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Ein Filmklassiker - Die Fab Four singen gegen die Blaumiesen

Ein FilmklassikerFolge 41
Die Fab Four singen gegen die Blaumiesen

In dieser Reihe DER FILMKLASSIKER werde ich ein wenig meine Schatzkammer in Sachen DVDs öffnen, in der sich neben mehr oder weniger aktuellen Filmen eben auch mitunter manche Klassiker des Films tummeln. Wir werden hierzu einen Streifzug unternehmen, in dem wir uns z.B. von manchen Actionfilmen über Western bis hin zu besonderen Romanzen einen Einblick gewähren werden. Dieser Zeichentrickfilm geht dabei gnadenlos ins Ohr.

Yellow Submarine (Yello Submarine)Yellow Submarine (Yello Submarine)
Bevor ich mit dem eigentlichen Zeichentrickfilm von Regisseur George Dunning aus dem Jahre 1968 anfange, müssen wir erst auch mal auf das hierzu entstandene Studioalbum von The Beatles eingehen.

Das Album YELLOW SUBMARINE, welches auf den Zeichentrickfilm folgte, war das zehnte Studioalbum und kam am 17. Januar 1969 in Großbritannien auf den Markt. Rechnet man das Kompilationsalbum von The Beatles dann hinzu, war es in Großbritannien das elfte Album der Band. Das war aber nicht überall so einfach zu rechnen. In den USA war es indessen (das besagte Kompilationsalbum immer mit eingerechnet) bereits das siebzehnte Album der Band aus Liverpool. In Deutschland hingegen das vierzehnte veröffentlichte Album.

Doch bei YELLO SUBMARINE handelte es sich auch nicht um ein reines Album seitens der Beatles John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr. Man könnte es zweigeteilt nennen, denn auf der A-Seite gab es die Songs der Beatles, während es auf der B-Seite des Albums die Kompositionen (orchestrierte Filmmusik) von George Martin zu hören gab.

Im Film gehen die Beatles ja mit einem gelben U-Boot auf Reisen, um sich rettend Richtung Pepperland zu bewegen, wo die Blaumiesen die Bewohner farblos versteinert haben und alle Musikinstrumente verbannten. Selbst die Sgt. Pepper's Lonely Heards Club Band" halten diese blauen Rabauken in einer Blase gefangen, die irgendwie wie blaue, völlig skurril mutierte Version irgendwo zwischen Micky Maus und Goofy aussehen. Das Lied YELLO SUBMARINE konnte man allerdings bereits schon viel früher auf dem Album REVOLVER (1966) das erste mal hören.

Von George Martin stammten indessen die reinen Musikstücke wie "Pepperland", "Sea of Time", "Sea of Holes" oder "March of the Blue Meanies", welche sich perfekt gegenüber den jeweiligen Songs seitens der Beatles einfügten. Überhaupt ist Musik - und hierbei ganz klar die seitens The Beatles - der alles verbindende Faktor, ohne den der Film eigentlich nicht funktionieren würde. Etwas anders sieht dies wiederum bei der erst kürzlich auf den Comic-Markt gekommene Graphic Novel aus, die man auch ganz für sich lesen kann und in der man in den perfekt zum Film passenden bunten Zeichnungen schwelgen darf. die Graphic Novel kam übrigens am 09. Oktober 2018 seitens Panini-Comic als 116 seitige, gebundene Ausgabe in Deutschland heraus und kostet 25,00 Euro. Klar - als bekennender Beatles-Fan liegt mir diese Graphic Novel ebenfalls vor und wenn man beim lesen die besagte CD von YELLOW SUBMARINE abspielt, kommt man sich fasst schon vor als wäre man mitten im Film dabei.

Yellow Submarine (Yello Submarine)Die Handlung des Zeichentrickfilms ist übrigens recht überschaubar in der Handlung, weshalb es hier auch nicht wirklich viel zu schreiben gibt. Ich versuche da mal natürlich etwas tiefer zu gehen in der Handlung als es z.B. die Wikipedia tut, aber im Vorfeld kommen wir nochmals zu den Songs und Musikstücken, die im Film einfach nicht fehlen dürfen. Hier gebe ich mal die komplette Liste durch, die ab der später restaurierten Fassung des Film stand:

  • Pepperland (G. Martin)
  • Yellow Submarine (Lennon/McCartney, Album REVOLVER)
  • Eleanor Rigby (Lennon/McCatney, Album REVOLVER)
  • Love You To (Harrison)
  • A Day in the Life (Lennon/McCartney, Album SGT. PEPPER)
  • All Together Now (Lennon/McCartney, Album YELLO SUBMARINE)
  • Sea of Time (G. Martin)
  • When I'm Sixty-Four (Lennon/McCartney, Album SGT. PEPPER)
  • Only a Northern Song (Harrison, Album YELLO SUBMARINE)
  • Sea of Monsters (G. Martin)
  • Nowhere Man (Lennon/McCartney, Album RUBBER SOUL)
  • Lucy in the Sky with Diamonds (Lennon/McCartney, Album SGT. PEPPER)
  • Sea of Holes (G. Martin)
  • Sea of Green (G. Martin mit Textzeilen aus YELLO SUBMARINE)
  • Think for Yourself (Harrison, Album RUBBER SOUL)
  • Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band (Lennon/McCartney, Album SGT. Pepper)
  • Whit a Little Help from My Friends (Lennon/McCartney, Album SGT. Pepper, nur angespielt)
  • March of the Blue Meanies (G. Martin)
  • All You Need Is Love (Lennon/McCartney, Album MAGICAL MYSTERY TOUR)
  • Baby, You're a Rich Man (Lennon/McCartney, unterlegte Filmmusik, eingefügt nach der Restaurierung des Film)
  • Hey Bulldog (Lennon/McCartney, Album YELLO SUBMARINE)
  • Pepperland Laid Waste (G. Martin)
  • Yello Submarine in Pepperland (Lennon/McCartney, arrangiert von G. Martin)
  • It's All Too Much (Harrison, Album YELLO SUBMARINE)
  • All Together Now (Widerholung des Song mit den realen Beatles)

Yellow Submarine (Yello Submarine)Die Songs HEY BULLDOG, ALL TOGETHER NOW, ONLY A NORTHERN SONG und IT'S ALL TOO MUCH wurden seitens der Beatles übrigens neu für den Film zur Verfügung gestellt, während man bei den restlichen Songs der Beatles seitens der Produzenten auf bereits vorhandenes Material zurückgriff. Hierbei wurden die Songs HEY BULLDOG von Lennon/McCartney und IT'S ALL TOO MUCH von George Harrison eigens für den Film YELLOW SUBMARINE geschrieben. Bei den Songs ALL TOGETHER NOW von Lennon/McCartney und ONLY A NORTHERN SONG  von George Harrison handelte es sich indessen wohl um bisher noch unveröffentlichte Songs, die erstmals auf dem Album YELLO SUBMARINE veröffentlicht wurden.

Zu diesen Songs gibt es z.B. auch einige Anekdoten. So schrieb George Harrison den eher sarkastisch gemeinten Song ONLY A NORTHERN SONG aus Verärgerung, weil er wegen einer Vertragsklausel verpflichtet war für das Plattenlabel "Northern Songs" noch zeitnah einen Song zu komponieren. HEY BULLDOG verdankte man hierbei eher wohl Paul McCartney, der, während ein Kamerateam ein Musikvideo zum Song LADY MADONNA drehte, plötzlich und ohne Vorwarnung wie ein Hund bellte, weshalb die ursprüngliche Zeile "Hey Bullfrog" mitten im Song in "Hey Bulldog" geändert wurde.

Yellow Submarine (Yello Submarine)Vom Wunschtraum bis zum Ärger:
Wer jetzt glaubt, dass die Beatles bei diesem Zeichentrickfilm wesentlichen Einfluss ausgeübt hätten, der täuscht sich leider gewaltig. Ihr Beitrag war hier eher bescheiden und ihre Zeichentrickfiguren wurden nicht einmal von ihnen selbst gesprochen. Selbst hier setzte man Sprach-Doubles ein. Wie oben beschrieben, steuerten die Fab Four nur die vier Songs speziell für den Film hinzu und traten am Ende des Films in nur einer Realfilm-Sequenz selbst auf. Über so manche Ideen hatten sich allerdings Al Brodax (Produzent & Drehbuch) und die weiteren Drehbuchautoren mit den Beatles durchaus recht zwanglos ausgetauscht. George Harrison beschrieb dies dann so:

"Aber wir hatten uns nur ein-, höchstens zweimal getroffen, mit ihnen und dem Produzenten Al Brodax - wir hatten mit der Sache eigentlich sehr wenig zu tun."

(George Harrison: The Beatles Anthology/Seite 292)

Harrison war mit dem Resultat allerdings zufrieden und fand sogar, das dieser Film eigentlich ein Klassiker ist, welcher alle Generationen begeistern könne.

Yellow Submarine (Yello Submarine)Nicht so ganz locker sah es indessen danach John Lennon, der sich darüber beschwerte, dass er hier einen Sack voll Ideen geliefert hatte und dafür nicht einmal entsprechend gewürdigt wurde.

"Brodax hat die Hälfte von YELLOW SUBMARINE von mir. Die Sache mit dem Staubsauger, der Maschine, die Leute aufsaugt - Das waren alles meine Ideen. [...] Und ich sprudelte diesen ganzen Quatsch raus, und sie zogen wieder ab und setzten das um."

(John Lennon: The Beatles Anthology/Seite 292)

Enttäuschung kam allerdings zuerst einmal bei Paul McCartney auf, der sich selbst wohl hier dann auch als Fan der Disney-Zichentrickfilme outete.

"Ich liebe die Disney-Filme, und ich dachte, das könnte der tollste Disney-Film aller Zeiten werden - nur eben mit unserer Musik. Das wäre eine hübsche Mischung geworden. Das wollten sie aber nicht, und zum Glück hatte ich das nicht zu entscheiden."

(Paul McCartney: The Beatles Anthology/Seite 292)

Sieht man sich hierzu nämlich mal die damaligen Zeichentrickfilme von Disney an, so unterscheidet sich YELLOW SUBMARINE doch durchaus erheblich von dem vorherrschenden gängigen Mustern. YELLOW SUBMARINE wirkte zeitgemäß eher subversiv mit mitunter sogar erfrischend lockerem wie auch absurdem Humor. Man konnte durchaus mit recht hier von einem "stilbildenden Zeichentrickfilm" (LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS) mit "symbolfreudiger Phantastik" (EVANGELISCHER FILMBEOBACHTER) sprechen.

Yellow Submarine (Yello Submarine)Wie alles seinen Lauf nahm:
Der Vorschlag für diesen Zeichentrickfilm fürs Kino stammte übrigens von Al Brodax, der schon für das US-Fernsehen (Network ABC) zwischen 1965 bis 1967 eine Beatles Zeichentrickserie produzierte. Mit dieser Idee wandte er sich dann auch an Brian Epstein, dem damaligen Manager von The Beatles. Epstein, der die große Werbewirksamkeit in diesem Projekt durchaus sah, stimmte diesem Filmprojekt nicht nur zu, sondern erteilte auch die Genehmigung, vorhandene Musikstücke der Beatles zu verwenden.

So begang man 1967 unter der Leitung von George Dunning das Konzept für den Film auszuarbeiten. Da die Premiere des Film allerdings bereits für Juli 1968 angekündigt war, geriet man bereits unter erheblichen Zeitdruck. So war das Design noch nicht ausgereift und auch ein brauchbares Drehbuch war zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhanden. Am folgenden Drehbuch arbeiteten dann eingerechnet mit Al Brodox dann vier Autoren, wobei das Buch dann auch mehrmals umgeschrieben wurde. Da zudem die Figuren und die Szenerien so einige Schwierigkeiten machten, engagierte man dann Heinz Edelmann zum verantwortlichen Art Director, da er mit seinen Arbeiten in der Zeitschrift "twen" bereits recht positiv aufgefallen war.

Mit zeitweise 200 Mitarbeitern in zum Teil zwei Schichten entstand dann in den "TV-Cartoons" Studios in London nach rund elf Monaten der Zeichentrickfilm YELLOW SUBMARINE. So konnte dann auch der gesetzte Zeitplan eingehalten werden. Am 17. Juli 1968 wurde dann um 20:00 Uhr im London Pavilion am Piccadilly Cirkus die World Gala Premiere gefeiert, bei dem neben vielen anderen prominenten Persönlichkeiten auch die Beatles selbst zugegen waren. 1970 gab es dann für den Soundtrack noch eine Grammy Award Nominierung, wobei diesen Preis am Schluss jedoch der Film BUTCH CASSIDY AND THE SUNDANCE KID mit seiner Filmmusik einfuhr.

Doch kommen wir nun endlich zu einer recht kurzen Zusammenfassung der Handlung von YELLOW SUBMARINE, den man natürlich nur dann wirklich würdigen kann, wenn man sich diesen Zeichentrickfilm selbst ansieht.

Yellow Submarine (Yello Submarine)All You Need is Love:
Das Land Pepperland ist ein psychedelisches Paradies voller Farben, Blumen und Musik, in der die Menschen in schönster Harmonie leben. Das ändert sich allerdings, als die Blaumiesen  (Blue Meanies) angreifen, denen dies alles eher verhasst scheint. So wird aus Pepperland ein graues Land mit versteinerten Menschen und sogar die Sgt. Pepper's Lonley Hearts Club Band (faktisch eine farbenfrohe Kopie der Beatles) wird von den Blaumiesen in einer Blase eingeschlossen, damit man ihre belebende Musik nicht mehr vernehmen kann.

Im letzten Moment kann jedoch der Lord Mayor Jungfred mit dem gelben U-Boot aussenden, um Hilfe herbei zu holen, damit man die Tyrannei der Oberbläuheit wieder brechen kann. Jungfred taucht dann auch recht bald in London auf und trifft dort die Fab Four (The Beatles) und berichtet ihnen von dem bläulichen Schrecken in Pepperland.

Die lassen sich dann auch nicht zu lange bitten und begeben sich etwas schräg philosophierend mit Jungfred im gelben U-Boot auf die Reise nach Pepperland. Doch schon die Reise ist nicht so ganz ohne. Muss man doch z.B. durch ein grünes Meer, sieht sich seltsamen Monstern und Staubsaugertieren im Meer der Monster gegenüber und auch im Meer der Zeit hat man so seine Probleme, weil man dort gleich weder plötzlich Uralt oder Blut-jung wird.  Als man diese kleinen Probleme bei Seite geräumt hat, kommt man im Meer der Löcher dem Ziel schon recht nahe. Dabei wird bei dieser Reise die Truppe sogar noch um den putzigen Nowhere Man verstärkt, der selbst seinen Namen übrigens als Jeremy Hillary Boob angibt und stets in lockeren Reimen zu sprechen pflegt.

Nach diesen Abenteuern endlich in Pepperland angekommen, gehen die Beatles auch direkt daran, musikalischen Widerstand gegen seine schreckliche Bläuheit und dessen Armee der Alarm-Clowns, Blaumiesen-Soldaten sowie Wummser usw. aufzunehmen. Ganz vorsichtig muss man da auch vor Glove, dem raketenschnellen Handschuh sein. Doch spätestens als es den Beatles gelingt, auch die Sgt. Pepper's Lonley Hearts Club Band zu befreien, kann man mit vereinten Kräften nicht nur die Tyrannei der Blaumiesen zurückdrängen, sondern diese auch noch samt seiner Bläuheit zu Farben, Blumen, Liebe und Musik bekehren.

Yellow Submarine (Yello Submarine)Meine Filmkritik:
Seien wir mal ehrlich - können wir dieser genialen Musik, diesen vier Jungs und diesem phantastisch-psychedelischen Film wirkich wiederstehen? Also mir gelingt dies nicht wirklich.

Zwar gibt es da auch noch den Film A HARD DAY'S NIGHT, den ich schon aufgrund der Darstellung von Paul McCartneys Onkel geradezu liebe und dann wäre da noch HELP!, bei dem Ringo Mühe hat, einen Ring wieder vom Finger zu bekommen, auf den es auch andere abgesehen haben. Doch gerade YELLOW SUBMARINE, also einen Zeichentrickfilm in dem die wirklichen Beatles nicht einmal ihre jeweiligen Charaktere im Original sprechen, wird als der beste Film mit und über die Beatles gehandelt.

Das mag daran liegen, dass man ein solches schrill-buntes Popmärchen bisher noch nie geliefert bekommen hatte. Es mag aber auch daran liegen, dass dieser Zeichentrickfilm eigentlich irgendwie Zeitlos wirkt und Jung wie Alt zu begeistern versteht. Es mag aber auch daran liegen, dass man hier einen bunten Strauß der schönsten Songs der Beatles hinein gepackt hatte.

Ich bin da der festen Überzeugung, dass alle diese Punkte dazu geführt haben, das YELLO SUBMARINE selbst heute noch jeden zu begeistern weiß. Alleine über diesen Film zu schreiben, löste in mir den unbändigen Wunsch aus, mir diesen auch am Abend gleich wieder anzusehen.

Yellow Submarine (Yello Submarine)Ich könnte also hier noch etwas weiter schwelgen, aber ich glaube, dass wesentlichste ist gesagt, bzw. hier niedergeschrieben und so bedarf es eigentlich nur noch meiner Bewertung. Und die ... wie sollte es anders sein ... lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass ich dem Film YELLO SUBMARINE eigentlich nur die vollen fünf von insgesamt fünf fliegenden Handschuhe als Bewertung verpassen kann. Da stimmt einfach alles und bedient die spielerische "Populärkultur" ebenso wie die "künstlerische Avantgarde", wie es schon die Kritik seitens des LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS es hevorzuheben wusste. Eine Empfehlung auf absolut hohem Niveau, sich diesen Zeichentrickfilm unbedingt anzusehen (besonders, wenn man ihn noch nie gesehen hat), gibt es von mir gleich auch noch oben drauf.

Ausblick:
Den nächsten Film wirklich als einen FILMKLASSIKER zu bezeichnen, mag hier durchaus etwas gewagt sein. Zumal man diesen Film hier auch nicht mehr wirklich in Deutschland auf dem Schirm hatte.

Die Kritiken waren hierbei aus deutschen Landen sogar eher vernichtend, wenn man DAS LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS nimmt, welches diesen Agentenfilm als "erfolglos", "zynisch" und "selbstzweckhaft" bezeichnet.

Auch der EVANGELISCHER FILMBEOBACHTER hält da nicht hinter dem Berg und hält diesen Film schlicht für "überflüssig". Nun dürfte bekannt sein, das ich mit diesen zwei kritischen Portalen des Films nur recht selten (so wie gerade oben) wirklich einer Meinung bin. Nicht selten habe ich da sogar den Verdacht, das die besagten Kritiker scheinbar den Film A.) weder nicht verstanden haben oder B.) während der Vorführung des Films wohl eingeschlafen sein müssen.

Bei diesem Agentenfilm dürfte eines dieser beiden Möglichkeiten wohl wieder einmal zutreffend sein, denn ich kenne schließlich so einige Filme dieser Art, die damals irgendwie auf der James-Bond-Welle mitschwimmen wollten. Nicht weniges ist eher netter Durchschnitt, einiges sogar unterirdisch schlecht umgesetzt und nur weniges wirklich gut auf Film gebannt. Und genau diesen Film hier halte ich eigentlich für einen der wirklich wenigen, richtig guten Umsetzungen. Und wenn gerade dieser Film zu einem der Lieblingsfilme selbst von US- Regisseur und Schauspieler Quentin Tarantino wurde, dann hat dies für mich persönlich weit mehr Aussagekraft als die Kritiken des EVANGELISCHEN FILMBEOBACHTER oder des LEXIKON DES INTERNATIONALEN FILMS. Schließlich weiß ein Quentin Tarantino zumindest, wovon er da spricht, zumal dieser Film unter seiner Regie mit Sicherheit sogar noch um einiges blutiger geworden wäre als er in Wirklichkeit ist. Denn wenn es um das plötzliche Ableben geht, liegt man in diesem Agentenfilm durchaus auf Höhe der damaligen Bond-Filme.

Eine weibliche Hauptrolle wird hier von einer damals recht erfolgreichen deutschen Schauspielerin in Beschlag genommen, welche hier z.B. mit einem netten Handtuch um die Hüften wahrlich eine sexy Figur macht. Und der Hauptdarsteller war sogar damals für die Rolle als James Bond in der wirklich engeren Auswahl. Dies merkt man hier nicht nur, weil hier der gleiche Synchronsprecher wie bei Sean Connery zum Einsatz kam, sondern auch daran, dass nicht viel gefehlt hatte und Connery hätte seine Paraderolle als Agent ihrer Majestät wegen ihm nicht antreten können. Doch dazu demnächst etwas mehr.

Im Film selbst findet man allerdings auch ein paar Elemente in der Handlung, die einen durchaus z.B. an spätere Bond-Filme wie DIAMANTENFIEBER erinnern lassen. Dabei war dieser Agentenfilm wesentlich jünger als der letzte offizielle Bond-Film seitens Sean Connery (das Bond-Remake zu FEUERBALL unter dem Titel "SAG NIEMALS NIE" lief da schließlich außer Konkurrenz).

Wem das als Hinweise noch nicht reicht, dem sei vielleicht noch gesagt, dass die hübschesten Mädchen durchaus tödlich sein können und man am Ende des Film lernt, dass man nicht die Perücke eines anderen Mädchens stehlen und sogar tragen sollte, wenn man nicht jung sterben will. Zwar merkt man dem Film auch etwas an, dass das Budget mit Sicherheit nicht so hoch war wie bei den Bond-Filmen, aber das macht man hier durch Ideen und jeder Menge Phantasie sichtlich wieder gut. Eine Fortsetzung mit dem gleichen Hauptdarsteller gab es übrigens auch, wobei hier Daliah Lavi die weibliche Hautrolle übernahm.

Aber jetzt habe ich genug gespoilert. Nun dürft ihr raten, welchen Film ich da für euch ausgegraben habe und der eigentlich einen Platz im Bereich der FILMKLASSIKER durchaus verdient hätte. In diesem Sinne, viel Spaß bis zum nächsten mal.
Yellow Submarine (Yello Submarine)
Yellow Submarine
(Yello Submarine)
Musik: John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Ringo Starr (einschließlich Realauftritt am Filmende) sowie George Martin
Regie: George Dunning
Grafiker: Heinz Edelmann
Drehbuch: Al Brodax, Jack Mendelsohn, Erich Segal, Lee Minoff
Produktion: Al Brodax
Genre: Zeichentrick/Fantasy/Musikfilm
Laufzeit: 90 Minuten (DVD)
DVD/FSK: 6 Jahre
Vertrieb: Universal/Musik-DVD
Großbritannien/USA 1968

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Kommentare  

#1 Andreas Decker 2018-10-20 14:28
Den habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Ist schon lange nicht mehr im TV gelaufen. Aber das gilt auch für die anderen Beatles-Filme. HELP ist mir da noch immer der liebste.


Hat YS eigentlich die Kinosynchronisation drauf? Ich meine mich erinnern zu können, in einem Forum mal gelesen zu haben, dass es von HELP keine deutsche Fassung auf dem Markt gibt. Ich habe die Synchro als ganz witzig und gelungen in Erinnerung. Aber zu der Zeit hat man da ja meistens mehr Sorgfalt walten lassen. Oder war inspirierter.

Beim Ausblick hast du mich erwischt :-) Keine Ahnung. Ich kann deinen verschlungenen Gedankengängen und Infos nicht wirklich folgen. Fortsetzung mit Lavi, deutsche Hauptdarstellerin??
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#2 Thomas Mühlbauer 2018-10-20 16:05
Auch auf der BD ist die deutsche Synchronisation nicht enthalten, nur deutsche Untertitel. Da muss man schon auf alte VHS-Bänder zurückgreifen. Unverständlich eigentlich...
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#3 R. Windeler 2018-10-20 16:35
Wenn ich, was den Ausblick betrifft, richtig liege, dann war der Film mit Daliah Lavi keine Fortsetzung, sondern der erste von vier Filmen mit derselben Hauptfigur. Und wenn es sich bei der deutschen Schauspielerin um eine Berlinerin handelt, dann wäre der gesuchte Film sogar der letzte dieser Reihe.
Für den Fall, dass ich falsch liege, setze ich schon einmal vorsichtshalber einen Helm auf, Farbe: matt.
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#4 Laurin 2018-10-20 18:50
@ Andreas Decker:
Ob YS jetzt Kinosynchronisation hat, kann ich nicht sagen da ich ihn ja nie im Kino gesehen hatte. Allerdings konnte ich keinen Unterschied feststellen zu der Synchro, als ich ihn das erste mal in meinen jüngeren Jahren im Fernsehen gesehen hatte. Der Klang ist allerdings durchaus optimal zu bezeichnen.
HELP! gibt es zur Zeit (wie Thomas Mühlbauer bereits richtig schrieb) nicht mit der deutschen Synchronisation auf DVD bzw. BD (warum auch immer). Hoffe selber das sich da mal was ändert.

@ R. Windeler:
Na ja, die deutsche Schauspielerin stammt geburtsmäßig schon aus Berlin. Der Film mit Daliah Lavi ist allerdings der letzte, um diesen besagten Helden von dem es übrigens (genau genommen) rund 25 Verfilmungen seit 1923 gibt. Der Film mit Daliah Lavi war da allerdings die offizielle Fortsetzung von der oben im Ausblick gesuchten Verfilmung. Zusätzlich sei gesagt, das es zu diesem besagten Agenten (übrigens kein Agent von staatlicher Seite) 1957 eine Fernsehepisode gab von etwa 30 Minuten. Im Radio erlebte dieser Agent seine Abenteuer von 1941 bis 1954 mit etlichen Wiederholungen. Was die Romane um diesen Agenten/Helden betrifft, gibt es die Anzahl im Artikel selbst zu lesen (sind eine ganze Menge), aber die Figur (also der Agent) ist hierbei älter als die Bond-Figur. Der besagte/gesuchte Hauptdarsteller spielte die Hauptfigur auch nur in zwei Verfilmungen (wie gesagt zuletzt mit der Lavi), so das wir hier kaum von "vier Filmen" sprechen können. :-*

Alles in allem glaube ich mal, das die Verbindung "deut. Schauspielerin" und "Berlin" eher ein Zufallstreffer ist, so das du den Helm hier besser auf dem Kopf lässt. :D

Diese Infos müssten das raten allerdings jetzt wesentlich erleichtern ... glaube ich zumindest mal ... :sigh:
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#5 R. Windeler 2018-10-20 19:30
Ich hatte auf die Filme von Phil Karlson sowie Henry Levin mit Dean Martin als Matt Helm getippt und demzufolge auf Elke Sommer.
Das ist dann offenbar nicht das, was gesucht ist.
(Jetzt nehme ich den matten Helm wieder ab.)
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#6 DarkDancer 2018-10-20 19:43
In den 80e4n hatte eine deutsche Band einen riesen Hit mit dem Titel Dr.Mabuse...
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#7 Friedhelm 2018-10-20 20:06
Über "Yellow Subamarin" kann ich nichts mehr sagen, weil es schon ewig her ist, dass ich diesen Film gesehen habe. Ich meine, das war ein einem Sonntag, in der Reihe "ZDF-Matinee". Es könnte allerdings auch in der Reihe "Der Fantastische Film" gewesen sein.

Zum Ausblick: Ich nenne einfach mal die Initialen des Hauptdarstellers: R.J und die Filmfigur: B.D.
Die Fortsetzung, mit Daliah Lavi, wurde nie in deutscher Synchro gezeigt.

Was den Bond betrifft, da stellt sich dann die Frage, ob die Reihe mit Mr.J. als 007 über mehr als 2 Filme hinwegekommen wäre. Ich denke nicht..
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#8 Thomas Mühlbauer 2018-10-20 20:21
@Friedhelm

Vielleicht hilft Dir die Information, dass Yellow Submarine tatsächlich in der ZDF-Matinee lief, und zwar am 18. Juli 1976: Yellow Submarine - Ein Pop-Art-Film mit den Beatles.
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#9 Laurin 2018-10-20 22:03
@ Friedhelm:
In der Reihe "Der Phantastische Film" kann ich mich nur noch sehr vage an den Trickfilm (Stop-Motion) "Frankensteins Monster Party" erinnern (21.07.1976 um 21:45 Uhr/ZDF ausgestrahlt). YS kam in der Reihe aber wirklich nie, da stimmt der Hinweis von Thomas Mühlbauer. ;-)

@ DarkDancer:
Nicht böse sein, aber bei deinem Post stehe ich gerade auf dem Schlauch. Was meintest du damit?

@ R. Windeler:
Echt, selbst die Schauspielerin Elke Sommer stimmt, nur eben der Rest nicht. Guck mal bei Friedhelm (#7), der hat die Nuss geknackt. :-)
Das R.J. erst für die Rolle des Bond ins Gespräch kam, als Connery der Rolle Überdrüssig war, stimmt hingegen nicht. R.J. war nämlich bereits für "007 jagt Dr. No" vorgesehen gewesen. :-*
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#10 Friedhelm 2018-10-20 22:07
Zitat:
Vielleicht hilft Dir die Information, dass Yellow Submarine tatsächlich in der ZDF-Matinee lief, und zwar am 18. Juli 1976: Yellow Submarine - Ein Pop-Art-Film mit den Beatles.
Jo, super, danke für die hilfreiche Antwort...
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#11 Friedhelm 2018-10-20 22:10
Zitat:
Das R.J. erst für die Rolle des Bond ins Gespräch kam, als Connery der Rolle Überdrüssig war, stimmt hingegen nicht
Jo, den Irrtum habe ich inzwischen selber korrigiert - und an der Stelle einen anderen Text zum R. J.nacheditiert... ;-)
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#12 DarkDancer 2018-10-20 22:29
@Laurin ich hatte auf die Dr.Mabuse Filme getippt beim Ausblick. Aber das war ja voll daneben. Mittlerweile weiss ich um welchen Film es geht,habe ihn aber Nie gesehen.
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#13 Laurin 2018-10-20 22:31
@ DarkDancer:
Jetzt verstehe ich. Bei "Dr. Mabuse" stand ich wirklich irgendwie gerade neben mir ... Tschuldigung. :oops:
Aber nee, die Filme sind wirklich eine völlig andere Baustelle.
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#14 Laurin 2018-10-20 22:36
Zitat Friedhelm:
"Was den Bond betrifft, da stellt sich dann die Frage, ob die Reihe mit Mr.J. als 007 über mehr als 2 Filme hinwegekommen wäre. Ich denke nicht.."
Oh, wenn ich mir seine Leistung im Film ansehe, nachdem im "Ausblick" gefragt wurde, dann komme ich da zu einer anderen Antwort. Da spielte er den BD nicht schlechter als Connery seinen Bond. :-)
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