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Haunted House aus Neuseeland - »Presence: Es ist hier!«

Presence: Es ist hier! (The Dead Room)Haunted House aus Neuseeland
»Presence: Es ist hier!«

Laut den Informationen hat eine Familie ihr Urlaubsdomizil in Panik verlassen. Dabei behaupten die Geflüchteten felsenfest, dass es in diesem abgelegenen und auch nicht sonderlich schönen Haus spukt. Ein Dämon oder Geist soll dort in den Nächten, aber auch bald am Tage jeden terrorisieren, der sich in diesem Haus befindet. Doch warum versucht ein Geist oder Dämon mit aller Gewalt, die Bewohner wieder zu verscheuchen? Das interessiert nicht nur die Versicherung.

Presence: Es ist hier! (The Dead Room)Das Urlaubsdomizil wirkt selbst auf den zweiten Blick wie eine heruntergekommene Bruchbude, dafür ist die Lage in der umgebenden Natur allerdings einfach traumhaft. Denn rundherum gibt es nichts als Wald und einen nahen Bergsee. Dies stößt jedoch recht wenig auf das Interesse von den ebenso eher recht erfolglosen Geisterjägern Scott und Liam, die hier mit ihrem ganzen Gerät samt dem jungen Medium Holly aufschlagen, um im Auftrag des Versicherungsunternehmen dem Spuk auf den Zahn zu fühlen.

Und wie es nun einmal so ist, sieht alles eigentlich recht normal, wenn auch nicht gerade sehr sauber aus. Selbst Holly vermag in diesem baufälligen Anwesen nicht direkt etwas außergewöhnliches zu spüren.

Scott, der ältere der zwei Geisterjäger ist eigentlich bereits ein reiner Skeptiker, der mit einem Gerät allerdings einen möglichen Geist per Schallwellen zerstören will. Schließlich ist er der festen Überzeugung, das auch Geisterwesen, sofern sie denn wirklich existieren sollten, in gewisser Weise aus Materie bestehen müssten, die man dann mit Schall zerlegen könnte.

Liam spöttelt etwas darüber und vergleicht Scott scherzhaft mit den "Ghostbusters" aus den Kinofilmen. Doch Scott will vorher noch für die Versicherung Fakten sehen, die er dann auch glaubwürdig und unanfechtbar präsentieren kann, um nicht als spinner abgetan zu werden. Das man Geister allerdings wie in den Filmen fangen könnte, hält auch er für einen ausgemachten Blödsinn.

Die junge Holly wiederum ist die einzige, die wirklich Geister sehen kann, wovor sie allerdings auch eine höllische Angst hat. Das sie bei dieser Geisterjagd überhaupt mitmacht, vergleicht sie mit einer Person, die Flugangst hat, aber beruflich ständig fliegen muss. Oder anders gesagt, Holly versucht hiermit ihre eigenen inneren Ängste zu überwinden.

Wirklich lange müssen die Drei jedoch nicht warten, denn in der Nacht, pünktlich um 03:00 Uhr wird das gesamte Gebäude erschüttert wie bei einem Erdstoß und Holly spürt durch eine plötzliche Kälte die direkte Anwesenheit dieses Geistes, oder ist es etwa doch gar ein der Hölle entsprungener Dämon. Doch mehr als das die Eingangstür aufliegt obwohl es draußen ansonsten windstill ist und der Kronleuchter hin und her schwenkt, passiert erst einmal nicht.

Presence: Es ist hier! (The Dead Room)Für Scott sind dies allerdings noch keine brauchbaren Beweise für übernatürliche Aktivitäten die er auch nachträglich belegen könnte. Aber der Geist belässt es nicht bei diesem einen nächtlichen Besuch. Schon in der nächsten Nacht passiert es wieder und nun steigert dieser Geist kontinuierlich seinen Terror gegen Holly, Liam und Scott, um sie aus dem Haus zu vertreiben. Dabei entdeckt Holly durch Zufall, dass es einen Raum in diesem Haus gibt, den dieser Geist nicht betreten kann oder vielleicht sogar nicht betreten will.

Wirklich sicher fühlen sich Liam und Holly aber auch hier nicht und würden am liebsten dieses Geisterhaus gleich für immer verlassen. Doch nun hat Scott Blut geleckt und überredet Liam dazu, noch eine weitere Nacht hier zu verbringen um die benötigten Fakten und Beweise sammeln zu können, um danach zu versuchen, diesen Geist dann mit dem Schallgerät in die Hölle zu schicken.

Das ganze scheint ihnen dann auch tatsächlich zu gelingen und während Scott und Liam danach anfangen, ihre Geräte und Kameras wieder für die Rückfahrt zu verpacken, bemerkt Holly in dem speziellen Zimmer einen unnatürlich kalten Bereich an der Rückwand. Voller Neugierde schaffen sie einen Durchbruch und finden einen Gang in ein geheimes unterirdisches Gewölbe. Und hier machen sie eine Entdeckung, die sie sich besser erspart hätten. Es hatte nämlich durchaus einen Grund, warum dieser Geist diesen speziellen Raum nicht betreten wollte und warum er die Lebenden solange terrorisierte, bis das sie das Anwesen wieder fluchtartig verlassen.

Presence: Es ist hier! (The Dead Room)Ein durchaus interessantes Kammerspiel:
Die Neuseeländer sollen eigentlich, wie ich lesen durfte, das Horror-Genre gerne mal mit einem kleinen Augenzwinkern betrachten. Das heißt nun nicht, dass man hier nun in diesem filmischen Haunted House-Beitrag mit lustigen Einlagen rechnen dürfte. Der Film ist durchaus recht ernsthaft gehalten. Dafür bleiben die Effekte jedoch in einem überschaubaren wie auch absolut handwerklichen Bereich, bei dem man keine CGI-Effekte für die visuellen Erscheinungen des Übernatürlichen benötigt. Die wären auch wohl sichtlich zu teuer geworden, schließlich wurde der Film PRESENCE: ES IST HIER! mit einem durchaus recht schmalen Budget umgesetzt.

Ein weiteres Manko kann sich für manchen Zuschauer einstellen, weil sich die Handlung faktisch fasst nur in den Räumlichkeiten des Hauses abspielt, was dann auch durch die Ausleuchtung in gewisser Weise den Eindruck einer reinen Studioarbeit hinterlassen kann.

Und auch wenn der Film gleich mit dem auftauchen der Geisterjäger samt ihrem Medium beginnt, statt einer üblichen Familie, die erst einmal das Fürchten in dem besagten Spukhaus erlernen muss, so erfindet dieser Film nun wirklich das Subgenre der Haunted House-Filme hier nicht neu. Man kann also durchaus gleich auch einmal grundlegend feststellen, dass der Film PRESENCE: ES IST HIER! kaum mit Filmen wie CONJURING, INSIDIOUS oder ähnlichen Blockbustern des Genre konkurieren kann. Dies gilt sowohl für die Handlung, das Handwerk, als auch für die Effekte. Dabei sollte man sich auch nicht von dem auf dem Cover befindlichen Zitat seitens der Zeitschrift MOVIESTAR in die Irre führen lassen, welche den Film tatsächlich als "Haunted House-Terror der Extraklasse" beworben hatte.

Allerdings weiß der Film durchaus trotzdem in gewisser Weise zu unterhalten, so dass das schlimmste am gesamten Film das wohl etwas billig wirkende Coverbild der DVD bzw. BD darstellt, welches man wohl auch auf manchen billigen Trash-DVDs vom Krabbeltisch hätte vorfinden könnte.

Die Darsteller Laura Petersen, Jeffrey Thomas und Jed Brophy, die die Handlung auch zu mindestens 98 Prozent tragen, machen ihre Arbeit durchaus mit ersichtlichem Herzblut und wirken zu keiner Zeit gelangweilt oder gar desinteressiert. Am darstellerischen Talent gibt es hier also auch nichts zu bemängeln, so das man diesen filmischen Beitrag des Genre durchaus mit eben einigen Abstrichen empfehlen kann.

Presence: Es ist hier! (The Dead Room)Meine Filmkritik:
Bei dem Horrorfilm PRESENCE: ES IST HIER! sollte man die Erwartungen wirklich nicht unbedingt hoch ansetzen. Dies liegt auch zu einem wesentlichen Teil an dem wirklich schmalen Budget, mit dem dieser Film umgesetzt wurde. So schaffte es dieser 2015 produzierte Film auch nie in die deutschen Kinos, sondern wurde im Oktober 2018 hier direkt auf DVD bzw. BD auf den Markt geworfen.

Man kann ihn jedoch ohne weiteres als einen interessanten Beitrag in Sachen Haunted House-Filme betrachten, der mit einem durchweg recht guten Schauspiel der Darstellerin und Darstellern und einem gewissen Spannungsbogen durchaus noch zu unterhalten weiß.

Etwas arbeiten müssen die Neuseeländer allerdings bei solchen Filmen des phantastischen Genre noch an der hierfür stimmigen, düsteren Atmosphäre, die hier leider nicht wirklich immer zünden will. Dafür wirken unsere Geisterjäger trotz ihres durchweg guten Spiel z.B. etwas zu abgeklärt gegenüber manchen übernatürlichen Einwirkungen. Einzig Laura Petersen nimmt man da in ihrem Schauspiel die Angst gegenüber dem Geisterterror jederzeit gerne und glaubwürdig ab.

Die eher einfachen, weil handgemachten Effekte sind dabei wenig aufdringlich und der Kenner von guten Haunted House-Filmen dürfte für die hier präsentierten "Schockelemente" mitunter wirklich nur ein einfaches Schulterzucken übrig haben. Denn ein wackelnder Kronleuchter holt hier kaum noch einen Fan des Horror wirklich hinter dem Ofen hervor. Der Gesamtfilm hinterlässt hier allerdings auch den Eindruck, als wenn er durchaus bewußt nicht wirklich auf zahlreiche, sich überbietende Schockelemente angedacht gewesen ist. Die wirkliche Stärke dieses Films liegt also weniger in den optischen wie akustischen Effekten, sondern tatsächlich viel mehr in dem handwerklich recht ansprechenden Schauspiel der wenigen Hauptdarsteller.

Positiver Weise versucht man hier werbemäßig auch nun nicht, den Film mit der Aussage hinsichtlich einer "wahren Geschichte" bei den Zuschauern und Fans zu puschen. Für die Geschichte selbst hatte man sich hier allerdings durchaus einer urbanen Legende bedient, die man sich in Neuseeland eben über ein Farmhaus in Otago erzählt.

Der Film PRESENCE: ES IST HIER! ist also wie gesagt kein überdurchschnittlicher Film aus dem Bereich des Haunted House-Horror, der mit wirklich guten Schock- und Spezialeffekten punkten könnte, auch wenn er zum Ende hin mit einem doch recht interessanten Twist aufwarten kann, weshalb der Geist hier alles daran setzte, eintreffende, lebende Personen schnellstens wieder  aus dem Haus zu vertreiben. Das wirkliche Böse sitzt nämlich hier an einer ganz anderen Stelle und wartet eigentlich während der Haupthandlung noch auf seinen finalen wie bösartigen Einsatz. Das aber schlägt dann etwas zu schnell um sich, so das man hier durchaus einige Möglichkeiten in Sachen Spannungsspitzen leider verschenkt.

Selbst das kammerspielartige Ambiente trägt hier nicht wirklich viel dazu bei, eine bedrückende, gruselige Atmosphäre auf den Zuschauer überspringen zu lassen, doch dafür punktet der Film wiederum mit einer gewissen Ernsthaftigkeit, die den Zuschauer durchaus an die gebotene Handlung vielleicht nicht zu fesseln, aber doch zu binden versteht, weil man einfach doch wissen will, wie es mit den drei Hauptcharkteren weiter geht. So bin ich hier nach reichlicher Überlegung dann durchaus bereit, dem Film PRESENCE: ES IST HIER! satte drei von insgesamt fünf Punkte als Bewertung zu vergeben, weil er durchgängig zwar keine wirklich gewünscht bösen Höhepunkte, dafür aber mit einer interessanten Grundhandlung und eben auch einem durchaus ansprechenden Schauspiel Boden gut machen kann. Wer allerdings von Filmen wie etwa CONJURING und Co. bereits in der Vergangenheit verwöhnt wurde, sollte bei diesem Beitrag aus Neuseeland die Ansprüche wirklich nicht zu hoch hängen. Denn dann dürfte die Enttäuschung genauso schnell eintreten, wie im Film mit brachialem Schwung die Eingangstür auffliegt.

Presence: Es ist hier! (The Dead Room)Presence: Es ist hier! (The Dead Room)
(The Dead Room)
mit Laura Petersen, Jed Brophy, Jeffrey Thomas, Justin B. Carter, James R. W. Smith u.a.
Regie: Jason Stutter
Drehbuch: Kevin Stevens, Jason Stutter
Produktion: Kevin Stevens
Musik: Steve Roche, David Donaldson, Janet Roddick
Genre: Horror
Laufzeit: 85 Minuten (BD)
DVD/FSK: 16 Jahre
Vertrieb: Tiberius Film
Neuseeland 2015



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