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Macht ist kein Garant für richtiges Handeln - »X-Men: Dark Phoenix«

X-Men: Dark Phoenix Macht ist kein Garant für richtiges Handeln
»X-Men: Dark Phoenix«

Als achtjähriges Mädchen verursacht Jane Grey 1975 ungewollt einen Autounfall mittels ihrer telekinetischen Fähigkeiten, bei dem (scheinbar) beide Elternteile tödlich ums Leben kommen. Ein neues Heim findet sie indessen recht bald bei Professor Charles Xavier in dessen Schule für Mutanten. Auch Xavier ist es, der den Unfall mental aus ihrem Gedächtnis verbannt. Mit den Jahren verbessert Jane dann immer mehr ihre außergewöhnlichen Kräfte und wird so zu einem wichtigen Mitglied der X-Men.

X-Men: Dark PhoenixDoch war es wirklich richtig von Xavier, Jane diese böse Erfahrung in ihrer Erinnerung zu blockieren? Denn um zu lernen, wie man mit diesen besonderen Fähigkeiten umgeht, heißt auch, mit deren Gefahren stets immer richtig umzugehen und einschätzen zu können.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 1992, als der US-Präsident Xavier und seine X-Men um Hilfe bittet, weil das Space Shuttle Endeavour scheinbar durch eine gewaltige Sonneneruption in eine Notsituation gerät, aus der sich die Astronauten selbst nicht mehr retten können. Daher schickt er die Mutanten auf eine riskante Rettungsmission. Doch diese fremde Energie, die alles andere, nur eben nicht von der Sonne stammt, droht das Shuttle völlig zu vernichten. Durch die Fähigkeit der Teleportation seitens Nightcrowler gelingt es, fasst alle Astronauten zu retten. Nur einer fehlt eben noch und die Chancen scheinen aussichtslos, ihn noch lebend zu retten, bevor es zu Katastrophe kommt. Nur Jane Grey ist in der Lage, die Zerstörung des Shuttle noch so lange aufzuhalten, bis Nightcrowler auch den letzten Astronauten gerettet hat.

Zwar gelingt auch dieser Rettungsversuch, doch die fremde Energie zerstört das Shuttle nun mit Jane an Bord. Doch Jane stirbt nicht. Vielmehr nimmt sie die gesamte fremde Energie in sich auf und wird von den anderen Mutanten trotzdem noch lebend gerettet. Doch allen ist bewusst, das Jane eigentlich nicht mehr leben dürfte. Nur wirklich einordnen können sie diese Situation nicht. Dafür kann sich Xavier wieder einmal im Rampenlicht sonnen und erhält eine neuerliche Ehrung für den Einsatz seiner Mutanten. Xavier ahnt jedoch nicht, dass es unter den noch sehr jungen Mutanten brodelt. Denn sie fühlen sich schlicht längst überfordert, während der Professor den Ruhm abschöpft, in der Hoffnung, so zur Normalität zwischen Mutanten und Menschen sorgen zu können.

Doch in Jane breitet sich durch die fremde Energie bald ihre Phoenix-Kraft aus und die Blockade ihrer Erinnerungen wird aufgebrochen. Das treibt sie in ihre Geburtsstadt Red Hook, New York, da ihr plötzlich bewusst ist, das ihr Vater doch noch lebt.  Der hatte Xavier damals seine kleine Tochter förmlich aufgedrängt, da er nun panische Angst vor ihr und ihren Kräften hatte. Auch kann er ihr nicht verzeihen, dass sie als kleines Mädchen den Tod seiner Ehefrau ihrer Mutter verschuldet hatte. Als die X-Men Jean nun auf Kommando von Xavier zurückholen sollen, eskaliert die Situation, weil Jane scheinbar keine wirkliche Kontrolle mehr über ihre Gefühle hat. So verletzt sie Quicksilver und tötet sogar unbeabsichtigt durch eine falsche Reaktion Mystique. Als dann auch noch die vom verängstigten Vater herbeigerufene Polizei anrückt, greift Jane auch diese an, bevor sie flüchtet.

X-Men: Dark PhoenixAuch Xavier muss feststellen, dass seine stärkste Mutantin nun mächtiger ist, als selbst er es sich bisher vorstellen konnte. So gelingt es ihm nicht einmal mehr, Jane überhaupt noch durch Gedankenkraft aufzuspüren. Die trifft indessen auf der Insel Genosha ein, wo Magneto und viele weitere Mutanten einen Zufluchtsort gefunden haben. Zwar erwartet Jane Hilfe von Magneto, der sie jedoch lieber gleich wieder los wäre. Aber auch das US-Militär hat Jane nun auf der Insel aufgespürt und versucht sie nun gefangen zu nehmen. Zwar will sich Magneto schützend vor Jane stellen, doch bringt er damit den Zufluchtsort der Mutanten in Gefahr. Auch hier eskaliert die Situation, denn Jane gibt sich zu erkennen, um die anderen Mutanten nicht zu gefährden. Dabei kommt es zwischen ihr und dem Militär zur gewaltsamen Auseinandersetzung. Magneto setzt indessen nun alles daran, das Leben der US-Soldaten zu retten. Jane ergreift indessen auch von der Insel wieder die Flucht.

Als Magneto später durch die X-Men erfährt, das Mystique durch Jane ums Leben gekommen ist, macht auch er sich auf die Suche nach Jane um sie aus Rache zu töten. Für Charles Xavier läuft ab diesem Augenblick alles aus dem Ruder, denn er will die Rache von Magneto verhindern, weil er mittlerweile weiß, das Jane viel zu mächtig und damit zu einer gewaltigen Gefahr geworden ist, die selbst den gesamten Planeten zerstören könnte. Andererseits will er Jane wieder zur Vernunft bringen. Doch bald muss nicht nur Xavier erkennen, dass auch unter den X-Men in Sachen Jane Grey keine Einigkeit mehr herrscht, denn Beast, der den Professor längst schon wegen seiner Führungsauffassung scharf kritisiert, schlägt sich auf die Seite von Magneto. Und dann sind auf der Erde auch noch die letzten außerirdischen Überlebenden der D'Baris (Gestaltwandler wie die Skrull) aufgetaucht, die mit der Energie der Dark Phoenix nicht nur ein neues Imperium errichten, sondern auch die gesamte Menschheit hierfür auslöschen wollen. Vuk, die Anführerin der D'Baris versucht hierbei, Janes Vertrauen zu gewinnen um selbst in den Besitz der Energie zu gelangen.

Das bei aller Hilfe seitens der X-Men das Verhältnis zwischen Mutanten und Menschen aber immer noch sehr verletzlich geblieben ist, musste nicht nur Charles Xavier hierbei ebenfalls erkennen. Denn plötzlich bricht auch das alte Misstrauen auf die Mutanten wegen Jane wieder offen aus. Wird es Xavier und Magneto doch noch gelingen, Jane zur Vernunft zu bringen, den Plan der D'Baris zu durchreuzen und das Vertrauen der US-Regierung zurückzugewinnen?

X-Men: Dark PhoenixEin wenig zu Unrecht von der Kritik geschasst:
Ja, die in ihn gesetzten Erwartungen konnte der Film X-MEN: DARK PHOENIX wahrlich nicht erfüllen. In den USA konnte der Film am Startwochenende nur 33 Millionen US-Dollar einspielen. Damit schnitt dieser Film am schlechtesten von allen Filmen um die X-Men ab. Am zweiten Wochenende konnte er dann gerade noch mal 2,45 Millionen US-Dollar in Nordamerika einspielen. Dies war ein Rückgang von 83,2 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Besonders haderte man seitens der Zuschauer und Fans, aber auch seitens der Kritiker hierbei mit der Handlung an sich, die das X-Men-Franchise wohl "sehr enttäuschend" beendet habe.

Für diesen offensichtlichen Misserfolg warf sich allerdings Regisseur und Drehbuchautor Simon Kinberg selbst an die Front und übernahm hierfür dann auch die alleinige Verantwortung. Zwar hatte die Produktion mit einigen Schwierikeiten zu kämpfen (z.B. längere Verschiebung des Kinostart), aber letztendlich sei schließlich ganz alleine er dafür zuständig gewesen, "den Zugang zum Publikum zu finden".

Bei aller berechtigten Kritik, denn ich halte z.B. auch das Ende nicht für wirklich gelungen, muss ich hier doch einmal eine Lanze für den Film X-MEN: DARK PHOENIX brechen. Denn in seiner Gesamtheit wirkte der Film durchaus für mich trotzdem noch ansprechender als etwa der Film X-MEN: APOCALYPSE unter der Regie von Bryan Singer, bei dem in Sachen Drehbuch und Produktion ebenfalls Simon Kinberg seine Finger mit im Spiel hatte. X-MEN: APOCALYPSE brannte zwar ein recht nettes Superhelden-Feuerwerk ab, allerdings aber auch wahrlich nicht mehr. Und so bleibt für mich persönlich dieser Film als der schlchteste Beitrag der X-Men-Verfilmungen nun im direkten Vergleich im Gedächtnis.

X-MEN: DARK PHOENIX krankt viel eher an der Masse von Inhalten. Die D'Baris hätte es als böse Rasse von Formwandlern aus dem Weltraum eigentlich nicht bedurft. Vielmehr lenken sie sogar von einigen wichtigen Inhalten ab, ohne jedoch wirklich ein Gewinn innerhalb der Handlung zu sein. Denn auch bei Charles Xavier ging es ja in gewisser Weise um die Machtfrage, auch wenn er eigentlich etwas gutes wollte. Jedoch schickte er blutjunge Mutanten immer wieder in unberechenbare und gefährliche Situationen, bei denen sich manche schlicht überfordert fühlten, auch wenn sie dies nicht offen kritisierten, wie es etwa Beast nun tat. Dies alles tat Xavier ja eigentlich darum, um bei den Menschen eine Akzeptanz gegenüber Mutanten (und besonders seinen Mutanten in der Schule) abzuringen. Doch das stetige Schulterklopfen und die vielen Ehrungen und Empfänge auf höchster Ebene waren ihm mit der Zeit wohl auch zu Kopf gestiegen, so das er seine blutjungen Mutanten ohne zu zögern in jede gefährliche Situation schickte um den eher brüchigen Burgfrieden zwischen Mutanten und Menschen zu festigen. Wie falsch er mit seiner Einschätzung allerdings lag, wird ihm erst in dem Augenblick wirklich bewusst, als sich das Blatt nun geradezu schlagartig wieder gegen die Mutanten richtete.

X-Men: Dark PhoenixDieser durchaus wichtige wie interessante Aspekt geht jedoch in der Gesamthandlung dann leider irgendwie unter. Und das die Schule für junge Mutanten am Ende den Namen Xavier ablegt und Hank McCoy (Beast) die Leitung übernimmt, während Charles Xavier sich in Europa zurückgezogen hat, wird dabei in einer Geschwindigkeit abgehandelt, welche zum Ende des Films beim Zuschauer einen eher bitteren Nachgeschmack  hinterlässt. Man muss allerdings auch sagen, dass die Einführung der D'Baris für den Film an sich kein wirklicher Gewinn waren. Im Grunde bildeten sie nur Kanonenfutter für die Action-Szenen und auch die Anführerin der Formwandler mit Namen Vuk blieb innerhalb der Handlung viel zu blass und damit eigentlich auch eher uninteressant. Man könnte auch sagen, mitunter wirken sie gar irgendwie wie Störfaktoren innerhalb der Handlung.

Dafür machte man dann noch den Fehler, viele (eher nichtssagende) Mutanten und damit viele verschiedene Fähigkeiten aufmarschieren zu lassen, während man wirklich interessante und von den Fans sehr geliebte Charaktere wie Mystique (Jennifer Lawrence) oder Quicksilver (Evan Peters) einfach schnell von der Platte nahm. Aber auch Michael Fassbender als Magneto schien hier fasst Gefahr zu laufen, eher zur Nebenfigur zu geraten. Nicht viel anders erging es so bekannten Figuren wie Cyclops oder Storm, die sich hier irgendwie bis auf den einen oder anderen Ausrutscher, eher im Hintergrund befanden.

Wirklich gefallen hatte mir indessen Jane Grey/Dark Phoenix, hier wieder gespielt von GAMES OF THRONES Star Sophie Turner, die diese Rolle bereits in X-MEN: APOCALYPSE übernommen hatte. Jedenfalls konnte sie hier der Figur der Dark Phoenix mehr Ausdruck verleihen, als ehemals die Schauspielerin Famke Janssen in X-MEN: DER LETZTE WIDERSTAND, wo die Dark Phoenix eher sehr unberechenbar aber zumeist stark fremdbestimmt (durch Magneto) angelegt war. Der Knackpunkt war hier schlicht darin verborgen, dass Jannsen die Dark Phoenix eher wie eine Besessene spielte, in der die ursprüngliche Jane Grey keinen wirklichen Einfluss mehr auf das eigene Handeln hatte. Dies wurde in X-MEN: DARK PHOENIX wesentlich besser gelöst, da hier die Zerissenheit von Jane Grey hinsichtlich ihrer neuen Fähigkeiten (durch die fremde Energie), die sie selbst noch nicht wirklich einschätzen kann, sowie das aufbrechen von blockierten Erinnerungen sehr sauber herübergebracht wurde.

X-Men: Dark PhoenixMeine Filmkritik:
Das Grundgerüst war mit dem Thema der "Dark Phoenix" wirklich gut angelegt und eigentlich hatte der Film alle Voraussetzungen, um die filmische X-Men Reihe würdig abzuschließen. Denn was uns demnächst erwartet, dürfte der Film NEW MUTANTS sein, welcher einen wohl anderen Ausgangspunkt besitzen dürfte. Dieser  Film ist gedanklich in der Zukunft zwar mit zwei Fortsetzungen bereits ins Auge gefasst worden, doch diese weitere Umsetzung hängt wohl auch maßgeblich davon ab, wie NEW MUTANTS sich an den Kinokassen schlägt. Eine Bauchlandung wie X-MEN: DARK PHOENIX sollte er also möglichst nicht hinlegen.

Doch leider wollte man in X-MEN: DARK PHOENIX zu viel und wirbelte einfach nicht gut mit den jeweils beliebten Charakteren herum.  Die dabei an zwei Stellen eingebaute Grundfrage (bei Jean Grey wie auch Charles Xavier) um Macht und Verantwortung verschwindet dabei dann leider etwas zu sehr in den Hintergrund, bzw. wird durch die Menge an Action und CGI-Effekte zu sehr überlagert.

Trotzdem mochte ich diesen Film der X-Men über so manche Unzulänglichkeiten hinweg lieber folgen, als damals dem Film X-MEN: APOCALYPSE, dem ich damals bei der Erstsichtung ab und zu eher mit einem ungläubigen Kopfschütteln folgte. Denn hier fragte ich mich mitunter, ob man mich nun spannend unterhalten oder mich doch lieber auf den Arm nehmen wollte. Dies lag in erster Linie an der Figur des Apocalypse selbst, der als höchst bedrohlicher Gegner zwischenzeitlich dann leider eher etwas lächerlich dargestellt wurde.

Trotzdem: Ein letzter großer Wurf für die Filmreihe wurde X-MEN: DARK PHOENIX leider auch nicht. Und so positiv ich ihn auch im Vergleich noch sehen kann, so kann man nicht darüber hinwegsehen, dass er einfach zu viele Baustellen aufweist, statt die Handlung auf einer klaren roten Linie aufzubauen. Da nimmt man ohne große Not beliebte Charaktere nach kurzer Zeit schon von der Platte, oder drängt sie zu weit in den Hintergrund, überfrachtet dafür die Handlung mit bösen Aliens, die eher grauen Mäusen oder unwichtigem Kanonenfutter ähneln und baut eine durchaus nachdenkenswerte Grundfrage ein, die dann unter den ganzen CGI-Effekten, der Action und der etwas holprigen Handlung fasst völlig im Hintergrund verschwindet. Das Ende des Films wirkt daher eher überhastet und lässt den Zuschauer schlicht unbefriedigt zurück.

Konnte ich damals X-MEN: APOCALYPSE daher in meiner Filmkritik im ZAUBERSPIEGEL doch noch vier von insgesamt fünf Punkte als Höchstbewertung zugestehen, weil die Darstellerinnen und Darsteller doch einiges wieder herausholen konnten, was so mancher hintergründige Witz zur Auflockerung eher negativ verbockt hatte, so kann ich bei X-MEN: DARK PHOENIX leider wegen der vielen Baustellen innerhalb der Handlung nur noch knapp (und mit viel gutem Willen) drei von insgesamt fünf Punkten als Höchstbewertung zugestehen. Daran rüttelt auch leider nicht meine persönliche Sichtweise, dass ich mit etwas Abstand dem Film X-MEN: DARK PHOENIX durchaus eher noch den Vorzug vor X-MEN: APOCALYPSE geben würde. Wäre da als Beispiel nicht die wirklich gute schauspielerische Leistung seitens Sophie Turner, würde der Film allerdings auch bei mir unter den Durchschnitt von 2,5 Punkten abrutschen, zumal man Jennifer Lawrence und Evan Peters wirklich kaum eine richtige Chance gelassen hatte, hier darstellerisch noch einige glühende Kohlen aus dem Feuer zu holen. Schade eigentlich, denn der Filmreihe um die X-Men hätte ich einen würdigeren Abschluss durchaus gegönnt.

X-Men: Dark PhoenixX-Men: Dark Phoenix
(Dark Phoenix)
mit Sophie Turner, Jennifer Lawrence, James McAvoy, Nicholas Holt, Michael Fassbender, Evan Peters, Tye Sheridan, Kodi-Smit McPhee, Summer Fontana, Alexandra Shipp, Scott Shepherd, Jessica Chastain, Andrew Stehlin u.a.
Regie und Drehbuch: Simon Kinberg
Produktion: Simon Kinberg, Lauren Shuler Donner, Hutch Parker
Musik: Hans Zimmer
Genre: Fantasy/Action
Laufzeit: 114 Minuten (BD)
Extras: Audiokommentar mit Simon Kinberg und Hutch Parker, entfallene Szenen, Making-off, Original Kinotrailer u.m.
DVD/FSK: 12 Jahre
Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment
USA 2019

Kommentare  

#1 Friedhelm 2019-12-14 11:40
Wenn ich das noch richtig erinnere, dann sollten die jetzigen Filme "lediglich in der Vergangenheit der "X-Men" spielen, die wir seit den 2000ern kennen. Ehrlich gesagt, kapiere ich zumindest irgendwie nicht mehr, wie die beiden Reihen nach diesem Film dann überhaupt noch zusammenpassen sollen. Nimmt man es nämlich ganz genau, dann müsste sich die Mutanten-Zukunft" gewaltig verändert haben. Einige unserer Helden sind ja jetzt passe', "Mystique" ist von hinnen, und Jean "schwebt nun in anderen Spähren". Am Ende sind Magneto und Xavier immer noch "Schach-spielende-Buddies"..und...und...und..." Wie passt das also in die Original-Reihe? Ich würde sagen....gar nicht. Man fragt sich (ich jedenfalls) ob den Machern hier Kontinuität einfach nur schnuppe war, oder ob es sich hier um eine alternative Vergangenheit handeln soll. Habe ich da was verpasst...??


Hier hat jedenfalls der Wille, einer erfolgreichen Reihe "mit aller Gewalt das cineastische Leben zu erhalten", dazu geführt, dass man sich total "verzettelt" hat. Als ich den Film in meinen Player geschoben habe, war mir am Ende jedenfalls klar, warum ich dafür kein Geld an der Kinokasse lassen wollte. Mit "Dark Phoenix" sind die "X-Men" tatsächlich bedeutungslos geworden - das Franchise ist tot... :-* Es sei denn, ein ganz Cleverer reisst das Ruder wieder rum und findet einen Weg zurück. Aber wahrscheinlich schielt in Hollywood gerade jemand auf ein belangloses Reboot...
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#2 Andreas Decker 2019-12-16 10:21
Und wieder mal ist die Erstfassung im Comic von Claremont und Byrne, die nun 40 Jahre alt ist, besser als die Filmstory. Die war - und ist - noch immer spannend und vergnüglich, überraschend erwachsen mit dem Hellfire Club und seinem (angedeuteten) Fetischfaible. Was für eine traurige Ironie, dass eine unter dem Comic Code entstandene Story wagemutiger war und mehr Biss hat als das hier.

"Apokalypse" war schon unsäglich, schade das "Dark Phoenix" nicht besser ist.
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#3 Laurin 2019-12-16 16:00
Grundsätzlich gebe ich da Andreas Decker recht, was den Unterschied zwischen den Comics und den Verfilmungen angeht.

@ Friedhelm:
Wenn man es genau nimmt, so zeichnen sich verschiedene unlogische Abweichungen bereits ab dem Film X-MEN: ERSTE ENTSCHEIDUNG hinsichtlich der ersten Trilogie ab, der ja als erster in der Vergangenheit spielte. Und wenn man es genau nimmt, so spiegeln die letzten X-MEN Filme eher ein Alternativuniversum wieder. Das ist eigentlich in meinen Augen auch nicht so schlimm. Der dickste Fehler dabei liegt jedoch im Film X-MEN: ZUKUNFT IST VERGANGENHEIT, wo die jüngeren Egos seitens Xavier, Wolverine (hier als jüngere wie ältere Version von Hugh Jackman verkörpert) oder Magneto mit den entsprechenden Charakteren und Darstellerinnen der Original-Trilogie verbunden wurden, was wirklich suggeriert, es handele sich hier um die Abenteuer aus der Vergangenheit. Der logisch aufgebaute Handlungsbogen stimmte aber schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. So hätte z.B. Jane Grey am Ende hier nicht auftauchen dürfen (wie in der gesamten Original-Trilogie), wenn man nun deren Entwicklung zur "Dark Phoenix" in diesem letzten Film zugrunde legt. Und wie gesagt war X-MEN: DARK PHOENIX wohl auch der Abschluss dieser Filmreihe um die jüngeren X-Men und es geht in Zukunft weiter (zuerst einmal mit einem Film einer weiteren möglichen Trilogie) mit den NEW MUTANTS.
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#4 Friedhelm 2019-12-16 17:53
@Laurin: stimmt, an "Erste Entscheidung" und "Zukunft ist Vergangenheit" habe ich gar nicht mehr gedacht. Und wenn ich mich recht erinnere hat mich da schon einiges zum Grübeln gebracht.

Was "New Mutants" betrifft - der ist ja schon eine Weile abgedreht - und auf das Jahr 2020 verschoben worden. Der Grund dafür mag ein zu mageres Kontingent an Kassenknüllern sein.
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#5 Laurin 2019-12-16 19:40
@ Friedhelm:
Man hatte ja schon X-MEN: DARK PHOENIX zeitlich verschoben, um ihn wohl nicht auf andere filmische Kassenmagneten im Kino treffen zu lassen. Entsprechend verschob sich dann auch zeitlich der Film NEW MUTANTS nach hinten, da er nicht vor dem letzten X-Men Film kommen durfte/sollte.
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