den Killer-Hai mit der Suche beginnen. Die Aktion scheint auch einen schnellen Erfolg zu bringen, denn schon bald präsentiert man einen Hai. Da atmet nicht nur der Bürgermeister, sondern auch die Bevölkerung auf. Jedoch nicht Brody, der diesem schnellen Erfolg nicht so wirklich glauben schenken möchte.

Und diese Befürchtung scheint berechtigt, denn als man den Hai aufschneidet, findet man in dessem Magen keine Hinweise auf gefressene Mitbürger. Auch fällt dem Meeresbiologen Hooper auf, dass der eigentliche Killer-Hai um einiges größer sein müsste, wenn man die Bissspuren betrachtet. Trotzdem wird der Strand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen geöffnet. Allerdings meide die Badegäste zuerst einmal das Wasser, bis der Bürgermeister ein klein wenig nachhilft und die Touristen dann doch ins Wasser eilen. Als sich jedoch einer einen üblen Scherz erlaubt und mit einer Haifischflosse durch das Wasser schwimmt, kommt es zu einer Massenpanik und Verletzte. Später ist es dann Brodys ältester Sohn Michael, der mit anderen Teenagern im Wasser festsitzt. Und dann legt der echte Killer-Hai los und tötet auch einen Ruderer, der den Teenagern zu Hilfe kommen will. Zwar können die jungen Leute noch einmal gerettet werden, doch jetzt kommt niemand mehr daran vorbei, wirklich zu handeln um die Bestie zu erlegen.

Gemeinsam mit Hooper, der eigentlich den Killer-Hai nur lebendig studieren würde, tut sich Brody mit dem Haijäger Quint zusammen und laufen mit dessen Boot aus um den Killer der Meere aufzuspüren und das Lebenslicht auszublasen. Doch der riesige Killer macht es seinen Jägern nicht einfach. Quint harpuniert ihn nach alter Art und man hängt ihm sogar mit Luft gefüllte Fässer an, die ihn am abtauchen hindern sollen. Doch auch hier unterschätzt man die Kraft der Bestie aus dem Meer gewaltig. Es kommt zu einem regelrechten Katz und Maus Spiel zwischen Brody, Hooper, Quint und dem Killer-Hai. Besonders Quint ist durch seine Vergangenheit in einem Blutrausch und zerstört hierzu selbst das Funkgerät.

Am Ende springt der gewaltige Hai sogar aus dem Wasser direkt auf das Boot, zertrümmert es dabei halbwegs und zieht Quint mit ins Meer, wo er diesen tötet. Scheinbar hat der Hai nun leichtes Spiel mit dem Rest seiner Verfolger und geht zum entscheidenden Schlag über. Doch hier hat er die Rechnung ohne Brody gemacht, der dem Wasser nun wirklich nicht viel abgewinnen kann. Als der Hai nämlich zuschnappen will, schiebt dieser dem Killer eine Druckluftflasche zwischen die messerscharfen Zähne und bringt diese sogar mit einem Gewehrschuss gezielt zur Explosion.

Das erweist sich als Rettung in letzter Sekunde, denn während der Killer-Hai in seinen Einzelteilen aufgesprengt seinen letzten Atemzug getan haben dürfte, beginnt der Rest des Bootes langsam zu sinken. Brody und Hooper bleibt da nichts anderes übrig, als an den luftgefüllten Fässern schwimmend den Heimweg anzutreten.     

Der weiße Hai (Jaws)Meine Filmkritik:
Ja, JAWS oder DER WEISSE HAI ist ein typischer Blockbuster der geradezu Menschenmassen in die Kinos trieb und bis heute auch mittels DVD und BD ordentlich weiter Kasse macht. Nun ja, ich halte mich in Sachen DVD oder BD da eher bedeckt hinsichtlich meiner Filmsammlung. Da reicht es schon, wenn ich mir den Film vorher halt nochmals bei meinem Bruder ausleihe, bevor ich ihn (vielleicht) noch mal ansehe, wenn ich in Rente bin und Zeit zum verjubeln habe. Ansonsten halte ich es bei diesem Film lieber mit der US-amerikanischen Filmkritikerin Pauline Kael (geboren 1919 in Petaluma, Kalifornien und verstorben 2001 in Great Barrington, Massachusetts), die zu dem Film JAWS von Steven Spielberg schrieb:
"[...] witzig auf eine Woody Allen-Art."

Nicht das dieser Film bei der ersten Sichtung in ganz jungen Jahren auf mich nicht spannend gewirkt hätte. Gut, es war die erste Fernsehausstrahlung gewesen, weil wir ihn (ich und mein Kumpel aus Schultagen) damals im Kino schon mangels Interesse gemieden hatten. Aber bereits damals merkte ich bereits vor dem Ende des Films, dass für die nächsten 15 bis 20 Jahre bei mir kein Bedarf an einer Wiederholung von JAWS bestand. Dabei hätte der Film durchaus richtig gut werden können, wenn Spielberg nicht dieses Flair eines tauglichen Familienfilms wie ein Leichentuch darüber gezogen hätte. Wie gesagt, dies liegt nicht speziell nur beim Film JAWS bei mir so, sondern zieht sich für mich durch eine ganze Menge seiner Regiearbeiten und Produktionen im Laufe der Jahre.

Da konnte sich Spielberg mit manchen damaligen Schockelementen auch bis zur Decke strecken, ein Horror-Gefühl kam und kommt bei seinen Filmen des Genre bei mir kaum auf. Spannung ja (zumindest beim ersten mal), Action ... klar, kommt auch genug vor, aber Horror oder zumindest etwas Gänsehaut ... da wird die Luft bei Spielberg-Filmen bei mir verdammt dünn. Und so sehr mich  da auch so manche Freunde des Film JAWS auch steinigen mögen, aber auch dieser Blockbuster fällt leider bei mir persönlich in die Kategorie, "einmal gesehen reicht irgendwie auch."

Aber seien wir ehrlich, es gibt Millionen Kinobesucher und Filmfreunde, die genau diesem familiären Flair der Spielberg-Filme eine ganze Menge abgewinnen können, und denen sei es natürlich von meiner Stelle aus vergönnt, sich auch an dem Film JAWS und seinen Fortsetzungen (von denen habe ich nur noch zwei bisher einmal in meinem ganzen Leben gesehen) zu erfreuen und mitzufiebern.  Keiner der Kritiken über Filme, Bücher oder andere Medienformen verfasst, kann sich hier freisprechen davon, dass hierbei ein persönliches Geschmäckle mit einfließt. Also warum sollte ich hier so tun als könnte ich eine unumstößlich objektive Kritik verfassen. Dies wäre glattes Wunschdenken, nicht nur von meiner Seite her. Und wem einfach alles gefällt was da kommen mag, den muss man schon bewundern, während eine wirklich objektive Kritik schon eher ein Wunder ist, auf welches die Menschheit wohl ewig warten wird (Utopia ich hör dir schnaufen).

Der weiße Hai (Jaws)So will ich hier auch den Film JAWS nicht in der Richtung bewerten, die sich in Sachen Horror und speziell Tierhorror  bewegt, denn hierfür finde ich leider fasst schon Null Atmosphäre in dem Film. Als Unterhaltungsfilm mit sowohl einem konstanten Spannungsbogen, genügend Anteilen an Action, einigen wohl dosierten Schockelementen und einer weiteren Portion Spaß an der Sache, kann ich diesem Film aber durchaus noch drei von insgesamt fünf Fischstäbchen als Bewertung aus meiner Jackentasche hervor holen. Dabei muss ich natürlich auch in die Bewertung mit einfließen lassen, dass die Spezialeffekte für die damalige Zeit ebenfalls mehr als überraschend und sehenswert gewesen sind und das die schauspielerischen Leistungen der Darstellerinnen und Darsteller auf einem ansprechend guten Niveau lagen.  Damit dürfte JAWS also mit drei Fischstäbchen noch locker über dem Mittelmaß der Skala liegen, was ja auch ein Pluspunkt ist von jemandem, der so seine Schwierigkeiten mit diesem und anderen Filmen seitens Spielberg hat. Und wer mich nun von den Fans doch noch steinigen will, dem sei gesagt ... jeder nur einen Stein und immer schön der Reihe nach.

Ausblick (ein letztes mal):
Das war es fast mit der Reihe DER PHANTASTISCHE FILMKLASSIKER. Ich muss sagen, alles in allem hat die Reihe mir recht viel Spaß gemacht und ich hoffe mal, euch ging es auch so.

Ein Rätsel hinsichtlich des letzten Beitrag der Reihe gibt es hier eigentlich nicht, denn jeder dürfte bereits mitbekommen haben, welcher Film nun den krönenden Abschluss in der Reihe hinlegen wird. Da sage ich für die letzte Folge von EIN PHANTASTISCHER FILMKLASSIKER einfach mal ... Nein, ich bin nicht euer Vater.

Aber halt, vorher kommt ja noch die nächste Folge von DER FILMKLASSIKER. Und ja, da gibt es ein kleines Rätsel für euch.

Ich mache es mir da mal einfach und sage einfach, dass Gegensätze sich ja bekanntlich anziehen, auch wenn sie zuerst einmal gewaltige Schwierigkeiten miteinander haben. Und solche Schwierigkeiten können nicht nur weh tun, sondern einem auch Kopf und Kragen kosten, wenn man einen Beruf hat, bei dem einem auch schon mal die blauen Bohnen um die Ohren fliegen können.

Zumindest ist man zuerst nicht wirklich glücklich darüber, nun zusammen arbeiten zu müssen. Besonders dann nicht, wenn der eine mit einem gewissen Weitblick auf die Rente hinarbeitet, während der andere sich ein Diplom in Sachen lebensmüdes Verhalten zum Ziel gesetzt hat.

Aber keine Angst, so schnell stirbt es sich nun auch nicht und deshalb hatten unsere Action-Cops noch drei weitere filmische Auftritte im Kino, weil der hier vorzustellende Film eingeschlagen hatte wie eine Bombe.

Muss ich also da noch mehr verraten? Eigentlich nicht, denn alles wichtige ist eigentlich schon gesagt und wer jetzt noch nicht weiß, welchen Blockbuster ich meine, der dürfte im Kino (oder auch späterhin vor dem Fernseher) gepennt haben.

Also alle die zu den angegebenen Zeiten geschlafen haben, bitte Hand heben und losraten.


Der weiße Hai (Jaws)Der weiße Hai
(Jaws)
mit Roy Scheider, Lorraine Gary, Robert Shaw, Richard Dreyfuss, Murray Hamilton, Susan Backlinie, Carl Gottlieb, Peter Benchley, Chris Rebello, Jay Mello, Jeffrey Kramer, Jeffrey Voorhees, Lee Fierro, Ted Grossman u.a.
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Peter Benchley, Carl Gottlieb
Produktion: David Brown, Richard D. Zanuck
Nach einem Roman von: Peter Benchley
Genre: Tierhorror
Laufzeit: 124 Minuten
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH
USA 1975

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Kommentare  

#1 Friedhelm 2018-05-05 07:38
Einen wunderschönen,guten....

Was "Jaws/Der weisse Hai" betrifft, da kann ich dir eigentlich kaum zustimmen. Nun muss man diesen Film wohl am besten auf einer großen Leinwand erleben - denn nur so kommt das nötige Feeling auch rüber. Ich habe den "Fischfilm", übrigens damals(1975) sogar(,mit zwei Kumpels) "in sechs Durchgängen" gesehen - und es gab Szenen (u.a.die mit dem abgetrennten Kopf ),die auch in Wiederholungen immer wieder funktionierten.
Ich würde "Jaws" auch weniger als Horrorfilm sehen, sondern viel eher als maritimes, thriliiges Terrormovie.

Zitat:
KRIEG DER STERNE (welchen wir uns in der Folge 125 der Artikelreihe vornehmen werden), sorgte für den Beginn der STAR WARS-Saga. Dahinter könnte man sagen, fällt die Menge an Fortsetzungen bei JAWS sehr viel bescheidener aus.
Hier muss man einfach die Zeit sehen, in der dieser Film entstand. Mit "Jaws" wurde zwar der erste, richtige Blockbuster zementiert, aber Endlos-Fortsetzungen waren tatsächlich erst mit "Star Wars" ein Thema.

Zitat:
Dabei hätte der Film durchaus richtig gut werden können, wenn Spielberg nicht dieses Flair eines tauglichen Familienfilms wie ein Leichentuch darüber gezogen hätte.
"Jaws" ist wohl alles andere als ein familientauglicher Beitrag und kann eigentlich nur in Ansätzen mit Spiebergs 80er-Beiträgen (".u.a. "E.T"., "Goonies"oder eben "Poltergeist") verglichen werden.

Richtig ist, dass hier bereits die Familie Teil des Geschehens ist. So hat ja auch Michale´, der ältere Sohn des Chiefs irgendwann eine unliebsame Begegnung mit dem Hai. Und es ist schliesslich Chief Brody (das "Familienoberhaupt"), der das Untier schlussendlich abmurkst.

In Spielbergs späteren Filmen (eben "E.T." , "POltergeist"..ect..) ist dann die Familie alleiniger Focus..

Upps, es geht mir fast wie dir, Konrad, ich könnte mich über dieses Thema endlos auslassen - und hätte wahrscheinlich auch noch ein paar weitere Infos. Das Bild, auf dem der Chief und seine Frau zu sehen sind, gehört allerdings in den zweiten Teil.

Zum Ausblick: da zitiere ich einfach mal einen der beiden Cops: "Ich bin zu alt für diesen Scheiss..."
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#2 Laurin 2018-05-05 10:19
@ Friedhelm:
Ja, da kommt sie wieder, die Geschmacksfrage. ;-)
So ein abgetrennter Kopf macht bei mir ehrlich gesagt noch keinen wirklichen Sommer, ich glaube, da war ich schon damals zu abgebrüht für gewesen. Die Szene war wirklich gut, rettete bei mir den Rest allerdings weniger.

Von daher war mir der Film DEEP BLUE SEA dann doch um einiges näher, wenn es um das Thema Hai und Terrormovie bis hin zum Horror geht. Übrigens stammt die Bezeichnung "Tierhorror" bei JAWS nicht von mir, sondern ist für diesen Film durchaus gängig im Internet zu finden und trifft hier durchaus auch meine Kategorisierung, selbst wenn ich in Sachen Horror so einiges bei JAWS auch vermisse. Persönlich darf man das aber auch anders sehen, denn E.T. war für mich nie wirklich ein brauchbarer SF-Film (viel eher Kinderfilm mit einem SF-Thema) und Poltergeist hatte auch seine Momente, kam bei mir aber eher wenig an Horror heran, weshalb ich hier sogar das Remake vorziehe, welches eine etwas düstere Atmosphäre aufweist und die Familie nicht so verklärt wie es zum Teil auch bereits in JAWS passiert (deshalb meine Position familientauglicher Filme). GOONIES (von mir oben nicht genannt) läuft da irgendwie in einer völlig anderen Richtung und verdammt scharf an einem phantastischen Kinderfilm vorbei.

Das JAWS nochmals auf einer Kinoleinwand anders wirkt, ist durchaus richtig, gleiches gilt ja auch für STAR WARS, bei dem die SF-Fans ins schwärmen geraten, während ich die Filme eher als eine schöne Form eines SF-Märchens betrachtete (zumindest die ersten drei Filme von Lucas).

Was das falsche Foto betrifft (aus JAWS 2) liegt das daran, weil ich hier auch ein nettes Bild von der Schauspielerin Lorraine Gary aus dem Film JAWS suchte, allerdings bis auf dieses recht wenig ansprechendes fand. Man mag mir das daher verzeihen.

Und der Ausblick: Ja, einer fühlte sich sichtlich zu alt für diesen Scheiss. :lol:
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#3 Andreas Decker 2018-05-05 13:16
Ich finde auch, dass das mit dem familienfreundlich in dem Kontext so eher nicht stimmig ist. 1975 war ein absolutes Klassikerjahr, und sicherlich war Jaws ein Film für die ganze Familie - im Gegensatz zu "Einer flog übers Kuckucknest", "French Connection 2" oder "Barry Lyndon" (wenn sich das mal ansieht, wird man nostalgisch bei der heutigen Hollywoodpampe) - aber das hatte noch nichts mit der bewusst auf PG-13 hinproduzierten Kein Blut, keine Nippel aber 1000 Tote Politik, die heute so viele Filme verdirbt.

Denke ich an Jaws, fällt mir auch zuerst das ikonische Kinoplakat ein und erst dann den Film, den auch ich erste Jahre später im Fernsehen gesehen habe. Aber wenn ich so darüber nachdenke, Benchleys Roman war auch hier ein Riesenerfolg. Mir ist wieder eingefallen, dass es ihn sogar als täglichen Fortsetzungsroman in unserer Lokalzeitung gab. Kann man sich heute auch nicht mehr vorstellen.

"Deep Blue Sea" ist erstaunlich unterhaltsam, finde ich auch. Klar gilt das für die ganzen Haifilme eher weniger, aber das ist Geschmacksache. Ich fand "Two-Headed Shark-Attack 1" wesentlich besser als "Sharknado", obwohl das Konzept von "Sharknado" genial in seiner Blödheit ist. Das muss man einfach mögen.

Den Ausblick habe ich letztens noch im TV gesehen. Eigentlich wollte ich nur bis zur Weihnachbaumszene sehen, aber dann hat er mich doch wieder gepackt, obwohl ich ihn bestimmt ein Dutzend mal gesehen habe damals auf Video. Ist immer noch das beste Buddy-Cop-Movie aller Zeiten. Ganz egal, was aus den Stars wurde. Und die Anfangsszene gehört immer noch zu den besten Anfangsszenen, die je gedreht wurden. 8)
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#4 Laurin 2018-05-05 13:53
Zitat Andreas Decker:
"Ich finde auch, dass das mit dem familienfreundlich in dem Kontext so eher nicht stimmig ist. 1975 war ein absolutes Klassikerjahr, und sicherlich war Jaws ein Film für die ganze Familie - [...] "

Na, ob das nicht schon ein Widerspruch in sich ist. ;-)
Klar, manche Szenen waren was härter als sonst bei familienfreundlichen Filmen, aber sonst ...
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#5 Grubert 2018-05-05 13:57
Ich sehe den weißen Hai eher als einen Abenteuerfilm als einen Horrorfilm.

Wobei er ein wenig zweigeteilt ist. Die erste Hälfte folgt schon noch sehr stark Mustern des Horror Films, und ist eigentlich kaum mehr als eine Folge von Hai Attacken mit ein paar Füllszenen dazwischen, in denen die Handlung dafür sorgt daß Hai und Mensch zusammenkommen. Aber das ist doch alles verdammt gut inszeniert.
Die zweite und viel schönere Hälfte ist dann aber eher ein richtig schöner Abenteuerfilm.
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#6 Friedhelm 2018-05-05 17:58
Zitat:
ch finde auch, dass das mit dem familienfreundlich in dem Kontext so eher nicht stimmig ist.
Familienfreundliche Filme - da denke ich eher an Disney als an einen Film wie Jaws. Ich bin da übrigens ganz bei dem, was der Grubert geschrieben hat.

Zudem muss man wohl auch den Mut der Produzenten (David Brown und Richard Zanuck) bewundern. Die beiden sicherten sich bereits die Rechte, als noch nicht einmal klar war, ob der Roman überhaupt ein Erfolg werden würde.

Für mich ist "Jaws" immer noch einer der besten Tier-Shock-Buster der Siebziger.Und ich hoffe nur, dass niemand auf dämliche Idee kommt, ein Remake "zu basteln" - das ginge garantiert in Hose. "

Ich könnte mir allerdings eine weitere Fortsetzung vorstellen, die dann zwei frühere Ideen für Teil 2 verarbeiten würde,.

Zum einen sollte Quints Sohn auftauchen - zum anderen wäre auch ein ein Prequel möglich gewesen,, in dem Quints Erlebnisse auf der USS Indianapolis erzählt wordn wären. (Man erinnert sich: In Jaws erzählt der Haijäger seinen Begleitern, dass viele seiner Begleiter beim Untergang der USS Indianapolis von Haien getötet wurden..

PS: "Deep Blue Sea" war zwar recht spannend, aber vorhersehbarer als Jaws...
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#7 Laurin 2018-05-05 18:32
Zitat Friedhelm:
"PS: "Deep Blue Sea" war zwar recht spannend, aber vorhersehbarer als Jaws..."
Sorry, aber da muss ich mal widersprechen. Als ich JAWS zum ersten mal im Fernsehen gesehen hatte, war bereits beim auslaufen des Bootes für mich schon damals ersichtlich, das Quint wohl am Ende das nötige Bauernopfer wird. Nur bei Hooper war ich mir nicht ganz sicher, ob Spielberg ihn auch opfert oder am leben lässt. Vorhersehbarer geht es nun wirklich nicht.

Ein Remake würde ich auch nicht unbedingt für ratsam halten, aber nach so langer Zeit jetzt noch ein Prequel aus dem Hut zaubern zu wollen, halte ich für reichlich spät, zumal durch die gesamten Trash-Hai-Filme der mit Sicherheit eh unter gehen würde. Da frage ich mich sogar, warum man erst jetzt mit DEEP BLUE SEA 2 herausrückt (auf DVD/BD). Hätte man den Hai als Filmmonster einige Jahre ruhen lassen, dann hätte das was geben können, aber so würde ich als Filmemacher mit einem gewissen Anspruch wohl eher die Finger von einem Prequel (oder was auch immer im Kontext zu JAWS möglich wäre) lassen.
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#8 Friedhelm 2018-05-05 21:38
Zitat:
das Quint wohl am Ende das nötige Bauernopfer wird. Nur bei Hooper war ich mir nicht ganz sicher, ob Spielberg ihn auch opfert oder am leben lässt. Vorhersehbarer geht es nun wirklich nicht.
Naja, hier war die Vorhersehbarkeit halt durch die Vorlage gegeben. Quint stirbt im Buch - folglich kann man davon ausgehen, dass ihm dieses auch im Film passiert. Im Buch ertrinkt er allerdings "ganz banal". Dass Hooper im Film überlebt, dürfte wohl einfach aufgrund seines "aufgemöbelten Sympathiewertes" niemanden überrascht haben. (immerhin hat er hier -anders als im Buch- k e i n Verhältnis mit Ellen Brody).

Vorhersehbarkeiten dieser Art lassen sich ja gar nicht vermeiden - dafür überrascht "Jaws" den Zuschauer durchaus bei anderen Gelegenheiten..

Und warum nach so langer Zeit keine Fortsetzung? Immerhin hat George Lucas seine (völlig unnötige )"Prequel-Trilogie auch erst16 Jahre später realisiert. OKay, hier könnte es daran liegen, dass die Fans ja eh darauf gewartet haben..

Aber, wo steht geschrieben, dass in den Gewässern von Amity Island nicht nach über 30 Jahren ein anderer Hai rumschwimmen könnte?

Es braucht halt nur eine clevere Ausgangssituation...

Übrigens ist "Deep Blue Sea 2" nicht mehr als ein billiger TV-Film, der es halt irgendwie auf DVD/Bluray geschafft hat.
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#9 Laurin 2018-05-06 01:21
Zitat Friedhelm:
"Naja, hier war die Vorhersehbarkeit halt durch die Vorlage gegeben. Quint stirbt im Buch - folglich kann man davon ausgehen, dass ihm dieses auch im Film passiert."

Gut, das mag so sein, ändert aber nichts an der offensichtlichen Vorhersehbarkeit im Film JAWS, denn um dieses Wissen aus der "Vorlage" zu kennen, muss man zumindest vorher das Buch gelesen haben. Das hatte ich aber noch nie bis zum heutigen Tag in Händen gehalten - geschweige denn gelesen - daher gab es da über die Schiene keine "Vorhersehbarkeit" bei mir durch die Handlung im Buch. Von daher muss ich dabei bleiben, dass der Film JAWS durchaus in diesem Punkt sehr vorhersehbar war, auch wenn man das Buch eben nicht kannte bzw. gelesen hatte.

Was George Lucas Prequel-Trilogie von STAR WARS angeht, da schimpfen wohl heute noch die Fans der ersten Trilogie drüber. In dem Punkt glaube ich nicht, dass sich Lucas mit der Wartezeit von 16 Jahren wirklich einen Gefallen getan hatte.

Klar könnte 30 Jahre danach wieder mal ein Hai vor Amity Island auftauchen, aber ich glaube, man müsste sich schon wirklich einen tollen Kniff ausdenken, wenn man da an den Erfolg der alten Filme anknüpfen will. Gerade weil man seit längerem bereits mit den diversen Trash-Hai-Filmen ziemlich übersättigt ist. Und wenn da nicht ganz groß Spielberg auf dem Plakat steht, müsste man einer Fortsetzung schon gehörig die Daumen drücken was das anknüpfen an den damaligen Erfolg angeht. Zumindest habe ich da so meine Probleme in dem Punkt rosarot in die Filmlandschaft zu schauen.
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#10 Friedhelm 2018-05-06 10:40
einen habe ich noch…

Man kann wohl auch davon ausgehen, dass uns heute ein Film kaum noch wirklich überraschen kann. (Mich jedenfalls nicht…). Was nun wieder die von dir angeführte Vorhersehbarkeit betrifft, da kommt dann eben nur noch darauf an, w i e unsere Erwartungshaltung schlussendlich erfüllt wird.

Bei Jaws“ ist es ja nicht anders. Nehmen wir einfach mal den Anfang - eine nächtliche Strand-Party, und das erste Opfer, Chrissie, schickt sich an, schwimmen zu gehen („ Komm Honey, schwimmen…!“).

Kaum im Wasser wissen wir selbstverständlich, dass die bedauernswerte baldigst vom Hai angegriffen wird. Unsere Erwartungen werden dann auch nicht enttäuscht – der Tod des Mädchens war also vorhersehbar. What else, wir sind in einem Film, in dem ein großer weißer Hai Menschen frisst. Jetzt kommt es allerdings auf die Ausführung der erwarteten
Szenerie an – und das überrascht uns dann doch.

Als der Hai das Mädchen nämlich erstmals attackiert ist das schon thrillig und ging damals nicht nur mir „durch Mark und Bein“. Chrissie wird von diesem Untier regelrecht hin und her gezogen und schreit dabei noch nach ihrem Begleiter. ( Der liegt allerdings besoffen am Strand..) Und alleine unsere eigene Fantasie darüber, w a s unter Wasser geschehen sein mag.(„Wie stark ist Chrissie schon verletzt“) lässt jede Vorhersehbarkeit verzeihen..


Nun kommt allerdings hinzu, dass ich diesen Film von Anfang an mochte. Und da sieht man evtl einiges anders.
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#11 Laurin 2018-05-06 11:12
Zitat Friedhelm:
"Nun kommt allerdings hinzu, dass ich diesen Film von Anfang an mochte. Und da sieht man evtl einiges anders."

Ich glaube, da hast du vollkommen recht. Wobei, ich würde bei mir nicht sagen, dass ich den Film nun nicht mochte. So etwas kann man schwer beschreiben und hängt eben mit der Art zusammen, in der Spielberg gerne seine Filme umsetzt und mit der ich dann irgendwie nicht auf einen grünen Zweig komme. Mir fällt da jetzt aber auch kein anderes Wort ein als irgendwie "familienfreundlich". Vielleicht hätte mich da ein anderer Regisseur mit etwas anderem herangehen an die Umsetzung mehr angesprochen.
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#12 Friedhelm 2018-05-06 13:50
Was Spielberg betrifft, da stimme ich dir zum Teil zu. Allerdings hat er sich von seinen "Familien-Movies" in den letzten Jahrzehnten ja doch etwas entfernt. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob bei einem evtl künftigem "Jaws-Projekt" der Name Spielberg nun unbedingt die nötige Kasse bringen würde.

Den jüngeren Filmfans wird's auf alle Fälle egal sein, wer das Ding verbrochen hat - die meisten dürften mit dem Namen schon gar nichts mehr anfangen können.

Man kann das wohl am ehesten mit "Jurassic-Park" und den Fortsetzungen vegleichen. Bekanntlich hat Meister Spielberg die ersten beiden Teile inzeniert. Bei den nächsten Teilen war er schon nicht mehr involviert, trotzdem sind die Fans ins Kino gegangen. Dabei ist dann auch schon erstmal egal wie erfolgreich diese Filme an der Kasse denn nun waren. Es ging offensichtlich auch ohne Spielberg.

Ich will das Thema jetzt auch nicht unnötig ausweiten - aber irgendwie macht eine solche Diskussion ja auch Laune.
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#13 Friedhelm 2018-05-06 14:20
Was Spielberg betrifft, da stimme ich dir zum Teil zu. Allerdings hat er sich von seinen "Familien-Movies" in den letzten Jahrzehnten ja doch etwas entfernt. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob bei einem evtl künftigem "Jaws-Projekt" der Name Spielberg nun unbedingt die nötige Kasse bringen würde.

Den jüngeren Filmfans wird's auf alle Fälle egal sein, wer das Ding verbrochen hat - die meisten dürften mit dem Namen schon gar nichts mehr anfangen können.

Man kann das wohl am ehesten mit "Jurassic-Park" und den Fortsetzungen vegleichen. Bekanntlich hat Meister Spielberg die ersten beiden Teile inzeniert. Bei den nächsten Teilen war er schon nicht mehr involviert, trotzdem sind die Fans ins Kino gegangen. Dabei ist dann auch schon erstmal egal wie erfolgreich diese Filme an der Kasse denn nun waren. Es ging offensichtlich ganz ohne Spielberg.

Das würde bei "Jaws" wahrscheinlich nicht anders sein. Man erinnere sich, dass bereits bei Teil 2, 1978, ein TV-Regisseur (Jeannot Swarc) Regie führte.
Ich will das Thema jetzt auch nicht unnötig ausweiten - aber irgendwie macht eine solche Diskussion ja auch Laune.
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#14 Laurin 2018-05-06 15:58
Stimmt Friedhelm, bei JURASSIC-PARK hat es funktioniert. ;-)
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